Dienstag, 30. November 2021

Die Jusos kommen!

 

Aufgepasst, Kapitalismus! Jetzt sitzt Kevin Kühnert mit vier Dutzend Jusos im Bundestag. Die Ausbeutung hat endlich ein Ende.

Kleiner Spaß. Wir kennen doch alle das Spiel. Die größten Kritiker der Elche werden später selber welche. Juso-Chef Gerhard Schröder war ein aufrechter Sozialist, als er in seiner Jugend gegen Helmut Schmidt und seine Aufrüstungspolitik kämpfte. Später wurde er bekanntlich zum besten Kanzler, den die CDU je hatte. Unter Schmidt lag der Einkommenssteuerspitzensatz noch bei 56 Prozent, Kohl drehte ihn auf die 53 Prozent der Ära Adenauer zurück. Schröder senkte ihn auf 42 Prozent, schickte die Arbeitslosen in die Hölle der Sozialhilfe und versilberte anschließend seinen Nord Stream 1-Vertrag mit Putin. Kein Kanzler war jemals so ein übles Kapitalistenschwein wie Schröder.

Der fabrikneue Kanzler Scholz (achten Sie auf das Duftbäumchen „Klimaschutz“, das bei Kilometer 500 abfällt) war auch mal Juso-Chef. Ein Rebell, ein Nonkonformist. Heute ist er beim Seeheimer Kreis. Das ist die sozialdemokratische CDU. Die Industrie darf jubeln, denn mit ihm kommt die aktienfinanzierte Rente. Das ist noch viel geiler als die Einkommenssteuersenkung. Mit seinen neuen Freunden von der FDP kommt die Bazooka für Villenbesitzer. In den Konzernzentralen werden die Sektkorken knallen und die Consulting-Fritzen freuen sich über fette Verträge.

Und Kevin Kühnert? Sie werden ihn am Schweinetrog der Macht so mit Geld zuscheißen, dass er den Mund gar nicht mehr aufkriegt. Und später wird er Karriere machen. Zur Parteifolklore gehört es eben, dass man am Anfang den Chefs ans Bein pinkelt. So markiert man sein Revier und dokumentiert seine Machtansprüche. In zwanzig Jahren öffnet ein Bodyguard die Tür seiner Limousine und der kleine Wichser steigt aus, um eine Rentenkürzung zu verkünden. Oder den Bau neuer Kohlekraftwerke. Die Verschärfung der Asylgesetze. You name it. 

The Damned - New Rose (Official HD video) - YouTube

 

Montag, 29. November 2021

Er ist wieder da

 

Die ersten dicken Schneeflocken rieseln vor meinem Fenster vom Himmel. Hallo, Winter!


Der Winterdienst im Hunsrück hat begonnen, die Räumfahrzeuge rücken aus.

Hier spricht die Feuerwehr


Das ganze Haus brennt lichterloh. Die Flammen breiten sich aus. Die Temperatur steigt auf ein besorgniserregendes Maß. Wir beobachten das Feuer. Es gibt keine Löschpflicht und niemand hat vor, eine Löschpflicht einzuführen, eventuell für das Badezimmer. Es dürfen sich höchstens zwei Flammenherde in einem Raum aufhalten, aber das kontrolliert niemand. Wir appellieren an das Feuer, den nötigen Abstand zu brennbaren Möbeln einzuhalten. Wir werden einen Expertenrat gründen, der von einem Bundeswehrgeneral geleitet wird. Weitere Experten sind ein Dachdecker, ein Metzger und eine Lehrerin. Nächste Woche berufen wir eine bundesweite Konferenz ein, zu der alle Leiter der freiwilligen Feuerwehren eingeladen werden. Der zuständige Minister überlegt, die Löschwasserreserven freizugeben.

Bonetti Media – Drei Vokale und die Wahrheit

 

Blogstuff 650

„Ich bin. Aber ich habe mich noch nicht.“ (Ernst Bloch)

Kurzversion der Ampel-Koalition: Pimmel-Merkel + Pseudo-Klima.

Bei Rewe gibt's jetzt für Impfgegner direkt am Eingang besondere Parkplätze. Achten Sie auf das Schild "Für Opfer der Corona-Diktatur".

177 Seiten Koalitionsvertrag. Das liest doch wieder kein Schwein. Alles, was nicht auf einen Bierdeckel passt, ist für mich keine Politik. Bier kommt nur in „halbieren“ vor, Wein nur in „Schweinepest“. Gras nur in „Seegras-Wiesen“ und Haschisch überhaupt nicht.

Hiermit erhebe ich Titelschutz für „Ampelgeddon“, „Hampelkoalition“ und „Trampelkoalition“.

Mein Parfüm: Jägermeister von Christian Dior. Ein paar Tropfen aufs Handgelenk und hinters Ohr. Betörend, berauschend.

Werbung: Bonduelle ist das famose / Zartgemüse aus der Dose.

Hätten Sie’s gewusst? Rhode Island ist gar keine Insel.

Kollwitzplatz. Die Töpfertrulla aus Schwäbisch Hall und der Mate-Hipster aus Sindelfingen versichern sich gegenseitig, wie authentisch ihr Kiez doch geblieben sei.

Eines Tages werde ich im Traum das erste verpixelte Gesicht sehen.

Gemüsesaft. Ein Wort, das mich deprimiert.

Ich habe mir einen Termin beim Friseur geben lassen und irgendeine Susi erklärt mir am Telefon den Hospitalisierungsindex. Bei McDonald’s durfte ich trotz Impfausweis und Maske noch nicht mal das Gebäude betreten. Ich sollte zum Drive-Thru-Schalter um die Ecke laufen. Also habe ich mir eine Currywurst mit Pommes geholt. An der Bude ist die Welt noch in Ordnung.

