Donnerstag, 31. Januar 2019

Wehret den Anfängen!

Ist es Ihnen auch aufgefallen? Das Tempolimit-Schild hat dieselben Farben wie die Nazi-Flagge: schwarz-weiß rot. Kein Fußbreit Autobahn den Fahrradnazis! Stoppt den linksversifften Terror der National-SOZIALISTEN !! Hupen Sie, wenn Sie meiner Meinung sind !!!


Maischberger interviewt Mao

Maischberger: Herr Mao. Sie stammen aus China, oder?
Mao: Ja, ich bin Vorsitzender der Kommunistischen Partei.
Maischberger: Ich habe gelesen, dass Sie gerne wandern.
Mao: Ja, der große Marsch ist unvergessen. Viele tausend Kilometer.
Maischberger: Wandern Sie lieber durch den Wald oder durch das Gebirge?
Mao: Wenn es der Revolution dient, ist mir das egal.
Maischberger: Gutes Essen ist Ihre Leidenschaft.
Mao: Sie spielen auf die Hungersnot an.
Maischberger: Nein. Was ist Ihr Leibgericht?
Mao: Schweinebauch mit Reis.
Maischberger: Kochen Sie auch manchmal selbst?
Mao: Nein. Das macht meine Frau. Allerdings schleiche ich oft nachts in die Küche.
Maischberger: Was machen Sie da?
Mao: Ich habe eine Schwäche für Schweizer Schokolade.
Maischberger: Warum ausgerechnet Schweizer Schokolade?
Mao: Weil die Schweiz auch eine rote Fahne hat.
Maischberger: Was war Ihr größter Erfolg?

Mao: Die Kulturevolution.

Maischberger: Um was ging es da?

Mao: Um Kultur.

Maischberger: Ich habe keine Fragen mehr. Wollen wir die restlichen siebzig Minuten Sendezeit ein bisschen Uno spielen?

Mao: Sie meinen die Vereinten Nationen in New York?

Maischberger: Nein, das Kartenspiel. Ich interessiere mich nicht für Politik.

Listen, England!



Wir haben 1973 geheiratet. In diesem Jahr bist du in die EG eingetreten. Jetzt willst du die Scheidung. Du hast dir eine Anwältin genommen (#mayday) und im März erfolgt die Trennung. Aber ich möchte dir zum Abschied noch eines sagen: Ich liebe dich immer noch. Diese verrückte kleine Nordseeinsel, die nicht kochen kann. Habe ich mich je über Pommes mit Erbsen beschwert? Ich habe geschwiegen und alles gegessen, was du serviert hast. In den achtziger Jahren hast du sogar einen Rabatt auf deine Mitgliedschaft bekommen. Extrawurst. Für mich okay, weil: Liebe.


Als das Vereinigte Königreich noch cool war.

Es war nicht immer leicht. Der erste Satz, den ich 1984 beim Betreten eines englischen Pubs während meiner Klassenfahrt gehört habe, war nicht: „Hello, my friend“ oder „Welcome, have a seat, please“, sondern „We won the war“. Es war nie einfach, ein Deutscher zu sein (lesen Sie die AGB!). Als Kind haben mich an einem spanischen Strand die Kinder aus anderen Ländern nicht mitspielen lassen. Sie haben „Heil Hitler“ geschrien und mich ausgelacht. Geschenkt. Ich bin trotzdem immer wieder ins Vereinigte Königreich gereist. Oder ans Mittelmeer. 1990 lese ich in der Londoner U-Bahn gleich am ersten Reisetag die Schlagzeile in der SUN, Thatcher-Minister Ridley sieht ein „Viertes Reich“ heraufziehen.


David Bowie 1971. 

Für dich sind die EU, Mercedes-Limousinen und die Fußballnationalmannschaft Mittel, mit denen die Deutschen nachträglich den Krieg gewinnen. Woher der pathologische Hass? Wir sind die einzigen Menschen auf dem Kontinent, die dich ohne Vorbehalt lieben. Franzosen, Italiener und Spanier verachten und ignorieren dich. Wir hören deine Musik, wir sehen uns die Hochzeiten deiner Royal Family an. Wir würden sogar in britische Restaurants gehen, wenn es tatsächlich welche gäbe. Wollen wir es nicht noch einmal probieren, Sweetheart?
Marianne Rosenberg - Liebe kann so weh tun. https://www.youtube.com/watch?v=yhbDdQDcHtc
Hier noch mal meine Brexit-Analyse von 2016: https://kiezschreiber.blogspot.com/2016/07/das-sechs-stufen-modell-der.html

Mittwoch, 30. Januar 2019

Russenhass forever

Ein SPIEGEL-Cover vom Juli 1990, da gab es die DDR noch. Passt zum Russenhassartikel in der SZ: https://www.neulandrebellen.de/2019/01/ich-schaeme-mich-ein-deutscher-zu-sein/
Ich habe die Massengräber in Leningrad 1984 gesehen. Vielleicht helfen Führungen in Konzentrationslagern und anderen Orten unseren Journalisten, zu einer Einschätzung der Geschichte zu kommen, die den deutschen Medien angemessen ist.

Das Arbeitszimmer als Ort der Leidenschaft


Blogstuff 275
„Der Verrat der Hoffnung wiegt immer schwerer, wenn er von Linken begangen wird, denn sie ist ihr größtes Kapital. Ist dieses Kapital einmal verbraucht, bleibt nur Verbitterung.“ (Ruben Donsbach)
Kalender von 2018 (kaum gebraucht) günstig abzugeben. Chiffre1234
Die Zeiten sind nicht schwierig, weil sie schwierig sind, sondern weil wir sie nicht leicht haben wollen. #arschhochkriegen
„Mit freundlichem Ruß, Ihre Automobilindustrie.“ Haben Sie den Brief auch bekommen?
Bonetti hat keinen Standpunkt, sondern eine Standfläche. Dieser Mann setzt sich jeden Morgen um sechs Uhr an seinen Schreibtisch, um unseren Wohlstand zu sichern. Wo ist Ihre Dankbarkeit in Form von Buchkäufen?
Privatisierung, Deregulierung und Globalisierung bedeuten ja auch ganz schlicht, dass Politiker an Bedeutung verlieren. Natürlich werden sie dann auch verarscht und durch den Kakao gezogen. Politikverachtung („Politikverdrossenheit“) ist geradezu spiegelbildlich an den Aufstieg des Neoliberalismus gebunden.
Mit zunehmendem Alter wird das Essen immer wichtiger. Jetzt habe ich sogar das Wort Speck in „Respekt“ gefunden. Bei Abschreckung denke ich nicht mehr an Atomwaffen, sondern an Eier. Salat anmachen statt Frauen. So sieht das Leben aus, wenn man langsam aber sicher auf die sechzig zugeht.
Hätten Sie’s gewusst? „Nakiekma“ ist Berliner Mundart und bedeutet „Sehenswürdigkeit.“
Tomatenmark, Dänemark, D-Mark – gibt’s da einen Zusammenhang?
Eigentlich bin ich ein zehnjähriger Junge, der wie ein junger Hund in langen Sätzen einem Fußball hinterher jagt, mit der unschuldigen Leidenschaft eines reinen Herzens die Kuchenteigschüsseln ausleckt und Rennfahrer werden will, wenn er mal groß ist. Unglücklicherweise bin ich im Körper eines dicken, alten Mannes gefangen, der morgens seine Tabletten nimmt und dann beschließt, das Haus an diesem Tag nicht mehr zu verlassen. Nur die zigarrenbraunen Pupillen, die mich im Badezimmerspiegel aus einem gargantuesken Gesichtsbrei anstarren, sind gleich geblieben.
Es ist wieder die Zeit der Tarifverhandlungen. Wie mich diese Provinztheatervorstellungen anöden. Die Gewerkschaften wollen sechs Prozent mehr Lohn. Schon brüllen die Wirtschaftsfuzzis: „Das kostet uns Millionen Arbeitsplätze.“ Die Arbeitgeber wollen keinen Cent mehr zahlen als letztes Jahr. Sofort plärren die Sozialfuzzis: „Seht die armen Arbeiterkinder! Sie müssen noch mit einem iPhone 4 leben.“ Und am Ende gibt es die üblichen zwei Prozent mehr, die genau der Inflation entsprechen. Es ist nichts passiert. Keiner hat mehr Geld als vorher. Deswegen klicke ich die Meldungen, in denen es um Tarifverhandlungen geht, schon seit Jahren nicht mehr an.
Sie sind reizbar, müde, schreckhaft, können nachts nicht richtig schlafen und sich tagsüber nicht konzentrieren? Sie sind wütend, aggressiv und fühlen sich zugleich hilflos? Ihr Grundvertrauen in die Welt und ihre Mitmenschen ist nachhaltig erschüttert? Sie haben alle Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung. Sie können sich an die Ursache für diese Störung nicht mehr erinnern? Ein weiteres Symptom. Willkommen im Kapitalismus. Lauf schneller, Genosse. Denk nicht nach. Nimm Tabletten oder kauf dir ein neues Smartphone.
Cold Cave – Glory. https://www.youtube.com/watch?v=68F5HwpnTDA

