Donnerstag, 30. April 2020

Grafik der Woche



Ich mag das Modell von Kübler-Ross. Es lässt sich auf viele Themen anwenden. Zuletzt habe ich es am 3. April zum Thema Corona-Krise genutzt.
Die Pandemieleugner befinden sich noch im Stadium „Denial“, manche auch im Stadium „Anger“. Ignoranz und Zorn – die perfekte Mischung. Die Wutbürger formieren sich mittlerweile im Netz. Til Schweiger, Sonja Zietlow, Jan Fleischhauer und Alice Weidel können nicht irren.
Ich befinde mich bereits im Stadium „Acceptance“. Ich habe festgestellt, dass ich extrem coronakompatibel bin. Ich bin ein Stubenhocker und mag andere Menschen sowieso nicht. Ich muss mich der Welt nicht anpassen, die Welt passt sich mir an. Go, Corona, go!
P.S.: Für die Pandemieleugner, die tatsächlich glauben, ein Männerschnupfen habe in New York innerhalb weniger Wochen knapp 20.000 Menschen dahingerafft, die sowieso im Sommer gestorben wären, gibt es jetzt eine Partei: „Widerstand2020“. Nach eigenen Angaben hat sie schon so viele Mitglieder wie die AfD, Gründer ist ein Mensch, der in einer Schwindelambulanz arbeitet. Da sind die Mitgliedsbeiträge sicher gut aufgehoben. Kleiner Spaß. Seine Mitgründerin bezeichnet sich selbst als „CEO“. Habe mal recherchiert. Sie ist Vorstandsvorsitzende bei LiebeskummerBox.de, wo Sie für 50 Euro die Stunde im Chat beraten werden. Inzwischen hat sie ihre Selbstbezeichnung auf der HP allerdings auf „Nur ein Mensch“ geändert. Da haben wohl noch mehr Leute gelacht.
Die Flüchtlingskrise führte zum Erblühen der AfD, die Klimakrise machte „Fridays for Future“ zur Jugendbewegung und jetzt bekommen wir Widerstand2020. Es dürfen sich Querfront-Ideologen, Eso-Honks, FDP-Wähler und Reichsbürger angesprochen fühlen. Hier finden Sie dankbare Zuhörer für Ihre ganz private Verschwörungstheorie. Der Mundschutz ist ein Maulkorb und das Zeichen unserer Versklavung? Hereinspaziert! Pegida und AfD waren gestern – ich bin jetzt im „Widerstand“. Bei der Volksfront von Judäa ist doch sowieso die Luft raus.
Fun Fact For Fans: Schon wieder sieht man keinen einzigen Migranten auf den Demos. Was haben die Türken eigentlich gegen die Rechten?

Auf der Maske steht: „Damals der Judenstern, heute die Gesichtsmaske“.

Gott ist tot


„Der Mensch ist nur Rohstoff, sein eigentlicher Sinn ist Profit.“ (Andy Bonetti: Was ich schon immer mal sagen wollte)
Der Kapitalismus ist ein Glaubenssystem. Er beruht auf Autosuggestion. Er funktioniert nur, wenn wir Gott – in diesem Fall: das Geld – nicht in Frage stellen. Das bunte Papier und das runde Metall sind niemals wertlos. Punkt.
2008 wurde unser Vertrauen durch die Finanz- und Bankenkrise erschüttert. Merkel stellte sich mit dem damaligen Finanzminister Steinbrück vor die Presse und sagte: „Wir sagen den Sparerinnen und Sparern, dass ihre Einlagen sicher sind. Auch dafür steht die Bundesregierung ein.“ Mario Dragi rettete in der Eurokrise 2012 die gemeinsame Währung mit den Worten: „Innerhalb unseres Mandats ist die EZB bereit, alles Nötige zu tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, es wird reichen.“
In der aktuellen Krise, die dritte in zwölf Jahren, erklärt uns Finanzminister Scholz, er hätte unbegrenzte Mittel zur Rettung der Wirtschaft, und sei bereit, sie auch einzusetzen. Wirklich? 718.000 Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet, ein Drittel aller Betriebe. Wie lange kann der Staat die Wirtschaftstätigkeit mit Schulden finanzieren und künstlich beatmen? Wie kann er dauerhaft fehlenden Konsum kompensieren? Mit Helikoptergeld, wie es die Grünen vorschlagen und Trump es vormacht? Der Staat lässt jetzt Muskeln spielen, die er gar nicht hat. Der Zauberer von Oz lässt grüßen.
Was passiert, wenn die Deutschen den Glauben an den Kapitalismus verlieren? Wenn sie ihre kollektive Macht in diesem Augenblick, da die Verhältnisse ins Taumeln geraten sind, erkennen? Es wäre der GAU unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems. Zugleich die Chance auf einen Neuanfang. Aber wir sehen sie nicht, weil uns der Glaube an die Obrigkeit blind gemacht hat. Wir stellen keine Fragen, wir warten auf Befehle.
P.S.: Jetzt mal im Ernst, Freunde der Sonne und der Berge. Wir haben doch gar nicht die Phantasie, uns eine neue Gesellschaftsordnung vorzustellen. Seit wir auf der Welt sind, haben wir die Wahl zwischen einem Kandidaten der CDU/CSU und der SPD. Die Politik ändert sich nie. Fragen Sie sich doch mal ganz spontan, welchen Regierungschef Sie gerne hätten, wenn es eine Revolution gibt. Außer Andy Bonetti fällt Ihnen doch niemand ein, oder?
Stretch – Why Did You Do It. https://www.youtube.com/watch?v=X4UD1sK5a1U

