Mittwoch, 31. Juli 2019

Verzicht, Verbot oder Verrat?

Wie ein Blitz durchzuckt die Konsumgesellschaft im Sommer 2019 ein Gedanke: so kann es nicht weitergehen. Erst heizen uns die Jugendlichen ein und pochen an den Fridays for Future auf Maßnahmen zum Klimaschutz, dann heizt uns die Sonne ein und jetzt auch noch die Medien. Ein WDR-kommentator bittet im Fernsehen um Verbote, weil er als Konsumjunkie seiner Lust auf Fleisch und Flugreisen nicht mehr Herr wird. Appelle an den individuellen Verzicht erreichen die Dringlichkeitsstufe der Bergpredigt und die neoliberal geschulte Politik in Berlin will unser Verhalten über den Preis steuern. Dann kommt auch noch der „Welterschöpfungstag“ am 29. Juli, der uns mahnt, die Ressourcen nicht in diesem irrsinnigen Tempo zu verschleudern.
Die persönliche Einsicht in die Wahnwitzigkeit unseres alltäglichen Konsums ist sicher der schwierigste Weg. Du gehst ihn allein und jeder Verzicht ist auch ein Verlust. Machen wir uns nichts vor. Ich muss wegen meiner Gicht auf Bier verzichten. Das kann man sich nicht schönreden oder schöntrinken. So frohgemut man den ersten Tag des Verzichts auch angeht, so verzagt ist man, wenn man die anderen Menschen fröhlich zechen und lachen sieht.
Also sollen alle verzichten. Vati Staat muss eingreifen. Wenn er jedem von uns die Fernreisen verbietet, macht es uns die Sache leichter. Aber welcher erwachsene Mensch will den patriarchalischen Staat? Warum werden alle bestraft, der notorische Vielflieger, der für eine Nacht an den Ballermann jettet, um sich dort zu besaufen und zu grölen, und die Eltern, die einmal im Jahr mit den Kindern an die Riviera wollen? Das verfressene Monster, das jeden Tag Fleisch isst, und der verantwortungsvolle Bio-Gourmet, der einmal pro Woche ein halbes Neuland-Hühnchen verspeist?
Steuern wir den Konsum über den Preis, bleiben die unteren Einkommensschichten auf der Strecke. Denn die Verknappung von Konsumgütern über Steuererhöhungen ist für die Reichen kein Problem. Also müssten wir die soziale Gleichheit durch Angleichung der Einkommen und höhere Besteuerung von Vermögen erhöhen. Nur dann werden die Lasten des Verzichts gerecht verteilt. Damit steht unser ganzes Wirtschaftsmodell in Frage, das auf der Ausbeutung der Armen durch die Reichen beruht.
Plötzlich durchzuckt der nächste Blitz unsere „Gesellschaft“, diese Ansammlung materialistischer Autisten: Wir führen das falsche Leben. Schon seit langem. Der Kapitalismus mit seiner Wachstumsideologie ist der Kern des Problems! Die ehernen Grundsätze unserer Ordnung stehen dem Wandel im Weg. Adorno fällt uns wieder ein: Es gibt kein richtiges Leben im falschen. CO2 produziere ich auch, wenn ich Tofu grille. Die Zugfahrt ist genauso schädlich für die Umwelt wie die Autofahrt.
Sie werden sehen, dass die Debatte ganz schnell wieder im Sande verläuft. Wir sind nicht bereit, für den Klimaschutz mehr als ein paar kosmetische Veränderungen vorzunehmen. Wir sind nicht bereit, die Ursachen zu bekämpfen – das hatten wir ja schon beim letzten großen Thema, der Migration aus der dritten Welt in unsere Enklaven des Wohlstands. Warten wir also mit der FDP auf die V-Waffen der Wissenschaft, die uns in Zukunft vor uns selbst retten werden, bevor wir unseren kapitalistischen Glauben verraten.
Warsaw - Leaders of Men. https://www.youtube.com/watch?v=zcDSG9KMzTo

Symbolpolitik: Den Baum umarmen, anstatt BMW und die Münchner Schickeria höher zu besteuern.

Dienstag, 30. Juli 2019

Niemand stirbt, wenn alles tot ist


Ich bin am Ufer des Rheins aufgewachsen. Meine ganze Kindheit und Jugend war ich jede Woche mindestens einmal schwimmen. Ich war Mitglied der DLRG. Aber der Rhein war in den siebziger und achtziger Jahren ein toter Fluss, voller Gift und Abfall. Es lebten keine Fische in ihm und uns Kindern war es verboten, im Rhein zu schwimmen. Die DLRG hatte eine große Rettungsstation am Ufer und ein paar tolle Rettungsboote. Es machte einen Riesenspaß, auf diesen Booten über das Wasser zu jagen. Der Rhein ist an dieser Stelle fast einen Kilometer breit, in der Flussmitte gibt es Inseln mit unberührtem Dickicht, die wir gelegentlich besuchten.
Eigentlich war es damals eine Welt voller Abenteuer und Geheimnisse. Aber unsere Anwesenheit hatte keinen tieferen Sinn. Niemand schwamm damals im Rhein. Also konnten wir auch keinem Menschen helfen. Wir haben versucht, in einem toten Fluss Leben zu retten.
Hans Albers – La Paloma. https://www.youtube.com/watch?v=DT86KDYyzu0

Ansichtskarte von 1984. Der komplette Stadtname "Ingelheim am Rhein" wird gekürzt, der Abwasserkanal, der früher einmal "Vater Rhein" genannt wurde und dem im Tschernobyl-Jahr 1986 mit der Sandoz-Katastrophe der Rest gegeben wurde, taucht auch in den Bildern nicht auf.