Kann man aus besorgten Bürgern nicht entsorgte Bürger machen?

Das klebrig-quallige Geschwalle von Christian Lindner, dem Bart- und Hoffnungsträger der letzten Zahnarztpartei Deutschlands, geht mir jetzt schon dermaßen auf die 12, dass ich jedes Mal Gewaltphantasien bekomme, wenn seine pomadige Consulting-Fresse auf dem Bildschirm erscheint.

Neulich im Supermarkt. Was ist ein Raucherlachs?

Das geplante Trainingslager von Turbine Wichtelbach im Ejakulat Abu Dhabi ist in der Öffentlichkeit höchst umstritten.

Baerbock wird als Außenministerin eine verheerende CO2-Bilanz haben. Oder sie nimmt sich Greta als Vorbild. Mit dem Fahrrad nach Brüssel, mit dem Segelschiff nach Amerika und mit der Transsibirischen Eisenbahn in den Fernen Osten.

Phillip Boa & The Voodooclub - Container Love (Official Video) - YouTube


Four Corners Monument. An dieser Stelle kann man gleichzeitig in vier US-Bundesstaaten sein. 1993 habe ich es besucht. In Deutschland gibt es 15 Dreiländerecken, aber kein Vierländereck. Schneiden Sie diese Information bitte aus und bewahren Sie sie in Ihrer Brieftasche auf.

Sonntag, 28. November 2021

Die große Enttäuschung

 

Langsam begreifen es die Menschen. Manche brauchen etwas länger, um zu dieser Erkenntnis zu kommen: Corona wird uns noch länger beschäftigen, als wir glaubten. Sie werden enttäuscht sein, deprimiert und wütend. Sie werden nach den Schuldigen suchen und sie haben sie bereits gefunden: Politiker und Impfgegner.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als vor etwa einem Jahr gemeldet wurde, ein Impfstoff gegen Covid-19 sei gefunden. Nach dem Schock des Lockdowns im Frühling 2020 und der trügerischen Ruhe im darauffolgenden Sommer kam mit Beginn der zweiten Welle und im zweiten Lockdown Hoffnung auf. Die Rettung naht! Jetzt nur noch ein paar Monate durchhalten und wir haben den globalen Alptraum hinter uns. Bald würde die Pandemie zu einer Erzählung der Marke „Weißt du noch?“ werden. Wir würden Witze über unsere eigene Panik machen. Über unsere Hamsterkäufe. Ich hatte im Mai 2020 108 Rollen Klopapier zuhause. Total crazy.

Ich habe im Juli 2021 meine zweite Impfung bekommen. Danach dachte ich, es wäre für mich vorbei. Auch im Freundeskreis erklärte man die Seuche für beendet und machte sich über Panik-Kalle Lauterbach, den ewigen Schwarzmaler, lustig. Corona war kein Thema mehr, wir hatten die Fußball-EM, die Flutkatastrophe und den Bundestagswahlkampf. Jetzt erhebt das Monstrum wieder sein hässliches Haupt. Nichts ist vorbei, die Impfwirkung vergeht langsam wieder und eine neue Variante tritt auf, deren verheerende Wirkung noch nicht bekannt ist.

Langsam dämmert es uns. Wir müssen wieder in den Lockdown. Die Zeit der unbeschwerten Kontakte, als ich Männern die Hand gab und Frauen umarmte, ist längst vorbei. Die Restaurants und Geschäfte werden schließen, die Kinder können nicht mehr in die Schule. Wir sind wieder verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten Impftermin, nach der übernächsten Impfung, die so sicher kommen wird wie die fünfte Welle. Wir schimpfen auf planlose Politiker und fanatische Impfgegner. Wir wollen das alles nicht mehr, aber wir müssen. Die große Enttäuschung kommt erst noch. Der Tiefpunkt der Pandemie liegt noch vor uns. Ihr Ende ist offen.   

Bilderwelten, Weltbilder 99

 












Samstag, 27. November 2021

Im Kambrium war alles besser

 

1. Zahlreiche neue Tierarten entstehen – Big Bang der Evolution

2. Globale Erderwärmung, aber nicht als Problem

3. Komplett menschenfreies Erdzeitalter

4. Einzeller mit einem Meter Länge („Vendobioten“)

5. Das Schweigen der Urschnecken

6. Skelette und Chitinpanzer entstehen und geben dem Leben Struktur

7. Viele hundert Millionen Jahre bleibt dieses Entwicklungsstadium der Flora und Fauna stabil

Fragen: Wieso bekommt das Kambrium in den sozialen Medien keine Likes? Warum gibt es keine I-Herz-Kambrium-Shirts und -Tassen?

P.S.: Am besten gefallen mir die riesigen Einzeller. Irgendwann hat sich die Natur gedacht: Warum nicht mal mit mehreren Zellen arbeiten? Heute kannst du Einzeller mit bloßem Auge gar nicht mehr erkennen. Könnten im Bus neben dir sitzen. Würdest du nicht bemerken.

 


Den hatte er doch schon immer.

The names have been changed to protect the innocent

 

Matthias Eberling. Was für ein langweiliger Name. Matthias ist einer dieser Sechziger-Jahre-Vornamen von der Stange. Als die Jungs nicht mehr Wilhelm und Hermann heißen durften und noch nicht Kevin und Thorben. Eberling. Das männliche Schwein. Und was soll das Ling? Ist damit jemand gemeint, der einem Eber ähnlich ist?

