Dienstag, 27. Oktober 2026

Das Preisausschreiben

 

Zur Überbrückung folgen ein paar alte Kurzgeschichten, die 2014 ff, entstanden sind.

Er hätte es wissen müssen. Nur der Mond schien auf die Wellen und sein Smoking hatte sich voll Wasser gesogen. In einiger Entfernung glitzerten die Lichter am Ufer. Mühsam paddelte er weiter und widerstand dem Drang, die schweren Sachen einfach auszuziehen. Es würde ohnehin eine Odyssee voller Peinlichkeiten werden, bis er wieder zu Hause war.

Alles hatte gestern Vormittag begonnen, als ein „singendes Telegramm“ vor seiner Haustür stand. Johann hatte die junge Dame, die eine rote Pagenuniform trug, ins Empfangszimmer gebeten und ihn gerufen. Dann hatte sie ihren Text gesungen: „Mister Bonetti, wir laden Sie ein, wir laden Sie ein, unser Gast zu sein. Auf unserem Schiff, da gibt es ein Essen, und dieses Essen wird keiner vergessen. Morgen um acht, da geht es los, all you can eat, ist das nicht famos?“ Dazu überreichte sie ihm einen kostbaren Umschlag aus handgeschöpftem Papier, das in Thailand aus der Rinde des Maulbeerbaums hergestellt wird. Darin lag eine Einladung, die auf feinstes Seidenpapier aus dem Himalaya gedruckt war. Bonetti hatte ein luxuriöses Abendessen auf dem chinesischen Restaurantschiff „Shangdang“ gewonnen, das im Hafen von Bad Nauheim lag. Komisch, hatte er noch gedacht, ich habe doch an gar keinem Preisausschreiben teilgenommen.

Gut gelaunt und hungrig hatte er sich am nächsten Tag von seinem Kammerdiener ankleiden lassen und sein Chauffeur hatte ihn an das Restaurantschiff gebracht. Die Tische des Restaurants waren mit exotischen Blumen geschmückt, Bonetti setzte sich und sah sich um. An jedem Tisch saßen Menschen, die offenbar die gleiche Einladung erhalten hatten und die sie den Kellnern entgegenhielten. Zu Beginn wurden Dim Sum in einem Bambuskörbchen gereicht, die mit Meeresfrüchten und Gemüse gefüllt waren. Dann kamen ein brodelnder Feuertopf mit verschiedenen Fleischsorten, Pilzen, Blattgemüse und Glasnudeln auf den Tisch. Währenddessen begann das Schiff zu vibrieren. Offenbar hatte man die Motoren angelassen und verließ den Hafen zu einer nächtlichen Rundfahrt. Nach dem Feuertopf wurde Peking-Ente serviert, die kleingeschnittenen knusprigen Hautstücke wurden in hauchdünne Pfannkuchen gewickelt, zum zarten Fleisch gab es diverse Soßen. Die abschließende Suppe und den Quallensalat ließ er aus.

Nach dem Digestif, Bonetti hatte einen 1999er Pflaumenwein Shanghaier Südhang gewählt, kam ein asiatisch aussehender Herr in einem schwarzen Anzug an seinen Tisch. Er hatte ein fast faltenfreies Gesicht, aber unglaublich alte Augen mit fürchterlichen Tränensäcken. Sein Haar war glatt zurück gekämmt und wirkte wie schwarz lackiert. Die dünnen Lippen unter seinem schmalen Schnurrbart kräuselten sich zu einem schwachen Lächeln.

„Würden Sie mir bitte folgen, Mister Bonetti. Wir schreiten nun zur Verleihung des Hauptpreises.“

Bonetti folgte ihm in ein Hinterzimmer, das von einem langen Mahagonitresen mit etlichen leeren Barhockern fast vollständig ausgefüllt war. Auf der Theke standen eine Flasche Veuve Clicquot in einem Eiskübel nebst zwei Champagnerschalen aus Kristallglas.

„Champagner!“ rief Bonetti erfreut aus. „Lassen Sie mich das machen.“ Er setzte sich an die Bar.

