Montag, 31. August 2020

Leergut und Liedgut

 

Blogstuff 483

„Deutsche nerven. Selbst, wenn’s gut gemanagt wurde, das System sich bewährt hat und die Welt mit Neid drauf guckt, jammern die Leute. Die Nazis und Bekloppten von gestern hätten März und April bei uns in New York verbringen sollen.“ (Frauke Steffens, 30.8.2020)

Wenn die Autos mit Wein statt mit Benzin fahren würden, wären wir in Rheinland-Pfalz scheichreich und hätten ein Leben in opulentestem Luxus. Außerdem wäre der FCK gerade Champions League-Sieger geworden.

An Corona finde ich die Obergrenze bei Privatfeiern am besten. Ich verschicke derzeit Mails an alle Freunde und Verwandten: Sorry, aber ich darf nur 75 Leute einladen und du bist nicht dabei. Ein Riesenspaß! Obwohl ich gar keine Party mache.

In Rheinland-Pfalz sind es 75, in Hessen 50 und in Schleswig-Holstein 250 Leute. Viel Spaß bei der Kontrolle, Papa Staat, und viel Spaß beim Zählen, liebe Polizei. Auch in den Schränken und im Keller nachsehen!

Bevor die Amerikaner mit den Deutschen verbündet waren, haben sie jeden Krieg gewonnen.

3. Oktober 1990: Die Produktionsmittel der DDR-Bevölkerung werden enteignet und den BRD-Konzernen übertragen oder vernichtet.

Hand-Teller, Ohr-Muschel, Aug-Apfel, Nasen-Bein.

Ich muss nicht jede Sau reiten, die durchs Dorf getrieben wird.

2019 sind wir wegen Greta nicht geflogen, 2020 wegen Corona – was kommt 2021? Vulkanausbrüche?

Hätten Sie’s gewusst? In Großbritannien konnte einem Adligen bis 1948 nur im Oberhaus der Prozess gemacht werden, nicht vor Gericht. Den Prozess leitete der Lord High Steward.

Interessiert sich jemand für meine Telefonkartensammlung aus den neunziger Jahren?

Untergegangene Berufe, Teil 184: Knecht Ruprecht. – Unsere Kinder haben es zu leicht!

Die Agentur für ambulante Poesieberatung in Wichtelbach bleibt coronabedingt bis auf Weiteres geschlossen.

1985 (1. Opfer) bis 1992 starben in Deutschland weniger Menschen an AIDS als von März (1. Opfer) bis August 2020 an Corona (9037 zu 9298).

Kalauer der Woche: Man soll Enten nicht füttern, sondern futtern.

The Icicle Works - Hollow Horse. https://www.youtube.com/watch?v=NHGKFbJbhIg

 

Samstag, 29. August 2020

Bonetti-Kritiker im Koma


Blogstuff 482

„Sie stimmten darin überein, dass es weder möglich noch notwendig sei, Menschen aufzuklären, die nie etwas in Frage stellten.“ (Joseph Heller)

Ich winke einem Freund auf der anderen Straßenseite zu. Ein Taxi hält direkt vor mir. Na gut, denke ich, das ist Karma. Und weil mir nach dem Einsteigen nichts Besseres einfällt, sage ich: „Folgen Sie dem Leberwurst-Metallic-farbenen Opel.“ Zehn Minuten später ändere ich mein Ziel: „Bringen Sie mich zum Hauptbahnhof.“ Der enttäuschte Blick des Fahrers im Rückspiegel. Als hätte ich ihm ein schreiendes Unrecht angetan. Es regnet in Strömen, als ich aussteige. Das Taxi fährt weiter, es hört sich in den tiefen Pfützen an wie Meeresbrandung.

Wer in diesem Sommer Mallorca oder Kroatien gebucht hat, hätte auch gleich in Fukushima Urlaub machen können.

Wer kennt noch Hop Sing?

Hoch oben ein Flugzeug. Ich sehe den Chemtrail und nach einer Weile spüre ich das Prickeln der Nanopartikel auf meiner Haut. Ich möchte jetzt gerne die CDU wählen.

In Bingen hat ein türkischer Gastronom ein Restaurant übernommen. Ich freue mich, dass ich endlich auch hier in der Provinz gehobene türkische Küche genießen kann. Was lese ich auf der Speisekarte, die er ins Netz gestellt hat? Handkäse mit Musik, Schweineschnitzel und Rumpsteak. Damit kann man in dieser Gegend nichts falsch machen. Aber auch nichts richtig.

