Donnerstag, 29. Januar 2026

Das Zeitalter der Kleptokraten

 

Blogstuff 1272

„Alle Bürger sollen nach Einkommen und Vermögen zu öffentlichen Lasten beitragen [...] Die Erbschaftssteuer dient auch dem Zwecke, die Ansammlung von Riesenvermögen in den Händen einzelner zu verhindern.“ (Bayerischen Verfassung, Art. 123)

Schon in der Zeit des Neoliberalismus galt es, sich hemmungslos die Taschen vollzumachen. Aber mit Trump beschleunigt sich der Niedergang noch einmal und es ist kein neuer Luther und kein neuer Lenin in Sicht.

Null Grad, ein Zentimeter Schnee. Der Nahverkehr fällt teilweise aus und die Müllabfuhr kommt nicht. Wegner spielt Tennis. Berlin – doof und hässlich.

Immer, wenn ich das Wort „Kriegstreiber“ lese, denke ich an „Kiezschreiber“.

Ich bin in den siebziger Jahren großgeworden und war glühender SF-Fan. Kein Autor hat sich die Zukunft so vorgestellt, wie die Gegenwart ist: Botox, Handysucht, Oldschool-Großmachtpolitik, eine oberflächliche Welt voller Lügen ohne das geringste Anzeichen von Fortschritt. Es ist noch nicht einmal eine richtige Dystopie, es ist einfach nur erbärmlich.

Aus Bonettis Memoiren: „1974 konnte ich drei Wochen das Haus nicht verlassen. Ich saß mit einem gebrochenen Bein, das eingegipst war, auf dem Sofa. In dieser Zeit brachte ich mir selbst Gitarre, Trompete, Klavier, Chinesisch und Karate bei. So entstand einige Zeit später mein erstes Solo-Album Shanghai Echos.“

Bei Kriegsbeginn 1939 war die amerikanische Armee nicht größer als die heutige Bundeswehr, weniger als 200.000 Mann. Hitler hatte 4,5 Millionen Soldaten. Bei Kriegsende kämpften jeweils 12 Millionen Mann für die USA und für die Sowjetunion.

Russland ballert mit Drohnen und Raketen, aber an der eigentlichen Front bewegen sich Putins Truppen schon lange nicht mehr. Ist der Bär im Winterschlaf oder am Ende? Derweil beginnt demnächst das fünfte Kriegsjahr …

Am Montag rief mal wieder ein Immobilienmakler wegen dem Haus (des Hauses, ich weiß) in Schweppenhausen an, das wir vor einem Jahr verkauft haben. Wie lange steht man noch in diesen Adressdateien, die offenbar fleißig weiterverkauft werden?

Es gibt doch einen Gott: Bei einer Demonstration der Anhänger von Samba-Trump Bolsonaro in Brasilia schlug der Blitz ein, es gab Dutzende Verletzte.

Friedrich Merz verlangt vom deutschen Volk nicht mehr als der Kaiser vor über hundert Jahren: Disziplin, Opferbereitschaft und unerschütterlichen Glauben an das Reich.

CDU warnt: Bei einem weiteren Ausbau der Windkraftanlagen wird in Deutschland der Wind knapp.

Worüber lachen Naturwissenschaftler? „Wie nennt man einen Möbelpacker? Objektträger.“ Burner.

Gerade wieder bei der wunderbaren Amelie gehört: Samuel Barber - Adagio for Strings

 

3 Kommentare:

  1. Da wir ja wieder mal in Kriegs- und Krisenzeiten leben, würde als Merzsches Versprechen ganz gut auch "I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat" passen. Womit ich natürlich nicht den lebenden Sauerländer mit dem verblichenen Engländer auf eine Stufe stellen möchte. Churchill hatte Format, ersterer hat bestenfalls überdurchschnittliche Länge.

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  2. "Jeder Bewohner Bayerns hat Anspruch auf eine angemessene Wohnung." (Bayerische Verfassung, Art. 106) Denke da an einen alleinerziehenden Vater, dem man nach ord. Kündigung das Obdachlosenasyl anheim stellte. In Art. 123 fehlt außerdem der dort gedachte Bezug auf die "Bayerischen Staatsangehörigen", Art. 8 nicht zu vergessen.
    Nicht gemeint sind: US-amerikanische Staatsangehörige, russische Staatsangehörige, der chinesische Staat.

    PS: Luther war der klassische Neoliberalist und endete genau deswegen nicht auf dem Scheiterhaufen - er bot die Rechtfertigung, kirchlich verwaltete Lehen* zugunsten der weltlichen Herrscher einzuziehen.
    *) quasi Steuerpachtgebiete, aber kein Eigentum - aber dafür, dass die Kirche in "ihren" Lehen ab 1803 nicht mehr Finanzamt spielen durfte, zahlt der Staat heute immer noch.

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  3. Hach, die 1970er Jahre! Heutzutage heißt es deshalb wieder: " Beam me up, Scotty! "

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