Der Mann wirkte für einen kurzen Augenblick irritiert. Dann lächelte er und nickte Bonetti zu. „Ich habe lange auf diesen Augenblick gewartet, Mister Bonetti. Unser Volk wartet seit über einhundert Jahren auf diesen Augenblick. China hat, wie die ganze Welt außerhalb Europas, schrecklich unter dem Imperialismus gelitten. Ihr habt uns viele Dinge gestohlen, deren Wert ihr noch nicht einmal ahnen könnt. Aber Europa wurde das Opfer seiner eigenen Gier: Als die Imperialisten die ganze Welt unter sich aufgeteilt hatten, fuhren sie sich wie Kannibalen gegenseitig an die Kehle und zerfleischten sich in zwei mörderischen Weltkriegen, um im Anschluss sämtliche Kolonien wieder zu verlieren.“

„Woher rührt eigentlich der Irrglaube, der Westen sei fortgeschrittener oder der Osten hole auf? Osten und Westen waren schon immer gleich gut, gleich blöd und auf gleiche Weise oberflächlich dem materiellen Erfolg verpflichtet.“ Bonetti lächelte.

Der Chinese lächelte nicht, er zog eine Pistole aus der Innentasche seines Jacketts.

Bonetti hatte die Champagnerflasche schon in der Hand, jetzt ließ er sie langsam sinken. „Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?“

„Sie kommen sehr schnell auf den wesentlichen Punkt, das gefällt mir. Man nennt mich Longwang, das bedeutet Drachenkönig. Und ich möchte die Formel, Mister Bonetti.“ Seine Stimme klang jetzt kalt und hart.

„Welche Formel?“ fragte Bonetti.

„Spielen Sie keine Spielchen. Sie sind ganz allein auf diesem Schiff. Ich habe alle anderen für diesen Abend engagiert.“

„Daran bin ich gewöhnt, ich bin Einzelkind.“ Bonetti versuchte, Zeit zu gewinnen. Natürlich ging es um die tibetanische Pergamentrolle, auf der die Formel für ein lebensverlängerndes Elixier stand.

Longwang grinste. „Eins ist die Zahl des Himmels.“ Er entsicherte die Waffe. „Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort, Mister Bonetti: Im Auge des Tigers ist kein Platz für die Ameise.“

„Der weise Mann hütet sich in der Jugend vor der Fleischeslust, in den mittleren Jahren vor der Streitsucht und im Alter vor der Habgier. Auch ein altes chinesisches Sprichwort“, antwortete Bonetti.

„Donnerwetter, was Sie alles wissen!“

„Ich staune selbst immer wieder.“

„Genug geplaudert, Mister Bonetti. Die Formel, bitte.“

„Das Unendliche ist ein Quadrat ohne Ecken, wie es im Daodejing heißt.“ Und mit diesen Worten ließ Bonetti den Champagnerkorken knallen.

Er traf Longwang mitten ins Gesicht, ein Schuss löste sich aus dessen Waffe und traf den Kronleuchter, der krachend zu Boden stürzte. Bonetti schleuderte die Flasche auf den Chinesen und rannte zum anderen Ende der Bar. Er nutzte diesen kurzen Moment der Verwirrung, um ein Fenster zu öffnen und in die dunklen Fluten zu springen. In den alten Schriften über die nördliche Qi-Dynastie heißt es, man solle im Falle einer Niederlage lieber als zerschlagenes Juwel denn als unversehrter Dachziegel enden.

 


Samstag, 24. Oktober 2026

Und es geht weiter ...

 

Gestern in der Wohnung gestürzt. Konnte die Beine nicht mehr bewegen, keine Kraft. Bin zum Telefon gerobbt, habe die Feuerwehr angerufen, die mithilfe des Ersatzschlüssels der Nachbarin in die Wohnung kam und mich in die Notaufnahme vom Sankt-Getrauden-Krankenhaus (schon wieder!) gebracht hat. Untersuchungen, Wunde genäht. Nachts wieder zuhause. Heute Vormittag Pflegedienst, habe ich seit Mittwoch.

Vorerst keine weiteren Blogposts.

