Sonntag, 18. Januar 2026

Ein romantischer Abend

 

Natürlich bekomme ich als Schriftsteller jede Menge Anfragen von Frauen, die mich kennenlernen möchten und die ich altersbedingt nicht mehr abarbeiten kann. Dafür habe ich einen jungen gutaussehnenden Mann gefunden, der mir diese Aufgabe, gegen einen kleinen Obolus seinerseits, abgenommen. Es ist der

Date Bonetti

Samstagabend in der großen Stadt. Der Date Bonetti betritt das Restaurant Defne in Kreuzberg, mit einer roten Rose und einem unwiderstehlichen Lächeln bewaffnet.

Die junge Frau sitzt bereits an ihrem Tisch. Offenbar ist sie gerade erst gekommen, denn sie hat noch kein Getränk bestellt.

„Guten Abend, Sophie. Ich darf dich doch Sophie nennen?“

„Natürlich, Andy.“ Sie sieht ihm lange in die Augen und fährt sich mit der rechten Hand durch ihre langen blonden Haare.

„Ich hoffe, du magst türkische Küche.“

„Ich musste gleich an ‚Liebeskummer in Ankara‘ denken. Deinen wunderbaren Schicksalsroman.“

„Danke. Hier gibt es Imam Bayildi, mein Lieblingsgericht.“

„Das bestelle ich auch.“

„Es ist allerdings vegan“.

Sie strahlt ihn an. Die Nummer zieht immer. Der todsichere Dosenöffner.

„Trinken wir als Aperitif einen Prosecco?“

„Gerne. An was schreibst du gerade?“

„Es ist ein Beziehungsdrama der anderen Art. ‚Der Bartherapeut‘.“

„Wie kommst du auf die Ideen?“

„Es sind die Frauen, die mich inspirieren.“

Der Prosecco kommt, dann das nichtssagende Essen. Zum Glück hat er sich vorher noch eine doppelte Currywurst mit Pommes reingehauen.

Nach dem Dessert, Künefe, bringt der Date Bonetti sie im Taxi nach Hause.

„Kommst du noch auf eine Tasse Kaffee mit rein?“ fragt sie in einem Tonfall, den sie offenbar selbst für verführerisch hält.

Natürlich kommt er mit in ihre Wohnung. „Hübsch hast du’s hier. So gemütlich.“ Er ignoriert den Clown mit der aufgemalten Träne auf dem Sofa und das Miro-Poster über dem Fernseher.

„Ich mache uns schnell Kaffee.“

Als sie mit dem Tablett mit der Flasche Kupferberg Gold und zwei Sektgläsern zurückkommt, räkelt sich der Date Bonetti bereits nackt auf dem Sofa.

„Gütiger Himmel, du hast ja ein Gehänge wie ein Shetland-Pony. Das muss ich morgen auf Insta und TikTok erzählen. Lass uns ein Selfie machen.“

So läuft das Literatur-Business, Leute. Als sie ein paar Stunden später schläft, zieht er sich leise an und verschwindet.

 

Samstag, 17. Januar 2026

Konfuzius am Strand

 

Blogstuff 1265

In Davos trifft sich angeblich die „Weltelite“. Wenn sich die Weltelite dort treffen würde, hätte man mich doch auch eingeladen, oder? ODER?!

Die Vorstellung ist zu Ende. Ich gehe in den leeren Kinosaal, der hell erleuchtet ist. Ich sehe verstreutes Popcorn, leere Bierflaschen und verschmierte Pappschalen mit Nacho-Resten. Der Boden klebt bei jedem Schritt. Ein trostloser Anblick. Das ist Berlin.

Je älter die Menschen werden, umso langsamer bewegen sie sich, obwohl ihre Zeit doch unerbittlich abläuft. Die einzigen, die sich dagegen wehren, sind die siebzigjährigen Porschefahrer.