Dienstag, 29. Januar 2019

Tizian

Eigentlich begann alles mit dem Teddy, aber damals habe ich mir noch nichts dabei gedacht. Ich kam von einer Dienstreise aus Berlin zurück und hatte den Teddy mit Berlin-Shirt vergessen, den ich Tizian versprochen hatte. Auf dem Weg vom Flughafen nach Hause dachte ich fieberhaft nach, wie ich das Problem lösen könnte und machte einen kurzen Zwischenstopp im Kaufhaus.
Zuhause flog mir mein Sohn in die Arme.
„Papa, Papa!“
Als ich ihn absetzte, blickte er erwartungsvoll auf die Tüte in meiner Hand.
„Tadaaa“, rief ich und holte einen großen Stofflöwen hervor.
Tizian reagierte nicht.
Dann holte ich das Lego-Set „Raumstation“ aus dem Plastikbeutel und als ich ihm noch eine XXL-Schokolade in die Hand drückte, hatte er schon Tränen in den Augen.
„Wo ist der Berlin-Bär?“
Meine Frau sah mich vorwurfsvoll an. Resigniert schüttelte sie den Kopf und ging ins Wohnzimmer.
Nach dem Abendessen weigerte sich Tizian, ins Bett zu gehen.
„Du hast mir ja auch keinen Bären mitgebracht!“
An diesem Tag habe ich es vermasselt. Tizian blieb bis Mitternacht auf und ich wagte es nicht, Einspruch zu erheben.
Es ging einige Wochen später weiter. Diesmal war Massentierhaltung das Thema. Tizian verkündete uns beim Sonntagsbraten, dass er in Zukunft auf Fleisch verzichten würde. Eigentlich waren wir sogar stolz auf ihn und unterstützten ihn bei seinem Vorhaben.
Dann kam der Feinstaub. Er boykottierte unseren Diesel und wollte nur noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Kein Problem. Wenn ich ihn viermal die Woche zum Shamisen-Unterricht brachte, mussten wir zwar dreimal umsteigen, aber das war es mir wert.
Während er bei seiner japanischen Lehrerin das Spielen des exotischen Instruments lernte, saß ich im nahegelegenen Park und war einfach glücklich, Vater eines Wunderkinds zu sein. Nichts geht über eine Parkbank im Winter. Bei dieser Kälte haben Sie die Bank und eigentlich den ganzen Park für sich alleine.
Einen Monat später wurden wir von Tizians Lehrer zu einem persönlichen Gespräch gebeten. Meine Frau und ich konnten uns nicht erklären, welche Probleme es geben solle. Tizian Noten waren bisher immer hervorragend gewesen. Rafael Liebstöckl berichtete uns, dass unser hoffnungsvoller Spross erklärt habe, im Unterricht so lange zu schweigen, bis im syrischen Krieg ein Waffenstillstand vereinbart worden sei.
Als wir ihn zu Hause auf den Sachverhalt ansprachen, reagierte er mit der Ankündigung, sich wegen der ungerechten Behandlung von Frauen in unserer Gesellschaft nicht mehr die Haare schneiden zu lassen. Ich muss gestehen: Wir sind ratlos. Seit einigen Tagen nervt er uns mit dem Klimawandel. Bis zum vollständigen Ausstieg aus der Kohleenergie wird er das Bett nicht mehr verlassen.
Elements of Crime – Delmenhorst. https://www.youtube.com/watch?v=998cC-fM5DM

Montag, 28. Januar 2019

Warum demonstrieren Migranten nicht gegen ihre Diskriminierung?

„Was ist ein zerstörter Apple Store gegen ein zerstörtes Leben?“ (Lupo Laminetti)
Auch ohne jemals eine Zeile Marx gelesen zu haben, lässt sich die Klassengesellschaft der Gegenwart leicht erkennen. Es gibt zwei Klassen und selbstverständlich ist die Schnittmenge ihrer Interessen überschaubar: Frieden im eigenen Land (bei gleichzeitiger Akzeptanz des Krieges in anderen Ländern), Schutz vor Kriminellen und eine gesellschaftliche Ordnung, die eine Versorgung mit Grundnahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten sicherstellt. Das ist banal, das kann eine Demokratie leisten, eine Diktatur, eine Marktwirtschaft oder eine Staatswirtschaft.
Jenseits dieser Basisübereinkunft, ohne die auch eine Klassengesellschaft nicht funktionieren würde, gibt es zwei Klassen: das Bürgertum und das Proletariat. Oder wie wir heute sagen: die Armen und die Reichen. Es geistern noch weitere Begriffspaare durch die Debatte. Globalisierungsgewinner und –verlierer. Egal. Wir wissen, wer gemeint ist, wenn wir mit einem Zahnarzt sprechen oder mit einer Putzfrau. Beide Klassen zeichnen sich durch einen hohen Grad an Stabilität aus. Wenige Bürger steigen ins Proletariat ab, wenigen Proleten gelingt der Aufstieg ins Bürgertum. Die Klassenzugehörigkeit wird im Regelfall vererbt.
Das Bürgertum wird politisch durch die bürgerlichen Parteien CDU/CSU, FDP, Grüne und AfD vertreten. Es besitzt den Löwenanteil an Kapital, Unternehmen und Grundbesitz. Sein Interesse ist klar definiert: Besitzverhältnisse verteidigen, Besitz vermehren, Umverteilung von unten nach oben, Sozialleistungen und Renten kürzen, Steuern senken. Es war in den letzten Jahrzehnten sehr erfolgreich. Die Einkommenssteuer für Besserverdienende wurde gesenkt, Unternehmensgewinne werden dem Fiskus durch Verlagerung der Konzernzentralen entzogen, Sozialleistungen wurden gekürzt und mit harten Sanktionen verbunden, das Rentenniveau sinkt, der Reichtum des Bürgertums wächst.
Das Proletariat wird politisch nicht mehr vertreten. Da diese Klasse nur etwa ein Drittel der Gesellschaft umfasst, lassen sich mit ihr keine parlamentarischen Mehrheiten gewinnen. Die SPD ist beim Spagat zwischen bürgerlichen Neuwählern und altem Klientel jämmerlich zwischen die Stühle gefallen, die Linke betreibt Kosmetik am Kapitalismus, wenn etwa ein höherer Mindestlohn gefordert oder die Auszahlung des Existenzminimums bei Hartz IV angemahnt wird. Die Interessen der Proletarier sind ebenfalls klar definiert: Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von oben nach unten, höhere Sozialleistungen, höhere Steuern für Besserverdienende und Unternehmen, höhere Renten, besserer Zugang zu medizinischen Versorgung. Diese Interessen konnte es in der jüngeren Vergangenheit nicht durchsetzen.
Das hat dazu geführt, dass weite Teile des Proletariats resigniert haben und an der bürgerlichen Demokratie mit ihren Wahlen, die längst keine Alternativen mehr aufzeigen, nicht mehr teilnehmen. Auch andere bürgerliche Beteiligungsformen wie Demonstrationen oder Petitionen werden abgelehnt. Wir kommen zur eingangs gestellten Frage: Warum gab es noch nie eine Demonstration von Migranten gegen ihre Diskriminierung? Warum demonstrieren die Armen in Deutschland nicht gegen Armut? Warum demonstrieren die Hartz IV-Empfänger nicht gegen die brutalen Sanktionen?
Die Antwort ist ganz einfach: Weil sie es aufgegeben haben. Weil es keinen Sinn ergibt. Weil sie nicht gehört werden. Weil sie vom alten linken Establishment aus SPD, Grünen und Linken schon vor langer Zeit verraten wurden. Deswegen sind die Gelbwesten, die in Frankreich auf die Straße gehen, auch keine Linken, sondern Arme. Sie sind mit dem alten Links-Rechts-Schema nicht mehr zu erfassen. Deswegen greifen sie zur Gewalt, weil sie an die Macht der Argumente nicht mehr glauben.
Wenn eines Tages das Proletariat wirklich ernst macht mit dem Begriff „Aufstehen“, dann wird es kein lauwarmes Lüftchen werden, das von einer Villenbewohnerin aus dem Saarland angeführt wird, einer Frau, die mit Rosa Luxemburg nur die Frisur gemein hat und mit der Warnweste ihres Chauffeurs posiert, aus der ein Pelzkragen lugt. Wenn die Türken und die Polen, die Arbeitslosen und die Aldi-Kassiererinnen, die Säufer und die Künstler, die Müllmänner und die Friseurinnen gemeinsam losziehen und aus einem Schneeball eine landesweite Lawine wird … Wenn. Aber wir sind in Deutschland. Lasst uns über die Abschaffung des Soli und ein paar neue Kitaplätze reden.
Gustav Mahler: Adagietto Symphony 5. https://www.youtube.com/watch?v=Les39aIKbzE

Sonntag, 27. Januar 2019

Siebzigster Geburtstag II

Neulich habe ich von wissenschaftlichen Untersuchungen gelesen, nach denen die politische Unzufriedenheit dort am höchsten ist, wo die Menschen ihre Jobs verlieren und in Armut versinken. Trump wurde in den Regionen besonders häufig gewählt, wo ganze Industriezweige aufgrund der globalen Konkurrenz, vor allem aus Asien, dicht gemacht wurden. Der Brexit fand in den Gegenden Großbritanniens besonders viele Anhänger, wo die Globalisierungsverlierer zu finden sind. Die Gelbwesten wohnen in den ländlichen Gegenden, die nicht zu den Netzknoten der internationalen Wirtschaft gehören, und leben von der Hand in den Mund. Wer hätte das gedacht?
Dabei muss man gar nicht so weit blicken, um zu erkennen, wie sehr das Sein das Bewusstsein bestimmt. Die Deutschen haben im vergangenen Jahrhundert dreimal das politische System gewechselt und jedes Mal gaben materielle Gründe, Arbeitslosigkeit und Armut, den Ausschlag. Das Kaiserreich brach 1918 wegen des verlorenen Krieges und der Versorgungsengpässe zusammen, die Weimarer Republik wegen der Weltwirtschaftskrise 1933 und die Nazi-Diktatur wegen des zweiten verlorenen Krieges und der katastrophalen Lage 1945. Monarchie, Demokratie, Diktatur und jetzt eben wieder Demokratie. Entscheidend war das Wohlstandsversprechen des jeweiligen Systems, nicht irgendein Tüdelkram wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit.
Interessant ist bei allen politischen Veränderungen, dass das ökonomische System, der Kapitalismus, nie angetastet wurde. 1918 sorgte die SPD für Kontinuität, 1933 die NSDAP und 1945 das US-Militär. Die Masse ist zufrieden, wenn der Bauch voll ist und der Fernseher brummt. Im Krisenfall sorgt ein Autokrat wie Trump, Bolsonaro, Putin oder Erdogan für Ruhe.
Buffy Sainte Marie - Universal Soldier. https://www.youtube.com/watch?v=zYEsFQ_gt7c

Die grundsätzliche Beschissenheit des Daseins (Symbolbild).

Wenn der Bulle dreimal klingelt

Dreimal habe ich es persönlich erlebt, dass die Polizei vor der Tür steht. Eine klassische Szene, die man aus jedem Fernsehkrimi kennt.

Einmal, in den achtziger Jahren in Ingelheim, handelte es sich um nächtliche Ruhestörung. Die Kellerwohnung meines Kumpels war so klein, dass man nach Öffnen der Wohnungstür direkt im einzigen Zimmer stand, als wäre man im Hotel.

Das zweite Mal war 1992 in Berlin, als es auf der anderen Straßenseite einen Terroranschlag gegeben hatte. Diesmal war es ein Kommissar und sein junger Assistent. Leider war ich morgens um acht viel zu müde, um mich an etwas zu erinnern. Dabei hatte ich vom guten alten Küchenfenster genau beobachtet, wie die Terroristen geflohen waren. Hinterher war ich aber zu faul, um anzurufen. Damit habe ich sicher zur Entlastung der Berliner Behörden beigetragen, deren sozialistische Untätigkeit geradezu legendär ist.

Beim dritten Mal war ich in der Wohnung eines anderen Kumpels, der sein Auto an einen weiteren Kumpel verliehen hatte, der auf einem Parkplatz einen Blechschaden verursacht und Fahrerflucht begangen hatte. Wir waren fünf Leute, alle komplett stoned und haben Paranoia bekommen. Wir waren kurz davor, die Bong aus dem Fenster zu schmeißen und das Dope im Klo runterzuspülen wie in einem Freak Brothers-Comic.

