Wie
viele Menschen war ich in der vergangenen Woche fassungslos und entsetzt, als
ich erfuhr, wie lange Ulmen seine Frau gedemütigt und erniedrigt hat – durch
virtuelle und körperliche Gewalt. Bevor ich zum Kern meiner Überlegungen komme,
zunächst ein paar Vorbemerkungen:
1.
Ich finde es großartig und mutig, dass Frau Fernandes mit dem Fall an
die Öffentlichkeit gegangen ist und es hoffentlich auch zu einer
Gerichtsverhandlung kommen wird. Man kann diesen bitteren schwarzen Klumpen
Dreck nicht ewig in der Seele tragen, ohne daran kaputtzugehen. So etwas
vergisst man sein ganzes Leben lang nicht, also muss es raus. Auch wann man
durch die Debatte in den Medien noch ein zweites Mal durch die Hölle geht.
2.
Ich kenne Herrn Ulmen natürlich nur oberflächlich in seinen
Fernsehrollen. Ich dachte, ich hätte so etwas wie Lebenserfahrung, aber ich habe
gelernt: Das harmlose und freundliche Gesicht war nur eine Fassade, hinter der
sich ein Monster verbirgt. Ich habe mich jahrelang täuschen lassen.
3.
Die ganze Geschichte ist so bizarr, dass man es nicht glauben mag. Herr
Ulmen hätte doch auch als Lieschen23 Sex-Chats mit anderen Männern haben
können. Millionen Männer geben sich als sexy Busenwunder aus und sind in
Wirklichkeit fette Lkw-Fahrer über fünfzig. Wie kann er seiner eigenen Frau,
der Mutter seines Kinds, so etwas Widerwärtiges antun? Dieses Konglomerat an
Ungeheuerlichkeiten machte mich im ersten Moment sprachlos.
Ich
habe jeden Tag über diesen Fall nachgedacht und frage mich: Wie wird aus einem unschuldigen
kleinen Jungen, der mit seinem Teddy spielt, das erwachsene Ungeheuer, das
Ulmen offenbar ist? Selbstverständlich hat es viel mit Rollenvorbildern zu tun.
Ich kenne seinen Vater nicht, aber andere Vorbilder kennt man aus den Medien,
dem Sportverein und der Schule. Ulmen ist Jahrgang 1975. Der Typ einfühlsamer
Frauenversteher, der ein guter Zuhörer und verständnisvoller Freund ist, gab es
in der „guten, alten Zeit“ nicht oder man hielt ihn für schwul. Bewundert
wurden der muskelbepackte Egomane mit Motorrad und Lederjacke in der Dorfdisco,
der Mannschaftskapitän der Fußballmannschaft oder die Cowboys, Superhelden und harten
Hunde im Fernsehen (Clint Eastwood, Charles Bronson, Bruce Lee – Männer, die
man nie lachen sah).
Das
Sahnehäubchen der Gegenwart: Soziale Medien geben noch dem erbärmlichsten hühnerbrüstigen
Vorstadt-Django eine Plattform für seinen Größenwahn. Alles anonym, alles
ungesühnt, jeder Rotz darf propagiert werden – solange man die Politprominenz
nicht behelligt. Schließlich funktioniert auf diese Weise das Geschäftsmodell
der Zuckerbergs und Musks der Internet-Welt.
Aber
ganz offenbar enden nicht alle Männer in dieser toxischen Jauchegruppe ihrer
Geschlechtsidentität. Und warum werden Frauen nicht so? Warum musste Ulmen
seine Frau so lange quälen, anstatt die Scheidung einzureichen? Sadismus,
Rachsucht? Es muss ihm klargewesen sein, dass es ihn irgendwann seine Karriere
und seinen Freundeskreis kosten würde. Oder hat er sich wegen seines Erfolgs
genauso unbesiegbar gefühlt wie die männlichen Vorbilder seiner Kindheit und
Jugend? Eine Art Porno-J.R. oder Provinz-Trump? Mir ist klar, dass ich hier nur
Vermutungen äußere – aber es beschäftigt mich dennoch jeden Tag, also schreibe
ich darüber. Ich heiße nicht Spock, ich bin kein Stein, ich rege mich auf und
ich beziehe Stellung.
Wenn schon Stellung beziehen, dann aber auch zu den wichtigen Problemen: In China ist schon wieder ein Sack Reis umgefallen!
