Dienstag, 20. Januar 2026

Trash Adventure

 

Es ist der neueste Trend in der Berliner Sterne-Gastronomie und Tim Raue hat es als Erster umgesetzt: „Trash Adventure“. Die Berliner High Society liebt es, man muss vier Wochen auf einen Tisch warten. Das „Renate“ liegt in einem Hinterhof der Turmstraße in Moabit, in den sich nach Einbruch der Dunkelheit nur hartgesottene Berufsverbrecher und lebensmüde Fentanyl-Junkies trauen würden.

Ich betrete das Restaurant mit einer Gefühlsmischung aus Angst, Neugier und Wagemut. Der Lärm einer italienischen Fußballübertragung im Fernseher in der Ecke empfängt mich. Ich sehe mich im Raum um und sehe an verschiedenen Tischen einen Grimme-Preisträger, einen ehemaligen Hertha-Profi und den bayrischen Ministerpräsidenten in seiner üblichen Eingeborenenjacke.

Der Oberkellner sieht mich und ruft einem jungen Mann in kurzen Hosen und Metallica-Shirt zu: „Luigi, isse neue Gaste anne die Türe.“

Der Kellner kommt und deutet auf den Tisch neben dem Eingang, der sich als Alptraum erweist. Jedes Mal, wenn an diesem Abend die Tür geöffnet wird, trifft mich ein Schwall eiskalter Luft.

Zehn Minuten später kommt Luigi mit einem Blechbesteck und einer Rolle Küchenpapier zurück, die er auf den Tisch stellt. Servietten scheint es keine zu geben. Er wirft eine laminierte Speisekarte auf die rot-weiß-karierte Plastiktischdecke und geht wieder.

Als er wiederkommt, frage ich nach der Weinkarte.

„Habe Vino di casa bianco und rosso. Wasse du wolle habe?”

„Dann nehme ich den Weißwein. Um welche Rebsorte handelt es sich?“

„Stehte nicht aufe die Packung.“

Zehn Minuten später kommt er mit einem Ikea-Wasserglas und einem Tetrapak Wein zurück. „Wolle riesche anne die Schraubverschluss?“

„Nein, danke. Ich habe mir die Abendkarte angeschaut. Schön, dass auch Bilder neben den Speisen sind. Was ist denn die Spezialität des Hauses?“

„Isse alles sehr speziell.“

„Und was empfiehlt der Küchenchef?“

„Nix. Der gehe woanders esse.“

„Dann nehme ich die Tagliatellis Renate. Wird das nicht ‚Tagliatelle‘ geschrieben?“

„Biste due die Italiener oder isch?“

Er öffnet die Schwingtür zur Küche und ruft: „Einmal Pasta mit alles füre die dicke Mann anne die Türe.“

Dreißig Minuten später stellt er mir ein Körbchen mit einer durchgeschnittenen Scheibe Aldi-Graubrot und einen Teller Nudeln auf den Tisch. Es schmeckt wie zuhause – wenn ich ein Fertiggericht in der Mikrowelle aufwärme.

Zum Nachtisch esse ich noch ein Orangeneis am Stiel. Ich finde, 120 Euro sind für diesen schönen Abend nicht zu viel verlangt.

 

Montag, 19. Januar 2026

Feuer – Rad - Laubbläser


Blogstuff 1266

„1943 überreichte der norwegische Schriftsteller Knut Hamsun dem von ihm bewunderten Joseph Goebbels, Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, das seine: ‚Ich kenne niemanden, der sich so unermüdlich für die Sache Europas und der Menschenrechte eingesetzt hat wie Sie, Herr Reichsminister.‘“ (Martin Sonneborn)

Ich bin so alt, ich habe die Golden Girls auf dem rechten Oberarm tätowiert.

Schade, dass rückgratlose Opportunisten Europa regieren. Hätte ansonsten vielleicht noch was aus dem Kontinent werden können.

Immer diese Crossover-Gerichte: „Grünkohl nach nordindischer Bauernart mit frischem Ingwer“. Was soll das?

Was macht eigentlich Wimbledon-Wegner?

Der neueste Bullshit aus der Union: Merz will, dass die Leute nicht mehr so oft krank werden. Und jetzt? Wenn ich zum Arzt gehen möchte, muss ich mir das nicht im Kanzleramt genehmigen lassen. Hat der Mann überhaupt Medizin studiert? Söder will sechs Bundesländer abschaffen. In München ist wieder mal der Wahnsinn ausgebrochen. Die Bevölkerung eines Bundeslands muss der eigenen Abschaffung im Rahmen eines Volksentscheids zustimmen. Das wird nicht passieren. 1996 hatten die Brandenburger auch keinen Bock, mit Berlin fusioniert zu werden. In den Siebzigern gab es die Idee eines Nordstaats. Aus Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ein einziges Bundesland machen und damit drei Landesregierungen und Verwaltungen einsparen. Als ob die freien Hansestädte ihre jahrhundertealte Autonomie aufgegeben hätten.