Corona macht uns klar: Wir sitzen alle im selben Bett. Die einen auf dem Sonnendeck, die anderen im Maschinenraum. Banker bekommen Boni, „systemrelevante“ Pflegekräfte Klopapier.
Update: 10,1 Millionen Beschäftigte beziehen aktuell Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit. Dazu kommen 2,6 Millionen Arbeitslose.

Mittwoch, 29. April 2020

Mathematik für Pandemieleugner


Es ist immer das gleiche. Egal, ob man es mit Holocaustleugnern, Klimaleugnern oder Pandemieleugnern zu tun hat. Es helfen nur Daten und Fakten. Folgende kleine Berechnung führt uns vor Augen, warum Hygiene- und Abstandsregeln dringend notwendig wurden und warum im Lockdown die Maßnahmen verschärft wurden:
Gehen wir zurück zum 1. März. Es ist noch nicht einmal zwei Monate her, da gab es nur 130 Infizierte in Deutschland. Die Verdoppelungsrate betrug an diesem Tag 1,6. Das heißt, alle 1,6 Tage oder alle 38,4 Stunden verdoppelte sich die Zahl der Infizierten. Gehen wir davon aus, es wären keine Maßnahmen ergriffen worden, und wir hätten dieser Dynamik tatenlos zugeschaut. Innerhalb von knapp 31 Tagen, also bis zum 1. April, würde sich die Zahl der Infizierten 19 Mal verdoppeln. Das wären 68,1 Millionen Menschen. Wir hätten also längst die Herdenimmunität erreicht, dafür aber womöglich 680.000 Tote, wenn wir von einer Sterblichkeit von einem Prozent der Infizierten ausgehen. Das Gesundheitssystem wäre zusammengebrochen, jede Stadt hätte ihr eigenes Massengrab bekommen.
Aktuell verdoppelt sich die Zahl der Infizierten alle 67 Tage. Es ist also richtig, über die Aufhebung des Lockdowns zu sprechen. Aber es ist falsch zu behaupten, es sei nur eine Grippe und die Fallzahlen seien doch viel zu niedrig, um von einer Pandemie zu sprechen. Mit dem Resultat der Maßnahmen wird jetzt gegen die Ergreifung der Maßnahmen diskutiert. Das ist schizophren.
Geld oder Leben? So fragten früher die Räuber, wenn sie eine Kutsche überfielen. Vor dieser Frage stehen auch die Regierungen bei ihren Maßnahmen gegen die Pandemie. Schweden hat sich anders entschieden als Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und viele andere Länder. Ergebnis: Drei Mal mehr Covid19-Tote im Verhältnis zur Bevölkerungsgröße als Deutschland.
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/coronavirus-karte-verdopplungszeit-101.html

Der Palliativblogger


Blogstuff 426
„Die Welt ist mit Corona flüssig geworden. Die Zahl der Variablen steigt, die Zahl der Konstanten sinkt.“ (Habermas fragt, Bonetti antwortet)
Ein Meter fünfzig Mindestabstand – das ist ein Berufsverbot für Taschendiebe.
„Bleib gesund“ ist das neue „Einen schönen Tag noch“. Es geht mir jetzt schon extrem auf den Zeiger. Und wir sind erst am Anfang der Pandemie.
Wenn man sich wieder mit fünf Leuten im Park treffen kann, werden alle merken, dass sie gar nicht so viele Freunde haben.
Das ist die neue Drei-Klassen-Gesellschaft: Die Systemrelevanten, die Risikogruppen, der Rest (Kinder, Angestellte, Nicht-Virologen).
Mit Corona begann die mediale Überhöhung der arbeitenden Frau: die Krankenschwester, die Kassiererin und die Bäuerin („Ochsenluder“) werden in ihrer Bedeutung für die Gesellschaft gewürdigt. Leider nur ideell und nicht materiell.
Neues aus der Coronastatistik: Bei den Infizierten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung liegen die Zwergstaaten Andorra und San Marino an der Spitze, während es in Tadschikistan überhaupt keinen Infizierten gibt.
Anfang April lag die Testkapazität (es geht um Corona, A.d.V.) in Großbritannien bei 2500 am Tag. Das Labor der Firma Bioscentia in Ingelheim, wo ich als Werkstudent gearbeitet habe, hat eine Kapazität von 3500 Tests am Tag. UK: 0. Ingelheim: 1. Eat this, Boris!
Da prahlen manche Aussichtspunkte mit 60 km Weitblick bis zum Pfälzer Wald. Ich kann von meinem Dachfenster den Mond sehen!
Wenn man alle Zellen, aus denen ein menschlicher Körper besteht, nebeneinander legen würde, wären wir so groß wie ein Fußballfeld. Mindestens.
Im Lockdown haben wir erkannt, wie schlecht unsere beschleunigte Welt mit Verzögerung umgehen kann. Räder, die ein oder zwei Monate stillstehen, zerbrechen sofort oder müssen vom Staat mühsam mit Steuergeld vor dem Zerfall gerettet werden.
Wer denkt in diesen schwierigen Zeiten eigentlich noch an die Ameisenbären?
Hätten Sie’s gewusst? Am 1. Mai 1945 wurde Wilmersdorf von der Roten Armee befreit.
Das Coronavirus ist wie die AfD: Keiner mag es, aber die Medien geben ihm viel zu viel Aufmerksamkeit. Bietet dem Virus keine Bühne!
Intelligenz macht einsam. Mundgeruch auch.
„Lieber Professor Drosten,
seit 7. März habe ich mir nicht mehr ins Gesicht gefasst. Wann wird diese Maßnahme gelockert? Es ist inzwischen wirklich ein hartnäckiges Jucken.
Herzliche Grüße, Andy Bonetti“
Cypress Hill - Hits from the Bong. https://www.youtube.com/watch?v=eMK4cfXj5c0