Freitag, 23. Oktober 2026

Hiob 2.0

 

Was für ein Jahr. Januar: zwei Weisheitszähne gezogen. Februar: Grippe. April: Einbruch – zum Glück war ich zuhause. Juli: Zusammenbruch bei 38 Grad auf offener Straße. Den Sommer verbringe ich wie James Stewart in Hitchcocks „Fenster zum Hof“, immerhin kann ich mich innerhalb der Wohnung am Krückstock bewegen. Oktober: zwei Wochen im Krankenhaus der Hölle wegen eines Ödems. Und einen Tag nach der Entlassung verursacht der defekte Spülkasten meines WC einen Wasserschaden eine Etage tiefer. Der herbeigerufene Klempner verlangt tatsächlich 522 Euro für eine halbe Stunde Arbeit. Und ich Idiot habe studiert. Hoffentlich übernimmt meine Privathaftpflicht den ganzen Spaß. Und 2026 ist noch lange nicht zu Ende …

Ich befinde mich augenblicklich in der Phase der Resignation. Ich spüre die Schläge nicht mehr. Gestern habe ich ein Rezept für den Pflegedienst, der täglich mein Bein bandagiert,, und Pflegemittel von meinem Hausarzt gebraucht. Exakt seit gestern ist er im Urlaub. Na und? Die Leberzirrhose wird in ein paar Jahren meine Geschichte beenden. Und wie kann man diese Unglücksserie nüchtern ertragen? Zum Glück habe ich vor zwei Jahren ein wenig Geld geerbt, so dass ich unbeschwert dem Tod entgegentanzen kann. Rein statistisch betrachtet habe ich achtzig Jahre. Sechzig davon habe ich hinter mir, also drei Viertel. Bekanntlich ist das Alter öde und voller Schmerzen. Das Beste habe ich erlebt, das kann mir keiner mehr nehmen. Ich erspare mir den Rollator und Kreuzfahrten, Tanztees und Altersheim. Alles fühlt sich frei und leicht an.

 

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Zwei Krankenhausgeschichten


Die Schreier

Schreier sind ein Phänomen, mit dem ich gar nicht gerechnet habe. Da gibt es den Mann, der immer „Hallo!“ ruft. Tage später kommt ein zweiter, der stundenlang „Hilfe!“ ruft. Der Dritte im Chor wird von wechselnden Personen gespielt. Er ruft „Schwester!“ Dazu kommen die grauenhaften Schmerzensschreie und das laute Stöhnen, als wäre ich in einem Feldlazarett an der Ostfront. Man kommt sich vor wie in einer Inszenierung von Frank Castorf.

 

Der Hühnermann

Am Abend wird das leere Bett neben mir belegt. Ein kleiner dicker Mann Mitte dreißig, der seinen kargen Haarkranz mit einem Vollbart kombiniert hat. Bei seiner Ankunft bittet er er gleich um Messer und Gabel. Meine Neugier ist geweckt. Das ist seine Geschichte: Er sitzt bei Nhas City Chicken am Stutti und wartet auf sein halbes Hähnchen mit Pommes. Plötzlich wird er ohnmächtig und fällt auf den Boden. Die Angestellten rufen einen Krankenwagen und geben einem Sanitäter noch die Bestellung mit. Sehr aufmerksam. Im Krankenhaus isst er dann sein mitgebrachtes Abendessen. Er hatte übrigens schon zwei Bypässe am Herz.

 

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Lagebericht

 

Was bisher geschah: Zwei Tage lang habe ich große Schmerzen im rechten Unterschenkel, wenn ich gehe. Am dritten Tag rufe ich den ärztlichen Notdienst an, nach einer halben Stunde ist der Arzt da. Nach seiner Untersuchung vermutet er, ich hätte eine Thrombose und ruft einen Krankenwagen.

Man bringt mich ins Sankt-Getrauden-Krankenhaus, ein riesiger Moloch mit tausend Mitarbeitern. Mein erster Krankenhausaufenthalt seit 1980, damals war Helmut Schmidt noch Bundeskanzler. Die gute Nachricht: Es ist keine Thrombose, sondern nur ein Ödem („Wasser im Bein“).

Ich komme in ein Vier-Bett-Zimmer mit drei alten Menschen, die das Bett nicht mehr allein verlassen können aka „bettlägerig“ sind, Windeln tragen und in Urinflaschen pinkeln. Immerhin habe ich das gemeinsame Bad exklusiv. Meine neue Heimat für zwei Wochen.

