Samstag, 18. April 2015

Oh Boy

Am Mittwoch lief auf Arte ein wunderbar lakonischer Berlin-Film von Jan-Ole Gerster. So einfach und klar wie eine japanische Keramik.
„Oh Boy“ ist noch bis nächste Woche in der Mediathek zu sehen. Wer ihn noch nicht kennt:
http://www.arte.tv/guide/de/043495-000/oh-boy?autoplay=1

Kommentare:

  1. Danke für den Link.
    Hab ihn mir eben angeschaut.
    Scheitern. Auf ganzer Linie. Alle.
    Hatte das Bild der japanischen Keramik im Kopf, fühlte mich aber eher erinnert an Hans-Christian Andersen in schwarz-weiß, heute, Berlin.
    Es wir nie gut, es tut immer weh, alles.
    Trotzdem oder gerade: danke für den Link.

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    1. Mir gefällt die Schlichtheit der Erzählung. Linear, chronologisch, auf eine Person bezogen. Extrem reduziert (selbst die Farben fehlen) und doch voller Action. Keine Zeitsprünge, Perspektivwechsel, Rückblenden, Nebenhandlungen. Die drei aristotelischen Einheiten von Zeit, Raum und Handlung: 24 Stunden, Berlin, ein junger Mann auf der Suche nach seinem Leben. Aber er kommt zu nichts, er findet keine Ruhe, er schafft es erst am Ende, wenigstens mal eine Tasse Kaffee zu trinken.

      Ich sehe den Film nicht so pessimistisch. Ich glaube, er wird nach diesem Tag sein Leben ändern. Schon allein, weil sein reicher Vater ihm das Geld streicht. Seine Lehr- und Wanderjahre sind vorbei. Entweder packt er jetzt endlich mal seine Umzugskartons aus oder er fängt woanders neu an. Da ist eine Menge Raum für Interpretationen. Die Geschichte ist nicht zu Ende erzählt. Noch ein Pluspunkt.

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  2. Es gefällt auch mir gut, wie die Geschichte erzählt wird und die Tasse Kaffee am Ende des Filmes scheint mir eine Metapher für´s Erwachen. Ob er im Großen sein Leben ändern wird ist offen. Ich zweifle daran.

    Wahrscheinlich ist meine Sichtweise zu pessimistisch. Trotzdem: schöner Film.

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