Ich brauche einen Künstlernamen. Matthias Presley. Oder Elvis Eberling. Ringelmatz. Tiger Wutz. Aber dazu müsste ich erstmal Künstler werden. In Berlin sitzen Rapper am Steuer eines Taxis und Schauspieler servieren dir das Weizenbier. Da sind alle Künstler. Wenn du in Berlin nicht irgendwas mit Malerei, Theater oder Musik machst, schauen dich die Leute schräg an.

Aber im Hunsrück ist das nicht so einfach. Hier fände ich es cool, wenn die Leute mich Big Earl nennen würden. Ich trage eine Fellmütze mit Ohrenklappen, ein rotkariertes Holzfällerhemd und Hosenträger, dazu tonnenschwere klobige Schuhe. Dann steige ich in meinen Pick-Up und fahre durch den Soonwald. „Da kommt Big Earl“, rufen die Leute und winken mir begeistert zu.


P.S.: Häuptling zunehmender Mond wäre auch schön, ist aber zu lang.

U-Turn by Big Earl and the Sexual Biscuits - YouTube



Freitag, 26. November 2021

Hier kommt Spikey

 

Hallo, ich bin Spikey, das Protein. Ich möchte in deinen Körper.


Ich finde es gut, dass es Covid-19 auch als Plüschtier gibt.



Sehr schön sind auch die Plüschtiere Brustkrebs, Filzlaus, Knochenbruch, Popel, Lepra, hirnfressende Amöben und mein absoluter Favorit, die Leberzelle. Falls Sie Ihrem Kind noch etwas zu Weihnachten kaufen müssen.

RIESENmikroben GIANTmicrobes Plüschmikroben

Die Welt als Welle und Verstellung


Blogstuff 649

„Die Sprache ist ein Virus aus dem Weltraum.“ (William S.Burroughs)

Die Leere des Atheismus aushalten und nicht mit neuem Sinn füllen. Notfalls Rotwein und Schokolade verwenden.

Sauvage heißt übersetzt wild – und ist ein Parfüm für Sekretärinnen in den Wechseljahren. Desperados heißt Verzweiflung und ist ein Bier. Abenteuer bucht man bei Jochen Schweizer. Ich nehme den Tandemsprung vom Sofa.

Was waren das für Zeiten, als der Betonscheitel Helmut Schmidt, Wehrmachtsoffizier der alten Schule, die Atomkraftwerke bauen ließ. Brokdorf war damals eine Festung mit Gitterzaun, NATO-Stacheldraht und Wassergraben. Seine Knüppelgarde prügelte hunderte von Atomkraftgegnern ins Krankenhaus. Mit der RAF und anderen Terroristen wurde nicht verhandelt, er schickte die GSG 9. Was gegen Linke problemlos möglich war, ist bei militanten Leerdenkern offenbar nicht vorgesehen.

Werbung: Bonetti Media – für den kleinen Erkenntnishunger zwischendurch.

Wann wechselt der amphetaminbetriebene Ex-Verkehrsminister Scheuer endlich zu BMW?

Großangelegter Restaurantbetrug in Sachsen aufgeflogen. Jahrelang wurden Pizzas gefälscht. Salamischeiben wurden fotokopiert, ausgeschnitten und auf die Pizza geklebt. Mit Uhu! Der besorgte Bürger fragt sich: Steckt die Mafia dahinter? Schließlich arbeiten in der Mafia relativ viele Italiener.

Hätten Sie’s gewusst? 56 Prozent aller Stammleser finden das Kiezschreiber-Blog gut.

Gewaltverherrlichung. Schönes Wort.

Wenn ich mal sterbe, kommt der Leichen-Lkw.

Ich empfehle den Impfstoff von Asbach Uralt. Da gibt es auch schon Langzeitstudien.

Ich lese gerade “Hart wie Marmelade“, die Autobiographie von Kai Havaii, dem Sänger von Extrabreit. Eine Zeitreise in meine Jugend, sehr witzig geschrieben. Saufende Punks und Frauen in Latzhosen, Drogenexzesse und WG-Leben. Ich habe Extrabreit (benannt nach einem Edding) mal in den Achtzigern im Mainzer KUZ gesehen. Der Gitarrist fiel nach einer halben Stunde besoffen um und blieb liegen. Ein kurzes, aber schönes Vergnügen.

Die Diskretion bei den Koalitionsverhandlungen nennen die ungeduldigen Journalisten Geheimniskrämerei. Werden sie stündlich informiert, werden die unerträglichen Durchstechereien bemängelt. Quengelkinder auf der Rückbank am Limit.

Ich brauch meinen Suff - YouTube

 



Donnerstag, 25. November 2021

Höllenfahrt ins Funkloch

 

„Kann ich nicht wenigstens ein Tamagotchi haben?“

Der Schließer lachte nur und warf die Zellentür mit einem lauten Krachen zu.

Ich war allein in meiner Zelle. Saß auf der harten Pritsche und starrte die Wand an. Ich wusste, was jetzt kommen würde. Drei Tage ohne Internet, bis ich völlig auf Entzug war. Einen Schimpansen schieben, wie wir Junkies sagen. Cold Chicken.

Warum musste ich mich auch jeden Tag auf der Seite eines einschlägig bekannten Marxisten herumtreiben? Klassenkampf und so. Warum habe ich nicht die Texte von Querdenkern und Nazis gelesen? Als die Netzpolizei meine Wohnung gestürmt hat, war mein Rechner voller FDP-kritischer Memes gewesen. Selbst schuld.

Am vierten Tag saß ich im Verhörzimmer. In meinem orangefarbenen Gefängnisoverall. In Handschellen. Vor mir ein fetter Netzbulle, der gerade über einem Kreuzworträtsel brütete.