P.S.: Nicht gerechnet die Szenen, wenn die Polizei dein Auto kontrolliert oder du vom Zoll angehalten wirst. Das hätte jetzt den Rahmen gesprengt, liebe Lesende :o)))


Samstag, 26. Januar 2019

Spendenaufruf für AfD-Hospiz

Glauben Sie doch bitte nicht jeden Scheiß im Internet!

Blogbuster des Jahres

… ist Andy Bonetti. Wer sonst? Gefolgt von den Blogflöten Johnny Malta, Heinz Pralinski und Lupo Laminetti.

Blogstuff 274
„Ich hätte nie gedacht, dass die Angst vor mir und vor der Wahrheit Teile der Politik und Medien in solche Panik und Hysterie versetzt, dass vier Sätze von mir ausreichend sind, um eine Regierungskrise in Deutschland auszulösen.“ (Hans-Georg Maaßen – in derselben Rede sprach er von „linksradikalen“ „Kräften“ in der SPD)
Ich bin für Tempo 130 auf Autobahnen – als Mindestgeschwindigkeit. Wenn alle schneller fahren, gibt’s auch keinen Stau mehr. Meine Meinung! *kratzt sich nachdenklich am Hintern und geht ab*

My name is Andy, I live on the second floor. Es heißt übrigens jetzt nicht mehr Bayer und Bayerin, sondern Bayernde.
Ich glaube nicht, dass die Menschen im Zeitalter der „Digitalisierung“ nur noch Konsumenten sein werden. Bei der Fütterung der Affen im Zoo ist man dazu übergegangen, die Nahrung jeden Tag an einem neuen Ort zu platzieren, sie in Röhren zu verstecken oder die Tiere anderweitig zu beschäftigen. So wird man es sicherlich auch mit uns machen. Vielleicht müssen wir an der Supermarktkasse kleine Rätsel lösen, bevor wir unsere Lebensmittel bekommen. Womöglich dezentralisiert man den Verkauf von Waren, so dass man durch die halbe Stadt fahren muss, um alles zu bekommen. Eine Lotterie entscheidet, an welchem Standort wir unsere Internetbestellungen abholen dürfen.
An dieser Stelle sollte ein Witz über Soja-Intoleranz kommen, aber eine kurze Recherche hat ergeben, dass es das tatsächlich gibt. Nach Dinkel-Allergie oder Hirse-Unverträglichkeit habe ich erst gar nicht geguckt.
Aus dem Strafgesetzbuch: „§ 108b Wählerbestechung. (1) Wer einem anderen dafür, daß er nicht oder in einem bestimmten Sinne wähle, Geschenke oder andere Vorteile anbietet, verspricht oder gewährt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Ebenso wird bestraft, wer dafür, daß er nicht oder in einem bestimmten Sinne wähle, Geschenke oder andere Vorteile fordert, sich versprechen läßt oder annimmt.“ Wieso werden nach den Wahlen eigentlich nicht reihenweise Politiker verhaftet, die uns das Blaue vom Himmel herunter versprochen haben? Und die ganzen doofen Wähler, die mal wieder drauf reingefallen sind?
Warum geht es beim Brexit immer nur um Zölle und Arbeitsplätze, Geld und Verträge, Waren und Verkehr? Warum sprechen wir nicht darüber, warum so ein sympathisches Völkchen wie die Briten von Europa und damit auch von uns Deutschen die Schnauze voll hat? Ist es wirklich nur engstirniger Nationalismus oder gibt es gute Gründe? Und wäre es nicht ein willkommener Anlass, über uns und die EU, über die Fixierung auf die Ökonomie und den Binnenmarkt, der die Globalisierung auf unserem Kontinent vorweg genommen hat, ernsthaft zu sprechen? Stattdessen schüttelt man verständnislos die Köpfe und macht Business as usual.
Nach Dresden werde ich in diesem Leben nicht mehr fahren. Jedenfalls nicht in Friedenszeiten.
Ich führe ein ausgeglichenes Leben. Ich kann zwei der sieben Todsünden für mich beanspruchen, die Völlerei und die Faulheit, aber auch zwei der sieben Tugenden, die Klugheit und die Gerechtigkeit.
Sein Ziel war es, nicht die Fehler der Anderen zu wiederholen.
Er ist Komponist des Bundeswehr-Evergreens „Baby, du bist nicht zum Spaß hier.“
The Agnes Circle – Porcelain. https://www.youtube.com/watch?v=h-78y7TONgg

Freitag, 25. Januar 2019

Ray Finckelmann

„Du redest zu viel“, hatte seine Mutter immer zu ihm gesagt. „Du redest zu viel“, meinte auch sein Lehrer. „Du redest zu viel“, war der Kommentar seiner ersten Freundin. Als schließlich auch der Berufsberater vom Arbeitsamt zu ihm sagte: „Du redest zu viel“, obwohl sie gar nicht per du waren, wusste er Bescheid. Ich werde Schriftsteller. Literatur wird immer gebraucht. Ist was Solides. Später auch eine sichere Rente und so.
Ray Finckelmann hieß eigentlich Kolja Blaschko und kam aus Marzahn, aber mit dem Namen konntest du natürlich keinen Blumentopf gewinnen. Also gab er sich den Künstlernamen Ray Finckelmann. Elvis Presley war leider schon vergeben und „Gott“ erschien ihm in jungen Jahren doch etwas anmaßend. Erstmal Karriere machen. Einen anderen Namen konnte er sich immer noch zulegen.
Mehrere Nachmittage schrieb er unter Zuhilfenahme diverser Alkoholika ein paar kurze Texte in ein Notizheft. Das musste erstmal reichen. Schließlich hatte er in einem Buch über die Marx Brothers gelesen, dass sie ihre Texte immer gleich am Publikum in kleinen Varietés getestet haben. Die Sachen, bei denen geklatscht und gelacht wurde, haben sie im Programm behalten, den Rest rausgeschmissen. Das hat 1a geklappt, denn sie sind auch lange nach ihrem Tod noch weltberühmt.
Es war aber gar nicht so einfach, einen Ort für die erste Lesung zu finden. Schließlich durfte er an einem Samstagabend in einer Bundeskegelbahn in Reinickendorf auftreten. Der Lärm war ohrenbetäubend und die Leute verstanden ihn kaum, aber das Mädel vom Schuhverleih zwinkerte ihm ständig aufmunternd zu. Später merkte er, dass sie einen nervösen Tick hatte und den ganzen Tag mit dem rechten Auge zuckte.
Durch diverse Kneipen, wo er von betrunkenen Engländern und bekifften Spaniern mit Popcorn und Erdnüssen beworfen wurde, arbeitete er sich hoch bis in den Roten Salon der Volksbühne. Die Kulturjournalisten der Hauptstadtpresse wurden auf ihn aufmerksam. Auf der ersten Welle des Ruhms surfte er bis in eine Talkshow des Regionalfernsehens, die bis heute Legende ist, weil Ray sich mitten in der Sendung einen Schuh ausgezogen und damit auf den Moderator eingedroschen hat.
Jetzt füllten seine Lesungen bereits kleinere Turnhallen und der berühmte Underground-Verleger Hubertus-Amadeus Reichsgraf vom Tresen bot ihm einen Vertrag an. Vorschuss: fünfzig Riesen. Damals in der Literaturszene keine unübliche Summe. Drei Monate später erschien „Die 36 Volkskammern der Shaolin“ und war ein phänomenaler Erfolg. Wie eine Rakete ging das Buch auf Platz 1 in den Charts. Das Wort Bestseller wurde neu definiert. Die Geschichte der Literatur wurde komplett umgeschrieben, und zwar in Orthographie und Rechtschreibung.
Ray Finckelmann las im Wembley-Stadion, im Madison Square Garden und auf dem Platz des himmlischen Friedens. Säckeweise kam das Geld ins Haus. Die Regale in seinem Wohnzimmer bogen sich vor Literaturpreisen. Es kam, wie es kommen musste. Schnelle Autos, teure Frauen, Kokain, Bausparvertrag, die falschen Freunde, Apfelsaftschorle und eines Morgens wachte er in seinem Erbrochenen auf und wusste nicht mehr, wer er war. Seine Texte waren nur noch lausiges Gestammel und er schoss regelmäßig mit einer Schrotflinte ins Publikum.
Inzwischen ist Finckelmann clean, pleite und liest heute Abend im Brauhaus Lodenmüller in Wichtelbach. Bitte erscheinen Sie zahlreich.
The Cure - Just Like Heaven. https://www.youtube.com/watch?v=n3nPiBai66M

Donnerstag, 24. Januar 2019

Wirkliche Einheit oder nur Anschluss? Ein Ausblick

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Der Countdown läuft. Am 1. Januar 2020 ist es soweit: Die Verbandsgemeinden Stromberg und Langenlonsheim werden zusammengelegt.
Wie Sie wissen, gehört Schweppenhausen zur Verbandsgemeinde Stromberg. Die berühmte Kleinstadt, Heimat des deutschen Michel und eines Edelrestaurants von Johann Lafer, dem jüngeren Publikum bekannt geworden durch die Fernsehserie mit Christoph Maria Herbst und Bjarne Mädel, ist auch die Hauptstadt unserer gleichnamigen Verbandsgemeinde.
Was bedeutet das konkret? Aus der „Vereinbarung über die freiwillige Fusion der Verbandsgemeinde Langenlonsheim und der Verbandsgemeinde Stromberg“ aus dem Amtsblatt Nr. 51/52 vom 21. Dezember 2018 entnehme ich, dass Langenlonsheim die neue Hauptstadt der „Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg“ wird. In Stromberg bleibt, ähnlich wie damals in Bonn, nur ein Bürgerbüro übrig. In der neuen Flagge und im Wappen sollen sich die beiden alten Wappen wiederfinden, wie es heißt.
Hintergrund ist die Forderung der Landesregierung in Mainz, bis zum 1. Januar 2020 die Gebietsänderung herbeizuführen. Soviel zur Freiwilligkeit der Fusion. Allerdings zahlt das Land aber auch 2,85 Millionen Euro für den Spaß. Mit Speck fängt man Mäuse.

Langenlonsheim liegt an der Nahe und damit praktisch am Meer, Schweppenhausen liegt im Hunsrück und damit im Gebirge. Aufgrund der gewaltigen Höhenunterschiede können Schweppenhäuser Langenlonsheim nur in solchen Druckanzügen betreten.