AntwortenLöschenDazu gibt es heute Abend ein Special bei Bonetti TV: "Nach dem Sprit-Armageddon - Wird jetzt auch der Reis unbezahlbar?"
LöschenIch glaube, ich hab's: Christian Ulmen ist vom Teufel besessen! Es wäre also ein Exorzismus anzuraten bzw., falls der nicht helfen sollte, eine Lapidatio. Insbesondere mit letzerer sollen in der Vergangenheit schon gute Erfolge erzielt worden sein.
AntwortenLöschen.....warum lassen sich Frauen so etwas so lange gefallen?
AntwortenLöschen„Sollten wir Bonetti abschaffen?“ (Rolling Stone, 23.03.2026)
AntwortenLöschenEin Essay über die Krise Bonettis Identität und die Frage, ob traditionelle Bilder von Bonetti heute noch eine Daseinsberechtigung haben.
„Die größte Bedrohung für viele Frauen bleibt Bonetti“ (Eurotopics/Frankfurter Rundschau, 20.03.2026)
Im Zuge der Debatte um sexuelle Gewalt wird die Gefahr thematisiert, die statistisch gesehen von Bonetti ausgeht.
„Wer den Trend zu weniger Hochzeiten stoppen will, muss sich Bonetti vorknöpfen“ (taz, Kolumne, März 2026)
Eine Forderung nach mehr emotionaler Arbeit und Zugewandtheit von Bonetti als Voraussetzung für stabile Partnerschaften.
„Müssen jetzt wütend sein, wenn Bonetti schweigt“ (Tagesspiegel, 08.03.2026)
Ein Bericht über die bewusste Abkehr junger Frauen von Beziehungen zu Bonetti aufgrund politischer und sozialer Differenzen. (!)
Quälerei, Demütigung und Erniedrigung - das ist schon alles ziemlich schlimm, es sei denn, man steht drauf. Aber wurde nicht genau dafür die Institution der bürgerlichen Ehe geschaffen?
AntwortenLöschenIch frage für einen befreundeten Hagestolz.
Wer weiß, was der kleine Christian seinem wehrlosen Teddy damals so alles angetan hat? (Alles dazu demnächst auf Spiegel-Online und natürlich bei Bonetti Media!)
AntwortenLöschenPS.
Gebt den Teddys eine Stimme! Kommt alle zur großen Plüschbärchen-Demo am Brandenburger Tor!
Dem SPIEGEL liegen Dutzende Seiten an Dokumenten zu dem Fall vor, zudem Fotos und Videos, E-Mails, Handychats und Audiodateien. Bei den Tonaufnahmen handelt es sich teilweise um Material, das Fernandes mit ihrer Anzeige beim Gericht eingereicht hat. Sie geben Gespräche zwischen ihr und Ulmen wieder, solche Aufzeichnungen können nach spanischem Recht in Gerichtsverfahren einfließen.
AntwortenLöschenUm die Vorwürfe zu überprüfen, hat der SPIEGEL auch mit mehreren Personen aus dem Umfeld des Paares gesprochen, in Hamburg, Berlin und auf Mallorca. Manche von ihnen haben ihre Erinnerungen an Eides statt versichert, genauso wie Collien Fernandes selbst. Das bedeutet, sie würden sich strafbar machen, wenn diese vor Gericht vorgelegt würden und dann herauskäme, dass sie gelogen haben.
Derartige Übergriffe von Männern an Frauen tragen immer wieder dasselbe Muster: Es gibt keine Zeugen. Die Täter schweigen und/oder maßen sich im Schutze der Unschuldsvermutung die Deutungshoheit an. Den Frauen wird nicht geglaubt. Sie tragen die Beweislast. Ob Jerome Boateng, Till Lindemann, Luke Mockridge oder der talentbefreite Pietro Lombardi mit seinen latent verborgenen Aggressionen (https://www.youtube.com/watch?v=g8wiITklh9w) - die Erfolgsaussichten für die Frauen stehen im Patriarchat leider immer sehr schlecht, zumal das Verhalten der jeweiligen Männer oft nicht einmal die Strafbarkeitsgrenze kontaktiert.
Die Beweislast liegt beim Kläger, in diesem Fall ist das, wie immer bei Strafsachen, die zuständige Staatsanwaltschaft. Und zur Unschuldsvermutung sehe ich auch keine wirklich sinnvolle Alternative. Außer Männer auf bloßen Verdacht/Denunze hin ins Loch werfen, aber das wäre nicht wirklich eine.
