Donnerstag, 24. Januar 2019

Wirkliche Einheit oder nur Anschluss? Ein Ausblick

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Der Countdown läuft. Am 1. Januar 2020 ist es soweit: Die Verbandsgemeinden Stromberg und Langenlonsheim werden zusammengelegt.
Wie Sie wissen, gehört Schweppenhausen zur Verbandsgemeinde Stromberg. Die berühmte Kleinstadt, Heimat des deutschen Michel und eines Edelrestaurants von Johann Lafer, dem jüngeren Publikum bekannt geworden durch die Fernsehserie mit Christoph Maria Herbst und Bjarne Mädel, ist auch die Hauptstadt unserer gleichnamigen Verbandsgemeinde.
Was bedeutet das konkret? Aus der „Vereinbarung über die freiwillige Fusion der Verbandsgemeinde Langenlonsheim und der Verbandsgemeinde Stromberg“ aus dem Amtsblatt Nr. 51/52 vom 21. Dezember 2018 entnehme ich, dass Langenlonsheim die neue Hauptstadt der „Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg“ wird. In Stromberg bleibt, ähnlich wie damals in Bonn, nur ein Bürgerbüro übrig. In der neuen Flagge und im Wappen sollen sich die beiden alten Wappen wiederfinden, wie es heißt.
Hintergrund ist die Forderung der Landesregierung in Mainz, bis zum 1. Januar 2020 die Gebietsänderung herbeizuführen. Soviel zur Freiwilligkeit der Fusion. Allerdings zahlt das Land aber auch 2,85 Millionen Euro für den Spaß. Mit Speck fängt man Mäuse.

Langenlonsheim liegt an der Nahe und damit praktisch am Meer, Schweppenhausen liegt im Hunsrück und damit im Gebirge. Aufgrund der gewaltigen Höhenunterschiede können Schweppenhäuser Langenlonsheim nur in solchen Druckanzügen betreten.


Was mich misstrauisch macht, ist nicht nur die Verlegung der Hauptstadt ins ferne Langenlonsheim, das kulturell gar nicht zum Hunsrück gehört und natürlich für die Sorgen und Nöte der Hunsrücker Bevölkerung keinerlei Verständnis hat. Es ist auch beschlossen worden, dass zunächst der Bürgermeister von Langenlonsheim Bürgermeister der neuen Verbandsgemeinde Langenlonsheim-Stromberg wird. Erst am 22. März 2020 sollen ein neuer Verbandsgemeinderat und ein neuer Verbandsbürgermeister gewählt werden.
Entsteht hier eine Einheit von gleichberechtigten Partnern oder handelt es sich nur um einen schnöden Anschluss? Werden wir Schweppenhäuser nur Bürger zweiter Klasse sein, über die man in Langenlonsheim Witze macht? Dürfen wir uns ab dem 1. Januar 2020 ein Begrüßungsgeld im Rathaus abholen? Was ist mit dem Hunsrücker Ampelmännchen (mit Zipfelmütze) oder der Schweppenhäuser Schoppenmischung (neun Zehntel Wein, ein Zehntel Wasser)? Werden diese kulturellen Besonderheiten erhalten bleiben? Was wissen wir über die neuen Herren im fernen Langenlonsheim? Hier erzählt man sich, die Leute dort hätten alle nur eine Arschbacke. Stimmt das?
Ob großes Unheil über das Guldenbachtal hereinbricht oder alles doch noch gut ausgeht, erfahren Sie in diesem Blog. Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.
Interpol – If You Really Love Nothing. https://www.youtube.com/watch?v=gLk8i2zw2jU

Shopping Schweppenhäuser Art.

Mittwoch, 23. Januar 2019

Marie Kondo in Berlin

Die japanische Aufräumwissenschaftlerin Marie Kondo, weltberühmt geworden mit ihrem Buch "Operation Kondo", war heute in Berlin. Am Nachmittag hat sie die SPD-Parteizentrale in Kreuzberg besucht. Sie hat sich die Mitarbeiter und das SPD-Präsidium genau angeschaut und sich gefragt: "Macht mich das glücklich oder kann das weg?" Ihrer Meinung nach können wir uns von der SPD trennen. Andrea Nahles überreichte sie ein Samurai-Schwert und empfahl ihr die rituelle Selbstentleibung.
Am Abend wird sie zu Besuch im Bundeskanzleramt und im Schloss Bellevue erwartet.



Marie Kondo, die jetzt auch eine eigene Frühjahrsputzshow moderiert, zusammen mit ihrem Manager Jürgen von der Lippe.

Fräulein Smillas Gebühr für Schnee


Blogstuff 273
„Lebe von der Welt geschieden, und du lebst mit ihr in Frieden.“ (Friedrich Rückert)
Ein alter Traum ist wie ein unsichtbarer Wellensittich. Niemand weiß, dass du ihn fütterst, und eines Tages fährst du plötzlich nach Dublin und scheißt auf die Kommentare der anderen.
Nachts um drei setzt ihm auf einer Party ein wildfremder Mensch eine Spritze, auf der nächsten Party schmeißt er eine Pille ein, die er nicht kennt. Bis auf den Paul-Kalkbrenner-Gedächtnis-Abflug in die Psychiatrie ist Johnny Malta erstaunlich gut durch seine Berliner Jahre gekommen.
Die Zahl der Orangenspenden hat im vergangenen Jahr um zwanzig Prozent zugenommen. Finde ich gut!
Von 1982 bis 1986 war Andy Bonetti Armutsbeauftragter von Monte Carlo. Das wissen die Wenigsten. Respekt!
„Menschenskind, Susi, wir sind doch nur die Hintergrundtapete. Wir haben nie am Bahnhof Zoo Heroin gekauft oder auf einen Politiker geschossen. Leute wie wir werden nie im Film auftauchen.“ (Heinz Pralinski)
Werbung: Bonetti Media – die ultimative Massenvergnügungswaffe. Nur echt mit dem Prüfsiegel des Ministeriums für Motivation und Optimismus. 
Hätten Sie’s gewusst? Karl der Große gab den Monaten fränkische Namen, den Oktober nannte er „Uuindumanoth“: Weinmonat.
Hinter Bonetti geht immer ein zwei Meter großer Albino, der auf einem bordeauxroten Samtkissen den goldenen Füllfederhalter des Meisters trägt.
Vom Hölzchen aufs Stöckchen: Eins meiner Lieblingslokale in Berlin ist das „Hot Spot“. Das chinesische Restaurant ist in der Eisenzahnstraße. Die Straße wurde 1892 nach Friedrich II. von Brandenburg (1413-1471), benannt, der die Beinamen „der Eiserne“ und „Eisenzahn“ trug. Er begann mit dem Bau des Berliner Stadtschlosses und quälte seine Untertanen durch die Einführung der Biersteuer, die bis auf den heutigen Tag erhoben wird.
Der berühmte Trickle-Down-Effekt der neoliberalen Voodoo-Ökonomie. Bringt im Restaurant das ganze Essen an den Tisch des dicken Mannes. Was er übrig lässt oder erbricht, bekommen die anderen Gäste. Er kann ja nicht alle Reste im Doggy Bag nach Hause tragen, oder? Hat bisher ja wunderbar funktioniert.
Sie werden diesen Namen vermutlich noch nie gehört haben, aber Marcus Licinius Crassus war der reichste Mann des römischen Imperiums zur Zeit von Julius Cäsar. Als Politiker machte er sich einen Namen, als er 6000 Menschen nach Niederschlagung des Spartacus-Aufstands kreuzigen ließ. Er verdiente sein Geld im Immobilien- und Sklavenhandel. Seine Sklaventruppe setzte er als private Feuerwehr ein. Wenn sie am Brandherd eintraf, verhandelte sie zunächst über ihre Bezahlung mit dem Hausherrn. Konnte der Hausherr den geforderten Preis nicht aufbringen, ließen sie das Haus einfach abbrennen. Abgebrannte Ruinen kaufte er den Besitzern samt Grundstück für einen Spottpreis ab und verkaufte sie mit Gewinn weiter oder baute selbst mithilfe seiner Sklaven. Am Ende seines Lebens hatte er 200 Millionen Sesterzen auf dem Konto. Asterix-Leser wissen jetzt Bescheid.
P.S.: Der Ausdruck „krass“ kommt ursprünglich vom lateinischen Wort „crassus“ und bedeutet: fett.
Martin "Gotti" Gottschild. https://www.youtube.com/watch?v=lJcNBK6Dye4

Dienstag, 22. Januar 2019

Was wurde eigentlich aus Klaus Rhinozius?

"Entertainment ist Wahrheit, Wahrheit ist Entertainment." (Motto des SPIEGEL)
Es ist spät geworden und eisige Windböen treiben eine leere Plastiktüte über die Elbe. Das traurige Schreien der Möwen am Hafen passt zur Stimmung von Klaus Rhinozius. Er ist tief gefallen. Keiner will mehr etwas mit ihm zu tun haben. Er hat alle Facebook-Freunde verloren und bei Instagram werden seine Selfies automatisch gelöscht.
Ich treffe ihn in seinem Loft im noblen Vorort Wellingsbüttel, wo die Klitschko-Brüder und Jimi Blue Störtebeker, der Ururneffe des berühmten Piraten, seine Nachbarn sind. Er hat sich eine Papiertüte über den Kopf gestülpt, um nicht erkannt zu werden. In seiner Wohnung riecht es nach alten Socken, Knoblauch und Angst. Im Wohnzimmerregal sind die kreisrunden Flecken im Staub zu sehen, auf denen seine Pokale standen. Australian Open 2017 im Bereich Auslandsreportage, das Knesebecker Fischmaul in Silber für die beste Einleitung und und und.
Was macht er heute? Er schreibt Texte für den „Postillon“ und für die „Titanic“. Die bekannte Abscheu der Satireblätter für gründliche Recherche und echte Interviews kommt seinem Stil natürlich entgegen. Er hat sich als Pressesprecher für die Konsulate Saudi-Arabiens und Nordkoreas beworben. Ansonsten lebt er von seinen Reserven. Aus dem Haus geht er sowieso nicht mehr und jede Woche bringt ein Lieferfahrer eine Ladung Nudeln, Reis und Konserven. Knietief im Dispo ist er trotzdem, weil die Eigentumswohnung noch nicht abbezahlt ist.
Seine Freundin ist längst ausgezogen, seine Mutter hat der Schlag getroffen, aber sein Vater hält immer noch zu ihm. Und natürlich Hansi, sein Wellensittich. Rhinozius beginnt, mir die rührende Geschichte zu erzählen, wie er den völlig verwahrlosten Vogel aus den Klauen der albanischen Mafia befreit hat, anschließend bei Nacht und Nebel durch den Suq, das Marktviertel in der Altstadt von Tirana, geschlichen ist und nach vielen Abenteuern endlich mit einem selbstgebauten Floß Hamburg erreichte. Für einen Augenblick ist er wieder ganz der Alte.
Pink Floyd - Shine On You Crazy Diamond. https://www.youtube.com/watch?v=cWGE9Gi0bB0

Die Spice Girls, bevor Klaus Rhinozius sie entdeckt hat.


