Donnerstag, 23. April 2026

Warten auf Malone


Es ist elf Uhr nachts, als es an der Tür des einsamen Landhauses von Tristan McTickleberry klingelt. Er beschließt, das Klingeln zu ignorieren, aber es brennt Licht in seinem Haus und die Besucher hämmern an die Tür. Schließlich öffnet er. Vor ihm stehen zwei blutende Männer, einer von ihnen ist offenbar schwer verletzt.

„Können wir bei Ihnen mal telefonieren? Ich muss nur den Chef anrufen, der holt uns hier ab.“

„Gut, kommen Sie herein.“

Das Telefon steht im Flur. McTickleberry sieht ein Auto vor der Tür, das von Kugeln durchsiebt wurde. Der Schwerverletzte setzt sich auf den Boden neben der Garderobe. Der andere Mann telefoniert.

„Hallo, Malone. Ich bin’s, Jerry. Nein, es ist schiefgegangen. Das Geld war nicht im Hotelzimmer. Sie haben auf uns geschossen. Ich bin hier in einem Haus an der Straße zwischen den Ortschaften Nether Addlethorpe und Middle Fritham. Der Name ist North Cothelstone Hall.“ Dann legt er auf.

„Soll ich den Verbandskasten aus dem Auto holen?“, fragt McTickleberry.

Der Mann zieht eine Pistole. „Wir gehen jetzt ins Wohnzimmer und warten. Ich könnte einen Whisky vertragen.“

Sie sitzen eine Stunde vor dem Kamin und schweigen.

„Was ist mit Ihrem Kollegen?“, fragt McTickleberry.

Der Mann geht kurz hinaus und kommt wieder. „Er ist tot.“

Der Schnaps und der Blutverlust lassen den Fremden schließlich einschlafen. McTickleberry steht leise auf, nimmt die Pistole an sich und geht in den ersten Stock, wo er sich in seinem Schlafzimmer einschließt.

Am nächsten Morgen geht er hinunter. Der Fremde ist wach und sieht ihn. „Malone ist nicht gekommen. Ich muss weiter.“

Er verlässt das Haus und fährt davon.

 

 

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