Samstag, 30. Juni 2018

Letztes Posting der ersten Jahreshälfte

Jogo Bonito

Wer das ganze Jahr die lauwarme Erbsensuppe der Bundesliga gelöffelt hat und "Das System" (formerly known as "Die Mannschaft", Platz 25 in der WM-Endabrechnung) bzw. dessen Absturz erleiden musste, wurde heute mit dem Achtelfinale zwischen Frankreich und Argentinien belohnt. So ist also Fußball, wenn begnadete Künstler auf dem Platz stehen. Sieben herrliche Tore. Spannung - Schönheit - Drama - Erlösung.


Der zweifache Torschütze Mbappé wird seine gesamten Einnahmen aus dem WM-Turnier gemeinnützigen Zwecken spenden.

Manifestationen des Blöden: Markus Söder

2018 ist es passiert. Die Bayern haben ihren schärfsten Wadenbeißer seit Franz-Josef Strauß von der Leine gelassen. Als Staatsoberhaupt eines renitenten Bundeslands tief im Süden, wo man mit Hopfen und Dieselfahrzeugen sein Geld verdient, legte er fulminante hundert Tage aufs politische Parkett.
„In Europa und der Welt ist die Zeit des geordneten Multilateralismus - die wird etwas abgelöst von Einzelländern, die auch Entscheidungen treffen“, formuliert er am 14. Juni, pünktlich zu Beginn des medialen WM-Lochs, etwas ungelenk. Aber wir wissen alle, was gemeint ist. Nach den erfolgreichen Schlagern „Hungary First“, „Poland First“, „Austria First“ und vor allem „America First“ kommt nun „Bavaria First“. Eigentlich muss es ja „Söder First“ heißen, aber der Mann ist erst kurz im Amt.
Bayern hat in den vergangenen Jahren schon immer eine eigene Außenpolitik betrieben und seinen Bürgern suggeriert, man sei ein souveräner Staat. Staatsbesuche bei Putin oder Orban, die Achse München-Wien-Rom, als ob es Berlin gar nicht gäbe – mit Söders Aufkündigung der internationalen Zusammenarbeit ist der Bruch mit dem Rest der Republik schon intendiert. Dazu kommen ein neues Polizeigesetz nach Vorbild des Ausnahmezustands in Frankreich und den USA sowie der aggressive Missbrauch religiöser Symbole in staatlichen Einrichtungen zur Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsgruppen.

Es ist der Größenwahn vieler Kleinstaaten – siehe Nordkorea -, mit den ganz großen Hunden bellen zu wollen. „Bavaria One“ heißt das neue Weltraumprogramm, mit dem man endlich mit den Amerikanern, Russen und Chinesen gleichziehen wird. Das ist nur der Anfang. Strauß ist in der Adenauerzeit mit seinem Wunsch nach deutschen Atomwaffen gescheitert. Gibt es mit Söder endlich die bajuwarische Bombe?
Wer braucht noch die BRD, die EU oder die NATO, wenn man der Fürst einer aufstrebenden Mittelmacht ist? Sehr aufschlussreich für den selbstverliebten Egomanen Söder sind seine Karnevalskostüme. Als Kronprinz alberte er noch in Gestalt eines Punkers oder einer Cartoon-Figur durch die Bierzelte, später machte er sich als Stoiber über einen seiner Vorgänger lustig. In diesem Jahr ging er als Prinzregent Luitpold von Bayern. Dieser übernahm für seine geisteskranken Vorgänger Ludwig Zwo und Otto Eins die Regierungsgeschäfte im Königreich Bayern. Viele Grüße an Herrn Seehofer. Nebenbei knüpft man dezent an die 738 Jahre undemokratischer Herrschaft der Wittelsbacher an.
Seinen Vorgänger, jetzt Heimatinnenbauminister in Berlin am Hofe der letzten Kaiserin, verheizt er gerade in absurden Grabenkämpfen mit der Schwesterpartei CDU um juristische Petitessen und verursacht eine veritable Krise in der ohnehin schon durch Brexit, Trump und hauseigenen Nationalismus schwer angeschlagenen Europäischen Union. Sensationen, Spektakel und Skandale! So sichert man sich die Schlagzeilen, so bleibt man im Geschäft. Das hat die CSU von Gauland & Konsorten gelernt. Wann wird Söder die rheinischen Besitztümer Bayerns (die Pfalz und das alte Herzogtum Berg mit der Hauptstadt Düsseldorf) und Tirol (der Gardasee gehörte einmal zu Bayern) zurückfordern? Wird man ihm bei Einmarsch bayerischer Truppen in Innsbruck zujubeln?
Der Mann hat gerade einmal hundert Tage im Amt hinter sich. Markus Söder ist vielleicht die größte Bedrohung, die seit 1945 von deutschem Boden ausgeht. Das rechtsextreme Gekläffe der AfD wird von ihm durch bloße Imitation zum Salonfaschismus geadelt und verbreitet sich dieser Tage wie eine Hirninfektion. Wir stehen vor einem Überbietungswettkampf der Blut&Ehre-Bewegungen auf dem gesamten Kontinent. Den hat ein Wahl-Münchner und Gefreiter der Bayerischen Armee schon einmal gewonnen.

Söders politisches Selbstverständnis: Er ist der Hirte und wir sind die Schafe.
Elina Nechayeva - La Forza. https://www.youtube.com/watch?v=ImawXdXIGd8

Freitag, 29. Juni 2018

Spaß mit Autokennzeichen

Willkommen im Sommerloch, liebe Lesende. Auf Vorschlag meines Kollegen Sheldon Cooper, der mit „Fun with Flags“ große Erfolge feiern konnte, präsentiere ich Ihnen heute die lustigsten Autokennzeichen Deutschlands. Besser wird’s nicht mehr:
AB – Andy Bonetti; damit wirbt (bisher kostenfrei) Aschaffenburg.
AH – der Kreis Borken im erzkonservativen Münsterland hat sich für die Initialien des Führers entschieden, angeblich wegen der Stadt Ahaus.
ART – ausgerechnet der Kyffhäuserkreis macht einen auf Kunst.
BAD – Baden-Baden, die Rentner-, Zocker- und Russenmetropole, will sich ein Gangsta-Rap-Image zulegen? Schon mal dagewesen?
BER – gibt’s endlich, als Landkreis Barnim – und viel billiger.
BH – hihi, wie kann man nur so blöd sein, Ortenaukreis? BRA ist übrigens der Landkreis Wesermarsch.
BITte ein BIT – Bitburg macht einfach ein souveränes Marketing.
ERZ für Erzgebirge finde ich gut, ein Kennzeichen ohne Rätselraten.
GER für Germany hat sich Germersheim abgegriffen.
GOA soll Hippies anlocken, aber Vorsicht - es handelt sich um den gefürchteten Rhein-Hunsrück-Kreis, der unmittelbar an den Landkreis von Schweppenhausen angrenzt.
GUN wäre was für auswanderungswillige Amerikaner; der Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liegt im Law&Order-Freistaat Bayern.
HB – Bremen, alte Raucherstadt; jetzt mit Warnhinweis auf jedem Auto.
HD – Heidelberg, Wiege der Wissenschaft, hat sich den HighTech-Namen gesichert.
ILL – Landkreis Neu-Ulm, keine gute Werbung.
KÖZ – na klar, wenn ich der Landkreis Cham bin, benenne ich mich nach dem craziest Ortsnamen ever, nach Kötzting.
ME – ausgerechnet der langweilige Riesenlandkreis Mettmann wählt meine Initialien.
NÖ – sag einfach NÖ, Landkreis Donau-Ries.
OBB – der Landkreis Miltenberg steht offen für Kifferzubehör.
The Wizard of OZ findet man im Landkreis Nordsachsen – ever been in Oschatz?
Es gibt ROF und ROL, aber kein ROFL. Wann kommt der vierte Buchstabe (=> BIER, WEIN, DOPE, YOLO, METT, SOUL usw.)?
Wie lange gibt es noch ROT in Bayern? Aufgepasst, Landkreis Ansbach.
S.O.B. – mutige Ansage an andere Verkehrsteilnehmer aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.
Hatten Sie auch so viel Spaß wie ich? Dann freuen Sie sich auf die morgige Folge „Spaß mit Arzneimittelnamen“.
Fettes Brot – Emanuela. https://www.youtube.com/watch?v=ZiY5FBI_5D8

