Montag, 31. Mai 2021

Neulich im Testzentrum Wichtelbach

 



"Einmal Pommes Rot-Weiß, ein Bitburger Stubbi und ein Corona-Test, bitte."


Ein Tag im Jahr 2194


Als ich aufwachte, standen mir die Schweißperlen auf der Stirn. Ich ging ins Bad und zog mein verschwitztes Shirt aus. Die Klimaanlage funktionierte nicht. Stromausfall. Das dritte Mal in dieser Woche. Niemand investierte Geld in diesen alten Wohnkomplex. Dabei zahlte ich zwanzigtausend Dollar Miete im Monat, mehr als die Hälfte meines Einkommens.

Ich zog mir ein frisches Shirt an. Es hatte ein paar Löcher, aber ich hatte mein Kontingent an Bekleidung für dieses Quartal schon zugeteilt bekommen. Baumwolle und Kunstfasern waren gerade knapp, aber in Sektor 27 sollte ein neuer Komplex entstehen, in dem genügend Baumwolle gezüchtet werden würde.

Mit dem Fahrstuhl fuhr ich von meiner Wohnung im 58. Stock in den Keller. Auf dem Bahnsteig standen ein paar andere Bewohner mit müden Gesichtern. Ohne Klimaanlage war die Hitze kaum auszuhalten. Wie musste es erst außerhalb der Kuppeln sein? In der Wüste oder in den Bergen? Die Magnetschwebebahn kam, ohne ein einziges Geräusch zu verursachen. Ich hatte Glück und bekam einen Sitzplatz.

Im Arbeitskomplex 107 stieg ich aus. Ich bin Macher und ich arbeite für einen Künstler, der Filme für die Bewohner unserer Kuppelstadt programmiert. Ich mache für ihn die Recherche. Wenn ein Film beispielsweise in der Vergangenheit spielt, sehe ich im Archiv nach, wie die Menschen damals gelebt haben, damit die Handlung und der Bildhintergrund authentisch wirken. Im Jahr 2000 hat man sich das Handy noch ans Ohr gehalten, 2020 vor den Mund, als wolle man hineinbeißen, 2040 sprach man ohne Gerät und 2060 sprach man gar nicht mehr.

Ich ging immer gerne ins Büro. Hier funktionierte wenigstens die Klimaanlage und das Leitungswasser war trinkbar. Wir durften so viel trinken, wie wir wollten, aber wir durften kein Wasser mit nach Hause nehmen. Im Fahrstuhl von der Haltestelle im Keller in mein Büro dachte ich daran, dass ich nur noch einen Monat arbeiten musste, bevor mein Baccanal begann. Einmal im Jahr durften wir zwei Wochen lang leben wie ein Seher. Ein Luxusapartment, der Besuch echter Gärten, köstliche Speisen, Swimming-Pool, Massagen. Wir lebten nur für diese zwei Wochen im Jahr.

Unsere Gesellschaft besteht aus wenigen, klar voneinander abgegrenzten Gruppen. Ganz oben gibt es die Seher. Sie sehen zukünftige Profite und Geschäftsfelder, sie leiten die Gesellschaft. Dann gibt es die Heiler, sie sind für unsere Gesundheit zuständig. Die Wächter sorgen für Ordnung. Die Künstler unterhalten uns. Dann kommt die Masse der Ernährer und Macher. Darunter gibt es nur noch die Verbraucher: Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung nicht arbeiten können. Die Weltbevölkerung liegt derzeit stabil bei fünf Milliarden Menschen. Jede Frau hat das Recht auf zwei Kinder. Diese Rechte sind verkäuflich und können an andere Frauen abgetreten werden.

Da die Welt außerhalb der Kuppeln nicht mehr zu retten war, werden die Nahrungsmittel in riesigen Komplexen mit achtzig Stockwerken hergestellt. Getreide, Obst und Gemüse werden ohne Erde angebaut. Fleisch, Fisch und Milchprodukte gibt es nur für die Seher. Die Versorgung der Pflanzen mit Wasser und Nährstoffen sowie die Herstellung von Proteinzellen ist vollständig automatisiert. Auch wenn wir Menschen von der Erde verschwunden ist, leben sie weiter. Wir geben die Schöpfung so, wie Gott sie erschaffen hat, an die Zukunft weiter.

Sören-Rambo Nelkenthal, der Künstler, für den ich arbeitete, erwartete mich schon. Ich sollte Frisuren und Bekleidung aus den 1980er Jahren recherchieren. Dazu ein paar Modewörter, die aber heute noch verständlich waren. Krass ungeil, Alter!

P.S.: Heute Abend um 23 Uhr kommt auf Arte „Zardoz“, einer der besten dystopischen Filme aller Zeiten. Es geht nicht um Raumschiffe oder Außerirdische, sondern um eine brutale Zwei-Klassengesellschaft. Die politisch korrekt (Ökologie, Gleichberechtigung, Frieden) lebende Elite wohnt in Luxus-Enklaven von der Masse getrennt, für die es nur Armut, Hunger und Gewalt gibt.

Tosca - Stuttgart feat. Lucas Santtana (Marlow & Trüby Refix) - YouTube

Sonntag, 30. Mai 2021

Bilderwelten, Weltbilder 79

 












Wenn das Milchmädchen zweimal klingelt

 

Heute nehme ich mir mal die These vor, Big Pharma würde sich an Corona dumm und dämlich verdienen, weil wir jetzt alle eine Impfung pro Jahr zur Auffrischung benötigen. Wie immer habe ich nicht recherchiert, jongliere freihändig mit geschätzten Zahlen und mache einen auf Milchmädchenrechnung. Bock drauf?

Also gut. Es gibt ungefähr 80 Millionen Menschen in Deutschland. Nehmen wir an, drei Viertel von ihnen lassen sich impfen. Das sind dann 60 Millionen Impfungen und damit auch 60 Millionen Impfdosen. Sagen wir mal, so eine Impfdosis kostet zehn Euro. Es gibt Hersteller, die günstiger sind, und Hersteller, die teurer sind. Es ist ein Pi-mal-Daumen-Wert, weil ich keine Lust habe, die Zahlen nachzuprüfen oder einen Taschenrechner zu benutzen. 60 Millionen x 10 € ergibt 600 Millionen €.

Mit der Impfung wird also ein Umsatz von 600 Millionen Euro erwirtschaftet. Umsatz ist noch kein Profit. Herstellungskosten, Steuern, Transportkosten müssen abgezogen werden. Nehmen wir an, die miesen Ausbeuterschweine machen an diesem Geschäft 50 Prozent Gewinn, weil sie mit ihren dreckigen Bonzenpfoten abgreifen, was geht. Jeder Kaufmann träumt von dieser Gewinnspanne, aber Big Pharma traue ich das locker zu. Macht 300 Millionen € Profit pro Jahr.