Und natürlich kommt zum gefühlt tausendsten Mal die CDU-Forderung, ARD und ZDF zusammenzulegen. Zum Glück haben wir aktuell ja keine anderen Probleme.

Post von der BARMER. Die Schweinepriester erhöhen meinen Krankenkassenbeitrag um fünfzehn Euro im Monat. Dafür gehe ich einfach einmal öfter zum Arzt. Nimm das, Fritze!

Die Rallye Paris-Dakar kommt dieses Jahr auch durch Wichtelbach.

Eines Tages gelten Demokratien als links.

Wenn man für den Sicherheitsdienst des Kanzleramts arbeitet, braucht man nicht nur eine langjährige Ausbildung, sondern auch untrügliche Instinkte. Als der weiße Van mit der Aufschrift „Sie suchen Maler, wir sind Streicher“ vor dem Eingang hielt, wurde ich misstrauisch. Vier Männer mit dunklen Anzügen und Sonnenbrillen stiegen aus. Sie trugen verdächtige Koffer in der Hand. Ich eröffnete sofort das Feuer. Hätte ich wissen können, dass es ein Streichquartett aus Rostock war?

Der Uhr ist die Zeit egal.

Sonntag, 18. Januar 2026

Ein romantischer Abend

 

Natürlich bekomme ich als Schriftsteller jede Menge Anfragen von Frauen, die mich kennenlernen möchten und die ich altersbedingt nicht mehr abarbeiten kann. Dafür habe ich einen jungen gutaussehnenden Mann gefunden, der mir diese Aufgabe, gegen einen kleinen Obolus seinerseits, abgenommen. Es ist der

Date Bonetti

Samstagabend in der großen Stadt. Der Date Bonetti betritt das Restaurant Defne in Kreuzberg, mit einer roten Rose und einem unwiderstehlichen Lächeln bewaffnet.

Die junge Frau sitzt bereits an ihrem Tisch. Offenbar ist sie gerade erst gekommen, denn sie hat noch kein Getränk bestellt.

„Guten Abend, Sophie. Ich darf dich doch Sophie nennen?“

„Natürlich, Andy.“ Sie sieht ihm lange in die Augen und fährt sich mit der rechten Hand durch ihre langen blonden Haare.

„Ich hoffe, du magst türkische Küche.“

„Ich musste gleich an ‚Liebeskummer in Ankara‘ denken. Deinen wunderbaren Schicksalsroman.“

„Danke. Hier gibt es Imam Bayildi, mein Lieblingsgericht.“

„Das bestelle ich auch.“

„Es ist allerdings vegan“.

Sie strahlt ihn an. Die Nummer zieht immer. Der todsichere Dosenöffner.

„Trinken wir als Aperitif einen Prosecco?“

„Gerne. An was schreibst du gerade?“

„Es ist ein Beziehungsdrama der anderen Art. ‚Der Bartherapeut‘.“

„Wie kommst du auf die Ideen?“

„Es sind die Frauen, die mich inspirieren.“

Der Prosecco kommt, dann das nichtssagende Essen. Zum Glück hat er sich vorher noch eine doppelte Currywurst mit Pommes reingehauen.

Nach dem Dessert, Künefe, bringt der Date Bonetti sie im Taxi nach Hause.

„Kommst du noch auf eine Tasse Kaffee mit rein?“ fragt sie in einem Tonfall, den sie offenbar selbst für verführerisch hält.

Natürlich kommt er mit in ihre Wohnung. „Hübsch hast du’s hier. So gemütlich.“ Er ignoriert den Clown mit der aufgemalten Träne auf dem Sofa und das Miro-Poster über dem Fernseher.

„Ich mache uns schnell Kaffee.“

Als sie mit dem Tablett mit der Flasche Kupferberg Gold und zwei Sektgläsern zurückkommt, räkelt sich der Date Bonetti bereits nackt auf dem Sofa.

„Gütiger Himmel, du hast ja ein Gehänge wie ein Shetland-Pony. Das muss ich morgen auf Insta und TikTok erzählen. Lass uns ein Selfie machen.“

So läuft das Literatur-Business, Leute. Als sie ein paar Stunden später schläft, zieht er sich leise an und verschwindet.