Was mich misstrauisch macht, ist nicht nur die Verlegung der Hauptstadt ins ferne Langenlonsheim, das kulturell gar nicht zum Hunsrück gehört und natürlich für die Sorgen und Nöte der Hunsrücker Bevölkerung keinerlei Verständnis hat. Es ist auch beschlossen worden, dass zunächst der Bürgermeister von Langenlonsheim Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg wird. Erst am 22. März 2020 sollen ein neuer Verbandsgemeinderat und ein neuer Verbandsbürgermeister gewählt werden.
Entsteht hier eine Einheit von gleichberechtigten Partnern oder handelt es sich nur um einen schnöden Anschluss? Werden wir Schweppenhäuser nur Bürger zweiter Klasse sein, über die man in Langenlonsheim Witze macht? Dürfen wir uns ab dem 1. Januar 2020 ein Begrüßungsgeld im Rathaus abholen? Was ist mit dem Hunsrücker Ampelmännchen (mit Zipfelmütze) oder der Schweppenhäuser Schoppenmischung (neun Zehntel Wein, ein Zehntel Wasser)? Werden diese kulturellen Besonderheiten erhalten bleiben? Was wissen wir über die neuen Herren im fernen Langenlonsheim? Hier erzählt man sich, die Leute dort hätten alle nur eine Arschbacke. Stimmt das?
Ob großes Unheil über das Guldenbachtal hereinbricht oder alles doch noch gut ausgeht, erfahren Sie in diesem Blog. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.
Interpol – If You Really Love Nothing. https://www.youtube.com/watch?v=gLk8i2zw2jU

Shopping Schweppenhäuser Art.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Marie Kondo in Berlin

Die japanische Aufräumwissenschaftlerin Marie Kondo, weltberühmt geworden mit ihrem Buch "Operation Kondo", war heute in Berlin. Am Nachmittag hat sie die SPD-Parteizentrale in Kreuzberg besucht. Sie hat sich die Mitarbeiter und das SPD-Präsidium genau angeschaut und sich gefragt: "Macht mich das glücklich oder kann das weg?" Ihrer Meinung nach können wir uns von der SPD trennen. Andrea Nahles überreichte sie ein Samurai-Schwert und empfahl ihr die rituelle Selbstentleibung.
Am Abend wird sie zu Besuch im Bundeskanzleramt und im Schloss Bellevue erwartet.



Marie Kondo, die jetzt auch eine eigene Frühjahrsputzshow moderiert, zusammen mit ihrem Manager Jürgen von der Lippe.

Fräulein Smillas Gebühr für Schnee


Blogstuff 273
„Lebe von der Welt geschieden, und du lebst mit ihr in Frieden.“ (Friedrich Rückert)
Ein alter Traum ist wie ein unsichtbarer Wellensittich. Niemand weiß, dass du ihn fütterst, und eines Tages fährst du plötzlich nach Dublin und scheißt auf die Kommentare der anderen.
Nachts um drei setzt ihm auf einer Party ein wildfremder Mensch eine Spritze, auf der nächsten Party schmeißt er eine Pille ein, die er nicht kennt. Bis auf den Paul-Kalkbrenner-Gedächtnis-Abflug in die Psychiatrie ist Johnny Malta erstaunlich gut durch seine Berliner Jahre gekommen.
Die Zahl der Orangenspenden hat im vergangenen Jahr um zwanzig Prozent zugenommen. Finde ich gut!
Von 1982 bis 1986 war Andy Bonetti Armutsbeauftragter von Monte Carlo. Das wissen die Wenigsten. Respekt!
„Menschenskind, Susi, wir sind doch nur die Hintergrundtapete. Wir haben nie am Bahnhof Zoo Heroin gekauft oder auf einen Politiker geschossen. Leute wie wir werden nie im Film auftauchen.“ (Heinz Pralinski)
Werbung: Bonetti Media – die ultimative Massenvergnügungswaffe. Nur echt mit dem Prüfsiegel des Ministeriums für Motivation und Optimismus. 
Hätten Sie’s gewusst? Karl der Große gab den Monaten fränkische Namen, den Oktober nannte er „Uuindumanoth“: Weinmonat.
Hinter Bonetti geht immer ein zwei Meter großer Albino, der auf einem bordeauxroten Samtkissen den goldenen Füllfederhalter des Meisters trägt.
Vom Hölzchen aufs Stöckchen: Eins meiner Lieblingslokale in Berlin ist das „Hot Spot“. Das chinesische Restaurant ist in der Eisenzahnstraße. Die Straße wurde 1892 nach Friedrich II. von Brandenburg (1413-1471), benannt, der die Beinamen „der Eiserne“ und „Eisenzahn“ trug. Er begann mit dem Bau des Berliner Stadtschlosses und quälte seine Untertanen durch die Einführung der Biersteuer, die bis auf den heutigen Tag erhoben wird.
Der berühmte Trickle-Down-Effekt der neoliberalen Voodoo-Ökonomie. Bringt im Restaurant das ganze Essen an den Tisch des dicken Mannes. Was er übrig lässt oder erbricht, bekommen die anderen Gäste. Er kann ja nicht alle Reste im Doggy Bag nach Hause tragen, oder? Hat bisher ja wunderbar funktioniert.
Sie werden diesen Namen vermutlich noch nie gehört haben, aber Marcus Licinius Crassus war der reichste Mann des römischen Imperiums zur Zeit von Julius Cäsar. Als Politiker machte er sich einen Namen, als er 6000 Menschen nach Niederschlagung des Spartacus-Aufstands kreuzigen ließ. Er verdiente sein Geld im Immobilien- und Sklavenhandel. Seine Sklaventruppe setzte er als private Feuerwehr ein. Wenn sie am Brandherd eintraf, verhandelte sie zunächst über ihre Bezahlung mit dem Hausherrn. Konnte der Hausherr den geforderten Preis nicht aufbringen, ließen sie das Haus einfach abbrennen. Abgebrannte Ruinen kaufte er den Besitzern samt Grundstück für einen Spottpreis ab und verkaufte sie mit Gewinn weiter oder baute selbst mithilfe seiner Sklaven. Am Ende seines Lebens hatte er 200 Millionen Sesterzen auf dem Konto. Asterix-Leser wissen jetzt Bescheid.
P.S.: Der Ausdruck „krass“ kommt ursprünglich vom lateinischen Wort „crassus“ und bedeutet: fett.
Martin "Gotti" Gottschild. https://www.youtube.com/watch?v=lJcNBK6Dye4

Dienstag, 22. Januar 2019

Was wurde eigentlich aus Klaus Rhinozius?

"Entertainment ist Wahrheit, Wahrheit ist Entertainment." (Motto des SPIEGEL)
Es ist spät geworden und eisige Windböen treiben eine leere Plastiktüte über die Elbe. Das traurige Schreien der Möwen am Hafen passt zur Stimmung von Klaus Rhinozius. Er ist tief gefallen. Keiner will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Er hat alle Facebook-Freunde verloren und bei Instagram werden seine Selfies automatisch gelöscht.
Ich treffe ihn in seinem Loft im noblen Vorort Wellingsbüttel, wo die Klitschko-Brüder und Jimi Blue Störtebeker, der Ururneffe des berühmten Piraten, seine Nachbarn sind. Er hat sich eine Papiertüte über den Kopf gestülpt, um nicht erkannt zu werden. In seiner Wohnung riecht es nach alten Socken, Knoblauch und Angst. Im Wohnzimmerregal sind die kreisrunden Flecken im Staub zu sehen, auf denen seine Pokale standen. Australian Open 2017 im Bereich Auslandsreportage, das Knesebecker Fischmaul in Silber für die beste Einleitung und und und.
Was macht er heute? Er schreibt Texte für den „Postillon“ und für die „Titanic“. Die bekannte Abscheu der Satireblätter für gründliche Recherche und echte Interviews kommt seinem Stil natürlich entgegen. Er hat sich als Pressesprecher für die Konsulate Saudi-Arabiens und Nordkoreas beworben. Ansonsten lebt er von seinen Reserven. Aus dem Haus geht er sowieso nicht mehr und jede Woche bringt ein Lieferfahrer eine Ladung Nudeln, Reis und Konserven. Knietief im Dispo ist er trotzdem, weil die Eigentumswohnung noch nicht abbezahlt ist.
Seine Freundin ist längst ausgezogen, seine Mutter hat der Schlag getroffen, aber sein Vater hält immer noch zu ihm. Und natürlich Hansi, sein Wellensittich. Rhinozius beginnt, mir die rührende Geschichte zu erzählen, wie er den völlig verwahrlosten Vogel aus den Klauen der albanischen Mafia befreit hat, anschließend bei Nacht und Nebel durch den Suq, das Marktviertel in der Altstadt von Tirana, geschlichen ist und nach vielen Abenteuern endlich mit einem selbstgebauten Floß Hamburg erreichte. Für einen Augenblick ist er wieder ganz der Alte.
Pink Floyd - Shine On You Crazy Diamond. https://www.youtube.com/watch?v=cWGE9Gi0bB0

Die Spice Girls, bevor Klaus Rhinozius sie entdeckt hat.


Wie am 6. Januar angekündigt, hat dieses Blog ab diesem Jahr Werbepartner. Nissin: Esst mehr Nudeln! Schwarzenegger und Meister Yoda können nicht irren.
https://www.youtube.com/watch?v=gFwz-SvcBV4
https://www.youtube.com/watch?v=XcH1v-VdAiA
https://www.youtube.com/watch?v=iB3d21-_KPo

Montag, 21. Januar 2019

Russenpeitsche


Eine Russenpeitsche ist eine schnelle Wetter-Änderung. Wenn es plötzlich und schnell kalt wird, sagt man dazu auch "Russen-Peitsche".
https://www.hurraki.de/wiki/Russenpeitsche
Apropos Schnee. Wissen Sie schon, in welcher Verkleidung Sie Fastnacht feiern?
Ich selbst gehe als tragischer Held, powered by Dostojewski.