„Kann ich nicht wenigstens meine Mails checken?“

„Du krankes Schwein“, sagte er ruhig, ohne auch nur aufzublicken.

„Ich habe nichts gegen Marktwirtschaft“, wimmerte ich.

„Das sagen sie alle.“

Hinter dem Bullen hing eine Uhr an der Wand. Die Zeiger bewegten sich nicht. Die Zeit stand still. Ich brauchte eine Minute im Netz. Jetzt sofort!

„Ich werde nie wieder ein Blog anklicken.“

„Wenn wir mit dir fertig sind, wirst du gar nichts mehr anklicken. Du kommst in ein Funkloch, bis du verrottet bist. Verstanden?!“

Spliff - Jerusalem (live 1982) - YouTube

 

Mittwoch, 24. November 2021

Lagebesprechung


Mittwochabend vor dem Späti. Die Sternburg Allstars haben sich versammelt und besprechen das neue Kabinett.

Der dicke Hagen, den alle nur Spritti nennen, fängt an: „Die Baerbock als Außenministerin. Ich fass es gar nicht. Die nehmse in Moskau oder Ankara doch auseinander.“

„Und dann Habeck“, sagt Frührenter Keule, „ein grüner Wirtschaftsminister. Mit dem Körnerfresser können die Unternehmer doch gar nichts anfangen.“

„Nichts gegen Lindner als Kassenwart“, meint Kalle. „Der schmierige Kleptomane lässt doch sicher ein paar Millionen in die eigene Tasche wandern.“

„Die FDP hat ja auch noch die Bildung abgekriegt. Dann gibt’s demnächst nicht nur die Aktienrente, sondern auch das Aktienabitur. Börse als Pflichtfach.“ Spritti grinst.

„Und Prinz Valium im Kanzleramt. Na, gute Nacht, Marie!“

Keule nimmt mit nachdenklicher Miene einen tiefen Schluck aus seiner Pulle. 

Vom Gutmenschen zum Besserverdienenden – Die Grünen im Bundestag

 

Blogstuff 648

„Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst hier sowieso nicht lebend raus.“ (Oscar Wilde)

Wenn der Koalitionsvertrag veröffentlicht wird, kommt todsicher der Kommentar, die Grünen seien umgefallen. Aber wer umfällt, muss vorher gestanden haben.

Die „Wichtelbacher Literaturoffensive“, die vom 8. bis zum 12. Dezember in der Gaststätte „Sonnenhof“ stattfinden sollte, muss leider coronabedingt entfallen.

Hat Nürnberg nach Dürer noch etwas Gutes hervorgebracht? Die Reichsparteitage waren schon schlimm genug, aber dann kam Markus Söder. Jetzt wird Bayern von einem ewigen Klassensprecher und größenwahnsinnigen Rostbratwürstchen mit dem öligen Charme eines Kleinstadtpäderasten regiert, dessen rhetorischer Auswurf täglich durch die ganze Republik schwappt.

Am schlimmsten sind die Impfgegner, die sich mit den Juden vergleichen. "Holocaust? Alter, ich gehöre zu den Verfolgten der Corona-Diktatur."

Hiermit beantrage ich Titelschutz für: Dolly Booster, Ghostboosters, Impfman & Boosterboy, Booster Keaton.

Das Restaurant „Hummer & Sichel“ in Moskau hat seinen zweiten Michelin-Stern bekommen. Herzlichen Glückwunsch!

Hätten Sie’s gewusst? Seit 1918 hat Österreich keinen Zugang zum Meer, aber erst 2006 wurde das letzte Schiff, ein Patrouillenboot, das auf der Donau im Einsatz war, außer Dienst gestellt. Zu diesem Zeitpunkt war die österreichische Marine auf zwei Offiziere und dreißig Matrosen geschrumpft.


Nach der Legalisierung: Kommt jetzt die Cannabis-Pflicht?

Die Polen haben keinen Stacheldrahtzaun gegen verzweifelte Flüchtlinge gebaut, sondern eine technische Barriere gegen Migration.

Neues aus Kalau: Lauterbach und Drosten haben einen Biker-Club gegründet. Sie nennen sich jetzt Health Angels.

Wir haben in Deutschland siebzig Millionen Ivermectin-Verweigerer. Spalter!

Was wurde eigentlich aus dem Chefreaktionär von BILD? Die arrogante Dumm-fickt-gut-Fresse taucht gar nicht mehr in den Medien auf.

Die DKP-Ortsgruppe Wichtelbach hat sich in einen trotzkistischen, einen leninistischen und einen maoistischen Flügel gespalten. Außerdem gibt es noch den Arbeitskreis „Kommunisten in der DKP“. Die beiden Trotzkisten haben außerdem beschlossen, den Skatclub „Kreuzbube“ zu unterwandern.

Amyl and The Sniffers - Guided By Angels - YouTube


Mit meinem Impfpass fühle ich mich wie das fünfte Element.


 

Dienstag, 23. November 2021

Das Märchen vom Geldregen

 

Es war ein Wunder. Plötzlich regnete es Zehn-Euro-Scheine vom Himmel.

Die Menschen liefen auf die Straße und sammelten das Geld auf.

Am ersten Tag trugen die Leute das Geld noch nach Hause.

Aber der Geldregen hörte nicht auf.

Am zweiten Tag gingen die Leute in die Geschäfte und kauften wie blöde.

Ab dem dritten Tag kündigten sie ihre Jobs.

Nach einer Woche brach die Wirtschaft zusammen.





