Blogstuff 1310
Meine
Ex hat sich nie die Achselhöhlen rasiert. Im Sommer sah es aus, als hätte sie
zwei Hippies im Schwitzkasten.
Im
Papiermüll fand ich einen Haufen verschiedenfarbiger Post-It-Zettel mit
rätselhaften Botschaften und musste sie einfach mitnehmen. Hier
eine Auswahl der Inhalte: „Weak security“, „Reparations from Russia“, „Paternalism
financially unsustainable!”, “Ongoing war”, “Investments”, “Energy price”,
“Cost competitiveness”, “New generation requests and engagements”, “Decrease of
demand”, “Lack of investment”, “Climate change”, “Rule of law”, “Weak
government structure”, “Social pressure”, “Work force / human capital”, “Bloody
Russians”, “USA China”, “Political chaos”. Haben wir ein Genie im Haus oder einen Büttenredner?
Ich
habe die sogenannten „Ultras“ beim Fußball noch nie verstanden. Beim Tennis
oder beim Motorsport prügeln sich die Fans nie. Haben diese Leute kein Leben,
keine Familie, keinen Beruf, keine anderen Hobbys? Die Hooligans sind ja noch
schlimmer. Da geht es nur um Gewalt, die interessieren sich nicht mal für
Sport. Und wo ist bitte schön der Zusammenhang von Fußball und Feuerwerk? Warum
brennt man im Stadion Bengalos ab? Wenn bei mir um die Ecke
Sommerschlussverkauf ist, ziehe ich ja auch nicht grölend und mit brennenden
Fackeln ins Kaufhaus. Fußball ist Unterhaltung und nach Abpfiff geht es in die
Kneipe. Es gibt immer einen Grund zu trinken. Man feiert den Sieg, man
betrauert die Niederlage und analysiert fachkundig bei vier, fünf Bier das
Spiel und vor allem die Leistung des Schiedsrichters.
Die
würdelose Routine einer unbedeutenden Angestelltenexistenz. Wieder waren acht
Stunden vorbei. Er bestellte sich eine zweite Erdbeer-Margarita.
Kinder
haben Kindergärten, Männer haben Biergärten. Die Welt ist wohlgeordnet.
Mitten
in der Nacht wache ich plötzlich auf. Ein Mann steht an meinem Bett und sieht
mich an. „Hören Sie damit auf“, sagt er und geht.
„Du
hast doch früher hinterm Bahnhof Zoo Schwänze gelutscht und machst jetzt einen
auf Künstler, du Münzgeld-Stricher.“ Für diesen Kommentar hat mich Harald
Martenstein angezeigt. Die Leute sind so dünnhäutig geworden.
Die
Linken haben meinen Vater umgebracht. Als in seiner Stammkneipe das Rauchverbot
eingeführt wurde, musste er im Winter alle dreißig Minuten bei Eiseskälte vor
der Tür stehen und eilig eine Zigarette rauchen, bevor er schließlich an
Lungenentzündung gestorben ist.
Als
ich nach Manila versetzt wurde, änderte sich mein Leben schlagartig. Statt der
kleinen Mietwohnung hatte ich ein Haus mit Garten. Dienstpersonal kostete pro
Person nur hundert Euro im Monat. Ich engagierte ein Ehepaar. Sie putzte,
kochte und ging einkaufen, er bewachte das Haus und kümmerte sich um den
Garten. Beide wohnten im Gartenhäuschen und haben sich nie beschwert. Versuchen
sie mal in Deutschland, so zu leben.
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