Ich bringe mutwillig eine weitere Variable ins Spiel. Ich sage, dass sich sechs Hersteller nächstes Jahr dieses Geschäft teilen. Also macht jedes Unternehmen einen Jahresgewinn von 50 Millionen € mit Corona. Das nennt man Peanuts. Und dafür eine Verschwörung? Dafür die Lockdowns, die den Staat hunderte Milliarden € gekostet haben? Das wäre die dämlichste Verschwörung der Weltgeschichte. Aber wer schimpft nicht gerne auf Big Pharma und seine Apothekerpreise.

Samstag, 29. Mai 2021

Bonetti Media präsentiert die neuen Quotenfrauen für den Vorstand

 







Mein erster Traum mit Sebastian Pastewka

 

Ich träume, ich säße mit Sebastian Pastewka in einem Biergarten. Ein Freund von ihm kommt vorbei und empfiehlt uns ein Restaurant in Koblenz. Er hat sogar eine laminierte Speisekarte im DIN A4-Format dabei. Mir fällt auf, dass alle Gerichte Variationen von Schweinefleisch mit Kartoffeln und Rotkraut sind. Das Fleisch als Braten, Schnitzel, Haxe oder Gulasch, dazu Bratkartoffeln, Klöße, Kartoffelbrei oder Salzkartoffeln. Aber mit ganz unterschiedlichen Fantasienamen. Wir reservieren telefonisch einen Tisch und gehen hin.

Direkt neben unserem Tisch ist der Stuhlkreis einer religiösen Gruppe, die inbrünstig beten. Hier kann man sich unmöglich unterhalten. Wir lassen den Wirt kommen, der uns zu einem anderen Tisch bringt. Da das Essen bereits gekommen war, nehme ich meinen Teller und mein Glas Bier mit. Es beginnt eine Odyssee durch diverse Räume des Lokals. Nie können wir lange sitzen bleiben oder finden erst gar nichts. Wir nehmen an einem freien Tisch Platz, kurz darauf kommen die Gäste, die ihn reserviert hatten. Wir entdecken freie Plätze, aber die Leute, die bereits dort sitzen, warten auf Freunde.

Von Mal zu Mal sind mehr Dinge zu transportieren. Zunächst ist nur das Rotkraut in einer Extra-Schüssel, später auch die Kartoffeln. Ich muss mich entscheiden, lasse also immer etwas zurück, das ich später holen werde. Irgendwann habe ich Pastewka aus den Augen verloren. Ich irre ziellos durchs Lokal. Wie immer in diesen Träumen ist der Ort der Handlung labyrinthisch und besteht aus zahllosen Räumen. Das Restaurant ist uferlos.

Schließlich finde ich ihn, wie er mit einem Bier in der Hand vor einem Fernseher sitzt. Es läuft Bundesliga. Er winkt mich zu sich. Ich setze mich neben ihn. Wütend esse ich die paar kläglichen Reste (Kartoffeln und Rotkraut, kein Fleisch). Das Spiel steht gerade 3:0 und ist längst entschieden.

 

Freitag, 28. Mai 2021

Frühstück bei Bonetti

 

Hinter der eleganten Fassade des New Yorker High-Society-Stars Andy verbirgt sich ein trauriger und sehr sensibler Künstler.

 

Blogstuff 598

„Manchmal sitze ich wie ein Bauer nach getaner Feldarbeit auf dem Scheißhaus, die Ellbogen auf den Knien, und denke nach. Was das alles soll hier, der ganze Blödsinn, all die Tage, die Sonne und der Mond.“ (Andreas Glumm)

„Mehr als eine Milliarde Euro für sieben Kilometer Asphalt: In Berlin prügelt die Bundesregierung die Autobahn 100 durch die Stadt“ (Spiegel, 24.5.21) – Andi Scheuer nach wie vor in Höchstform. 

Was ist schlimmer? Sie sitzen in einem Zug voller Fußballfans oder Sie sitzen in einem Zug voller Querdenker?

Der dunkle Schleier der Pandemie wird weggezogen und plötzlich stehen wieder Themen zur Diskussion, die handelsübliche Dimensionen haben: ein Scharmützel im Nahen Osten, in Belarus betätigt sich der Staat als Flugzeugentführer, Deutschland wird Vorletzter beim ESC, das Wetter ist beschissen.

Es gibt nur eine Sorte Experten, die ich mehr hasse als die Leute, die zu einer Blume die lateinische Bezeichnung wissen: Leute, die Sternbilder erkennen. Für mich sind das einfach nur kleine Lichtpunkte. Und wenn ich willkürlich fünf von ihnen verbinde, ist das der „Große Wagen“? Ich weiß, wie ein Wagen aussieht. So jedenfalls nicht. Ich zeig doch auch nicht wahllos in den Nachthimmel und sage: Guck mal, das ist der Toyota Corolla.

Ein Lob der Dienstleistungsgesellschaft. Unser Haus hat 36 Fenster und Glastüren. Dazu kommt ein gläserner Wintergarten von der Größe eines japanischen Studentenappartements. Zwei Männer von einer Reinigungsfirma haben zwei Stunden ohne Pause gearbeitet. Ich hätte Tage gebraucht. Es hat mich nur 110 Euro gekostet. Einmal im Jahr gönne ich mir den Luxus.

Bonetti Media plant eine Serie über den Alltag in deutschen Kindergärten. Arbeitstitel: „Die Sendung mit der Laus“.

Meine Mutter hat meine Ernährung am ersten Geburtstag direkt von Milch auf Irish Coffee umgestellt.

Politische Landschaftspflege funktioniert nicht mit Bestechung. Politiker erbringen für die Zahlungen von Bonetti Media eine Gegenleistung. Einmal im Monat treffen sich die VVV (Verdiente Vertreter des Volkes) in der Villa Bonetti zu einer Sitzung des Ausschusses „Unser Blog soll schöner werden“. Es gibt ein opulentes Sieben-Gänge-Menü der Sterneköchin La Toyah Nagelschmitt und eine rheinhessische Weinbegleitung. Dafür bekommen die Politiker ein Honorar von zehntausend Euro. Uploadfilter sind für Bonetti Media kein Problem. Für das Unternehmen gibt es eine Ausnahmeregelung.

John Mellencamp - Paper In Fire - YouTube

Donnerstag, 27. Mai 2021

The Blüm-Wars

 

“Die Rente ist sicher”, sagte der damalige Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Norbert Blüm 1997. In der Kaffeepause fragen mich die älteren Kollegen ein paar Tage später, ob ich daran glaube. Ich antworte, dass ich persönlich mit keiner Rente rechne. Das war etwa vor einem Vierteljahrhundert.