Wie am 6. Januar angekündigt, hat dieses Blog ab diesem Jahr Werbepartner. Nissin: Esst mehr Nudeln! Schwarzenegger und Meister Yoda können nicht irren.
https://www.youtube.com/watch?v=gFwz-SvcBV4
https://www.youtube.com/watch?v=XcH1v-VdAiA
https://www.youtube.com/watch?v=iB3d21-_KPo

Montag, 21. Januar 2019

Russenpeitsche


Eine Russenpeitsche ist eine schnelle Wetter-Änderung. Wenn es plötzlich und schnell kalt wird, sagt man dazu auch "Russen-Peitsche".
https://www.hurraki.de/wiki/Russenpeitsche
Apropos Schnee. Wissen Sie schon, in welcher Verkleidung Sie Fastnacht feiern?
Ich selbst gehe als tragischer Held, powered by Dostojewski.

Blogstuff Spezial – Wie alles begann

Es war schon spät, vielleicht drei oder vier Uhr morgens, und ich saß im Alhambra, einer Cocktail-Bar in der Fasanenstraße. Zu dieser Zeit ging ich erst nach Mitternacht aus dem Haus, immer in meinem Smoking und mit glänzenden schwarzen Schuhen. Damals fand ich das toll. Aber damals trug ich auch noch keine orthopädischen Schuhe zu meinem Rollator.
Im Alhambra war dieser Pianist, jede Nacht spielte er diese langsamen melancholischen Jazzlieder, die man nur ertragen kann, wenn man im Minutentakts Cocktails, Shots und filterlose Zigaretten konsumiert. Ich saß am Ende des Tresens, als sich eine junge Frau zu mir setzte.
„Du siehst traurig aus“, sagte sie und lächelte.
Immer dieselben Sprüche. Wie ich es hasste.
„Ich bin nur besoffen“, sagte ich leise.
„Ärger gehabt?“
Ich schüttelte den Kopf.
„Was machst du beruflich?“ fragte sie, während sie an meinem Smoking hinab bis auf die Schuhe blickte.
„Nichts.“
„Gar nichts? Das glaube ich nicht.“
„Doch. Ich bin genauso langweilig wie ich aussehe.“
„Du siehst wie ein Schauspieler oder Schriftsteller aus.“
Die Frauen können mich einfach nicht in Ruhe lassen.
Ich zahlte und verließ die Bar.
Es war eine milde Nacht und ich beschloss, zu Fuß nach Hause zu gehen. Keine Lust auf das blöde Gequatsche der Berliner Taxifahrer. Nach ein paar hundert Metern kam ich an einer düsteren Toreinfahrt vorbei.
„Hey, du. Willst du ein bisschen Spaß haben?“ hörte ich eine Männerstimme sagen.
„Reden Sie mit mir?“ fragte ich zurück.
„Pssst.“
„Reden Sie mit mir?“ flüsterte ich.
„Ja.“
„Was ist das für ein Spaß?“
„Guter, sauberer Spaß.“
Ich trat näher.
Und so kam ich zur ersten Ausgabe von Blogstuff. Ich habe die Lektüre bis heute nicht bereut.
Bronski Beat – Hard Rain. https://www.youtube.com/watch?v=Zs7oV80Wsr4

Sonntag, 20. Januar 2019

Ein edler Tropfen

Es ist kalt geworden an den Rändern der Zivilisation, wo sich der Funkhase und das Fuchsloch wg. CSU immer noch keine WhatsApp schicken können. Der findige Autor dieser Zeilen hat sich darum tief in die Katakomben seines Anwesens hinab begeben, um Ausschau nach einem wärmenden Tropfen zu halten.
Ein Armagnac von 1938. Das Fläschchen hat also 81 Jahre auf diesen besonderen Abend gewartet. Da kommen Fragen auf. Hat es ein Familienmitglied vom Frankreichfeldzug mitgebracht? Oder wurde es später bei einer Urlaubsreise in einem Geschäft unseres hochgeschätzten Nachbarlands redlich erworben? Hat es die Resistance vergiftet oder ist es aufgrund einer falschen Lagerung ungenießbar geworden? Mein Keller ist voller Rätsel und Geschichten ...

Siebzigster Geburtstag

Ein langer Name:
Bundes-Republik Deutschland.
Zwei Vornamen, ein Nachname.
Vornehm, bürgerlich.
Ehrgeizig, unzufrieden.
Wie alle Rentner
Nicht offen für das Neue.
Über das Vorstrafenregister
Wird nicht gerne geredet.

Wählen Sie jetzt!

Stellen Sie sich vor, sie wären im Jahr 2000 geboren und letztes Jahr volljährig geworden. Dann haben Sie zwei Alternativen:
Sie leben vegan, fahren mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln, trinken keinen Kaffee to go aus Plastikbechern, kaufen unverpacktes Brot, pestizidfreies Obst und Gemüse auf Wochenmärkten, beim Bauern oder in Fachgeschäften. Achtsamkeit, Gesundheit und Sport sind für Sie keine Fremdworte, sie verzichten auf Produkte aus fernen Regionen, selbstverständlich besteigen sie nie ein Flugzeug. Sie werden hundert Jahre alt, erleben das Jahr 2100 und haben mit ihrem Lebensstil die Erde gerettet.
Oder Sie leben wie ein Waschbär auf der Müllkippe. Saufen, Rauchen und Drogen sind für Sie keine Fremdworte. Sie ernähren sich von Fastfood, produzieren tonnenweise Müll und fressen in Ihrem Leben ganze Schweineherden, Hühnerhorden und jeden Roadkill, der in einem Hot Dog landet. Sie genießen Ihr Leben in vollen Zügen, fahren ein dickes Auto, das Sie mit Schweröl betanken, sehen sich die Welt an und setzen dem Klimawandel eine Klimaanlage entgegen. Sie werden fett und scheißen auf die Zukunft. 2040 sind Sie tot, bevor die Katastrophe endgültig über die Menschheit hereinbricht.
Mein Tipp: Wählen Sie Weg Nummer 2. Dann haben Sie es schneller hinter sich.

Unbeschwerter Genuss oder bittere Erkenntnis - Guinness ist die Abkürzung ins Glück.
Johnny Cash – Hurt. https://www.youtube.com/watch?v=FywSzjRq0e4

Samstag, 19. Januar 2019

Das Zeitalter des Neodilettantismus


Blogstuff 272
„Was ist ein Kaffeehausliterat? Ein Mensch, der Zeit hat, darüber nachzudenken, was die anderen draußen nicht erleben.“ (Anton Kuh)
Wissen Sie, was ein Pachulke ist? Das alte Berliner Wort für Lümmel, Fatzke oder Rabauke ist völlig aus der Mode gekommen.
Man sollte sich über die bayerischen Dirndl und Lederhosen nicht lustig machen oder den Schuhplattler verhöhnen. Wir lachen ja auch nicht über die Kenianer, wenn die Massai tanzen.
Mal wird schonungslos aufgeklärt, dann knistert es vor Erotik – Bonetti Media Solutions brennt für Ihre Unterhaltung.
Der deutsche Klugscheißer wird die Welt nicht retten, aber er kann seinen Mitmenschen wenigstens ein schlechtes Gewissen machen.
Ich kriege ja in Schweppenhausen und in meinem Alter die ganzen Trends nicht mehr mit. Glücklich machendes Aufräumen mit Frau Kondo aus Japan zum Beispiel. Oder Flanking. Als ich das Wort las, dachte ich, das hat was mit Fußball zu tun. Aber es geht dabei um das Zeigen des Knöchels. Das ist mir nie aufgefallen. Soweit runter gucke ich an den Leuten gar nicht. Meistens ist mir ihre Hackfresse schon zuwider. Jetzt lese ich von Yeezy, das sind Schuhe, die adidas zusammen mit einem US-Rapper rausgebracht hat. Da gibt es Exemplare, die bis zu 4000 Euro pro Paar kosten. Auch Damenstiefel mit spitzen Absätzen, die nichts mehr mit Turnschuhen zu tun haben. Drei Streifen haben die sowieso alle nicht. Darauf eine Ostbratwurst.
Wiederholt wurde der Vorwurf laut, die Programmplanung von Bonetti Media sei viel zu anthropozentristisch. Das stimmt.
Stellen Sie sich Rembrandt vor, wie er von einer lesbischen Gothic-Schlampe im Einkaufszentrum einen Zehn-Euro-Haarschnitt verpasst bekommt. Abends isst er in einem fleckigen Feinrippunterhemd eine Büchse Makrelenfilets mit Toastbrot über der Spüle. So funktioniert der Kulturbetrieb 2019.
Am 1. Oktober 2019 wird die Volksrepublik China siebzig Jahre alt. Vor etwa vier Jahrzehnten hat die Kommunistische Partei des Landes befohlen, den Kapitalismus einzuführen. Die Kombination aus Marx, Mao und Moneten funktioniert hervorragend.

Flagge der KPCh, die Partei hat 78 Millionen Mitglieder.

Ist ein Ballerino a) ein Tänzer, b) der Held eines Italo-Westerns oder c) ein Sänger auf Malle?
Nach einer Wanderung habe ich mal mit einem VWL-Professor in einer Schnitzelkneipe in Waldalgesheim gesessen. Der abstinente Veganer hielt gerade einen seiner gefürchteten Monologe, während ich mich genüsslich einem Jägerschnitzel und einem Weizenbier hingab. Dann fiel der Satz, den ich nie vergessen werde: „Ich fänd’s gut, wenn du mitschreiben würdest.“ Kann man sich nicht ausdenken. Der deutsche Experte, im Felde unbesiegt.
Wenn man bei Google Maps „Mordor“ als Suchbegriff eingibt, wird man nur zu einem holländischen Esoterik-Laden und zu einer schottischen Hundeschule weitergeleitet. Am nächsten kommt der Sache noch Moordorf in Osrfriesland. Ich bin tatsächlich 1997 mal dort gewesen, als ich zur Vier-Tage-Woche bei VW Interviews gemacht habe. Also ich bin im Jahr 1997 dort gewesen, nicht 1997 x – aber das haben Sie sich vermutlich schon gedacht.
„Allein die Tatsache, dass eine Information in die Briefing-Unterlagen für den US-Präsidenten aufgenommen wird, gibt dieser Information jedoch zumindest einen Hauch von Authentizität.“ (Süddeutsche Scheißschrift)
The Psychedelic Furs - Love My Way. https://www.youtube.com/watch?v=LGD9i718kBU

Freitag, 18. Januar 2019

120.000 Tote

Wir haben ja in Mainz richtig dufte Forschungsinstitute. Das Max-Planck-Institut für Chemie hat herausgefunden, dass in Deutschland rund 120.000 Menschen pro Jahr wegen Feinstaubs vorzeitig den Löffel abgeben. Stalingrad nix dagegen. Woran sind die Menschen eigentlich früher gestorben? Und woher kommt der ganze Staub? Ich tippe ja auf Putin. Sollten wir statt Feinstaub nicht Russenstaub sagen?

