Mittwoch, 30. April 2014

Hexennacht

Heute Nacht ist Hexennacht. Früher ist die Dorfjugend in den Wald gefahren und hat einen Maibaum gefällt. Dieser Baum wurde dann an der Kreuzung vor der Dorfkneipe mitten in Schweppenhausen aufgestellt. In jedem Dorf stand ein Maibaum und es war Teil des Spaßes, die Maibäume in anderen Dörfern wieder umzuwerfen. Also musste der Maibaum die ganze Nacht – unter Zuhilfenahme geistiger Getränke – bewacht werden. Damit es nicht zu langweilig wurde, waren die jungen Leute auch die ganze Nacht unterwegs, um zu „hexen“. Gartentüren, Blumenkübel, Briefkästen und andere bewegliche Güter wurden von den Grundstücken der Dorfbewohner geholt und auf den Dorfplatz an den Maibaum getragen. Am nächsten Tag traf man sich dort, um seine Sachen wieder abzuholen und dabei Anekdoten über seine eigenen Jugendstreiche auszutauschen. Vor der Hexennacht mussten also alle beweglichen Güter gesichert werden. Mein Vater hatte damals unseren Briefkasten, der an einem Pfosten befestigt war, hinter unser Haus getragen. Am nächsten Tag kamen um die Mittagszeit etliche Autos in unsere Straße, die wir dort noch nie zuvor gesehen hatten. Es wurden immer mehr. Leute stiegen aus und starrten unser Haus an. Irgendwann stand die ganze Straße voll und vor unserem Haus stand eine riesige Meute, die wild diskutierte. Wir betrachteten das ganze Schauspiel durch das Küchenfenster und waren ratlos. Was wollten die vielen Leute denn von uns? Irgendwann traute sich mein Vater vor die Tür und sprach die Menge an. Es stellte sich heraus, das eine Fuchsjagd veranstaltet wurde und eine Frage an die Teilnehmer lautete: Welches Symbol ist auf dem Briefkasten vor dem Haus mit der Nummer 15? Mein Vater sagte: Ein Posthorn. Und schon rannten alle zu ihren Fahrzeugen und eine Minute später war der Spuk vorbei. Dieses Brauchtum ist leider erloschen.

Leidenschaft, Teil 7

Bleibt als letzte Leidenschaft noch Film und Fernsehen. Es ist eine wahre Kunst, aus der Flut von Jauche einige Perlen herauszufischen. Fangen wir mit dem Film an. „The Big Lebowski“ ist die naturgetreue Verfilmung meines Lebens. David Lynch und Stanley Kubrick möchte ich als Regisseure hervorheben. Auch das Werk von Akira Kurosawa hat mir manche schöne Stunde bereitet, vor allem “Yojimbo, der Leibwächter“ und die Macbeth-Adaption „Das Schloss im Spinnwebwald“. Lachen kann ich beispielsweise über „Die nackte Kanone“, den einzigen Film, in den wir zweimal hintereinander gehen mussten. Beim zweiten Mal lachten wir immer schon vor den Pointen, weil wir ja wussten, was nun kommen würde. Wir waren natürlich die einzigen im Saal, die zeitversetzt lachten. Irgendwann lachte das ganze Kino mit uns, weil die Zuschauer ahnten, dass gleich ein Kracher kommen würde. Im Fernsehen fand ich immer Loriot, Polt und Monty Python witzig. Weinen kann ich beispielsweise über „Die letzten Glühwürmchen“, einen pazifistischen Zeichentrickfilm, über den ich in diesem Blog ausführlich am 27. Juli 2013 geschrieben habe. Bester Film mit politischer Aussage: „Fight Club“. Beste Zukunftsvisionen: „Blade Runner“ und „Zardoz“. Bester Dokumentarfilm: „Senna“. Größte schauspielerische Leistung: Robert de Niro in „Taxi Driver“.
Fernsehserien, denen ich gewogen bin, sind „Family Guy“, „Sons of Anarchy“ und „Here Comes Honey Boo Boo“. Letztere läuft leider nicht im deutschen Fernsehen. Es geht um das unfassbare Grauen, das eine amerikanische White Trash-Familie aus den Südstaaten durch ihre bloße Existenz darstellt. Man kann einfach nicht wegschauen, es ist wie bei einem schweren Verkehrsunfall. Die übergewichtige Frau, der hirntote Mann und die zur Hoffnungslosigkeit verdammten vier Kinder. Beispiel: Bei den „Redneck Games“ müssen Frauen in möglichst kurzer Zeit mit ihrem Mund möglichst viele abgehackte, rohe Schweinsfüße aus einem Wasserbecken hinaus befördern. So würdelos und komplett kulturfrei ist noch nicht mal das Leben in Weißrussland oder Somalia. Zu deutschen Filmen und Fernsehproduktionen möchte ich mich gar nicht äußern. Loriot und Gerhard Polt, na gut. Warum gibt es eigentlich den Grimme-Preis? Verdient hat ihn keiner.
Die Musik kommt heute von Tom Waits: „Downtown Train“. http://www.youtube.com/watch?v=hZhW76LAnTY