Dienstag, 28. April 2020

Was Laschet, Palmer und Schäuble noch lernen müssen


Seit der Steinzeit versuchen wir, die Natur mit den merkwürdigsten Methoden zu beeinflussen: Beschwörungen, Rituale, Zeremonien, Opfergaben. Wir beten um eine gute Ernte, wir schlachten Tiere und Menschen, um die Götter zu besänftigen, von denen wir vermuten, dass sie für Erdbeben, Dürre, Krankheiten oder Stürme verantwortlich sind. Aber die Natur verhandelt nicht. Kein Parlament der Welt kann die Naturgesetze ändern. Also müssen wir Geduld haben, bis die Pandemie vorbei ist. Da hilft kein Klagen und kein Zetern, kein Amulett und kein Zauber - und vor allem keine dämlichen Sprüche wie "Wir retten in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären."

Macht’s gut und Danke für den Champagner


Sie, liebe Lesende, treue Anhänger der ersten Stunde oder fangfrische Neukunden von Bonetti Media, haben das Recht, es als erste zu erfahren. Die ganze, nackte, unverblümte, sicherlich auch etwas unangenehme Wahrheit über die Corona-Krise, den BER und die Illuminaten um Carsten Maschmeyer und Wolfgang Bosbach. Weltexklusiv! Darunter habe ich es in diesem Blog noch nie gemacht.
***
Es war kurz nach Mitternacht, als der Hubschrauber sich der rechteckigen Halle näherte. Das Gelände war hell erleuchtet. Bonetti sah aus dem Fenster. Ein siegessicheres Lächeln umspielte seine Mundwinkel.
Jetzt geht es los, dachte er. In wenigen Stunden ist es geschafft. Mein Geld ist gut angelegt. Und das Geld der Steuerzahler. Sein Grinsen wurde breiter.
Der Hubschrauber landete. Zwei Männer vom Sicherheitsdienst holten ihn ab und brachten ihn in die Halle. Bonetti hatte kein Gepäck dabei, keine Papiere, noch nicht einmal Geld. Da, wo er hingehen würde, brauchte man weder Geld noch Ausweise.
Mitten in der sogenannten Abfertigungshalle des sogenannten Flughafens BER war eine Sicherheitsschleuse. Bonettis Fingerabdrücke und seine Retina wurden überprüft. Alles korrekt. Er war einer von fünfhundert Auserwählten. Alle wichtigen Leute würden sich heute Nacht hier versammeln. Sorry, Armin Laschet und Oliver Pocher, Klaus Kleber und Udo Lindenberg, Uli Hoeneß und Boris Becker. Das Projekt war von Anfang an auf fünfhundert Personen limitiert. Selbstverständlich ist Andy Bonetti dabei.
Hinter der Sicherheitsschleuse war ein Aufzug. Bonetti stieg ein. Es ging fünfhundert Meter in die Tiefe. Dort war der Eingang. Die Germania. Ein achthundertachtzig Meter langer Raumkreuzer. Ausgestattet mit Luxuskabinen, Restaurants, Schwimmbädern, Kinos und künstlicher Schwerkraft. Noch vor Anbruch der Morgendämmerung würde sich die sogenannte Abfertigungshalle, in Wirklichkeit nichts weiter als eine billige Blechattrappe, öffnen und der Raumkreuzer würde starten. Das Projekt Germania hatte insgesamt zehn Milliarden an Steuergeldern verschlungen und die gigantischen Vermögen der Passagiere. Aber es war jeden Cent wert.
2019 hatte die Menschheit ihre letzte Chance verspielt. Die Illuminaten präsentierten in Davos Greta Thunberg. Aber ihre Botschaft verhallte ungehört. Keiner wollte sein Leben ändern. Also mussten wir handeln. Das Coronavirus, das in einem Labor in Leverkusen entwickelt wurde, ist tückischer als gedacht. Es produziert fortlaufend neue Mutationen und daher kann es keinen Impfstoff zu seiner Bekämpfung geben. Es tötet die Menschen weltweit so langsam, dass keine Panik entsteht. Laut unserem Zeitplan wird die Zahl der Menschen bis 2030 auf eine Milliarde reduziert. Nur so kann der Planet überleben.
Bonetti betrat seine Kabine. Bald würde der Start erfolgen. Am Abend hatte er einen Platz für das Captain’s Dinner zwischen Angela Merkel und Susanne Klatten reserviert. Zehn Jahre auf einem Luxusschiff im Orbit sollten kein Problem sein. Längst gab es für die zahlungskräftige Kundschaft an Bord Technologien zur Zellerneuerung, die es ihnen ermöglichen würden, mühelos zweihundert Jahre alt zu werden.
Wenn wir auf die Erde zurückkehren, werden wir sie beherrschen, dachte Bonetti. Denn wir haben den einzigen Impfstoff an Bord, der das Virus töten kann.
Beatles - Ticket to Ride. https://www.youtube.com/watch?v=acxfOgPWUls