Hier habe ich, wie die anderen Ingelheimer meiner Generation, Schwimmen gelernt. Einmal die Woche bin ich mindestens dort gewesen. Nebenan ist gleich der Fußballplatz, wo unsere Mannschaft trainiert hat und die Heimspiele waren. Meiner Position, Linksaußen, bin ich bis heute treu geblieben.

Montag, 29. Juli 2019

Die Sehnsucht nach der Opferrolle


Es ist ein Phänomen, das sich seit Jahren epidemisch ausbreitet: Ich bin ein Opfer, ich werde verfolgt, ich brauche Hilfe und Solidarität. Steuerhinterzieher und andere Straftäter sehen sich als Opfer der Justiz. Nazi-Mörder und ihre Sympathisanten stellen sich als Opfer der Antifa und der drohenden „Umvolkung“ durch Migranten dar. Wer heute nicht aufgrund seines Geschlechts, seiner Hautfarbe, seiner sexuellen Orientierung, seines geringen Einkommens oder seiner Religion diskriminiert wird, gehört zur bedauernswerten Restmenge der „alten, weißen Männer“.
In Deutschland gibt es Opfer, denen eine besondere Wertschätzung entgegengebracht wird. Die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung, die Überlebenden des Holocaust und ihre Nachkommen. Wenn diese Menschen sprechen, sollten wir schweigen und zuhören. Es ist das Mindeste, das man als Nachfahre von Nazis tun kann. Respekt und Anerkennung angesichts einer Schuld, die niemals abgetragen werden kann. Offen gegen die neuen Nazis in der AfD und gegen rechtsradikale Gruppierungen kämpfen.
Offenbar gibt es in einzelnen Fällen die Sehnsucht, in diese Opferrolle schlüpfen zu können. Sei es, um sich selbst aus der Masse der Durchschnittsbürger zu erheben, sei es, um sich das Mitleid und die Anteilnahme anderer Menschen zu erschleichen, sei es aus Karrieregründen. Ich denke an die Parteispendenaffäre der Ära Kohl in den neunziger Jahren, als die CDU Hessen unter Roland Koch Geld aus schwarzen Kassen als „jüdische Vermächtnisse“ deklarierte und jede Kritik empört von sich wies. Oder an Bruno Dössekker, der unter dem Namen Binjamin Wilkomirski eine fiktive Biographie als Holocaust-Überlebender veröffentlichte und aufgeflogen ist.
Jetzt hat auch die Blogger-Szene ihren Fall: Marie Sophie Hingst. Sie erfand eine jüdische Verwandtschaft, zu der auch angebliche Opfer des Holocaust zählten. Sie erzählte in ihrem Blog von ihrer Phantasie-Familie, hatte 240.000 Follower, wurde 2017 „Bloggerin des Jahres“ und war fortan mit Interviews und Gastartikeln auch in den großen Blättern vertreten. Sie hatte sogar die Chuzpe, 22 Opferbögen mit den Daten ihrer erfundenen Familie an die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem zu schicken. Nebenbei betrieb sie angeblich auch noch eine Slumklinik in Indien, sie sah sich offenbar als eine mildtätige Nachfolgerin von Mutter Theresa.
Letzten Monat deckte der SPIEGEL den Betrug auf und entlarvte sie als Hochstaplerin. Die öffentliche Empörung traf sie wie ein Tsunami. Marie Sophie Hingst wurde vergangene Woche tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Es wird angenommen, dass sie freiwillig ihr Leben beendet hat. Am Ende war sie tatsächlich ein Opfer. Ein Opfer der perfiden Phantasiewelt, in die sie sich verstrickt hatte, und ein Opfer des real existierenden Medienbetriebs.

Sonntag, 28. Juli 2019

Wir sind Antifa


Trump will die Antifa zur Terrororganisation erklären und brutal verfolgen lassen. Ich bin Antifa. Was mache ich jetzt? Gibt es ein Gegenmittel? Wird meine Krankenkasse die Kosten der Behandlung übernehmen?



12743. So viele Clicks hat mein erfolgreichster Tweet im ersten Monat auf Twitter. Warum blogge ich überhaupt noch?



Was soll diese Aktion? Das ist übrigens kein Fake von Bonetti Media.



Der Verdienst der Dorfbürgermeister in Rheinland-Pfalz, aktuelle Vergütung. Weiter weg vom Schweinetrog kann man nicht sein.



Zum Abschluss ein wenig Haustiercontent, um die Nerven zu beruhigen.

