Donnerstag, 30. November 2023

Die Sackgasse

 


Bonetti und Pralinski sind auf dem Weg zum Volksmusikfestival in Wacken. Es ist schon dunkel, die beiden sitzen in Bonettis höhergelegtem Opel Deckhengst und freuen sich auf De Randfichten, die Wildecker Hetzbuben und die Amigos. Pralinski war schon öfter hier, jetzt hat er seinen Chef überredet mitzukommen. Im Kofferraum liegen ein Zelt, zwei Paar Gummistiefel und zwei Paletten Dosenbier.

„In zweihundert Metern rechts abbiegen“, säuselt die sicherlich gutaussende Dame aus dem Navi.

„So ein Quatsch“, sagt Pralinski. „Wir fahren weiter auf der Landstraße geradeaus.“

„Das Navi ist nagelneu. Habe ich gerade erst beim Black Friday für 29 Euro geschossen.“

„Aber wenn ich’s dir doch sage …“ – aber da ist Bonetti schon auf den schmalen Weg eingebogen. Immerhin ist er asphaltiert, also wird er schon irgendwo hinführen.

Sie fahren eine halbe Stunde, links und rechts nichts als finsterer Wald. Dann beginnt der Motor zu stottern. Bonetti schaut auf die Tankanzeige.

„Scheiße“.

Wenig später rollen sie aus.

„Mein Fehler“, sagt Bonetti, obwohl er das nicht gerne sagt. „Ich gehe mit dem Benzinkanister los und du bleibst schön im warmen Wagen.“

Dann macht er sich auf den Weg. Zum Glück bietet ihm die Mondsichel ein wenig Licht. Er läuft und läuft, kein Haus in Sicht. Er verliert das Zeitgefühl, will aber auch nicht auf seine Armbanduhr schauen.

Dann hört er von hinten einen Wagen kommen. Er dreht sich um und sieht zwei Scheinwerfer rasch näherkommen. Er hält den Daumen raus. Es ist ein schwarzer Leichenwagen. Er rauscht an ihm vorbei. Bonetti schaut ihm hinterher und sieht im Rückfenster Pralinski, der verzweifelt an die Scheibe klopft.

Bald endet der Asphalt. Jetzt läuft er auf einem Waldweg, der zu einem Pfad wird und schließlich ganz aufhört. Bonetti steht mitten im Wald.

Da sieht er in der Ferne eine Frau. Sie trägt ein langes weißes Kleid und winkt ihn zu sich. Bonetti folgt ihr besinnungslos.

Niemand hat unsere Helden jemals wiedergesehen.  

 

Mittwoch, 29. November 2023

Was haben wir vom Ende der Weimarer Republik gelernt?

 

Die älteren Leser werden sich erinnern: Anfang der dreißiger Jahre gab es eine schwere Weltwirtschaftskrise. Millionen Menschen verloren damals in Deutschland ihren Arbeitsplatz, die Unternehmen schlossen reihenweise ihre Pforten und die Steuereinahmen brachen drastisch ein. Was machte die Regierung? Sie hat gespart. Sie hat die Augen und vor allem ihre Brieftasche vor der Not verschlossen. Die Folgen sind hinlänglich bekannt.

Was lernen wir daraus? In der allergrößten Not ist die Austerität der Tod. In der Bundesrepublik hat man aus diesen Fehlern gelernt. Auf die Weltwirtschaftskrisen Anfang der Siebziger und Anfang der Achtziger wurde mit antizyklischer Wirtschaftspolitik reagiert. Niemand hatte diese Krisen im Jahr zuvor in den Haushalt eingestellt. Es wurden Schulden gemacht.

Helmut Kohl hat die SPD immer für diese Politik durch den Kakao gezogen – bis die deutsche Einheit kam. Stand im Haushaltsplan 1990, der 1989 vom Bundestag beschlossen wurde, dass man ein ganzes Land retten musste? Konnte man vorher wissen, wie viel die Erneuerung der Infrastruktur der DDR und die Massenarbeitslosigkeit kosten würde? Nein. Hätte man alle Ostdeutschen in ihrem Dreck sitzen lassen sollen? Nein. Die Einheit wurde auf Pump finanziert.

Merkel hat in ihrer Amtszeit gleich drei solcher Momente erlebt: Bankenkrise, Eurokrise und Corona. Mich hätte es ja diebisch gefreut, wenn alle deutschen Banken bankrottgegangen wären. Aber ohne Bankwesen keine Wirtschaft, die Kredite zur Finanzierung ihrer Investitionen benötigt. Ohne Banken keine Konten. Hätten wir unser Geld in bar zum Elektrizitätswerk und zum Wasserwerk tragen müssen? Hauskauf mit Bargeldkoffern? Bush hat nur Lehman Brothers abrauschen lassen und die Finanzwelt stand in Flammen. Merkel hätte ein zweites Weimar riskiert.

In der Eurokrise wurde der teure Euro-Rettungsschirm aufgespannt, das Griechenlanddrama ist uns noch allen in Erinnerung. Wegen Corona wurde die Bazooka (Wirtschaftsstabilisierungsfonds und andere Maßnahmen im Umfang von einer Billion Euro!)) rausgeholt. Scholz ging es als Kanzler nicht besser. Ein Vierteljahr nach Amtsantritt begann der Ukrainekrieg. In der Folge sind die Energiepreise explodiert und wie Dominosteine auch die Produktionskosten der Unternehmen. Die Folge war die höchste Inflation in der Geschichte dieses Landes. Stand der Ukrainekrieg in unseren Büchern? Hatten wir Rücklagen für die Folgen gebildet? Hatten wir 2019 die Coronakrise im Haushaltsplan berücksichtigt? Natürlich nicht. Wie soll das gehen? Also kam der Doppelwumms.

Noch ein Beispiel aus einem kleinen unbeugsamen Bundesland im letzten Mäusewinkel der Republik: die Flutkatastrophe im Ahrtal. Manu Dreyer hatte sie nicht eingeplant. Hätten wir die Menschen im Stich lassen sollen? Nein, wir haben ihnen natürlich sofort geholfen. Und uns erst hinterher gefragt, wie wir die Milliarden für den Wiederaufbau finanzieren.

Kommen wir zur Gretchenfrage dieser Tage: Haben wir eine Notfallsituation? Nein. Geht die deutsche Wirtschaft in die Rezession? Ja. Brauchen wir das Geplärre um Austerität? Nein. Müssen wir den aufgeblähten Staatshaushalt mit seinen unzähligen Fördertöpfen, aus denen selbst Superreiche wie Andy Bonetti Zuschüsse zu Solaranlagen und Wärmepumpen bekommen, gründlich nach Sparmöglichkeiten durchforsten? Ja. Sollen wir bereits genehmigte Investitionen wieder streichen? Nein. Brauchen wir Kredite über die mickrigen 0,35 Prozent des BIP hinaus, die das Grundgesetz (Artikel 115) zulässt? Ja.  

 

Dienstag, 28. November 2023

Massenschlägerei bei Friedensdemonstration

 

Blogstuff 890

„Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit.“ (Aldous Huxley)

Gestern hat es zum ersten Mal geschneit. Stundenlang und es ist liegengeblieben. Ich fand’s einfach gut. Im Internet: Häme gegen Klimaschützer, die üblichen rechten Kläffer „erklären“ uns, es gäbe keinen Klimawandel. Genauso war es mit dem vielen Regen in diesem Jahr. Anstatt sich nach den vielen Dürrejahren zu freuen, dass wir eins der niederschlagsreichsten Jahre der letzten Jahrzehnte hatten, was sicherlich sehr gut für die Natur war, wird die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen in Frage gestellt. Möge dieses ganze Volk der ewigen Besserwisser und Klugscheißer im Tartaros enden.

Schade, dass es die Schuldenbremse nicht schon 1990 gegeben hat. Dann hätten die Ossis ihre marode Infrastruktur selbst reparieren müssen und bei uns wäre alles im Lack. Kleiner Spaß.

Ich bin ja ein großer Architekturfan. Gotik, Batik – da gibt es viele tolle Sachen. Am besten gefällt mir das Baumhaus in Weimar.

Jetzt geht es wieder los mit dieser gequirlten Harmoniescheiße aka Weihnachtsfilme. Der einzig gute Weihnachtsfilm spielt im Nakatomi Plaza. Ich mag Filme, in denen Meinungsverschiedenheiten nicht mit Argumenten, sondern mit Schusswaffen geklärt werden.

Hätten Sie’s gewusst? Argentinien ist fast achtmal so groß wie Deutschland, aber zwanzigmal so pleite. 