Duesenberg Model J Torpedo Phaeton.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Seehofer verweigert "Mannschaft" die Einreise!

Skandal! Auf Anweisung des Innenheimatbauministers verweigert der Bundesgrenzschutz der DFB-Auswahl am Frankfurter Flughafen die Einreise. Dreht der Alpen-Ayatollah endgültig durch? Tausende Fans, die mit Fackeln und Mistgabeln angereist waren, sind enttäuscht.
Jetzt wird fieberhaft nach einem Drittstaat gesucht, der die Deutschen aufnimmt. Russland wird sie nicht zurücknehmen, dass hat Putin bereits angekündigt. #Katastrophe von Kasan #schssmnnschft #kimchi-tsunami
Christian Anders - Darauf tanzt ganz Deutschland (Fußballsong WM 2018). https://www.youtube.com/watch?v=ouF9HniepO4&feature=youtu.be

Die WM geht weiter

Ich habe alle Sammelbildchen der Nationalmannschaft in den Müll geschmissen und die BRD zum Feindstaat erklärt. Merkel und Löw müssen weg. Notfalls auch in einem nationalen Alleingang. #achsederblöden

Hat Schröder möglicherweise falsch eingewechselt?

Ab heute unterstütze ich Belgien. Die kleine Pommes- und Pralinenrepublik an der Nordseeküste ist seit Erfindung des Fußballspiels Geheimfavorit bei jedem Turnier.
Begründung:
Deutschland und Belgien haben die gleichen drei Farben auf ihren Flaggen. Ich muss mir also keine neue Schminke kaufen.
Beide Länder sind tief gespalten. Hier die Bayern, Saupreiß’n und Fischbrötchenversteher, dort Flamen, Wallonen und Brüsselaner.
Die Hauptstädte beider Länder beginnen mit B, sind total chaotisch („Multikulti“) und werden nahezu täglich von schweren Terroranschlägen erschüttert. #nafri-cola
P.S.: Der letzte Abend in Wackutinki war doch recht heiter und besinnlich. Unser Dank gebührt der regionalen Schnapsbrennerlegende Rudi Esch. Jedes Mal, wenn Neymar umgefallen ist, haben wir uns ein Mirabellenwässerchen gegönnt.
P.P.S.: Alle deutschen Fans (zu denen ich nicht gehöre, denn ich bin immer auf der Seite der Erfolgreichen) können sich mit dem Gedanken trösten, dass sie bis zum Abend des 15. Juli amtierender Weltmeister sind. Genießen Sie die Tage!
P.P.P.S.: Es gibt zwei Gruppen von Menschen, die ich nicht leiden kann: Rassisten und Argentinier.
Creedence Clearwater Revival - I Put a Spell on You. https://www.youtube.com/watch?v=9hvA0wWTIv4

Andere Länder haben größere Probleme. Viel größere.

Mittwoch, 27. Juni 2018

Kein Weg führt zurück

Ich habe jahrelang Sushi in rauen Mengen gegessen. Es muss wohl der Lachs gewesen sein, der aus mir sprach. Es klingt albern, ich weiß. Jedenfalls wollte ich plötzlich zurück nach Hause.
Ich habe meine Heimat schon vor langer Zeit verlassen. In einem anderen Jahrhundert. Es gab damals noch anderes Geld und andere Themen. Ich hatte völlig den Kontakt verloren. Meine Eltern waren schon lange tot. Soziale oder kulinarische Bezüge gab es keine mehr.
Es war mühsam. Schwerer, als ich dachte. Ich war lange nicht mehr auf Reisen gewesen und ich wusste gar nicht, was man als Gepäck mitnimmt. Instinktiv packte ich Wein, Brot und Käse in eine Tüte. Auch etwas Wäsche zum Wechseln, falls ich ins Schwitzen kommen sollte.
Schon der Weg zum Flughafen war sehr lang. Ich bin seit vielen Jahren nicht mehr geflogen. Meine Nahrungsmittel wurden mir weggenommen, man tastete meinen Körper ab und wollte in meine Schuhe sehen. Ich sollte Auskunft geben, ob ich einen terroristischen Anschlag verüben wollte. Soweit hatte ich noch gar nicht gedacht.
Das Land meiner Vergangenheit hatte sich verändert. Die neuen Menschen sahen ganz anders aus. Ich fuhr mit einem Bus, weil es keine Züge mehr in die Stadt gab, in der ich geboren wurde. Er hielt in einem Viertel, das es früher noch nicht gegeben hatte.
Ich nahm ein Taxi und wollte zu meinem Elternhaus fahren. Als wir in der Straße ankamen, stellte ich fest, dass es abgerissen worden war. An seiner Stelle stand ein Einkaufszentrum. Das Einkaufszentrum war schon vor Jahren geschlossen worden.
Der Taxifahrer erzählte, hier entstünde demnächst ein Logistikzentrum. Ich fragte ihn, was das eigentlich sei. Er wusste es nicht. Mir wurde klar, dass es keine gute Idee gewesen war, zurückzukommen. Warum sollte ich mich hier beerdigen lassen?
Wenn ich heute Lachs esse, muss ich jedes Mal an diese Reise denken.
Simple Minds - New Gold Dream. https://www.youtube.com/watch?v=GWAC4UeWGd0

