Mittwoch, 31. März 2021

Heute hauen wir auf die Pauke

 

Blogstuff 580

„Hoffentlich wird es nicht so schlimm, wie es schon ist.“ (Karl Valentin)

Appelle an die Eigenverantwortung. „Esst weniger Fleisch!“ „Fahrt weniger mit dem Auto!“ „Macht mehr Sport!“ „Fliegt über Ostern nicht nach Malle!“ Genau mein Humor.

Lesen Sie in der neuen Ausgabe der russischen Subkulturnaja Gaseta das große Bonetti-Interview zum Thema Zinngießverbot am Karfreitag.

Das Bildungsbürgertum pflegt den profanen Religionsersatz, sei es Marx oder Markt, und verhält sich dabei äußerst ökonomisch, den für diesen Glauben gibt es weder Gottesdienste noch Feiertage. Politik und Wirtschaft sind gerade an fußballfreien Tagen beliebte Gesprächsthemen.

Hätten Sie’s gewusst? Selbstbetrug ist nicht strafbar.

Mein Urgroßvater besaß sieben Hektar Ackerland und Weiden, zehn Rindviecher, vier Schweine, zwei Pferde (die im Krieg allerdings von der Wehrmacht beschlagnahmt wurden) und einen Hühnerhaufen. Ein reicher Mann. Sein Urenkel blickt heute auf einen Garten voller Singvögel, in dem nichts Essbares wächst.

Kultur: Für Neues, Ungewöhnliches und schwer Verständliches wird es in der Post-Corona-Zeit keinen Platz geben.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er ist jetzt Vizepräsident des Cyber-Sicherheitsrats Wichtelbach-Nord.

Wir werden uns später einmal an die Jahre 2020 und 2021 gar nicht mehr erinnern können. Alles, was im Gedächtnis bleibt, ist „Corona“ und „Lockdown“. Es ist wie in einem Märchen, in dem das ganze Land schläft.

Bei guter Führung werden wir im Herbst aus der Pandemie entlassen. Leider haben wir die Regierung Merkel.

Turboradikalisiertes Lumpenproletariat, Birkenstock-Fetischisten, naive Salonbolschewisten, Vollkorn-Extremisten, vom Kreml bezahlte Friedenswinsler, Klima-Nazis und kubistische Maler werden im Herbst die Regierung stellen. Ich habe euch alle gewarnt!

Angst und Empörung sind die Rohstoffe, die von den Medienkonzernen täglich abgebaut werden.

Ihr wollt Vitamin D, seid aber gegen die Erderwärmung. Entscheidet euch mal!

Fange jetzt ein Tagebuch an: „Kontaktlos – Milieustudie“.

Ich wäre gerne depressiv, aber ich bin so antriebslos.

Mein Werbeslogan „Bayer con dios“ wurde abgelehnt. Es heißt auch nicht mehr Slogan. Beantrage jetzt Novemberhilfe.

Duffy - Mercy - YouTube

Länderspiele ohne Müller und den Bifi-Mann. Sinnlos.

Dienstag, 30. März 2021

Bilderwelten, Weltbilder 71

 













Der neue Ride-Thru in Wichtelbach.

Ein Bohnenhändler aus Wiesbaden

 

Ein Bohnenhändler aus Wiesbaden zündete eines Morgens sein Haus an und ging als Regenmacher ins Erzgebirge. Er kam in ein kleines, abgelegenes Dorf und klopfte an die erste Tür, die er sah. Ein junger Mann öffnete ihm und er sagte, er sei Regenmacher und er suche eine Unterkunft. Der junge Mann antwortete, der Forellenfischer sei letzte Woche gestorben und seine Hütte sei frei. Er erklärte ihm den Weg und bat um Regen in den nächsten Tagen. Der Regenmacher fand die Hütte unverschlossen und trat ein. Er hing seinen Regenmacherhut an den Haken und stellte seinen Regenmacherstab in die Ecke. Es gab einen Herd, neben dem ein Stapel Brennholz lag. Bohnen hatte er reichlich in seinem Rucksack und der Bach war nicht weit. So war für ihn gesorgt.