Mieses Novemberwetter und Schnee im Anmarsch? Dreimal habe ich um diese Jahreszeit eine Städtereise in den Süden gemacht, an die ich heute noch gerne denke: Barcelona, Neapel, Rom. Kann ich jedem Spätherbstbluesgeschädigten nur empfehlen. T-Shirt-Wetter, mit einem Eis durch die Stadt schlendern, Kultur bis zum Abwinken und das Essen ist ja bekanntlich auch nicht zu verachten.

Gretas Palästinensertuch ist ein ganz klarer Fall von kultureller Aneignung. Wo bleibt der Aufschrei in der linken Szene?

Ein Fremder kam in die Stadt. Dieser Fremde war ich. (Beginn einer sehr kurzen Kurzgeschichte)

Es ist bemerkenswert, mit welcher Verbissenheit die Presse einen angeblichen Vergewaltiger wie Lindemann verfolgt und wie schnell man nach der Massenvergewaltigung israelischer Frauen zur Tagesordnung übergegangen ist. Auch die Feministinnen äußern sich nicht, obwohl der 7. Oktober doch ein Paradebeispiel toxischer Männlichkeit war. Wirkt die Einschüchterung durch die islamistischen Terroristen, Charlie Hebdo als Stichwort, doch stärker, als wir alle dachten?

 

Montag, 27. November 2023

Der grüne Bundesparteitag

 

Gestern ist der Parteitag der Grünen zu Ende gegangen und da hatte ich plötzlich die Idee, mir ihr erstes Parteiprogramm von 1980 noch einmal anzuschauen. Schon die Präambel (Prä-Ampel, muhaha) ist sehr lustig. Die Partei fühlt sich der „Arbeiterbewegung“ verbunden. Der „Abbau demokratischer Rechte“ hat ein „so bedrohliches Ausmaß erreicht“, dass dieses Land eine „grundlegende Alternative“ brauche. Offenbar meinten sie sich selbst. „Ein völliger Umbruch unseres kurzfristig orientierten wirtschaftlichen Zweckdenkens ist notwendig.“ Ja, wo ist er denn? Irgendwie in 43 Jahren verloren gegangen. Bei wirtschaftlichem Zweckdenken fällt mir als erstes Robert Habeck ein. „Wir werden uns nicht an einer Regierung beteiligen, die den zerstörerischen Kurs fortführt.“ Was haben wir gelacht.

In den ersten Kapiteln folgen weitere schöne Bonmots. Da ist die Rede von „selbstbestimmten und selbstversorgenden überschaubaren Wirtschafts- und Verwaltungseinheiten“, „ausbeuterische Wachstumszwänge“ werden beklagt, Arbeitszeitverkürzung (35-Stunden-Woche!) und direkte Demokratie gefordert. Es lebe die Gewaltfreiheit, nur sozialer Widerstand ist erlaubt. Habe ich auch schon lange nicht mehr bei den Grünen gehört, vor allem nicht von Flinten-Anton. Eine „gerechte Verteilung der geschaffenen Werte“? Da hatten doch irgendwelche Marxisten ihre Finger im Spiel.

„Energieimperialismus“ ist ein schöner Begriff. Die Industrieländer verbrauchen immer mehr, die Entwicklungsländer können sich immer weniger leisten. Da sehe ich wieder Habeck vor meinem geistigen Auge, wie er mit seinem Geldköfferchen ganz brav einen Diener in Qatar macht. Flüssiggas muss man sich halt leisten können, liebe Afrikanerinnen und Afrikaner, Solidarität hört beim Thema Heizung auf. Interessant: Beim Thema Landwirtschaft wird Veganismus oder Vegetarismus gar nicht angesprochen. Gab’s das bei den Körnerfressern 1980 noch nicht? Aber Makrobiotik fehlt auch.

„Keine Kontrolle der Ausleihkarteien und keine Einziehungen von Büchern aus öffentlichen Büchereien.“ Da werde ich richtig nostalgisch. Hand aufs Herz: Wann waren Sie zuletzt in einer öffentlichen Bücherei? Gibt’s die überhaupt noch?

„Die Verfilzung zwischen Parlamen­ten, Regierungen, Bürokratien und der Wirtschaft durch Beraterverträge, Zuwendungen, Aufsichtsratssitze ist zu unterbinden.“ Das will ich auch! Aber jetzt machen die Grünen ja endlich was dagegen.

„Politische Ämter sind ehrenamtlich. Ausgenommen davon sind Aufwandsentschädigungen, deren Höhe von der Mitglieder- bzw. Delegiertenversammlung festgelegt werden.“ WHAT ?!?

Migranten kommen nur als ausländische Arbeitskollegen vor. Das auch nur einer von ihnen hierbleiben könnte, geht offenbar 1980 über den geistigen Horizont. „Wir fordern, daß die ausländischen Kollegen und ihre Familien auf Wunsch mit allen Bürgerrechten unserer Gesellschaft ausgestattet werden (Freizügigkeit, freie Wahl des Arbeitsplatzes, freie politische Betätigung).“

Schwule und Lesben werden als „sexuelle Außenseiter“ bezeichnet, deren Rechte man stärken möchte. Antike Begriffswelt.

Allerletzter Punkt des Programms: Behinderte. Wie immer.

War schön jewesen.  

Sonntag, 26. November 2023

Haunted by clouds

 

Blogstuff 869

Eigentlich braucht man Wissen, um sich in politischen Fragen eine Meinung bilden zu können. Zumindest war das früher so. Heute genügen drei Überschriften bei BILD und man hat eine felsenfeste Ansicht zur Schuldenbremse, zum Nahostkonflikt oder zur nächsten US-Präsidentschaftswahl. Deswegen kann man mit solchen Leuten auch nicht diskutieren. Schließlich haben sie keinerlei Informationen oder Argumente.

Immer, wenn es mit der Wirtschaft nicht läuft, ist die Regierung schuld. Wenn es läuft, haben wir ganz tolle Unternehmen und Produkte. Das Spiel kenne ich seit über vierzig Jahren. Weltwirtschaftskrise Anfang der Achtziger. Wer war schuld? Die SPD. Wer sonst? Wir müssen nur Helmut Schmidt abwählen und der Weltwirtschaft geht es wieder gut. Wozu sich in die wirtschaftlichen Zusammenhänge und das Thema Staatsfinanzen einarbeiten, wenn man auch mit seinem fetten Arsch auf der Couch sitzen, RTL gucken, Chips fressen und sagen kann: „Die Grünen sind schuld.“ Ist doch viel einfacher, spart Zeit und der Rübenbauer muss noch nicht mal sein Spatzenhirn einschalten.

Aber 2025 kommt ja Merz als Heilsbringer ins Kanzleramt. Sein Text: Die Ampel hat nach vier Jahren einen Scherbenhaufen hinterlassen. Marode Straßen und Schulen, keine Digitalisierung, Billionen Staatsschulden und sämtliche Klimaziele versemmelt.  

Neben Partisan Wichtelbach ist Wichtelbach Wednesday der wichtigste Fußballclub im Dorf. Der ungewöhnliche Name geht auf den 1845 gegründeten The Wednesday Cricket Club zurück, dessen Mannschaft ausschließlich mittwochs antrat und daher nie an einer Meisterschaft teilgenommen hat.

Der Staat soll sparen? Gut. Aber dann sollten wir nicht anfangen, in den Krümeln zu suchen. Erhöhung des Bürgergelds? Etwa zwei Milliarden Euro, Kindergrundsicherung ebenfalls. Pillepalle. Wir müssen über die großen Kostenblöcke reden. Staatlicher Zuschuss zur Rentenkasse: 109 Milliarden (2022). Subventionen für die Wirtschaft: 65 Milliarden. Einfach streichen und der Staatshaushalt wird auf einen Schlag um 174 Milliarden entlastet. Hieße: ausgeglichener Haushalt. Und es bliebe immer noch Geld übrig, um endlich in die Infrastruktur und die Bildung zu investieren. Natürlich sollten wir uns auch mal über eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes, die Vermögenssteuer und die Kerosinsteuer unterhalten.

Golden Memories: die Lila Pause von Milka. Ich war sofort, d.h. ab 1986, ein großer Fan. Vorbei. Fun Fact: Es gab in der DDR auch eine Lesbengruppe gleichen Namens. Und was wurde aus dem McTrain, der McDonald’s-Filiale in deutschen Fernzügen? Dreißig Jahre ist das jetzt her. Da gab es in pünktlichen Zügen noch Fritten und Burger!

