Blogstuff 1300
Während
die Bundesregierung Steuererhöhungen diskutiert, da die Rekordschulden zum
Begleichen der anfallenden Rechnungen offenbar nicht reichen, wird das Publikum
durch den „Krimi um Timmy“ abgelenkt, einen hässlichen Meeressäuger im
Reihenhausformat, der offenbar zu blöd zum Schwimmen ist und im wieder an einer
Sandbank hängenbleibt. Gib dem Tier einen Namen und du kannst das Mitgefühl des
degenerierten Pöbels aus vollen Fässern zapfen wie Waltran. Ich erspare Ihnen
und mir die Überschrift „Wahlkampf mal ganz anders“ und erzähle lieber von
Timmy, dem Spanferkel, das ich letzten Sommer in meinem Garten auf dem Drehspieß
gegrillt habe. Vor dem Grundstück skandierten die Tierschützer: „Timmy, für
immer in unseren Herzen und Mägen“ und „Alle Spieße stehen still, wenn dein
starker Arm es will“.
Merz
und Klingbeil wollen zwar keine Vermögenssteuer oder höhere Erbschaftssteuer,
aber eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, die selbst Obdachlose und Sozialhilfeempfänger
trifft. Genau mein Humor, liebe „Arbeiterpartei“ SPD.
Andrea
Kimi Antonelli gewinnt den Großen Preis von Japan und wird mit 19 Jahren der
jüngste WM-Führende in der Geschichte der Formel 1. Als Fisichella am 19.3.2006
als letzter Italiener einen Grand Prix gewann, war Antonelli noch gar nicht auf
der Welt. Während der Teenager zum Star in Italien wird, beißt sich die
Scuderia Ferrari in den Arsch, die für viel Geld den 41jährigen Hamilton ins
Team geholt hat, der immer noch sieglos ist.
Donnerstag:
19.436 Klicks. Das waren sicher nicht alles Leser. Höchsten zehn Prozent.
Marschieren hier gerade russische Bots ein – oder sind es die Mullahs, die
dahinterstecken? Freitag: Nur noch 10.561 Klicks. Samstag: Absturz auf 10.017.
Sonntag: 13.658. Hilfe!
Das Wachregiment
„Feliks Dzierzynski“ habe ich zum ersten Mal 1981 an der Neuen Wache gesehen.
Dort stand jeweils ein Soldat links und rechts des Eingangs, die Wachablösung
war ein bekanntes Motiv für Berlin-Touristen. Das Regiment war der bewaffnete
Arm der Stasi, eine Elitetruppe nach Vorbild der sowjetischen Tscheka und
bestand bei der Auflösung am 2.10.1990 aus über 11.000 Soldaten. Sie bewachten
auch die DDR-Politprominenz in Wandlitz usw. Auf einer dreiwöchigen
China-Rundreise 2007 habe ich ein ehemaliges Mitglied kennengelernt, der ein wenig
aus dem Alltag von Honeckers Prätorianergarde erzählt hat. Sie wären bei der
Eroberung West-Berlins ganz vorne mit dabei gewesen, natürlich unterstützt von
der Roten Armee. Aber man ließ sie 1989 in den Kasernen, alles blieb friedlich.
Chaos gab es genug in West-Berlin. Dauerstau auf allen Hauptstraßen und völlig
überfüllte Geschäfte und Kneipen. Zum Glück gab man den Ostdeutschen nur
hundert D-Mark Begrüßungsgeld und nicht tausend, sondern hätte man zur
Versorgung der Bevölkerung eine neue Luftbrücke gebraucht. Wollte die Stasi
damals mit der Maueröffnung West-Berlin destabilisieren?
Hätten
Sie’s gewusst? Charles Hittler, der amtierende Bürgermeister von
Arcis-sur-Aube, wurde wiedergewählt. Vive la France!