Russische Agentin bei der Produktion von tödlichem Feinstaub. Wenn ich nicht mindestens 120 Jahre alt werde, ist der Kreml schuld!

Matriarchat

„Erst an dem Tag, an dem wir nicht mehr über das Geschlecht von Politikern diskutieren, haben wir die Gleichberechtigung erreicht.“ (Lupo Laminetti)
Er: Ich fände es gut, wenn sämtliche Entscheidungen in Wirtschaft, Forschung und Politik in den nächsten zwanzig Jahren von Frauen getroffen würden. Nur von den Frauen.
Sie: Ja, das wäre großartig. Aber warum nur zwanzig Jahre? Warum nicht fünfzig oder hundert?
Er: Ich will ja noch sehen, wie der Feldversuch ausgeht. In hundert Jahren bin ich schon lange tot.
Sie: Die Frauen würden in zwanzig Jahren vieles verändert.
Er: Vielleicht würde aber auch viele Dinge so bleiben, wie sie sind.
Sie: Es würde keine Kriege mehr geben.
Er: Das glaube ich nicht. Thatcher ist schon in ihrer ersten Legislaturperiode in den Falkland-Krieg gezogen. Merkel wollte 2003 beim Irak-Krieg von Bush mitmachen, zum Glück war sie da noch keine Kanzlerin. Und unsere Verteidigungsministerin kann gar nicht genug Auslandseinsätze für die Bundeswehr bekommen.
Sie: Ich glaube, die Welt wäre friedlicher, wenn die Frauen überall das Sagen haben.
Er: Kommt auf die konkreten Frauen an. Denk mal an Alice Weidel oder Madame Le Pen.
Sie: Das sind natürlich extrem negative Beispiele.
Er: Glaubst du im Ernst, die Frauen beenden den Neoliberalismus, den Neokolonialismus und stoppen den Klimawandel? Das ist in meinen Augen naiver Kinderglaube. Frauen würden genauso die Interessen ihrer Staaten und Konzerne vertreten wie Männer. Eine mächtige Frau wird nicht schwächer agieren als ein mächtiger Mann.
Sie: Naiver Kinderglaube? In welchem Ton redest du denn mit mir?
Er: Wenn ihr die Chefs seid, ist es vorbei mit Puderzucker und Samthandschuhen. Dann wird auch der Ton rauer, verlass dich drauf.
Sie: Nein, er wird nicht rauer. Höchstens der Ton der Männer. Kommunikation ist eine der starken Seiten der Frauen. Da müssen die Männer noch einiges lernen.
Er: Komm schon, die Männer in der Politik quatschen doch auch den ganzen Tag und es kommt nix dabei rum. Es ändert sich nichts an den Eliten, wenn sie weiblicher werden, weil es immer zuerst um den eigenen Status geht, unabhängig von der Beschaffenheit der Geschlechtsorgane.
Sie: Was ist denn die Lösung, Schweinchen Schlau?
Er: KI. Wir lassen die Maschinen entscheiden. Dann können wir uns zurücklehnen und mit den Schultern zucken, wenn es zu Steuererhöhungen und Entlassungen kommt. So wie ein Manager, der sich einen Unternehmensberater ins Haus holt, um unangenehme Entscheidungen zu verkünden. Die KI wäre unser neuer Gott. Der Herr hat uns in seinem unbegreiflichen Dingsbums eine Dürre oder eine Plage geschickt und wir können leider nichts machen. Die perfekte Ausrede und das Ende der Geschlechterdebatte.
Sie: Wolltest du nicht gerade eben noch zwanzig Jahre Matriarchat?
Er: Na und? Bei Merkel hast du doch auch nie gemeckert, wenn sie mal wieder Haken wie ein Feldhase geschlagen hat.
Sie: Ich kann es gar nicht fassen, dass ein Vollidiot wie du das Wahlrecht hat.
Erik Satie - Gymnopédie No.1. https://www.youtube.com/watch?v=S-Xm7s9eGxU

https://www.heise.de/tp/features/Die-groessten-US-Ruestungskonzerne-werden-mehrheitlich-von-Frauen-gefuehrt-4263744.html

Donnerstag, 17. Januar 2019

Islamistischer Terrorismus in Deutschland im 21. Jahrhundert – eine Bilanz

2018: 0 Tote.
2017: 1 Toter.
2016: 12 Tote.
2015: 0 Tote.
2014: 0 Tote.
2013: 0 Tote.
2012: 0 Tote.
2011: 2 Tote.
2010: 0 Tote.
2009: 0 Tote.
2008: 0 Tote.
2007: 0 Tote.
2006: 0 Tote.
2005: 0 Tote.
2004: 0 Tote.
2003: 0 Tote.
2002: 0 Tote.
2001: 0 Tote.
2000: 0 Tote.
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Terroranschlägen_in_Deutschland#Bundesrepublik_Deutschland_(ab_1990)

Sachgrundlose Beschriftung von Blogstuff – Megatrend oder Hilflosigkeit?


Blogstuff 271
„Immer wieder griff Adoboli zur Kleenex-Box neben dem Zeugenstand und tupfte sich mit einem weißen Papiertaschentuch die Augen. Mit tränenerstickter Stimme zeichnete er sich als Opfer des unbarmherzigen Drucks im Investmentbanking. ‚Ich habe alles gegeben‘, sagte er auf Fragen seines Anwalts.“ (Der Spiegel)
Entgegen anderslautenden Gerüchten wird der neue „Volkscomputer“ von BILD ohne Hakenkreuztaste ausgeliefert.
Ich bin kein Mann, der sich leicht verführen lässt, aber dieses Käseomelett warf mir einen Speisezimmerblick zu, dem ich nicht widerstehen konnte.
Es gibt jede Menge Lektüre, die unsere Sprache vergiftet. Dann denken wir irgendwann selbst in Floskeln. „Sei du selbst“ und so eine pseudophilosophische Scheiße. Wer weiß denn schon, wie er ist?
Hätten Sie’s gewusst? Udo Lindenberg trägt unter seinem Hut gebrauchte Damenunterwäsche.
Was schreibt die Konkurrenz? Michelle Obama erzählt aus ihrem Leben, das mich nicht die Bohne interessiert. Nele Neuhaus hat mal wieder einen Krimi geschrieben. Belanglos. Gregs Tagebuch 13 – Willkommen in der Fortsetzungshölle. Stephen Hawking. Wird nur verschenkt, aber nie gelesen. Das Guinness-Buch der Rekorde? Lesen nur Kinder, die noch nie ein Guinness getrunken haben. Neulich hat mir ein Mädchen aus der Nachbarschaft davon erzählt. Hat sie zu Weihnachten bekommen, sie geht in die vierte Klasse. Der größte Mensch wäre 1 Meter 72. Klar. Da bin ich ja größer. Dann eben 2 Meter 72, sagte sie trotzig. Von der dicksten Frau der Welt wusste sie nur das Alter, aber nicht das Gewicht. Ein Trost: Ende 2019 kommt der neue Bonetti raus. Arbeitstitel: „Frotteehandtücher im Sturmwind.“ Der Anfang klingt bereits verheißungsvoll: „Ihre Zähne waren so weiß, dass man instinktiv die Augen zusammenkniff, wenn sie lachte. Er war einer von den Typen, die selbst vor einem Zahnarztbesuch sicherheitshalber frische Unterwäsche anzogen.“
Ich habe mir jetzt am linken Handgelenk eine Rolex eintätowieren lassen. Läuft.
BGE ist immer eine Frage der Perspektive. Dagobert Duck fände es schlecht, weil er Donald nicht mehr zu entwürdigenden Bedingungen jeden miesen Job oder jede absurde Reise aufzwingen könnte. Donald Duck fände es gut, weil seine Basiskosten wie Miete und Krankenversicherung gedeckt wären und er selbstbestimmt eine Verdienstmöglichkeit auswählen könnte.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Sein neues Werk „Deutschland unter Mao – Strukturanalyse spätkapitalistischer Verblendungszusammenhänge“ schildert er den Aufstieg des chinesischen „Kapunismus“ (kapitalistischer Kommunismus) unter dem großen Vorsitzenden Xi zur globalen Supermacht.
Hätten Sie’s gewusst? Die Hausbar in der Villa Bonetti wird auch scherzhaft die „Kornkammer des Reiches“ genannt.
Mein Werbeslogan „Leitung muss sich wieder lohnen“ für die Saarländischen Kabelwerke KG in Merzig wurde für den Silbernen Schuhlöffel in Pirmasens nominiert.
Mir hat noch nie jemand Blumen geschenkt. Wahrscheinlich bekomme ich die allerersten Blumen aufs Grab gelegt. Welche Ironie.
Es gibt eine Geschichte der Gewalt. Männer haben sie geschrieben. Aber gibt es auch eine Weltgeschichte der Liebe? Ohne Hass, Krieg, Zerstörung und Tod? Wer schreibt sie?
Mit den Büchern ist es wie mit den Schallplatten: Niemand wird den ganzen Mist in Zukunft haben wollen. Die Literatur wandert ins Netz wie die Musik. Millionen Tonnen von Druckwerken werden recycelt werden. Zu neuen Büchern und Zeitungen? Nein. Höchstens zu Verpackungsmaterial.
„Ich besorg‘s dir“ – der neue Slogan für den E-Commerce. Hammer-Idee. Aber weder Amazon noch andere Firmen wollen ihn mir abkaufen.
Jeff Beck with Stevie Ray Vaughan - Going Down. https://www.youtube.com/watch?v=oXANb8GW-1I

