Mittwoch, 11. März 2026

Bauern, Bomben und Buletten

 

Blogstuff 1293

Hat Trump sich genauso verzockt wie Putin vor vier Jahren? Der Russen-Mullah dachte ja auch, in ein paar Wochen hätte er in Kiew ein Marionettenregime installiert und hätte neben Belarus einen zweiten Satellitenstaat, der ihm hörig ist. Es ist immer einfach, einen Krieg zu beginnen. Dazu braucht man nur einen einzigen machtgierigen Bekloppten, siehe Hitler. Aber zur Beendigung des Krieges braucht man alle Beteiligten. Was passiert, wenn der Iran die Lage eskalieren lässt? Wenn der Ölpreis auf 200 $ steigt? Wenn die Fanatiker nicht kapitulieren wollen? Wenn islamistische Terroristen in den westlichen Ländern blutige Anschläge verüben? Die Hamas hat sich nicht ergeben, selbst als Gaza nur noch ein rauchender Trümmerhaufen war.

Positiv: eine Weltwirtschaftskrise wie in den frühen siebziger und in den frühen achtziger Jahren, beide durch stark steigende Ölpreise ausgelöst, würde Trump die Herbstwahlen verhageln. Rezession, Inflation, steigende Arbeitslosigkeit, hohe Energie- und Lebensmittelpreise nehmen die Wähler traditionell den Regierungen übel und strafen sie ab.

Auch eine schöne Nebenfolge: Merz gilt als Rezessionskanzler, der nur mit Rekordschulden und hohlen Sprüchen in die Geschichtsbücher eingehen wird. Und die Bauern kommen wieder auf ihren Traktoren nach Berlin, um höhere Dieselsubventionen zu fordern.

Am Montag kostete das Barrel Rohöl etwa 100 Dollar. 1970 koste es noch einen Dollar. Der Preis war bis dahin im kompletten 20. Jahrhundert nahezu unverändert geblieben. Damals waren die Araber noch arm und auf Kamelen unterwegs. Sehen Sie sich Dubai, Riad, Abu Dhabi usw. heute an. Sehen Sie sich die Limousinen der Scheichs an. Die Araber haben sich komplett von den europäischen Kolonialreichen emanzipiert und begegnen ihnen heute auf Augenhöhe. Dasselbe geschah in China. 1970 noch ein Volk von Radfahrern, die wenigen Autos im Land gehörten der kommunistischen Partei. Heute ist „das rote Riesenreich“ Nummer 2 der Weltwirtschaft und ein mächtiger Player auf dem Weltmarkt. Es gibt inzwischen in China mehr Autos als in Europa oder den USA.

Ich bin zwanzig Jahre zur See gefahren, auf der Fähre Bingen-Rüdesheim.

Berlin-Rundfahrt auf dem Ausflugsdampfer bei herrlichem Sonnenschein. Eineinhalb Stunden, der „Westbesuch“ und ich sind bester Laune. Als wir uns das vierte Weizenbier servieren lassen, geht ein leises Raunen durch die Fahrgäste an Deck. Die Provinzspießer an den umliegenden Tischen starren uns fassungslos an. Warum trinken wir am frühen Nachmittag nicht Kaffee wie alle anderen auch? In den Blicken der Frauen: Verachtung. In den Blicken der Männer: Neid. Später werden sie sich natürlich gemeinsam mit ihren Gattinnen empören.

Ein anatolischer Ministerpräsident? Der kommt doch mit Schnurbart und Fez zur Vereidigung und am nächsten Tag werden Schweinefleisch und Bier verboten. Sieht das denn keiner außer mir?

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen