Sonntag, 1. Februar 2026

Der leere Himmel

Old Monkeytown. Ein Stadtteil von Wichtelbach, den ein Wichtelbacher nie betreten würde. Die Mieten sind billig, weil die Vermieter Angst haben. Das Bier ist billig, weil die Späti-Typen Angst haben. Die Drogen sind billig, weil die Dealer Angst haben.

Wir sind gekommen, um uns den Kongolesen zu holen. Zu meinem Team gehört Biff, der so cool ist wie ein toter Grönlandwal. Rango, der seine Waffe schneller zieht als sein Schatten. Er hat schon mal eine Eidechse erschossen, die völlig unschuldig war. Und Schlotterbeck, der Scharfschütze, der sich im Hintergrund hält. Er kommt aus dem Norden von Schleswig und bezeichnet Holsteiner Schnitzel als süddeutsche Spezialität.   

Am Haus des Kongolesen erwartet uns Sperrfeuer aus mehreren Waffen. Es sieht aus wie ein Feuerwerk. Irgendjemand muss ihn gewarnt haben, als wir mit Blaulicht und Sirene vorgefahren sind.

 Am Fenster erscheint eine Silhouette. Schlotterbeck feuert und schreit „Da Shvainepigs“. Er ist deutscher Herkunft, aber ich habe dieses Wort gegoogelt. Nichts. Ein unbekannter Begriff. Aber die Gegner haben einen Mann weniger. Wer immer das auch war. Hätte ich während dieses Einsatzes gegen einen Drogendealer ein SWAT-Team anfordern sollen? Die hätten uns doch ausgelacht.

 Rango hat eine kostenlose Probewoche im Fitnessstudio gemacht. Er war einmal kacken und hat fünf Handtücher mitgehen lassen. Ich fürchte, ich lenke von der Schießerei ab. Biff hat übrigens den Todesstern aus Lego zusammengebaut.

Ich habe mal als Fahrer für einen Lieferservice gearbeitet. Damals gab es noch kein Navi, ich bin nie irgendwo angekommen und habe die Pizza selbst gegessen. Am ersten Tag hatte ich schon zweihundert Euro Schulden. Aber das hat auch nichts mit der Schießerei zu tun.

 Es gibt zwei Zeitpfeile in meinem Leben, Einer führt zum Tod, einer zum Weltuntergang. Ich weiß nicht, welcher Pfeil in dieser endlosen Ballerei als erster trifft. Woher haben diese Leute die ganze Munition?  

Biff hat seinen Aktenschrank im Büro verschoben und dahinter ein Zimmer gefunden, dass keine Tür zum Flur hat. Dort hat er ein Geheimschlafzimmer mit Minibar und Campingklo eingerichtet. Auf Partys hält er Fremde mit Sätzen wie „In meiner Kirchengemeinde habe ich eine Reformdebatte angestoßen“ auf Abstand. Die Schießerei geht weiter. Haben die Kongolesen ein Tonband angeschaltet und sind längst durch die Hintertür abgehauen?

Dann ist es endlich fünf und wir haben Feierabend. Morgen kommen wir wieder her und schnappen uns die Bande.