Mittwoch, 16. Januar 2019

Auermanns Ende

Patrick Auermann war ein junger, hoffnungsvoller Kabarettist, doch die Schneemassen dieses Winters wurden ihm zum Verhängnis. Und das kam so:
Nach seinem Sieg bei einem Poetry Slam in Augsburg beschloss Auermann, Kabarettist zu werden. Er schrieb fleißig Texte und bald hatte er ein beachtliches Programm von etwa einer Stunde beisammen, das er auswendig vortragen konnte. Er schrieb diverse Veranstaltungsorte an und bat um die Möglichkeit, auftreten zu dürfen. Es hagelte Absagen, bis auf die Schwammbichlerhütte in Tirol. Sie buchte ihn für einen Auftritt, immerhin. Essen, Übernachtung und Reisekosten. Bahnfahrt zweiter Klasse, der Hüttenwirt würde ihn am Bahnhof abholen.
So kam der Auermann also auf die Schwammbichlerhütte in zweitausend Meter Höhe. Am Abend waren im Gastraum der Hütte etwa fünfzig Gäste beisammen, die ordentlich Bier und Schnaps tranken, Schweinebraten und diverse Jausenbrettl auffahren ließen und guter Stimmung waren. Nachdem der Wirt einige Stücke auf seiner Ziehharmonika gespielt und dazu gejodelt hatte, war er an der Reihe. Ein wenig nervös war er schon, aber nach einigen Minuten lachten die Hüttenbesucher gutmütig über seine harmlosen Späße. Über die Berliner Politik und Smartphone-Süchtige kann man immer lachen.
Nach dem Applaus setzte er sich an die Theke, trank drei Bier, aß ein paar Wiener Würstchen mit guten Appetit und ging zu Bett. Sonst wäre eigentlich nichts zu berichten gewesen, aber in der Nacht begann es zu schneien. Es schneite und schneite und am Morgen lagen drei Meter Schnee. Keiner konnte die Hütte verlassen, keiner konnte die Hütte erreichen. Beim Frühstück beruhigte der Wirt alle Gäste. Es seien genug Vorräte für einige Tage vorhanden.
Die Hüttenbesucher saßen im Gastraum, spielten mit ihren Smartphones und Tablets, aßen und tranken nach dem Frühstück einfach weiter und schwatzten und lachten bis in den Nachmittag. Dann machte der Wirt den Vorschlag, der Kabarettist könnte doch einfach noch einmal auftreten. Fernsehen und Radio gab es in der Schwammbichlerhütte nicht und so fand der Vorschlag allgemeine Zustimmung.
Patrick Auermann trug sein Programm also ein zweites Mal vor. Diesmal lachte kaum einer und der Beifall am Ende war doch sehr matt. Er zog sich direkt in sein Zimmer zurück und hoffte, am nächsten Tag abreisen zu können. Auf den Nachrichtenseiten im Netz hieß es, überall seien Rettungskräfte am Werk, die eingeschlossene Dörfer und abgelegene Berghütten erreichten. Aus dem Gastraum hörte er die Menschen singen, der Gastwirt spielte auf seiner Ziehharmonika und jodelte aus Leibeskräften.
Am dritten Tag war die Stimmung gedrückt. Die Leute besoffen sich direkt nach dem Frühstück und so dauerte er nicht lange, bis nach Auermann verlangt wurde. Der junge Mann weigerte sich zunächst, sein Zimmer zu verlassen, aber der Wirt erklärte ihm, dass die Menge wütend werden könnte, falls er nicht erschiene.
Als er vor den Gästen stand, hatte Auermann kein gutes Gefühl. Er konnte unmöglich noch einmal dieselben Texte vortragen. Er versuchte es zunächst mit ein paar Improvisationen über die Qualität der Flugzeugmahlzeiten. Er blickte in steinerne Gesichter, das erste Murren wurde laut. Dann probierte er es mit Witzen über Veganer. Keiner lachte. Dann begann er einfach mit seinem üblichen Programm. Die ersten Gläser flogen. Er sprach unbeirrt weiter.
Dann stand ein großer, rotgesichtiger Mann vom Tisch auf, torkelte auf ihn zu und versuchte, ihm ins Gesicht zu schlagen. Jetzt lachten die Menschen, aber es war ein furchteinflößendes Lachen. Sie beschimpften und bewarfen ihn mit Brotresten und Brezeln. Der Wirt zog ihn weg, aber die wütende Menge folgte ihnen. Er schob den armen Auermann zur Tür hinaus in den Schnee und versprach den Gästen Freibier. Die ganze Meute heulte beifällig und ging zurück in den Schankraum.
Patrick Auermann aber fand man erst im Frühling, als die Schneeschmelze einsetzte. Er lag in embryonaler Haltung etwa zehn Meter von der Hütte entfernt. Das wäre ihm in München nicht passiert.
Principe Valiente - Strangers In The Night. https://www.youtube.com/watch?v=fo4TRnk9wCA

Dienstag, 15. Januar 2019

Der Ballon

Ich hatte es nicht eilig. Ein Ziel hatte ich auch nicht. Eigentlich hatte ich an diesem Tag nichts vor und so schlenderte ich einfach durch die Straßen. Nach einiger Zeit kam ich auf den Marktplatz der Stadt. Es waren allerlei Buden und Stände aufgebaut. Eine Mutter kam mit einem kleinen Kind an der Hand auf mich zu. Das Kind hatte einen blauen Luftballon in der Hand. Plötzlich ließ es den Ballon los. Wir sahen ihm alle nach, wie er in den Himmel stieg. Ich beschloss, dem Ballon zu folgen. Ich bog an jeder Straßenecke in seine Richtung ab. Natürlich würde ich ihn niemals erreichen, es war nur ein Spiel. Schließlich stand ich am Ufer des Flusses. Ich sah ihm so lange nach, bis er am Horizont verschwunden war.

Der makabre Humor der Makrelen


Blogstuff 270
„Die Deutschen neigen dazu, Fehler möglichst zwei- oder dreimal zu machen, damit man sie auch beherrscht.“ (Rolf Linnemann)
Früher dachte ich, diese Gesellschaft geht an der Gewalt zugrunde. Dann dachte ich, sie vernichtet sich selbst durch ihre Gier. Heute weiß ich, dass der Kapitalismus uns alle überleben wird.
„Thunderstruck“ a capella und ohne Text – und wenn einer dann auch nicht summen kann …
Warum ist die Habsucht nicht als Krankheit anerkannt wie andere Süchte? Warum gibt es keine Therapien, sondern nur suchtfördernde Propaganda?
In Waldalgesheim, im Nachbarort von Schweppenhausen, kann man auch 2019 noch keine bewegten Bilder im Internet sehen. Das sind keine Funklöcher, das sind Paralleluniversen.
Der Mindestlohn ist schon wieder erhöht worden. Denkt eigentlich niemand über die Folgen nach? Wofür wird das Geld denn in der Unterschicht ausgegeben? Alkohol, Zigaretten, Spielothek, Puff, Drogen, Waffen. Wie soll das weitergehen? Was ist, wenn die Armen nicht mehr arm sind? Dann kommen sie auf dumme Gedanken, plötzlich stehen sie in unseren Opernhäusern und Edelrestaurants. Wollen wir ernsthaft den ungewaschenen Pöbel an den Nachbartischen sehen? Oder im Wartezimmer unseres Vermögensberaters? Ich fordere als Ausgleich drastische Mieterhöhungen und eine Verteuerung der Grundnahrungsmittel!
Wenn du eine Geschichte erzählst, triffst du auf bestimmte Erwartungen der Zuhörer. Sie wollen einen Anfang und ein Ende, sie wollen Helden und deren Feinde, sie wollen etwas über Liebe, Verbrechen oder Abenteuer hören. Diese Erwartungen zu brechen ist der beste Weg in die Erfolglosigkeit, aber vielleicht der einzige Weg zu deiner eigenen Stimme.
Werbung: Bonetti Media – die Nr. 1 im Casual Reading.
Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Sein neues Werk „Das Wunder der Selbstbefleckung“ wurde kurzfristig vom Verlag aufgrund inhaltlicher Differenzen zurückgezogen.
Bandname: Jimmy Silverlake & The Stool Gang.
Was macht Horst Seehofer eigentlich hauptberuflich?
Stellen Sie sich vor, ein Politiker tritt vor die Presse und sagt mit verstellter, ganz heller Stimme die ganze Zeit „linglingling“ und hat vielleicht auch noch kurze Hosen an. So ein Politiker ist doch sofort unglaubwürdig. Jetzt habe ich eine Frage an Sie, liebe Lesende: Warum ist denn der Politiker glaubwürdig, wenn er dieses Verhalten vor der Kamera vermeidet?
Wer hätte das gedacht? Die Domain Schicke-Kleider.de hat tausend Mal mehr Clicks als Politisches-Bewusstsein.de.
Wir lachen erst einmal, weil es uns vom Denken entlastet. Auch das haben wir leider von den Amerikanern übernommen.
Was haben Wolfgang Schäuble und Donald Trump eigentlich im Mai 1968 gemacht, als sie 25 bzw. 21 Jahre alt waren?
Es gibt tatsächlich noch Journalisten und Blogger, die so naiv sind, dass sie die wachsende soziale und ökonomische Ungleichheit beklagen. Als wäre es eine Fehlentwicklung. Ungleichheit ist gewollt, sie ist das Ziel dieser Gesellschaftsform.
Ein alter Schulfreund aus Ingelheim: Peter Hefner - Ich Leb Allein. https://www.youtube.com/watch?v=pjW_kfW7QfE&feature=share

Montag, 14. Januar 2019

German for Beginners

guten Morgen und willkommen = good morning and welcome
Was wollen Sie? = What do you want?
Wann wollen Sie mit mir tanzen? = When do you want to dance with me?
Ich habe einen Traum. = I have a dream.
Ich habe einen Hamster. = I have a hamster.
Ich bin ein Idiot. = I am an idiot.
Ich bin ein Manager. = I am a manager.
Ich bin ein Monster. = I am a monster.
Ich bin impotent. = I am impotent.
Ich bin intelligent. = I am intelligent.

-ling
der Häftling (the prisoner)
der Frühling (the spring)
der Flüchtling (the refugee)

-ist
der Optimist (the optimist)
der Pianist (the pianist)
der Polizist (the policeman)

-ion
die Situation (the situation)
die Nation (the nation)
die Tradition (the tradition)

-heit
die Feigheit (the cowardice)
die Schönheit (the beauty)
die Blödheit (the stupidity)

Orangen sind orange. Oranges are orange.
Was machen die Männer? Die Männer lesen.
Was machen die Frauen? Die Frauen essen.
Wir schlafen immer sehr tief und fest. We always sleep very deeply.
Wann schlafen Vampire? Vampire schlafen am Tag.

Du liebst Sonja. You love Sonja.
Er liebt Schokolade. He loves chocolate.
Sie hasst Spinnen. She hates spiders.
Was hasst sie – flauschige Häschen (fluffy bunnies)?
Nein, sie hasst doch nicht flauschige Häschen. Sie hasst Spinnen.

Sie stehen in einer Pfütze. You are standing in a puddle.

Was trinken Babys gerne? Milch.
Trinken Männer auch gerne Muttermilch?
Nein, natürlich nicht (of course not). Männer trinken gerne Bier.
Das weiß doch jedes Baby.

In einer Regenpfütze ist Wasser.
Keine Limonade.
Also niemals aus einer Pfütze trinken!

Ist die Sonne heiß oder kalt?
heiß
Die Sonne ist heiß.
Sie ist heiß.
Wisst ihr wer noch heiß ist?
Meine Nachbarin (my neighbor)
Meine Nachbarin ist auch heiß.
Sie heißt Anna. (Her name is Anna).
Anna sieht verdammt gut aus (looks damn good).