Dienstag, 26. Juni 2018

Remoulade ist auch nur ein Wort


Blogstuff 222
„Mit Geld kann man kein Leben kaufen.“ (Bob Marleys letzte Worte)
Seit zwanzig Jahren arbeite ich an einer mechanischen Taube und jetzt kommen diese Drecksamerikaner mit ihren Drohnen.
Ich kann mich noch an ein paar Weisheiten erinnern, die in meiner Kindheit ständig von meinen Eltern und Großeltern zum Besten gegeben wurden. „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“. „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“. „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“. Eigentlich habe ich mich bis heute daran gehalten. Wo wäre ich ohne Angst, Geiz und Selbstzweifel?
Auf die alte Partyfrage, was man haben wolle, wenn man drei Wünsche frei hätte, antworten die Leute immer das gleiche. Sie wollen Geld oder Dinge wie Reisen und Autos, die man mit Geld kaufen kann. Niemand sagt, er würde drei Kindern im Hospiz das Leben retten.
„Dein Hund liebt dich? Warum liebt er dich? Weil du ihn fütterst, weil du ihm zu essen und zu trinken gibst. Der Hund weiß nicht, wie er an seine nächste Mahlzeit kommen soll. Er ist völlig von dir abhängig. Er hat Hunger, er hat Durst und er weiß, dass nur du ihn von seinem Hunger und seinem Durst erlösen kannst. Deswegen liebt er dich. Du liebst dein Leben? Warum liebst du es? Weil es dich mit Nahrung versorgt. Du weißt nicht, wie du ohne dieses Leben essen und trinken sollst. Darum hängst du an diesem miesen kleinen Alltag, den du Leben nennst. Weil du nicht die Kraft hast, dich selbst von dieser hündischen Abhängigkeit zu erlösen.“ (aus der Predigt von Reverend Pomeroy)
In welcher europäischen Hauptstadt steckt das Wort „Rüssel“?
Für einen Arachnophobiker stehen seine acht Augen recht eng beisammen.
Hat Ihre Mutter Sie auch immer „Fauli“ genannt?
Verbesserungsvorschlag für die BVG: Am-Platz-Service auf der U 9, wenigstens zwischen Ku’damm und Steglitz.
1968, vor fünfzig Jahren: Die Astronauten von Apollo 8 sind die ersten Menschen, die am Horizont des Mondes einen Erdaufgang sehen.
Bin ich in Hollywood? Oscar-Verleihung? Nein. Mein Neffe bekommt im großen Saal des Mainzer Schlosses im Rahmen einer mehrstündigen Multimediashow sein Abiturzeugnis überreicht. Ballkleider, schwarze Anzüge, Lackschuhe und Pfennigabsätze. Ich bin am Tag zuvor noch in diversen Klamottenläden in verschiedenen Städten unterwegs, um ein Jackett in meiner Größe zu finden. Bei C&A in Mainz werde ich fündig. Größe 64. Eigentlich noch zu klein, es kneift, aber ich passe hinein und kann es sogar schließen. Meinem Schwager ging es ähnlich. Wer hat denn heute noch Anzüge? Als ich 1985 mein Abiturzeugnis in die Hand gedrückt bekam, waren weder meine Eltern noch andere Verwandte anwesend. Es gibt davon keine Fotos, es gab keine Gratulation. Ich kam in Jeansjacke und Turnschuhen. Was ist seither mit diesem Land passiert?
Lenny Kravitz – Low. https://www.youtube.com/watch?v=dGeOLhqRFcw

Montag, 25. Juni 2018

Sempre Claudia Neumann

Die Frau kommentiert großartig, ich verstehe den Hass der ganzen Chauvis und Nazis überhaut nicht. Wie oft habe ich mich über Arschkrampen wie Marcel Reif aufregen müssen. Wenn es wenigstens um die Qualität ihrer Reportagen gehen würde. Aber bemängelt wird von den Vollidioten immer nur der fehlende Penis - als seien wir nicht im Jahr 2018 und als seien wir gerade in Saudi-Arabien und nicht in Europa.
Mit folgendem Kommentar aus dem Spiel Iran-Portugal ist sie in die Ewigkeit eingegangen, das gehört wirklich zu den ganz großen Zitaten der Fußballgeschichte: "Jetzt nochmal ein strammer, langer Einwurf." Mehr geht nicht.

Einwürfe

„Wir haben schon im ersten Spiel gesehen, dass die offenen Grenzen Deutschlands Untergang sind. Man hätte in der Abwehr konsequent dicht machen müssen. Die Verteidiger haben keine Mauer gebildet und so konnten immer wieder Mexikaner durchkommen. Ausgerechnet Mexikaner!“ (Donald Trump)
„Es fällt auf, dass die Mannschaften, die konsequent auf Integration von Migranten setzen, bei der WM sehr erfolgreich sind. Sehen Sie sich Frankreich, Belgien, England und die Schweiz an. Sie gewinnen ihre Spiele. Die reinrassige, blütenweiße polnische Mannschaft ist schon ausgeschieden. Rechtsextreme Staaten wie Ungarn, Österreich und Italien konnten sich noch nicht einmal qualifizieren.“ (Claudia Roth)
„Wieso haben wir gegen Schweden gewonnen? Weil Özil nicht gespielt hat. Endlich haben alle bei der Hymne mitgesungen, sogar der Neger mit dem komischen Namen. Seit wann heißen Afrikaner Rüdiger? Wer hat den entscheidenden Fehler gemacht, der zum Freistoß und zum Tor von Kroos geführt hat? Ein Türke. Ein Türke mit schwedischem Pass.“ (Alexander Gauland)
„Das Kollektiv ist wichtiger als das Individuum. Dafür steht die deutsche Mannschaft. Teams mit einem Führerkult wie Argentinien und Brasilien haben bisher enttäuscht. Wir brauchen keine Stars wie Messi oder Neymar. Der Star ist die Mannschaft. Sie ist eine Sammlungsbewegung von Autochthonen und Migranten, von Dortmundern und Bayern. Wenn sie sich nicht spalten, können sie bis ins Finale kommen.“ (Sahra Wagenknecht)
„Ohne die Spieler des FC Bayern wären wir längst ausgeschieden. Der Kroos hat ja früher auch mal bei Bayern gespielt, wir haben den praktisch ausgebildet. Und nur weil ein Schwarzer aus München gegen die Gelben Rot sieht, heißt das noch lange nix. Ich würde im Herbst Söder wählen. Bavaria First!“ (Markus Söder Rex)
Newcleus - Jam On It. https://www.youtube.com/watch?v=GpxaaM6wkZw
2:1. Schwein gehabt.

Sonntag, 24. Juni 2018

Tötet Uncle Ben!

Aus Protest gegen Trump rufe ich zum Boykott von Spucknäpfen, Cowboyhüten und Kautabak aus den USA auf. Nie mehr Urlaub in Marlboro Country, keine Erdnussbutterbrote für unsere Kinder.
Kein Reis aus Feindesland! Und Pasta von Barilla ist mit der neuen italienischen Regierung auch gestrichen. Ungarische Salami und Pistazien aus dem Iran, russischer Wodka und Kimchi aus Nordkorea - just say no!
Pack dir Nationalismus in den Tank, Alter!!! Me first!!!

Ralle Stegner wieder ...

Macht die SPD eigentlich alles falsch? Was twittert die lebende Gewitterwolke Stegner gestern um 21:31 Uhr während der zweiten Halbzeit des Fußballthrillers Deutschland-Schweden, das sich wie russisches Nervengift auf mein Gemüt zu legen droht?
"Vielleicht sollte Löw den Kroos rausnehmen
#GERSWE"
Kann man sich nicht ausdenken.
P.S.: Fun Facts For Fans
Der Wert aller Spieler bei der WM beträgt laut Transfermarkt.de 10,5 Milliarden Euro. Das entspricht etwa dem BIP der Mongolei und liegt über dem BIP von 55 Staaten der Erde.
Nach dem Spiel heute Abend ist Bergfest. Dann sind 32 von 64 Partien gespielt.
In Wackutinki wurde bis in die Nacht gefeiert wie zuletzt nach dem Finale 2014. Zu rheinhessischem Riesling wurden Fleischwurst, Forellenfilets, Käse, Tomaten, Baguette und Minifrikadellen gereicht, die mit Köttbullar weder verwandt noch verschwägert waren.