Dicke Menschen können eine Diät machen, aber was machen dumme Menschen? Vor allem: Wie erkennen sie, dass sie dumm sind?

In der Schule stellen sich die Eltern mit ihren Berufen vor. Ich hatte meine Tochter gewarnt, aber sie bestand auf meinem Auftritt. Ich kam im offenen Bademantel, darunter U-Hose und Shirt, und meinen Plüschhäschenschlappen, in der Hand einen White Russian. „Hallo, ich bin Lisas Vater und ich bin Nonkonformist.“

Bei Bonetti Media gibt es jetzt das 007-Arbeitszeitmodell. Von Mitternacht bis Mitternacht an sieben Tagen in der Woche.

Freitag, neun Uhr morgens. Eine Zahnchirurgin zieht mir zwei Weisheitszähne. Es sind nur vier Stationen mit der U-Bahn nach Hause, aber nach der zweiten bleibt die Bahn im Tunnel stehen und es heißt „Fremdperson im Gleis“. Da fängt der Tag ja gut an.

Trump ist ein lustiger Vogel. Neulich habe ich ein Video von einer Kabinettssitzung im Weißen Haus gesehen. Er steht mittendrin einfach auf und geht ans Fenster, um minutenlang die Anlieferung von Baumaterial für seinen Ballsaal zu beobachten und zu kommentieren. So muss es 1945 im Führerbunker gewesen sein (natürlich ohne Fensterblick). Man ist zusammen mit einem Irren eingeschlossen und muss es bis zum Ende durchhalten.

Fun Facts der BILD-KI zu meiner Generation (X). „Walkman statt Smartphone“. Hatte ich. „Übergang von der Schreibmaschine zum PC“. Stimmt, 1987. Kult-Serien: „Miami Vice“ und „Simpsons“ habe ich gesehen. „Schulterpolster, Vokuhila und Karottenjeans“. Hatte nur letzteres. „Ironie als Lebenshaltung: Sarkasmus ist quasi die zweite Muttersprache.“ Bis heute. Die erste CD, die erste Atari-Spielkonsole (aka Playstation), die erste TK-Pizza. „Generation X gilt als besonders eigenständig und skeptisch gegenüber Autoritäten.“ Auch das kann ich bestätigen.

Der Papst ist Gottes Stellvertreter auf Erden, Gott ist Bonettis Stellvertreter im Himmel.

Ich bin seit zwanzig Jahren Single, aber sicherheitshalber habe ich mit Edding „Mädchen müssen draußen bleiben“ an meine Wohnungstür geschrieben.




Freitag, 16. Januar 2026

Trumps Spiegelkabinett

 

Offenbar haben die deutsche Politik und die deutschen Medien unter dem Stakkato von Trumps Lügen, Drohungen und Forderungen längst den Überblick verloren. Gerade die Medien enttäuschen mich, denn sie haben von Trump nichts zu befürchten. Die Navy Seals werden nicht demnächst den Lerchenberg oder ein paar Hamburger Redaktionshäuser besetzen. Bonetti Media bietet Fakten statt hilfloses Gestammel.

Erstens: Trump behauptet, er benötige Grönland für die nationale Sicherheit. Bullshit. Die USA haben über fünftausend Atomwaffen und könnten bei Bedarf den ganzen Planeten einäschern. Außerdem verfügen sie über den größten Militärapparat der Welt. Niemand kann die USA angreifen, niemand hat mit einem solchen Angriff gedroht. Selbst in den beiden Weltkriegen erreichte kein feindlicher Soldat jemals amerikanischen Boden.

Zweitens: Russen und Chinesen stehen demnach kurz vor der Eroberung Grönlands. Aber Putin ist bekanntlich gerade anderweitig beschäftigt und Xi befasst sich nicht mit einer Insel auf der anderen Seite der Welt, sondern mit einer Insel vor seiner Haustür: Taiwan. Wäre eine Kriegsflotte nebst Truppentransportern auf dem Weg, würden es amerikanische Satelliten bemerken.