Blogstuff Spezial – Wie alles begann

Es war schon spät, vielleicht drei oder vier Uhr morgens, und ich saß im Alhambra, einer Cocktail-Bar in der Fasanenstraße. Zu dieser Zeit ging ich erst nach Mitternacht aus dem Haus, immer in meinem Smoking und mit glänzenden schwarzen Schuhen. Damals fand ich das toll. Aber damals trug ich auch noch keine orthopädischen Schuhe zu meinem Rollator.
Im Alhambra war dieser Pianist, jede Nacht spielte er diese langsamen melancholischen Jazzlieder, die man nur ertragen kann, wenn man im Minutentakts Cocktails, Shots und filterlose Zigaretten konsumiert. Ich saß am Ende des Tresens, als sich eine junge Frau zu mir setzte.
„Du siehst traurig aus“, sagte sie und lächelte.
Immer dieselben Sprüche. Wie ich es hasste.
„Ich bin nur besoffen“, sagte ich leise.
„Ärger gehabt?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Was machst du beruflich?“ fragte sie, während sie an meinem Smoking hinab bis auf die Schuhe blickte.
„Nichts.“
„Gar nichts? Das glaube ich nicht.“
„Doch. Ich bin genauso langweilig wie ich aussehe.“
„Du siehst wie ein Schauspieler oder Schriftsteller aus.“
Die Frauen können mich einfach nicht in Ruhe lassen.
Ich zahlte und verließ die Bar.
Es war eine milde Nacht und ich beschloss, zu Fuß nach Hause zu gehen. Keine Lust auf das blöde Gequatsche der Berliner Taxifahrer. Nach ein paar hundert Metern kam ich an einer düsteren Toreinfahrt vorbei.
„Hey, du. Willst du ein bisschen Spaß haben?“ hörte ich eine Männerstimme sagen.
„Reden Sie mit mir?“ fragte ich zurück.
„Pssst.“
„Reden Sie mit mir?“ flüsterte ich.
„Ja.“
„Was ist das für ein Spaß?“
„Guter, sauberer Spaß.“
Ich trat näher.
Und so kam ich zur ersten Ausgabe von Blogstuff. Ich habe die Lektüre bis heute nicht bereut.
Bronski Beat – Hard Rain. https://www.youtube.com/watch?v=Zs7oV80Wsr4

Sonntag, 20. Januar 2019

Ein edler Tropfen

Es ist kalt geworden an den Rändern der Zivilisation, wo sich der Funkhase und das Fuchsloch wg. CSU immer noch keine WhatsApp schicken können. Der findige Autor dieser Zeilen hat sich darum tief in die Katakomben seines Anwesens hinab begeben, um Ausschau nach einem wärmenden Tropfen zu halten.
Ein Armagnac von 1938. Das Fläschchen hat also 81 Jahre auf diesen besonderen Abend gewartet. Da kommen Fragen auf. Hat es ein Familienmitglied vom Frankreichfeldzug mitgebracht? Oder wurde es später bei einer Urlaubsreise in einem Geschäft unseres hochgeschätzten Nachbarlands redlich erworben? Hat es die Resistance vergiftet oder ist es aufgrund einer falschen Lagerung ungenießbar geworden? Mein Keller ist voller Rätsel und Geschichten ...

Siebzigster Geburtstag

Ein langer Name:
Bundes-Republik Deutschland.
Zwei Vornamen, ein Nachname.
Vornehm, bürgerlich.
Ehrgeizig, unzufrieden.
Wie alle Rentner
Nicht offen für das Neue.
Über das Vorstrafenregister
Wird nicht gerne geredet.

Wählen Sie jetzt!

Stellen Sie sich vor, sie wären im Jahr 2000 geboren und letztes Jahr volljährig geworden. Dann haben Sie zwei Alternativen:
Sie leben vegan, fahren mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, trinken keinen Kaffee to go aus Plastikbechern, kaufen unverpacktes Brot, pestizidfreies Obst und Gemüse auf Wochenmärkten, beim Bauern oder in Fachgeschäften. Achtsamkeit, Gesundheit und Sport sind für Sie keine Fremdworte, sie verzichten auf Produkte aus fernen Regionen, selbstverständlich besteigen sie nie ein Flugzeug. Sie werden hundert Jahre alt, erleben das Jahr 2100 und haben mit ihrem Lebensstil die Erde gerettet.
Oder Sie leben wie ein Waschbär auf der Müllkippe. Saufen, Rauchen und Drogen sind für Sie keine Fremdworte. Sie ernähren sich von Fastfood, produzieren tonnenweise Müll und fressen in Ihrem Leben ganze Schweineherden, Hühnerhorden und jeden Roadkill, der in einem Hot Dog landet. Sie genießen Ihr Leben in vollen Zügen, fahren ein dickes Auto, das Sie mit Schweröl betanken, sehen sich die Welt an und setzen dem Klimawandel eine Klimaanlage entgegen. Sie werden fett und scheißen auf die Zukunft. 2040 sind Sie tot, bevor die Katastrophe endgültig über die Menschheit hereinbricht.
Mein Tipp: Wählen Sie Weg Nummer 2. Dann haben Sie es schneller hinter sich.

Unbeschwerter Genuss oder bittere Erkenntnis - Guinness ist die Abkürzung ins Glück.
Johnny Cash – Hurt. https://www.youtube.com/watch?v=FywSzjRq0e4

Samstag, 19. Januar 2019

Das Zeitalter des Neodilettantismus


Blogstuff 272
„Was ist ein Kaffeehausliterat? Ein Mensch, der Zeit hat, darüber nachzudenken, was die anderen draußen nicht erleben.“ (Anton Kuh)
Wissen Sie, was ein Pachulke ist? Das alte Berliner Wort für Lümmel, Fatzke oder Rabauke ist völlig aus der Mode gekommen.
Man sollte sich über die bayerischen Dirndl und Lederhosen nicht lustig machen oder den Schuhplattler verhöhnen. Wir lachen ja auch nicht über die Kenianer, wenn die Massai tanzen.
Mal wird schonungslos aufgeklärt, dann knistert es vor Erotik – Bonetti Media Solutions brennt für Ihre Unterhaltung.
Der deutsche Klugscheißer wird die Welt nicht retten, aber er kann seinen Mitmenschen wenigstens ein schlechtes Gewissen machen.
Ich kriege ja in Schweppenhausen und in meinem Alter die ganzen Trends nicht mehr mit. Glücklich machendes Aufräumen mit Frau Kondo aus Japan zum Beispiel. Oder Flanking. Als ich das Wort las, dachte ich, das hat was mit Fußball zu tun. Aber es geht dabei um das Zeigen des Knöchels. Das ist mir nie aufgefallen. Soweit runter gucke ich an den Leuten gar nicht. Meistens ist mir ihre Hackfresse schon zuwider. Jetzt lese ich von Yeezy, das sind Schuhe, die adidas zusammen mit einem US-Rapper rausgebracht hat. Da gibt es Exemplare, die bis zu 4000 Euro pro Paar kosten. Auch Damenstiefel mit spitzen Absätzen, die nichts mehr mit Turnschuhen zu tun haben. Drei Streifen haben die sowieso alle nicht. Darauf eine Ostbratwurst.
Wiederholt wurde der Vorwurf laut, die Programmplanung von Bonetti Media sei viel zu anthropozentristisch. Das stimmt.
Stellen Sie sich Rembrandt vor, wie er von einer lesbischen Gothic-Schlampe im Einkaufszentrum einen Zehn-Euro-Haarschnitt verpasst bekommt. Abends isst er in einem fleckigen Feinrippunterhemd eine Büchse Makrelenfilets mit Toastbrot über der Spüle. So funktioniert der Kulturbetrieb 2019.
Am 1. Oktober 2019 wird die Volksrepublik China siebzig Jahre alt. Vor etwa vier Jahrzehnten hat die Kommunistische Partei des Landes befohlen, den Kapitalismus einzuführen. Die Kombination aus Marx, Mao und Moneten funktioniert hervorragend.

Flagge der KPCh, die Partei hat 78 Millionen Mitglieder.

Ist ein Ballerino a) ein Tänzer, b) der Held eines Italo-Westerns oder c) ein Sänger auf Malle?
Nach einer Wanderung habe ich mal mit einem VWL-Professor in einer Schnitzelkneipe in Waldalgesheim gesessen. Der abstinente Veganer hielt gerade einen seiner gefürchteten Monologe, während ich mich genüsslich einem Jägerschnitzel und einem Weizenbier hingab. Dann fiel der Satz, den ich nie vergessen werde: „Ich fänd’s gut, wenn du mitschreiben würdest.“ Kann man sich nicht ausdenken. Der deutsche Experte, im Felde unbesiegt.
Wenn man bei Google Maps „Mordor“ als Suchbegriff eingibt, wird man nur zu einem holländischen Esoterik-Laden und zu einer schottischen Hundeschule weitergeleitet. Am nächsten kommt der Sache noch Moordorf in Osrfriesland. Ich bin tatsächlich 1997 mal dort gewesen, als ich zur Vier-Tage-Woche bei VW Interviews gemacht habe. Also ich bin im Jahr 1997 dort gewesen, nicht 1997 x – aber das haben Sie sich vermutlich schon gedacht.
„Allein die Tatsache, dass eine Information in die Briefing-Unterlagen für den US-Präsidenten aufgenommen wird, gibt dieser Information jedoch zumindest einen Hauch von Authentizität.“ (Süddeutsche Scheißschrift)
The Psychedelic Furs - Love My Way. https://www.youtube.com/watch?v=LGD9i718kBU

Freitag, 18. Januar 2019

120.000 Tote

Wir haben ja in Mainz richtig dufte Forschungsinstitute. Das Max-Planck-Institut für Chemie hat herausgefunden, dass in Deutschland rund 120.000 Menschen pro Jahr wegen Feinstaubs vorzeitig den Löffel abgeben. Stalingrad nix dagegen. Woran sind die Menschen eigentlich früher gestorben? Und woher kommt der ganze Staub? Ich tippe ja auf Putin. Sollten wir statt Feinstaub nicht Russenstaub sagen?

Russische Agentin bei der Produktion von tödlichem Feinstaub. Wenn ich nicht mindestens 120 Jahre alt werde, ist der Kreml schuld!