Samstag, 27. Juli 2019

The Smiths

Der Bandname ist für jeden Nichtbriten eine Katastrophe. Ti-Äitsch – S – Ti-Äitsch –S. Innerhalb einer Sekunde fehlerfrei auszusprechen, wenn man sich nicht ewiger Verdammnis in Fankreisen sicher sein wollte. Zum Glück hatte ich ab der fünften Klasse eine echte Engländerin als Lehrerin, die uns am Gymnasium diese Feinheiten beigebracht hat.
1984 kam die erste LP der Gruppe raus. Ich bin eher zufällig an die Platte gekommen. Am Ingelheimer Bahnhof gab es zu jener Zeit einen kleinen Plattenladen, in dem ein adipöser Trinker aus meiner Stammkneipe seinen Jugendtraum wahrgemacht hatte. In den achtziger Jahren wollte man als junger Mensch entweder Musiker werden oder einen Plattenladen aufmachen. Die älteren Leser werden sich erinnern.
Dieser Laden, dessen Namen ich vergessen habe und der längst in die ewigen Jagdgründe eingegangen ist, war etwa zwanzig Quadratmeter groß. Die Wände waren schwarz gestrichen und mit Ramones-Postern und anderem Schmuckwerk verziert. Am Vormittag assistierte die Großmutter des Pächters, dessen fettige schwarze Haare bis über beide Bierbrüste hingen, wenn ich ihn am Abend vorher an der Theke gesehen hatte.
Ich war zu jener Zeit ein begnadeter Ladendieb. Ich stahl nicht nur für die eigenen ästhetischen und intellektuellen Bedürfnisse in Buchhandlungen, bei diversen Herrenausstattern und im einzigen Plattenladen der Stadt. Oft war ich auch im Auftrag unterwegs. Im Plattenladen war es ganz besonders schwierig. Es ist die Königsdisziplin der Ladendiebs: du bist allein mit der Verkäuferin in einem winzigen Laden. Es gehören Mut, Timing, Glück und Talent zu jedem gelungenen Beutezug.
Die alte Frau und ich kannten uns. Wir sprachen miteinander. Gelegentlich schickte ich sie ins Lager, um nach einer bestimmten Bestellung zu sehen, die ich nie aufgegeben hatte. Aber meistens genügte meine präzise Beobachtungsgabe. Man darf nicht vergessen, dass der Diebstahl einer LP schwieriger ist als der Diebstahl einer CD oder der illegale Download in heutiger Zeit. Die LP ist sperrig. Zum Glück verfüge ich über einen breiten Rücken. Und so schob ich die Schallplatten, eigenen Bedarf und Auftragsarbeiten aus meinem Freundeskreis, unter meine Jeansjacke und knöpfte sie vorne zu, damit die Beute beim Verlassen des Ladens nicht herausrutschen konnte.
Das Debütalbum der Smiths habe ich einfach so geklaut. Mir war so danach. Ich hatte noch nie von ihnen gehört. Nach dem Beutezug in der Freistunde hatte ich Kunstunterricht. Die Platte legte ich auf meinen Tisch. Der Kunstlehrer sah sie, hob sie hoch und lobte die Ästhetik der Platte. Ein nackter Oberkörper eines jungen Mannes. Es war mir damals peinlich. Die Schönheit eines männlichen Körpers, mein Diebesgut vor aller Augen – und damals wusste ich ja noch nicht einmal, dass es sich hier um die Musik von Homosexuellen handelt.
Warum erzähle ich die Geschichte? Heute war ich zum ersten Mal auf dem CSD. Die Demo war nur 500 Meter von meiner Berliner Wohnung entfernt. Ich war total begeistert. So viel Phantasie in Sachen Kostüm, davon ist der rheinische Karneval weit entfernt. Blickfang waren die Drag Queens, auf die sich die Hobbyfotografen rudelweise stürzten. Kenne ich von Partys auf St. Pauli. Aber auch die bayrische Abordnung in Krachledernen und mit Gamsbart am Hut hat viel Applaus bekommen und die Leute aus Venezuela und vom Amazonas. Die Musik der Smiths und auch die Soloprojekte von Morrissey finde ich bis heute phantastisch und höre sie regelmäßig.
The Smiths - The Smiths (1984). https://www.youtube.com/watch?v=1fitMGZhulM