Neulich folgender Dialog:

Er: Laut Rentenbescheid gehe ich 2049 in Rente.

Ich: Bis dahin gibt es längst die Rente mit 70.

Er: Dann gehe ich eben 2052 in Rente.

Ich: 2052? Da geht man mit 75 in Rente, weil die Leute im Schnitt 90 Jahre alt werden. Medizinischer Fortschritt, vastehste?

Ich lache, er nicht.

Liebe Generation Hastenichtgesehen, liebe Generation Haumichblau!

Wenn die geburtenstarken Jahrgänge meiner Generation in Rente gehen, kommen auf zwei neue Rentner ein Berufsanfänger aus eurer Generation. Von einem Gehalt, von dem heute kaum ein Einzelner leben kann, sollen drei Leute satt werden? Das wird nicht funktionieren.

Denkt erst gar nicht an die Rente. Vielleicht habt ihr ja Glück und sterbt vorher. Schließt einfach die Augen und denkt an eine Wiese voller Blumen. Die Sonne scheint und die wenigen Wolken am Himmel sind heute irgendwie besonders fluffig. Habt ihr dieses Bild vor eurem geistigen Auge? Denkt nicht an die Rente. Es ist nicht gut für euren Blutdruck.

Solche Werbung finde ich inzwischen im Briefkasten. Ich bin erst 54!

Mittwoch, 26. Mai 2021

Klingelstreich im Internet

 

Blogstuff 597

„Wäre ich Lehrer geblieben, hätte ich meinen Beruf verfehlt. In der Schule bist du von zu vielen Leuten umgeben, die vom Leistungsprinzip nicht so viel halten.“ (Udo Lattek)

Wie sich Social-Media-Wutrentner ihren Berlinbesuch vorstellen:

1. Mit einem einzigen Roundhouse-Kick die gesamte Bundesregierung außer Gefecht setzen.

2. Mit einem dicken Motorrad ohne Helm durchs Brandenburger Tor brettern.

3. Vor dem Berliner Schloss die Ein-Mann-Republik verkünden.

„Gigantische Werbeagenturen beherrschen die Welt des 21. Jahrhunderts, die politischen Institutionen sind zu Attrappen verkümmert, die Bürger nichts weiter als statistisch erfasste Konsumenten.“ Kommt Ihnen bekannt vor? Frederik Pohl und Cyril M. Kornbluth haben dieses Thema in ihrem SF-Roman „Eine Handvoll Venus“ (Originaltitel: The Space Merchants) schon 1952 behandelt. Es geht nicht um Raumfahrt, sondern um Marketing. Wie verkaufe ich die Idee einer Reise zur Venus? Unbekannte Welten, unentdeckte Schätze, Rohstoffquellen, Profitmöglichkeiten, Investitionen, die nächste Stufe der Kapitalakkumulation. In dieser Hinsicht war die Raumfahrt bisher ein Flop. Was haben wir auf dem Mond gefunden? Staub, Steine. Wir sind auf den Reisekosten sitzen geblieben. Der Mond ist eine Enttäuschung.

Rezepte sind was für Entscheidungsschwache.

Ich habe mir erst die linke Hälfte des Gesichts rasiert, als plötzlich der Akku leer ist. Zehn Sekunden später klingelt es an der Tür. Sie kennen das.

Es gibt Leute, die sich in Fachgeschäften persönlich beraten lassen, anschließend nach Hause fahren und das Produkt im Internet bestellen, weil es dort 0,1 Prozent billiger ist. Ich mache es umgekehrt. Ich nutze die Seite von Lieferando, um mich über das gesamte Angebot schnell zu informieren. Dann klicke ich auf das „i“ auf der Seite des Restaurants, das ist ausgewählt habe, wähle die dort angegebene Telefonnummer und bestelle mein Essen analog. Lieferando verdient keinen Cent, ich habe die Dienstleistung der Firma kostenlos genutzt. Fühlt sich jedes Mal gut an. Wie Klingelstreich.

Ich kann nix. Ich wäre also für jedes politische Amt geeignet.

„Halt mich für dumm

Aber halt mich

Wenn du mich nicht hälst

Halt ich es nicht aus“

Für dieses Gedicht wurde Heinz Pralinski mit dem Goldenen Kamm von Saarlouis ausgezeichnet.

Meadows in Bloom (feat. Britta Phillips) - YouTube

Dienstag, 25. Mai 2021

Die Hunde bellen und die Karawane zieht weiter


„Politikwissenschaftler? Die können ja noch nicht mal einen Nagel in die Wand schlagen.“

„Handwerker? Die können ja noch nicht mal einen simplen Datensatz in eine Grafik umsetzen.“

Es ist immer dasselbe Spiel: Um in einer inhaltlichen Auseinandersetzung sein Gegenüber zu diskreditieren, spricht man ihm seine Qualifikation ab. Die Querdenker haben es im vergangenen Jahr vorgemacht, als sie Experten wie Drosten oder Lauterbach durch den Dreck gezogen haben. Ausgerechnet Nicht-Virologen möchten definieren, wer Virologe ist und wer nicht. Der Hilfskoch Hildmann, der Unternehmer Ballweg oder der HNO-Arzt Schiffmann haben die Expertise, die man in der Charité oder bei Harvard-Absolventen vergeblich sucht. Thema erledigt. Der Stammtisch hat gesprochen. Widerspruch wird mit einem höhnischen Gelächter quittiert.

Als Politikwissenschaftler erlebe ich es selbst regelmäßig. Politikwissenschaft sei keine Wissenschaft, ich sei demnach auch kein Wissenschaftler. Auch andere Geisteswissenschaftler kennen diese Polemik. Philosophie ist nur Geschwätz, Germanistik überflüssige Lyrikinterpretation. Wirtschaftswissenschaften sind neoliberale Propaganda, die sich mit Statistiken und Schaubildern tarnt. Eine Brutstätte der Ausbeuter und FDP-Wähler. Die Sozialwissenschaften wiederum sind eine Brutstätte des links-grün versifften Milieus. Ich sage nur Gender Studies. Einzig die Naturwissenschaften finden die Gnade dieser Kritiker, denn sie seien „exakt“. Heisenberg würde an dieser Stelle lachen.

Vorgebracht werden diese Vorwürfe immer von Laien, die noch nie eine Universität von innen gesehen haben und natürlich nicht den blassesten Dunst vom Diskurs innerhalb einer Fachdisziplin haben. Sie befassen sich nicht mit Forschung. Wozu auch? Sie haben es „durchschaut“. Alles Lüge. Gelegentlich mischt sich in diese Form hochnäsiger Verachtung gegenüber dem akademischen Betrieb auch mal ein schwäbischer Ingenieur, der Maschinenbau für das Zentrum des Universums hält. Von Naturwissenschaftlern oder Medizinern hört man diese Vorwürfe übrigens nie. Sie haben Besseres zu tun.