Tausend Jahre Twitter

„Land in Sicht. Freue mich auf Chicken Madras und Mango Lassi.“ (Kolumbus)
„Bin gerade bei Starbucks in Dallas.“ (John F. Kennedy)
„Komme gerade von der Pressekonferenz und mache jetzt Feierabend.“ (Günter Schabowski)
„Das Catering am Set ist wirklich lausig.“ (Neil Armstrong)
„Gutes Gespräch mit meinem Steuerberater in der Schweiz. Läuft.“ (Uli Hoeneß)
„Endlich Frieden mit dem Westen. Den Amerikanern und der NATO kann man vertrauen.“ (Michail Gorbatschow)
„Ich denke, also retweete ich.“ (Descartes)
„Habe die Schnauze voll !elf!! Diesmal verlasse ich Prag endgültig. #malediven“ (Franz Kafka)
„Zwei Dinge sind unendlich: das Internet und die menschliche Dummheit, aber beim Internet bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)
„Bei Trump zum ersten Date eingeladen. #wirschaffendas“ (Angela Merkel)
Pat Boone - Love letters in the sand. https://www.youtube.com/watch?v=2ENzT9k1LRs
Floating Islands - Roger Dean.

Samstag, 23. Juni 2018

Zwischenruf

Käfighaltung für Kinder, die gewaltsam von ihren Eltern getrennt werden. Dazu eine First Lady beim Lagerbesuch, die eine Jacke mit dem Aufdruck „I really don’t care. Do u?“ trägt. Wäre das in Russland passiert, hätte man die Fußball-WM sofort abgebrochen. #WM2026
Copyright: CBP.gov via Heise.de

Nazi-General besucht Nationalmannschaft

„Da kommt Krankl in den Strafraum – Schuss…Tooor, Toor, Tooor, Toor, Toor!. I wear narrisch! Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich. Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals, der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab…“ (Edi Finger)
Was ist schon Watutinki, wenn du Ascochinga kennst. Auf diesem argentinischen Luftwaffenstützpunkt, dessen Name übersetzt „toter Hund“ bedeutet, waren die DFB-Kicker 1978 fünf Wochen eingesperrt. Aus Angst vor Entführungen durfte niemand das Camp verlassen, Lagerkoller war die Folge. Schließlich gab es damals noch keine Gameboys und Smartphones, auch das Internet und das Kabelfernsehen waren noch nicht erfunden. Für die gesamte Mannschaft, die auf dem Gelände von der GSG 9 bewacht wurde, stand nur ein einziges Telefon zur Verfügung. Pro Spieler gab es drei Freiminuten in der Woche, wer länger telefonieren wollte, musste zahlen.
Vor vierzig Jahren war eine Fußball-WM, die von einer Militärdiktatur organisiert wurde, kein Problem. So wie der Mannschaftskapitän von 1974, Franz Beckenbauer, auf den Baustellen in Katar keinen Sklavenarbeiter gesehen hat, so hat auch sein Nachfolger von 1978, Berti Vogts, nichts erkennen können: „Argentinien ist ein Land, in dem Ordnung herrscht. Ich habe keinen einzigen politischen Gefangenen gesehen.“
„Höhepunkt“ dieser WM-Teilnahme, die bekanntlich mit der „Schande von Cordoba“ und dem Ausscheiden nach der Niederlage gegen Österreich endete (inklusive einem Vogts-Eigentor), war der Besuch des Nazi-Generals Hans-Ulrich Rudel bei den DFB-Funktionären und der Mannschaft. Rudel war ein erklärter Liebling Hitlers und der am höchsten dekorierte deutsche Soldat im Zweiten Weltkrieg (nachdem Göring eine Woche vor Hitlers Selbstmord sein Lametta wieder abgegeben hatte).
Nach dem Krieg setzte er sich nach Argentinien ab und gründete dort das „Kameradenwerk“, das untergetauchte Nazis versorgte. Unter anderem brachte er Josef Mengele in Sicherheit. Er arbeitete für den Hitlerversteher Juan Perón, der nach seinem Militärputsch zum argentinischen Präsidenten gewählt worden war, und für die Diktatoren Pinochet in Chile und Stroessner in Paraguay. Außerdem war er Auslandsvertreter für deutsche Firmen, unter anderem auch für Siemens.
In Deutschland vertrat er offen rechtsradikale Positionen. Er unterstützte die 1952 verbotene Sozialistische Reichspartei, war 1953 Spitzenkandidat der Deutschen Reichspartei und trat noch in den siebziger Jahren als Redner für die DVU auf. Er nahm an Traditionstreffen der Bundeswehr teil und wurde 1982 mit allen Ehren im Freistaat Bayern beerdigt.
Der damalige DFB-Präsident Neuberger verstieg sich zu dem Satz, eine Kritik an Rudels Erscheinen käme „einer Beleidigung aller deutschen Soldaten gleich“.
P.S.: Zum fröhlichen Abschluss eines traurigen Rückblicks möchte ich noch auf den österreichischen Spieler Eduard Krieger hinweisen, dem ein Hund im Training in den Hintern gebissen hat, und auf die schottische Mannschaft, die sich in ihrem Hotel jeden Abend besoffen hat. Lassen wir den Hoteldirektor Jesus Garcia zu Wort kommen: „Dass Weltstars sich im betrunkenen Zustand zum Teil splitternackt ausziehen und im Whisky-Delirium den Korridor mit der Toilette verwechseln, hat uns alle sehr geschockt“.
P.P.S.: Ein Wort noch zur heutigen Partie Deutschland-Schweden. Was haben wir gelacht, als wir hörten, dass Italien und Holland nicht die Qualifikation zur Fußball-WM geschafft haben. Heute spielt die DFB-Auswahl gegen das Team, dass die beiden Traditionsmannschaften aus der Quali gekegelt hat. Wenn wir verlieren, habe ich es schon immer gewusst. Wenn wir gewinnen, habe ich nie gezweifelt.
Udo Jürgens & die deutsche Fußballnationalmannschaft - Buenos Dias Argentina. https://www.youtube.com/watch?v=r8x8MstDwpg