Freitag, 26. Juli 2019

Berühmte Politiker mit Reizdarmsyndrom


Blogstuff 333
„Erkennst du nun, dass ich ein Philosoph bin? - Ich hätte es erkannt, wenn du geschwiegen hättest.“ (Boethius: Trost der Philosophie)
Gestern gab es vielerorts Temperaturen über vierzig Grad. Bei den kühlen Niedersachsen sogar mit 42,6 Grad einen neuen Bundesrekord. Für einen Urlaub in Deutschland werden ab diesem Sommer Impfungen gegen Malaria und Gelbfieber empfohlen.
Müsste ich in einem Fragebogen Hobbys angeben, stünde da nur: Lesen. Damit gilt man heutzutage als Faulpelz und Stubenhocker.
Der Mittwoch ist gar nicht die Mitte der Woche, sondern der Donnerstag.
Stellen Sie sich vor, Sie sehen einen gnadenlos beschissenen, superlangweiligen Film im Fernsehen. Sie haben kein Fernsehprogramm zur Hand und wissen nicht, was danach kommt. Es gibt nur diesen einen Sender und Abschalten geht nicht. Trotzdem sind Sie doch froh, wenn der Film endlich vorbei ist, oder? So ging es mir am Ende der Ära Kohl und so geht es mir jetzt. Vielleicht ist der nächste Film noch viel schrecklicher, noch viel deprimierender, aber im Augenblick ist mir das völlig egal. Hoffentlich ist im Spätherbst Schluss und nächstes Jahr Neuwahlen. Natürlich werde ich von der nächsten Regierung auch wieder enttäuscht und genervt sein, aber es ist immerhin eine neue Regierung, über die ich mich aufregen darf.
Ich habe in einer Fernseh-Talkshow gesessen und bin in Handschellen abgeführt worden. 99 Prozent der Leute haben beides nicht erlebt, 0,9 Prozent haben eins von beiden erlebt, aber nur 0,1 Prozent haben beides erlebt. #uli+andy
Mit den Temperaturen steigen die Forderungen nach Maßnahmen gegen die Klimakrise. 35 Grad im Schatten? CO2-Steuer auf Benzin und Heizöl. 38 Grad im Schatten? Verbot innerdeutscher Flüge. Wenn im Winter der erste Schnee fällt, haben die Leugner wieder ihre große Stunde. Minus zehn Grad. Trump lacht diabolisch und verhöhnt die Greta-Jünger.
Wenn es um das Abholzen der Wälder oder Waldbrände geht, werden immer Fußballfelder als Vergleichsmaßstab herangezogen, weil wir in Deutschland halt alle Fußballfans sind. In den USA ist die Maßeinheit Baseballfeld, in Indien Cricketfeld und in China Reisfeld.
Würde man eine Meinungsumfrage zum Thema Ernährung machen, würden die meisten Menschen anonym zu Protokoll geben, dass sie jeden Tag Obst und Gemüse äßen. Eine Meinungsumfrage zum Thema Sport ergäbe, dass die meisten Menschen jeden Tag Joggen gehen oder Gymnastik machen. Thema Alkohol: gelegentlich ein Gläschen. Thema Umweltschutz: keine Flüge, viel Bus & Bahn. Wir lügen uns zu Tode.
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Heute beginnt Andy Bonettis Tournee mit seinem neuen Bestseller „Buch“. Die Tourdaten:
26. Juli: Kunst-Harz, Wernigerode
27. + 28. Juli: Allee der Konsonauten, Berlin
30. Juli: Bookeroo Festival, Syndey
Weitere Termine werden noch bekannt gegeben.
Whirlpool Productions - From Disco To Disco. https://www.youtube.com/watch?v=06-vBrp5xw4

Donnerstag, 25. Juli 2019

Kein Schweinefleisch in meinem Blog!

Kein Schweinefleisch und keine Hitzewelle. Bei Bonetti Media sind die Trends noch hausgemacht. Wir setzen die Themen, über die man morgen in der Systempresse schreiben wird.

Kickertischverbot in Start-ups. Ich kann die Scheiße nicht mehr sehen. Bei Unternehmensbesuchen werden sie mir jedes Mal stolz gezeigt, aber ich habe noch nie jemanden spielen sehen. Die Lebenslüge der IT-Fuzzies. Kann weg.



Deglobalisierung heißt das neue Zauberwort. Exportweltmeister, my ass. Handelskrieg first, Arbeitslosigkeit second. Der erste Angestellte in meinem Freundeskreis hat gerade seine Kündigung bekommen. Mit 53. Das ist erst der Anfang.



Literatur trifft Politik. Lafontaine und Bonetti.
Bonetti: Was machen wir nach "Aufstehen"?
Lafontaine: Hinsetzen. Im Parlament. Zwischen die Linke und die SPD.
Bonetti: Was ist mit stehen bleiben? Aufstand und so?
Lafontaine geht schweigend ab. Wagenknecht: Burn-Out.



Die gute alte Zeit: Schnapswerbung auf dem Trikot und Breitner nicht bei den Drecksbayern.



Was Frauen wirklich denken

Colonel Clickbait kann es Ihnen auch nicht sagen.

Blogstuff 332
„Sowohl Elser als auch die Leute des 20. Juli wollten das Richtige, nämlich Hitler zu töten. Aber Elser entschied sich Hitler zu töten, damit er nicht gewinnt. Die Männer des 20. Juli wollten ihn töten, weil er nicht gewann. Und das ist ein Unterschied ums Ganze.“ (Robert Herr)
Was ich an Supermärkten nicht mag, ist die Selbstbedienungsmentalität.
Das Plastik muss weg. Da sind wir uns alle einig. Und nicht in den Ozean. Da habe ich einen guten Vorschlag: Plastik schreddern und ins Essen reinmachen. Im Magen wird es verdaut, im Darm verkleinert man das Zeug und in kompostierter Form ist es gar nicht mehr so gefährlich. Wir nehmen ja ohnehin jeden Tag Mikroplastik über Nahrungsmittel und Getränke in unserem Körper auf, ohne dass wir etwas dagegen machen können. Das Verfahren kann man ausbauen.
Der Zuschnitt der Bundesministerien ist teilweise für den Bürger nicht nachvollziehbar. Warum ist der gesellschaftlich so eminent wichtige Geschlechtsverkehr beim Familienministerium angesiedelt und nicht bei unserem Jahrhunderttalent Andy? Danke, Merkel!
Die AfD-Mitglieder behaupten immer, es gäbe in ihrer Partei keine Nazis. Wie wollen sie das wissen? Immer, wenn sie sich treffen, ist es tiefe Nacht, sie tragen weiße Umhänge und Kapuzen mit Augenlöchern. Dann stehen sie um ein brennendes Kreuz und rufen die gleichen Parolen. Natürlich kennen sie sich nicht gegenseitig.
Globalisierung ist für die westlichen Industrienationen kostengünstiger als Kolonialismus.
Das Internet verbraucht mehr Energie als Deutschland. Wäre es ein Land, käme es an sechster Stelle. Ganz vorne liegen China und die USA.
Die Antarktis ist der einzige Kontinent, der keine Ureinwohner hat.
In der Lokomotive steht der Höcke und schaufelt Wut, Angst und Hass in den offenen Schlund des Heizkessels. Hinten sitzen die Weidel und der Gauland im Opferzug und spielen die Unschuld vom Lande.
Kiezschreiber fängt mit KI an. Denken Sie mal drüber nach.
Wissen Sie, wo es schon eine Frauenquote von hundert Prozent gibt? Am 6. Januar. Die heiligen drei Könige. Alles Mädchen, zumindest in meinem Dorf. Ich finde das gut. Von mir gibt’s immer zehn Euro in die Spendenbüchse und drei Kümmerling für die sympathischen Mädels.
Gleicht seine Kahlköpfigkeit perfekt mit einer Sonnenbrille aus: Paul Carrack – How Long. https://www.youtube.com/watch?v=nJX_VRr4F2M