A Zed And Two L's - YouTube



Montag, 24. Mai 2021

Zwischen Obst und West

 

Blogstuff 596

„Ohne Geld wäre die Armut gar nicht denkbar.“ (Gerhard Polt)

Deutsch sein heißt, einen Weltkrieg nicht um sechs Uhr, sondern um 5 Uhr 45 zu beginnen.

Es gibt drei Bereiche, in die sich der Staat nicht einmischen sollte: Schnitzel, Strand und Schlafzimmer. Vor acht Jahren machten die Grünen mit dem Veggieday den Fehler, sich auf oberlehrerhafte Weise in die Entscheidung einzumischen, was die Leute essen sollen. Jetzt machen sie mit der Debatte um das Verbot von Flugreisen denselben Fehler.

Ich frage mich, warum viele Leute immer noch auf einen Impftermin warten. Seit Monaten gibt es Globuli gegen Corona. Ich selbst trage ein magisches Amulett, das mich vor dem Virus schützt. Es wurde von einem Schamanen in einer Klangschalenzeremonie persönlich geweiht.

An dieser Stelle sollte eigentlich die Geschichte vom einarmigen Jack kommen. Aber es stellte sich heraus, dass Jack gar nicht einarmig ist. Er hat die ganze Zeit den zweiten Arm unter der Jacke versteckt und lässt einfach einen leeren Ärmel baumeln, um das Publikum zu täuschen.

Wenn ich von der Polizei verfolgt werde, flüchte ich in ein Einkaufszentrum oder ein anderes Gebäude voller Menschen. Dann löse ich den Feueralarm aus und verschwinde in der panisch flüchtenden Masse. Wenn wir wissen wollen, wer Corona ausgelöst hat, dürfen wir nicht nach irgendeiner Weltverschwörung fragen. Wer hat das Chaos zur Flucht genutzt? Merkel, Trump, Löw und Bohlen.

Ich bin so froh, dass ich in einer Welt lebe, in der ich nicht perfekt sein muss. Für die Lifestyle-Linken am Nachbartisch mag mein Jägerschnitzel mit Pommes ein Verbrechen an der Natur, Tiermord oder Selbstmord mit Messer und Gabel sein, aber ich habe das Recht, mich einen Scheiß um ihre moralischen Appelle zu kümmern. Ich bin längst zu alt, um mich für meinen T. Rex-Lebenswandel zu rechtfertigen.

Trotzdem erzähle ich immer gerne, dass ich aus Umweltschutzgründen auf Auto und Flugreisen verzichte. Dabei habe ich gerade 5000 Liter Heizöl für 3600 € bestellt. In diesem Winter habe ich ganz allein über 2000 Liter verbraucht.

Ich habe Einhörnchen im Garten.

2024: Yoga wird olympisch.

Es ist sehr mutig, im Kampf gegen Israel einem jüdischen Restaurant in ein paar Tausend Kilometer Entfernung die Scheiben einzuschmeißen.

The Weeknd "Blinding Lights" (Music Video) - YouTube

Sonntag, 23. Mai 2021

Änderung der Nutzungsbedingungen des Kiezschreiber-Blogs

 

Der Kommentarbereich darf ausschließlich zum Lob und zur Huldigung des Blogbetreibers genutzt werden.

Ausnahmen sind Hinweise auf ergänzende Fakten zum Thema oder Rechtschreibfehler im Text.

Viele Kommentare waren in letzter Zeit feindselig, herablassend, rechthaberisch und aggressiv im Tonfall. Das werde ich weder akzeptieren noch tolerieren.

Eine Zensur findet statt. Billige Polemik, Androhung von Gewalt, obszöne Beleidigungen und andere Hasskommentare, von denen ich täglich bis zu einem halben Dutzend löschen muss, überlasse ich anderen Blogs.

Mit der fortgesetzten Nutzung von Kiezschreiber™ stimmen Sie den neuen Bedingungen zu.

Hinweis: Wenn Ihr Kind Kiezschreiber Kids™ nutzen darf, akzeptieren Sie die neuen Bedingungen auch für Ihr Kind.

Peter and Gordon - A World Without Love (HD) 1964 - YouTube

Bilderwelten, Weltbilder 78

 












Samstag, 22. Mai 2021

Der russische Angriff hat längst begonnen

 

Was ich Ihnen heute mitzuteilen habe, ist streng vertraulich. Es ist das Ergebnis monatelanger Recherchen, teilweise unter Lebensgefahr. Es geht um den russischen Angriff auf Deutschland.

Es handelt sich nicht um einen militärischen Angriff. Es ist kein richtiger Krieg, aber auch kein richtiger Frieden. Es geht auch nicht um Industriesabotage oder Desinformationskampagnen. Wir sprechen nicht von Anschlägen auf die Infrastruktur, das überlassen die Russen den Linksextremisten. Es geht auch nicht um gewaltsame Umsturzversuche, das überlassen sie den rechtsextremen Waffennarren.

Der Iwan arbeitet quasi subkutan. Er beschäftigt eine Untergrundarmee, deren Größe wir auf etwa einhunderttausend Mann schätzen. Es sind ganz normale Bürger, Deutsche, Migranten und russische Einwanderer. Sie alle vereint der Hass auf diesen Staat und die Möglichkeit, das eigene Einkommen aufzubessern.

Ein Beispiel: Diese Aktivisten sorgen überall, wo sie sich befinden, für erhöhten Wasser-, Energie- und Stromverbrauch. Sie lassen an ihrem Arbeitsplatz die ganze Nacht das Wasser in den Toiletten laufen, sie entnehmen mit speziellen Geräten Strom, der sich auf Knopfdruck entladen lässt. Sie drehen überall die Heizung auf und öffnen die Fenster. Sie bringen in den Hinterhöfen getrennten Müll gezielt durcheinander. Sie klettern nachts in fremde Gärten, um das Wasser aufzudrehen. Diese Mikroaggressionen führen zu erhöhtem Verbrauch und auf lange Sicht zu Versorgungsengpässen.

Auf der nächsthöheren Ebene verschmutzen sie das Grundwasser und zapfen Stromleitungen an. Sie verursachen Verkehrsstaus und sorgen in den sozialen Medien für Streit, um die Bevölkerung wütend zu machen. Es gab sogar einen Fall, in dem ein verantwortlicher Ingenieur die Produktion von Kaffeevollautomaten manipuliert hat. Sie senden einen unhörbaren Ton im niederen Frequenzbereich, wenn sie angeschaltet werden. Dieser Ton ermüdet und stört das menschliche Gehirn in einem Maße, das der Besitzer des Geräts nach einem Jahr ein Burn-Out-Syndrom entwickelt.

