Montag, 31. Oktober 2022

Für Sie getestet: Halloween ist Horror


Ich überrasche mich immer wieder selbst. Wie blöd kann ein Mensch sein? The sky is the limit. Für einen älteren Menschen wie mich, der am Ufer des Flusses sitzt und sämtliche Veränderungen ungerührt an sich vorübertreiben lässt, ist der 31. Oktober Weltspartag und Reformationstag. Ich wusste bis heute Morgen noch nicht mal, dass morgen Allerheiligen ist, ein Feiertag in Rheinland-Pfalz. Also war ich heute einkaufen. Panikmodus vor Feiertagen. Sie kennen das. Ich kaufte u.a. eine sündhaft teure Schachtel Pralinen für meinen Vater, der sich bei einer Nachbarin bedanken möchte, die ihm seinen verlorenen Autoschlüssel zurückgebracht hat.

Eigentlich war es bisher ein schöner Tag. Bistecca ai porcini bei einem netten Italiener in Bingen, entspannter Einkauf bei Rewe, Lesen & Schreiben am Nachmittag. Bis es um 19 Uhr klingelt. Wer kann das sein? Ich Idiot öffne die Haustür ohne einen prüfenden Blick aus dem Küchenfenster. „Süßes oder Saures“ schallt es mir entgegen. Im Hintergrund die streng blickende Mutter. Keine Chance. So geht eine Zehn-Euro-Schachtel feinster Lindt-Pralinen dahin. Ich Idiot lasse das Außenlicht an der Haustür an. Fünf Minuten später habe ich auch kein Duplo mehr. Ein Alptraum. Ich lösche alle Lichter und verstecke mich mit meinem Notebook bis 21 Uhr im Keller. Werde ich es je lernen?



Wo der Bartel den Most holt

 

A: Mir ist mal ein Nutellabrötchen runtergefallen.

B: Verrückte Welt. Auf welche Seite?

A: Rat mal.

B: Jeder hat so seine Probleme.

A: Da ist was Wahres dran.

B: Umgekehrt wird ein Schuh draus.

A: Wenigstens ist es auf einen braunen Teppich gefallen.

B: Siehste.

Acht Uhr morgens und schlimmer Bierdurst


Blogstuff 740

„Aß und trank zuviel.“ (Thomas Mann, Tagebucheintrag vom 22.9.1950)

Es waren die großen Krisen der letzten 15 Jahre (Bankenkrise, Griechenlandkrise, Klimakrise, Pandemie, Energiekrise), die den starken Staat zurückgebracht haben. Jeder hat in diesen Krisenzeiten gesehen, dass der Markt es nicht regelt bzw. nichts geregelt bekommt. Das hat man 1932 schon mal begriffen (Stichworte: New Deal, Keynes), 2022 hat man es wieder begriffen. Hoffentlich.

28. Oktober. 22 Grad im Schatten. Ich sitze in der Sonne und freue mich über den Klimawandel. Wir haben so viel fossile Brennstoffe von Putin verbrannt und CO2 produziert, dass wir jetzt nix mehr von ihm kaufen müssen.

Hätten Sie’s gewusst? Heinz Pralinski hat seine Frau bei einem Flamenco Flashmob in Herne kennengelernt.

Mich stört, dass bei den FFF-Aktionen in Museen immer vegetarische Lebensmittel verwendet werden. Warum nicht mal ein Schweinenackensteak auf einen Rembrandt tackern?

Natürlich lohnt es sich angesichts der hohen Inflation für die Unterschicht nicht mehr, arbeiten zu gehen. Aber man sollte den sozialen Druck nicht unterschätzen. Wenn du nicht als Sozialschmarotzer denunziert werden möchtest, beugst du lieber dein Knie vor König Kapital. 

Der Schachspieler Hans Niemann soll bei einem Schachturnier betrogen und dabei die Hilfe eines Computers in Anspruch genommen haben. „Womöglich mit Anal-Perlen, mittels denen ihm ein Komplize Signale in den After gesendet haben könnte. Drei Vibrationen gefolgt von einer kurzen Pause und vier Vibrationen würden etwa das Feld C4 bedeuten.“ (Salonkolumnisten) Ich freue mich schon auf die Verfilmung dieses Dramas.

Es gibt ja immer noch Leute, die von den Grünen enttäuscht sind. Ich nenne das Phantomschmerz. Diese Partei hat sich schon in den neunziger Jahren aus dem linken Spektrum verabschiedet. Man muss sich nur mal die „feministische wertebasierte Außenpolitik“ von Frau Baerbock anschauen. Das ist einfach Außenpolitik von der Stange, business as usual inklusive Waffenlieferungen an ein antifeministisches, werteverachtendes Land wie Saudi-Arabien. Oder Schwarz-Grün in Hessen. Aus den Startbahngegnern sind Startbahnbauer geworden. Onkel Tom Kretschmann, das angepasste Arschloch. Wer von den Grünen nichts erwartet, kann auch nicht enttäuscht werden.

Warum legen die Putin-Querdenker ihre hohen moralischen Standards immer nur an westliche Demokratien an, aber nie an Russland oder China? Man hört von ihnen kein Wort über die Demokratiebewegung in Hongkong oder über die Straflager für Uiguren, über ermordete Journalisten oder inhaftierte Oppositionspolitiker. „Assange“ ist ihr tägliches Mantra, der Rest ist Schweigen.

Get Down On It - YouTube

 

Sonntag, 30. Oktober 2022

Bonetti Media spart Energie

 

Bonettis Büro ist etwa so groß wie ein Fußballplatz. Um die Raumtemperatur von dreißig Grad halten zu können, schippen zwei Heizer im Keller unermüdlich Kohle in den Brenner. Manchmal ist es Bonetti aber auch zu warm. Dann schaltet er die Klimaanlage an, um den Raum auf 26 bis 28 Grad abzukühlen.