Mittwoch, 24. Juli 2019

RIP Rutger Hauer

https://www.youtube.com/watch?v=NoAzpa1x7jU

AfD ARD Agitprop

So nutzt der AfD-Sender MDR die "leichte Sprache" für Propagandazwecke:

Der Wind flüstert deinen Namen, Trude



Blogstuff 331
„Die Bundesrepublik war nicht die Nachfolgerin der Weimarer, sondern der Friedhof des 3.Reichs, auf dem die Zombies rumirrten.“ (Martin Compart)
Der Plastikstrohhalm wird abgeschafft und alle Welt plärrt deswegen. Jeder Verzicht bedeutet Verlust. Nach der Diskette und der Glühbirne jetzt also die Saugröhre aus Kunststoff. Wie lange funktionierte die Welt ohne Strohhalme und wie lange waren unsere Vorfahren mit Halmen aus echtem Stroh zufrieden? Mein Tipp: aus dem Glas trinken. Profi-Tipp für Fortgeschrittene: aus der Flasche trinken. So retten wir die Welt.
Es ist eine Unverschämtheit, dass meine Krankenkasse den tanzenden Schamanen nicht mehr bezahlen will, der mich heilen soll. Ich arbeite gerade an einer Voodoo-Puppe mit Spahn-Gesicht.
Skandal um gefälschte Globuli: Schwäbischer Hersteller soll jahrelang Tic-Tac ohne Wirkstoffe verkauft haben.
Die Sucht nach Geschwindigkeit ist Teil der menschlichen DNS. Ich will schneller sein, als das Tier, das ich jage, um es zu töten. Entweder laufe ich schneller oder ich entwickle Waffen wie Pfeil und Bogen, den Speer, das Gewehr usw., um die Beute zu erlegen. Selbstverständlich will ich auch schneller sein, als das Tier, das mich jagt. Ganz einfach. Der Faulpelz auf dem Sofa ist also der Triumph der Intelligenz über den genetischen Code. Im Autofahrer und im Manager stecken die Steinzeitcodes – sie wirken in der heutigen Zeit wie Neandertaler.
Von neoliberalen Schwachköpfen bekommen wir derzeit erzählt, wir hätten bis Mitte Juli nur für den Staat gearbeitet und erst nach diesem Datum würden wir für uns selbst arbeiten. Das ist falsch. Die Sozialabgaben, für Rente und Krankenversicherung, für Pflege und Arbeitslosenversicherung, kommen uns selbst zugute. Die Einkommenssteuer und die Mehrwertsteuer, die wir beim Einkaufen bezahlen, werden an guten Tagen in Schulen, Straßen und Funklöcher investiert. Ein kleiner Teil geht natürlich für Vollidioten wie Maaßen, Höcke und Gauland drauf.
Ich möchte an dieser Stelle mal den Druck aus der Debatte um den TV-Beitrag von Panorama über das Rettungsschiff Sea-Watch 3 nehmen. In Bord waren Morgan Freeman, Samuel L. Jackson, Hale Berry, Denzel Washington und Will Smith. Das Interview hat Eddy Murphy gegeben. Die Hintergrundmusik ist von Snoop Dogg. Besorgte Bürger wussten das schon lange.
Alter weißer Mann will mit der Zeit gehen. Kauft sich jetzt auch einen Jutebeutel. Packt ihn an der Kasse in eine Plastiktüte und trägt ihn stolz nach Hause. Läuft.
The Gun Club – Keys To The Kingdom. https://www.youtube.com/watch?v=vWUiX7UVTS0

Der Papst pilgert nach Wichtelbach. Im beliebten Wallfahrtsort im Hunsrück verspricht er sich Linderung von seinen Hühneraugen, Misogynie und Aberglauben.

Dienstag, 23. Juli 2019

Boris is a joke that isn’t funny



Der Name, das Gesicht – handelt es sich in Wirklichkeit um eine Person? Hat jemand schon mal Boris Johnson und Boris Becker zusammen im selben Raum gesehen?