Montag, 27. April 2020

Al Capone Reloaded


Bereits im März habe ich vor illegalen Corona-Bars gewarnt, in denen sich die Vollbluttrinker treffen werden. Es kam alles noch schlimmer. Die Mafia übernimmt das Friseur-Business. Dein Dealer bietet dir neben Koks und Gras jetzt auch noch Stufenschnitt und Foliensträhnen an. Aber die Polizei ist wachsam. Jahrelang fahndet sie vergeblich nach Rechtsradikalen – aber die Keller-Coiffeure findet sie sofort. Auch die Online-Petition zum Thema Klopapier hätten wir uns 2019 nicht vorstellen können.


Schwarze Gummibärchen für Kreuzberg


Blogstuff 425
„Zwischen Suppe und Mund kann sich vieles ereignen.“ (Ror Wolf: Fortsetzung des Berichts)
23. März 2021. Erster Jahrestag der „Kontaktbeschränkungen“. Die Deutschen stehen maskiert auf ihren Balkonen und applaudieren. Wir haben uns längst an den Ausnahmezustand gewöhnt.
Erst wenn das letzte Internet-Start Up Pleite gegangen ist, erst wenn die letzte Fahrradwerkstatt geschlossen ist, erst wenn der letzte Chai Latte getrunken ist, werdet ihr merken, dass man von dieser pubertären Hipster-Scheiße nicht leben kann.
Die Österreicher sind geschäftstüchtige Leute. Erst haben sie Ischgl so lange offen gelassen, bis die ersten Leichensäcke aus dem Dorf getragen wurden, jetzt locken sie uns für den Sommerurlaub in ihr Knusperhäuschen.
Ich war nur einmal im Leben in Oberhausen. Damals habe ich mit einem Freund, der 18 Semester in Duisburg studiert hat, ohne einen einzigen Schein zu machen, das nagelneue CentrO besucht. Wir haben im Planet Hollywood einen überteuerten Burger gegessen, waren im Kino und hatten von dieser merkwürdig unpassenden Mall schnell die Schnauze voll. Wir gingen in eine Eckkneipe. Da wo wieder Ruhrpott ist. Sofort Totenstille am Tresen. Fremde! Wir setzten uns an einen Tisch und bestellten Bier und Schnaps. Die Lage beruhigte sich wieder, die Colts wurden zurück in den Halfter gesteckt. So viel von mir zu dieser Stadt.
Wie oft verkaufen uns die Besserwisser ihre Einmischung als Anteilnahme? Jetzt, wo man kaum noch andere Menschen trifft, bekommt man auch keine „guten“ Ratschläge mehr, wie man sein Leben zu gestalten hat. Deutschland, das Volk der Virologen, weicht auf YT-Videos und Podcasts aus, die ich mir alle nicht ansehe. Stattdessen sitze ich jeden Tag eine Stunde auf meiner Gartenbank und lass mir die Sonne auf den Pelz scheinen.
Es gibt etwa zweihundert Länder auf der Erde. Nur sieben haben mehr Corona-Tote als Deutschland. Aber wir halten uns mal wieder für die Allergrößten.
Nach Corona werde ich meine Klopapiervorräte anzünden wie Nero einst Rom.
Die Bayern haben seit dem 8. März kein Spiel mehr gewonnen. Wackelt der Trainerstuhl von Hansi Flick?
Habe ich jetzt eine Protestwampe, weil ich mich dem kapitalistischen Verwertungsideal verweigere, oder eine Coronawampe? Jedenfalls bekomme ich inzwischen auf dem Weg vom Sofa zum Kühlschrank Seitenstechen.
Die Krise: episch, epochal – und unglaublich langweilig. Wann kommt Covid20?
Ich entdecke immer mehr Vorteile an der Pandemie. Mit Maske kann man zum Beispiel aufs Zähneputzen verzichten. Oder denken Sie mal ans Händeschütteln. Wie oft habe ich jemandem die Hand gedrückt und dachte, ich fasse eine ausgelaufene Wärmflasche an. Oder die Frauen! Es sind vierzig Grad im Schatten, du bist in der algerischen Wüste – aber ihre Hand ist eiskalt.
Neueste Verschwörungstheorie: Der Klopapiermangel wurde nur inszeniert, um vom Maskenmangel abzulenken. Oder hatten wir die schon?
Im Traum begegnen dir deine Toten wieder, ob du willst oder nicht.
Blue Swede - Hooked on a Feeling. https://www.youtube.com/watch?v=NrI-UBIB8Jk