Kennen Sie Kazuyoshi Miura? Er ist Jahrgang 1967 und der älteste aktive Fußballprofi der Geschichte. Im Augenblick spielt er bei UD Oliveirense in der zweiten portugiesischen Liga. Wo sind meine Fußballschuhe?

Samstag, 25. November 2023

Lohnt sich der Umstieg aufs Bürgergeld zum 1. Januar?


Derzeit wird die Debatte um das erhöhte Bürgergeld sehr polemisch geführt, in erster Linie von der Opposition, die es kaum abwarten kann, die Ampel so schnell wie möglich zu beerben. Es wird behauptet, viele Arbeitnehmer würden ihre Jobs aufgeben, weil sich Arbeit nicht mehr lohnen würde.

Dazu lohnt sich ein differenzierter Blick auf die Themen Arbeit, Miete und Energiekosten. Miete und Nebenkosten sind inzwischen zu entscheidenden Faktoren bei der Berechnung geworden. Aber der Reihe nach. Hier ein Rechenbeispiel:

Ich gehe einfach mal von meiner Person aus. 57 Jahre alt, in Rheinland-Pfalz lebend. Dann nehme ich den Mindestlohn von 12 Euro brutto und gehe von einer Vollzeitstelle aus. Dann würde ich 1920 Euro brutto verdienen. Macht 1410 Euro netto bei Steuerklasse 1. Lohnt es sich zu arbeiten? In meinem Fall schon, da ich keine Miete zahle, sondern nur die Nebenkosten.

Bei uns im Dorf kenne ich einen Mieter, der 500 Euro warm bezahlt. Bei ihm blieben noch 910 Euro in der Kasse. Lohnt sich also auch noch. Anders in den Großstädten. Bei mir in Berlin wohnt ein Mann im Haus, der 1100 Euro warm bezahlt – für eine Einzimmerwohnung. Blieben 310 Euro übrig. Arbeit würde sich nicht mehr lohnen, denn das Bürgergeld beträgt 563 Euro. Noch unattraktiver wird Arbeit für eine Alleinerziehende mit zwei Kindern unter 14 Jahren. Sie bekäme 1343 Euro Bürgergeld.

Das Thema Bürgergeld statt Arbeit ist also in erster Linie ein Thema im Niedriglohnsektor und in zweiter Linie ein Großstadt-Thema. Das Durchschnittseinkommen in Deutschland (Vollzeitstelle) liegt bei über 2500 Euro netto. Bürgergeld lohnt sich nicht, für Friedrich Merz schon mal gar nicht. Es gibt mehrere Lösungsmöglichkeiten. Der Mindestlohn könnte erhöht werden, in den Großstädten könnte mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden oder die Arbeitnehmer ziehen aufs Land und nehmen weite Wege zur Arbeitsstelle in Kauf.

All dies wird nicht passieren, schon gar nicht mit einer unionsgeführten Regierung. Also werden die Münchner Gastwirte auch weiterhin keine Küchenhilfe finden, die Frankfurter Hoteliers keine Zimmermädchen, die Krankenhäuser keine Pflegekräfte, die Kindergärten keine Erzieherinnen. Sowas kommt von sowas. Man kann es keinem Menschen übelnehmen, wenn er Arbeit im Niedriglohnsektor unattraktiv findet. Auch die Unterschicht hat im neoliberalen Zeitalter gelernt, ökonomisch zu denken. Was volkswirtschaftlich bedenklich erscheint, ist betriebswirtschaftlich für den Einzelnen sinnvoll.     

 

Freitag, 24. November 2023

Mini-Blogstuff des Monats

 

Weselsky, der Schienen-Che, Kim Jong-Zug, hat Streiks für die Weihnachtszeit angekündigt. Deutschlands letzter Rebell wird uns einmal fehlen, ich sag’s jetzt schon.

Im Griff unsichtbarer Mächte

 

Blogstuff 868

Entgegen meinem letzten Blogpost habe ich keine dionysischen Orgien hinter mir, sondern eine Salmonellenvergiftung. Die Ruhrfestspiele haben in diesem Jahr in meinem Badezimmer stattgefunden. Auf einer Brasilienreise hatte ich mal „Montezumas Rache“ und wurde als „Arschfontäne“ bezeichnet. So ging es mir einige Tage. Zeitloser Dämmerzustand, unterbrochen von Schweißausbrüchen und Schüttelfrost. Winter is coming. Leise rieseln die Haferflocken. In Verdacht habe ich den Italiener. Letzten Monat ging es mir nach einer Bestellung auch schon mal ziemlich übel. Knotschi => Mülltonne.

An Schreiben war nicht zu denken. Ein paar lauwarme Bemerkungen über die deutsche Fußballnationalmannschaft, die ich weggeworfen habe. Zu diesem Thema ist ja auch alles gesagt. Es wird im nächsten Jahr kein Sommermärchen geben, keine Fahnen an den Autos, keine Trikots. Es wird Zeit, sich von liebgewonnenen Gewohnheiten zu verabschieden. Die Kirche des runden Leders ist derzeit so beliebt wie die katholische Kirche.  

Bonetti geht morgens mit einer Aktientasche aus dem Haus.

Die CDU hat unter Merkel noch fröhlich Schuldenberge angehäuft. Bankenkrise, Eurokrise, Griechenland und Corona. Die Ampel hat nur Geld fürs Militär bekommen, für Klima, antizyklische Wirtschaftspolitik und Existenzminimum gibt’s kein Geld. Die Ochsenmesse in Bad Tölz findet statt, Kindergrundsicherung nicht. Merz erinnert mich an Kohl, der dreizehn Jahre SPD-Misswirtschaft anprangerte, um dann fröhlich die deutsche Einheit auf Pump zu finanzieren.

Andy Bonetti produziert mehr CO2 als die fünf Milliarden ärmsten Menschen der Welt.

Ich bin Polarforscher geworden, weil ich andere Menschen nicht mag.

Bei Verfolgungsjagden trage ich immer ein Hawaiihemd und einen Schnurrbart. Das hat bei Magnum auch immer prima geklappt.

Gerade bei uns in Rheinland-Pfalz in den Regionalnachrichten: Bauarbeiter bekommen seit Monaten keinen Lohn, verlegen Glasfaser und müssen an den Haustüren um Essen betteln. Aber die Bilanzen der Unternehmen stimmen.

Das Landgericht München stuft die Letzte Generation als kriminelle Vereinigung ein. Wird die Uhu-Hamas jetzt verboten?

Und dann hätten wir noch den Wilders-Wahlsieg in den Niederlanden. Ein Fascho, der Moscheen verbieten und sein Land aus der EU führen will. Das hat ja schon bei den Briten wunderbar geklappt. Im Osten Höcke und Orban, im Westen Wilders und Le Pen, im Süden die FPÖ und Meloni, im Norden die Schwedendemokraten, die Dänische Volkspartei und „Die Finnen“ (vormals die wahren Finnen).

Was für eine Woche …

Dienstag, 21. November 2023

Diesmal ohne Überschrift

 

Der original italienische Pizzalieferant, der mein Vater sein könnte und vermutlich auch ist, klopft an die Tür. Er kennt mich, also ruft er meinen Vornamen. Nicht irgendeinen albernen akademischen Grad oder meinen Nachnamen, er ruft „Matthias“. Ich liege betrunken auf dem Boden, weil man tiefer nicht sinken kann, es sei denn, man geht in den Keller. Als ich die Tür aufmache, lacht der Italiener immer noch. Ich habe nämlich aus Versehen KNOTSCHI bestellt. Es hätten auch Spaghetti oder die wunderbaren Tagliatelle sein können, aber ich habe eben nicht richtig hingeschaut. Beim letzten Mal haben sie mir sogar die falsche Soße gebracht. 42 statt 41. Al Salmone statt Saltate. Aber wenigstens keine KNOTSCHI. Ich gebe unglaubliche zwanzig Prozent Trinkgeld und winke dem lachenden Italiener in seinem winzigen Auto hinterher. Ich muss wahnsinnig sein. Als erstes esse ich die Pizza. Quattro Formatschi mit extra Zwiebeln und Knoblauch, obwohl ich ohne Ende Zwiebeln und Knoblauch im Haus habe. Ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren. Erst bekomme ich eine Mail von Amazon, dass in fünfzehn Minuten eine Weinlieferung eintrifft. Fünfzehn Minuten später kommt eine Mail, dass die Lieferung beschädigt ist und an den Absender zurückgeht. Dann bekomme ich zwei Tage später plötzlich zwei Weinlieferungen und liege tagelang betrunken auf dem Boden. Kommen Sie vorbei. KNOTSCHI sind im Kühlschrank. Ich habe die Schnauze voll. Lasst mich einfach liegen.     