So erhöht der Russe den Krankenstand in Deutschland und nimmt Einfluss auf die Wirtschaftsleistung des Landes. Auch viele Erkältungs- und Durchfallerkrankungen gehen auf sein Konto. Online-Spiele und Internetseiten, die die Leute von der Arbeit abhalten. Das Aussetzen seltener Käfer- und Froscharten auf Grundstücken, die für wichtige Infrastrukturprojekte vorgesehen sind. Natürlich geht es nicht um tödliche Viren. Niemand stirbt bei diesem Angriff.

Besonders perfide ist der Einfluss auf die Politik. So machen russische Scheinfirmen immer wieder Geschäfte mit deutschen Politikern, denen sie Provisionen in Millionenhöhe zukommen lassen. Ein paar Monate später informieren sie die deutschen Medien und der Skandal ist perfekt. So sinkt das Vertrauen in die Regierung und in das politische System allgemein. Fünfstellige Honorare für angebliche Vorträge von Oppositionspolitikern, die für Propagandazwecke eingesetzt werden, tragen zur Destabilisierung der Regierung bei. Dazu kommen diverse Maulwürfe bis in die obersten Parteispitzen. Ich sage nur Baerbock, die fünfte Kolonne Moskaus.

Ali Click / Brian Eno - YouTube



Freitag, 21. Mai 2021

Der Scholz im Silbersee

 

Dieser Blogpost wird Ihnen präsentiert von Oil of Olaf.

 

Blogstuff 595

„Man kann nicht allen helfen, sagen manche Leute, und helfen keinem.“ (Peter Frankenfeld)

Wir „zeigen Flagge“, in dem wir irgendeinen Stofffetzen mit Davidstern vor die Stadtverwaltung hängen. Das kostet nichts und ist ein klassischer Feel-Good-Move. Wir wäre es, wenn wir Sanktionen gegen die Palästinenser verhängen?

Ein Fließbandarbeiter bei VW in Wolfsburg verdient 3875 € brutto im Monat. Die SPD sieht sich immer noch als Arbeiterpartei – aber eben als Partei der Arbeiter, die es in die Mittelschicht geschafft haben. Wir haben bei Interviews zur Vier-Tage-Woche Mitte der neunziger Jahre nicht schlecht gestaunt, als wir erfuhren, dass die Jungs mehr verdienen als wir Nachwuchswissenschaftler.

Ich habe Menstruationsneid. Seit Jahren ist Menstruation das große Thema und ich kann nicht mitreden. Mehrwertsteuersenkung für Tampons und Binden, kostenlose Tampons in öffentlichen Toiletten. Frauen können menstruieren, sie bekommen Kinder und Brustkrebs. Und die Männer? Wir sind Wichser. Schieben jeden Tag freudlose Acht-Stunden-Schichten auf YouPorn und spritzen hektoliterweise unser Fortpflanzungssekret in die Welt. #Menstruationsneid

Ich wette fünfzig Euro, dass nach dem TV-„Triell“ aka Gala des infernalischen Stumpfsinns zwischen Baerbock, Laschet und Scholz irgendein Käseblatt – SPIEGEL, BILD o.ä. – folgende Überschrift bringt: „Die drei von der Zankstelle“. Wortspielhölle BRD. (Nach Laschets Wahlniederlage: „Schwarzer Tag für die Union“)

In zehn Jahren gibt es Agavenschnaps aus Thüringen. #Klimawandel

Ich habe gerade die 3. Staffel von „24“ gesehen, die 2005 im Fernsehen lief. Da geht es um einen tödlichen Virus, der innerhalb von 24 (!) Stunden fast jeden Infizierten tötet. Dahinter steckt ein Ex-Agent des MI 6, der gegen den US-Imperialismus kämpft und eine Terrororganisation aufgebaut hat. Und die kapitalistisch-kommunistische Weltverschwörung (China, Microsoft, WEF und Bonetti Media) kommt uns mit dieser Karo-Lusche namens Covid-19?! Witzig auch die Gegenmaßnahmen in der Fernsehserie: Wattestäbchen in die Nase für Schnelltests, Kontaktnachverfolgung bei Infizierten, Quarantäne in überwachten Räumen und Lockdown (Menschen sollen zuhause bleiben und Menschenansammlungen meiden, Flugverbot usw.).

Die Bayern kämpfen gegen den teutonischen Imperialismus und verlangen einen unabhängigen Staat. Von Aschaffenburg aus wurden heute Nacht Raketen auf die Frankfurter Innenstadt abgeschossen. Die fanatischen Paulaner-Brigaden wollen bis zum Sieg weiterkämpfen.

Ian Dury - clevor trevor - YouTube

Donnerstag, 20. Mai 2021

Baerbock Reloaded

 

Beim Thema Studienabschluss der grünen Kanzlerkandidatin diskutiert Kleinbloggersdorf die falschen Fragen:

Ist die LSE eine Elite-Uni oder sind Abschlüsse aus Iserlohn und Greifswald, für die man mehr Seminare absolviert bzw. Klausuren und Hausarbeiten geschrieben haben muss, nicht höher zu bewerten?

Heißt Elite-Uni nicht in erster Linie, dass dort die besten Professoren arbeiten und die meisten Aufsätze für die tollsten Refereed Journals geschrieben werden?

Ist der Wirtschaftsnobelpreis überhaupt eine renommierte Auszeichnung, obwohl er doch gar nicht ursprünglich von Alfred Nobel gestiftet wurde?

Die eigentliche Frage lautet doch: Wie kann sich Annalena Baerbock überhaupt zwei Jahre an der LSE leisten? Aktuell liegen die Studiengebühren an dieser Hochschule bei 20.000 Euro im Jahr. Nimmt man die hohen Lebenshaltungskosten in London, z.B. die Mieten, hinzu, kommt man – je nach Lifestyle – noch einmal auf mindestens 20.000 Euro im Jahr. Ich vermute, es ist beim durchschnittlichen LSE-Studenten eher mehr. Man möchte ja auch noch in den Skiurlaub fliegen, die Louis Vuitton-Handtasche kaufen und in den angesagten Clubs teure Cocktails schlürfen.

Nächste wichtige Frage: Wer kann es sich leisten, sein Kind für 40.000 Euro oder mehr studieren lassen? Das sind immerhin über 3.300 Euro im Monat. Wer hat so viel Geld? Ich hätte es mir nicht leisten können, meine Eltern, beide Angestellte, auch nicht. Ein Prozent der Gesellschaft. 99 Prozent von uns können das nicht. An diesem Punkt füllt sich der Begriff Elite-Uni mit Sinn. Es geht nicht um die Qualität von Forschung und Lehre. Es geht darum, dass sich an diesen teuren Hochschulen die Kinder der Elite einschreiben.