Matriarchat

„Erst an dem Tag, an dem wir nicht mehr über das Geschlecht von Politikern diskutieren, haben wir die Gleichberechtigung erreicht.“ (Lupo Laminetti)
Er: Ich fände es gut, wenn sämtliche Entscheidungen in Wirtschaft, Forschung und Politik in den nächsten zwanzig Jahren von Frauen getroffen würden. Nur von den Frauen.
Sie: Ja, das wäre großartig. Aber warum nur zwanzig Jahre? Warum nicht fünfzig oder hundert?
Er: Ich will ja noch sehen, wie der Feldversuch ausgeht. In hundert Jahren bin ich schon lange tot.
Sie: Die Frauen würden in zwanzig Jahren vieles verändert.
Er: Vielleicht würde aber auch viele Dinge so bleiben, wie sie sind.
Sie: Es würde keine Kriege mehr geben.
Er: Das glaube ich nicht. Thatcher ist schon in ihrer ersten Legislaturperiode in den Falkland-Krieg gezogen. Merkel wollte 2003 beim Irak-Krieg von Bush mitmachen, zum Glück war sie da noch keine Kanzlerin. Und unsere Verteidigungsministerin kann gar nicht genug Auslandseinsätze für die Bundeswehr bekommen.
Sie: Ich glaube, die Welt wäre friedlicher, wenn die Frauen überall das Sagen haben.
Er: Kommt auf die konkreten Frauen an. Denk mal an Alice Weidel oder Madame Le Pen.
Sie: Das sind natürlich extrem negative Beispiele.
Er: Glaubst du im Ernst, die Frauen beenden den Neoliberalismus, den Neokolonialismus und stoppen den Klimawandel? Das ist in meinen Augen naiver Kinderglaube. Frauen würden genauso die Interessen ihrer Staaten und Konzerne vertreten wie Männer. Eine mächtige Frau wird nicht schwächer agieren als ein mächtiger Mann.
Sie: Naiver Kinderglaube? In welchem Ton redest du denn mit mir?
Er: Wenn ihr die Chefs seid, ist es vorbei mit Puderzucker und Samthandschuhen. Dann wird auch der Ton rauer, verlass dich drauf.
Sie: Nein, er wird nicht rauer. Höchstens der Ton der Männer. Kommunikation ist eine der starken Seiten der Frauen. Da müssen die Männer noch einiges lernen.
Er: Komm schon, die Männer in der Politik quatschen doch auch den ganzen Tag und es kommt nix dabei rum. Es ändert sich nichts an den Eliten, wenn sie weiblicher werden, weil es immer zuerst um den eigenen Status geht, unabhängig von der Beschaffenheit der Geschlechtsorgane.
Sie: Was ist denn die Lösung, Schweinchen Schlau?
Er: KI. Wir lassen die Maschinen entscheiden. Dann können wir uns zurücklehnen und mit den Schultern zucken, wenn es zu Steuererhöhungen und Entlassungen kommt. So wie ein Manager, der sich einen Unternehmensberater ins Haus holt, um unangenehme Entscheidungen zu verkünden. Die KI wäre unser neuer Gott. Der Herr hat uns in seinem unbegreiflichen Dingsbums eine Dürre oder eine Plage geschickt und wir können leider nichts machen. Die perfekte Ausrede und das Ende der Geschlechterdebatte.
Sie: Wolltest du nicht gerade eben noch zwanzig Jahre Matriarchat?
Er: Na und? Bei Merkel hast du doch auch nie gemeckert, wenn sie mal wieder Haken wie ein Feldhase geschlagen hat.
Sie: Ich kann es gar nicht fassen, dass ein Vollidiot wie du das Wahlrecht hat.
Erik Satie - Gymnopédie No.1. https://www.youtube.com/watch?v=S-Xm7s9eGxU

https://www.heise.de/tp/features/Die-groessten-US-Ruestungskonzerne-werden-mehrheitlich-von-Frauen-gefuehrt-4263744.html

Donnerstag, 17. Januar 2019

Islamistischer Terrorismus in Deutschland im 21. Jahrhundert – eine Bilanz

2018: 0 Tote.
2017: 1 Toter.
2016: 12 Tote.
2015: 0 Tote.
2014: 0 Tote.
2013: 0 Tote.
2012: 0 Tote.
2011: 2 Tote.
2010: 0 Tote.
2009: 0 Tote.
2008: 0 Tote.
2007: 0 Tote.
2006: 0 Tote.
2005: 0 Tote.
2004: 0 Tote.
2003: 0 Tote.
2002: 0 Tote.
2001: 0 Tote.
2000: 0 Tote.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschlägen_in_Deutschland#Bundesrepublik_Deutschland_(ab_1990)

Sachgrundlose Beschriftung von Blogstuff – Megatrend oder Hilflosigkeit?


Blogstuff 271
„Immer wieder griff Adoboli zur Kleenex-Box neben dem Zeugenstand und tupfte sich mit einem weißen Papiertaschentuch die Augen. Mit tränenerstickter Stimme zeichnete er sich als Opfer des unbarmherzigen Drucks im Investmentbanking. ‚Ich habe alles gegeben‘, sagte er auf Fragen seines Anwalts.“ (Der Spiegel)
Entgegen anderslautenden Gerüchten wird der neue „Volkscomputer“ von BILD ohne Hakenkreuztaste ausgeliefert.
Ich bin kein Mann, der sich leicht verführen lässt, aber dieses Käseomelett warf mir einen Speisezimmerblick zu, dem ich nicht widerstehen konnte.
Es gibt jede Menge Lektüre, die unsere Sprache vergiftet. Dann denken wir irgendwann selbst in Floskeln. „Sei du selbst“ und so eine pseudophilosophische Scheiße. Wer weiß denn schon, wie er ist?
Hätten Sie’s gewusst? Udo Lindenberg trägt unter seinem Hut gebrauchte Damenunterwäsche.
Was schreibt die Konkurrenz? Michelle Obama erzählt aus ihrem Leben, das mich nicht die Bohne interessiert. Nele Neuhaus hat mal wieder einen Krimi geschrieben. Belanglos. Gregs Tagebuch 13 – Willkommen in der Fortsetzungshölle. Stephen Hawking. Wird nur verschenkt, aber nie gelesen. Das Guinness-Buch der Rekorde? Lesen nur Kinder, die noch nie ein Guinness getrunken haben. Neulich hat mir ein Mädchen aus der Nachbarschaft davon erzählt. Hat sie zu Weihnachten bekommen, sie geht in die vierte Klasse. Der größte Mensch wäre 1 Meter 72. Klar. Da bin ich ja größer. Dann eben 2 Meter 72, sagte sie trotzig. Von der dicksten Frau der Welt wusste sie nur das Alter, aber nicht das Gewicht. Ein Trost: Ende 2019 kommt der neue Bonetti raus. Arbeitstitel: „Frotteehandtücher im Sturmwind.“ Der Anfang klingt bereits verheißungsvoll: „Ihre Zähne waren so weiß, dass man instinktiv die Augen zusammenkniff, wenn sie lachte. Er war einer von den Typen, die selbst vor einem Zahnarztbesuch sicherheitshalber frische Unterwäsche anzogen.“
Ich habe mir jetzt am linken Handgelenk eine Rolex eintätowieren lassen. Läuft.
BGE ist immer eine Frage der Perspektive. Dagobert Duck fände es schlecht, weil er Donald nicht mehr zu entwürdigenden Bedingungen jeden miesen Job oder jede absurde Reise aufzwingen könnte. Donald Duck fände es gut, weil seine Basiskosten wie Miete und Krankenversicherung gedeckt wären und er selbstbestimmt eine Verdienstmöglichkeit auswählen könnte.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Sein neues Werk „Deutschland unter Mao – Strukturanalyse spätkapitalistischer Verblendungszusammenhänge“ schildert er den Aufstieg des chinesischen „Kapunismus“ (kapitalistischer Kommunismus) unter dem großen Vorsitzenden Xi zur globalen Supermacht.
Hätten Sie’s gewusst? Die Hausbar in der Villa Bonetti wird auch scherzhaft die „Kornkammer des Reiches“ genannt.
Mein Werbeslogan „Leitung muss sich wieder lohnen“ für die Saarländischen Kabelwerke KG in Merzig wurde für den Silbernen Schuhlöffel in Pirmasens nominiert.
Mir hat noch nie jemand Blumen geschenkt. Wahrscheinlich bekomme ich die allerersten Blumen aufs Grab gelegt. Welche Ironie.
Es gibt eine Geschichte der Gewalt. Männer haben sie geschrieben. Aber gibt es auch eine Weltgeschichte der Liebe? Ohne Hass, Krieg, Zerstörung und Tod? Wer schreibt sie?
Mit den Büchern ist es wie mit den Schallplatten: Niemand wird den ganzen Mist in Zukunft haben wollen. Die Literatur wandert ins Netz wie die Musik. Millionen Tonnen von Druckwerken werden recycelt werden. Zu neuen Büchern und Zeitungen? Nein. Höchstens zu Verpackungsmaterial.
„Ich besorg‘s dir“ – der neue Slogan für den E-Commerce. Hammer-Idee. Aber weder Amazon noch andere Firmen wollen ihn mir abkaufen.
Jeff Beck with Stevie Ray Vaughan - Going Down. https://www.youtube.com/watch?v=oXANb8GW-1I

Mittwoch, 16. Januar 2019

Auermanns Ende

Patrick Auermann war ein junger, hoffnungsvoller Kabarettist, doch die Schneemassen dieses Winters wurden ihm zum Verhängnis. Und das kam so:
Nach seinem Sieg bei einem Poetry Slam in Augsburg beschloss Auermann, Kabarettist zu werden. Er schrieb fleißig Texte und bald hatte er ein beachtliches Programm von etwa einer Stunde beisammen, das er auswendig vortragen konnte. Er schrieb diverse Veranstaltungsorte an und bat um die Möglichkeit, auftreten zu dürfen. Es hagelte Absagen, bis auf die Schwammbichlerhütte in Tirol. Sie buchte ihn für einen Auftritt, immerhin. Essen, Übernachtung und Reisekosten. Bahnfahrt zweiter Klasse, der Hüttenwirt würde ihn am Bahnhof abholen.
So kam der Auermann also auf die Schwammbichlerhütte in zweitausend Meter Höhe. Am Abend waren im Gastraum der Hütte etwa fünfzig Gäste beisammen, die ordentlich Bier und Schnaps tranken, Schweinebraten und diverse Jausenbrettl auffahren ließen und guter Stimmung waren. Nachdem der Wirt einige Stücke auf seiner Ziehharmonika gespielt und dazu gejodelt hatte, war er an der Reihe. Ein wenig nervös war er schon, aber nach einigen Minuten lachten die Hüttenbesucher gutmütig über seine harmlosen Späße. Über die Berliner Politik und Smartphone-Süchtige kann man immer lachen.
Nach dem Applaus setzte er sich an die Theke, trank drei Bier, aß ein paar Wiener Würstchen mit guten Appetit und ging zu Bett. Sonst wäre eigentlich nichts zu berichten gewesen, aber in der Nacht begann es zu schneien. Es schneite und schneite und am Morgen lagen drei Meter Schnee. Keiner konnte die Hütte verlassen, keiner konnte die Hütte erreichen. Beim Frühstück beruhigte der Wirt alle Gäste. Es seien genug Vorräte für einige Tage vorhanden.
Die Hüttenbesucher saßen im Gastraum, spielten mit ihren Smartphones und Tablets, aßen und tranken nach dem Frühstück einfach weiter und schwatzten und lachten bis in den Nachmittag. Dann machte der Wirt den Vorschlag, der Kabarettist könnte doch einfach noch einmal auftreten. Fernsehen und Radio gab es in der Schwammbichlerhütte nicht und so fand der Vorschlag allgemeine Zustimmung.
Patrick Auermann trug sein Programm also ein zweites Mal vor. Diesmal lachte kaum einer und der Beifall am Ende war doch sehr matt. Er zog sich direkt in sein Zimmer zurück und hoffte, am nächsten Tag abreisen zu können. Auf den Nachrichtenseiten im Netz hieß es, überall seien Rettungskräfte am Werk, die eingeschlossene Dörfer und abgelegene Berghütten erreichten. Aus dem Gastraum hörte er die Menschen singen, der Gastwirt spielte auf seiner Ziehharmonika und jodelte aus Leibeskräften.
Am dritten Tag war die Stimmung gedrückt. Die Leute besoffen sich direkt nach dem Frühstück und so dauerte er nicht lange, bis nach Auermann verlangt wurde. Der junge Mann weigerte sich zunächst, sein Zimmer zu verlassen, aber der Wirt erklärte ihm, dass die Menge wütend werden könnte, falls er nicht erschiene.
Als er vor den Gästen stand, hatte Auermann kein gutes Gefühl. Er konnte unmöglich noch einmal dieselben Texte vortragen. Er versuchte es zunächst mit ein paar Improvisationen über die Qualität der Flugzeugmahlzeiten. Er blickte in steinerne Gesichter, das erste Murren wurde laut. Dann probierte er es mit Witzen über Veganer. Keiner lachte. Dann begann er einfach mit seinem üblichen Programm. Die ersten Gläser flogen. Er sprach unbeirrt weiter.
Dann stand ein großer, rotgesichtiger Mann vom Tisch auf, torkelte auf ihn zu und versuchte, ihm ins Gesicht zu schlagen. Jetzt lachten die Menschen, aber es war ein furchteinflößendes Lachen. Sie beschimpften und bewarfen ihn mit Brotresten und Brezeln. Der Wirt zog ihn weg, aber die wütende Menge folgte ihnen. Er schob den armen Auermann zur Tür hinaus in den Schnee und versprach den Gästen Freibier. Die ganze Meute heulte beifällig und ging zurück in den Schankraum.
Patrick Auermann aber fand man erst im Frühling, als die Schneeschmelze einsetzte. Er lag in embryonaler Haltung etwa zehn Meter von der Hütte entfernt. Das wäre ihm in München nicht passiert.
Principe Valiente - Strangers In The Night. https://www.youtube.com/watch?v=fo4TRnk9wCA