Vierteilung

 

Im Mittelalter wurden Verbrecher gevierteilt, 1945 Deutschland. Was wäre passiert, wenn man es dabei belassen hätte? Gut, die DDR wäre immer noch die DDR. Wie die Nachbarländer wäre sie vermutlich heute Mitglied der EU. Aber Restdeutschland? 

Die britische Besatzungszone umfasste NRW und Norddeutschland, also den industriellen Kern im Westen und die bedeutenden Häfen Hamburg und Bremen im Norden. Klingt nach einer Erfolgsgeschichte. 

Die französische Besatzungszone bestand aus dem heutigen Rheinland-Pfalz und dem Süden von Baden-Württemberg, zu der später noch das Saarland gekommen wäre. Ein rückständiger Agrarstaat, vermutlich bis heute ein Armenhaus. 

Die amerikanische Besatzungszone: Bayern, der BaWü-Norden und Hessen. Automobilindustrie und Banken. Hört sich gut an.

Jedenfalls würden alle vier deutschen Staaten in der EU nicht dieselbe dominante Rolle spielen wie das wiedervereinigte Deutschland. Hätte man es doch nur bei der Vierteilung belassen. Die Alliierten hatten damals die richtige Idee. Schließlich war Deutschland bis zur ersten Wiedervereinigung 1871 nie ein Problemfall gewesen.

Geisterbahn fahrn - YouTube

 

Montag, 22. November 2021

Neulich am Binger Hauptbahnhof

 

Ich sitze auf einer Bank und warte auf den Zug, als sich ein Mann neben mich setzt.

„Verdammte Maskenpflicht“, sagt er.

Ich sage lieber nichts. Vermutlich ein Querdenker, der heute schon bei Twitter zehn Leuten mit Mord gedroht hat.

„Aber am 12. Januar ist alles vorbei. Dann fallen die Masken. Buchstäblich.“

Jetzt bin ich doch neugierig geworden. „Was passiert denn am 12. Januar?“

„Da hat Jeff Bezos Geburtstag. Dann wird Deutschland von den Truppen der New World Order besetzt.“

„Das wusste ich gar nicht“, sage ich.

„Natürlich steht davon nichts in den Systemmedien. Da stehen nur Lügen drin. Also muss alles, was nicht von den Medien berichtet wird, die Wahrheit sein. Ist doch logisch.“

„Aber wir haben doch immer noch die Bundeswehr und die Polizei“, gebe ich zu bedenken.

„Die sind doch alle geimpft und damit auch gechipt. Der Chip wird am 12. Januar aktiviert. Alle Geimpften werden dann zu willenlosen Befehlsempfängern. Wissen Sie, warum Kinder unter zwölf nicht geimpft werden? Weil seit zwölf Jahren jedes Neugeborene im Krankenhaus gechipt wird. Wenn die Babys nach der Geburt aus dem Kreißsaal getragen werden, werden sie nicht gewaschen und gewogen, sie werden gechipt.“

„Und wer steckt hinter der Verschwörung?“

„Gates, Bezos, Musk. Die Milliardäre, die Großkonzerne und die Banken. Was meinen sie, warum die ganzen Reichen jetzt in den Weltraum fliegen? Um sich mal die Erde von oben anzuschauen? Nein, die haben dort neue Satelliten installiert, mit denen man die Geimpften steuern kann.“

„Und wie kommen die ganzen Truppen in unser Land?“

„Die sind doch schon da. Eine ganze Division versteckt sich in der angeblichen Tesla-Fabrik am Berliner Stadtrand. Die übernehmen die Regierung. Bezos hat seine bewaffneten Lieferfahrer überall im Land. Und die Hacker von Gates legen die komplette Kommunikation lahm.“

„Um Gottes Willen“, sage ich. „Was kann man denn dagegen machen?“

„In den Untergrund gehen. Mein Haus ist bis obenhin voll mit Konserven, Klopapier und Nudeln. Ich habe mich mit einem Pferde-Entwurmungsmittel selbst geimpft. Haben Sie schon mal ein Pferd auf der Intensivstation gesehen? Auch die Hunde und Katze bekommen kein Corona, weil sie entwurmt sind.“

„Haben wir denn eine Chance gegen diese Armee?“ frage ich ihn.

„Natürlich“, antwortet er. „Wir haben Milizen gebildet und sind gut bewaffnet. Wussten Sie, dass in ganz Deutschland schon Konzentrationslager gebaut werden, in denen die gefangenen Widerstandskämpfer landen werden? Diese Schweine schnappen sich erst Deutschland und dann die ganze Welt.“

„Warum wird Deutschland zuerst erobert?“

„Weil die Arier die wertvollste und tapferste Rasse der Welt sind.“

Zum Glück fährt in diesem Moment der Zug ein. 

Leonard Cohen - First We Take Manhattan (Official Video) - YouTube

Sonntag, 21. November 2021

Finsternis, Verzweiflung, Ruhrgebiet

 

Wenn ein Bergwerk geschlossen wird, weil das Flöz ausgeschabt oder unrentabel geworden ist, packen die Bergleute ihre sieben Sachen und ziehen weiter, neuen Abenteuern entgegen. Zurück bleibt eine Geisterstadt. Nicht so im Ruhrgebiet. Hier sitzen degenerierte und geistig verwahrloste Möchtegern-Marxisten und depressive Armutsfressen auf den Trümmern der einstmals so stolzen Zechen und lärmen durch das Internet.

Ich möchte seinen Namen nicht nennen, denn wenn man ihn dreimal laut ausspricht, erscheint er und quatscht dir eine Bulette ans Ohr, während er dein Bier trinkt. Jetzt glaubt er auch noch, er könne kochen. Indem er wahllos Sriracha-Soße aus der Plastikflasche über Blumenkohl, Nutellabrötchen und Zanderfilets gießt. Was für ein namenloses Elend. Wie lange wird sich dieser grindige Ghul noch durch die verrotteten Gassen von Essen (sic!) schleppen?