Sonntag, 19. November 2023

Scharf & Knusprig

 

 

Blogstuff 867

„Nameless towns with faceless people.” (Visage: The Damned Don’t Cry)

Chihuahuas sind zehntausend Jahre lang dafür gezüchtet worden, von Filmstars und Homosexuellen herumgetragen zu werden.

Diese albernen Lackpapiertüten aus der Drogerie, von denen sich die Frauen nicht trennen können.

Zu Weihnachten wünsche ich mir nur eine beheizbare Zitronenpresse. Sonst nichts.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hatte einen Nabelbruch. Da er aufgrund seines Gewichts nicht über die Treppe zu einem Krankenwagen transportiert werden konnte, hat man über seinem Wohnzimmerfenster einen Flaschenzug installiert. Man hievte ihn in eine Stahlwanne und ließ ihn langsam hinunter. Mit einem Kran wurde er auf einen Schwertransporter platziert, der Pralinski ins Elefantenkrankenhaus von Nairobi fuhr.

„Und dieses Natterngezücht habe ich jahrelang an meinem Busen genährt“, sage ich empört zur Kassiererin, als K1 ein Mr. Tom aus dem Regal nimmt und aufs Band legt. Zwei Jahre Schülertheater. Das geht nie ganz weg.

Werbung: Bonetti’s Anti-Age-Blog – Fühlbar für Ihre Haut nach zwei Wochen.

Veganismus ist im Hunsrück immer noch ein Entlassungsgrund.

Die Schlafarmut ist ein großes Leiden in unserer Überflussgesellschaft. Wer sich selbst den Schlaf raubt, nimmt sich auf lange Sicht das Leben.

Ich freue mich so auf meinen ersten Joint, aber jetzt wird die Cannabis-Legalisierung wieder verschoben.

Wussten Sie, dass “Blamage“ ein Scheingallizismus ist? Und das ist peinlich genug. So wie „Friseur“ (“Coiffeur“). Aber das „Büro“ stammt vom „Bureau“, Kafka hat es noch französisch geschrieben.

Es gibt zeitlich begrenzte Geisteskrankheiten: der Rausch, die Wut und das Verliebtsein. Alles, was nichts mit Olaf Scholz zu tun hat.

Man hat das Gefühl, die Welt habe nur auf den Angriff auf Israel gewartet. Der Faschismus erhebt sein hässliches Haupt, Ausschwitz soll vergessen werden („Free Palestine from german guilt“) und der Judenhass fegt wie ein Wirbelsturm über alle Kontinente. Klimaschützer, Linke – plötzlich wollen sie alle Juden an den Laternen baumeln sehen.

Er war so lustig wie das Konfetti vom letzten Jahr.

Ich habe immer Werbung für Rolex und Learjet in der Timeline. Geht Ihnen das auch so?



Samstag, 18. November 2023

Vox clamantis in deserto

 

Blogstuff 866     

„Man glaubt einem Fake, wenn man ihm glauben möchte, und kann eine Wahrheit bezweifeln, wenn sie einem nicht passt.“ (Christoph Süß)

Vox clamantis in deserto“ bedeutet „Die Stimme eines Rufers in der Wüste“.

Penisbruch, Harnröhrenkrebs, Hodensackriss, Wundbrand, Blindheit, Haarausfall. Angeblich die Folgen von Masturbation. Aber dann habe ich meinen ersten Beyond-Meat-Burger gegessen.

Warum sind Cowboys angeblich so cool? Abends sitzen sie zusammen um ein Lagerfeuer und fressen Bohnen von Blechtellern. Dann schlafen sie im Freien und keiner erreicht das Rentenalter.

Graue Wolken hingen tief über der Straße, als wollten sie ihm die Zukunft deuten. Dazu die lächerliche Tankstelle, grell erleuchtet, wie Falschgeld.

Seit ich den Job in der Friedhofsverwaltung habe, bin ich viel ruhiger geworden.

Wussten Sie, dass auch Sie aus einem Ei geschlüpft sind, das ihre Mutter produziert hat? Und wir denken, wir wären etwas Besseres als Tauben oder Gänse.

Christian Lindner, der Genitalherpes unter den Koalitionspartnern (bitte ergänzen)

Wie viele Hamas-Fans haben sich bei den Massendemonstrationen in den letzten Wochen eigentlich mit Corona angesteckt?

Und dann war da noch die achtzigjährige Birkenstockpionierin und Reformhausnutte mit ihrem Batikschal, die sich ihr Leben lang von makrobiotischem Brottrunk ernährt hat.

Die österreichische Brauerei Schremser (seit 1410!) bietet Roggenbierschokolade an. Es gibt noch gute Nachrichten auf dieser Welt.

Triumph Adler electric 131 f. Meine zweite Schreibmaschine. Nur so kann Weltliteratur entstehen. Meine goldene Regel: hundert Seiten lesen, eine Seite schreiben.

Die Hamas ist bereit, viele ihrer eigenen Leute zu opfern, um der islamistischen Agenda weltweit Gehör zu verschaffen. Tatsächlich fallen sogar jede Menge blütenweiße Christen auf diese Propaganda herein. Die Umsätze mit dem Koran sind bei Bonetti Media – Achtung Wortspiel – explodiert.

Lifehack 1: Verstorbene kremieren (hat nichts mit Crémant zu tun), dann in ein Gepäckschließfach stellen und nie mehr zurückkehren. So spart man Beerdigungskosten und dennoch wird der Verstorbene auf einem Friedhof beigesetzt.

Lifehack 2: CD-Booklets eignen sich perfekt als Geldversteck. Niemand wird dort nach Geld suchen, niemand klaut heutzutage noch CDs.

Frank Zappa - Why Does It Hurt When I Pee? (Visualizer) - YouTube



Freitag, 17. November 2023

Wibke

 

„Der Sog der Verkommenheit, die Dämonen der Hässlichkeit und der Schlamperei hatten nie aufgehört, sie zu peinigen, und die Sirenen der Langeweile lockten sie oft genug an den Rand jenes Abgrunds, in dem tief unten die Verrücktheit lauerte.“ (Martin Mosebach: Eine lange Nacht)

Disclaimer: Der folgende Text kann Nanopartikel von Humor enthalten und ist nicht autobiographisch. Noch nicht.

Ich habe Wibke Zinkapfel nie vergessen, obwohl ich es viele Jahre versucht habe. Wir haben uns im Internet kennengelernt. Sie hatte eine Nahaufnahme ihres Gesichts in ihrem Profil. Wibke war bildhübsch. Als wir uns in einem Café trafen, sah ich das mitleidige Schmunzeln der Kellnerin – oder war es ein höhnisches Grinsen? Sie hatte solche Situationen sicher schon häufiger erlebt als ich. Was auf dem Foto nicht zu sehen war: die 110 Kilo rund um das Gesicht. Und dann diese Ohren. Sie lagen zwar flach an, reichten aber von den Augenbrauen bis zum Mund. Als sie nach dem zweiten Stück Torte selig lächelte, sah sie aus wie eine Buddhastatue.

Dummerweise hatte ich im Internet mit meinen handwerklichen Fähigkeiten geprahlt. Als ich sie das erste Mal besuchte, haben wir zusammen ihre Küche tapeziert. Zwei Tage später habe ich ihr geholfen, ihren Flohmarktstand mit den selbstgehäkelten Handy-Hüllen aufzubauen. Während sie sich mit einer Freundin unterhielt, die vorbeigekommen war, musste ich mich mit den Kunden herumschlagen. Sie hatte schnell begriffen, dass ich ein gutmütiger Trottel bin, der ihr keine Bitte abschlagen konnte, die sie mit treuen Dackelaugen und beschwörendem Tonfall vortrug.

Natürlich habe ich ihr auch Geld geliehen. Geld, das ich nie wieder sah. Aber das Schlimmste war unser erster und einziger Urlaub. Wibke wollte unbedingt in die Uckermark. Am Lübbesee hat sie einen Bikini getragen. Das fand ich mutig. Die Radtour bei strömendem Regen soll auch nicht unerwähnt bleiben. Seit ich vor vierzig Jahren meinen Führerschein gemacht habe, habe ich nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen. Die geschwätzige Pensionswirtin war eine Zumutung, das Graubrot zum Frühstück auch. Und warum wollte Wibke auf dem Rückweg unbedingt dieses blöde Schiffshebewerk in Niederfinow sehen?

