Dienstag, 8. September 2026

Das Preisausschreiben

 

Er hätte es wissen müssen. Nur der Mond schien auf die Wellen und sein Smoking hatte sich voll Wasser gesogen. In einiger Entfernung glitzerten die Lichter am Ufer. Mühsam paddelte er weiter und widerstand dem Drang, die schweren Sachen einfach auszuziehen. Es würde ohnehin eine Odyssee voller Peinlichkeiten werden, bis er wieder zu Hause war.

Alles hatte gestern Vormittag begonnen, als ein „singendes Telegramm“ vor seiner Haustür stand. Johann hatte die junge Dame, die eine rote Pagenuniform trug, ins Empfangszimmer gebeten und ihn gerufen. Dann hatte sie ihren Text gesungen: „Mister Bonetti, wir laden Sie ein, wir laden Sie ein, unser Gast zu sein. Auf unserem Schiff, da gibt es ein Essen, und dieses Essen wird keiner vergessen. Morgen um acht, da geht es los, all you can eat, ist das nicht famos?“ Dazu überreichte sie ihm einen kostbaren Umschlag aus handgeschöpftem Papier, das in Thailand aus der Rinde des Maulbeerbaums hergestellt wird. Darin lag eine Einladung, die auf feinstes Seidenpapier aus dem Himalaya gedruckt war. Bonetti hatte ein luxuriöses Abendessen auf dem chinesischen Restaurantschiff „Shangdang“ gewonnen, das im Hafen von Bad Nauheim lag. Komisch, hatte er noch gedacht, ich habe doch an gar keinem Preisausschreiben teilgenommen.

Gut gelaunt und hungrig hatte er sich am nächsten Tag von seinem Kammerdiener ankleiden lassen und sein Chauffeur hatte ihn an das Restaurantschiff gebracht. Die Tische des Restaurants waren mit exotischen Blumen geschmückt, Bonetti setzte sich und sah sich um. An jedem Tisch saßen Menschen, die offenbar die gleiche Einladung erhalten hatten und die sie den Kellnern entgegenhielten. Zu Beginn wurden Dim Sum in einem Bambuskörbchen gereicht, die mit Meeresfrüchten und Gemüse gefüllt waren. Dann kamen ein brodelnder Feuertopf mit verschiedenen Fleischsorten, Pilzen, Blattgemüse und Glasnudeln auf den Tisch. Währenddessen begann das Schiff zu vibrieren. Offenbar hatte man die Motoren angelassen und verließ den Hafen zu einer nächtlichen Rundfahrt. Nach dem Feuertopf wurde Peking-Ente serviert, die kleingeschnittenen knusprigen Hautstücke wurden in hauchdünne Pfannkuchen gewickelt, zum zarten Fleisch gab es diverse Soßen. Die abschließende Suppe und den Quallensalat ließ er aus.

Nach dem Digestif, Bonetti hatte einen 1999er Pflaumenwein Shanghaier Südhang gewählt, kam ein asiatisch aussehender Herr in einem schwarzen Anzug an seinen Tisch. Er hatte ein fast faltenfreies Gesicht, aber unglaublich alte Augen mit fürchterlichen Tränensäcken. Sein Haar war glatt zurück gekämmt und wirkte wie schwarz lackiert. Die dünnen Lippen unter seinem schmalen Schnurrbart kräuselten sich zu einem schwachen Lächeln.

„Würden Sie mir bitte folgen, Mister Bonetti. Wir schreiten nun zur Verleihung des Hauptpreises.“

Bonetti folgte ihm in ein Hinterzimmer, das von einem langen Mahagonitresen mit etlichen leeren Barhockern fast vollständig ausgefüllt war. Auf der Theke standen eine Flasche Veuve Clicquot in einem Eiskübel nebst zwei Champagnerschalen aus Kristallglas.

„Champagner!“ rief Bonetti erfreut aus. „Lassen Sie mich das machen.“ Er setzte sich an die Bar.