Dienstag, 29. April 2014

Leidenschaft, Teil 6

Ich bin gerne unterwegs. Ob auf Reisen in fernen Ländern oder auf Wanderschaft in der näheren Umgebung. Manchmal packt dich das Fernweh und nach einer Weile hast du dann Heimweh. Ich genieße dieses Wechselspiel der Gefühle. Ein Tag im Wald mit guten Freunden ist ein gelungener Tag. Besonders schön ist es im Oberengadin, am Silser See und im Fextal. Oder im winzigen Bilderbuchdorf Soglio kurz vor der italienischen Grenze. Die Luft ist unglaublich gut und der Himmel strahlend blau. Hier kann man in einer einzigen Herbstwoche sämtliche Jahreszeiten erleben, es schneit ein paar Stunden und schon bist du in einer völlig neuen Landschaft. In abgelegenen Gasthöfen und Berghütten kehren wir zu Brotzeit oder Rösti ein. Aber nicht nur in der Schweiz lässt es sich aushalten. Das Morgenbachtal im Binger Wald kann genauso bezaubernd sein wie die White Mountains in Neuengland. Am 1. Mai fahre ich in die Fränkische Schweiz zwischen Bamberg und Bayreuth. Reden und Wandern, Essen und Trinken. Auf Reisen braucht man weder Fernsehen, Internet oder Handy.
Diese Welt ist voller schöner Orte. Die endlosen einsamen Strände von Bahia, wo du nur gelegentlich mal einen Fischer triffst. Die mächtigen Sequoias in Kalifornien, deren Rinde so weich ist wie das Fell eines Tieres. Der nächtliche Blick aus dem Panoramafenster eines Appartements im 35. Stock auf die Wolkenkratzerkulisse Tokios. Die Prager Altstadt. Die freundliche Neugier der Kinder in afrikanischen Dörfern, wo wir einen Entwicklungshelfer besucht haben, oder im Supermarkt einer chinesischen Provinzstadt, wo die Kleinen stolz ihr Schulenglisch an mir erprobt haben. Überhaupt ist die Gastfreundschaft manchmal verblüffend. In einem sympathischen Küstenkaff namens Cambria hat uns mal ein Kellner nach einem späten Frühstück kurz vor Zwölf – er hatte Schichtende – mit zu sich nach Hause genommen, wo er uns sein kleines Tonstudio und seine eigenen Kreationen vorführte. Am Abend zuvor hatte ich den Autoschlüssel unseres Mietwagens abgebrochen, als ich versucht habe, mit ihm eine Flasche Wein zu öffnen. Zunächst mussten wir also an diesem Morgen einen Schlüsselmacher auftreiben. Ein anderes Mal stand eine ältere Dame im Restaurant vom Nachbartisch auf, begrüßte uns ganz herzlich in ihrem Land und fragte, ob sie etwas für uns tun könne.
Ich erinnere mich an die Tauchergruppe, die wir an der Steilküste der walisischen Insel Anglesey getroffen haben. Wir standen mit einer kühlen Dose Guinness auf der Wiese und schauten auf die Irische See, als der erste Mann im Taucheranzug über die Felskante kletterte. Langsam machte ich ein paar Schritte nach vorne und schaute auf das Meer hinunter. Zwei Dutzend Menschen schwammen dort unten, einige kletterten gerade die Felsen hinauf und sammelten sich alsbald in unserer Nähe. Es war wie im Film. James Bond nix dagegen. Und dann kam auch noch eine wunderschöne Frau, die Tauchermaske in der Hand (Flossen und Sauerstofftank lagen bereits auf dem Gras), zu uns herüber und gab mit der ausgesuchten Höflichkeit vornehmer Briten ihrer Hoffnung Ausdruck, uns auch um Gottes Willen nicht gestört zu haben. Ich schüttelte nur mit einem verlegenen Lächeln den Kopf. Mich stört nichts. Höchstens, dass mir kein intelligenter Satz einfällt, wenn ich auf die Schnelle mal einen brauche. Ich bin auf einer Reise und staune.
Es ist vor allem dort schön, wo die Ikonen der westlichen Konsumwelt fern sind. Aber die grauen Herren von der Zeit-Spar-Kasse fressen sich durch jedes Land. Flughäfen und Innenstädte sind die Brückenköpfe der Kommerzialisierung. Selbst in einem lamaistischen Kloster im Wutai Shan-Gebirge trugen die jungen Mönche Turnschuhe und amerikanische Schirmmützen, sie benutzten Handys und anderes Kleingerät. Ein Mönch sprach mich mit den Worten „Hello, money!“ an und streckte seine Hand aus. Eine solche Begegnung ist für beide Seiten kein Kompliment. Von all diesen Reisen habe ich weder Bilder noch Souvenirs mitgebracht, aber viele Erinnerungen und Notizbücher voller kleiner Geschichten.
P.S.: Das passende Musikstück ist eine Hommage an eine der wunderbarsten Städte der Welt: Barcelona. Queen und Montserrat Caballé. http://www.youtube.com/watch?v=ZDGubnE3Fus