Ich habe lange nicht mehr das I Ging befragt. Das Ergebnis: Fu – die Wendezeit. „Das Bild: Der Donner inmitten der Erde: das Bild der Wendezeit. So schlossen die alten Könige zur Sonnwendzeit die Pässe. Händler und Fremdlinge wanderten nicht, und der Herrscher bereiste nicht die Gegenden.“ Passt ins Corona-Jahr. Bleiben Sie zuhause!

Und dann habe ich auch noch einen Persönlichkeitstest gemacht. Ich bin der Typ Architekt. Ich hätte also doch den Beruf meines Vaters ergreifen sollen. Als Kind habe ich gerne Häuser entworfen und Grundrisse gezeichnet, die ich mit den Schablonen meines Vaters möbliert habe. Als Teenager wollte ich dann aber Journalist werden. Das Ergebnis: 71 Prozent introvertiert – 29 Prozent extrovertiert, 69 Prozent intuitiv – 31 Prozent realistisch. Eher logik-fokussiert als prinzipien-fokussiert. „Es ist einsam an der Spitze. Menschen vom Persönlichkeitstyp des Architekten wissen dies allzu gut. Sie sind vergleichsweise selten und haben die ausgeprägtesten strategischen Fähigkeiten. (…) Menschen mit dem Persönlichkeitstyp des Architekten sind gleichzeitig phantasievoll und entscheidungsfreudig, (…) erstaunlich neugierig, aber sie verschwenden nie ihre Energie.“ Pimp my ego! „Architekten besitzen einen natürlichen Wissensdurst und werden schon in ihrer Kindheit oft als ‚Bücherwürmer‘ angesehen.“ Der Test ist gut. „Ironischerweise ist es für sie am besten, dort zu bleiben, wo sie sich am wohlsten fühlen – außerhalb des Rampenlichts.“ Da liege ich mit meinem Blog ja goldrichtig. Berühmte „Architekten“ sind Putin, Nietzsche, Musk und Schwarzenegger. 

Can - Mother Sky. https://www.youtube.com/watch?v=EVi-UTF9PL4

 

Mittwoch, 26. August 2020

Liebes Wutbürgertum!

 Der Berliner Senat hat sich, in Abwägung der Grundrechte der Versammlungsfreiheit und des Gesundheitsschutzes, für die Gesundheit entschieden und eure Demo am Samstag in Berlin abgesagt. Da ihr gegen Hygienemaßnahmen wie Schutzmaske und Mindestabstand demonstrieren wolltet, musste man davon ausgehen, dass es an diesem Tag zu massiven Regelverstößen gekommen wäre. Die Demo am 1. August war ein gutes Beispiel für dieses unsolidarische Verhalten. Wie man in Corona-Zeiten demonstriert, hättet ihr vor einigen Tagen von Greta, Luisa und anderen jungen Leuten lernen können.

Die Reaktion auf den Senatsbeschluss kann man gerade im Netz verfolgen. Nazis rufen dazu auf, am Samstag bewaffnet nach Berlin zu kommen. Sie drohen, die Volksvertreter aufzuhängen. Die AfD hat zu einer Demo gegen das Demoverbot aufgerufen. Offensichtlich akzeptiert ihr weder den demokratischen Staat noch den Willen der Bevölkerung, die zu achtzig Prozent hinter den Schutzmaßnahmen stehen und damit Verhältnisse wie in den USA oder Brasilien verhindert haben. Dieser Mehrheit werdet ihr euren Willen nicht aufzwingen können – wir leben ja nicht in einer Diktatur. Vielleicht könnt ihr euren Protest ja virtuell im Netz organisieren, falls ihr technisch und intellektuell dazu in der Lage seid? Diese Mischung aus Reiki-Meistern mit Regenbogenfahne und Milzriss-Schlägern aus der Nazi-Szene wäre doch auf Dauer sowieso nicht gut gegangen.

Zum Abschluss noch ein kurzer Hinweis für die AfD-nahen Blogger Epikur und Wellbrock: Entweder ihr marschiert mit den Nazis oder gegen sie. Dazwischen gibt es keine dritte Position. Fridays for Future hat im vergangenen Herbst 1,4 Millionen Menschen auf die Straße gebracht – ohne Nazis, ohne Gewalt. Es ist also möglich, politisch zu arbeiten, ohne sich von Rechtsradikalen infiltrieren zu lassen.

