Linksterroristen haben mit einem
Anschlag fünfzigtausend Haushalte lahmgelegt, die größtenteils nicht nur ohne Strom,
sondern auch ohne Heizung sind. Am Samstagmorgen um sechs Uhr gingen im
Südwesten Berlins die Lichter aus.
Die Terroristen dieser Welt, ob
Linke, Rechte, Islamisten oder wer auch immer, machen jedes Mal den gleichen
Fehler. Sie glauben, ihre Anschläge würden die Gesellschaft verändern. Das ist
falsch. Die Menschen werden auch nach den Anschlägen so leben, wie sie es
wollen – und nicht, wie die Terroristen es wollen. Sie lassen sich nicht den
Willen von größenwahnsinnigen Gewalttätern aufzwingen.
Es heißt, am Donnerstag sei die
Stromversorgung wieder hergestellt. Was machen die Menschen bis zu diesem Tag?
Manche verharren tapfer in ihren Wohnungen, Hausbesitzer haben sich Generatoren
besorgt, die in Berlin inzwischen fast ausverkauft sind. Andere sind zu Freunden
und Verwandten gefahren. In der Not rückt man zusammen. Menschen werden zu
Flüchtlingshelfern, die nie damit gerechnet haben. Gästezimmer, Sofa, Schlafsack,
Isomatte – und außerhalb des Katastrophengebiets kann man ja immer noch in den
Supermarkt oder ins Restaurant gehen. Montagmorgen geht’s zur Arbeit. Notfalls nimmt man sich ein Hotelzimmer.
Es heißt immer, unter dem dünnen
Firniss der Zivilisation gäbe es nur Gewalt und Chaos. Aber es gibt auch
Widerstandsgeist, Überlebenswillen und Solidarität. Berlin beweist es in diesen
Tagen.