Er kündigt harte Verhandlungen mit der EU an:



So könnte das Ergebnis aussehen:




Theresa May sendet ihren Abschiedsgruß:

Putin ist schuld!

In Russland wurde auf riesigen Flächen die sibirische Tundra in Brand gesteckt, um die Hitze in Europa zu erhöhen und den Klimawandel zu beschleunigen.
Fakt 1: das freigesetzte Methan ist 25 mal schädlicher als CO2.
Fakt 2: die sibirische Tundra gehört zu Russland.
Fakt 3: Putin hat ein Interesse, Europa zu destabilisieren.
Fakt 4: wir brauchen mehr Klimaanlagen, wenn es so heiß wird.
Fakt 5: wir müssen mehr russisches Erdgas kaufen, um unsere Klimaanlagen betreiben zu können.
Die Bundesregierung ist natürlich in den Sommerferien und nicht zu erreichen. Danke, Merkel!

Interessiert sich einen Furz für unser Klima: das Rindvieh, das dämliche!

Harte Straßenlyrik und tanzbare Inhalte


Blogstuff 330
„Die Rechten kopieren die Strategie der Linken von 1968: Marsch durch die Institutionen. Parlament und Polizei, Verfassungsschutz und Bundeswehr.“ (Johnny Malta)
Viele glauben ja, das Berliner Märchenviertel läge rund um den Reichstag. Aber es ist in Köpenick, „Zu den sieben Raben“ ist der schönste Straßenname. Die Schmausstraße führt zum Essenplatz – leider gibt es dort kein Gasthaus.
Hätten Sie’s gewusst? Der Mensch produziert täglich 25 kg CO2 allein durch seine Atmung. Joggen ist vielleicht gut für Ihren Körper, aber nicht für die Umwelt.
Selbst in der Berliner Kommunalpolitik lässt sich gutes Geld verdienen. Ein Bezirksstadtrat bekommt 8484 € monatlich (Besoldungsgruppe B5).
Es gibt ja heute keinen Friseursalon mehr, der keinen komplett bescheuerten Namen hat. Alle Welt will ironisch sein. Wenn man jetzt einen Salon eröffnet, über dessen Eingangstür einfach nur „Friseur“ stünde, würden einem die Leute die Bude einrennen. Eine Sensation! Der Hubschrauber von CNN würde über dem Laden kreisen.
Moral und Umweltbewusstsein sind wie Doping für den Egozentrismus des Bildungsbürgers. Schaut mich an, ich esse Salat! Ich fahre mit dem Fahrrad. Hat das jeder gesehen? Wir müssen den Flüchtlingen helfen. Habe ich schon erzählt, dass ich eine Online-Petition angeklickt habe? Man pumpt sich mit seinen Ansichten und Lebensgewohnheiten auf wie ein Bodybuilder.
Warum bauen wir keine Kohlekraftwerke in der Arktis und in der Antarktis, in dem wir die Energie für tausende von Schneekanonen produzieren, um ein Abschmelzen der Polkappen zu verhindern? Dann wären die Arbeitsplätze in Deutschlands Braunkohlerevieren gerettet, die Energiekonzerne würden Geld verdienen und wir könnten aus dem Klimawandel eine Win-Win-Situation machen.
Dein Leben ist nur noch spannend, wenn der Akku deines Smartphones leer ist.
Von deutschem Boden kann nie wieder Krieg ausgehen. Die Truppenstärke sank von 700.000 Anfang der Neunziger auf 180.000, das Kriegsgerät ist größtenteils Schrott. Der Dank geht an alle Verteidigungsminister der letzten zehn Jahre.
Wenn man jeden Schwachsinn, der im Internet steht, löschen würde, den ganzen Müll auf Facebook, Twitter, Instagram usw., die ganze Werbung, den Propagandamüll, den Hass usw., kurz: wenn man alles Überflüssige löschen würde, verbrauchen wir so viel Energie, dass die Erde sich an diesem Tag um zwei Grad erwärmt.
Mondlandung 1969. Was wir oft vergessen: Auf dem Mond lebten keine Ureinwohner, denen wir Weißen das Leben versaut haben wie in Amerika, Afrika, Australien und Asien.
Rare Earth – Get Ready. https://www.youtube.com/watch?v=Yan9WilVmEg

Montag, 22. Juli 2019

Lage spitzt sich zu – Bonetti mit klarem Bekenntnis zu Europa

Neues von der Aging App:




Die SPD-Doppelspitze auf dem Weg nach Berlin:



Gibt's auch schon im Handel:




Hat sich schnell als Miniserien eingelebt: AKK. Natürlich will sie für ihr Miniserum auch gleich mehr Geld. Finden Sie die zwei Typfehler.

Der komplette Satz aus dem FAZ-Interview vom Wochenende ist noch viel besser: „Die Fahne, die Nationalhymne, die aufmarschierten Soldaten, da bekomme ich eine Gänsehaut.“ G-Punkt gefunden. Wegtreten!

Es ist da!