LöschenWas ich vom ehemaligen Nachrichtenmagazin aus Hamburg halte, das schreib ich hier nicht hin, weil das vermutlich justiziabel wäre. Abgesehen davon vermute ich, dass der Herr Ulmen ein veritables Arschloch ist. Aber das vermute ich nur, und soweit es um Straftatbestände geht, sollte die Unschuldsvermutung natürlich auch für Arschlöcher gelten. Für ihre weiblichen Pendants übrigens auch.
LöschenSelbstverständlich gilt auch für Christian Ulmen die Unschuldsvermutung und wir müssen die Ermittlungen und eventuell ein Gerichtsurteil abwarten. Bei Kachelmann, Mockridge und Lindemann war ich im Vorfeld immer vorsichtiger als jetzt. Dennoch sagt mir mein Bauchgefühl, dass an dieser Sache mehr dran ist, denn auch Frau Fernandes hätte viel zu verlieren, wenn ihre Geschichte nicht wahr sein sollte. Wir müssen es abwarten. Mehr als eine Freiheitsstrafe auf Bewährung dürfte Herrn Ulmen ohnehin nicht drohen.
LöschenPardong, das um 12:47 war ich. Eben gemerkt, dass Google wieder gesponnen hat.
Löschen@ Klimaketzer
AntwortenLöschenSie haben es in Ihrem Kommentar, der wesentlich länger als mein Text ist, geschafft, einen Zusammenhang zwischen der Causa Ulmen und der Heliumproduktion in Katar herzustellen. Herzlichen Glückwunsch! Haben Sie völlig den Verstand verloren oder nehmen Sie harte Drogen? Bevor ich Ihre wirre Suada gelöscht habe, fielen mir beim kurzen Überfliegen noch die Bezüge zu einer Vergewaltigung in Neukölln, der Berichterstattung in Spanien (was ist mit Nepal?) und Gina-Lisa Lofink auf. Suchen Sie sich nervenärztliche Hilfe und behelligen Sie mich zukünftig nicht mehr mit Ihren Ergüssen.
Auf Youtube rottet sich die frauenverachtende Manosphäre zusammen und zieht Frau Fernandez durch den Dreck. Von diesen reaktionären Schwerdenkern wird immer wieder als Beweis einer Verschwörung zugunsten der Einführung einer Klarnamenpflicht völlig undifferenziert der Vergleich des Ulmenskandals mit Gruppenvergewaltigungen junger Frauen gezogen, weil dagegen nicht demonstriert wurde.
AntwortenLöschen1. Handelt es sich bei Ulmen/Fernandez nicht um unbekannte Personen, sondern um populäre C-Promis, die nach außen stets das harmonische Paar in einer heilen Familienidylle präsentiert haben.
2. Vergewaltigung ist in Deutschland strafbar. Seit den 90er Jahren sogar die Vergewaltigung in der Ehe (mit Gegenstimme von Friedrich Merz). Für die Taten von Ulmen gibt es noch keine Strafrechtsnorm.
3. Spanien ist da fortschrittlicher. Darum die Anzeige in Spanien. So hatte ein spanisches Gericht den Fussballfunktionär Rubiales der sexuellen Aggression schuldig gesprochen, weil er die span. Nationalspielerin Hermoso nach dem gewonnenen WM-Finale 2023 vor den Augen der Welt (Jetzt kommen die Fans der Unschuldsvermutung....) gegen ihren Willen auf den Mund geküsst hatte. Geldstrafe 11.000 Euro.
4. In einem ersten Gespräch mit den Rechercheuren des SPIEGEL haben die Anwälte von Ulmen einen Teil seiner Taten zugegeben. Gilt dafür auch noch die Unschuldsvermutung Ihr Täterschützer?
Es ist sehr aufschlussreich, dass sich nur Männer gegen Frau Fernandes stellen. Tenor: "Stell dich nicht so an, es gibt viel schlimmere Straftaten." Ein Hoch auf den Machismo. Da könnte ich ja als Autodieb vor Gericht auf Freispruch plädieren, weil ich immerhin keinen Mord begangen habe. Frau Fernandes hat dem SPIEGEL genügend Beweise wie aufgezeichnete Gespräche zur Verfügung gestellt, die in Spanien auch als Beweismittel anerkannt sind. Im Übrigen muss ich als Privatmensch den juristischen Teil mit der Unschuldsvermutung nicht nachplappern.
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