Montag, 28. April 2014

Leidenschaft, Teil 5

„Nur nicht überschätzen, was ich geschrieben habe, damit mache ich mir das zu Schreibende unerreichbar.“ (Kafka: Tagebücher)
Bücher sind vielleicht meine größte Leidenschaft. Das liegt vermutlich daran, dass ich selbst schreibe. Ich lese fast jeden Tag mehrere Stunden. Es fing in meiner Kindheit mit Enid Blyton und Jules Verne an - und in meiner Jugend traf ich auf ihn: Franz Kafka. Die Klarheit der Sprache, die Würde des Romanpersonals, die Subtilität des Humors und die Vielschichtigkeit der Geschichten faszinieren und beschäftigen mich bis heute. Seine Romane und Erzählungen lese ich immer wieder, aber auch die Briefe und Tagebücher sind wunderbar. Legendär ist sein Tagebucheintrag vom 2. August 1914: „Deutschland hat Russland den Krieg erklärt. Nachmittag Schwimmschule.“ Dieser Mensch hat eine Million Liebesbriefe geschrieben, aber kaum eine Zeile über die Jahrhundertkatastrophe des Weltkriegs, in der er sich befand. Reiner Stach ist Kafkas Biograph, bisher liegen zwei absolut lesenswerte Bände vor, der dritte und abschließende erscheint im Herbst diesen Jahres. Ein Freund von mir hat seinen Hund darauf dressiert, immer dann zu bellen, wenn Kafka zitiert wird. Wie der Hund das macht, weiß ich auch nicht.
Okay, das war nur erdichtet. Über Bücher könnte ich endlos schreiben, daher fasse ich mich kurz. Deutschsprachige Autoren, die mich ebenfalls seit Jahrzehnten begeistern: Robert Musil aus Deutschland, Thomas Bernhard aus Österreich und Robert Walser aus der Schweiz. Das einzige lesenswerte Buch in deutscher Sprache, das im 21. Jahrhundert geschrieben wurde, ist „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf. Unter den lebenden Autoren dieser Welt möchte ich Haruki Murakami hervorheben. Seine Sprache ist auch nach der Übersetzung ins Deutsche noch sehr klar und schön. Zitat: "Sie verwendete in etwa so viel Zeit und Sorgfalt auf das Bestreichen der Toastscheibe, wie wahrscheinlich seinerzeit Rembrandt auf das Malen einer Gewandfalte." Die Romane laden zu vielfältigen Interpretationen ein, und es lohnt sich, sie nach einigen Jahren noch einmal zu lesen. Sein Opus Magnum ist „1Q84“, eine Liebesgeschichte. 1600 Seiten in drei Bänden und erst etwa auf Seite 1500 begegnen sich die beiden Hauptdarsteller, eine männermordende Rächerin (Auftraggeber: Frauenhaus) und ein Schriftsteller, in einem Paralleluniversum. Aber für das Lesen muss man ohnehin Langmut, Ruhe und natürlich viel Zeit besitzen. Ein gutes Buch schickt dich auf eine Reise durch Zeit und Raum. Das beste Kino ist der eigene Kopf.
“Regelmäßig schreiben! Sich nicht aufgeben! Wenn auch keine Erlösung kommt, so will ich doch jeden Augenblick ihrer würdig sein.“ (Kafka: Tagebücher)
Musik: Frankie Valli and the Four Seasons: Can’t take my eyes off you. http://www.youtube.com/watch?v=LcJm1pOswfM