Der Mann wirkte für einen kurzen Augenblick irritiert. Dann lächelte er und nickte Bonetti zu. „Ich habe lange auf diesen Augenblick gewartet, Mister Bonetti. Unser Volk wartet seit über einhundert Jahren auf diesen Augenblick. China hat, wie die ganze Welt außerhalb Europas, schrecklich unter dem Imperialismus gelitten. Ihr habt uns viele Dinge gestohlen, deren Wert ihr noch nicht einmal ahnen könnt. Aber Europa wurde das Opfer seiner eigenen Gier: Als die Imperialisten die ganze Welt unter sich aufgeteilt hatten, fuhren sie sich wie Kannibalen gegenseitig an die Kehle und zerfleischten sich in zwei mörderischen Weltkriegen, um im Anschluss sämtliche Kolonien wieder zu verlieren.“

„Woher rührt eigentlich der Irrglaube, der Westen sei fortgeschrittener oder der Osten hole auf? Osten und Westen waren schon immer gleich gut, gleich blöd und auf gleiche Weise oberflächlich dem materiellen Erfolg verpflichtet.“ Bonetti lächelte.

Der Chinese lächelte nicht, er zog eine Pistole aus der Innentasche seines Jacketts.

Bonetti hatte die Champagnerflasche schon in der Hand, jetzt ließ er sie langsam sinken. „Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?“

„Sie kommen sehr schnell auf den wesentlichen Punkt, das gefällt mir. Man nennt mich Longwang, das bedeutet Drachenkönig. Und ich möchte die Formel, Mister Bonetti.“ Seine Stimme klang jetzt kalt und hart.

„Welche Formel?“ fragte Bonetti.

„Spielen Sie keine Spielchen. Sie sind ganz allein auf diesem Schiff. Ich habe alle anderen für diesen Abend engagiert.“

„Daran bin ich gewöhnt, ich bin Einzelkind.“ Bonetti versuchte, Zeit zu gewinnen. Natürlich ging es um die tibetanische Pergamentrolle, auf der die Formel für ein lebensverlängerndes Elixier stand.

Longwang grinste. „Eins ist die Zahl des Himmels.“ Er entsicherte die Waffe. „Es gibt ein altes chinesisches Sprichwort, Mister Bonetti: Im Auge des Tigers ist kein Platz für die Ameise.“

„Der weise Mann hütet sich in der Jugend vor der Fleischeslust, in den mittleren Jahren vor der Streitsucht und im Alter vor der Habgier. Auch ein altes chinesisches Sprichwort“, antwortete Bonetti.

„Donnerwetter, was Sie alles wissen!“

„Ich staune selbst immer wieder.“

„Genug geplaudert, Mister Bonetti. Die Formel, bitte.“

„Das Unendliche ist ein Quadrat ohne Ecken, wie es im Daodejing heißt.“ Und mit diesen Worten ließ Bonetti den Champagnerkorken knallen.

Er traf Longwang mitten ins Gesicht, ein Schuss löste sich aus dessen Waffe und traf den Kronleuchter, der krachend zu Boden stürzte. Bonetti schleuderte die Flasche auf den Chinesen und rannte zum anderen Ende der Bar. Er nutzte diesen kurzen Moment der Verwirrung, um ein Fenster zu öffnen und in die dunklen Fluten zu springen. In den alten Schriften über die nördliche Qi-Dynastie heißt es, man solle im Falle einer Niederlage lieber als zerschlagenes Juwel denn als unversehrter Dachziegel enden.

 

Sonntag, 6. September 2026

Ich will ein Rind von dir

 

Blogstuff 1381

„Wenn ma früher von der Arbeed heemkomm is unn im Schlofzimmer war die Heizung an, hasche genau gewisst was uff dich zukommt.“ (de Becker Heinz / Dudenhöfer)

Gehören Schwaben eigentlich zu den invasiven Arten?

Berlin hat Kältebusse für Obdachlose. Warum keine Hitzebusse?

Ich bin Kassenpatient. Als mir ein Panda, den ich durch den Zaun streicheln wollte, im Zoo den linken Unterarm abgebissen hat, bekam ich eine Prothese, an deren Ende eine Schaufel ist. Das Job-Center hat mir einen Job als Hilfsarbeiter auf einer Baustelle vermittelt.

Die Putin-Fanboys behaupten plötzlich, Russland wolle nur den Donbass erobern und nicht die gesamte Ukraine. Deswegen schickten die Russen bei Kriegsbeginn 2022 auch als Erstes Truppen, die Kiew erobern sollten. Ihr seid sooo süß, ihr Hasen!

Wieso eigentlich „Arschgeige“?

Auf der Erdnussdose von Ültje steht jetzt „Proteinquelle“. Protein ist der neue heiße Scheiß.

Ich bin Akademiker. Ich trinke Wein nur aus einem Erlenmeyerkolben.