 


Dienstag, 25. August 2020

Der ultimative Witz

Als weltweiter anerkannter Humorexperte werde ich oft gefragt: Herr Bonetti, was ist eigentlich Ihr Lieblingswitz? Dann antworte ich ohne Umschweife: Den über die zwei Saarländer, die nach Paris fahren. Im Grunde genommen ist er, wie alle guten Witze, natürlich saublöd. Aber eben auch raffiniert. Es kommt bei einem Spitzenwitz nämlich darauf an, dass die Zuhörer am Ende von der Pointe verblüfft sind. Der Witz mit den zwei Saarländern ist deswegen so urkomisch, weil er zeitlos ist. Man kann ihn immer erzählen, er ist nicht von bestimmten technischen oder historischen Bedingungen abhängig wie der Witz mit der Telefonschnur oder der Witz über die Olympischen Spiele in Barcelona. Ich erzähle ihn immer wieder gerne und mein Publikum ist regelmäßig aufs Äußerste erheitert. Selbst Menschen, die den Witz schon mehrmals gehört haben, müssen immer wieder lachen. Sie werden es selbst zugeben müssen: „Nein, aber im Schrank“ ist einfach eine unsterblich gute Pointe. Da muss man erstmal drauf kommen.

Frank Zappa - Willie The Pimp. https://www.youtube.com/watch?v=HwakfxJV8bQ


Montag, 24. August 2020

Neueste Erkenntnisse zur Epigenese der gewöhnlichen Steinlaus

 

Blogstuff 480

„Unter seinem viel zu kurzen T-Shirt quoll der Bauch großflächig über den Gürtel. Er sah aus wie eine aufgeplatzte Wurst mit Haaren.“ (Heinz Pralinski: Bonetti im Spiegel der Weltliteratur)

Die Bonetti-Konstante: Jeden Tag passiert gleich viel Scheiße auf der Welt, aber es ist nie die gleiche Scheiße.

Wenn es um das Thema Sodomie geht, werden Tiere immer als Opfer dargestellt. Aber ich erinnere mich noch sehr genau an den Pudel meines Onkels, der ständig mein Bein gerammelt hat. Da war ich noch ein Kind! Einmal hat sogar das Zwergkaninchen eines Studienfreundes meine Hand vergewaltigt.  

Zwanghaftes Misstrauen macht nicht nur aggressiv, es ist auch unglaublich anstrengend. Wer hinter allem böse Absicht, Verschwörung und Apokalypse sieht, ist im permanenten Stress. Das macht die Wutbürger auf lange Sicht fertig. Sie haben sich eine Hölle geschaffen, in der sie ständig verfolgt werden, in der sie immer wachsam sein müssen. Wem kann ich unter all den Fremden, die mich in der Stadt, im Straßenverkehr, im Restaurant oder im Supermarkt umgeben, noch trauen? Der Staat und die Unternehmen sind mächtige Feinde, die Medien sind nur zu ihrer Manipulation geschaffen worden. Wer sein Vertrauen in die Gesellschaft verloren hat, ist in seiner Angst und in seinem Hass lebendig begraben. Wenn die Corona-Leugner nicht so unsympathisch wären, hätte ich Mitleid mit ihnen.

Profiteure von Corona: Hersteller von Wohnmobilen und Swimming-Pools sowie Hundezüchter. Mit einem Wurf kann man das Jahresnettogehalt eines ungelernten Arbeiters erzielen, wenn ich mir die Preise anschaue (2000 € pro Welpe war der Top-Preis in dieser Gegend).

Kennen Sie den Film „Das Schweigen der Lämmer“? Das können Sie auch jedes Jahr in Deutschland erleben. Die meisten Lämmer werden wenige Wochen nach der Geburt geschlachtet. Die Muttertiere geben weiterhin Milch, sodass Vegetarier unbeschwert ihren Schafskäse genießen können.

Wir haben in der Theorie das Prinzip der Gleichheit und in der Praxis das Prinzip der Arbeitsteilung. So läuft das auch in der Politik: alle haben eine Stimme und den Job machen dann die Profis. Was die Urväter und -mütter des Grundgesetzes nicht gesehen haben: Die Profis haben mit den Wählern immer weniger zu tun. 

P.S.: Das war gestern ein schöner Fußballabend. Ich habe schon lange nicht mehr zehn Pizzakartons vom Lieferservice auf einem Stapel gesehen. Ein erhabener Anblick. Ältere Leser werden sich noch an LAN-Partys erinnern. Im Winter hatte ich noch gedacht, ich sehe drei Spiele der Nationalmannschaft bei der EM – und dann ist nach der Vorrunde Schluss. Jetzt habe ich fünf Spiele mit deutscher Beteiligung beim Europapokal der Landesmeister gesehen und am Ende gab es sogar den ersten internationalen Titel seit 2014.