Was passiert an der Elite-Uni? Die Ausbildung ist Nebensache. Es werden Netzwerke geknüpft. In der Vorlesung sitzt du zwischen dem Sohn des Scheichs von Katar und der Tochter des Vorstandsvorsitzenden von VW. Für diese Zwecke gibt es Elite-Unis wie Harvard und Oxford. Die Kontakte, die man auf dem Campus und den Partys knüpft, sind später im Leben bares Geld wert. Wir suchen noch jemanden für den Aufsichtsrat? Mein alter Studienfreund Hubertus! Ich rufe ihn gleich mal an. Ein Abschluss an der LSE ist wie eine goldene Eintrittskarte zum inneren Kreis des Geldadels. Es ist ein Statement: Ich gehöre dazu. Und Lieschen Müller mit ihrem Master in Vergleichender Literaturwissenschaft von der Uni Kiel eben nicht.

So läuft das in der Praxis. Politiker, die nicht an einer Top-Uni gewesen sind, versuchen übrigens, ihren Lebenslauf mit einem Doktortitel aufzumöbeln. Zwinkersmiley.

P.S.: Es ist unbedeutend, was Marxisten von den Wirtschaftswissenschaften und dem Wirtschaftsnobelpreis halten. Ein alter Schulfreund von mir ist VWL-Prof. Er hat mir versichert, dass in seinem Fach der Preis die höchste Auszeichnung ist. Wieder: goldene Eintrittskarte. Fünfstellige Vortragshonorare, fette Buchverträge, Berater-Jobs in Konzernen und anderen Machtzentralen. Es geht um Geld und Einfluss, liebe Bewohner von Kleinbloggersdorf. Andere Kriterien sind völlig bedeutungslos. Es sei denn, man möchte unbedingt als schlechtbezahlter, prekär beschäftigter Dozent in Iserlohn oder Greifswald enden, weil man blöderweise Wissenschaft nicht als Mittel zum Zweck begriffen hat.

P.P.S.: Nicht weit von meiner Berliner Wohnung entfernt ist die Fakultät Musik der Universität der Künste in der Bundesallee. Hier gehen die Kinder reicher Japaner ein und aus. Sie befassen sich vier Jahre lang mit ihrer Bratsche. In New York oder Paris mag es ähnliche Einrichtungen geben. Was macht man mit einem solchen Studium? Nichts. Die wenigsten Absolventen werden Berufsmusiker. Die jungen Leute sollen in dieser Zeit das Leben genießen, sich vom Elternhaus abnabeln und vielleicht auch den Partner fürs Leben finden, bevor es für die nächsten vierzig Jahre in eine japanische Konzernverwaltung geht, wo sie sechzig Stunden die Woche arbeiten und anschließend mit ihrem Vorgesetzten in die Sake-Bar gehen müssen. Reiche Leute studieren anders als der Rest. Es ist mit der Grand Tour zu vergleichen, auf die Söhne des Adels im 18. und 19. Jahrhundert nach der Schulausbildung geschickt wurden. Zwei, drei Jahre in Rom, Florenz, Neapel, Wien und den anderen Stationen dieser Reise, auf der man „sich die Hörner abstößt“, vielleicht in das eine oder andere amouröse Abenteuer verwickelt wird, bevor der Ernst des Lebens beginnt.


Mittwoch, 19. Mai 2021

Erlösung im Fall Giffey

 

Ich bin Osianer. Das Otto-Suhr-Institut für Politische Wissenschaft der Freien Universität Berlin, zu meiner Zeit das größte seiner Art in Europa, galt immer als rote Kaderschmiede, als Brutstätte der 68er und anderer linker Querulanten (pars pro toto: Peter Grottian). Mein Doktorvater, der Friedensforscher Ekkehart Krippendorff, hat in den sechziger Jahren dafür gesorgt, dass der spätere Berliner Bürgermeister Eberhard Diepgen als Asta-Sprecher zurücktreten musste. Noch in der Disputation monierte einer der Professoren, ich hätte in meiner Dissertation nicht mit Marx argumentiert.

Wir Osianer halten zusammen. Ich erinnere mich noch an eine Party im Wedding, bei der ich den damaligen Bürgermeister von Berlin-Mitte, Christian Hanke, kennenlernte. Als wir feststellten, dass wir beide am OSI promoviert haben, waren wir gleich per du und haben zusammen gefeiert. Daher bin ich froh, dass endlich die leidige Causa Giffey abgeschlossen ist. Sie hat 2010 am OSI promoviert. Der Titel wird ihr aberkannt, was absolut richtig ist, denn ihre Zitation entspricht noch nicht einmal den Standards einer Bachelor-Arbeit, und sie tritt von ihrem Amt als Bundesministerin zurück. Hoffentlich bleibt Berlin nach den Wahlen zum Abgeordnetenhaus am 26. September eine Regierende Bürgermeisterin Giffey erspart.

P.S.: Fun Fact For Fans: Andi Scheuer hatte auch mal einen Doktortitel, den er später zurückgab. Aber Teflon-Andi bleibt uns noch lange erhalten.



The Purge

 


In der Nacht vom 22. auf den 23. Mai findet in Wichtelbach traditionell The Purge statt. Wir tragen unsere Meinungsverschiedenheiten mit einem robusten Mandat von Glock, Walther, Heckler & Koch oder Makarov aus. Der Stadtmensch mag mit Worten gut ausgestattet sein, hier auf dem Land bevorzugt man eine gute Bewaffnung.

Was ich hier im Hunsrück schon für Waffen im Privatbesitz in Händen gehalten habe, weil die befreundeten Besitzer so stolz auf ihr illegales Waffenarsenal waren – Sie machen sich keine Vorstellung davon. Da lachen wir doch über die KSK, die Polizei oder die Bundeswehr mit ihren illegalen Beständen.

Und der Hunsrücker kauft nicht am Frankfurter Hauptbahnhof oder bei den Offenbacher Clans. Gott bewahre! Er kauft bei soliden Waffenhändlern in der Schweiz, die im Keller auch Schießstände haben und den Kunden eine ausführliche Einführung in den Gebrauch der Waffe geben. Diese Dienstleistung gibt es an Hauptbahnhöfen in der Regel nicht.

Die Krönung war eine Maschinenpistole der deutschen Polizei. Leider durfte ich sie nicht abfeuern. Wegen Lärmschutz. Aber bald ist ja The Purge, Freunde der Nacht.

New Radicals - You Get What You Give (Official Music Video) - YouTube

 

Was wurde eigentlich aus den SPD-Wahlversprechen 2017?

 

Ein kurzer Faktencheck nach vier Jahren in der Bundesregierung:


Gender Pay Gap geschlossen? Erledigt.