 

Samstag, 17. Januar 2026

Konfuzius am Strand

 

Blogstuff 1265

In Davos trifft sich angeblich die „Weltelite“. Wenn sich die Weltelite dort treffen würde, hätte man mich doch auch eingeladen, oder? ODER?!

Die Vorstellung ist zu Ende. Ich gehe in den leeren Kinosaal, der hell erleuchtet ist. Ich sehe verstreutes Popcorn, leere Bierflaschen und verschmierte Pappschalen mit Nacho-Resten. Der Boden klebt bei jedem Schritt. Ein trostloser Anblick. Das ist Berlin.

Je älter die Menschen werden, umso langsamer bewegen sie sich, obwohl ihre Zeit doch unerbittlich abläuft. Die einzigen, die sich dagegen wehren, sind die siebzigjährigen Porschefahrer.

Dicke Menschen können eine Diät machen, aber was machen dumme Menschen? Vor allem: Wie erkennen sie, dass sie dumm sind?

In der Schule stellen sich die Eltern mit ihren Berufen vor. Ich hatte meine Tochter gewarnt, aber sie bestand auf meinem Auftritt. Ich kam im offenen Bademantel, darunter U-Hose und Shirt, und meinen Plüschhäschenschlappen, in der Hand einen White Russian. „Hallo, ich bin Lisas Vater und ich bin Nonkonformist.“

Bei Bonetti Media gibt es jetzt das 007-Arbeitszeitmodell. Von Mitternacht bis Mitternacht an sieben Tagen in der Woche.

Freitag, neun Uhr morgens. Eine Zahnchirurgin zieht mir zwei Weisheitszähne. Es sind nur vier Stationen mit der U-Bahn nach Hause, aber nach der zweiten bleibt die Bahn im Tunnel stehen und es heißt „Fremdperson im Gleis“. Da fängt der Tag ja gut an.

Trump ist ein lustiger Vogel. Neulich habe ich ein Video von einer Kabinettssitzung im Weißen Haus gesehen. Er steht mittendrin einfach auf und geht ans Fenster, um minutenlang die Anlieferung von Baumaterial für seinen Ballsaal zu beobachten und zu kommentieren. So muss es 1945 im Führerbunker gewesen sein (natürlich ohne Fensterblick). Man ist zusammen mit einem Irren eingeschlossen und muss es bis zum Ende durchhalten.

Fun Facts der BILD-KI zu meiner Generation (X). „Walkman statt Smartphone“. Hatte ich. „Übergang von der Schreibmaschine zum PC“. Stimmt, 1987. Kult-Serien: „Miami Vice“ und „Simpsons“ habe ich gesehen. „Schulterpolster, Vokuhila und Karottenjeans“. Hatte nur letzteres. „Ironie als Lebenshaltung: Sarkasmus ist quasi die zweite Muttersprache.“ Bis heute. Die erste CD, die erste Atari-Spielkonsole (aka Playstation), die erste TK-Pizza. „Generation X gilt als besonders eigenständig und skeptisch gegenüber Autoritäten.“ Auch das kann ich bestätigen.

Der Papst ist Gottes Stellvertreter auf Erden, Gott ist Bonettis Stellvertreter im Himmel.

Ich bin seit zwanzig Jahren Single, aber sicherheitshalber habe ich mit Edding „Mädchen müssen draußen bleiben“ an meine Wohnungstür geschrieben.




Freitag, 16. Januar 2026

Trumps Spiegelkabinett

 

Offenbar haben die deutsche Politik und die deutschen Medien unter dem Stakkato von Trumps Lügen, Drohungen und Forderungen längst den Überblick verloren. Gerade die Medien enttäuschen mich, denn sie haben von Trump nichts zu befürchten. Die Navy Seals werden nicht demnächst den Lerchenberg oder ein paar Hamburger Redaktionshäuser besetzen. Bonetti Media bietet Fakten statt hilfloses Gestammel.

Erstens: Trump behauptet, er benötige Grönland für die nationale Sicherheit. Bullshit. Die USA haben über fünftausend Atomwaffen und könnten bei Bedarf den ganzen Planeten einäschern. Außerdem verfügen sie über den größten Militärapparat der Welt. Niemand kann die USA angreifen, niemand hat mit einem solchen Angriff gedroht. Selbst in den beiden Weltkriegen erreichte kein feindlicher Soldat jemals amerikanischen Boden.