Freitag, 22. Juni 2018

Menschheitsfinsternis


Blogstuff 221
„Ganz allgemein gilt, dass nur der Mensch gierig ist, der unbefriedigt ist. Die Gier ist immer das Ergebnis tiefer Enttäuschung. Ob es um die Gier nach Macht, nach Essen oder etwas anderem geht, die Gier ist immer das Ergebnis einer inneren Leere.“ (Erich Fromm)
Ich träume, ich würde ein Formular ausfüllen und damit den „Freunden der totalen Menschheitsfinsternis“ beitreten. Nach dem Aufwachen gebe ich den Begriff in eine Suchmaschine ein und siehe da: Es gibt ihn schon.
Eigentlich wollte ich mal eine Weile nichts schreiben. Einfach einen Monat lang nicht gleich jeden Mist notieren, der mir durch die Birne segelt. Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt, mein Notebook zu Hause zu lassen, bevor ich nach Berlin gereist bin. Aber es ist wie bei einer defekten Klospülung: Es läuft einfach durch mich durch. Mir fällt was ein, ich schreib es auf, mir fällt was ein, ich schreib es auf, immer weiter …
Wer ist verrückt, wer ist normal? Die Normalen sind die Mehrheit, ganz einfach. Was aber, wenn sich die Mehrheit verrückt verhält? Wenn sie sich permanent selbst schädigt, beispielsweise durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen? Als Einzelperson wäre die Menschheit ein Fall für die Psychiatrie.
Hätten Sie’s gewusst? Mamma Mirácoli ist gar nicht aus Italien.
Eines Tages wird eine Tiefgaragenebene in meiner Geburtsstadt Ingelheim nach mir benannt werden. Ich weiß es genau.
Es heißt immer, wir können nichts ändern. Das stimmt nicht. Wir können nur sehr wenig ändern. Du bist einer von sieben Milliarden, also kannst du den siebenmilliardsten Teil ändern.
Da Frauen in früheren Zeiten der Zugang zu hochprozentigen Alkoholika verwehrt wurde, gab es entsprechende „Duftwasser“ zu kaufen, die von den Frauen heimlich getrunken wurden. Berühmt waren 4711 und andere Eaux de Cologne (70 bis 85 Volumenprozent Alkohol), Klosterfrau Melissengeist (79%) und Frauengold (16%). Auch Doppelherz (17%), WICK MediNait (18%) und Galama (15%) fallen in die Kategorie der Arznei als heimlicher „Stimmungsaufheller“.
Als ich den Eiffelturm geerbt habe, sagten meine Freunde natürlich alle: Du Glückspilz, Du hast ausgesorgt. Aber weit gefehlt, liebe Lesende. Die Betriebskosten sind exorbitant und die Einnahmen, die ich mit den Eintrittskarten und dem Restaurant erziele, sind bei weitem nicht so hoch wie ich erwartet hatte. Der Turm ist jedoch seit dem 18. Jahrhundert im Familienbesitz. Deswegen habe ich bisher alle Käufer aus arabischen Ländern und den USA tapfer abgewehrt.
Gelegentlich trifft man bei deutschen Nachnamen auf lateinisch klingende Begriffe. Das liegt nicht daran, dass diese Menschen ihre Vorfahren bis zur Zeit von Julius Cäsar zurückverfolgen können, sondern am modischen Trend der Latinisierung im Mittelalter und der Renaissance. Es klang einfach cooler, so wie man heute internationale Vornamen wie Kevin oder Schantalle verwendet. Man hat damals den alten deutschen Nachnamen ins Lateinische übersetzen lassen. So wurde aus dem Herrn Fischer ein Herr Piscator, aus Frau Berg eine Frau Montanus oder aus Friedrich Kaufmann ein Fridericus Mercator.
Politik: Austronat Superwastl Kurz trifft den Dominator Söderus Rex.

Magazine - The Light Pours Out of Me. https://www.youtube.com/watch?v=0J1sOQdvudc

Donnerstag, 21. Juni 2018

Blogger 3000

„Wer nichts wird und wer nichts kann, der geht zu Post und Eisenbahn.
Ist auch dies dir nicht gelungen, machst du in Versicherungen.
Bist du einfach blöd geboren, gehst du unter die Autoren.“
(unbekannt)

Es war auf der großen internationalen Messe in Hannover. Jeder kennt die „Blogger 3000“. Hier treffen sich Autoren, Fotografen, Designer, Verleger und Start-Up-Investoren. Wir hatten gerade Andy Bonettis phantastischen Vortrag „In sieben einfachen Schritten zum Welterfolg“ gehört und waren euphorisch.
Ich saß mit ein paar jungen Kollegen in einer Bar und wir unterhielten uns über unsere Zukunftsaussichten in der Branche. Neben mir saß ein Bursche von etwa zwanzig Jahren, der sich Strawberry High nannte. In Wirklichkeit hieß er Kuno Grindberg. Die anderen waren von den Poetry Ultras Neukölln.
„Ich will Schriftsteller werden“, sagte er und sog an seinem Cuba Libre.
„Wieviel verdienst du im Augenblick mit dem Schreiben?“ fragte ich ihn.
„Ich habe ein Werbebanner auf meiner Seite. Ein paar Euro im Monat.“
Ich blickte in die Thekenrunde. „Irgendjemand mehr?“
Alle schüttelten die Köpfe.
„Wenn ich genügend Kurzgeschichten zusammen habe, biete ich sie einem Verlag an“, sagte Strawberry High und sah mich tapfer an.
„Verlage veröffentlichen nur in Ausnahmefällen Kurzgeschichten. Sie wollen Romane. Das predigen ihnen ihre Marketing-Abteilungen seit Jahrzehnten.“
„Warum?“
„Weil sich Romane besser verkaufen“, antwortete ich ihm. „Um als Autor vom Schreiben leben zu können, musst du mindestens 20.000 Exemplare im Jahr an die Leser bringen.“
„Das verstehe ich nicht.“
Die anderen hörten aufmerksam zu, als ich ihnen die Rechnung erklärte.
„Nehmen wir an, dein Buch kostet zehn Euro im Laden. Im Regelfall bekommst du zehn Prozent Honorar vom Verkaufspreis und die Sache mit der Mehrwertsteuer lasse ich jetzt mal weg, sonst wird es zu kompliziert. Wenn du 20.000 Bücher im Jahr verkaufst, verdienst du also 20.000 Euro. Davon holt sich der Staat mindestens 2.500 über die Steuer und die Krankenkasse kostet dich nochmal dasselbe. Bleiben dir 15.000 im Jahr, also 1.250 Euro im Monat. Davon kann man leben, aber es nicht viel.“
Ich ließ es eine Weile sacken und nahm einen tiefen Zug aus dem Weizenbierglas.
„Aber 20.000 Leser im Jahr ist doch kein Ding“, sagte Strawberry High schließlich. „Ich habe mehr als 20.000 Seitenzugriffe auf meinem Blog im Monat.“
„Das sind immer die gleichen paar tausend Leute, die deine Texte umsonst lesen. Das heißt noch nicht, dass sie deine Bücher kaufen. Was glaubst du wie viele Autoren – Sachbücher und Promi-Autobiographien mal ausgenommen – 20.000 und mehr Bücher im Jahr verkaufen?“
„Keine Ahnung.“
„Ich war mal mit Sten Nadolny auf einer Tagung eingeladen. Es ging um das Thema Zeit. Auf dem Rückweg haben wir im Speisewagen gesessen und ein wenig geplaudert. Damals war ich so alt wie ihr. Ich habe ihn gefragt, wie viele Leute in Deutschland so wie er von Literatur leben können. Er fragte mich nach meiner Schätzung. Ich war so naiv und habe zweihundert gesagt. Er hat nur gelacht. Weniger als hundert und etliche davon haben einen reichen Ehepartner, eine Erbschaft, einen Redakteursposten oder eine Professur im Hintergrund.“
Die jungen Leute schwiegen betreten.
„Jetzt seit ihr deprimiert, oder?“
Keine Antwort. Schließlich sagte Strawberry High: „Soll ich mit dem Schreiben aufhören?“
„Nein“, sagte ich. „Du willst auch gar nicht mit dem Schreiben aufhören. Du bist Künstler, du kannst gar nicht anders. Aber such‘ dir einen Job, mit dem du die Miete zahlen kannst und krankenversichert bist. Ein Job, der dir genug Zeit zum Schreiben lässt. Wenn du dir jeden Tag um die Miete oder um die nächste Mahlzeit Sorgen machen musst, hast du den Kopf nicht frei. Es geht dir dann so wie einem Krebskranken, der sich auch nicht mehr auf seine Arbeit am Text konzentrieren kann. Bonetti ist eine Ausnahme. Er hat es doch selbst erklärt: ein Prozent der Autoren verdienen 99 Prozent des Geldes und 99 Prozent der Autoren verdienen ein Prozent des Geldes. Das ist die Wahrheit.“
Kraftwerk - Der Telefonanruf. https://www.youtube.com/watch?v=15UQO9j5aFw