Sonntag, 26. April 2020

Sagrotan ist das neue Heroin


Donald Trump empfiehlt seinem Volk, sich Desinfektionsmittel zu spritzen. In Deutschland bevorzugen wir Schäubletten. Bitte jeweils eine Pille vor den Mahlzeiten einnehmen: "Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig."

Zurück in die Silvesternacht von Köln


Es war eine Zeit voller Hoffnung. 2015. Willkommenskultur. Halb Deutschland stand mit Teddybär und Luftballon am Bahnhof, um die Armen und Entrechteten dieser Erde zu begrüßen. Überall halfen Menschen den Neuankömmlingen, in Turnhallen und Containern wurde ihnen ein Quartier bereitet. Ein Sommermärchen. Nur diesmal ging es nicht um Fußball, sondern um Menschlichkeit.
Natürlich ist es nicht lange gut gegangen. Ein paar Grabscher am Kölner Hauptbahnhof haben genügt, um die Tore zu schließen und eine Million Geflüchtete unter Generalverdacht zu stellen. Ein Jahr später kommen auf jeden Asylantrag zehn Wähler der faschistischen AfD. Wir kennen alle die Geschichte.
Jetzt wiederholt sie sich. Deutschland, ein Frühlingsmärchen. Das ganze Land nimmt harte Entbehrungen auf sich, um die Risikogruppen in der Coronakrise zu schützen. Wir verdienen unser Geld im Schlafanzug und nicht mehr im Sakko. Wir sparen uns den Stau im Berufsverkehr. Wir essen die Pizza zuhause und nicht im Restaurant. Wir besuchen an Ostern nicht die Schwiegereltern. Wir beklatschen unseren Heldenmut allabendlich auf dem Balkon. 2020 ist unser Weltkrieg.
Vorbei. Vier Wochen müssen genügen. Das Wetter ist schön und es zieht uns in die Biergärten. Warum sind sie geschlossen? Och, menno. Ich hab doch nix gemacht, Mutti. Bin brav gewesen. Keine Flugreise nach Mallorca? Darf ich wenigstens nach Ischgl? Der Onkel Sebastian hat’s erlaubt. Warum hat die Eisdiele geschlossen, wenn der Baumarkt aufmacht? Ich halte auch Abstand und trage eine Alu-Maske. Risikogruppe? Ist das eine neue Band?

Samstag, 25. April 2020

Bilderwelten, Weltbilder 23


Bonetti fordert weitere Lockerungen im Mai


Blogstuff 424
Lasst die Kandidaten raten
Lafer seinen Braten braten
Zeigt den Plasberg, zeigt die Will
Brave new TV Overkill
Jeden Morgen wache ich mit einem Lächeln auf. Aber dann fällt mir ein, wo ich bin.
Der Film „The great toilet paper shortage” von Quentin Tarantino kommt 2022 in die Kinos.
Das System definiert, was relevant ist. Und es wird von Woche zu Woche mehr, weil man immer mit dem Totschlagargument kommen kann: Wenn das Autokino geöffnet ist, kann auch das Autohaus öffnen, und wenn ich ins Autohaus gehen kann, darf ich doch auch wieder Autoscooter fahren, oder? Wenn die Bundesliga spielt, kann die Sportsbar wieder öffnen. Warum dürfen Blumen verkauft werden, während die Spielothek zu ist? Warum darf der Bäcker belegte Brötchen verkaufen und der Dönermann keinen Döner Kebab? Eine endlose Spirale, wie wir sie seit Jahren aus unserer irrsinnigen Wachstumsgesellschaft kennen.
2020: BER wird eröffnet und keiner geht hin.
Letzten Sommer wollten die Leute trotz Klimadebatte nicht auf die Flugreise nach Spanien oder Griechenland verzichten. Diesen Sommer müssen sie es. Einen schönen Gruß an die ganzen Heuchler, die im August in ihren luxuriös ausgebauten Dachgeschosswohnungen braten werden!
Sie haben keinen Hochschulabschluss? Warum holen Sie ihn nicht einfach nach? Ich empfehle die Laudius Fernakademie. Hier können Sie zum Beispiel Beauty & Wellness studieren („18 Monate Regelstudiendauer bei einer wöchentlichen Bearbeitungszeit von 6 Stunden.“). Oder Astrologie. "French Gel für die Füße" – was immer das auch sein mag. Modernes Stricken? Philosophie, die Königsdisziplin der Nutzlosen und Geschwätzigen („9 Monate Regelstudiendauer bei einer wöchentlichen Bearbeitungszeit von 8 Stunden“)?
Hiermit beantrage ich Titelschutz für „Let’s Distancing“, „Distancing on Ice“, „Distancing Queen” und „Dirty Distancing“.
Verkaufsschlager im Online-Shop von Bonetti Media: Emoji-Masken. Wenn im Supermarkt neues Klopapier eingetroffen ist, setzt man die Smiley-Maske auf, wenn die Hefe alle ist, zeigt man ein trauriges Emoji.
Vor Wochen hatte ich schon geschrieben, die Corona-Krise wäre keine Krise des Kapitalismus, sondern würde durch Konzentrationsprozesse und Oligopolbildung zur Stärkung der großen Konzerne führen. Schon jetzt kann man diese Entwicklung vom Ölmarkt im Großen bis zu den Schaustellern im Kleinen beobachten. Je geringer die Konkurrenz, desto dreister das Preisdiktat. Dann stimmt die Profitrate wieder. In diesen Zeiten müsste man Kapitalist sein. Wie in jeder Zeit zuvor auch. Smiley.
Sie können sich gar nicht vorstellen, unter welchem Druck die Stars nach ihren ersten großen Erfolgen stehen. Thomas Mann nach „Buddenbrooks“, Michael Jackson nach “Thriller” und Andy Bonetti nach „Renate – Schicksalsjahre einer Langweilerin“.
Kool & The Gang - Ladies Night. https://www.youtube.com/watch?v=LjG7-5kbevo