Zweitens: Russen und Chinesen stehen demnach kurz vor der Eroberung Grönlands. Aber Putin ist bekanntlich gerade anderweitig beschäftigt und Xi befasst sich nicht mit einer Insel auf der anderen Seite der Welt, sondern mit einer Insel vor seiner Haustür: Taiwan. Wäre eine Kriegsflotte nebst Truppentransportern auf dem Weg, würden es amerikanische Satelliten bemerken.

Drittens: Grönland ist NATO-Territorium, die USA betreiben dort seit dem Zweiten Weltkrieg eine Militärbasis. Warum sollten Russland, China oder wer auch immer einen Krieg mit der NATO anfangen, der in einem Dritten Weltkrieg enden könnte?

Viertens: Die Rohstoffe. Grönland liegt in der Arktis, d.h. die Rohstoffe sind unter einer bis zu drei Kilometer dicken Eisdecke verborgen. Es heißt nicht umsonst Boden-Schätze. Erst müsste man sich durch das Eis bohren, dann noch kilometertief durch den gefrorenen Boden, um endlich auf Öl zu stoßen. Unter diesen Witterungsbedingungen ein teurer Spaß. In Saudi-Arabien fallen pro gefördertem Barrel Öl z.B. nur 7,50 Dollar Betriebskosten an. Wie hoch wären die Kosten in Grönland? Offenbar zu hoch, sonst hätten sich die großen Ölkonzerne schon um Förderlizenzen beworben. In Afrika graben Kinder die Seltenen Erden mit bloßen Händen aus dem Boden.

Fünftens: China und Russland haben selbst genügend Rohstoffe. Die Eroberung der Insel wäre also auch in ökonomischer Hinsicht nicht notwendig.

Sechstens: Ich höre immer, die Insel sei strategisch unheimlich wichtig. Warum und für wen? Möchte jemand den Nordpol kontrollieren? Schifffahrtsrouten kann man auch ohne die Besetzung Grönlands schützen, sonst könnte man ja mit dem gleichen Argument die halbe Welt erobern.

Siebtens: Warum fahren die Dänen nach Washington, um mit den Amerikanern zu verhandeln? Nein heißt nein. Ende der Durchsage, Ende der Diskussion. Trump sollte sich um eine Audienz beim dänischen König bemühen.

 

Donnerstag, 15. Januar 2026

Die geheimnisvolle Welt der Hülsenfrüchte

 

Blogstuff 1263

„Habe ich je gehofft, man könne mit der Literatur die Menschen erziehen, die Welt verändern? Wer die Literaturgeschichte wenigstens in grobem Umfang kennt, ist für solche Illusionen nicht anfällig. Haben die Tragödien und Historien Shakespeares auch nur einen einzigen Mord verhindert? Hat Lessings " Nathan " den im achtzehnten Jahrhundert ständig wachsenden Antisemitismus eingeschränkt?“ (Marcel Reich-Ranicki)

Es war richtig, der Gastronomie mit der Mehrwertsteuersenkung zu helfen. Erst die zermürbenden Corona-Lockdowns 2020/21, dann der Inflationsschock 2022. Die Gäste haben in dieser Situation nicht das Recht, die Weitergabe der Steuervergünstigung in Form sinkender Preise zu fordern. Die Branche bleibt dennoch in der Krise, weil laufend andere Kosten steigen. Die Krankenkassenbeiträge steigen, die Mieten steigen, die Stromrechnung steigt usw. An den Fixkosten können die Bürger nichts ändern. Wer seine Stromrechnung nicht bezahlt, sitzt bald im Dunkeln. Aber die variablen Kosten kann man beeinflussen. Man geht nicht mehr ins Restaurant, man kocht selbst. Man geht nicht mehr ins Kino, man sieht sich Filme im Fernsehen an. Man geht nicht mehr ins Konzert, man hört eine CD. Man verzichtet auf neue Klamotten und Schuhe, man kauft nur noch bei Aldi ein, man fährt nicht mehr in den Urlaub.  

Aus Holgis Dankbarkeitstagebuch: „Positiv überrascht hat mich heute das Tauwetter. Zum Lächeln gebracht hat mich der Kollege mit einem Trump-Witz. Was ist mir Gutes widerfahren? Es gab Currywurst mit Pommes in der Kantine. Worauf freue mich? Auf das RTL-Dschungelcamp nächste Woche. Was habe ich für andere getan? Ich habe bei Facebook diverse Likes hinterlassen. Es tut gut, immer wieder in diesem Tagebuch zu blättern. Seitdem fühlt sich mein Leben besser an.“