Jetzt wissen Sie alles, um nach Deutschland fahren zu können.
Quelle: https://learn-german-easily.com/

Warum wir die Demokratie nicht brauchen

Warnung an Allergiker: Kann Spurenelemente von Sarkasmus enthalten.
Demokratie heißt Herrschaft des Volkes. Das haben wir alle in der Schule gelernt und natürlich ist das völliger Unsinn. Das Volk herrscht nicht, die Politiker herrschen. Und selbst das ist nicht die ganze Wahrheit.
Es wurde eine kleine Gruppe von Berufspolitikern geschaffen, die in sogenannten Parteien organisiert sind. Diese Menschen werden mit Geld regelrecht zugeschissen, so dass sie gar nicht auf die Idee kämen, am herrschenden System etwas zu ändern. Sie bekommen für ihre politischen Tätigkeiten mindestens das Fünffache eines Durchschnittsverdieners und wem das nicht reicht, bekommt Aufsichtsratsmandate oder Beraterverträge, bis er sein eigenes Gewicht in Gold besitzt.
Sehen wir uns die Parteien genau an. Das ursprüngliche Angebot besteht aus CDU/CSU, SPD und FDP. Alle drei Parteien sind identisch. Hinzu kamen in den achtziger Jahren die Grünen, die sich schnell angepasst haben und heute mit jeder Altpartei kompatibel sind. In den Neunzigern kamen die Linken dazu, denen man mit einem sonnigen Platz am Berliner Schweinetrog schnell die linken Ideen ausgetrieben hat. Letztes Jahr kam die AfD ins Parlament. Erinnern Sie sich noch? Die Rechten wollten die Altparteien „jagen“. Ein Jahr später sind sie mit viel Geld befriedet worden und haben bereits ihren ersten Parteispendenskandal.
Das ganze Geld, mit dem die Politiker nach Art des Gänsestopfens gemästet werden, ist natürlich in den Augen der Industriellen und des Finanzadels nur ein bescheidenes Sümmchen, das jedoch gut angelegt ist. Außerdem zahlt es der Pöbel selbst. Politiker muss man nicht mehr bestechen und wenn man es dennoch tut, reichen ein paar Tausender pro Nase oder ein paar Millionen „Parteispenden“. Deswegen muss die Oberschicht nicht das Vermögen antasten, das finanziert man quasi von den Zinsen des Kapitals. Wenn es um Macht geht, gilt das Prinzip „Follow the money“. Mehr muss man über das Thema Herrschaft nicht wissen.
Es können nur diejenigen herrschen, die vom System profitieren. Alles andere würde die Ordnung zerstören.
Die eigentliche Frage, die sich gegenwärtig stellt, ist doch, ob wir dieses alte Theaterstück von der Volksherrschaft überhaupt noch brauchen? China hat bewiesen, dass Demokratie und Kapitalismus auch getrennt voneinander hervorragend funktionieren. Eine Diktatur trifft Entscheidungen schneller als eine Demokratie – und Zeit ist bekanntlich Geld. Der Schnellere macht das Rennen. So eine Diktatur des Proletariats hat ja auch durchaus etwas Erhabenes. Sie bietet auch im 21. Jahrhundert Lösungen für Probleme, die unsere westlichen Demokratien nicht mehr in den Griff kriegen.
Das Hauptproblem des Westens ist doch der irrsinnige Gedanke, alle Menschen seien gleich. Nein! Sind sie nicht. Sollen sie auch nicht sein. Gleichheit und Gerechtigkeit sind unser Untergang. Es können eben nicht alle Menschen Auto fahren, Fernreisen unternehmen und Fleisch essen. Wir müssen zurück zur Klassengesellschaft des 19. Jahrhunderts, die demokratische Entwicklung des 20. Jahrhunderts war falsch. Aus Angst vor dem Bolschewismus haben wir vor hundert Jahren einen großen Fehler gemacht.
Die Grünen als Partei der Besserverdienenden hatten schon recht, als sie damals fünf Mark pro Liter Benzin forderten. Jetzt müssten es fünf Euro sein. Fleisch sollte so teuer werden, dass nur die Reichen Steaks essen können. Vor zweihundert Jahren konnten sich Arbeiter gar kein Fleisch leisten. Recht so! Die Leute müssen in der neuen Klassengesellschaft gezwungen werden, sich gesund zu ernähren und sich ökologisch korrekt fortzubewegen. Billigflüge, Lohnerhöhungen, Kindergeld – das ist doch alles Wahnsinn. Wir brauchen Studiengebühren wie in den USA. Wir setzen den Leuten mit höherer Bildung doch nur unnötig Flausen in den Kopf.
Gab es zu Zeiten Goethes schon den Klimawandel? Nein. Die Straßen waren leer und die Luft sauber. Der Pöbel hat sechs Tage die Woche geschuftet und es hat kaum zum Leben gereicht. Sie haben beim Arbeiten geschwitzt und nicht beim Joggen. Sie haben die Klappe gehalten, weil sie noch nicht mal die Zeitung lesen konnten. Heutzutage geben Hinz und Kunz ihren Senf dazu. Als Wutbürger und Gelbwesten werden sie aufmüpfig. Das haben wir von der verfluchten Drecksdemokratie. Die ganzen Meinungen sind doch völlig irrelevant. Schluss damit! Es kann nicht jeder in einer Villa wohnen oder Mitglied im Golfclub sein. Die Zahl der Hotelbetten in St. Moritz und Davos ist begrenzt, Leute. Wo ist der deutsche Trump, wo ist der furchtlose Milliardär, der endlich mal aufräumt?
In Letter Form - Edison's Medicine. https://www.youtube.com/watch?v=58EqqalcmDA

Sonntag, 13. Januar 2019

Melancholerisch – das Gefühl des Jahres


Blogstuff 269
„Gerechtigkeit ist für mich ein marxistischer Begriff. Ich weiß nicht, was das ist.“ (Oliver Bäte, Chef der Allianz-Versicherung)
Rheinhessen ist wie Jamaika – ein Drogenanbaugebiet.
Ich bin ja gegen das Kürzel AKK für die neue CDU-Chefin. Denn AKK ist das Kürzel für Amöneburg, Kastel und Kostheim, die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz, die seit 1945 widerrechtlich von Hessen besetzt sind. #Rhein-Krim
Was soll man eigentlich im Mai wählen, wenn die Wahlen zum EU-Parlament anstehen und man keinen Bock auf CDU/CSU hat? Die SPD ist keine Option, denn sie ist in der babylonischen Gefangenschaft der GroKo. Die Linke ist mit sich selbst beschäftigt. Die Grünen haben den Rechtsruck in Europa erkannt und sich aus dem linken Lager verabschiedet; sie gehören inzwischen zum bürgerlichen Lager. Die FDP war immer das Stützrädchen der Union, auch wenn sie in den Koalitionsverhandlungen 2017 etwas bockig war. Die AfD verbietet sich von selbst. Wieder Martin Sonneborn und seine PARTEI? Für den Gag latsche ich nicht runter bis zum Feuerwehrhaus, wo in Schweppenhausen das Wahllokal ist. Ich sehe schon Bonettis Tagebuch: „Europawahl – Nachmittag Schwimmschule.“
Wie sieht das Freizeitangebot von Downtown aus? Suff, Drogen, Sex und Musik. Also siehst du jede Menge Besoffene, Junkies, Nutten, Drogenhändler und Zuhälter. Dagegen wirken die heutigen Rockmusiker wie Waisenknaben.
Deutsche und Schweizer sind generell nicht verwandt oder verschwägert. Das ist wie bei der Hundezucht, da kreuzt man auch nicht eine Dänische Dogge mit einem Chihuahua. Schon der Geschlechtsverkehr wäre entweder albern oder tödlich.
Jemand stampft die Treppe herauf. Es hört sich an, als würden riesige Fäuste auf die Stufen schlagen.
Du drehst dich die ganze Nacht von links nach rechts und kannst nicht schlafen. Erst am Morgen bemerkst du, dass du auf einer Käsereibe und einem Kugelschreiber gelegen hast.
Hätten Sie’s gewusst? In Afghanistan gibt es Neumohn und Vollmohn.
Ein Geräusch hinter mir. Ich drehe mich um und sehe einen Kopf, der sich aus dem Fußboden herauswindet wie aus zähem Schlamm. Er lächelt mir zu. „Sie haben es geschafft. Heute ist der Tag, an dem Sie für Ihre Geduld belohnt werden. Es ist soweit. Sie können dieses Elend hinter sich lassen und in unserer Welt leben.“ Wie lange habe ich auf diesen Augenblick gewartet. Keine Zeile ist umsonst gewesen.
Andy Bonetti ist wie Leonardo da Vinci. Erst nach seinem Tod wird man in seinen Tagebüchern die Lösung für alle großen Probleme der Menschheit (Klimawandel, Geldnot, Akne) finden. Während er - quasi mit seinem Kleinhirn – Romane schreibt und dieses Blog mit Sottisen bestückt, arbeitet sein Großhirn an den letzten Fragen dieser Zivilisation.
Es gibt nichts Trostloseres als einen alten Zocker, der begriffen hat, dass es vorbei ist. Dass er sein ganzes Leben in den Daddelautomaten geschmissen und nichts gewonnen hat. Es ist gelaufen, er wird keine Chance mehr bekommen. Auf seinem Konto wird nicht einmal genug Geld für eine Kerze sein, die man auf sein Grab stellen könnte.
The Who – I’m Free. https://www.youtube.com/watch?v=rGa70tVYVKo

Rüdiger Nahasapeemapetilon hat mir alles über das Serviettenfalten beigebracht, was ich bis heute weiß.