Mittwoch, 20. Juni 2018

Der Neue

Es waren zwei Kinder, die ihn zuerst gesehen haben. Irgendwo am Stadtrand waren sie in ihr Spiel vertieft und sahen ihn erst spät, als er auf der Straße zwischen den ersten Häusern auftauchte. Als sie den lähmenden Schrecken überwunden hatten, rannten sie los, ohne sich noch einmal umzudrehen.
Er ging weiter in die Stadt hinein. Fenster und Türen wurden eilig geschlossen. Hinter den Gardinen sah man die Gesichter neugieriger Bürger. Er hatte es nicht eilig. An der ersten Kneipe blieb er stehen und öffnete die Tür.
Schweigend betrat er den Gastraum. Als sie ihn sahen, zerstob die Menge der Gäste augenblicklich und drängte sich hinter ihm zur Tür hinaus. Die Kellnerin stieß einen spitzen Schrei aus und ließ das Tablett fallen. Sie verschwand in der Küche. Selbst der Wirt, ein glatzköpfiger Riese mit wildem Blick und goldenen Ohrringen, verdrückte sich nach hinten.
Der Mann holte sich in aller Seelenruhe ein Bier aus dem Kühlschrank und trank in langen Zügen aus der Flasche. Dann setze er sich an einen der leeren Tische und schien sich ein wenig auszuruhen.
Es dämmerte schon, als er das Lokal verließ. Auf der Straße stand ein Streifenwagen. Als ihn die Polizisten erblickten, sprangen sie aus dem Wagen und rannten davon.
Er ging in die Stadt. Auf dem großen Platz vor dem Rathaus wichen die Menschen ihm aus. Die Händler verließen ihre Buden, alle gingen eilig davon. Hinter ihm lugten Menschen um die Ecke und beobachteten ihn.
Der Mann nahm sich eine Bratwurst vom Rost eines Imbissstands und aß sie. Dann nahm er sich noch eine Bratwurst und schlenderte gemächlich zum Rathaus. Er ging die Treppe hinauf. Niemand würde ihn aufhalten. Er war sich ganz sicher.
Blue Boy - Remember Me. https://www.youtube.com/watch?v=fKKNPLowteY

Dienstag, 19. Juni 2018

ENDLICH !!! Merkel erklärt Netzausbau zur Chefsache





Nächster Punkt: Wasserwirtschaft




P.S.: Die Redaktion entschuldigt sich für einen Tippfehler. Es muss natürlich "Brauwasser" heißen, nicht "Brauchwasser".

Zeichnungen 7

Was ist Gott?

1. Gott ist unsichtbar. Er ist Geist. Er ist überall, aber wir können ihn nicht sehen oder fühlen.
2. Gott ist ewig. Es wird ihn immer geben. Er hat weder Anfang noch Ende.
3. Gott ist der Schöpfer allen Lebens, aber er kann sich nicht um alles Leben kümmern.
4. Gott ist nicht an allem schuld, aber wer gottgefällig lebt und sich an seine Gebote hält, hat gute Chancen auf ein schönes Leben.
5. Gott liebt uns, aber manchmal muss er uns bestrafen.
6. Gott ist Ordnung, die göttliche Ordnung. Sein Gegner ist Satan, Satan ist das Chaos.
7. Gott hat keine Grenzen.
8. Gott ist so groß, dass niemand ihn völlig verstehen kann.
9. Gott ist Weisheit. Vertrauen wir ihm einfach.
10. Gott ist allmächtig. Du sollst nicht andere Götter haben neben ihm.
Unser Gott ist der Markt. Nicht das Geld, sondern der Markt. Er hat alle Attribute, die wir Gott zusprechen.
The Passions - I'm in Love with a German Film Star. https://www.youtube.com/watch?v=iLn_oMd1DQU

Montag, 18. Juni 2018

Russen und Deutsche

Ich habe am Ingelheimer Gymnasium fünf Jahre lang Russisch gelernt. 1980 bis 1985. In einer Zeit des Russenhasses, die der jetzigen Epoche in nichts nachsteht. 1984 haben wir mit dem Russisch-Kurs eine Reise nach Moskau und Leningrad unternommen. Die russische Reiseführerin zeigte uns im heutigen Petersburg die Massengräber ihrer Vorfahren, ohne uns junge Menschen zu beschuldigen. Sie zeigte einfach nur die Opfer der Nazi-Belagerung - ohne Pathos, ohne Anklage. Mehr als eine Million Menschen verloren damals ihr Leben – fünfzigmal mehr als beim Luftangriff auf Dresden.
Die Russen hätten auch 2018 viele Gründe, nachtragend zu sein. #Sanktionen. Aber sie sind es nicht. Deutsche Länderspiele wurden nicht in Petersburg oder Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad, angesetzt. So primitiv würden die Russen niemals sein. Aber die deutschen Medien begeben sich auf ein Niveau der Berichterstattung herab, als würde es sich bei einem Staat wie Russland nicht um eine Kulturnation ersten Ranges handeln, sondern um ein gigantisches Konzentrationslager. Soviel Kritik hätte ich mir vor einigen Tagen gegenüber Nordkorea und Trump gewünscht.