Viele Jahre habe ich gesegelt. In einem „Optimist“ habe ich es gelernt, am Ende war es ein „470er“, ein Sportboot, das richtig Spaß macht. Sobald man ein Segelboot betritt, ändert sich die Sprache. Rechts heißt jetzt Steuerbord, hinten heißt achtern, bei größeren Booten heißt die Küche Kombüse usw. Es ist faszinierend, wenn man nach einem einzigen Schritt eine andere Sprache spricht. Plötzlich ist man Steuermann oder Smutje, alle duzen sich, selbst wenn jemand Professor ist, kannst du ihn an die Fock schicken wie einen Kellner.

Am Anfang des Faschismus steht die Neudefinition der Sprache. Aus der psychiatrischen Klinik wird das Heim für hoffnungslose Sabberladen.

Klarsichthüllenjupp.

Bald gibt es wieder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Fernsehen. Insgesamt wird der Film 19-mal ausgestrahlt.

Kimi Antonelli startet von Platz 19 bei seinem Heim-Grand Prix in Monza. Er wurde strafversetzt, weil er einen neuen Motor gebraucht hat und das Kontingent für die Saison schon aufgebraucht war. Er gewinnt das Rennen. Ich weiß gar nicht, wann ich so eine Sensation zuletzt gesehen habe.

PS: Heute ist der 6. September und ich habe in diesem Monat schon 114.000 Klicks. Google dreht durch. Das kann nicht wahr sein. 

 Biko

Samstag, 5. September 2026

Die Bundesregierung – räudig oder gottlos?


Blogstuff 1380

Sie trinken gerne Bier und waren noch nie in Wichtelbach? Dann empfehle ich das Bierdosenmuseum in der Naheweinstraße 3. Leider gibt es keine Kneipe und keinen Supermarkt im Dorf, aber schon drei Kilometer weiter in Stromberg gibt es Bier vom Fass.

Hit des Jahres: Wapukasa (Wackelpuddingkartoffelsalat). Rezept im Kommentarbereich.

Ich habe nur eine Nacht im Leben in einer Gefängniszelle verbracht. Das war 1993 in West-Texas. Wir hatten uns eines Verbrechens schuldig gemacht, das es nur in den USA gibt. Wir hatten eine Flasche Whisky ohne Bottle Bag auf der Rückbank unseres Autos liegen. Die Handschellen klickten und wir wurden auf die Polizeiwache von Lamesa gefahren. Die alte Geschichte: Fingerabdrücke, die drei Fotos (Blick in die Kamera, Profil von links und rechts) und ein halbstündiges Verhör. Meine Freundin trug nur ein Hippie-Kleid, das sie in der Height Street in San Francisco gekauft hatte. Keine Unterwäsche, keine Schuhe. Dazu ein extremer Kurzhaarschnitt in Feuerwehrrot. Mein Look: Kategorie Dorfpunk. Wir sahen aus wie Bonnie und Clyde auf Drogen. Am nächsten Tag ging es über die staubige Hauptstraße zum Gericht. Hände mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt, links und rechts ein Texas-Bulle in schwarzer Uniform und mit Sonnenbrille. Die Strafe: 75 Dollar pro Nase für „Public Intoxication“. Man hatte uns nach Mitternacht auf einer einsamen Landstraße verhaftet, aber ich habe sicherheitshalber meinen Mund gehalten. Als wir zum Auto zurückkamen, bemerkten wir, dass es die Bullen über Nacht komplett auseinandergenommen hatten, inklusive Innenverkleidung der Türen. Ein paar Kleinteile fehlten an unserem Mietwagen. Offenbar hatten sie nach Drogen gesucht.

Vielleicht hilft es den ÖRR-Hassern unter den Nazis, wenn man die ARD in AfD umbenennt?

Die Amerikaner haben 1876 in der verlorenen Schlacht gegen die Indianer am Little Bighorn 268 Mann verloren und reden noch heute davon. Über solche albernen Petitessen würde man in Europa kein Wort verlieren.

„Liegelastentandem“ (Jan van Weyde).

Wie werden wir die Nazis los? Wir erzählen den Chinesen, dass die Hoden von AfD-Politikern potenzfördernd sind.

Wenn man Gremlins nach Mitternacht füttert, werden sie zu Monstern. Das ist natürlich eine Anspielung auf den Übergang von der Kindheit zur Pubertät.