Freitag, 24. April 2020

Was haben wir gelacht



Die Regierung Merkel baut den Sozialstaat aus, gibt solidarisch Soforthilfe für die kleinen Leute und Kredite für die Großen, denkt über Verstaatlichungen nach und finanziert das Ganze auf Pump. Gleichzeitig wird das Proletariat verherrlicht, die Reisefreiheit abgeschafft, die bürgerlichen Grundrechte werden beschränkt, wir werden stärker überwacht und stehen jeden Tag Schlange. An welchen deutschen Staat erinnert mich das?
Schröder war der beste Kanzler, den die CDU je hatte. Merkel ist die beste Kanzlerin, die das linke Lager je hatte.
What a time to be alive.

Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Corona


Colonel Clickbait schlägt auch im Seuchenjahr wieder gnadenlos zu. Selbstverständlich bin ich kerngesund.

Blogstuff 423
„Der lateinische Begriff für Arbeit, negotium, macht deutlich, wie ernst es den Römerinnen mit der arbeitsfreien Zeit gewesen ist: Negotium bedeutet wörtlich übersetzt die Abwesenheit (angezeigt durch das Präfix neg-) von Freizeit (otium).“ (Miya Tokumitsu)
Ich schüttele den Kopf, runzle die Stirn, rolle schmunzelnd mit den Augen, kratze mich nachdenklich am Kopf, klopfe auf Holz, schlage die Beine übereinander, lehne mich zurück und sehe in die Ferne. Ein letztes Schulterzucken und damit ist eigentlich alles gesagt.
Das Erfolgsrezept 3G: gierig, geizig und gerissen. 5G wäre es mit gesund und gommunikativ.
Die ganzen Comedians können mindestens ein Jahr lang nicht auftreten. Die meisten von ihnen wird es 2021 gar nicht mehr geben. Bonetti Media wird sie als Ghostwriter für ein Butterbrot aufkaufen und groß rauskommen, denn dieses Blog gibt es auch noch im nächsten Jahr, da Bonetti über unerschöpfliche Finanzmittel verfügt. Whatever it takes, baby, whatever it takes.
2020: Die USA schwenken endgültig vom Feindbild Islam auf das Feindbild China um. Da trifft es sich gut, dass China keine Demokratie ist und von Kommunisten regiert wird.
Plötzlich interessieren sich Manager für häusliche Gewalt und Bildungsgerechtigkeit. Die ungeahnten Nebenwirkungen der Ausgangssperre.
Was fehlt uns denn, wenn wir aufgrund der Maskenpflicht die Nasen und Münder anderer Menschen nicht mehr sehen? Das Entblößen der Fresswerkzeuge, einer Konvention folgend Lächeln genannt, zum Heucheln und Erschleichen von Sympathie, zum Zwecke der Kontakt- oder Geschäftsanbahnung? Darauf verzichte ich gerne.
Irgendwo (oder irgendwann? oder irgendwie?) in einer anderen Dimension sitzt jetzt ein Teenager einer unbekannten Spezies vor seiner Playstation und lacht sich über uns kaputt.
„Das lautlose Hineinsinken der Kuchengabel. Blendend weiße Sahnetorte auf ockerfarbenem Biskuitboden. Ich sehe ihr gebannt zu, als sie das Tortenstück in ihren geöffneten Mund gleiten lässt. Sie schließt ihn langsam und zieht die Gabel zwischen ihren weichen Lippen heraus. Ich kann den Blick nicht abwenden. Sie isst immer weiter. Käsekuchen, Donauwelle, Sachertorte. Es hört nie auf.“
„Wie er so dastand, geradezu schlafend in der Gestalt seines Ichs, erschien er ihr rettungslos verloren.“ (Andy Bonetti: Nachmittag bei Renate)
Dialog:
- Was hast du?
- Nichts. Und du?
- Auch nichts.
- Lauter nichts.
Cutting Crew - I've Been in Love Before. https://www.youtube.com/watch?v=FMwtwd5KGaA