Mein neues Buch „Die Kunst des Scheiterns“ ist im Handel. Über 250 Seiten Kurzgeschichten, Glossen und Miniaturen. Der digitale Klappentext:
„Wie viele Gesichter hat das Scheitern? In diesem Buch lernen Sie alle Facetten der Niederlage kennen. Ihre Schönheit, ihre Tragik und die Erleichterung, endlich liegen bleiben zu können. Eine Landkarte der Desaster und Misserfolge. Ein Lob der Gleichgültigkeit und ein Abgesang auf jede Form von Karriere. Das Glück eines Lebens in zufriedener Hoffnungslosigkeit. Denn die Hoffnung ist nur ein Seil, auf dem der Teufel uns in den Abgrund tanzen lässt.
Der erste und größte Teil des Buchs ist der Kunst des Scheiterns gewidmet. Im zweiten Teil, "Der Sinn des Universums und alles andere", werden die hundert wichtigsten Themen unserer Zeit besprochen, im dritten Teil, "Die siebte Seite des Würfels“, geht es in Form von Glossen und Kommentaren um Macht und Geld und um das Leben zwischen Berlin und Wichtelbach. Versager aller Länder, vereinigt Euch!“





Sie können es als eBook im Internet bestellen. Die ersten hundert Exemplare sind von mir persönlich signiert.
Das Eingangszitat des Buchs ist aus einem legendären Text des Kiezneurotikers, der leider nicht mehr online ist. Weder der Text, noch der Autor.
„Wie war denn das mit dem Nervenzusammenbruch? (…) Entblätter dich doch mal, Künstler, du hast nix zu verlieren, du sitzt in Schweppenhausen herum, irgendwer hält dich am Leben (ich vermute ja du bringst ein Erbe durch und gibst nebenbei den proletarischen Schöngeist) und du hast Zeit. Erzähl doch mal. Bring mal was von dir. Sag mal wer du bist. Wo du hin willst. Was noch kommen soll. Oder ob es das jetzt war. Das was jetzt ist. Pfälzer Provinz. Ab und zu Berlin. Bier. Hirschgulasch. Ein von viel zu wenigen Leuten gelesenes Blog im Internet, das nie entdeckt werden wird. Wie lebt es sich mit dem Scheitern? Mit der Niederlage? So mit Anfang 50 und nix erreicht. Hau das raus. Leide. Tu dir weh. Blute aus. Und schreib das auf. Das können ganz neue Ansichten eines Clowns werden.“
Das habe ich getan. Auf meine Weise.

Sonntag, 21. Juli 2019

Die wahre Geschichte der Mondlandung


Heute vor fünfzig Jahren landeten die Amerikaner auf dem Mond. Und was hat Neil Armstrong dort entdeckt? Die Überreste von Reichsflugscheiben und eine Raumstation. In den Ruinen fand er die mumifizierte Leiche von Adolf Hitler. Deswegen mussten die Filmaufnahmen und Fotos auf der Erde gemacht werden. Die Mondlandung war aber echt. Dafür verbürgt sich die Redaktion von Bonetti Media.

Ein Bild von der Mondlandung vor der Bearbeitung mit Photoshop.




Dieses Dokument der amerikanischen Zollbehörde beweist, dass die Astronauten direkt vom Mond kamen und nicht aus Hollywood.




Nur Wernher von Braun wusste alles. Erst hat er Hitler auf den Mond gebracht, dann die Amerikaner. Von der V1 zu Apollo 11 – dahinter steckt ein Nazi-Genie.




Boris Johnson behauptet, die Briten seien zuerst auf dem Mond gewesen.




Weniger bekannt: Der erste Ferengi auf dem Mond.




Leider ist die Mondlandung aus heutiger Sicht politisch nicht korrekt.




Schon besser!




Dieses Bild hat auch irgendwie mit Raumfahrt zu tun.

Immer wieder Gandhi

13 Jahre nach meiner Gandhi-Biographie erreichen mich immer noch Anfragen zum Thema. Diesmal ein junger Journalist, der als freier Mitarbeiter bei SPON, FAZ, taz, Zeit-Online usw. arbeitet (was für eine Zusammenstellung!). Ich helfe ihm natürlich und erzähle meine Story:
„Die Frage an den Autor einer Gandhi-Biographie, welche Quelle man zitieren solle, quittiere ich mit einem amüsierten Lächeln. Nehmen Sie ein neueres Werk. Allerdings bin ich nicht mehr im Thema drin. Es war damals eine Auftragsarbeit für Suhrkamp. Die Lektorin rief mich an und fragte, was ich als Politikwissenschaftler über Gandhi wüsste. Ich antwortete wahrheitsgemäß: "Ich habe den Film gesehen." Mehr wusste sie auch nicht. Aber ich habe mich in nur einem Monat eingelesen und dann in 35 Tagen am Stück das Buch geschrieben, das rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse (2006: Indien als Gastgeber) fertig sein musste.“
Ich lese im Netz ein paar Texte zu den neuesten Forschungsergebnissen über Gandhi - und was muss ich feststellen: Der Mann war Rassist und Sexist. Die Sache mit der indischen Teilung in zwei Staaten hat er auch verbockt. Ich kann mich noch daran erinnern, dass die Lektorin gefragt hat, ob meine Biographie nicht zu affirmativ sei. Ich antwortete, Gandhi sei im Vergleich zu anderen Politikern eben ein Heiliger. Schließlich war er eine Ikone des gewaltfreien Widerstands in den 70ern und 80ern. So kann man sich irren.
Kool & The Gang - Summer Madness. https://www.youtube.com/watch?v=TjuorHVXgHw