Spaghetti "Duisburg"

Schlabberkappes

 

Die Küche des Ruhrgebiets hat mehr zu bieten als die Currywurst. Da wäre zum Beispiel Schlabberkappes. Dieser Eintopf sieht wie Erbrochenes aus und schmeckt vermutlich auch so. Für solche Gerichte wird gerne das Adjektiv „deftig“ verwendet. Es bedeutet, dass eine Portion den täglichen Kalorienbedarfs eines Seeelefanten deckt. 



Nächste Woche kommen wir zur Hunsrücker Küche: Dippekulles.



Bilderwelten, Weltbilder 98

 













Samstag, 20. November 2021

Bonetti’s Tierleben

 

Der Hunsrücker Waldschrat lebt in dichtem Unterholz, wo er verzweigte Höhlensysteme anlegt. Seine listigen Augen sind klein und teilweise im Fell verborgen. Selbst der gewaltige Hodensack ist wollig behaart. Das Winterfell ist hellgrau, das Sommerfell hingegen grün und braun gefleckt. Zur Paarungszeit, im Juli und August bei Vollmond, stößt er dumpfe Brunftlaute aus, die das Weibchen anlocken sollen. Die Waldschratinnen haben sechs Zitzen und werfen im Frühling vier bis sechs Jungtiere. Die putzigen Gesellen ernähren sich vorwiegend von Nüssen und Beeren, verschmähen aber auch Schokoriegel und Mettbrötchen nicht. Sein Verbreitungsgebiet erstreckte sich in der Steinzeit über ganz Europa, heute findet man ihn nur noch im Hunsrück und in seltenen Fällen in den Karpaten.



Legalize it


„Guten Morgen. Was führt Sie zu mir?“

„Ich möchte mich arbeitslos melden.“

„Was haben Sie bisher gemacht?“

„Ich war Drogenhändler.“

„Das ist natürlich hart. Die neue links-grün-versiffte Regierung hat Sie Ihrer Existenzgrundlage beraubt?“

„Ja. Und ich Depp habe diese Spinner auch noch gewählt.“

„Haben Sie eine Berufsausbildung?“

„Nein. Ich habe immer nur Haschisch und Gras verkauft.“

„Haben Sie Pläne für die Zukunft?“

„Ich möchte einen Laden eröffnen und weiter Drogen verkaufen.“

„Sind Sie denn Apotheker oder haben Sie wenigstens ein FDP-Parteibuch?“

„Nein. Vielleicht kann ich ja weiter im Stadtpark verkaufen?“

„Das bleibt natürlich verboten. Nur in zertifizierten Läden darf zertifiziertes Dope verkauft werden.“

„Da stecken doch die Konzerne und das Finanzamt dahinter!“

„Ich kann Ihnen eine Umschulung zum Lieferfahrer bei Amazon anbieten.“

Freitag, 19. November 2021

November 2022

 

„Damit hat ja niemand rechnen können.“

„Ich möchte erst noch die Langzeitstudien abwarten.“

„Auch Geimpfte infizieren sich.“

„Es gibt da ein Mittel namens X (Tierart + Krankheit eintragen), das genauso gut gegen Corona hilft.“

„Wer Angst hat, kann ja zuhause bleiben.“

„Die Wissenschaftler haben sich schon so oft geirrt.“

„Mit Stoßlüften sind doch alle Schüler geschützt.“

„Corona ist nur eine Grippe.“

„Ich schicke dir den Link von einem wirklich guten YT-Video zum Thema.“

Der Spatz im Silbersee


Bonetti geht auch dahin, wo es sprachlich wehtut.

 

Blogstuff 647

„Non scholae, sed oeconomia discimus.“ (@ der_Fumpinator, Twitter)

Der deutsche Wutbürger braucht mindestens eine Corona-Debatte täglich und hat bis neun Uhr morgens schon fünf Nazi-Vergleiche gemacht und dreimal „Hitler“ geschrien.

Der Rest der Republik übt sich derweil in Stoizismus. Jeden Tag sterben mehr Menschen an Covid-19 als im Juli bei der Flutkatastrophe. Damals waren knapp 200 Tote wochenlang ein Thema, jetzt nimmt man es einfach hin. Ich habe mich oft gefragt, wie Menschen im Krieg das tägliche Sterben aushalten. Jetzt sehe ich: Es geht. Was gibt’s heute in der Kantine?

Nach 1990 hat man den Ossis das Land weggenommen. Wie bei den Indianern. Und die Wessis haben ihnen auch die Lebensgrundlage genommen. Alteigentümer = Siedler, Arbeitsplätze = Büffel. Klassischer Kolonialismus.

Sie haben in den Achtzigern ein paar Jahre zusammen in einer Kapelle gespielt, träumten von einer Karriere in der Neuen Deutschen Welle, haben zweimal im Jugendzentrum gespielt und einmal in einer Gaststätte, die nur hoffnungslose Fälle als Szene-Kneipe bezeichnen würden. Jetzt gehen sie alle auf die sechzig zu, treffen sich einmal im Jahr auf eine Runde alkoholfreies Radler und einer von ihnen bringt den unvermeidlichen Spruch: „Wir müssen die Band wieder zusammenbringen.“

Im Restaurant „Indian Dreams Zwickau” gibt es nicht nur Tandoori-Gerichte, sondern auch ein Schweineschnitzel Hawaii. In Sachsen wird multikulti wirklich gelebt.