Sonntag, 27. April 2014

Leidenschaft, Teil 4

Zu den großen Menschheitsfragen gehört: Was wollen wir trinken? Und nachdem wir diese Frage wahrheitsgemäß mit „Bier“ beantwortet haben, stellt sich uns die nächste große Menschheitsfrage: Was ist das beste Bier der Welt? Darüber kann man nächtelang diskutieren, im Streit auseinander gehen, sich wieder über den Gläsern versöhnen und weiterdiskutieren. Oder man weiß es ganz einfach. Das beste Bier der Welt kommt aus Franken. Sorry, Rest der Welt! Ihr hattet eure Chance. Obwohl tschechische Biere wirklich nah dran sind.
Aber natürlich ist nicht jedes fränkische Bier zu empfehlen. Das wäre ja auch viel zu einfach. Es fallen natürlich sämtliche großen Brauereien weg – Industriebier von der Stange. Es fällt natürlich auch ganz grundsätzlich Flaschenbier unter den Tisch. Tut mir leid, einsame Trinker von Regalware aus dem örtlichen Supermarkt. Bier aus der Flasche ist nur ein Notbehelf. Außerdem mach alleine trinken dumm, wie der rheinhessische Volksmund weiß. Selbstverständlich muss das Bier frisch gezapft und alsdann zügig getrunken werden. Am besten schmeckt es in den winzigen Dorfbrauereien der fränkischen Schweiz. Es ist in Franken mit dem Bier wie in Rheinhessen mit dem Wein. Es wird von hunderten kleinen Erzeugern direkt vor Ort hergestellt. Dieses Bier erreicht die Großstädte außerhalb Frankens gar nicht, selbst in den fränkischen Städten ist es schwer zu finden. Es muss vor Ort getrunken werden, denn im Gegensatz zum Wein ist ein frisch gezapftes Bier nur bedingt transportabel. Es findet seinen Weg gerade noch hinaus in den Biergarten, aber weiter kommt es nicht. Dann verschwindet es im Schlund eines durstigen Menschen. Das Charmante am fränkischen Bier ist es gerade, dass es nicht zu dir kommt. Du musst zu ihm kommen. In einer globalisierten Welt, in der wir neuseeländische Äpfel, chilenischen Wein, griechische Oliven und schwedische Möbel kaufen, hat das etwas geradezu Anarchistisches. Du kannst ein arabischer Scheich sein oder ein texanischer Milliardär – aber wenn du ein frisch gezapftes fränkisches Bier genießen möchtest, musst du deinen verdammten Arsch in das Dorf bewegen, wo dieses Bier gebraut wird. Oft gibt es auch nur ein einziges Gasthaus, das dieses Bier anbietet. Du musst dich also auch benehmen, wenn du wiederkommen möchtest. Und du musst erst einmal einen Platz bekommen.
Ich will aus der Vielzahl schöner Orte, an denen der Biergenuss noch gepflegt wird, exemplarisch drei herausgreifen, die mir spontan einfallen. Erstens die Brauerei Kathi-Bräu in Heckenhof bei Aufseß. Die Gegend hat die größte Brauereidichte des bekannten Universums. Es handelt sich um einen Bauernhof, auf dem – neben der Braukunst – auch noch Landwirtschaft betrieben wird. Hier wird an einfachen Tischen und Bänken ein dunkles Lager-Bier gereicht. Zweitens die Brauerei Kürzdörfer, ein uriges Holzhaus am Rand eines malerischen Dörfchens namens Lindenhardt, das auch „Fremdenzimmer“ (wie das scheue Frankenvolk es nennt) anbietet. Ich empfehle ein großes Helles für 1,90 Euro. Überhaupt sind Essen und Trinken auf dem Dorf unverschämt günstig. Gesunder Appetit und gesegneter Durst gleichen es aber finanziell wieder aus, damit im Gasthaus auch die Kasse klingelt. Drittens den Brauerei-Gasthof Herold in Büchenbach, wo das Beck’n Bier aus vollen Fässern gezapft wird. Dazu gibt es selbstgebackenes Brot und diverse Produkte aus der hauseigenen Schweinezucht. Bier, Brot und Wurst in ehrlicher Handarbeit – seit über vierhundert Jahren. Dafür lohnt sich die Reise.
Und nach ein paar Gläsern erwacht der Dschungel in dir und du willst Musik hören. Laute Musik. Und du willst tanzen. Du willst die Fehlfarben: „Tanz mit dem Herzen“. http://www.youtube.com/watch?v=dVcfy83W3lU