Samstag, 12. Januar 2019

5 Gründe, warum ich die Farbe Gelb mag






Ein Leben für den Fußball

Es war ein nasskalter Wintertag, die Sonne blieb bis zum Abend hinter grauen Wolken verborgen. Als es dunkel wurde, kämpfte er um jeden Atemzug. Er rief die Krankenschwester und bat um ein Glas Wasser. Sein letzter Wunsch. Als sie zurück ins Zimmer kam, war er bereits tot. Ein großes Herz hatte aufgehört zu schlagen.
Herbert „Bully“ Malotzke kam am 12. Januar 1919 in Essen zur Welt. Sein Vater war Bergarbeiter, seine Mutter Hausfrau. Er hatte sieben Geschwister. Als er acht Jahre alt war, starben seine Eltern bei einem Straßenbahnunfall. Er wuchs bei einer Tante in Herne auf. Sein erstes Geld verdiente er sich im Laden seines Onkels, der einen Kiosk am Sportplatz betrieb.
So kam Bully Malotzke, bis heute eine Sportlegende unter Eingeweihten, zum Fußball. In der Jugend von SV Glückauf Herne spielte er als Mittelläufer. Als er achtzehn Jahre alt war, wurde er in einem Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf entdeckt. Fortan spielte er für die Fortuna, bis er 1940 von der Wehrmacht eingezogen wurde. Er nahm an den Balkanfeldzügen und der Besetzung Griechenlands teil. 1945 kam er in Landshut in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
Ab 1949 spielte er wieder Fußball. Schwarz-Weiß-Essen. II. Division, auch zweite Liga genannt. Damals durften Vertragsspieler nicht mehr als 320 Mark, inklusive Prämien, im Monat verdienen. Malotzke verdiente sich gerade einmal das Geld für die Miete. Nebenbei arbeitete er als Verkäufer in einem Ford-Autohaus. Er war bis 1956 als Spieler aktiv, dann verletzte er sich am Meniskus und musste die Fußballschuhe an den Nagel hängen.
1959 sehen wir ihn wieder als Trainer des Meidericher SV, später als MSV Duisburg bekannt geworden. Er führte den Verein 1963 in die neugegründete Fußballbundesliga. In der ersten Saison wurde er Vizemeister, in den nächsten Jahren ging es abwärts. 1968 verließ er den Verein und wechselte zu Fortuna Köln. Er schaffte den Aufstieg in die erste Liga, stieg aber in der Folgesaison wieder ab. Später erreichte er mit Hertha BSC das Halbfinale des Europapokals der Pokalsieger und mit Eintracht Braunschweig verlor er das DFB-Pokalfinale 1978.
Seine letzte Station als Trainer war Kickers Offenbach, die er in der Saison 1988/89 von der dritten in die zweite Liga führte. Wir Fans bewahren diesem großen Mann ein ehrendes Gedenken in unseren Herzen. Bully Malotzke – unvergessen.
Donovan - Hurdy Gurdy Man. https://www.youtube.com/watch?v=CHxfOZH8cew

Freitag, 11. Januar 2019

Dieselskandal – der Hauptschuldige


Rudolf Diesel, auch Abgas-Rudi genannt.

Zwölf tödliche Brötchen


Blogstuff 268
„Die Anarchie ist der Ausdruck für die Befreiung des Menschen vom Staatsgötzen, vom Kirchengötzen, vom Kapitalgötzen.“ (Gustav Landauer)
Können Sie sich noch an dieses spezielle Arschloch vom Kinderspielplatz erinnern, das immer, wenn es auf der Wippe unten war, abgesprungen ist, so dass Sie ungebremst auf dem Boden aufgeschlagen sind, einen Satz blaue Eier hatten und heulend nach Hause gelaufen sind? Was ist aus diesem Kind geworden?
Um die Unglückszahl 13 zu verhindern, will SPD-Sozialminister Hubsi Heil direkt vom Sozialgesetzbuch 12 auf Sozialgesetzbuch 14 übergehen. Bonetti Media weiß aus gut unterrichteten Kreisen, dass die SPD bei Umfragen in diesem Monat von 14 auf 12 Prozent kommen möchte, um die Unglückszahl 13 zu vermeiden.
Klimawandel: Wird es bald wieder Affen in deutschen Wäldern geben wie bereits vor Jahrmillionen im Erdmittelalter (Klimakterium)?
1969: Fünfzig Jahre Mondlandung. Nur für’s Protokoll: Wir haben einen weißen Mann auf den Mond gebracht. Einen Hetero-Yankee. Alle anderen Menschen auf dem Mond waren wie der erste. Es wurden bis heutige noch keine People of Color zum Erdtrabanten befördert – von den Frauen brauchen wir erst gar nicht zu reden.
Am Nachbartisch sitzen zwei bärtige Studenten beim Craft Beer der hiesigen Mikrobrauerei. Sie tragen Hoodies, sind selbstverständlich am Hals tätowiert und halten sich wie alle Hipster für cool, während sie das Smartphone nicht aus der Hand legen können. Früher Nachmittag in einer Szenekneipe an der Schillerpromenade in Neukölln, die es vor fünf Jahren noch nicht gegeben hat und in fünf Jahren nicht mehr geben wird. Dann ist dieser Laden eine schicke Tapas-Bar oder ein Modegeschäft und bis zur Unkenntlichkeit renoviert. Die Frau hinter dem Tresen mit der blondierten Igelfrisur wird in zehn Jahren verheiratet sein und zwei Kinder haben. Aber sie kann von ihrer wilden Zeit als Barkeeperin in Berlin erzählen, wenn sie ihre Freundin zum Prosecco in ihr Reihenhaus in Hanau einlädt. All diese Menschen und ihre Orte haben nur die zeitlich begrenzte Funktion eines Zwischenstadiums auf dem Weg des Viertels vom sozialen Brennpunkt zum Akademikerghetto, in dem Zahnärzte und Rechtsanwälte für sich oder ihre Brut luxussanierte Eigentumswohnungen kaufen.
Wie kann ich einem Kind erklären, wie der Kapitalismus funktioniert. Stell dir vor, ein Mann lebt in einer Wohnung und um ihn herum hoppeln Kaninchen. Jeden Tag schnappt er sich ein Kaninchen, schlägt es tot und frisst es auf. Die anderen Kaninchen machen nix und hoppeln einfach weiter, denn jedes Kaninchen denkt sich: Mich hat es ja nicht erwischt.
„An der Uni habe ich mal einen Typen im Seminar getroffen, der eine Tüte dabei hatte, auf der ‚Plastik statt Jute‘ stand. Das war meine Nummer 1. Wir leben nun mal im Plastikzeitalter. Die Tiere, die es nicht überleben, haben es eben nicht geschafft. Das nennt man Evolution, Leute! Ich sage: Lasst sie aussterben. Außerdem ist doch die Sonne schuld, wenn es immer wärmer wird.“ Sie hörten Contrary Opinion von Heinz Pralinski. Bonetti Media empfiehlt übrigens, die Sonne mit dieselbetriebenen Schneekanonen zu beschießen, um die weitere Erwärmung der Erde zu verhindern.
Eberling auf Chinesisch: 埃贝林 (pinyin: āi bèi lín)
Die einzige Bevölkerungsgruppe, die man noch ungestraft durch den Kakao ziehen darf, sind weiße Männer. Es sei denn, sie sind homosexuell, behindert oder jüdischen Glaubens. Das Humor-Business wird immer härter.
Zeit ist Geld und Geld ist unser Gott. Also ist jede Form von Zeitersparnis Gottesdienst. So ergibt unser Streben nach maximaler Effizienz und nach Beschleunigung aller Abläufe einen höheren Sinn.
Die schlichte Schönheit von Kindergeschichten. Auf dem Weg nach Hause hat sie einen toten Vogel im Rinnstein gesehen und geweint. Mehr nicht. Nur dieser Satz.
A Projection – Transition. https://www.youtube.com/watch?v=TtUxCa1aZok

Donnerstag, 10. Januar 2019

Abenteuer im Hunsrück

„Viel los ist wenig.“ (Hunsrücker Sprichwort)
Wir wollten auf alles vorbereitet sein. Also luden wir Lebensmittel und Wasser für eine Woche auf die Ladefläche des geliehenen Pick-ups. Wir hatten unsere Trekking-Klamotten und Bergsteigerstiefel an, in die Rucksäcke packten wir Wäsche zum Wechseln, Medikamente und Verbandszeug. Leander, mein Kollege vom Kulturbüro Wiesbaden, hatte noch zwei Jagdmesser besorgt. Schließlich war es gut möglich, dass wir auf wilde Tiere treffen würden.
Kurz nach Sonnenaufgang brachen wir auf. Ein Wochenende im Hunsrück. Abenteuer, Wildnis, die große Herausforderung. Nichts für Teppichfransenkämmer und Joghurtbecherspüler. Auf der Autobahn war es ruhig, in Rheinböllen bogen wir auf die Landstraße ab und fuhren nach Westen. Hinter Ellern tauchten wir in den Urwald ein, es war unheimlich und für die Jahreszeit zu kühl. An der Gräfenbacherhütte trafen wir ihn: Franz. Unseren Waldführer.
Franz hatte eine abgewetzte Jeansjacke an, aus deren Brusttasche ein Päckchen Tabak lugte. Dazu dreckige Hosen und ein Paar löchrige Turnschuhe. Sein kräftiger Unterkiefer ragte nach vorn und sein Haaransatz war unmittelbar über den Augenbrauen. Ein typischer Hunsrücker, das Ergebnis vieler Generationen, die nur den Soonwald kennen. Ohne Eingeborene ist man in der schilder- und weglosen Wildnis, in der das Wort Funkloch neu definiert wird, rettungslos verloren.
Er stieg in unseren Wagen und deutete mit einem Brummen auf einen Feldweg, der von der Straße wegführte. Wir kämpften uns durch Schlaglöcher und Schlammpfützen einige hundert Meter in den Wald. Dann hielten wir vor einer windschiefen Holzhütte. Die Innenarchitektur war erschütternd. Hier gab es nichts, noch nicht einmal einen Tisch oder Stühle. Wir schafften die Lebensmittel in die Hütte und rollten unsere Schlafsäcke aus. Franz, das wussten wir, würde irgendwo im Freien schlafen, da er geschlossene Räume nicht gewohnt war.
Gegen Mittag wanderten wir los. Franz erzählte uns die Geschichte des Soonwalds. Der Legende nach lebten hier Kobolde und Feen, Geister und Dämonen. Noch heute glauben die Eingeborenen die alten Geschichten, den christlichen Glauben haben sie nur scheinbar angenommen, um von den amerikanischen Missionaren in Ruhe gelassen zu werden. Auf einer Lichtung machten wir Rast und teilten uns Brot und Wurst. Franz langte mit gutem Appetit zu und wusste von der Hexe Babba Jaga zu berichten, die man hier bei Vollmond treffen könne. Wer ihre Wünsche nicht erfüllen konnte, wurde in einen Baumstumpf verwandelt.
Später kreuzten wir eine Straße. Franz legte sein Ohr auf den Asphalt und sagte, ein Opel käme näher. Er lauschte weiter. Es sei ein Astra und er würde von einem Linkshänder gesteuert. Außerdem sei das Geweih defekt. Hier im Soonwald nannte man den vorderen Teil des Auspuffs Geweih, erfuhren wir. Franz erzählte uns, dass er mit den Tieren sprechen könne. Die Rehe und Hirsche hätten keine Scheu und würden ihn voller Vertrauen in ihrer Nähe dulden. Es begann zu nieseln. „Scheißdreck“, sagte Franz. Wussten Sie, dass die Hunsrücker mehr Worte für schlechtes Wetter haben als die Eskimos für Schnee?
Der Weg, auf dem wir gingen, wurde immer schmaler. Schließlich war es nur noch ein Wildwechsel. Es war unheimlich. Um uns herum nur Bäume, endlos. Wir konnten den Himmel nicht sehen, es gab keine Orientierungspunkte. Keine Schilder, nichts. Selbst die menschlichen Spuren am Wegesrand – zerknüllte Taschentücher, Verpackungen von Schokoriegeln und Zigarettenkippen – waren verschwunden. Wir konnten irgendwann auch gar keinen Pfad mehr erkennen, aber Franz führte uns sicher durch die Wälder seiner Vorfahren. Er zeigte uns die Spuren von Fuchs und Reh, aber gelegentlich auch einen Stiefelabdruck. Unser Ranger erklärte uns, die Spuren seien schon Wochen alt, er könne das an den Kiefernadeln erkennen, die auf dem Abdruck lägen und die weder in den Boden gedrückt oder geknickt wären.
Eine aufregende Tour, das kann ich Ihnen sagen. Wir waren froh, als wir unseren Lagerplatz erreichten. Am Abend machte Franz ein Feuer. Ob er uns einen Hasen erlegen solle, fragte er uns. Wir lehnten erschrocken ab. Wir seien Veganer, erklärten wir ihm. Also gab es Tofu-Würste und Seitan-Steaks, dazu Zucchini und Auberginen. Es schmeckte köstlich und auch Franz probierte klaglos von unseren Speisen. Al fresco dinieren, so nennen wir das in Wiesbaden. Im Freien essen, nennt es der gewöhnliche Bürger. Angeheitert durch ein paar Dosen Radler versuchten wir, Franz diesen Begriff beizubringen, aber er schwieg nur und sah ehrfürchtig zu den Sternen empor. Diese Hunsrücker, das sind wirklich noch naturbelassene Burschen. Ich kann Ihnen einen solchen Abenteuertrip nur empfehlen.
Vulfpeck - Dean Town. https://www.youtube.com/watch?v=zVyEPAMpwDc

