6.
September: Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt kommen nur die AfD, die CDU
und die Linken in den Landtag. Obwohl die AfD nur vierzig Prozent der Stimmen bekommen
hat (CDU 24 Prozent, Linke 13 Prozent), stellt sie die absolute Mehrheit der
Abgeordneten.
10.
September: Der AfD-Landesvorsitzende Martin Reichardt wird zum
Ministerpräsidenten gewählt. Sämtliche Kabinettsmitglieder sind gesichert
rechtsextrem und treten bei ihrer Vereidigung in den neuen feldgrauen
Parteiuniformen mit Ordensspange, Säbel und Schulterstücken (drei goldene
Sterne) auf.
11.
September: Loyale Einheiten der Bundeswehr und der Bundespolizei schließen die
Grenzen des Bundeslands. Flüchtlingsheime werden aufgelöst und die Insassen nach
Westdeutschland abgeschoben.
13.
September: Bürgerwehren patrouillieren in den Innenstädten. Dönerläden,
Shisha-Bars, Pizzerien und China-Restaurants bleiben geschlossen. Die Migranten
verlassen ihre Wohnungen nicht, einige machen sich auf den Weg nach Berlin und
an andere sichere Orte. Ausreisen von Migranten sind erlaubt.
16.
September: Der Landtag brennt! Reichardt ruft den regionalen Notstand aus und
erlässt Notstandsgesetze. Führerbefehl Nr. 1: Politische Gegner in den
freigewordenen Flüchtlingsheimen internieren und streng bewachen.
17.
September: Wir gehen in den Untergrund.
***
Halle-Neustadt.
Wir sitzen bei Eduard „Ede“ Schmagultzky, der nervös mit einer Stange Dynamit
spielt, um den Wohnzimmertisch seiner Plattenbauwohnung.
„Wir
müssen den Drecksnazi in die Luft sprengen.“
Ich
versuche, ihn zu beruhigen. „Mensch, Ede. Erstens brauchen wir einen Plan und
zweitens Waffen. Im Augenblick verhandelt Dobrindt mit Innenminister Kunibert
von Schlauchmuffe. Außerdem sind diverse Verfassungsklagen eingereicht.“
„Es
heißt, die Russen würden Reichardts Parteitruppen Drohnen, Waffen und Munition
liefern. Woher haben die Bürgerwehren denn plötzlich die AK-47 in rauen Mengen?“
Plötzlich
klopft es an die Tür. Sandro wirft sich hinters Sofa und Maik versteckt sich im
Schrank.
Ede
geht seelenruhig zur Tür, die Makarow in der Hand.
Als er
sie öffnet, steht Sascha vor der Tür. „Du kommst immer zu spät, was? Hast der
Widerstandszelle eine Heidenangst eingejagt.“
„Dafür
habe ich Wodka, Speck, Schwarzbrot und Gurken mitgebracht.“
Die
ganze Truppe strahlt erleichtert. Wenig später beugen wir uns alle über einen
Plan der Staatskanzlei, den Sandro organisiert hat.
Bewaffneter Widerstand wird nichts bringen, wegen fehlenden Rückhalts im Volk, den Fisch im Wasser können wir also vergessen. Ich empfehle stattdessen den langen Marsch durch die Institutionen bzw. zeitnah den Eintritt aller Bonettisten-Leninisten in die AfD. Der Sieg wird unser sein!
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