Hätten die Weißen nicht zwölf Millionen Schwarze als Sklaven für ihre Baumwollfelder nach Amerika geholt, wäre die traurige Blues-Musik nicht entstanden. Natürlich auch nicht der Jazz, Rhythm & Blues, Funk, Disco, Rap und Hip-Hop. Nach Bach, Mozart und Beethoven sind die Weißen auch die Väter der modernen Musik.

LINGER – The Cranberries 1993

Die verborgene Schönheit der Asymmetrie

 

Blogstuff 1379

Die AfD will ein Deutschland, wie es früher einmal war. Gerne. Denn früher gab es keine AfD.

Slang – Deutsch: „Wankerchief“ ist der Anführer einer Gruppe von Idioten, der lauter, selbstbewusster und weniger qualifiziert als die anderen ist.

1953: Der Italiener Alberto Ascari kommt als WM-Führender nach Monza. 73 Jahre vergehen. 2026: Kimi Antonelli kommt als WM-Führender nach Monza.

Was man in Star Wars nicht sieht: die Kantine des Todessterns und die Praktikanten.

Echte Deutsche essen Knoppers nur Punkt halb zehn.

Seit einer Woche konzentriere ich mich bei meinen abendlichen Meditationen im KGS-Zentrum (Kampfbund Glaubersalz) auf das Thema Stuhlgang. Trotzdem: nichts. Elvis ist an Verstopfung gestorben (Morbus Hirschsprung) – und zwar auf der Toilettenschüssel, als er mal wieder vergeblich gedrückt hatte. Kein Witz. Ein Körper, angefüllt mit Scheiße. Dieser Heldentod ist nur den ganz Großen vorbehalten.

Das Leben gibt dir Scheiße und du machst Cola draus. Oder wie war das Sprichwort? Irgendwas mit Zitronen? Is aber ooch ejal.

„Wie würden Sie sich selbst beschreiben?“ – „Ich habe keine Ahnung, wer ich bin.“

Sie war atemberaubend schön und beugte sich an der Tankstelle zu meinem offenen Fenster hinunter. „Ich will zur Pole-Dance-Weltmeisterschaft nach Saarbrücken. Können Sie mich ein Stück mitnehmen?“ – „Tut mir leid, aber ich nehme grundsätzlich keine Tramper mit.“ Ende der Geschichte.

Wir haben damals ein Lied im Radio gehört, das uns gefallen hat. Also sind wir in den Plattenladen gelatscht, haben die Vinyl-Single gekauft, sind wieder nach Hause gelatscht und haben die Single auf den Plattenteller gelegt. Heute klickt man das Lied einfach an. Kein Wunder, dass die jungen Leute nicht mehr nach draußen gehen.

Der Labubu-Underground hat sich offenbar auf das Stromnetz fixiert. Unsere Handys und Computer laufen aber auch ohne Strom noch stundenlang weiter. Bis dahin ist die Energieversorgung wieder hergestellt. Eure Vorfahren hätten sich gefragt, wie eigentlich der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall heißt.

Wie viele andere Deutsche halte ich nichts von Diplomatie. Kurz, klar und sofort zur Sache kommen. Ich habe mal ein Standortgutachten über Frankfurt geschrieben. Schon auf der ersten Seite stand: „Nach Frankfurt kommt man nur, um zu arbeiten, nicht um zu leben.“ Der Chef der Wirtschaftsförderung, der das Gutachten in Auftrag gegeben hatte, redete nie wieder mit mir.  

MANICURE I WANNA BE FREE

Freitag, 4. September 2026

Kanzlerdämmerung

 

Blogstuff 1378

In jedem Monsterfilm wird die Infanterie eingesetzt. Hundert Soldaten mit Gewehren, die natürlich keine Chance gegen Godzilla, King Kong und Co. haben. So kann man den Film in die Länge ziehen. Aber jeder Zuschauer, der logisch denken kann, fragt sich, warum man nicht einfach eine fette Rakete auf das Monster schießt. Dann hat man nur noch Dino-Matsch und fertig ist die Laube. Oder wenigstens Artillerie und Panzer. Die können aus großer Entfernung beeindruckende Löcher in das Viehzeug schießen. Aber dann ist der Film natürlich nach fünf Minuten vorbei.

Slang – Deutsch: „Booyacasha“ bedeutet Freude oder Stolz.

Der Wels oder der japanische Riesensalamander wachsen ihr Leben lang. Wie wäre das beim Menschen? Wir hätten fünf Meter große Rentner, vor denen jeder Angst haben würde.

Ich habe sicher schon ein paar hundertmal bei einem Lieferservice bestellt, vielleicht auch schon tausendmal. Aber das ist der absolute Rekord. Ich bestelle bei Rewe in der Brunnenstraße in Mitte. Sie müssen also bis zu mir nach Wilmersdorf fahren. Zehn Minuten später ist der Fahrer vor meiner Wohnungstür. Wie machen die das?

Wer erinnert sich? „Hör auf zu telefonieren, ich muss ins Internet.“

So bringst du deinem Kind bei, wie Deutschland funktioniert. Du sagst, es bekommt zehn Euro, wenn es den Rasen mäht. Wenn es fertig ist, gibst du ihm fünf Euro und erklärst ihm, die anderen fünf Euro seien für Steuern und Sozialabgaben. Schließlich muss ja auch der Rasenmäher und seine Rente in 55 Jahren finanziert werden. Sein reicher Schulfreund hat derweil zehn Euro Dividenden auf seine Aktien bekommen, die ihm der Papa steuerfrei geschenkt hat.

Hätten Sie’s gewusst? Die letzte Einheit der deutschen Wehrmacht kapitulierte erst am 4. September 1945, vier Monate nach dem Ende des Dritten Reichs. Unternehmen Haudegen war eine Wetterstation auf Spitzbergen, die Daten an die Kriegsmarine und die Luftwaffe lieferte. Die elf Soldaten wurden von der Wehrmacht schlicht vergessen. Kälte, Eisbären, Polarnacht. Es muss trostlos gewesen sein. Ein norwegisches Robbenfangschiff holte die Männer schließlich ab. Der deutsche Kommandeur und der Kapitän kannten sich und so wurde das Ende des Unternehmens bei deftigem Essen und viel Schnaps gefeiert. Eine Kapitulationsurkunde wurde der Form halber auch noch unterschrieben.  

Als in Großbritannien die Demokratie eingeführt wurde, durften nur die Land- und Immobilienbesitzer wählen. Das waren etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung. So erhält man den Status Quo. Die meisten Menschen unterschätzen den Wert einer eigenen Immobilie. Ich hatte das Glück, nie Miete bezahlen zu müssen. Wäre ich mit zwanzig ausgezogen und hätte vierzig Jahre lang (ich bin sechzig) tausend Euro im Monat bezahlt, wären das 480.000 Euro, die einfach weg gewesen wären.   

Bush - Swallowed

 

Donnerstag, 3. September 2026

Berliner Schnauze mit Merz

 

Blogstuff 1377

„Aber ich bin ein Ekel
Ich bin ein Spinner
Was zum Teufel mach ich hier?
Ich gehör' hier nicht her“

(Radiohead: Creep, Übersetzung)

Bei der Bundestagswahl 2025 hatte die CDSU 28,5 Prozent und die AfD 20,8 Prozent. Eineinhalb Jahre später haben sich die Verhältnisse umgekehrt: Die AfD ist mit 29 Prozent die stärkste Partei Deutschland, die Union ist bei 20 Prozent. Merz hatte nichts Besseres zu tun, als die Bevölkerung zu beschimpfen und hochnäsig zu verachten. Stichworte: Lifestyle-Teilzeit, zu viele Krankheitstage, zu faul, Rente nach 45 Beitragsjahren gekillt, unbezahlte Mehrarbeit. Vielleicht haben auch die Altparteien die Rechtsextremisten mit schlechter Politik und Herablassung gegenüber den Bürgern stark gemacht?

Wenn Sie von einer Frau den Satz hören „Wir müssen an unserer Beziehung arbeiten“, sollten bei Ihnen sämtliche Alarmglocken klingeln.

Hätten Sie’s gewusst? Almandudler wurde von einem Türken erfunden.

Meine Großeltern erlebten die Weltwirtschaftskrise und den Zweiten Weltkrieg. Aber auch die heutige Jugend steht vor großen Herausforderungen: Laktoseintoleranz und Nussallergie.

Wenn jetzt der Russe kommt, würden sie an Dobrindt scheitern. Sie bekämen einfach keine Einreisegenehmigung. Wer trotzdem über die grüne Grenze kommt, scheitert an den vielen Ampeln, die 24/7 auf Rot geschaltet sind.