Ich freue mich auf Merz als Parteivorsitzenden. Er hat keine politische Macht und Oppositionsführer im Bundestag ist Brinkhaus. Merz ist nur einfacher Abgeordneter, aber er wird sich in den Medien aufplustern und herumstolzieren wie ein Pfau. Das wird bestimmt sehr lustig.

Kurze Durchsage an Deutsch-Südost: Panierte Jagdwurst mit Nudeln ist kein Jägerschnitzel. Wir haben den Kalten Krieg gewonnen und definieren die Wahrheit. Dafür haben wir euch 1989 nicht das Begrüßungsgeld ausgezahlt!

Betrachtet man Pandemie und Klimawandel zusammen, ist jeder tote Deutsche gut für die Natur.

Bundesbeutekunsthalle aka Dummbold-Forum.

Jens Spahn hat einen Drei-Punkte-Plan zur Bekämpfung von Corona vorgelegt:

1.     Abrakadabra

2.     Simsalabim

3.     Hokuspokus Fidibus, dreimal schwarzer Kater

Alter, du hast es so drauf.

Genesis - Abacab 1981 Live Video - YouTube

Donnerstag, 18. November 2021

Endlich! Der Kiezschreiber als Action-Figur!! Das ultimative Weihnachtsgeschenk!!!

 


Viele Leser möchten wissen, wie es in der Kiezschreiber-Redaktion aussieht. Also habe ich mal ein Foto gemacht:



Mein Leben als Dieb

 

Wann fing das an? Ich schätze, es war 1980. Wir hatten gerade mit dem Rauchen angefangen. Trafen uns nachmittags hinter der Sporthalle und qualmten. Manche pafften noch, aber der Lungenzug wurde uns in kurzer Zeit zur Gewohnheit. Einstiegsdroge Nikotin. Alle Eltern rauchten damals. Zuhause ein paar Zigaretten mitgehen lassen, kein Problem.

Aber irgendwann brauchten wir mehr. Ich steigerte meinen Konsum von drei Zigaretten pro Woche auf eine tägliche Dosis von mindestens einer Zigarette. Das Taschengeld brauchten wir für Mad, Zack und Titanic, Süßigkeiten und Eis. Zum Thema Droge gehört auch immer das Thema Beschaffungskriminalität, nicht nur für die Junkies, die damals am Bahnhof Zoo rumlungerten, sondern auch für Gymnasiasten in einem Provinznest.

Wir machten es zu zweit. Das war der Plan. Wenn wir es nicht gebacken kriegen, kein Problem. Abbruch und Abflug. Ein kleiner Tante-Emma-Laden. Mein Freund lenkte die einzige Frau im Laden ab. Fachfragen zum Kleingedruckten auf einer Kekspackung oder so. Er hat damals improvisiert, während ich vorne an der Kasse stand. Als sie mir beide den Rücken zukehrten, habe ich mir zwei Schachteln Kippen gegriffen und bin einfach gegangen.

Ein paar Minuten später saßen wir auf einer Parkbank und konnten vor Aufregung kaum sprechen. Es hatte geklappt! Wir waren nicht erwischt worden. Droge Adrenalin. Dopamin. Kannte ich bisher nur vom Fußball, wenn ich ein Tor geschossen hatte. Ich riss die Packung Camel auf und klopfte lässig zwei Zigaretten raus. Wir fühlten uns wie Sieger, als das gestohlene Nervengift in unseren Körper sickerte.

Rückblende. Kindheit. Meine Mutter und meine Großmutter waren Kriegsflüchtlinge. Hatten damals nix. Haben das Stehlen gelernt. Und es ist nie wieder weggegangen. Meine Mutter vertauschte die Preisschilder in Supermärkten, stopfte sich den Mund mit Obst voll und legte die Bravo für meine Schwester in die Bildzeitung. Ich habe mich als Kind zu Tode geschämt und bin an der Kasse tausend Tode gestorben. Meine Mutter hatte Ruhepuls. Oma genauso.

Es blieb natürlich nicht bei Zigaretten. Ich brauchte nicht nur regelmäßig Nikotin, sondern auch Lesestoff. Bücher. Bald war ich in der großen Pause regelmäßiger Gast in einer Buchhandlung in der Nähe unserer Schule. Schon das Verlassen des Schulhofs war ein Bruch der Regeln, aber wenn du regelmäßig erfolgreich die Regeln brichst, bekommst du eine Hornhaut. Die Buchhandlung war aufgebaut wie eine Bibliothek. Reihen von Regalen bis zur Decke, die vom Kassenbereich nicht eingesehen werden konnten. Dort steckte ich die Beute in die großen Innentaschen meiner Jeansjacke. Bis Ende vierzig habe ich solche Kleptomanenjeansjacken getragen, obwohl ich da schon längst nicht mehr geklaut habe.

Da war ich schon fünfzehn oder sechzehn. Mein Freund hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits aus der Branche verabschiedet. War beim T-Shirt-Klauen in einem Kaufhaus erwischt und von der Polizei nach Hause gebracht worden. Analoger Shitstorm mit Gebrülle, Taschengeldentzug und Ohrfeigen. Bei mir ging es in die andere Richtung. Ich wurde mutiger. Klaute am Zeitschriftenständer der Buchhandlung, also quasi direkt neben der Buchhändlerin, regelmäßig den Playboy. Dazu Penthouse und Lui. Ich wurde der King in meinem Freundeskreis. Bilder von nackten Frauen waren damals wertvoller als pures Gold. Durfte man erst ab 18 kaufen.