Donnerstag, 23. April 2020

Viva la vida loca


Kinder, Kinder, was ich heute erlebt habe. Wahnsinn. Geht auf keine Kuhhaut. Könnste nen Roman drüber schreiben. Zum ersten Mal seit Mitte März habe ich mein Dorf verlassen. Ich war in Weiler, das ist zwei Dörfer weiter. Sieben Kilometer. Eine andere Welt. Kannte ich nur aus dem Fernsehen.
Alle drei Monate muss ich zu meinem Arzt, um ein Rezept für die Tabletten gegen Gicht und Bluthochdruck abzuholen. Meister Bonetti lässt sich vom ehemaligen Mannschaftsarzt von Mainz 05 behandelt, drunter macht er es nicht. Jetzt folgendes: die Arztpraxis kann man nicht mehr betreten. Auf dem Parkplatz hat man ein Zelt aufgebaut. Da geht man rein, klingelt am Fenster, hinter dem früher das Wartezimmer war. Dann kommt eine vermummte Gestalt, die lange nicht mehr beim Friseur war, und nimmt meine Karte entgegen. Ich warte eine Weile. Dann ruft jemand an einem anderen Fenster meinen Namen. Ich verlasse das Zelt und schaue mich um. Da steht der Doktor und winkt mir zu. In Handschuhen und mit Mundnasenschutz reicht er mir mein Rezept und die Karte, als wären es verweste Feldmäuse.
Überall tragen die Leute Mundschutz. In Schweppenhausen macht das kein Mensch. Aber Weiler ist ja auch kurz vor Bingen, das ist die nächste Stadt. Vor der Apotheke steht jetzt ein Tisch, der den Eingang blockiert. Die Apothekerin trägt einen Plastikschutz mit Stirnbinde und darunter eine Schutzmaske. Das Rezept und das Geld muss ich in eine Plastikschale legen. Erfreulich unspektakulär geht es bei meinem Metzger in Waldalgesheim zu. Dreißig Zentimeter vor der Fleischtheke hat er ein Alibiflatterband gehängt. Ich kaufe Steaks, Aufschnitt und Dauerwürste. Zur Belohnung bekomme ich sogar ein Stück Fleischwurst auf die Hand, wie in alten Kindertagen. Auch beim Bäcker ist die Lage entspannt. Brot und Käsekuchen – alles, was man in diesen schweren Zeiten braucht.
Nach 45 Minuten bin ich wieder in meiner Burg und kurbele die Zugbrücke hoch. Was ist das für eine verrückte Welt da draußen. Leben jetzt alle so? Wie muss das alles erst in der Großstadt sein? Zum Glück brauche ich erst Anfang August wieder neue Medikamente. Angeblich sind ab Montag sogar Schutzmasken Pflicht. Vor lauter Aufregung habe ich in der Apotheke nicht nach Masken gefragt. Ich glaube, ich bleibe einfach zu Hause, bis die Corona Horror Picture Show vorbei ist. Das ist nichts für meinen Blutdruck. Erst mal ein Bier trinken …