Aber schon in seinem Vorzimmer sieht es anders aus. Karla Zugmeier, seine Sekretärin, sitzt im Wintermantel mit Schal und Mütze vor dem Computer. Da sie dicke Fäustlinge trägt, tippt sie mit einem Bleistift auf der Tastatur. Die Heizung ist im ganzen Unternehmen abgestellt. Auch die Beleuchtung und der Fahrstuhl. Treppensteigen macht warm, sagt Bonetti und lacht.

Überhaupt ist der Chef gut gelaunt. Er verspricht den Praktikanten Eis am Stiel. Sie lehnen zitternd ab. Homeoffice wird immer beliebter. Sollen die Angestellten doch zuhause heizen. So spart Bonetti viel Geld und kann solidartechnisch auch noch einen auf dicke Hose machen.

Nimm das, Putin! Und das ist erst DEFCON 3.

Good Times - YouTube


 

Samstag, 29. Oktober 2022

Das Zeitalter der Defensive


Ich bin vor einem halben Jahrhundert eingeschult worden. 1972 glaubten die Menschen noch an den Fortschritt. Und wenn man unser Leben über diese Distanz betrachtet, hat es auch Fortschritte gegeben. Sei es in der Medizin oder der Akzeptanz von Homosexualität. Aber auch in vielen kleinen Dingen. Damals hatte man noch ein Radio und einen Plattenspieler, Schallplatten waren teuer. Heute habe ich über das Internet alle Musik der Welt, ich kann kostenlos jede Platte hören, auf die ich gerade Lust habe. Oder nehmen wir mal die Kulinarik. Ich habe als Kind in meinem Tagebuch akribisch jedes Mittagessen notiert. Mann, war das öde! Heute kann ich Gerichte im Restaurant oder über einen Lieferdienst bestellen, die ich damals gar nicht kannte. Nudeln mit Tomatensoße? Nicht, wenn ich Tandoori-Chicken bekommen kann.

Wählt man einen kürzeren Zeitraum zur Betrachtung, sagen wir fünf oder zehn Jahre, findet längst kein Fortschritt mehr statt. Es sind marginale Verbesserungen, aber nichts, was uns begeistern würde. Ganz im Gegenteil: Wir sind in die Defensive geraten. Und die meisten von uns wollen es nicht wahrhaben. Wir sollten längst eine Abwehrschlacht gegen die Klimakatastrophe führen, aber wir tun es nicht. Unser Wohlstand wächst nicht mehr, Abstiegsängste und Armut sind ein tägliches Gesprächsthema geworden. Unser Frieden ist in Gefahr. Neue Krankheiten wie Corona bedrohen unsere Gesundheit. Die Gesellschaft zerfällt, die Demokratieverachtung steigt. Die Infrastruktur geht den berühmten Bachrunter, die Wirtschaft stagniert. Überall bröckelt und bröselt es, sozial, ökonomisch und politisch. Wir reparieren einige Stellen, bauen aber nichts neu auf. Kein Aufbruch, nirgends - nur Passivität und Melancholie.




Freitag, 28. Oktober 2022

Bonetti im Glück

 

Es war einmal ein junger Mann, der hieß Andy Bonetti. Als er eines schönen Tages durch den Wald ging, fand er einen Stein und nahm ihn mit nach Hause. Ein Nachbar sah ihn und sagte: „Ei der daus, was ist das für ein schöner Stein.“ Da antwortete Bonetti: „Dieser Stein bringt Glück, das sieht man wohl, Väterchen.“ Da lachte der Nachbar und sprach: „Willst du diesen Stein nicht gegen eine von meinen Gänsen tauschen?“ Bonetti nickte und so ward der Tausch getan. Aber was macht man mit einer Gans? Also ging Bonetti auf den Markt. Dort tauschte er bei einem Saarländer die Gans gegen ein Schwein. Auf dem Rückweg kam er an einem Gasthaus vorbei. Der Wirt konnte ein Schwein gebrauchen, weil er Schnitzel machen wollte. Also tauschte Bonetti das Schwein gegen einen Klumpen Gold. Und in Berlin tauschte er das Gold gegen ein Medienimperium und Sie sind bis ans Ende Ihres Lebens verflucht, diesen Mist jeden Tag zu lesen.

 





Was Sie im Fall eines Atomangriffs beachten sollten


Falls in Ihrer Nähe eine Atombombe explodiert, müssen Sie folgende Regeln beachten:

1.     Schließen Sie Fenster und Türen und lassen Sie die Rollläden runter.

2.     Legen Sie sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden und schließen Sie die Augen, damit die Strahlung über Sie hinweggeht.

3.     Machen Sie autogenes Training: Sagen Sie „Mein linker Arm ist nicht verstrahlt“, „Mein rechter Arm ist nicht verstrahlt“ usw.

4.     Trinken Sie kein Leitungswasser, sondern nur Wein. Halten Sie mindestens fünfzig Flaschen in Ihrem Weinkeller bereit.

5.     Nehmen Sie täglich 3 x Anti-Atom-Globuli ein.

6.     Machen Sie Yoga, vor allem die Figur „Der unverstrahlte Hund“.

7.     Positiv denken: Ein strahlendes Lächeln vertreibt die Strahlung.

8.     Ignorieren Sie die Mainstreammedien, informieren Sie sich auf Telegram.

9.     Glauben Sie keinem Wissenschaftler.

10. Für weitere Maßnahmen legen Sie Tarot-Karten, lesen Sie Ihr Horoskop oder befragen Sie das I Ging.