Zeichnungen 6

Finger im Popo

Mexiko. Die erste Niederlage in einem WM-Auftaktspiel seit 1982. Gestern habe ich noch über 1982 geschrieben, gestern  sind wir ist die DFB-Auswahl nach 36 Jahren erneut schmachvoll gescheitert.
Was ist passiert, höre ich Sie, liebe sportinteressierte Lesende, fragen. Mach uns schlau, geschätzter Kiezschreiber, ruft die fußballbegeisterte Gemeinde. Hier ist meine Analyse.
Natürlich lag es, oberflächlich betrachtet, am lustlosen Auftritt, an der Ideen- und Bewegungslosigkeit der deutschen Mannschaft. Aber die Schuld liegt natürlich auch bei uns. In Wackernheim – oder wie ich es seit ein paar Tagen nenne: Wackutinki. Ein Brüller, oder? Sollte es mich beunruhigen, dass mir Wortspiele auf diesem Niveau inzwischen auch im nüchternen Zustand einfallen? Egal. Zurück zur Spielanalyse.
Dreizehn. Die Unglückszahl. Damit fängt es an. Wir sind an diesem Nachmittag dreizehn Personen, die sich um den Fernseher versammelt haben. Den Hund rechne ich nicht mit. Es ist ohnehin nur ein kleiner Hund, der durch die permanente Einforderung von Streicheleinheiten und Nahrungsmitteln, die für ihn nicht geeignet sind (dazu komme ich später), nicht ins Mannschaftsgefüge passen will.
Ich habe, einem meiner zahlreichen Ticks nachgebend, sofort die Menschen im Raum durchgezählt. Aber ich will nichts sagen. Ich kann mir die Reaktion der anderen schon denken: Wenn du gehst, sind wir nur noch zwölf. Ich habe mich sowieso schon unbeliebt gemacht, weil ich bei unserem Tippspiel der Einzige war, der auf ein Unentschieden gesetzt hat. Defätist! Alle anderen haben selbstverständlich auf einen deutschen Sieg gesetzt. Bereits vor dem Abspielen der Nationalhymne wird es sehr einsam um mich.
Der zweite Fehler: die Trikots. Niemand hat eines der Original-WM-Trikots für schlappe 125 Euro gekauft. Auch das Replica-Shirt für 90 Euro sehe ich nicht. Stattdessen sind die meisten Fans in zivil gekommen. Ich zum Beispiel in einem dunkelblauen T-Shirt, das ich den Anwesenden frech als Auswärtstrikot von Uganda präsentiere. Einige alte Deutschland-Trikot mit drei (!) Sternen, billige Discounter-Imitationen, dazu Flip-Flops und kurze Hosen. So kann man nicht antreten!
Der dritte Fehler: Anstatt – wie es sich für heimatverbundene Deutsche geziemt – Bratwürste auf den Grill zu werfen und eine Schüssel Kartoffelsalat auf den Tisch zu stellen, gab es Pizzabrötchen. Pizza! Italien!! Die sind ja noch nicht mal qualifiziert!!!
Der vierte Fehler: Normalerweise haben wir die Sammelkarten der Mannschaftsaufstellung komplett und legen sie vor den Fernseher. #Ritual #Talisman #Amulett #Aberglaube
Aber dann ist Hector verletzt, Plattenhardt spielt für ihn. Hat jemand den Plattenhardt, ruft die Gastgeberin verzweifelt. Den Plattenhardt! Niemand. Ich habe Sandro Wagner doppelt, der in einem Paralleluniversum den Ausgleich geschossen hat.
Und so nahm das Schicksal seinen Lauf.
P.S.: Laut einer Verschwörungstheorie, die ich ausdrücklich nicht teile, aber gerne verbreite, hat Angela Merkel bei ihrem Besuch der Mannschaft in Südtirol die Order ausgegeben, möglichst früh aus dem Turnier auszuscheiden, um zu vermeiden, dass die Spieler von einem Despoten wie Putin den Pokal überreicht bekommen. Dann muss die Kanzlerin auch nicht nach Moskau reisen. Der Austausch von Pokalen fällt ohnehin in den Bereich der geltenden Sanktionen. Niemand verärgert die Amerikaner, die sich nicht qualifiziert haben, und wir gehen einem Spiel gegen den Iran aus dem Weg.
Les Humphries Singers – Mexico. https://www.youtube.com/watch?v=HkJR88iwDk4

Sonntag, 17. Juni 2018

Zeichnungen 5

Fußballweltmeisterschaft 1982

Fünf Mark hat das Sonderheft der Zeitschrift „Sport“, die es schon lange nicht mehr gibt (der Herausgeber „Deutscher Sportverlag“ existiert allerdings noch und befasst sich mit Galopprennen), damals gekostet. 1982. Die Mittelstufe des Gymnasiums lag gerade hinter mir. Nach dem Endspiel der WM habe ich meinen sechzehnten Geburtstag gefeiert. Das Heft habe ich natürlich aufgehoben.
Was für eine Mannschaft, die mit Trainer Josef „Jupp“ Derwall aus Würselen (kein Witz) nach Spanien fährt. Sturmgiganten wie Karl-Heinz Rummenigge, Klaus Fischer und Horst Hrubesch werden für die Tore sorgen. Im Mittelfeld zaubern Paul Breitner und Felix Magath. In der Abwehr warten das Bollwerk Stielike – Kaltz – Briegel und die Förster-Buben. Harald „Toni“ Schumacher steht im Tor. Junge Talente wie Lothar Matthäus, Hans Peter „Hansi“ Müller oder Pierre Littbarski ergänzen die Truppe; verletzungsbedingt fehlt Bernd Schuster.
Wer wird Weltmeister? Im Heft geben die Experten ihre Tipps ab. Günter Netzer sagt: Deutschland. Helmut Kohl und Karl Dall auch. Bernie Ecclestone tippt auf Brasilien. Thomas Gottschalk auf Brasilien oder Deutschland. Frank Elstner sieht es genauso. Bekanntlich hat Italien damals das Endspiel im Bernabeu-Stadion in Madrid gewonnen.
Diego Maradona ist mit sechs Millionen Mark pro Jahr der Spieler, der am meisten verdient. Zwei Drittel des Geldes kommen von Konzernen, für die er Werbung macht. Davon können deutsche Spieler nur träumen. Im Interview sagt der Kölner Torwart Schumacher: „500.000,- netto oder 600.000. Ja, da würde ich sofort gehen, auch nach Saudi-Arabien.“ Deutschlands Kapitän Rummenigge verdient beim FC Bayern 40.000 Mark im Monat, ohne Nebeneinkünfte. Peanuts aus heutiger Sicht. Für die Übertragungsrechte müssen ARD und ZDF unglaubliche sechs Millionen Mark hinblättern!
Ich habe mich damals auf das Turnier gefreut, das Sonderheft war jeden Pfennig wert. Und dann das! Auftaktniederlage gegen Algerien. Der Nichtangriffspakt gegen Österreich im letzten Gruppenspiel, so dass beide Mannschaften in die nächste Runde kamen. Seither finden die letzten Gruppenspiele immer parallel statt, um Schummeleien wie die „Schande von Gijón“ zu verhindern. Das Halbfinale gegen Frankreich, die legendäre „Nacht von Sevilla“ mit dem ersten Elfmeterschießen der WM-Geschichte, war das spannendste Spiel, das ich je gesehen habe. Schließlich die unrühmliche 3:1-Schlappe gegen Italien im Endspiel.
P.S.: Zu Weihnachten bekam ich damals den Bildband „Fußball-WM 1982“ von Frank Beckenbauer. Der „Kaiser“ war zu diesem Zeitpunkt noch Spieler für den HSV (zu diesem Zeitpunkt in der 1. Bundesliga), aber nicht mehr für die Nationalelf. Er hat trotzdem auf seine Weise Geld mit der WM verdient und für den Bertelsmann-Verlag  seinen Namen verkauft  ein Buch gemacht. Im Vorwort schrieb er: „Die WM hat mir Spaß gemacht. Ich habe mit Freude für dieses Buch gearbeitet. (…) Und ich habe dabei eines festgestellt: Zum Trainer würde ich nicht taugen.“ Zwei Jahre später war er Nachfolger von Derwall.
P.P.S.: Die WM 1982 war das erste Turnier mit 24 Mannschaften, vorher waren es immer sechzehn gewesen. Viele Fans fanden das damals nicht gut. 2026 wird mit 48 Mannschaften in drei Ländern gespielt. Tendenz: irgendwann sind alle etwa zweihundert Verbände dabei, die WM ist immer und überall.
Jenny Rock - Douliou Douliou St-Tropez. https://www.youtube.com/watch?v=bWYWWrnXzsc