Mittwoch, 9. Januar 2019

Sieben von fünf Flüchtlingen leben von Hartz IV oder Drogenhandel


Blogstuff 267
„Fantasielose Enge, Intoleranz. Dogmatische Thesen, hohle Begriffe, eigenmächtige Ideale, rigide Systeme. Für mich sind das sehr beängstigende Dinge, die ich von ganzem Herzen verabscheue. Natürlich ist die Frage, was richtig oder falsch ist, von großer Bedeutung. Aber schon ein einziges Fehlurteil kann oft nie wieder rückgängig gemacht werden. Selbst wenn man den Mut hat, den Fehler einzugestehen, ist es hinterher meist zu spät. Engstirnigkeit und Intoleranz sind wie Parasiten. Sie wechseln immer wieder ihren Wirt und ändern ihre Form. Es gibt keine Rettung vor ihnen.“ (Haruki Murakami: Kafka am Strand)
Frauen haben in ihrer Handtasche immer Tampons und irgendwelche verklebten Bonbons aus der Adenauer-Ära. Was hätten Männer dabei, wenn sie eine Handtasche benutzen würden? Wenn sie klug wären, also rein theoretisch, nur mal so als Hypothese, müssten sie Heftpflaster dabei haben. Sie wissen schon: „Lass mich mal“ oder „Das ist überhaupt kein Problem“. Aber fragen Sie mal die nächsten zehn Männer, die sie treffen. Keiner hat ein Pflaster dabei.
Entgegen anders lautenden Meldungen wird Bonetti Media Jerusalem nicht als Hauptstadt Israels anerkennen. An dieser Stelle möchten wir auch klarstellen, dass unser Unternehmen nicht antisemantisch eingestellt ist.
Zwölf Jahre hat er in der Küche des Meisters Lin Feng Schwäne aus Hollandtomaten geschnitzt, bevor er seinen eigenen Tofu-Imbiss eröffnen durfte. #roadtosuccess
Die Älteren können sich noch an den Büroalltag in den achtziger Jahren erinnern. Damals stand noch kein Computer auf dem Schreibtisch. Kein Candy Crush, kein WhatsApp. Was haben wir gemacht? Richtig. Mit Büroklammern gespielt. Wir haben sie verbogen, wir haben Ketten aus ihnen gemacht. Natürlich haben wir sie hinterher nicht wieder zurecht gebogen oder die Ketten auseinander gebosselt. Wir haben sie in den Mülleimer geschmissen. Ich will gar nicht wissen, was für einen jährlichen Metallverbrauch die bundesdeutschen Büroangestellten damals hatten. Heute müssten wir den Schreibtisch erst mal nach einer Büroklammer absuchen.
Gollum war früher mal ein ganz normaler Hobbit. Bis er den Schatz fand. Die Macht hat ihn deformiert. Jetzt denken sie mal an Joschka Fischer. Erst Taxifahrer, dann Außenminister. Das zehnfache Gehalt. Dein Gesicht ist jeden Tag in der Zeitung. Oder Schröder. Als Kind hatte er oft nicht die Wurst fürs Brot, aber dann Cohiba rauchen und Brioni tragen. Das hat die Leute verändert. Sie wurden zu Besserverdienenden und haben Politik für Besserverdienende gemacht. Sie wurden nicht korrumpiert. Sie haben nur morgens in den Spiegel geschaut und für genau diese Leute Gesetze gemacht.
Verkehrshinweis: Auf der A 61 liegt zwischen der Ausfahrt Waldlaubersheim und der Ausfahrt Stromberg ein toter Kardinal auf der rechten Spur.
Was hat Merkel mit Clint Eastwood gemeinsam? Sie brettert mit zwohundert den Highway runter, macht plötzlich eine Vollbremsung mit qualmenden Reifen und anschließend eine Schleuderwende. Dann fährt sie mit gleicher Geschwindigkeit in die Gegenrichtung, ohne ihrem Beifahrer eine Erklärung für ihr Verhalten zu geben. #Atomkraft #Flüchtlinge
Warum sprechen wir immer von geographisch klar umrissenen Räumen, wenn es um Heimat geht? Was ist mit der menschlichen Seite des Begriffs, der Familie, den Freunden, den Nachbarn und Kollegen? Heimatlosigkeit bedeutet dann: Einsamkeit. Ist ein Ort noch meine Heimat, wenn alle Menschen, die ich dort kenne, verschwunden sind? In der rechten Ideologie ist Heimat ein Kampfbegriff zur Abgrenzung von Fremden, von Flüchtlingen und Asylbewerbern sowie zur Kritik an der räumlichen und sozialen Entwurzelung des Menschen in der rasenden Moderne.
James Vincent McMorrow - Me And My Friends. https://www.youtube.com/watch?v=cEKOYVCNdQ8

Dienstag, 8. Januar 2019

Exklusiv: Günther Jauch wird neuer SPD-Kanzlerkandidat

Mit der Schlaftablette Scholz oder der Proletentrulla Nahles kann man natürlich keinen Blumentopf gewinnen. Außerdem stellt sich die Frage, warum eine Splitterpartei überhaupt einen Kanzlerkandidaten braucht. Also wurde - man kennt das schon von den Wahlen zum Bundespräsidenten - ein beliebter Star aus den Medien nominiert. Helene Fischer und Barbara Schöneberger hatten bereits abgesagt, Thomas Gottschalk ist zu alt, da erbarmte sich Günther Jauch, für die alte Tante SPD in den Wahlkampf zu ziehen. Immer freitags von 20:15 bis 21:45 bei RTL.

Günther Jauch ist zuversichtlich, bei der Wahl eine zweistellige Quote zu erzielen.

Winterfreuden

Das Schönste am Winter ist für mich das Eislaufen. Ich freue mich schon, wenn es zum ersten Mal im Jahr zur Schlittschuhbahn geht. Die vielen Menschen, die Lichter, die Stille, die roten Bäckchen und die lachenden Gesichter, das majestätische Gleiten über das Eis.
Ich selbst betrete die Eisfläche allerdings nicht. Ich begnüge mich mit der Rolle des aufmerksamen Beobachters. Ich stehe am Rand der Bahn, lehne mich entspannt ans Geländer und schaue den Menschen zu, die im Kreis laufen, alleine oder Arm in Arm, mit Pudelmützen und dicken Anoraks, elegante Läuferinnen oder offensichtliche Novizen.
Ganz besonders mag ich es, wenn jemand stürzt, wenn einer so richtig auf die Schnauze fällt. Sie fuchteln noch einen Augenblick hilflos mit den Armen, schon liegen die Trottel auf dem Eis. Das schmerzverzerrte Gesicht, während sie umständlich versuchen, wieder auf die Beine zu kommen. Gleichgültig ziehen die anderen Läufer ihre Bahn. Das gefällt mir. Nur mit den Kindern habe ich Mitleid. Die Kinder sollen nicht hinfallen, ich möchte sie nicht weinen sehen. Aber den Erwachsenen gönne ich das Unglück von ganzem Herzen.
Da! Ein dicker alter Mann wagt sich auf das Eis. Er kann sich kaum auf den Schlittschuhen halten. Die erste Minute klammert er sich ängstlich ans Geländer, bevor er sich hinaus wagt. Er ist komplett in Weiß gekleidet, ein adipöser Tampon. Ich behalte ihn im Auge. Ich lauere. Er stolpert, er strauchelt, die anderen Menschen machen einen Bogen um ihn. Es kann nicht lange gut gehen; wir alle wissen es.
Endlich hat sich der dämliche Schwachkopf auf seinen fetten Arsch gesetzt und ich beginne zu lachen. Ich kann gar nicht mehr aufhören. Ich lache laut und werfe den Kopf in den Nacken wie ein Pianist. Dieser Idiot! Ich ignoriere die bösen Blicke. Es ist zu köstlich. Es sind die schönsten Momente des Winters.
Gustav – Rettet die Wale. https://www.youtube.com/watch?v=LKTVt3RriOg

Montag, 7. Januar 2019

Rätselhafte Todesfälle häufen sich


Gestern wurde in Bayern ein Mann von einer herabstürzenden Baumkrone erschlagen, die der Schneelast nicht mehr Herr geworden ist. Dann starben zwei Deutsche in einer Lawine in Österreich.
Nur Zufall ???
Ich denke sofort an die vergifteten Russen letztes Jahr in England.
Wo kommt denn plötzlich der ganze Schnee her?
Wer hat ein Interesse daran, Europa zu destabilisieren?
Der Mossad? Nein.
Das friedliebende Nordkorea? Ausgeschlossen.
Ich sage es ganz offen: Die Spur führt in den Kreml.
Man muss nur zwei und zwei zusammenzählen.
Ich erwarte schonungslose Aufklärung von SPILD. Noch heute!

Dieses Bild erreichte mich heute aus Sydney. Der treue Leser ist gerade auf dem Rückflug nach Deutschland, oder wie ich es nenne: Putins Todesfalle.