Musik aus meiner Jugend. Ich erwarte nicht nur Toleranz und Verständnis, sondern auch mitfühlende Anteilnahme und Sympathie. Santana - Incident at Neshabur. https://www.youtube.com/watch?v=Sr7z-ikOSR4

 

Sonntag, 23. August 2020

Gastautor's Greatest Moments

 „Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“. Das wusste schon Goethe. Eine Internetperle finde ich bei Google Mops. Er ist dem Altglascontainer in der Königsberger Straße (die btw eigentlich längst Ulitza Kaliningrad heißen müsste) im nahen Stromberg gewidmet, dem ich wöchentlich meine leeren Weinflaschen als Opfergabe darbringe. Der Dank geht an Aaarggh Argh, einen Seelenverwandten. Diesen Text hätte selbst Meister Bonetti nicht schöner schreiben können. Bilden Sie sich selbst ein Urteil, liebe Lesende:

„Jeden Montag, wenn ich vor den Waschbütten mit den ausgetrunkenen Schnapsflaschen stehe, überkommt mich eine schier unbändige Freude, weil ich endlich wieder zu meinem liebsten Ort gehen kann - dem Altglascontainer in der Königsberger Straße.

Schon von weitem ragen die Metallcontainer wohlgeformten Brüsten gleich stolz vom Parkplatz empor und funkeln braun-weiß-grün in der Sonne. Noch zwanzig Schritte - mein Herz pocht - noch zehn. Fünf. Zwei. Ich bin angekommen.
Wie ein alter Freund begrüßt mich das altbekannte Schild "ALTGLAS, Einwurf nur von 7:00 - 20:00 Uhr. Bitte keine Abfälle, Verschlüsse, Keramik etc. einwerfen". Pflichtbewusst nehme ich die erste Flasche - Grünglas - werfe sie zärtlich durch die Öffnung des Containers und lausche, wie sie mit einem satten *Pling* *Plom* *Schepper* in tausend Scherben zerspringt, nur um bald wieder eingeschmolzen und zu neuem Glas gemacht zu werden.

Eine Flasche nach der anderen wandert durch den gierigen Schlund und bald - viel zu schnell - sind meine Waschbütten leer. Zum Abschied streichle ich noch einmal zärtlich über die Glasscheiben und Topfdeckel, die der letzte Besucher offensichtlich nicht durch die Öffnung bekommen und einfach auf und neben dem Container zurückgelassen hat, knirsche noch zwei-dreimal mit meinen Stiefeln durch die Millionen von Scherben, die hier überall verteilt liegen und nur darauf warten, den nächsten unaufmerksamen Autoreifen aufzuschlitzen, und wende mich dann schließlich ab in dem Wissen, für diesen unseren Planeten etwas gutes getan zu haben.

Und jetzt mal im Ernst: ist halt ein Altglascontainer, wa? Kennste einen, kennste alle.“

Danach habe ich seine anderen Rezensionen gelesen. Mein Stammlokal, das Jägerhaus im Binger Wald, bekam fünf Sterne, ebenso mein Stammgrieche, die Taverna Meteora in Dörrebach. Die beliebte Camping-Gaststätte „Bauer Schorsch“ am Rheinufer in Bingen-Kempten wurde mit soliden vier Sternen bewertet, hier bekommt der Gast eine korrekte Currywurst und eiskaltes Bier. Er lobt sogar die öffentliche Bücherei in Stromberg, ist viel in Baumärkten unterwegs, hat Kinder und einen Labrador. Während einer Dienstreise war er in Berlin-Friedrichshain in einem Thai-Restaurant namens Khwan (Revaler Straße 99).

Nur einen Stern bekommt die Geisterheilerin im Nachbardorf Roth. Er hält es für Abzocke: „Wenn man zu viel Geld über hat und an esoterische Quacksalbereien, Rassenlehre und Wunderheilungen glaubt und überdies der Meinung ist, den üppigen Lebensstil einer unangenehmen Person weiter finanzieren zu müssen, der ist hier vermutlich gut aufgehoben.“

Wer es mit der Heilung eilig hat, lässt sich das folgende Produkt schicken: „Die Selbstheilkarte von Anne ist ein Quantensprung in eine neue Heildimension, wie es sie in der gesamten Menschheitsgeschichte nicht gab. (…) Anwendung: Heilkarte vor sich hinhalten und das Bild ca. 1 Minute ansehen. Sich vorstellen, wie die aggressiven Virenarten außerhalb des Ringes von dem energetischen Schwingungsprogramm so geschwächt sind, daß sie den Körper nicht mehr schädigen können.“ 

Ich schlage vor, Frau Merkel bestellt 83 Millionen Heilkarten und wir sind Corona für immer los. Für 120 Euro werden übrigens auch per Fernheilung Häuser von Strahlung und schlechtem Karma befreit. Ein Seminartag „Gedankendiät“ kostet nur 190 Flocken.