Ihre Leidenschaft waren diese kleinen Figuren in den Überraschungseiern. In Setzkästen hingen sie an allen Wänden ihrer Wohnung. Sie hat die Eier palettenweise gekauft. Beim Tod von Jopi Heesters hat sie geweint. Erst in diesem Augenblick erkannte ich, wie stark sie geschminkt war. Man hatte den Eindruck, ihr ganzes Gesicht sei zerlaufen. Ich habe diese Frau nie verstanden. Eigentlich habe ich sie auch nie geliebt. Aber ich bin ein freundlicher Mensch. Als sie nach Kassel umgezogen ist, habe ich ihr sogar beim Umzug geholfen. Zusammen mit ihrem neuen Freund habe ich die Waschmaschine in den vierten Stock getragen. Irgendwann haben wir schließlich alle mal den ersten Bandscheibenvorfall.

Frank Zappa - Lucille Has Messed My Mind Up (Visualizer) - YouTube

 

 

Donnerstag, 16. November 2023

Ramstein

 

Ich sehe bei Amazon nach, wann mein Päckchen eintrifft, und lese, es wäre heute Nacht in der letzten Lieferstation angekommen und würde bis 21 Uhr bei mir sein. Die letzte Station ist Ramstein. Und schon beginnt der Film. Ramstein 1988. Das fürchterliche Unglück bei einer Flugshow. 28.8.88. Siebzig Tote, tausend Verletzte. Im Gegensatz zu 9/11 kann sich vermutlich niemand mehr erinnern, wo er zu diesem Zeitpunkt gewesen ist und wie er davon erfahren. Ich schon.

Ich war mit meinem leider schon verstorbenen Freund Bernulf in Holland. Wir waren ein paar Tage am Meer. Die Erinnerungen an den Urlaub sind, aufgrund der langen Zeit, die inzwischen vergangen ist, und unseres Drogenkonsums, leider nur sehr bruchstückhaft. Das entsprechende Notizbuch liegt in Berlin und ist daher nicht erreichbar. Ich weiß noch, dass es auch kleine Zeichnungen enthielt und von Bernulf höchstselbst gelegentlich mit seinen Eindrücken ergänzt wurde. Anyway.

Am 28. August waren wir auf dem Heimweg. Wir hielten noch in Maastricht, um uns in einem Coffee Shop ein Piece zu kaufen, das Bernulf, ein gelernter Elektriker, in Klarsichtfolie verpackte und im Herzen unseres Ghettoblasters versteckte. Ich hätte mich ja nie getraut, ein elektrisches Gerät mit einem Schraubenzieher zu öffnen, aber dieser Teufelskerl konnte sogar Schaltkreispläne lesen. So rollten wir, gut gelaunt und stoned auf die Grenze zu, an der damals noch streng kontrolliert wurde.

Die Zollbeamten sahen uns, zwei abgerissene langhaarige Typen mit roten Augen und einem dämlichen Grinsen im Gesicht, und winkten uns natürlich sofort raus. Wir sahen schließlich aus wie Bilderbuchkiffer und Drogenschmuggler. Wir wurden in die Zollstation gebracht, wo uns ein Beamter verhörte, während draußen unser Wagen nach allen Regeln der Kunst durchsucht wurde. Wir stritten natürlich alles ab, der Beamte war sichtlich genervt. „Jetzt geben Sie’s doch endlich zu! Wo haben Sie die Drogen versteckt? Sie ersparen uns allen eine Menge Zeit und Arbeit.“ So in der Richtung beschwor er uns minutenlang.

Nach einer halben Stunde musste ich mal aufs Klo. Ein anderer Beamter brachte mich in eine Gefängniszelle, ließ aber die Tür offen und beobachtete mich, damit ich keine Beweismittel verschwinden lassen konnte. Ich stand am Pissoir und öffnete den Reißverschluss meiner Jeans. Normalerweise passiert gar nichts, wenn mir jemand dabei zuschaut oder zu nahekommt (Phänomen Trockensteher), aber zum Glück konnte ich mich erleichtern. Es ging zurück zum Verhör, als plötzlich ein weiterer Beamter hereinkam. In Ramstein habe es ein schreckliches Unglück gegeben. Alle waren geschockt. Nur wir nicht. Wir waren in unserem eigenen Film.

Sie ließen uns laufen und wir fuhren der Freiheit entgegen, zwei verwahrloste Halunken in Heldenlaune. An diesem Tag war uns das Schicksal gnädig, vielen anderen nicht.

P.S.: Die gleiche Erfahrung machte ein alter Schulfreund, der am 11.9.2001 nach einer Hausdurchsuchung, bei der eine nicht unbeträchtliche Menge Heroin gefunden wurde, verhaftet und auf die Polizeiwache gebracht wurde. Das Heroin wanderte in die Asservatenkammer, er selbst durfte gehen, nachdem die Meldung über die eingestürzten Twin Towers die Runde gemacht hatte. Noch heute erzählt er die Geschichte mit einem feisten Grinsen.

Mittwoch, 15. November 2023

Will write for food

 

Blogstuff 865

„Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.“ (Dieter Hildebrandt)

Die britische Außerministerin Braverman, die gerade gefeuert wurde und durch den Brexit-Verursacher Cameron ersetzt wurde, ist Buddhistin. Sie hat ihren Amtseid auf das Dhammapada, eine Art Best-of von Buddhas Sprüchen, abgelegt. Da frage ich mich doch: Wäre das in Deutschland möglich? Könnte man hierzulande auf den Koran oder die Thora schwören? Soweit ich informiert bin, gibt es bei uns nur die Bibel und die Möglichkeit, auf den Spruch „So wahr mir Gott helfe“ zu verzichten. Aber falls 2025 die CDU wieder ins Kanzleramt kommt, stellt sich die Frage sowieso nicht. Özdemir hat es 2021 jedenfalls nicht thematisiert.

Hamburg: 755 qkm. Gazastreifen: 360 qkm. Einwohnerzahl etwa gleich. Wie kann so ein kleiner Flecken Erde so viel Ärger machen? Singapur hat 728 qkm. Eine ökonomisch erfolgreiche Stadt. Im Ranking der Exportnationen auf Platz 15, noch vor Indien, Saudi-Arabien und vielen europäischen Ländern, einen Platz hinter Großbritannien. Ohne Fördermilliarden aus aller Welt. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt, die sehr viel schlimmer gewütet haben, als es die Israelis je im Nahen Osten getan haben. Nach der Unabhängigkeit hatte der Stadtstaat mit Massenarbeitslosigkeit und Versorgungsschwierigkeiten zu kämpfen. Trotz dieser immensen Startschwierigkeiten haben es die Bewohner geschafft, sich aus der Armut zu befreien. Aber die Palästinenser hocken immer noch in ihren Zelten und spielen die verfolgte Unschuld. Seit 75 Jahren haben diese Leute nicht ein einziges Mal ihren selbstverliebten Arsch in Bewegung gesetzt – außer um wehrlose Menschen zu ermorden. Geschichten vom Aufstieg und vom Fall.

Apropos Aufstieg und Fall: Greta Thunberg. Sie hat ihren Namen verbrannt. „How dare you“ war ihr Spruch als moralische Instanz und Ikone der Klimabewegung. Die Zeit, in der viele Medien sie hofiert haben, ist abgelaufen.

Nächster Greta-Skandal: Wann zieht die Klimabewegung endlich die Reißleine? - Volksverpetzer

Wer denkt eigentlich an die armen Ladendiebe, wenn der Einzelhandel in den Innenstädten stirbt? Sollen Sie jetzt etwa Lieferwagen überfallen?

Seibersbach hat 1235 Einwohner, das Dorf ist nicht weit von Schweppenhausen entfernt. Jetzt sollen dreihundert Flüchtlinge in einer ehemaligen Sportschule einquartiert werden. Das werden lustige Debatten, ich bin gespannt.

Was iranische Milizen im Libanon, in Syrien und im Irak gegen Israel und die USA unternehmen, nennt man Geplänkel. Eine Kriegstaktik aus der Antike. Die Plänkler sind nur leicht bewaffnet, würden im offenen Kampf nicht bestehen und wollen den Gegner nur ärgern, beschäftigen und seine Kräfte binden. Es ist so lachhaft wie aussichtslos. Da hinter den Plänklern keine echten Streitkräfte stehen, wie in der Antike üblich, ist es mitleiderregend und ein Zeichen von militärischer Schwäche.