Dienstag, 15. Januar 2019

Der Ballon

Ich hatte es nicht eilig. Ein Ziel hatte ich auch nicht. Eigentlich hatte ich an diesem Tag nichts vor und so schlenderte ich einfach durch die Straßen. Nach einiger Zeit kam ich auf den Marktplatz der Stadt. Es waren allerlei Buden und Stände aufgebaut. Eine Mutter kam mit einem kleinen Kind an der Hand auf mich zu. Das Kind hatte einen blauen Luftballon in der Hand. Plötzlich ließ es den Ballon los. Wir sahen ihm alle nach, wie er in den Himmel stieg. Ich beschloss, dem Ballon zu folgen. Ich bog an jeder Straßenecke in seine Richtung ab. Natürlich würde ich ihn niemals erreichen, es war nur ein Spiel. Schließlich stand ich am Ufer des Flusses. Ich sah ihm so lange nach, bis er am Horizont verschwunden war.

Der makabre Humor der Makrelen


Blogstuff 270
„Die Deutschen neigen dazu, Fehler möglichst zwei- oder dreimal zu machen, damit man sie auch beherrscht.“ (Rolf Linnemann)
Früher dachte ich, diese Gesellschaft geht an der Gewalt zugrunde. Dann dachte ich, sie vernichtet sich selbst durch ihre Gier. Heute weiß ich, dass der Kapitalismus uns alle überleben wird.
„Thunderstruck“ a capella und ohne Text – und wenn einer dann auch nicht summen kann …
Warum ist die Habsucht nicht als Krankheit anerkannt wie andere Süchte? Warum gibt es keine Therapien, sondern nur suchtfördernde Propaganda?
In Waldalgesheim, im Nachbarort von Schweppenhausen, kann man auch 2019 noch keine bewegten Bilder im Internet sehen. Das sind keine Funklöcher, das sind Paralleluniversen.
Der Mindestlohn ist schon wieder erhöht worden. Denkt eigentlich niemand über die Folgen nach? Wofür wird das Geld denn in der Unterschicht ausgegeben? Alkohol, Zigaretten, Spielothek, Puff, Drogen, Waffen. Wie soll das weitergehen? Was ist, wenn die Armen nicht mehr arm sind? Dann kommen sie auf dumme Gedanken, plötzlich stehen sie in unseren Opernhäusern und Edelrestaurants. Wollen wir ernsthaft den ungewaschenen Pöbel an den Nachbartischen sehen? Oder im Wartezimmer unseres Vermögensberaters? Ich fordere als Ausgleich drastische Mieterhöhungen und eine Verteuerung der Grundnahrungsmittel!
Wenn du eine Geschichte erzählst, triffst du auf bestimmte Erwartungen der Zuhörer. Sie wollen einen Anfang und ein Ende, sie wollen Helden und deren Feinde, sie wollen etwas über Liebe, Verbrechen oder Abenteuer hören. Diese Erwartungen zu brechen ist der beste Weg in die Erfolglosigkeit, aber vielleicht der einzige Weg zu deiner eigenen Stimme.
Werbung: Bonetti Media – die Nr. 1 im Casual Reading.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Sein neues Werk „Das Wunder der Selbstbefleckung“ wurde kurzfristig vom Verlag aufgrund inhaltlicher Differenzen zurückgezogen.
Bandname: Jimmy Silverlake & The Stool Gang.
Was macht Horst Seehofer eigentlich hauptberuflich?
Stellen Sie sich vor, ein Politiker tritt vor die Presse und sagt mit verstellter, ganz heller Stimme die ganze Zeit „linglingling“ und hat vielleicht auch noch kurze Hosen an. So ein Politiker ist doch sofort unglaubwürdig. Jetzt habe ich eine Frage an Sie, liebe Lesende: Warum ist denn der Politiker glaubwürdig, wenn er dieses Verhalten vor der Kamera vermeidet?
Wer hätte das gedacht? Die Domain Schicke-Kleider.de hat tausend Mal mehr Clicks als Politisches-Bewusstsein.de.
Wir lachen erst einmal, weil es uns vom Denken entlastet. Auch das haben wir leider von den Amerikanern übernommen.
Was haben Wolfgang Schäuble und Donald Trump eigentlich im Mai 1968 gemacht, als sie 25 bzw. 21 Jahre alt waren?
Es gibt tatsächlich noch Journalisten und Blogger, die so naiv sind, dass sie die wachsende soziale und ökonomische Ungleichheit beklagen. Als wäre es eine Fehlentwicklung. Ungleichheit ist gewollt, sie ist das Ziel dieser Gesellschaftsform.
Ein alter Schulfreund aus Ingelheim: Peter Hefner - Ich Leb Allein. https://www.youtube.com/watch?v=pjW_kfW7QfE&feature=share

Montag, 14. Januar 2019

German for Beginners

guten Morgen und willkommen = good morning and welcome
Was wollen Sie? = What do you want?
Wann wollen Sie mit mir tanzen? = When do you want to dance with me?
Ich habe einen Traum. = I have a dream.
Ich habe einen Hamster. = I have a hamster.
Ich bin ein Idiot. = I am an idiot.
Ich bin ein Manager. = I am a manager.
Ich bin ein Monster. = I am a monster.
Ich bin impotent. = I am impotent.
Ich bin intelligent. = I am intelligent.

-ling
der Häftling (the prisoner)
der Frühling (the spring)
der Flüchtling (the refugee)

-ist
der Optimist (the optimist)
der Pianist (the pianist)
der Polizist (the policeman)

-ion
die Situation (the situation)
die Nation (the nation)
die Tradition (the tradition)

-heit
die Feigheit (the cowardice)
die Schönheit (the beauty)
die Blödheit (the stupidity)

Orangen sind orange. Oranges are orange.
Was machen die Männer? Die Männer lesen.
Was machen die Frauen? Die Frauen essen.
Wir schlafen immer sehr tief und fest. We always sleep very deeply.
Wann schlafen Vampire? Vampire schlafen am Tag.

Du liebst Sonja. You love Sonja.
Er liebt Schokolade. He loves chocolate.
Sie hasst Spinnen. She hates spiders.
Was hasst sie – flauschige Häschen (fluffy bunnies)?
Nein, sie hasst doch nicht flauschige Häschen. Sie hasst Spinnen.

Sie stehen in einer Pfütze. You are standing in a puddle.

Was trinken Babys gerne? Milch.
Trinken Männer auch gerne Muttermilch?
Nein, natürlich nicht (of course not). Männer trinken gerne Bier.
Das weiß doch jedes Baby.

In einer Regenpfütze ist Wasser.
Keine Limonade.
Also niemals aus einer Pfütze trinken!

Ist die Sonne heiß oder kalt?
heiß
Die Sonne ist heiß.
Sie ist heiß.
Wisst ihr wer noch heiß ist?
Meine Nachbarin (my neighbor)
Meine Nachbarin ist auch heiß.
Sie heißt Anna. (Her name is Anna).
Anna sieht verdammt gut aus (looks damn good).

Jetzt wissen Sie alles, um nach Deutschland fahren zu können.
Quelle: https://learn-german-easily.com/