In der folgenden Zeit macht man Unmengen an Untersuchungen. Jeden Tag bekomme ich Blut abgenommen und vier Flaschen Penicillin als Infusion verabreicht. Ultraschall sämtlicher Organe, dazu eine CT, eine Magenspiegelung und eine Darmspiegelung. Es ist wie beim TÜV, alles wird gecheckt. Ergebnis: Blutarmut (ich habe nur halb so viel Hämoglobin wie ein normaler Mensch, daher vermutlich meine Antriebs- und Kraftlosigkeit), Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) und Lebezirrhose. Aber immerhin kein Darmkrebs. Es ist meine alte Obsession, dass ich einmal an Darmkrebs sterbe.

Thema Leberzirrhose: In der zweiten Woche liegt ein obdachloser Alkoholiker aus Polen neben mir. Ich höre das Gespräch mit der Ärztin, das von einer App übersetzt wird, da er weder Deutsch noch Englisch spricht. Er trinkt zwei Flaschen Wodka am Tag, dazu ein paar Liter Bier. Und mir kommen sie hier dumm? Waisenknabe. Mehr sage ich nicht.

Thema Blutarmut: Ich bekomme zum ersten Mal im Leben Bluttransfusionen. Fremdes Blut in meinen Adern. Merkwürdige Vorstellung. Wer von Ihnen, liebe Lesende, ist Blutspender und hat B -? Vielleicht sind Sie jetzt Teil der ewigen Literaturlegende Bonetti?

Nach zwei Wochen verlasse ich das Krankenhaus. Folgendes Triptychon bleibt mir in Erinnerung. Links steht ein Mann und pinkelt in seine Urinflasche, rechts sitzt ein Mann auf einem Stuhl mit Loch und presst unter pornomäßigem Stöhnen seinen Darminhalt heraus („Stuhlgang“), in der Mitte über beiden ist der Fernseher, ich habe Kopfhörer auf und hoffe, dass ich hier bald wieder herauskomme.

Leider hat man nach all den Tests nie die Ursache des Ödems finden können, sondern behandelt nur die Symptome. Auch meine Frage, warum nur das rechte Bein betroffen ist, bleibt unbeantwortet. Ich bekomme nach meiner Entlassung noch drei Wochen Bandagen von einem Pflegedienst. Und dann? Sollen Stützstrümpfe helfen. Wir werden sehen.

Schlusspointe: Am Tag meiner Entlassung möchte man mich in eine neue Abteilung verlegen – zur Behandlung meiner Leberzirrhose. Ich lehne ab und lasse mich gegen die Zustimmung der Ärzte aus dem Krankenhaus entlassen. Nach zwei gesunden Wochen gönne ich mir zuhause eine Flasche Wein.

PS: Vor zwei Jahren sollte das Krankenhaus geschlossen werden, dann hat es ein privater Investor (Alexianer) übernommen, daraus eine GmbH gemacht und gnadenlos auf Profit getrimmt. Die alten Mitarbeiter, die übernommen wurden, werden noch nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt, die neuen Mitarbeiter nach dem Haustarif, der deutlich niedriger ist. Hier kommt Profit vor Patient, deswegen immer neue Untersuchungen und Therapien. Man wollte eine CT vom meinem Kopf machen und in den letzten Tagen habe ich auch noch eine Atemtherapie gemacht – wegen meiner Probleme im rechten Unterschenkel.

Yazoo - Situation ( Original Video Clip ) HQ

Dienstag, 6. Oktober 2026

Rise and fucking shine you goddamn sun

 

Blogstuff 1394

In eigener Sache: Ich schlage mich gerade mit einer Thrombose herum. Morgen kommt jemand vom ärztlichen Notdienst, um sich mein rechtes Bein anzuschauen. Daher habe ich im Augenblick wenig Lust zu schreiben. Nachfolgend die Restbestände Blogstuff, die noch auf dem Recnher waren. 

Der perfekte Lebenslauf: Taschengeld – Bafög – Grundsicherung – Armenrente.

Warum wird Bürgersteig nicht gegendert?

Natürlich gab es in Berlin wieder eine Wahlpanne. Alle Parteien verlieren Sitze im Abgeordnetenhaus, nur die AfD gewinnt. Unsere Hauptstadt ist sooo PISA.

Die Linken haben in Thüringen zehn Jahre lang den Ministerpräsidenten gestellt. Mussten die Juden damals Angst haben? Aber jeder Türke muss Angst haben, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten stellt. Aber die Vermieter-Lobby und ihre Partei, die CDU sähen jetzt Hass gegen die Linke. Als ob es um Antisemitismus ginge, lächerlich.