Starkes Engagement für Familien, vor allem für Kinder? Erledigt.


Mehr soziale Gerechtigkeit? Erledigt.


EU verkleinern und Impfstoffeinkauf versemmeln? Erledigt.


Jede Woche eine neue Bombenidee von Vize-Kanzler Prinz Valium? Erledigt.

Dienstag, 18. Mai 2021

Mein Blog, mein Kampfplatz für den Frieden

 

Blogstuff 594

Früher waren die Restaurant-Selfies nervig, jetzt sind es die Impf-Selfies.

Wenn Single-Männer behaupten, sie hätten am Wochenende das Bad geputzt, dann haben sie mit einem Erfrischungstuch von KFC die Klobrille abgewischt.

Es ist sehr aufschlussreich, wie sich manche Leute an Baerbock abarbeiten. Ihr britischer Master-Abschluss sei kein richtiger Studienabschluss, stellt neben den üblichen Verdächtigen von der politischen Konkurrenz ausgerechnet Nicht-Akademiker Fefe fest. Den kann man offenbar nur auf reichsdeutschem Gebiet erwerben. Schließlich erkennen wir eine syrische Ausbildung zum Facharzt ja auch nicht an. Außerdem könne sie mit schulpflichtigen Kindern nicht Kanzlerin werden, heißt es. Von wegen Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Merkel und Schröder sind bekanntlich kinderlos geblieben. Der letzte Kanzler mit einem schulpflichtigen Kind war Willy Brandt, dessen Sohn Matthias zum Zeitpunkt der Vereidigung 1969 acht Jahre alt war. Das erinnert mich an Martin Schulz, dem man 2017 sein fehlendes Abitur und seine Vergangenheit als Alkoholiker vorwarf. Dabei enthält das Wahlprogramm der Grünen genug Angriffsfläche für eine inhaltliche Auseinandersetzung. Aber das oberflächliche Ad-hominem-Gekläffe ist natürlich viel einfacher als die Arbeit, die man aufwenden müsste, um Frau Baerbock mit Sachargumenten zu stellen und in Ruhe zu zerlegen. Die Kunst der Kritik wird im Internet leider schon lange nicht mehr gepflegt.

Fun Fact For Fans: Nach dem weltweiten QS Uni-Ranking von 2020 liegt die LSE, an der Baerbock ihren Master gemacht hat, auf Platz 2 im Bereich Sozialwissenschaften, hinter Harvard. Beste deutsche Uni in diesem Bereich: Humboldt-Uni Berlin auf Platz 66.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er wird jeden Tag 2 x im Zirkus Bonetti aus der Kanone geschossen.

Merkel hat in sechzehn Jahren sehr viele Kernforderungen der Grünen aus den achtziger Jahren umgesetzt: Ausstieg aus der Atomenergie, Abschaffung der Wehrpflicht, eine multikulturelle Gesellschaft durch ihre großzügige Einwanderungspolitik, „Ehe für alle“, Ausbau der regenerativen Energiequellen. Und jetzt kommt Schwarz-Grün oder Grün-Schwarz.

Fun Fact For Fans: 2010 wurden mit Windkraft 37,8 Terrawattstunden Strom produziert, 2020 waren es 132.

Covid-19: Es wurden bisher etwa 1,5 Milliarden Impfdosen verabreicht. Wie viele Menschen sind an oder mit der Impfung gestorben? Aber Impfgegner darf man bekanntlich nicht mit Fakten konfrontieren.

A hebt vielsagend die rechte Augenbraue. „Was habe ich dir gesagt?“

B: „Was meinst du?“

A: „Das kannst du dir doch denken.“

B: „Ich hätte nicht fragen sollen.“

A: „Weil du die Antwort kennst.“

The Shaolin Afronauts - Shaolin Theme [Freestyle Records] - YouTube

Montag, 17. Mai 2021

24. Mai 2041

 

Liebes Tagebuch,

Heute habe ich die ersten Schneeglöckchen im Stadtpark gesehen. Der Winter scheint endgültig vorbei zu sein, es liegt nur noch wenig Schnee. Wir haben noch für wenige Tage Brennholz, um den offenen Kamin im Wohnzimmer zu heizen, vor dem wir schlafen, aber wir wollen nicht klagen. Anderen geht es noch schlechter.

Heute ist der zwanzigste Jahrestag des israelischen Atomangriffs auf die Ölfelder in den arabischen Staaten und im Iran. Am Tag zuvor hatte das Militär unter der Führung der judäischen Volksfront die Regierung in Jerusalem gestürzt und die Macht übernommen. Wer hätte gedacht, dass ein palästinensischer Raketenangriff so eine Wirkung haben würde? Aber die judäische Volksfront wollte das Problem an seinen Wurzeln packen und das waren nun einmal die Ölquellen. Ohne ihren Reichtum konnten die Muslime im nahen und mittleren Osten nicht angreifen.

Es müssen damals glückliche Zeiten gewesen sein. Die einzige Sorge der Menschen war ein harmloser Virus, der einige zehntausend Menschen, vorwiegend Alte und Kranke, in Deutschland dahingerafft hatte. Ich stelle mir das Leben damals so vor: heitere und unbeschwerte Menschen gehen ihrem Vergnügen nach, fahren Auto und haben es immer schön warm. Da die Ölfelder in den Scheichtümern und den anderen Staaten nach dem 24. Mai verseucht waren, gab es eine Energiekrise. Der Straßenverkehr brach zusammen und der Strom wurde knapp, da die Kernkraftwerke und die Kohlekraftwerke dem wahnsinnigen Treiben der Öko-Stalinisten zum Opfer gefallen waren. Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und Versorgungsengpässe waren die Folge.

Aber es kam im Jahr 2021 noch schlimmer. Der Golfstrom versiegte und in Europa kam es zu einer neuen Eiszeit. Die Klimaforscher hatten sich alle geirrt. Die Erde erwärmte sich nicht, sie wurde kälter. Es gab keine Dürre, sondern Überschwemmungen. Bald war die nördliche Hälfte Skandinaviens von Gletschern bedeckt und unbewohnbar geworden. Deutschland wurde von schwedischen, norwegischen und finnischen Flüchtlingen überrannt. In der Nähe von Flensburg wurden die ersten Eisbären gesichtet.

Es ist ein karges Leben, das wir heute führen. Wir können nur von Juni bis September Ackerbau betreiben. Es gibt hauptsächlich Brot und Gemüsesuppen. Viele Deutsche sind unterernährt, nur sehr reiche Leute wie Andy Bonetti haben noch Übergewicht. Möge es meinen Kindern und Enkeln eines fernen Tages besser gehen als uns. Mehr als unsere Liebe können wir ihnen nicht geben. Liebe und Handschuhe.