Dienstag, 14. November 2023

Literatur heute

 

In Berlin habe ich die Werbung für „Das dritte Herz des Oktopus“ gesehen. Davon abgesehen, dass es eigentlich „des Oktopusses“ heißen muss, handelt es sich um einen Spiegel-Bestseller aus den Top Ten. Hier die Amazon-Inhaltsangabe:

„Das Jahr 2032, die Weltregierung kämpft gegen die Klimakatastrophe. Aber immer noch sperren und sträuben sich auf der Welt viel zu viele Menschen - wie kann man sie überzeugen, zur Einsicht bringen? Oder sogar - ändern? Ein ehrgeiziger Wissenschaftler hat eine Lösung: Ein Parasit, der unser Denken verwandelt, der uns zu besseren Menschen macht. Doch als ein Verbrecher diesen Parasiten für seine skrupellosen Ziele benutzen will, liegt unser aller Schicksal in den Händen eines kleinen Beamten und einer temperamentvollen Millionärin.“

Es ist Teil 3 einer Thriller-Reihe. Hier die Inhaltsangabe von Band 2 „Der Zorn des Oktopus“:

„Das Jahr 2029, die Klimakatastrophe ist da, und die Menschheit kämpft ums Überleben. Die Klima-Allianz, ein Bündnis der großen Machtblöcke, will Chaos und Hungerkriege verhindern. Ihr wichtigstes Instrument: ein Supercomputer. Doch dann fällt dieser Quantencomputer in die Hände eines ebenso brillanten wie besessenen Verbrechers. Und plötzlich sind da nur noch zwei Menschen, die das Allerschlimmste verhindern müssen - Thomas Pierpaoli, ein kleiner Beamter, und Ariadna, eine temperamentvolle Millionärin. Gejagt und in Gefahr - und mit nur einem Ziel vor Augen: die Welt zu retten.“

Fällt Ihnen etwas auf? Tolle Erfindung – erst Informatik, dann Biologie – soll die Menschheit retten, die es allein natürlich wieder nicht auf die Kette kriegt, IHR BLÖDEN SCHNITZELFRESSER, wird aber dann von einem Bösewicht missbraucht. Ein Mann und eine Frau (Quote!) retten die Welt. Band 1 ist genauso aufgebaut.

Band 4 schreibt sich eigentlich von allein. Zunächst mal müssen wir die alte Mann-Frau-Dichotomie aufbrechen. Wir brauchen eine non-binäre Person – und einen Albatros. Warum den Meeresvogel, werden Sie fragen. Weil niemand mit einem Albatros rechnet. Es ist natürlich ein sprechender Albatros mit extraterrestrischem Hintergrund. Diesmal erfindet ein liebenswerter Pharmazeut, der sämtliche Stellenangebote großer Konzerne abgelehnt hat, eine Pille, die gleichzeitig betrunken und satt macht. Schweine und Kühe werden in die Freiheit entlassen, auf Kartoffeläckern und Weizenfeldern wachsen Bäume und alles wird gut. Aber dann kommt ein ganz schlimmer Finger, ein Erzschurke der übelsten Sorte, und nutzt die paradiesischen Zustände, um fürchterliche Dinge anzustellen. Nikita und Baba Pfeifton Lou sind in tödlicher Gefahr, aber sie haben nur noch 24 Stunden, um die Welt zu retten. 

Montag, 13. November 2023

Das Ende der Solidarität

 

„Es werden Zivilisten, Babys, Frauen und alte Menschen bombardiert und getötet. Es gibt keine Rechtfertigung dafür, Zivilisten anzugreifen. Wir fordern Israel dazu auf, damit aufzuhören“, sagt der französische Präsident in einem Interview mit der BBC und fordert einen Waffenstillstand. Inhalt und Duktus sind komplett von der Hamas übernommen. Einen Monat nach dem Massaker an israelischen Zivilisten wird der Aggressor nicht einmal mehr benannt. Täter-Opfer-Umkehr. Wie konnte Macron der einzigen Demokratie im Nahen Osten in den Rücken fallen? Hat er die islamistischen Terroranschläge von Paris und Nizza vergessen? Warum war er gestern nicht auf der Demo gegen Antisemitismus?

Die Gründe sind einfach. Zum einen gibt es viele Araber in Frankreich, v.a. aus Nordafrika, den ehemaligen Kolonien. Erst vor kurzem stand die Banlieue in Flammen, als ein Jugendlicher von der Polizei erschossen wurde. Muslime sind eine durch hohe Fertilität und Migration schnell wachsende Minderheit, die kein Politiker vernachlässigen kann. Zum anderen geht es Macron natürlich um seine Kontakte zur arabischen Welt, zu den rohstoffreichen Scheichtümern. Das Öl der Diktatoren ist allemal wichtiger als das vergossene Blut der Juden.

In London kamen am Wochenende 300.000 Menschen zu einer pro-palästinensischen Demonstration. So viele Leute kommen normalerweise nur, wenn die Königin stirbt. Das setzt Premierminister Sunak unter Druck, der französischen Linie zu folgen. Auch Israels engster Verbündeter, die USA, zeigt erste Absetzbewegungen. Und Deutschland? Baerbock hat den Palästinensern gerade neue Hilfsgelder zugesagt. Genschers gute alte Scheckbuchdiplomatie. Die arabische Minderheit ist auch in Deutschland durch Einwanderung aus Syrien, Nordafrika und dem Irak in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Nach dem Abbruch der Gaslieferungen aus Russland sind die gigantischen Gasreserven Qatars für die deutsche Industrie unverzichtbar. Qatar gehört zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. 1973 lässt grüßen. Judenhasser Erdogan wird mit allen Ehren empfangen, Scholz braucht ein neues Flüchtlingsabkommen mit der Türkei. Auch die deutsche Solidarität wird bald Vergangenheit sein.

In Zweifelsfall können sich die Juden in Israel auf niemanden verlassen. Aber diese Erfahrung machen sie seit tausenden von Jahren. Welche Alternative zur Verteidigung ihres eigenen Staates haben sie? Eine zweite Diaspora? Zurück nach Deutschland, Frankreich oder Polen? Die letzten Wochen haben gezeigt, dass sie in Europa nicht in Sicherheit leben können. Aus der Politik kommen ein paar müde Lippenbekenntnisse, aber im Alltag sind die europäischen Juden verraten und verkauft – wie immer. Nie wieder ist jetzt? Immer wieder ist jetzt und bis in alle Ewigkeit. Israel hat keine andere Chance, als sich gegen die arabische Aggression zu wehren. Die Araber haben schon viele Kriege gegen Israel verloren, Israel muss nur einen Krieg gegen die Araber verlieren und es verschwindet von der Landkarte.

Einmal mehr zeigt die westliche Welt ihr wahres Gesicht. Werte wie Menschenrechte oder Demokratie? Füllmaterial für Sonntagsreden. Es geht, wie immer und ausschließlich, um Interessen. Das große ICH und das kleine wir. Ich will Öl, ich will Gas, ich will meine Ruhe. Was sind ein paar Millionen Juden gegen eine Milliarde Muslime, mit denen man glänzende Geschäfte macht?   

Sonntag, 12. November 2023

Wir bleiben in Kontakt

 

Blogstuff 864

„Du wirst nie glücklich werden, wenn du weiter danach forschst, worin das Glück besteht. Du wirst niemals leben, wenn du nach dem Sinn des Lebens suchst.” (Albert Camus)

Ich mache schon seit Tagen das Radio nicht mehr an, weil ich Angst vor „Last Christmas“ habe.

In der israelischen Armee sind viele tausend muslimische Araber. Wie viele Juden sind in der Hamas?

Wann schickt die Bundesregierung endlich One-Love-Armbinden in den Nahen Osten?

Tuvalu hat zehntausend Einwohner und wird bald untergehen. Ich finde das gut. Erstens ist der Name lächerlich und zweitens hat selbst unsere Verbandsgemeinde mehr Einwohner. Was ist das für ein merkwürdiger Staat? Wahrscheinlich haben die noch nicht mal eine eigene Armee.

Die Lösung für den Krieg im Nahen Osten ist einfach: Kapitulation der Hamas, Freilassung der Geiseln, UN-Friedensmission in Gaza, Entwaffnung der Hamas, Wiederaufbau.

Im Universum gibt es dunkle Materie, in der Bundesregierung Schattenhaushalte.

Bei mir gibt’s heute Leberkäs Toskana, d.h. mit Tomatensoße. Na gut. Mit Ketchup.

Warum heißt es eigentlich „Purzelbaum“?