Work-Life-Balance? Spahn ist mein Vorbild.

„Fluchtursachen“: ALDI, IKEA, VW, Frieden, Grundsicherung, Mallorca.

Sie kennen das. Sie brauchen einen Karton und sie haben keinen. Es fehlen bundesweit Millionen Kartons. Wählen Sie deshalb Bonettis Alternative für Dummheit (BAD).

Ich bin ein Kassen-Blogger. Wäre ich ein Privat-Blogger, könnten Sie sich das Lesen gar nicht leisten und sie bekämen erst in drei Monaten einen Termin.

Spahn bekommt ein Kind und soll dich danach um den Haushalt kümmern. Das ist doch ganz normal. Aber der Bevölkerung war es natürlich auch wieder nicht recht.  

„Stein auf Stein“. Ein großartiger Film. Ich habe danach viel über Steine nachgedacht. Sie erscheinen uns so selbstverständlich, aber was wissen wir über sie? Backsteine. Wir leben zwischen Backsteinen. Mein Großvater war Maurer. Ich habe nie über seine Arbeit nachgedacht. Warum kommt das Thema Steine so selten in den Medien vor?

Wer von der Gen Z ist jemals vom Baum gefallen? Wer von uns hatte jemals einen Energy Drink?

 

Freitag, 2. Oktober 2026

Bonetti spricht über seine Vergangenheit

 

Blogstuff 1393

Warum ist niemand gegen Tofu allergisch?

Hausarrest und Fernsehverbot? Da lacht der Teenie.

Ich habe neulich eine englische Profi-Esserin gesehen, Spezialdisziplin Speed-Eating, die 24 Wiener Würstchen in 1:09 min. geschafft hat. Ihr Geheimnis: Sie hat nicht gekaut, sondern die Würstchen runtergeschlungen wie eine Anakonda.

Warum gibt es auf Weinfesten eigentlich Bierbänke?

Im Hunsrück gibt es Dörfer, da haben alle den gleichen Nachnamen und die gleiche Blutgruppe.

1978 habe ich meinen kleinen Bruder in einem Maislabyrinth verloren. Immer, wenn ich Mais sehe, höre ich seine Hilferufe.

Als ich 25 war, habe ich die Nacht in einer Bar verbracht, dann eine Stunde mit AC/DC in Konzertlautstärke in meinem Auto geschlafen, nach dem Aufwachen habe ich eine Gitanes geraucht und bin dann arbeiten gegangen. Kann die Gen Z das auch?

Wir Reichen sind doch auch eine Minderheit, die diskriminiert wird. Was kann ich denn dafür, dass ich geerbt habe?

Ich kann Lieder aus den Achtzigern komplett mitsingen, weiß aber nicht, was ich eigentlich in der Küche wollte. Sicherheitshalber nehme ich ein Bier mit.

Ich kenne immer noch unsere erste Telefonnummer: 06132/2925.

In Berlin gibt es bei Rot-Grün-Rot jetzt Vorgespräche, auf die eventuell Sondierungen folgen und am Ende vielleicht Koalitionsverhandlungen. 1. Herr Ober, ich möchte mit Ihnen über die Existenz einer Speisekarte sprechen. 2. Herr Ober, ich möchte wissen, ob es den Schweinebarten wirklich gibt. 3. Herr Ober, können wir über den Preis verhandeln. Wir werden eine Menge Geduld mitbringen müssen, bevor wir eine neue Regierung bekommen, die alles beim Alten belässt.

Männer haben Instinkt, Frauen haben Intuition. Wo ist der Unterschied?  

Wir sind in unserer Jugend zu wildfremden Leuten ins Auto gestiegen und nannten es „trampen“. Unsere Eltern wussten nie, wo wir waren und wann wir nach Hause kommen würden. Wer am nächsten Morgen zum Frühstück erschien, war offenbar okay.

Ich kann mich noch an das wissende Lächeln erinnern, wenn neue Gäste kamen. Wir saßen mit Dauergrinsen auf dem Sofa und sahen „SpongeBob Schwammkopf“. Natürlich waren wir bekifft. Seit zwanzig Jahren nehme ich keine Drogen mehr und der lustige Kerl ist aus meinem Leben verschwunden. Manchmal vermisse ich Patrick Star.