Die Einsamkeit der Sterne


Blogstuff 266
“Wie gut haben es doch die Bilder in den Museen! Sie wohnen vornehm, frieren nicht, müssen weder essen noch arbeiten, hängen nur an den Wänden und werden bestaunt, als hätten sie weiß Gott was geleistet.“ (Ödon von Horvath: Der ewige Spießer)
Am Prager Platz steht ein Reiseleiter und erklärt einer Touristengruppe, welche Berühmtheiten in meinem Kiez gelebt haben. Einstein, Kästner, Musil, Brecht, Grosz und so weiter. Ich höre aufmerksam zu. Noch ist mein Name nicht darunter.
Ich bin in einem Alter, in dem man zurückblickt, weil man plötzlich begreift, dass nicht mehr allzu viele außergewöhnliche Ereignisse eintreffen werden. Hätte ich nicht doch Kinder haben sollen, ein paar bessere Jobs erwischen oder eine aufregendere Vergangenheit haben können? Aber die kostbare Zeit der Entscheidungen liegt weit hinter mir und die Leichtfertigkeit mancher Weichenstellung erscheint mir heute völlig unbegreiflich.
In Berlin gibt es die Gärten der Welt mit verschiedenen Bereichen wie dem japanischen Garten, dem balinesischen Garten usw. Analog dazu plant Bonetti Media eine Berlin-Themenwelt. Es wird fünf Bereiche geben: Zille-Berlin, DDR-Berlin, Hausbesetzer/Kreuzberg-Berlin, Nazi-Berlin und Berlin der Zukunft.
Werbung: Wenn sie ein Gewinner werden möchten, müssen Sie von Gewinnern lernen. Sie müssen Gewinner beobachten, darum gibt es jetzt bei YouTube die neue Serie „Bonetti-Schule des Erfolgs“. Lektion 1 befasst sich mit Positive Thinking, mit dem Sie Ihr persönliches Erfolgspotenzial entwickeln. Sie haben einen Bierbauch? Betrachten Sie ihn als Investition. Die Anschaffung hat viel Geld verschlungen, das eingesetzte Kapital können Sie zu einem späteren Zeitpunkt reaktivieren, wenn Ihnen die Mittel für weitere Fressorgien und Saufgelage fehlen. Warum nimmt die Zahl der Übergewichtigen zu? Weil es einfach im Trend liegt. Den Dicken gehört die Zukunft. Ihr Bauch ist Ihr Potenzial. Positiv denken. Eröffnen Sie eine Milchshake-Bar.
Für Investoren: Zu diesem frühen Zeitpunkt ist es noch möglich, in die „Bonetti-Schule des Erfolgs“ einzusteigen. Zeichnen Sie Anteilsscheine ab 100 € aufwärts. The sky is the limit!
Mein heutiger Erfolgstipp: Belohnen Sie sich mit einem üppigen Menü, wenn es gut läuft, und trösten Sie sich mit ausgewählten Leckereien, wenn es nicht so gut läuft.
Reklamespruch auf dem Taschenbuch „Hans Henny Jahn: Aufzeichnungen eines Einzelgängers“ von 1959: „Einer der unerschrockensten Menschen des deutschen Geisteslebens.“
Man wird nicht als Zyniker geboren. Zyniker ist man aufgrund seiner Lebenserfahrung. Man wird in diese Welt hineingeboren und irgendwann stellt man fest, dass sie überwiegend von Arschlöchern bewohnt ist. Je idealistischer man anfangs war, umso schneller vollzieht sich dieser Prozess.
Preisfrage: Haben Sie in Berlin schon mal einen gut gelaunten Fahrradkurier gesehen?
Bitte schicken Sie das Wortspiel „Vier-Chancen-Tournee“ für die SPD im Wahljahr 2019 nicht mehr ein. Das ist nicht unser Niveau.
Kommentar eines deutschen Villenbesitzers: „Wenn wir hier einen Türken sehen und er hat keinen Laubbläser dabei, holen wir sofort die Polizei.“ Kein Witz. #nogoareas
Everlast - What it's Like. https://www.youtube.com/watch?v=qA1nGPM9yHA

Sonntag, 6. Januar 2019

Zehn Jahre Kiezschreiber

„Die Wenigsten wissen, dass auch das Nichtschreiben die Frucht langer und mühseliger Arbeit ist.“ (Anton Kuh)
Heute vor zehn Jahren, am 6. Januar 2009, begann mein Leben als Blogger. Inzwischen sind über 2800 Blogposts entstanden und es ist kein Ende abzusehen.
Mein erster Tag als Kiezschreiber, als Journalist und Schriftsteller im Berliner Brunnenviertel zwischen der Bernauer Straße und dem Bahnhof Gesundbrunnen, war der 1. Dezember 2008. Es waren aufregende Zeiten, die Finanzkrise tobte gerade und mancher Linke frohlockte, da der entfesselte Neoliberalismus endlich in den selbstgeschaffenen Abgrund schaute, die USA hatten gerade zum ersten Mal einen Schwarzen zum Präsidenten gewählt und ich hatte mir mit einer zweiwöchigen Japanreise im November einen lange gehegten Traum erfüllt.
Zu meinen Aufgaben gehörten Reportagen für die Homepage des Quartiersmanagements im Brunnenviertel, ein eigenes Kiezmagazin (gemeinsam mit anderen Autoren), ein Kiezkrimi (2011 erschien „Weißer Wedding“) und eben dieses Weblog. Nach dem Ende meines Vertrags am 30. November 2011 beschloss ich, das Blog auch weiterhin mit meinem unstrukturierten Output voll zu knödeln, mich dem Besinnungslosaufsatz und der Endreimakrobatik hinzugeben und es mit schillernden Figuren wie Andy Bonetti zu bevölkern.
Im Laufe der Jahre hat sich eine treue Lesergemeinde gefunden, der ich an dieser Stelle ganz herzlich für ihre Aufmerksamkeit danken möchte. Es gefällt mir, das ich auf diese Weise die berufsbedingte Einsamkeit des Autors überwinden kann, auch wenn die meisten Kommentare meiner legendären Eitelkeit nur in ungenügendem Maße schmeicheln. Dieses Blog gehört längst zu den Konstanten in meinem Leben, die ich nicht mehr missen möchte – neben Curry King und der Sportschau.
Rheinland-Pfalz hat viele große Persönlichkeiten hervorgebracht: Carl Zuckmayer, Fritz Walter, Helmut Kohl. Unter den lebenden Rheinland-Pfälzern bin ich sicher der Berühmteste. Ich bin nur im Augenblick nicht so bekannt.

Dieses Foto wurde tatsächlich an dem Tag aufgenommen, an dem das Blog gestartet wurde.
Mit diesem Blogpost begann alles:
https://kiezschreiber.blogspot.com/2009/01/der-kiezschreiber-ist-da.html

Einige Stimmen zum Jubiläum:
„Ich verfolge das Kiezschreiber-Blog in der mir eigenen atemlosen Spannung und tabulosen Begeisterung seit dem ersten Tag. Sie kennen mich. Ich wünsche dem Betreiber alles Gute bis zum Ende meiner Amtszeit.“ (Angela Merkel)
„Manchmal ist eine Schreibblockade für die Leser ein Segen, das wollen wir nicht vergessen. Aber dieser letzte Vertreter der Hunsrücker Kaffeehausliteratur überrascht mich jeden Tag aufs Neue mit seiner facettenreichen Analyse des Banalen und Bestialischen, das uns alle gefangen hält.“ (Marcel Reich-Ranicki)
„Fake News. Total überbewertet. Seit es meinen Twitter Account gibt, spricht niemand mehr über den Kiezschreiber.“ (Donald Trump)
„Gott hat uns seinen Ghostwriter geschickt. Ich bete für ein langes Leben des Kiezschreibers. Vergesst nicht: Abschreiben ist Mord.“ (Der Papst)
Das Beste aus zehn Jahren Kiezschreiber-Blog finden Sie in den drei E-Books „Andy Bonetti – Inferno und Ekstase“, „Wattenscheid nach der Revolte“ und „Das letzte Glas“.

Welche Neuerungen sind für die zweite Dekade dieses Blogs geplant?
• Dem Megatrend Gossip (=> BILD, => SPIEGEL) folgend, wird es zu heißen Affären kommen, die wir Andy Bonetti mit entsprechendem Fotomaterial andichten werden: Heidi Klum (Verlobung), Sophia Thomalla (I Love Schweppenhausen-Tattoo am Hals) und Sylvie Meis (gemeinsamer Auftritt bei Lafer goes Miami)
• 2019 wird meine erste Single erscheinen: „Baby, wir müssen noch zum Altglascontainer“. Ackerboy, dem unser Unternehmen eine jahrelange Ausbildung zum Punkmusiker finanziert hat („Sid Vicious-Stipendium“), wird mich auf der akustischen Oboe begleiten.
• Ab diesem Jahr gibt es PLATINUM, die „Plattform für innovative Umsatzsteigerung“. Hier können Unternehmen Werbung für meine Internetseite buchen.
• Bonetti Tours bietet Rundreisen zu den Stätten meines Wirkens an (Ingelheim, Berlin, Schweppenhausen).
• Alle Texte gibt es zukünftig auch in folgenden Versionen: halal, koscher, vegan und intersexuell.
• Vorläufig ist es nur ein Gerücht, aber unabhängige Prüfer behaupten, dieses Blog habe jahrelang die Grenzwerte für Belanglosigkeit und Kitsch überschritten. Auch die Anzahl der Kalauer liege über der von Brüssel vorgegebenen Grenze von 7 pro Blogpost, schreibt die Stiftung Plagentest in ihrer neuesten Ausgabe. Wir werden das ändern. Vertrauen Sie der Medienindustrie.
Ich hoffe, wir sind beim nächsten Jubiläum 2029 noch alle an Bord.
PVC – Berlin By Night. https://www.youtube.com/watch?v=W4uGPdpgUZw

Samstag, 5. Januar 2019

Blick aus dem Küchenfenster

Heid is nix los. Werklisch ned. Nix los uff de Gass. Kohn onzischä Mensch läsd sisch bligge. Sinn alle daham. Noch ned emol die junge Leid, die Bucklische, die wo de ganze Dach Kneppschä drigge. Die hogge daham und gugge Indänät. Kennsd verigt wern. Is nix mehr los, die Gassi s leer. Odä die sinn all in de Stadt. Dring-ge iän Kappudschino unn Brosekko, västehsde, unn hiä guggsde ausm Kischefänstä unn nix bassird. Was war des frijä so scheen. Do is als emol de Brieftreschä vobei kumme, do hosde mo e Schwätzje gehalle. Heit kumme nuä noch die Pagädfritze, die wo sich gaa ned auskenne und die noch koin oinzischä Mensch vohär gesehe hod. Donn glingele se iberall – abä isch mach ned uff. Is kaanä daham unn de Resd geed aach gleisch. Is mei Meinung. Des wah frijä gons andesdä. Abä des will jo heid konä meä wisse. De ganse Daach woschdele se an iäm Scheißhändy rum unn drigge die babbische Kneppschä. Es guggt konä emol naus.