„Das Volk hat ein Recht auf uns Heiler!“

Oder Sie kommen gleich zu Meister Bonetti: Wine Healing Days (täglich ab 18 Uhr). Anschließend spirituelle Sitzung vor dem Altglascontainer.

Mittagspause – Innenstadtfront. https://www.youtube.com/watch?v=fZnDbY-Jc6o 


Freitag, 21. August 2020

Metastasen der Vergänglichkeit

Blogstuff 478

„Es gibt unter Menschen die Lebenden und die Erloschenen. Die letzteren tun das Erwartbare, sagen das Erwartbare, überfordern keinen und fühlen sich wohl in Stereotypen. Die Lebenden dagegen sind unvorhersehbar, abrupt, anstrengend.“ (Roger Willemsen)

Wer glaubt, jetzt seine Lieblingsprojekte wie beispielsweise das BGE verwirklichen zu können, da der Staat gerade das Geld mit vollen Händen verteilt, könnte sich täuschen. Wer die Renovierung seines Hauses nach einem schweren Sturm bezahlen muss, plant keine teure Weltreise. Das BGE gibt es längst. Es heißt Hartz IV und hält das Proletariat fügsam, bescheiden und geschmeidig.

512 n.Chr.: Die Isobaren erobern Rom.

Darf ich meinen Sohn noch Adolf nennen? Dürfen Schluchtenscheißer noch Witze über Piefkes machen und umgekehrt? Beginnt mit der Cancel Culture die Zeit ethischer Säuberungen? Diskutieren Sie am Montagabend mit Andy Bonetti. „Hurz aber schnurz“ um 21 Uhr auf ARD.

Wegen meines undeutlichen Genuschels unter der Maske hat mir die Bäckereifachverkäuferin zwei statt einem Stück Streuselkuchen mit Pfirsich eingepackt, wie ich zuhause bemerkte. Corona hat nicht nur Schattenseiten.

Kennen Sie die neue Wirecard-Werbung? „Wer hat uns beraten? Christdemokraten.“ Der Vorstandsvorsitzende Frederick Fersengeld (Name von der Redaktion geändert) ist untergetaucht, vom Geld fehlt jede Spur. Wird Kommissar Zufall den Fall lösen?

„Apocalypse Now“ ist eine Metapher auf unsere Zeit. In der ersten Szene wird ein friedlicher, unschuldiger Wald niedergebrannt. Dann dringt der hochaggressive Mensch immer weiter in die Wildnis vor, bis er selbst vernichtet wird.

Schweppenhausen, das ist posturbanes Wohnen.

Macht es euch auch so wütend, dass die Zigeunersoße umbenannt wurde? Wir treffen uns am 29. August am Brandenburger Tor.

Gott ist allmächtig und allwissend, so haben es uns die Pfaffen immer gepredigt. Aber wieso hat Gott nicht gewusst, dass die ersten Menschen im Paradies Scheiße bauen würden? Warum hat er sie nur rausgeschmissen und nicht getötet, um einen neuen Menschen zu schaffen? Allwissend ist er also schon mal nicht. Und was hat er gemacht, als meine Vorfahren seinen Sohn gekreuzigt haben? Nichts. Allmächtig ist er also auch nicht. Wieso hat Jesus Wunder vollbracht, aber im entscheidenden Moment seinen eigenen Arsch nicht gerettet? Wenn Jesus nicht Gottes Sohn war, wieso ist er dann durch ein Wunder Gottes von den Toten auferstanden? Das alles ist völlig unlogisch. Aber Gott muss ja auch die Logik erschaffen haben, oder? Und unsere Fähigkeit, ihn mit logischer Argumentation auseinanderzunehmen. Das ergibt alles keinen Sinn. Dennoch beten immer noch Milliarden Menschen Gott an. Merkwürdiger Haufen, dämlicher Planet. 

Mott the Hoople – All The Young Dudes. https://www.youtube.com/watch?v=IYkRLcCJU_Y