Warum wir die Demokratie nicht brauchen

Warnung an Allergiker: Kann Spurenelemente von Sarkasmus enthalten.
Demokratie heißt Herrschaft des Volkes. Das haben wir alle in der Schule gelernt und natürlich ist das völliger Unsinn. Das Volk herrscht nicht, die Politiker herrschen. Und selbst das ist nicht die ganze Wahrheit.
Es wurde eine kleine Gruppe von Berufspolitikern geschaffen, die in sogenannten Parteien organisiert sind. Diese Menschen werden mit Geld regelrecht zugeschissen, so dass sie gar nicht auf die Idee kämen, am herrschenden System etwas zu ändern. Sie bekommen für ihre politischen Tätigkeiten mindestens das Fünffache eines Durchschnittsverdieners und wem das nicht reicht, bekommt Aufsichtsratsmandate oder Beraterverträge, bis er sein eigenes Gewicht in Gold besitzt.
Sehen wir uns die Parteien genau an. Das ursprüngliche Angebot besteht aus CDU/CSU, SPD und FDP. Alle drei Parteien sind identisch. Hinzu kamen in den achtziger Jahren die Grünen, die sich schnell angepasst haben und heute mit jeder Altpartei kompatibel sind. In den Neunzigern kamen die Linken dazu, denen man mit einem sonnigen Platz am Berliner Schweinetrog schnell die linken Ideen ausgetrieben hat. Letztes Jahr kam die AfD ins Parlament. Erinnern Sie sich noch? Die Rechten wollten die Altparteien „jagen“. Ein Jahr später sind sie mit viel Geld befriedet worden und haben bereits ihren ersten Parteispendenskandal.
Das ganze Geld, mit dem die Politiker nach Art des Gänsestopfens gemästet werden, ist natürlich in den Augen der Industriellen und des Finanzadels nur ein bescheidenes Sümmchen, das jedoch gut angelegt ist. Außerdem zahlt es der Pöbel selbst. Politiker muss man nicht mehr bestechen und wenn man es dennoch tut, reichen ein paar Tausender pro Nase oder ein paar Millionen „Parteispenden“. Deswegen muss die Oberschicht nicht das Vermögen antasten, das finanziert man quasi von den Zinsen des Kapitals. Wenn es um Macht geht, gilt das Prinzip „Follow the money“. Mehr muss man über das Thema Herrschaft nicht wissen.
Es können nur diejenigen herrschen, die vom System profitieren. Alles andere würde die Ordnung zerstören.
Die eigentliche Frage, die sich gegenwärtig stellt, ist doch, ob wir dieses alte Theaterstück von der Volksherrschaft überhaupt noch brauchen? China hat bewiesen, dass Demokratie und Kapitalismus auch getrennt voneinander hervorragend funktionieren. Eine Diktatur trifft Entscheidungen schneller als eine Demokratie – und Zeit ist bekanntlich Geld. Der Schnellere macht das Rennen. So eine Diktatur des Proletariats hat ja auch durchaus etwas Erhabenes. Sie bietet auch im 21. Jahrhundert Lösungen für Probleme, die unsere westlichen Demokratien nicht mehr in den Griff kriegen.
Das Hauptproblem des Westens ist doch der irrsinnige Gedanke, alle Menschen seien gleich. Nein! Sind sie nicht. Sollen sie auch nicht sein. Gleichheit und Gerechtigkeit sind unser Untergang. Es können eben nicht alle Menschen Auto fahren, Fernreisen unternehmen und Fleisch essen. Wir müssen zurück zur Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts, die demokratische Entwicklung des 20. Jahrhunderts war falsch. Aus Angst vor dem Bolschewismus haben wir vor hundert Jahren einen großen Fehler gemacht.
Die Grünen als Partei der Besserverdienenden hatten schon recht, als sie damals fünf Mark pro Liter Benzin forderten. Jetzt müssten es fünf Euro sein. Fleisch sollte so teuer werden, dass nur die Reichen Steaks essen können. Vor zweihundert Jahren konnten sich Arbeiter gar kein Fleisch leisten. Recht so! Die Leute müssen in der neuen Klassengesellschaft gezwungen werden, sich gesund zu ernähren und sich ökologisch korrekt fortzubewegen. Billigflüge, Lohnerhöhungen, Kindergeld – das ist doch alles Wahnsinn. Wir brauchen Studiengebühren wie in den USA. Wir setzen den Leuten mit höherer Bildung doch nur unnötig Flausen in den Kopf.
Gab es zu Zeiten Goethes schon den Klimawandel? Nein. Die Straßen waren leer und die Luft sauber. Der Pöbel hat sechs Tage die Woche geschuftet und es hat kaum zum Leben gereicht. Sie haben beim Arbeiten geschwitzt und nicht beim Joggen. Sie haben die Klappe gehalten, weil sie noch nicht mal die Zeitung lesen konnten. Heutzutage geben Hinz und Kunz ihren Senf dazu. Als Wutbürger und Gelbwesten werden sie aufmüpfig. Das haben wir von der verfluchten Drecksdemokratie. Die ganzen Meinungen sind doch völlig irrelevant. Schluss damit! Es kann nicht jeder in einer Villa wohnen oder Mitglied im Golfclub sein. Die Zahl der Hotelbetten in St. Moritz und Davos ist begrenzt, Leute. Wo ist der deutsche Trump, wo ist der furchtlose Milliardär, der endlich mal aufräumt?
In Letter Form - Edison's Medicine. https://www.youtube.com/watch?v=58EqqalcmDA

Sonntag, 13. Januar 2019

Melancholerisch – das Gefühl des Jahres


Blogstuff 269
„Gerechtigkeit ist für mich ein marxistischer Begriff. Ich weiß nicht, was das ist.“ (Oliver Bäte, Chef der Allianz-Versicherung)
Rheinhessen ist wie Jamaika – ein Drogenanbaugebiet.
Ich bin ja gegen das Kürzel AKK für die neue CDU-Chefin. Denn AKK ist das Kürzel für Amöneburg, Kastel und Kostheim, die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz, die seit 1945 widerrechtlich von Hessen besetzt sind. #Rhein-Krim
Was soll man eigentlich im Mai wählen, wenn die Wahlen zum EU-Parlament anstehen und man keinen Bock auf CDU/CSU hat? Die SPD ist keine Option, denn sie ist in der babylonischen Gefangenschaft der GroKo. Die Linke ist mit sich selbst beschäftigt. Die Grünen haben den Rechtsruck in Europa erkannt und sich aus dem linken Lager verabschiedet; sie gehören inzwischen zum bürgerlichen Lager. Die FDP war immer das Stützrädchen der Union, auch wenn sie in den Koalitionsverhandlungen 2017 etwas bockig war. Die AfD verbietet sich von selbst. Wieder Martin Sonneborn und seine PARTEI? Für den Gag latsche ich nicht runter bis zum Feuerwehrhaus, wo in Schweppenhausen das Wahllokal ist. Ich sehe schon Bonettis Tagebuch: „Europawahl – Nachmittag Schwimmschule.“
Wie sieht das Freizeitangebot von Downtown aus? Suff, Drogen, Sex und Musik. Also siehst du jede Menge Besoffene, Junkies, Nutten, Drogenhändler und Zuhälter. Dagegen wirken die heutigen Rockmusiker wie Waisenknaben.
Deutsche und Schweizer sind generell nicht verwandt oder verschwägert. Das ist wie bei der Hundezucht, da kreuzt man auch nicht eine Dänische Dogge mit einem Chihuahua. Schon der Geschlechtsverkehr wäre entweder albern oder tödlich.
Jemand stampft die Treppe herauf. Es hört sich an, als würden riesige Fäuste auf die Stufen schlagen.
Du drehst dich die ganze Nacht von links nach rechts und kannst nicht schlafen. Erst am Morgen bemerkst du, dass du auf einer Käsereibe und einem Kugelschreiber gelegen hast.
Hätten Sie’s gewusst? In Afghanistan gibt es Neumohn und Vollmohn.
Ein Geräusch hinter mir. Ich drehe mich um und sehe einen Kopf, der sich aus dem Fußboden herauswindet wie aus zähem Schlamm. Er lächelt mir zu. „Sie haben es geschafft. Heute ist der Tag, an dem Sie für Ihre Geduld belohnt werden. Es ist soweit. Sie können dieses Elend hinter sich lassen und in unserer Welt leben.“ Wie lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet. Keine Zeile ist umsonst gewesen.
Andy Bonetti ist wie Leonardo da Vinci. Erst nach seinem Tod wird man in seinen Tagebüchern die Lösung für alle großen Probleme der Menschheit (Klimawandel, Geldnot, Akne) finden. Während er - quasi mit seinem Kleinhirn – Romane schreibt und dieses Blog mit Sottisen bestückt, arbeitet sein Großhirn an den letzten Fragen dieser Zivilisation.
Es gibt nichts Trostloseres als einen alten Zocker, der begriffen hat, dass es vorbei ist. Dass er sein ganzes Leben in den Daddelautomaten geschmissen und nichts gewonnen hat. Es ist gelaufen, er wird keine Chance mehr bekommen. Auf seinem Konto wird nicht einmal genug Geld für eine Kerze sein, die man auf sein Grab stellen könnte.
The Who – I’m Free. https://www.youtube.com/watch?v=rGa70tVYVKo

Rüdiger Nahasapeemapetilon hat mir alles über das Serviettenfalten beigebracht, was ich bis heute weiß.

Samstag, 12. Januar 2019

5 Gründe, warum ich die Farbe Gelb mag






Ein Leben für den Fußball

Es war ein nasskalter Wintertag, die Sonne blieb bis zum Abend hinter grauen Wolken verborgen. Als es dunkel wurde, kämpfte er um jeden Atemzug. Er rief die Krankenschwester und bat um ein Glas Wasser. Sein letzter Wunsch. Als sie zurück ins Zimmer kam, war er bereits tot. Ein großes Herz hatte aufgehört zu schlagen.
Herbert „Bully“ Malotzke kam am 12. Januar 1919 in Essen zur Welt. Sein Vater war Bergarbeiter, seine Mutter Hausfrau. Er hatte sieben Geschwister. Als er acht Jahre alt war, starben seine Eltern bei einem Straßenbahnunfall. Er wuchs bei einer Tante in Herne auf. Sein erstes Geld verdiente er sich im Laden seines Onkels, der einen Kiosk am Sportplatz betrieb.
So kam Bully Malotzke, bis heute eine Sportlegende unter Eingeweihten, zum Fußball. In der Jugend von SV Glückauf Herne spielte er als Mittelläufer. Als er achtzehn Jahre alt war, wurde er in einem Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf entdeckt. Fortan spielte er für die Fortuna, bis er 1940 von der Wehrmacht eingezogen wurde. Er nahm an den Balkanfeldzügen und der Besetzung Griechenlands teil. 1945 kam er in Landshut in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Ab 1949 spielte er wieder Fußball. Schwarz-Weiß-Essen. II. Division, auch zweite Liga genannt. Damals durften Vertragsspieler nicht mehr als 320 Mark, inklusive Prämien, im Monat verdienen. Malotzke verdiente sich gerade einmal das Geld für die Miete. Nebenbei arbeitete er als Verkäufer in einem Ford-Autohaus. Er war bis 1956 als Spieler aktiv, dann verletzte er sich am Meniskus und musste die Fußballschuhe an den Nagel hängen.
1959 sehen wir ihn wieder als Trainer des Meidericher SV, später als MSV Duisburg bekannt geworden. Er führte den Verein 1963 in die neugegründete Fußballbundesliga. In der ersten Saison wurde er Vizemeister, in den nächsten Jahren ging es abwärts. 1968 verließ er den Verein und wechselte zu Fortuna Köln. Er schaffte den Aufstieg in die erste Liga, stieg aber in der Folgesaison wieder ab. Später erreichte er mit Hertha BSC das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger und mit Eintracht Braunschweig verlor er das DFB-Pokalfinale 1978.
Seine letzte Station als Trainer war Kickers Offenbach, die er in der Saison 1988/89 von der dritten in die zweite Liga führte. Wir Fans bewahren diesem großen Mann ein ehrendes Gedenken in unseren Herzen. Bully Malotzke – unvergessen.
Donovan - Hurdy Gurdy Man. https://www.youtube.com/watch?v=CHxfOZH8cew