OMC - How Bizarre (Official Music Video) - YouTube

 

Sonntag, 16. Mai 2021

Gewaltphantasien


Merz: „Ich werde dein Kind mitnehmen und es wird für mich Teppiche knüpfen.“

Ich: *schieße zwei Kugeln in seinen Brustkorb*

„Ich werde dir beim Sterben zusehen. Wenn du keinen Puls mehr hast, jage ich dir noch ein paar Kugeln in den Kopf.“

***

Laschet: „Ich werde mich für Kohlekraftwerke einsetzen.“

Ich: *spucke ihm meinen Kaugummi ins Gesicht*

„Du wirst jetzt den Müll runterbringen und dann machst du mit deiner Zahnbürste das Bad sauber, während ich dir permanent in deinen dicken Arsch trete.“

Bilderwelten, Weltbilder 77

 












Samstag, 15. Mai 2021

Das größte Comeback seit Lazarus

 

Nach der Hinrunde hatte Mainz 05 gerade mal sieben Punkte. Ein einziger Sieg in siebzehn Spielen. Schalke war genauso schlecht, aber das war kein Trost. Die katastrophalste Hinrunde in der Vereinsgeschichte. Episch. Selbst Tasmania Berlin hatte 1965/66 nach der Hinrunde einen Sieg vorzuweisen.

Aber dann kam eine sensationelle Rückrunde. Sogar Bayern München wurde geschlagen. Schon vor dem 33. Spiel morgen gegen Dortmund ist der Abstieg kein Thema mehr. Die 05er haben sogar noch die Chance auf die Rückrunden-Vizemeisterschaft.

Es war für die Fans unglaublich brutal und wahnsinnig schön. Wann hat es das je gegeben?




Berlin nach der Wende

 

Er hasste seinen Wollpullover. Er hasste seine lesbische Lehrerin. Er hasste die Umschulung. Er hasste das neue Leben.

Endlich war es 17 Uhr. Für heute war der Unterricht beendet. Er verließ das umgebaute Parkhaus in Friedrichshain, dass jetzt Volxschule hieß, und ging zu Fuß nach Hause. In seinem Jutebeutel hatte er noch ein Stück Dinkelbrot, aber das wollte er sich für den Abend aufsparen. Erst morgen konnte er auf Bezugsschein ein neues Brot kaufen.

Die Straßen waren leer, obwohl Feierabend war. Die Berliner Innenstadt war seit Jahren autofrei. Nur noch die Elektrofahrzeuge der Müllabfuhr, der Polizei und der Rettungsdienste surrten durch das Viertel. Ein Fahrradfahrer quälte sich die Straße entlang, auf seinem Anhänger transportierte er eine neue Waschmaschine.

Die Haut unter seinem kratzigen Pullover juckte. Zuhause würde er eines seiner Seidenhemden anziehen, die man auf offener Straße besser nicht mehr trug. Seinen Beruf als Immobilienmakler hatte er aufgeben müssen. Stattdessen ein Jahr Umschulung zum Reiki-Meister. Niemand brauchte mehr Makler, sämtliche Wohnungen in Deutschland waren verstaatlicht worden.

An der nächsten Straßenecke war ein Kontrollpunkt von „Fridays for Future“. Ein paar grimmig aussehende junge Frauen, die schwarze Armbinden mit dem roten Triple-F trugen, warfen einen misstrauischen Blick in seinen Jutebeutel. Kein Plastik. „Sie können weitergehen, Genosse.“

Er ging in seine Stammkneipe und bestellte ein Bier.

„Clausthaler, Jever Fun oder Bitburger 0,0%?“ fragte der Barkeeper.

Er entschied sich für das Jever und trank lustlos den ersten Schluck.

„Warum tust du dir das immer noch an? Warum rauchst du nicht Gras wie alle anderen hier?“

„Ich nehme keine Drogen.“

„Gras ist doch keine Droge, das ist ein Genussmittel. Alkohol ist eine Droge. Deswegen hat die Regierung ja auch den Verkauf von Alkohol verboten.“

Es war zwecklos. Er bezahlte und ging deprimiert nach Hause. Er machte den Fernseher an. Auf allen Kanälen lief die Propaganda der Öko-Stalinisten, die seit Herbst 2021 Deutschland regierten. Vegane Ernährung, Klimaschutz, Pullover stricken, Bäume pflanzen.

Die Grünen hatten es geschickt angestellt. Zehn Jahre hatten sie mit Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg ihre Harmlosigkeit als Regierungspartei unter Beweis gestellt. Grün-Schwarz funktionierte. Der Autoindustrie im Ländle ging es gut, die Wirtschaft prosperierte. Die Menschen fassten Vertrauen zu den Grünen und waren bereit, sich von einer Hexe in ihr Knusperhäuschen locken zu lassen.

Aber als Grün-Schwarz mit Kanzlerin Baerbock in Berlin die Regierungsgeschäfte übernahm, zeigten sie ihr wahres Gesicht. Im November wurde der Koalitionsvertrag unterzeichnet, Laschet wurde Vize-Kanzler und Merz Wirtschaftsminister. Keiner konnte ahnen, was am 30. Januar 2022 passieren würde.

Im Morgengrauen wurden die Führungskräfte der Union verhaftet und in Schauprozessen der Korruption überführt. Jetzt saßen sie in Stammheim. Ein Enthauptungsschlag, von dem sich die Konservativen nie mehr erholen sollten. Grüne, die kurz zuvor in die Union eingetreten waren, wurden von Baerbock zu Bundesministern ernannt. Die Machtübernahme war perfekt.

Seitdem war viel passiert. Nicht nur Alkohol, sondern auch Fleisch war verboten. Auf dem Schwarzmarkt zahlte man hundert Euro für eine Bratwurst, an ein Schnitzel war gar nicht zu denken. Es durften nur noch Elektroautos fahren, die zudem hoch besteuert waren. Die meisten Leute fuhren mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrädern von Audi, BMW und Mercedes. Auslandsreisen waren verboten, auch Deospray, Lippenstift und der Bikini. Mallorca-Urlaub galt als Republikflucht. Unfreiwilliges ökologisches Jahr auf einer Kolchose. Kinder verrieten ihre Eltern an die Umweltpolizei, wenn sie heimlich Schokolade aßen. Die war nämlich auch verboten.

Alles war verboten, nur die Bäume und die Kühe waren glücklich! Die öko-stalinistische Diktatur hat gesiegt. Wer wird uns von diesem Joch befreien?

P.S.: Den Gag mit dem Bundeswehreinsatz in Afrika zur Sicherung der deutschen Koboldversorgung spare ich mir. Das wäre ja albern.

Einstürzende Neubauten - Engel der Vernichtung - 1983 - YouTube