Drittens: Grönland ist NATO-Territorium, die USA betreiben dort seit dem Zweiten Weltkrieg eine Militärbasis. Warum sollten Russland, China oder wer auch immer einen Krieg mit der NATO anfangen, der in einem Dritten Weltkrieg enden könnte?

Viertens: Die Rohstoffe. Grönland liegt in der Arktis, d.h. die Rohstoffe sind unter einer bis zu drei Kilometer dicken Eisdecke verborgen. Es heißt nicht umsonst Boden-Schätze. Erst müsste man sich durch das Eis bohren, dann noch kilometertief durch den gefrorenen Boden, um endlich auf Öl zu stoßen. Unter diesen Witterungsbedingungen ein teurer Spaß. In Saudi-Arabien fallen pro gefördertem Barrel Öl z.B. nur 7,50 Dollar Betriebskosten an. Wie hoch wären die Kosten in Grönland? Offenbar zu hoch, sonst hätten sich die großen Ölkonzerne schon um Förderlizenzen beworben. In Afrika graben Kinder die Seltenen Erden mit bloßen Händen aus dem Boden.

Fünftens: China und Russland haben selbst genügend Rohstoffe. Die Eroberung der Insel wäre also auch in ökonomischer Hinsicht nicht notwendig.

Sechstens: Ich höre immer, die Insel sei strategisch unheimlich wichtig. Warum und für wen? Möchte jemand den Nordpol kontrollieren? Schifffahrtsrouten kann man auch ohne die Besetzung Grönlands schützen, sonst könnte man ja mit dem gleichen Argument die halbe Welt erobern.

Siebtens: Warum fahren die Dänen nach Washington, um mit den Amerikanern zu verhandeln? Nein heißt nein. Ende der Durchsage, Ende der Diskussion. Trump sollte sich um eine Audienz beim dänischen König bemühen.

 

Donnerstag, 15. Januar 2026

Die geheimnisvolle Welt der Hülsenfrüchte

 

Blogstuff 1263

„Habe ich je gehofft, man könne mit der Literatur die Menschen erziehen, die Welt verändern? Wer die Literaturgeschichte wenigstens in grobem Umfang kennt, ist für solche Illusionen nicht anfällig. Haben die Tragödien und Historien Shakespeares auch nur einen einzigen Mord verhindert? Hat Lessings " Nathan " den im achtzehnten Jahrhundert ständig wachsenden Antisemitismus eingeschränkt?“ (Marcel Reich-Ranicki)

Es war richtig, der Gastronomie mit der Mehrwertsteuersenkung zu helfen. Erst die zermürbenden Corona-Lockdowns 2020/21, dann der Inflationsschock 2022. Die Gäste haben in dieser Situation nicht das Recht, die Weitergabe der Steuervergünstigung in Form sinkender Preise zu fordern. Die Branche bleibt dennoch in der Krise, weil laufend andere Kosten steigen. Die Krankenkassenbeiträge steigen, die Mieten steigen, die Stromrechnung steigt usw. An den Fixkosten können die Bürger nichts ändern. Wer seine Stromrechnung nicht bezahlt, sitzt bald im Dunkeln. Aber die variablen Kosten kann man beeinflussen. Man geht nicht mehr ins Restaurant, man kocht selbst. Man geht nicht mehr ins Kino, man sieht sich Filme im Fernsehen an. Man geht nicht mehr ins Konzert, man hört eine CD. Man verzichtet auf neue Klamotten und Schuhe, man kauft nur noch bei Aldi ein, man fährt nicht mehr in den Urlaub.  