Die USA haben zehn Jahre gebraucht, bis sie Osama bin Laden endlich aufgespürt und liquidiert haben. Vielleicht braucht Israel genauso lange, bis sie die Schlächter der Hamas alle erwischt haben?

Die Juden hatten nach 1945 viele gute Gründe, Terroranschläge auf Deutsche zu verüben. Gas es einen einzigen? Nein. Wir haben den Arabern im Nahen Osten nie etwas getan, Deutschland hat am Irakkrieg nicht teilgenommen. Wie viele Terroranschläge von Islamisten gab es in Deutschland? Von den Olympischen Spielen 1972 und der Entführung einer Lufthansa-Maschine bis zum Breitscheidplatz 2016? Dazu kommt die Ausbildung der RAF durch palästinensische Terrororganisationen. Ich verstehe nicht, wie man 2023 die Hamas unterstützen kann.

Zum Schluss noch ein paar Fakten zum Gazastreifen. 1985 lebten hier eine halbe Million Menschen, 2000 schon über eine Million, 2010 1,5 Millionen und inzwischen zwei Millionen. Genozid? Über die Hälfte der Einwohner lebt in Flüchtlingslagern. Warum hat die Hamas mit den vielen Milliarden, die sie als Hilfsgelder bekommen hat, keine Häuser gebaut?


Vor 1948 lebten etwa 900.000 Juden in den arabischen Ländern. So viel zum Thema Apartheid und Vertreibung.

Samstag, 11. November 2023

Bonetti lässt nach


Es empfiehlt sich, den literarischen Nachlass beizeiten zu ordnen, um das geistige Nachleben zu sichern. Schließlich sollen Bonettis Werke für die nächsten Jahrhunderte erhalten werden, um den kommenden Generationen zur intellektuellen Erbauung zu dienen.

Es gibt eine große und eine kleine Lösung. Die große Lösung umfasst alle Texte, angefangen mit der Schülerzeitung und der Mainzer Allgemeinen Zeitung über die wissenschaftlichen Fachaufsätze und Monographien bis zu den Tagebüchern, Romanen, Kurzgeschichten und Aphorismen, dazu kommen die unveröffentlichten Texte und Entwürfe. Das wären, vorsichtig geschätzt, mindestens dreißig Bände. Allein das Material aus meinem Blog umfasst etwa viertausend Seiten. Ein Dutzend Literaturwissenschaftler und Lektoren würden mehrere Jahre brauchen, um dieses umfangreiche Œuvre für die Veröffentlichung vorzubereiten. Die kleine Lösung umfasst nur das literarische Werk, also etwa ein Dutzend Bände.   

Dazu käme eine Biographie, für die noch ein namhafter Autor gesucht wird und die folgenden Punkte umfassen würde:

Bonetti der Gesellschaftskritiker

Bonetti der Philosoph

Bonetti der Politikexperte

Bonetti der Literat

Bonetti der Menschenfreund

Bonetti der Mäzen

Bonettis inneres Leuchten

Bonettis Vermächtnis

 

Renommierte Verlage dürfen sich aufgerufen fühlen, mir Angebote zu unterbreiten.

 

Freitag, 10. November 2023

Bonetti klärt auf

 

Die Leute sind ja so naiv, ich kann es manchmal gar nicht fassen. Dabei sind alle Informationen vorhanden. Die Pressemarionetten liefern uns jeden Tag höhnisch und siegesgewiss alle Puzzleteile, weil sie wissen, dass die Deutschen sie nicht zusammensetzen können. Aber der Reihe nach.

Seit der Wiedervereinigung ist das neue Deutschland, die Großmacht im Herzen Europas, dieser vor wirtschaftlicher Kraft und kreativer Potenz strotzende Riese, der wie Gulliver nur von Zwergen umgeben ist, vielen Staaten ein Dorn im Auge. Während der Westen™ es mit der klassischen Strangulierung durch Einbindung (europäischer Binnenmarkt, Euro, NATO usw.) versucht, greifen andere Staaten zu drastischeren Mitteln.

Das Land wird seit über dreißig Jahren von Millionen Fremden überflutet: Islamisten aus dem Nahen und Mittleren Osten, rabenschwarze Faulpelze aus Afrika, Billigarbeitskräfte aus dem osteuropäischen EU-Gebiet. Sie alle nehmen uns die Arbeitsplätze und die Wohnungen weg, außerdem vermehren sie sich wie die Karnickel. Ohne die Schleuserstaaten – Türkei, Osteuropa, Nordafrika und Süditalien – hätten sie es nie zu uns geschafft. Aber auch mit tätiger Mithilfe deutscher Politiker, mein spöttischer Dank geht an die Grünen und an Angela Merkel.

Währenddessen wandert die deutsche Industrieproduktion genau in diese Länder ab bzw. wird durch chinesische Produkte ersetzt. Womit wir beim Erzfeind Nr. 1 sind. Wie wir alle wissen, haben die Chinesen das Corona-Virus erfunden und in die Welt gesetzt. Dann haben wir uns alle einen gefährlichen Impfstoff spritzen lassen, den eine perfide Türkenfabrik namens Biontec in einem Mainzer Gewerbegebiet gepanscht hat.

Wir kennen alle die Folgen. Seit einem Jahr sterben die Geimpften wie die Fliegen. Nachts werden die Toten von Lastwagen abgeholt und irgendwo in aufgegebenen Kohlegruppen entsorgt. In die leeren Wohnungen werden Ausländer gesetzt. Die Umvolkung ist in vollem Gang. Die Lügenpresse schweigt natürlich dazu. Die Folgen sind klar zu erkennen: schrumpfende Wirtschaft, Fachkräftemangel, fehlende Innovationen.

Jetzt treten Russland und der Iran, Erzfeinde Nr. 2 und Nr. 3, auf den Plan. Die muslimische Bevölkerung soll gegen die von der Impfung geschwächte deutsche Restbevölkerung aufgehetzt werden. Der Angriff der Hamas auf Israel wurde von Moskau und Teheran gesteuert. Er ist nur Mittel zum Zweck. Der deutsche Riese schwankt. Der Riese soll stürzen.

Wacht endlich auf! Steht auf! Eine gigantische Verschwörung gegen unsere Heimat, gegen unsere Kultur ist im Gang. Wählt AfD! Oder wenigsten Sahra Wagenknecht! Es ist unsere letzte Chance!

P.S.: Auch die Klimalüge und der Klebstoff für die Letzte Generation stammen von unseren Feinden. Wir waldverliebten und naturseligen deutschen Romantiker sind doch immer die Ersten, die auf diesen Öko-Schwachsinn reinfallen.

 

Donnerstag, 9. November 2023

9. November 1969

 

An diesem Tag platzierte die linksradikale Terrorgruppe „Tupamaros West-Berlin“ eine Bombe im Jüdischen Gemeindezentrum Berlin. Die Bombe sollte während der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht explodieren und hätte, was zum Glück gescheitert ist, viele der 250 Gäste getötet. Die Terroristen waren kurz zuvor von der palästinensischen Al-Fatah in Jordanien militärisch ausgebildet worden. Linker Antisemitismus hat eine lange Tradition.

Endlich! Die Weihnachtsmärkte werden eröffnet

 

Blogstuff 863

Ronaldo und ich haben zusammen 110 Millionen Follower bei X. Trotzdem bekomme ich nur wenige Likes. Ich glaube, meine Reichweite wird von Elton Murks systematisch reduziert, weil ich Trump nicht unterstütze.

Wenn man die Brücke von Wichtelbach nach Dachsweiler überqueren möchte, kostet es ein Huhn.

Kleiner Hinweis an alle neuen Nahostexperten: Die Natives sind die Juden, nicht die Araber. Seit 1945 kehren die Juden in ihre Heimat zurück. Dort haben sie seit 1250 v.Chr. gelebt.

Als Integrationsmaßnahme – oder zur Abschreckung von Flüchtlingen – empfehle ich das zwangsweise Tragen von Sandalen mit weißen Socken und unangekündigte Prüfungen, ob die Inhalte sämtlicher Traumschiff-Folgen sowie die Mannschaftsaufstellung im Fußball-WM-Endspiel 1974 lückenlos wiedergegeben werden können. Schweinefleisch und Bier gehören zu den Grundlagen deutscher Ernährung. Der wöchentliche Verzehr in einem deutschen Wirtshaus wird durch den Gastwirt auf einer entsprechenden Stempelkarte bestätigt.

„Daihatsu.“ – „Gesundheit.“

Mit Bonetti wird es ein Two Night Stand.

Bald kommt der Dezember, da macht Manuel Neuer wieder seinen Skiurlaub.