Seehofer - May the Horst be with you


Blogstuff 422
„Ich wünschte, wir wären alle Frauen. Dann würden wir im Paradies leben.“ (Robert Habeck)
Wir sehen zu viele Filme. Deswegen glauben wir auch, alles liefe nach Drehbuch. Die nächste Rezession war fällig, das Coronavirus hat sie nur ausgelöst. China ist auf dem Weg zur Nr. 1, also setzen sie ein Virus in die Welt, mit dem Diktaturen besser fertig werden als Demokratien. Der Konzernkapitalismus braucht die nächste Konzentrationsrunde, um die Oligopole zu stärken? Die Pandemie liefert den Anlass. Möglicherweise macht uns der menschliche Narzissmus und die weit verbreitete Hybris aber auch einfach nur blind für die Zufälle der Historie. Mikroorganismen interessieren sich nämlich nicht für Weltgeschichte. Bei einem Erdbeben oder einem Vulkanausbruch hätte es die strunzdummen Verschwörungstheorien nicht gegeben, die Trump und andere verpeilte Typen gerade in die Welt setzen.
Deutsche Medien berichten über die „Ausgangssperre“ in Spanien, Frankreich usw., aber wenn es um Deutschland geht, wird der Begriff „Lockdown“ verwendet. Lockdown ist das englische Wort für Ausgangssperre.
Tattoo- und Piercingstudios bleiben weiterhin geschlossen. Das ist so brutal für unsere Jugend! Dabei wäre Corona ein geiles Thema für Tätowierungen.
Die Anbaufläche für Spargel hat sich von 1998 bis 2018 von 11.000 auf 23.500 Hektar mehr als verdoppelt. Es ist das Gemüse der Besserverdienenden, ein kulinarisches Statussymbol des Wohlstandsdeutschen. Zehntausende Erntehelfer werden aus Osteuropa eingeflogen, die zu Hungerlöhnen das weiße Gold der Mittelschicht retten sollen. Andy Bonetti verzichtet dieses Jahr auf Spargel. Ehrenmann.
Das ganze Lametta der Überflussgesellschaft wie die Bonzenliga, die Ballermannpartys und der Lifestyleschwachsinn („Parmesanhobel“) geht gerade ganz gepflegt den Bach runter. Letztes Jahr haben Messi, Ronaldo und Neymar jeweils mehr als hundert Millionen Dollar verdient. Als Unterhaltungskünstler in kurzen Hosen. Ich hoffe, wir sehen ab nächstem Jahr das Gehaltsniveau von 1980 wieder. Billigflüge braucht kein Mensch und Restaurants, die nach zwei Monaten, trotz Stundung der Miete und Entlassung des Servicepersonals, Pleite gehen, haben es nicht anders verdient. Gesundheit first, Bedenken second.
Wegen der außergewöhnlichen Umstände sind die Abiturfragen in diesem Jahr einfacher. Hier sind die Fragen und die richtigen Antworten:
Bester Burger der Welt? Doppel-Whopper.
Wichtigste Informationsquelle? Kiezschreiber-Blog.
Bester Fußballverein der Liga? FSV Mainz 05.
Leckerstes Getränk? Held-Bräu Hell.
Bester Autor der Literaturgeschichte? Andy Bonetti.
New Order - Bizarre Love Triangle. https://www.youtube.com/watch?v=tkOr12AQpnU

Wäre der Kommunismus jemals so clever wie dieser Hersteller?

Mittwoch, 22. April 2020

Der Impfstoff - Wettlauf mit dem Tod


Die Bonetti Labs haben die besten Forscher der Welt nach Wichtelbach geholt. Unsere Experten stehen kurz vor dem Durchbruch!





Währenddessen tagt Andy Bonetti mit seinen engsten Beratern. Wer soll den Impfstoff bekommen?Für Peter Maffay, Alexander Gauland und Uli Hoeneß sieht es schlecht aus.


Wenn schon alles gesagt ist


Es gibt sechs Siedlungen mit dem Namen Corona. Eine in Italien, die anderen in den USA, sogar ein Stadtteil von Queens/New York City heißt so. Nur Zufall? In der Antike hieß der Siegeskranz Corona. Auf Lanzarote gibt es den Vulkan Monte Corona.
Corona war auch eine Heilige im 2. Jahrhundert. Sie war eine Märtyrerin und gilt als Patronin des Geldes, der Fleischer und Schatzgräber. Daher auch der Name „Krone“ (deutsch für Corona) für diverse Währungen. Ihr Gedenktag ist der 14. Mai, ihr zu Ehren gibt es Wallfahrten in Bayern und Österreich. Das Corona-Gebet dient zum Aufspüren verborgener Schätze.
Es gibt den Toyota Corona, der von 1957 bis 1996 produziert wurde, einen mexikanischen Revolutionär namens Heriberto Jara Corona und diverse Fußballspieler und Bischöfe mit dem gleichen Nachnamen.

Toyota Corona









Berlin fehlt mir


Vor der U-Bahn-Station.
Sie (jung, schön): Entschuldigung, darf ich Sie mal was fragen?
Er (alt, fett): Wow. Tolles Servicelächeln. Was verkaufen Sie?
Sie: Ich verkaufe nichts.
Er: Aber Sie wollen trotzdem mein Geld.
Sie: Es geht um eine ganz wichtige Sache.
Er: Lassen Sie mich raten: Tierschutz, Weltuntergang, Versicherungen?
Sie: Es geht um Kinder.
Er: Ich habe keine Kinder. Wieso soll ich mir Gedanken über die Kinder anderer Leute machen. Wissen Sie, wie lange ich hier schon wohne? Dreißig Jahre. Und seit genau dreißig Jahren wollen alle mein Geld. Keiner fragt, wie es mir geht. Ich bin an dieser U-Bahn-Station schon angequatscht worden, da waren Sie noch gar nicht auf der Welt.
Sie: Aber …
Er: Ich reiße mir mein ganzes Leben in einem beschissenen Job, der lausig bezahlt ist, den Arsch auf! Haben Sie schon mal Fliesen verlegt? Nein? Sie sind Studentin, oder? Der feine Herr Papa sitzt in Westdeutschland und hat eine Zahnarztpraxis und Madame steht an der U 9 und will die Welt retten!
Sie: Eigentlich wollte ich …
Er: Sie wollten mich anbetteln. Den letzten Groschen wollt ihr mir aus der Tasche ziehen. Geh lieber arbeiten, Kindchen, und mit dem Geld, das du dir verdienst, kannst du in Afrika wildfremden Menschen helfen. (geht ab)
Berlin fehlt mir.
Rod Stewart – Infatuation. https://www.youtube.com/watch?v=GGKtqbmHSos