Aus Holgis Dankbarkeitstagebuch: „Positiv überrascht hat mich heute das Tauwetter. Zum Lächeln gebracht hat mich der Kollege mit einem Trump-Witz. Was ist mir Gutes widerfahren? Es gab Currywurst mit Pommes in der Kantine. Worauf freue mich? Auf das RTL-Dschungelcamp nächste Woche. Was habe ich für andere getan? Ich habe bei Facebook diverse Likes hinterlassen. Es tut gut, immer wieder in diesem Tagebuch zu blättern. Seitdem fühlt sich mein Leben besser an.“

Von einem Regime Chance in Venezuela habe ich noch nichts gemerkt. An den Schaltstellen der Macht sitzen immer noch Maduros Leute, dieselbe korrupte Elite beutet das Land aus und selbst die politischen Gefangenen, die nur wegen ihrer Proteste gegen Maduro in Haft sind, wurden noch nicht freigelassen. Deswegen gab es auch keine Freudentänze in den Straßen von Caracas, als Maduro verhaftet und entführt wurde. Jetzt regiert die Vize-Präsidentin. Wie wird man die Nr. 2 im System Maduro? Nur mit bedingungsloser Gefolgschaft. Für die Menschen in Venezuela ändert sich nichts. Es ist wie mit den Drogenkartellen. Da wird mit großem Tamtam ein Drogenboss in die USA verfrachtet. Und dann? Sitzen die ganzen Gangster des Kartells zuhause auf dem Sofa und denken: „Ach, herrje, jetzt können wir ja gar keine Drogen mehr verkaufen und müssen uns anständige Jobs suchen“? Natürlich nicht. Noch absurder ist Trumps Vorschlag, die Ölförderung in Venezuela zu übernehmen und den Gewinn fifty-fifty zwischen den USA und Venezuela aufzuteilen. Das ist glatter Diebstahl, das Öl gehört zu einhundert Prozent Venezuela. Das ist so, als ob ich Ihr Auto verkaufe und Ihnen dann großzügig die Hälfte vom Erlös gebe. Deal? Wer bekommt die andere Hälfte vom Geld? Das System Maduro, in den Privathaushalten wird davon nichts ankommen. Trump ist Geschäftsmann, kein Wohltäter. Ein Freund der Demokratie ist er auch nicht, wie man in seinem eigenen Land sieht.

A Real Mother For Ya

Mittwoch, 14. Januar 2026

Überwachung ist Fürsorge

 

Blogstuff 1262

„Es gibt keine Freiheit ohne Ordnung. Es gibt keine Ordnung ohne Kontrolle. Es gibt keine Kontrolle ohne Macht. Es gibt keine Macht ohne Gewalt. Es gibt keine Gewalt ohne Waffen. Waffen bedeuten Freiheit.“ (aus einem unveröffentlichten Redeentwurf von Pistorius)

Natürlich könnte man mich als Taugenichts bezeichnen, aber ich bevorzuge den Ausdruck Privatgelehrter.

Hätten Sie’s gewusst? „Ausgekocht“ kommt vom Hebräischen „chochem“ = weise, klug.

Es gibt intelligente Kühlschränke, die automatisch nachbestellen, was man angeblich braucht. Aber es muss auch Dummköpfe geben, die sie kaufen.

„Sabine die Kesse / Hatte kein Interesse“ (Andy Bonetti: Meine Jugend in Zweizeilern).

Große Glaubtierfütterung in der katholischen Kirche. Jeder bekommt eine Oblate in den Mund gesteckt und darf einen Schluck Wein zum Runterspülen trinken.

Wenn Russland es schafft, die alte Sowjetunion in den Grenzen von 1989 wieder herzustellen, machen es die Österreicher mit dem Habsburger Reich genauso? Die Türken mit dem Osmanischen Reich? Was ist mit den deutschen Ostgebieten und Kolonien?

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hat in einem Sonnenstudio eine zweijährige Ausbildung zum Bräunungsassistenten absolviert und ist jetzt Supreme-Coolness-Beauftragter von Bonetti Media.

Andy Bonetti. Der Mann, der den Wildreis gezähmt hat.