Samstag, 26. April 2014

Leidenschaft, Teil 3

Spaghetti Bolognese ist mein Leibgericht. Meine Mutter hat es immer für mich gekocht. Sie ist schon lange tot. Hier ist mein Rezept:
Im siedenden Öl der Pfanne wird zunächst Zucker angeröstet. Dann kommen Curry, Paprika, Zwiebeln, Knoblauch (mindestens eine ganze Zehe pro Person), Kümmel (viel Kümmel …), Fenchelsamen, Muskat und Wasabi (doch, doch!) dazu. Brutzeln lassen. Etwas später gehackte Tomaten und Petersilie hinzufügen. Zum Schluss wird das Rinderhackfleisch ins Spiel gebracht. Kein Tartar (in Berlin gibt es dafür das hässliche Wort „Schabefleisch“), denn das wohlschmeckende Fett des Hackfleischs ist wichtig für die gesamte Komposition. Es muss stark angebraten werden, um die Röstaromen zu entfalten. Ruhig einen ordentlichen Schluck von dem Wein in die Pfanne gießen, den man gerade trinkt, während man mit Freunden in der Küche hockt, schwatzt, lacht und kocht. Schadet nix. Dazu empfehle ich die Spaghettoni n. 7 von Barilla und frisch geriebenen Grana Padano in rauen Mengen. Mehr ist mehr, wie mein Bewährungshelfer zu sagen pflegt. Aber auch nicht übertreiben, gibt meine Psychotherapeutin regelmäßig zu bedenken.
Ich war mal, zusammen mit einer ZEIT-Redakteurin und einem Suhrkamp-Lektor, in der Jury bei einem Spaghetti Bolognese-Wettbewerb. Die Frage, welche Soße am besten schmeckt, kann sehr unterschiedlich beantwortet werden. Wir haben an diesem Abend lange debattiert und sind zu einer ganz grundsätzlichen Schlussfolgerung gekommen: Es gibt eine weibliche und eine männliche Variante von Spaghetti Bolognese. Die weibliche Variante ist fruchtiger, tomatiger, die männliche Variante ist fleischlastiger und häufig gemüsefrei. Jeder der Gäste hat seine persönliche Rezeptur zur Diskussion gestellt und am Ende war uns allen klar, dass es eine Million Möglichkeiten gibt, dieses Gericht zu kochen. Gewonnen hat übrigens Annette, die Männer hatten das Nachsehen.
Musik: „Was ist das Ziel?“ von Alexandra. Auch sie hat uns zu früh verlassen. http://www.youtube.com/watch?v=1DME7nvHq2g

Freitag, 25. April 2014

Leidenschaft, Teil 2

Information is not knowledge,
Knowledge is not wisdom,
Wisdom is not truth,
Truth is not love,
Love is not music,
Music is the best.
Frank Zappa. Damit ist alles gesagt. Ein Prachtkerl. Wir hören „Watermelon in Easter Hay“. http://www.youtube.com/watch?v=OcDHUeCPs0c