Samstag, 20. Juli 2019

Das schreiben die anderen

No country for smart men

Wenn ich das schon wieder höre: Die Leute lesen nicht, sie informieren sich nicht, sie gucken sich nur doofe Videos bei YouTube an. War es vor zwanzig oder vor zweihundert Jahren besser? Wie viel Prozent der Bevölkerung lesen Sachbücher und informieren sich präzise über einen Sachverhalt? Es wird nicht schlimmer, es war schon immer schlimm. Eine Horde von Idioten, denen die Tagesschau genügt. Ich habe lange genug als Wissenschaftler gearbeitet, um die kläglichen Verkaufszahlen unserer Werke zu kennen. Niemand macht sich die Mühe und beschäftigt sich mit den harten Fakten. Ein wenig Mainstreamgestammel von Journalisten, die auch keine Zeit und keine Lust auf ganze Bücher haben, ein wenig Verschwörungstheorie aus dem Netz – das muss reichen. Die Lebenszeit wird schließlich für die Selbstverwurstung und den Konsum benötigt. Was bieten uns die ach so schützenswerten Buchhandlungen im Non-Fiction-Bereich? Schnullibulli-Ratgeber à la „In sieben einfachen Schritten zum Glück“, Reiseführer und Steuersparliteratur. Neunzig Prozent suchen ihr Heil in der Unwissenheit, vielleicht auch mehr. Das Buch zum Thema ist leider vergriffen.
P.S.: Ich habe mal eine Kollegin vor ihrer ersten Pressekonferenz gebrieft. Ich habe ihr als erstes klargemacht, dass kein Pressevertreter auch nur das Vorwort ihrer Studie gelesen haben wird. Punkt zwei: Konzentriere dich bei der Präsentation auf die drei wesentlichen Ergebnisse deiner Forschung. Drei ist eine beliebte Zahl und die Medienfuzzis sind dankbar, wenn man vorher haargenau drei Punkte ankündigt. Das sind drei Spiegelstriche auf dem Notizblock, dazu Namen der Forscher, des Auftraggebers und des Instituts, und fertig ist die Laube. Genauso stand’s am nächsten Tag in den Zeitungen. Aber wenn der Wendler irgendeine Minderjährige auf Mallorca bumst, stehen Sie wie ein Rudel Jagdhunde auf der Matte. Ging ja damals bei der Kollegin nur um das Thema Schule & Bildung, interessiert sowieso keine Sau.
Stray Cats - (She's) Sexy & 17. https://www.youtube.com/watch?v=ZynIhCs27Xs

Freitag, 19. Juli 2019

Was plant die Bundesregierung?

Offiziell möchte man den Bundestag vor Terroristen schützen. Aber womöglich will man sich auch einfach die Bürger vom Leib halten. Geplant ist jedenfalls etwas, dass man zur Zeit der Ritter Wall und Graben nannte.
Auf der Westseite des Reichstagsgebäudes, vor dem Haupteingang am Platz der Republik, soll ein 2,5 Meter tiefer und zehn Meter breiter Graben angelegt werden. Dazu kommt ein Sicherheitszaun. Wer denkt in diesem Augenblick nicht an die Berliner Mauer, die nur wenige Schritte entfernt gestanden hat? Werden Polizisten mit Schäferhunden in dieser Todeszone patrouillieren? Wird auf Grenzverletzer geschossen? Wird AKK dort ein Gardebataillon der Bundeswehr stationieren? Und warum schützt man nur den Reichstag vor Angriffen, nicht aber das Kanzleramt gegenüber?
Offensichtlich misstraut man dem eigenen Volk, denn es soll zukünftig das Parlament nicht mehr durch den Haupteingang betreten dürfen. Südlich des Gebäudes entsteht ein Besucherzentrum, von dem die Besucher durch einen Tunnel in den Reichstag gelangen sollen. Heimlich, unterirdisch, wie die Ratten in der Kanalisation. Welche Gesetze plant die Regierung? Tempolimit auf Autobahnen? Pflichtimpfung mit dem CDU-Parteiprogramm? Eine massive Erhöhung der CO2-Steuer auf Flugreisen, Heizung und Benzin? Es sind wahrlich keine schönen Zeiten für die Demokratie.

Neulich im Bewerbungsgespräch

Im Büro des Chefs von BioFairRecycling De Luxe gGmbH.
„Mister Bonetti, kommen Sie rein.“
„Danke, Mister Hundstätter.“
„Sie möchten also bei uns auf dem Recyclinghof als Müllsortierer anfangen?“
„Das ist richtig, Sir.“
„Sie haben die Tapferkeitsmedaille der deutschen Presse, den Grimme-Preis und den Büchner-Preis in der Kategorie Bahnhofsliteratur.“
„Sir, ja, Sir.“

„Außerdem waren Sie bei Unit Zero im Camp Delta.“
„Darüber darf ich nicht sprechen, Sir.“
„Ihr Undercover-Einsatz in Libyen?“
„Davon weiß ich nichts.“
„Sie sind sicher, dass Sie ab jetzt Abfall sortieren möchten?“
„Ich bin es Greta schuldig, Sir. Sie hat mich überzeugt.“
The Cure - Friday I'm In Love. https://www.youtube.com/watch?v=mGgMZpGYiy8

Donnerstag, 18. Juli 2019