Gut, das Flugzeug stürzt über den Alpen ab, aber ich bin angeschnallt, habe die Schwimmweste an und jetzt kommt auch noch dieses Sauerstoffdingsbums runter.

Nach einer Umfrage 2022 denken 49 Prozent der Muslime in Deutschland, die Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft und im Finanzwesen (23 Prozent der Gesamtbevölkerung). 54 Prozent der Muslime denken, die Juden würden den Holocaust zu ihrem Vorteil nutzen (34 Prozent der Gesamtbevölkerung). 45 Prozent glauben, Juden wären reicher als durchschnittliche Deutsche (27 Prozent). Es gibt also ein großes antisemitisches Potential in Deutschland, sowohl bei Rechten als auch bei Muslimen. Die Zahlen für die AfD liegen natürlich weit über dem Durchschnitt.

AJC Berlin_Antisemitismus in Deutschland_Eine Repräsentativbefragung.pdf (ajcgermany.org)

Muslime haben Hundertausende Muslime in Syrien, im Jemen und im Irak ermordet. Da kann man sich getrost die geheuchelte Solidarität für Gaza sparen, wenn es am Ende doch nur um Machtpolitik und Antisemitismus geht.

Unvergessen: Trumps legendäre Pressekonferenz vor drei Jahren zwischen einem Sexshop und einem Krematorium, weil er das Four Seasons Hotel mit einem gleichnamigen Parkplatz verwechselt hat.

Four Seasons Total Landscaping press conference - Wikipedia

 

Mittwoch, 8. November 2023

Der Klöckner von Rotterdam

 

Blogstuff 862

„Aufstehen, Straßenbahn, Büro, Essen, Arbeit, Essen, Schlafen, immer derselbe Rhythmus- das ist sehr lange ein bequemer Weg. Eines Tages aber steht das Warum da, und mit diesem Überdruss, in dem sich Erstaunen mischt, fängt alles an.“ (Albert Camus)

Kann man mit einer Überdosis Globuli Selbstmord begehen?

Ossis, Wessis – ich bin für eine Zweistaatenlösung.

Ich habe es satt, von Frauen immer nur auf mein Aussehen reduziert zu werden.

Man hat den armen Israelis das einzige Stück Arabiens gegeben, in dem es kein Öl gibt. Finde ich ganz schön fies. Und gäbe es im Gazastreifen nur eine einzige Ölquelle, wären alle Palästinenser glücklich und zufrieden. Die könnten sich von der vielen Kohle sogar eine Fußball-WM kaufen.

„Ragout vom selbstüberfahrenen Hirsch mit Woke-Gemüse“ finde ich übrigens nicht witzig – auch wenn das Gericht nur 16,90 € kostet.

Bei X stellt ein Mädchen die Frage, was Männer beim „Kotieren“ (sie meint offenbar defäkieren) mit ihrem Penis machen, damit er nicht beschmutzt wird. Legt man ihn zwischen die Beine oder hält man ihn fest? So schildert sie ihre Vorstellungen über besagten Vorgang. Tatsächlich haben Männer mit einem sehr großen Penis genau dieses Problem. Wir sind ja alle erwachsen, also kann ich ganz offen sprechen. Ich habe ein Gehänge wie ein Shetland-Pony. Man nennt mich auch die Wilmersdorfer Fleischpeitsche. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, den Penis über die Schulter zu legen, so wie manche Männer es beim Essen mit ihrem Schlips tun.

Seit 2021, als ein Gesetz über den Verkauf von Agrarland in der Ukraine in Kraft trat (eine Voraussetzung für den EU-Beitritt), haben die US-Konzerne Cargill, Dupont und Monsanto riesige Flächen aufgekauft. Das sollte man wissen, wenn es um die strategischen Interessen des Westens (Monsanto gehört der Bayer AG) im Osten geht. Das ist jetzt schon „unser“ Land, das Europa mit Getreide versorgen soll.

Der Ausverkauf im Schatten des Ukraine-Kriegs (fr.de)

Können Sie sich noch in die alte Fünfzig-Pfennig-Münze erinnern? Es ist die einzige Münze in Deutschland, auf der jemals eine Frau abgebildet war. Ihr Name ist Gerda Johanna Werner und sie ist die Frau des Bildhauers, der die Münze entworfen hat.

Die Angriffe auf die Kibbuzim und auf ein Open-Air-Konzert waren Angriffe auf Linke, nicht auf orthodoxe Juden. Es wurden Menschen nur wegen ihrer jüdischen Herkunft ermordet, das nenne ich einen Genozid. Wie können deutsche Linke es wagen, die Reaktion Israels als Genozid zu bezeichnen? Und was soll die gequirlte Scheiße mit „Queers for Palestine“? Diese Leute würden im Gazastreifen gesteinigt werden. Der Iran unterstützt die Hamas. Haben manche deutsche Frauen vergessen, wie im Iran mit Frauen ohne Kopftuch umgegangen wird?

Dienstag, 7. November 2023

Mit dem Lastenrad durch das Okavangodelta

 

Blogstuff 861

„Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, kann kein Apostel herausgucken.“ (Georg Christoph Lichtenberg)

Was habe ich in den letzten Jahren nicht alles aufgegeben: das Rauchen, den Sport, die Frauen und die Hoffnung. Was ist geblieben? Die Bücher, die Musik und der Wein. Arschkratzend und schulterzuckend im 58. Lebensjahr, demütig hinnehmend und nicht mehr suchend. Ich bin einfach da, ohne einen Zweck zu erfüllen. Leichten Schrittes geht es durch die weite Ebene auf das Alter zu. Ich könnte auch einfach im Bett liegenbleiben, die Zeit zieht mich ohnehin voran. Lust und Genuss sind mein Kompass, süße Untätigkeit mein Paradies.

Auf Empfehlung des hochgeschätzten Kollegen Rose aus dem lieblichen Recklinghausen, das ich hier auch einmal lobend erwähnen möchte, habe ich den neuen Asterix-Band gelesen. Der erste Kauf seit über vierzig Jahren („Obelix GmbH & Co. KG“). Ich habe mich königlich amüsiert, der neue Texter Fabcaro brennt in „Die weiße Iris“ ein Feuerwerk von Gags und Anspielungen ab. Drittklassiger Wortmüll aus Management- Seminaren wie „Positives Denken“, über das wir uns schon in den Achtzigern lustig gemacht haben („NATO-Nachrüstung? Denk doch auch mal positiv, die vielen Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie.“), Ratgeberliteratur mit hohlen Sinnsprüchen auf dem Niveau von Bauernregeln, Achtsamkeitsquark, gesunde fleischlose Ernährung, Esoterik – die ganze moderne Hirnwäscheindustrie bekommt in dieser Geschichte ihr Fett weg. Am Ende gibt’s für die zwischenzeitlich schwächelnden Dorfbewohner wieder Wildschwein und eine große Party. Selten haben mich Comicfiguren in meiner Lebensweise so bestätigt wie Asterix und seine Freunde. Am Ende gab’s im Hause Bonetti Schweinenackensteak und tschechisches Dosenbier.

Ich leide unter hedonischer Hyperphagie. Das ist die vornehme Umschreibung von Fressattacken, v.a. Chips und Schokolade.

Ein Gedankenspiel. Deutschland ist zehnmal so groß wie Israel. Nehmen wir an, eine Terrorgruppe hätte 14.000 Zivilisten ermordet. Hätte die Bundeswehr die Fähigkeit, weitere Angriffe zurückzuschlagen bzw. den Gegner zu besiegen? Oder würde die Bundesregierung einen lauwarmen Waffenstillstand anbieten, weil sie unfähig ist, die eigene Bevölkerung zu schützen? Wie würden wir mit muslimischen Mitbürgern umgehen? Israel tut gut daran, wehrhaft zubleiben. Auch Juden lesen die Bibel. Auge um Auge, Zahn um Zahn. "Denn sie säen Wind und werden Sturm ernten" (Altes Testament, Hosea 8, Vers 7).

Horoskope haben lustige Unterkategorien. „Job & Geld“: Ich habe keinen Job und ich denke nicht über meine Finanzen nach. „Liebe“: Ich bin notorischer Single und werde es auch nicht mehr ändern. Wenn ich nur an das Elend zurückdenke, als ich damals zehn Minuten vergeblich versucht habe, den ersten BH zu öffnen. „Gesundheit“: Letzten Monat hatte ich eine Erkältung, ansonsten bin ich geradezu krankhaft gesund, obwohl ich Bewegung und Obst meide.