Von einem Regime Chance in Venezuela habe ich noch nichts gemerkt. An den Schaltstellen der Macht sitzen immer noch Maduros Leute, dieselbe korrupte Elite beutet das Land aus und selbst die politischen Gefangenen, die nur wegen ihrer Proteste gegen Maduro in Haft sind, wurden noch nicht freigelassen. Deswegen gab es auch keine Freudentänze in den Straßen von Caracas, als Maduro verhaftet und entführt wurde. Jetzt regiert die Vize-Präsidentin. Wie wird man die Nr. 2 im System Maduro? Nur mit bedingungsloser Gefolgschaft. Für die Menschen in Venezuela ändert sich nichts. Es ist wie mit den Drogenkartellen. Da wird mit großem Tamtam ein Drogenboss in die USA verfrachtet. Und dann? Sitzen die ganzen Gangster des Kartells zuhause auf dem Sofa und denken: „Ach, herrje, jetzt können wir ja gar keine Drogen mehr verkaufen und müssen uns anständige Jobs suchen“? Natürlich nicht. Noch absurder ist Trumps Vorschlag, die Ölförderung in Venezuela zu übernehmen und den Gewinn fifty-fifty zwischen den USA und Venezuela aufzuteilen. Das ist glatter Diebstahl, das Öl gehört zu einhundert Prozent Venezuela. Das ist so, als ob ich Ihr Auto verkaufe und Ihnen dann großzügig die Hälfte vom Erlös gebe. Deal? Wer bekommt die andere Hälfte vom Geld? Das System Maduro, in den Privathaushalten wird davon nichts ankommen. Trump ist Geschäftsmann, kein Wohltäter. Ein Freund der Demokratie ist er auch nicht, wie man in seinem eigenen Land sieht.

A Real Mother For Ya

Mittwoch, 14. Januar 2026

Überwachung ist Fürsorge

 

Blogstuff 1262

„Es gibt keine Freiheit ohne Ordnung. Es gibt keine Ordnung ohne Kontrolle. Es gibt keine Kontrolle ohne Macht. Es gibt keine Macht ohne Gewalt. Es gibt keine Gewalt ohne Waffen. Waffen bedeuten Freiheit.“ (aus einem unveröffentlichten Redeentwurf von Pistorius)

Natürlich könnte man mich als Taugenichts bezeichnen, aber ich bevorzuge den Ausdruck Privatgelehrter.

Hätten Sie’s gewusst? „Ausgekocht“ kommt vom Hebräischen „chochem“ = weise, klug.

Es gibt intelligente Kühlschränke, die automatisch nachbestellen, was man angeblich braucht. Aber es muss auch Dummköpfe geben, die sie kaufen.

„Sabine die Kesse / Hatte kein Interesse“ (Andy Bonetti: Meine Jugend in Zweizeilern).

Große Glaubtierfütterung in der katholischen Kirche. Jeder bekommt eine Oblate in den Mund gesteckt und darf einen Schluck Wein zum Runterspülen trinken.

Wenn Russland es schafft, die alte Sowjetunion in den Grenzen von 1989 wieder herzustellen, machen es die Österreicher mit dem Habsburger Reich genauso? Die Türken mit dem Osmanischen Reich? Was ist mit den deutschen Ostgebieten und Kolonien?

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hat in einem Sonnenstudio eine zweijährige Ausbildung zum Bräunungsassistenten absolviert und ist jetzt Supreme-Coolness-Beauftragter von Bonetti Media.

Andy Bonetti. Der Mann, der den Wildreis gezähmt hat.

409 n.Chr. Der germanische Stamm der Vandalen erreicht während der Völkerwanderung Spanien. Der deutsche Massentourismus beginnt.

Junge Leute machen heutzutage Partys ohne Kartoffel- und Nudelsalat. Wo soll das hinführen?

In diesem Jahr gibt es die dritte Fußball-WM hintereinander in einer Diktatur: 2018 Russland, 2022 Katar, 2026 USA.

Bis zu seinem fünfzigsten Geburtstag hatte er dreitausend Bücher gelesen. In seinem Wohnzimmer standen nicht nur an den Wänden volle Bücherregale, sondern auch dazwischen. Er schlief in einer kleinen Kammer hinter der Küche, in der in früheren Zeiten das Dienstmädchen gehaust haben mochte. Mehr Platz war in der Wohnung nicht. Er las und schrieb am Küchentisch. Dann las er bis zu seinem achtzigsten Geburtstag alle Bücher noch einmal. Jedes Mal, wenn er ein Buch ausgelesen hatte, warf er es in den Papiermüll. Schließlich war das Wohnzimmer leer. Er ließ alle Regale entfernen und stellte ein riesiges Bett hinein, in dem er schließlich starb.