409 n.Chr. Der germanische Stamm der Vandalen erreicht während der Völkerwanderung Spanien. Der deutsche Massentourismus beginnt.

Junge Leute machen heutzutage Partys ohne Kartoffel- und Nudelsalat. Wo soll das hinführen?

In diesem Jahr gibt es die dritte Fußball-WM hintereinander in einer Diktatur: 2018 Russland, 2022 Katar, 2026 USA.

Bis zu seinem fünfzigsten Geburtstag hatte er dreitausend Bücher gelesen. In seinem Wohnzimmer standen nicht nur an den Wänden volle Bücherregale, sondern auch dazwischen. Er schlief in einer kleinen Kammer hinter der Küche, in der in früheren Zeiten das Dienstmädchen gehaust haben mochte. Mehr Platz war in der Wohnung nicht. Er las und schrieb am Küchentisch. Dann las er bis zu seinem achtzigsten Geburtstag alle Bücher noch einmal. Jedes Mal, wenn er ein Buch ausgelesen hatte, warf er es in den Papiermüll. Schließlich war das Wohnzimmer leer. Er ließ alle Regale entfernen und stellte ein riesiges Bett hinein, in dem er schließlich starb.

Dienstag, 13. Januar 2026

The Quest – Jagd nach der Büroklammer des Schicksals

 

Blogstuff 1261

„Ich scheiß größere Haufen als du.“ (Trump am Telefon zu Merz)

2026. That escalated quickly. Venezuela, Iran, Grönland. Geht es in diesem Tempo weiter?

Wird ein Vampir eigentlich drogenabhängig, wenn er einen Meth-Junkie beißt?

Meiner Meinung nach stammen alle Höhlenmalereien von kleinen Kindern.

„Ihr könnt mich alle mal“ (Fragment aus dem Nachlass, 14 Seiten, 2057 erschienen)

Sport habe ich zuletzt vor zwanzig Jahren gemacht. Fußball auf dem Kinderbolzplatz. Bevor wir losgegangen sind, hat sich jeder noch eine Line Speed reingezogen und dann sind wir auf dem Platz gerannt wie die Hasen. Als ich mir während des Spiels ans Herz gefasst habe, dachte ich mir nur: Hol ich gleich einen Notarztwagen oder warte ich, bis der erste von uns umfällt? Mir ist die Pumpe gegangen wie einem Kolibri.

Herrlich, wenn am Nachbartisch zwei Rentnerinnen über eine andere Rentnerin lästern, die gerade das Lokal verlassen hat. „Da ist schon in frühester Kindheit was schiefgelaufen.“

2026 gibt es in diesem Blog einen Woketober. Da geht es einen Monat lang nur um Menstruationstassen, Urschreitherapie, Gartensterben in Usbekistan, eskimogerechte Sprache und vegane Rezepte.

Jedes Jahr sterben tausende Menschen im Straßenverkehr, allein in Deutschland. Aber jeder einzelne Verkehrstote bei Schnee und Eis wird in den Nachrichten erwähnt. Merkwürdige Medienwelt. Nicht die Kälte ist unsere größte Bedrohung, sondern die Hitze.

Ich bin gerne in Buchhandlungen. Die schönste Buchhandlung, in der ich je gewesen bin, ist in der Altstadt von Dinkelsbühl. Ich war vor zehn Jahren dort, sie hat zwei Stockwerke. Das obere Stockwerk ist ein großer heller Raum mit tausenden Büchern und ein paar bequemen Lesesesseln. Ich war eine Stunde dort und habe dann zwei oder drei Bücher ausgewählt, die ich gekauft habe. Wie es sich gehört, war der Buchhändler ein alter Mann mit Brille, der vermutlich mehr über Bücher wusste als jeder andere Mensch. Was ich nicht mag, sind Buchhandlungen, die bereits hinter der Eingangstür mit Angeboten wie „Tausend legale Steuertricks“ oder Ratgebern aufwarten, wie man „das Glück“ findet. Wer auf der Suche nach dem Glück solche Bücher liest, hat schon verloren. Das ist seelenloser Mist, billig und schnell zusammengeschmiert. Solche Bücher fallen nicht in die Kategorie „Literatur“. Ich hatte mal ein Buch in der Hand, in dem ein Volkswirt über die Liebe geschrieben hat. Es war voller Tabellen und mathematischer Formeln, wie man angeblich den richtigen Partner fürs Leben findet. Der Autor hatte offenbar nichts begriffen und ist vermutlich nie selbst verliebt gewesen.