Samstag, 16. Juni 2018

Zeichnungen 4

Regen, Restalkohol, Resignation – ein ganz normaler Tag


Blogstuff 220
„Das Internet macht mit Humor das, was die Pornografie mit Sex gemacht hat – Vervielfältigung, Verflachung, Abstumpfung.“ (Hazel Brugger)
Je älter du wirst, desto mehr Pfeile stecken in deinem Fleisch. Von manchen Wunden weißt du, dass sie nicht mehr heilen werden.
„In guten Geschichten wird nun mal gefickt und gekackt, gekotzt und gestorben. Aber versuchen Sie mal, diesen Stoff im heutigen Fernsehen unterzubringen. Der Raum wird enger, der Kampf um die Freiheit härter.“ (Johnny Malta)
So wurde ich im letzten Vierteljahrhundert zum Fußgänger: 1994 letztes Auto, 1999 letzter Mietwagen (Elsass), 2002 letztes Mal am Steuer (Leute nach einer Party nach Hause gefahren), 2013 wurde mir der Führerschein geklaut.
Wir empfehlen die Roadkill-Paprikafleischwurst der Metzgerei Ehrlich aus Pirmasens.
Ich war einmal im Leben in Oberhausen. Damals hat ein Kumpel von mir in Duisburg gearbeitet. So ein Job bei der Telekom, wo du den ganzen Tag Straße für Straße eine ganze Stadt abklapperst und es wird gemessen, wie der Handy-Empfang ist. Acht Stunden. Jeden Tag. Der Typ kennt tatsächlich sämtliche Straßen im Ruhrgebiet, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls sind wir von Duisburg nach Oberhausen gefahren, um uns das neue „Centro“ anzugucken. Wir waren in einem wahnsinnig teuren Burger-Restaurant namens „Planet Hollywood“, wo sich der Kellner mit Namen vorgestellt hat. Was für eine Scheiße! Danach brauchten wir dringend das normale Leben und sind in eine Kneipe gegangen. So’ne typische Eckkneipe eben. Es war wie im Wilden Westen. Wir kommen rein und mit einem Schlag Totenstille. Drei Typen an der Theke und die Wirtin. Alles schaut uns an, als wären wir gerade mit einem Raumschiff gelandet. Wir setzen uns an einen Tisch und geben zwei Bier und zwei Schnäpse in Auftrag. Nach einigen Minuten fangen die Männer vorsichtig an, ihr Gespräch fortzusetzen. Leise, als würden sie dem Braten nicht trauen. Drei Bier später gehören wir aber schon zum Inventar. Schöne Gegend. Müsste man mal wieder hin.
So läuft es im 21. Jahrhundert: das Gras fällt dir auf den Boden, sofort kommt ein Saugroboter – und weg ist es.
Als wir in der Stadt ankamen, begann sie sofort zu fotografieren. Ein oder zwei Stunden lang. Ich ging wenige Meter hinter ihr und sog mich schweigend voll wie ein Schwamm. Dann setzten wir uns in ein Café. So war völlig erschöpft, aber glücklich. Wir bestellten Kaffee, Gin und Wein, ich begann zu schreiben.
Prag ist kitschig geworden, quietschbunt, völlig überschminkt – so hat die Stadt in der Vergangenheit vermutlich nie ausgesehen.
Liebe Veganer und Mülltrenner! Sehen wir den aktuellen Verhältnissen mit der gebotenen Kühlness ins Auge: Der Natur hilft nur ein dritter Weltkrieg mit Milliarden Toten.
Sie kennen das: Sie haben „soziale Gerechtigkeit“ angeklickt, aber Ihr Zeigefinger ist längst über einer anderen Taste. Wir wollen irgendwann das Neue, das Andere. Wer wollte uns einen Vorwurf machen? In diesem Jahrzehnt ist es eben Konsumschwachsinn. Na und? Zu müde und zu gleichgültig für den Protest.
Er war ganz entspannt, seine Bewegungen waren wie in Zeitlupe, aber ohne Fehler.
Peter Fox - Schwarz zu Blau. https://www.youtube.com/watch?v=yphwzD1XaBY


                               Meine Altersvorsorge: Star Wars-Sammelteller.

Freitag, 15. Juni 2018

Zeichnungen 3





Buster Keaton

„… er hatte jetzt keine Lust auf Leute, Leute waren die, die einem den Tag versauten …“ (Sven Regener: Wiener Straße)
Einer der vielen Vorteile des Alters ist es, seine Zeit nicht mehr mit belanglosen Tätigkeiten, albernen Leidenschaften und der Jagd nach nutzlosem Besitz verbringen zu müssen. Ich kann den ganzen Tag entspannt in meinem Sessel sitzen, ohne das Gefühl zu haben, irgendetwas zu verpassen. Als Gesellschaft genügt mir mein Kater. Ich nenne ihn Buster Keaton, weil er ständig denselben stoischen Gesichtsausdruck hat wie der längst verstorbene Schauspieler. Es ist nur ein Spiel, denn Buster hört ohnehin nicht auf seinen Namen. Letztlich ist er namenlos wie alle Katzen.
Ich habe Buster dressiert. Jetzt kann ich mich mit ihm unterhalten. Einen Kater dressiert? Und er redet? Glauben Sie mir, es geht. Moderne Technik macht es möglich. Ich habe eine Stoffmaus auf Rädern, die ich mit einer Fernsteuerung bewegen kann. Immer, wenn Buster mit seiner Pfote auf die Maus schlägt, ertönt aus einem Lautsprecher ein Satz. Ich habe etwa dreißig Floskeln programmiert. Auch die Unterhaltung mit Menschen beruht letztlich auf einer überschaubaren Anzahl beliebig verwendbarer Allgemeinplätze und sprachlicher Konventionen. Menschliche Kommunikation besteht zu 99 Prozent aus Leere.
„Sollen wir in den Garten gehen?“ frage ich Buster.
Er schlägt nach der Maus. „Morgen ist auch noch ein Tag.“
„Es ziehen tatsächlich einige Wolken auf. Vielleicht regnet es.“
„Das kann man nicht wissen.“
„Soll ich ein wenig lesen?“
„Wenn es dir Spaß macht.“
„Ist es denn richtig, den ganzen Tag im Sessel zu sitzen?“
„Ich finde, du machst das großartig.“
„Vielleicht koche ich mir einen Tee.“
„Achte immer auf deine Gesundheit.“
„Aber dazu müsste ich in die Küche gehen.“
„Jede Reise beginnt mit einem ersten Schritt.“
„Ist dir denn nicht langweilig, Buster?“
„Man braucht so wenig zum Glück.“
Wie recht dieser Kater doch hat. Und jetzt mache ich ein Nickerchen.
Gary Jules - Mad World. https://www.youtube.com/watch?v=4N3N1MlvVc4

Donnerstag, 14. Juni 2018

Zeichnungen 2

WM-Schlagzeilen 2018



Heißer als Chili: Showdown gegen Mexiko.


Maradona nach 0:5 gegen Schweden: Schlechteste deutsche Mannschaft seit 1978.


Zieht den Koreanern die landestypischen Hosen aus!


Zweites Müller-Eigentor – Wird Lewandowski zwangsarisiert?


Weißes Pulver in kolumbianischem Quartier! Wirklich nur Puderzucker?


Morgen in BILD: Franz Beckenbauers Höschenblitzer!


WM-Aus: Heynckes, Jauch oder Dobrindt – Wer wird neuer Bundestrainer?


1:0 für Putinho! Geheime Kreml-Absprache vor Endspiel?


B. Scheuert: Bayern 2022 mit eigener Nationalmannschaft.


Javansinn! Indonesien WM-Gastgeber 2030.


Eine Hochzeit im Himmel

True love's first kiss. Das zweite Date ist bei Donny im Dark Room des White House.

Mittwoch, 13. Juni 2018

Zeichnungen aus der alten Republik 1

Früher habe ich nicht nur geschrieben, sondern auch gezeichnet. In den nächsten Tagen werde ich ein paar Seiten aus den Jahren 1987 bis 1990 präsentieren.