Der Höhepunkt war der Plattenladen in Bahnhofsnähe. Ein winziges Geschäft, vielleicht dreißig Quadratmeter Fläche und vollgestopft mit LPs und Singles. Oft war ich allein mit dem Verkäufer im Laden. Rücken zum Verkäufer, Platte in die Jeansjacke geschoben, Knöpfe zu und im Rausgehen noch freundlich Tschüss sagen. Teilweise habe ich meine Beute auf dem Schulhof verkauft. Sie haben Interesse an großen Titten und Rock’n Roll? Wenden Sie sich vertrauensvoll an die Firma Eberling.

Wann hörte das auf? Vermutlich nach dem Abitur, als ich erkannte, dass man mit Dope viel leichter an Geld kommen konnte als mit gelegentlichem Kleinganoventum in den Läden meiner Heimatstadt.   

P.S.: Ich habe mal einen Tag für Woolworth gearbeitet und sollte die Kunden zählen. Ich habe dort nie etwas geklaut, weil es unter meiner Würde gewesen wäre. Außerdem sind die großen Läden immer gut überwacht. Ich sitze also mit meiner Strichliste an einer Kaffeebar im Kassenbereich, als der Typ hinter der Theke („Barista“ sagte man damals noch nicht) mit einem Plastikbecher Kakao zu mir kommt und ihn vor mir abstellt. „Von dem Mann da drüben“, sagt er und geht. Ich sehe zu dem Mann rüber und er nickt mir zu. Wie im Western. Saloon-Szene. Ich nehme also meinen Becher und gehe lässig zu ihm hinüber. Er stellt sich als Ladendetektiv vor. Er fragt, ob ich nicht Lust hätte, als sein Assistent zu arbeiten. Aushilfsweise, wenn im Kaufhaus viel los ist. Er prahlt damit, wie viel man in dem Job verdienen kann. Er weiß nicht, wer ich wirklich bin. Mit meinem Fachwissen als Ladendieb wäre ich der perfekte Jäger gewesen. Aber die Seiten wechseln? Teil des Systems werden? Ging einfach nicht.  

Extrabreit - Kleptomanie (Remastered Real Video) (1982) - YouTube

Mittwoch, 17. November 2021

Plädoyer gegen eine Pflicht

 

Warum gibt es eine Führerscheinpflicht? Das ist ein Eingriff in meine Grundrechte. Warum mischt sich der Staat ein? Es ist meine Entscheidung, ob ich einen Führerschein mache oder nicht. Es ist meine Gesundheit, um die es geht. Ich habe ein Recht aufs Autofahren! Wer verursacht denn die ganzen Unfälle? Es sind die Leute mit Führerschein. Aber Fahrer ohne Führerschein werden schlimmer behandelt als die Juden im Dritten Reich. Aber das darf man ja heute nicht mehr sagen.

Balzgesang der westfälischen Schweinebauern


Blogstuff 646

„Hier is doch nüscht unn zwar janztägich.“ (Warten auf’n Bus)

Die Meinung trennt uns, die Dummheit vereint uns wieder. Twitter & Co. haben auch etwas Tröstliches.

Es ist wie in den Terminator-Filmen. Ein Krieg zwischen Menschen und Maschinen. Aber die Maschinen machen keinen Aufstand. Im Gegenteil. Sie dienen uns. Autos, Flugzeuge, Industrieroboter, Serverfarmen. Und indem sie uns dienen, zerstören sie unsere Welt.

Bonetti zieht nächstes Jahr nach Steinreich in Brandenburg (Landkreis Dahme-Spreewald). Einfach, weil der Name so geil ist. Reich wie ein Stein, reich an Steinen. Oder so.

Hätten Sie’s gewusst? Der Wal ist gar kein Fisch und der Penis eines Blauwals ist so groß wie ein VW Polo.

Ich habe noch nie einen Podcast gehört. Wenn sich zwei Leute unterhalten, ist das noch lange keine Unterhaltung in meinem Sinne. Machete redet nicht. Machete ist nicht bei Lanz oder Will. Ich brauche Explosionen, Verfolgungsjagden und Sternenkreuzer.

Der Text zum Pro und Contra zum Thema Weihnachtsmarkt mit dem Titel „Die Endlösung der Budenfrage“ entfällt leider coronabedingt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass in diesem Jahr Weihnachtsmärkte stattfinden, auf denen völlig überteuerter Schwachsinn verkauft und eine ekelhafte Billigplörre namens Glühwein zu Mondpreisen ausgeschenkt wird - und dann triffst du noch die ganzen Knalldeppen, denen du ein Jahr lang erfolgreich aus dem Weg gegangen bist.

Ab dem Sommersemester 2022 wird Andy Bonetti Professor für Blogologie an der Schlecky-Silberstein-Universität in Mumpitz an der Knatter.

Corona-News. Die gute Nachricht: Es sind noch Betten frei. Die schlechte Nachricht: Sie stehen in der Pathologie.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er wurde von Andy Bonetti für seine Verdienste um das Hunsrücker Verlagswesen zum Great Master and First Knight of the Most Honourable Order of Wichtelbach ernannt und freut sich schon auf die bevorstehende Erhöhung des Mindestlohns durch Kanzler Scholz.

Hätten Sie’s gewusst? Yvette Mimieux, die im Film „Die Zeitmaschine“ das Eloi-Mädchen Weena spielte, war 1964 die erste Frau im amerikanischen Fernsehen, deren Bauchnabel zu sehen war.

Wenn man den dahingenölten Spruch „Ich finde, du bist total kommerziell geworden“ hört, weiß man, dass man es geschafft hat. Kann das mal bitte jemand in den Kommentarbereich schreiben?

Frankie Knuckles - The Whistle Song (Virgin Records 1991) - YouTube


Chucky - Die Mördersuppe