 

Montag, 12. Januar 2026

Preise auf der Reise

 

Blogstuff 1260

Die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin Machado will ihren Preis an Trump weitergeben. Jetzt ist es endgültig: Ich lebe in einer Simulation. Das kann alles nicht wahr sein. Zum Glück hat das Nobelpreiskomitee in Oslo klargestellt, dass Preisträger zwar die Medaille, aber nicht den Preis weitergeben können. In der Liste der Friedensnobelpreisträger wird Trump also nie auftauchen – höchstens innerhalb seines US-Königreichs, in dem es auch einen Golf von Amerika gibt. Bekommt Bonetti jetzt auch einen Literaturnobelpreis geschenkt?

Warum muss ich bei Blitzeis immer an Adolf Hitler denken?

Ich habe nie verstanden, warum sie diesen zwergwüchsigen Langweiler geheiratet hat. Es war, als würde sie mit einem leeren Blatt Papier zusammenleben.

Ranking der gefährlichsten Städte Europas. Marseille auf Platz 1 vor Birmingham und Coventry. Gefährlichste Stadt Deutschlands: Bremen (Platz 40) vor Hannover (49) und Berlin (53).

Sechs Uhr morgens und man kann die Hand nicht vor Augen sehen. Als ich das Licht anmache, geht’s.

Ich arbeite in einer Fischfabrik in Dingolfing. Wir haben uns auf Jahrgangskonserven mit Sardinen konzentriert. Ich lege jeweils sechs Sardinen in eine Büchse, schiebe die Büchse in einen Apparat und drücke einen Knopf. Dann hat die Dose einen schicken Deckel mit Angabe des Jahrgangs. Der Chef schaut immer im Internet nach, für welche Jahrgänge und welche Hersteller am meisten bezahlt wird. Das wird dann auf den Deckel gedruckt. Die ganzen neureichen Proleten aus den Großstädten schmecken den Unterschied doch sowieso nicht. Die größten Idioten legen sogar eine Konservensammlung an. Manchmal haben wir keine Sardinen mehr, dann nehmen wir Fischstäbchen, denen wir Augen aufmalen. (wird nicht fortgesetzt)

Ein endloser Raum voller kleiner Kaffeehaustischen aus Marmor, die Wände und die Decke sind nicht zu sehen. Ich sitze mit einer Frau an einem der Tische, wir sind die einzigen Gäste. Wir schweigen und schicken uns WhatsApp-Nachrichten.

Nach Tschernobyl 1986 beschloss die SPD, aus der Atomenergie auszusteigen. Nach Fukushima 2011 beschloss die CDU, aus der Atomenergie auszusteigen. Manchmal braucht man etwas länger. 2023 hatten wir es dann geschafft, aber Leute wie Söder träumen immer noch von neuen Atomkraftwerken. Zum Glück haben die Energiekonzerne kein Interesse an teuren Abenteuern.

Kalauer der Woche: Warum bietet McDonald’s in England keinen McBeth an? Dann kann ich den anderen miesen Witz ja auch noch gleich raushauen, um endlich den allerletzten Leser zu vergraulen. Schwedens Beitrag zur diesjährigen Berlinale: Edward mit den Schärenhänden.



An was erinnert Sie diese Winterimpression?