Ich mag Leute nicht, die mit ihren Fremdsprachenkenntnissen angeben. Natürlich sind es immer mehrere. Ich kann Deutsch, die Sprache, die Jesus gesprochen hat. Das reicht mir.

Das Dritte Reich begann nicht mit einem Weltkrieg. Es begann mit Hitlers Motto „Make Germany Great Again“.

Hätten Sie’s gewusst? Der neue japanische Hochgeschwindigkeitszug heißt Shiatsu.

Das wird ein spannender Wahlsonntag. Alles hängt an den Grünen, wer hätte das gedacht. Nach der aktuellen Umfrage liegen sie bei fünf Prozent. Kommen sie in den Landtag, haben die Nicht-AfD-Parteien zusammen 46 Prozent, die AfD 43 Prozent. Landen die Grünen bei vier Prozent, reichen der AfD die 43 Prozent zur absoluten Mehrheit der Sitze, die anderen hätten 41 Prozent. Es hängt also alles an den Yogamattenopfern.

Radiohead - Creep

 

Dienstag, 1. September 2026

Can’t get you out of my hat

 

Blogstuff 1376

Zuckersteuer auf Getränke, aber nicht auf Schokolade und Kekse. Genau mein Humor.

Wie nennt man eine Veganer-Demo? Tofu-Auflauf. Million laughters.

Der Bodensee wird jetzt in Bonetti-See umbenannt.

Erstes Bundesligaspiel von Elversberg (13.000 Einwohner) und sie gewinnen gleich gegen Leverkusen. Einfach nur geil.

Was nervt: die ganzen Spekulationen vor der Wahl in SA. Niemand kennt jetzt schon das genaue Ergebnis, Alter. Für deine Vermutungen und zwei Euro kannst du dir eine Tüte Chips kaufen, Holgi.

Maxi Gstettenbauer hat mal bei einem seiner Auftritte gesagt, Batmans größte Superkraft sei sein Reichtum. Da ist was dran. Ich möchte nicht wissen, was so ein Batmobil kostet.

Wenn ich mal ein Pflegefall werde, mache ich einen Banküberfall und nehme Geiseln.  Knast kostet mich nix, die Kosten für das Pflegeheim kann ich mir nicht leisten.

Ein Trinklied aus London („To Anacreon in Heaven”) ist die Melodie der US-Nationalhymne. Nur der Text wurde geändert.

Ein Hackerangriff auf die Unternehmenszentrale von Bonetti Media scheiterte kläglich. Jetzt macht es sich bezahlt, dass bei Bonetti noch mit Windows XP und Faxgerät gearbeitet wird.

Im August erschienen nur 13 Blogposts, aber ich hatte 113.000 Klicks. Rekord für dieses Jahr. Verstehe ich nicht. Man bekommt doch Zweifel an den Daten von Google.

Ob jemand ein Denunziant oder ein Informant ist – alles eine Frage der Perspektive.

Kennen Sie Bonetticus Maximus? Er unterwarf 17. n.Chr. die Saarländer. Ein Ruhmesblatt der römischen Geschichte.

Früher bin ich gelegentlich mit einem Schulfreund, der als freier Mitarbeiter in der ZDF-Verwaltung immerhin einen Halbtagsjob ergattert hatte, nach Franken gefahren, des guten Bieres wegen. Bei einem Mittagessen hielt er mir mal einen Vortrag, dass die Europäer den Völkern dieser Welt Kultur und Zivilisation gebracht hätten. Sie haben also nur Gutes getan und er führte Alexander von Humboldt als Beweis an, der schließlich nur Schmetterlinge gefangen habe. Nun kenne ich mich als promovierter Politikwissenschaftler in der Materie etwas besser aus als ein Magister der Philosophie. Ich habe ihm also Begriffe wie Kolonialismus, Ausbeutung, Völkermord und Imperialismus erklärt. Allein bei der Eroberung Amerikas starben etwa einhundert Millionen Einheimische. Er war beleidigt und hat den Rest des Tages nicht mehr mit mir gesprochen.

Erinnern Sie sich noch an meinen Text über Hannes Blech? Hier noch eine schöne Anekdote zu seiner Arroganz und zu seinem Größenwahn. Er hat mir mal erzählt, er würde ein besseres Leben führen als der CEO von Boehringer. Er hat das wirklich ernst gemeint. Beide leben übrigens in Ingelheim. Don Blech in einer 30qm-Butze unterm Dach, der CEO in einer Villa mit Dienstpersonal.