Im Dorf gab es einen ungewöhnlichen Brauch, den der Regenmacher noch nicht kannte. An jedem ersten Sonntag im Monat durften alle Dorfbewohner in alle Häuser des Orts und konnten mitnehmen, was immer sie wollten. Es galt nicht als Diebstahl und niemand durfte am Forttragen gehindert werden. Alle Türen waren unverschlossen. Und so herrschte eines schönen Tages ein munteres Treiben, das der Regenmacher zunächst nicht begriff. Als eine Frau in seine Hütte kam und sich den Regenmacherhut aufsetzte, war er empört. Lachend erklärte ihm die Frau den alten Brauch. So werde ihm Dorf alles gleichmäßig geteilt, Geld hätte hier niemand und durch Tausch käme in den nächsten Tagen alles wieder in Ordnung.

Der Bauer nahm sich beim Schmied einen Schürhaken und der Schmied beim Bauern einen Sack Kartoffeln. Der Tuchmacher holte sich beim Braumeister eine Kanne Bier und der Braumeister holte sich beim Tuchmacher ein neues Wams. Die Kinder holten sich beim Spielzeugmacher Spielsachen und der Spielzeugmacher holte sich bei den Eltern Schinken, Wurst und Eier. Der Regenmacher fand Gefallen an diesem munteren Spiel und holte sich eine Flasche Wein, Käse und Brot. Als er in seine Hütte zurückkam, waren auch sein Regenmacherstab und die Bohnen verschwunden. Am nächsten Tag tauschte er seinen Stab und seinen Hut gegen ein paar geräucherte Forellen, die er in einem Schuppen neben seiner Hütte gefunden hatte.

Wer viel hatte, dem wurde viel genommen. Wer wenig hatte, dem wurde wenig genommen. So hatte alles im Dorf seine Ordnung. Der Regenmacher führte seinen Tanz auf und eine Stunde später goss es in Strömen.

Toto - 99 [HQ] - YouTube

Montag, 29. März 2021

Verblühte Landschaften – Deutschland in der dritten Welle

 

Blogstuff 579

„Ich wäre längst ein reicher Mann, wenn ich das Weltmonopol auf diese kleinen Party-Frikadellen hätte.“ (Heinz Pralinski)

„Es bleibt ein überwältigender Eindruck von Planlosigkeit“, heißt es in der TAZ zur Pandemie-Politik in Deutschland. Hätten wir doch wenigstens eine funktionierende Verschwörung.

In Amerika ist jetzt die Variante B-52 aufgetaucht. Büffel- und Erdbeerquote stabil.

Andy Bonetti hat alle Doppel-Null-Agenten (null Einkommen, null Mitsprache) zu einer Konferenz eingeladen. Ziel: Innerhalb von zwölf Monaten soll Bonetti auf das Cover des Time-Magazins oder der TV-Spielfilm kommen.

Erinnern Sie sich noch an den Boxer Maik Theissen, Schwergewichtsmeister der DDR in den achtziger Jahren?

Ein Jahr Pandemie. Die Fritteuse steht inzwischen auf meinem Schreibtisch.

Neulich im Kicker: „Gladbach sucht einen neuen Trainer – kein Kommentar von Bonettis Berater.“

Gute Nachrichten für Ostern: alles hat geschlossen, aber Ihre Wohnung hat auf.

Der Bonetti-Avatar in diversen Spielen hat Stärken und Schwächen. Stärken: Essen, Sitzen. Schwächen: Geschwindigkeit, Kampfstärke.

Meine Generation wird „Generation X“ genannt. Finde ich doof. Was ist mit „Generation Flummi“ oder „Generation „Hubba Bubba“?

Da fällt mir ein: Man sieht immer weniger Menschen, die Kaugummi kauen. Man tritt auch nicht mehr in Kaugummi, wenn man unterwegs ist.

Ich hatte noch nie eine Zoom-Sitzung.

Die Kultur gehört zu den Verlierern der Pandemie. Das ist Konsens. Stimmt das? Ähnlich wie in anderen Wirtschaftszweigen sind die Großen die Gewinner, die Kleinen die Verlierer. Maler, Bildhauer und Autoren, die nicht von Vernissagen und Lesungen abhängig sind, verdienen weiter ihr Geld. Musiker und Schauspieler, die in Theatern und Orchestern fest angestellt sind, spüren die Krise nur rudimentär. Alle anderen, Comedians, E-Gitarristen, Pantomimen usw., sind die wahren Verlierer. Sie waren immer Einzelkämpfer und bilden jetzt keine schlagkräftige Interessenvertretung. Ich kann mir im Internet ihre Arbeit weiter anschauen und sie beliefern mich in den sozialen Medien sogar kostenlos weiter.

"Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!" Schon die Kindheit war Diktatur. Hausaufgaben waren Homeoffice. Schlafenszeit = Ausgangssperre. Nieder mit dem Sandmännchen!

Janis Joplin- Me and Bobby McGee - YouTube

Wie läuft es eigentlich bei Nord Stream 2?

 

Sonntag, 28. März 2021

Der Brüller

Das kannst du dir nicht ausdenken. Aber so sieht das Ergebnis der Stichwahl zum Bürgermeister von Boppard aus. Und wer gewinnt kurz vor Ostern? HASENEIER. Natürlich. Wer hätte angesichts der schwierigen Lage des Osterhasen in diesen unseren Zeiten sein Kreuz bei der SPD gemacht?



Bilderwelten, Weltbilder 70

 












Gereizt? Jetzt kommt Fun in die Fundemie



„Menschenskind, Buletti, äh, Bonetti. Mit 54 kriegen Sie doch keine Impfung. Jetzt wird erstmal künstlich beatmet. Wir müssen ja auch auf unsere Kosten kommen, sonst machen die Hausärzte den ganzen Reibach mit Corona.“




„Draußen nur Kännchen - und zwar Astra Zynica.“




„Schwester, gibt’s noch ein Tässchen vom guten Biontech?“

„Ist leider schon wieder alle. Aber Sie können sich gerne mal rasieren und die Haare schneiden lassen, elender Hipster-Doc.“




„Die Aktionäre sehen die leeren Intensivbetten nicht gerne. Aber bald kommen ja die Malle-Urlauber zurück.“




Ostern am Ballermann.

Samstag, 27. März 2021

The king has entered the building: Andreas Glumm

Endlich gibt es die wunderbaren Geschichten meines hochgeschätzten Kollegen Glumm als Buch. 

Eine Zierde für jedes Wohnzimmeregal.

Ehrenmann, wer es kauft. 

Die Dame von Welt bestellt zwei und verschenkt eines.

"Geplant war Ewigkeit", das ist der Titel.

Der Verlag schickt mir in den nächsten Tagen ein Rezensionsexemplar zu und ich werde mich im April sehr ausführlich zum ersten Buch von Andreas Glumm äußern.

Jahrgang 1960 - jetzt startet er durch.

Ich drücke die Daumen, bis die Gichtknochen knacken.




Meanwhile am Legoland-Kanal in Wichtelbach - Quo vadis, Welthandel?

 



Wut

 

Erwin Manteuffel war ein Mann mit festen Gewohnheiten und unerschütterlichen Überzeugungen. Als er, wie jeden Morgen, mit seiner Zeitung in den Park ging, lag auf seiner Bank ein junger Mann und schlief. Er konnte es gar nicht fassen. So eine Unverschämtheit. Aber wer weiß, was geschehen wäre, wenn er den Mann geweckt hätte? Bei jungen Leuten ist schließlich mit allem zu rechnen. Manteuffel war mit seinen 73 Jahren noch recht rüstig, aber er ging einer möglichen Auseinandersetzung aus dem Weg, und setzte sich auf eine andere Bank.

Arbeitslager, dachte er. Der Junge gehört ins Arbeitslager. Dem würde ich die Flötentöne beibringen. Morgens um sechs raus. In Reih und Glied antreten und dann ab in den Steinbruch. Da vergehen dir die Flausen, du Rotzbengel. Schläft am helllichten Tag auf der Parkbank, wo anständige Menschen längst an ihrem Arbeitsplatz sind.

Seine Fäuste zerknüllten die Zeitungsränder und er atmete schwer. Manteuffel sah sich in Uniform, wie er über den Lagerplatz brüllte. Wenn man auf Leute wie ihn hören würde, wäre die Welt endlich ein schöner Ort. Zucht und Ordnung. Er betrachtete die Überschriften auf der ersten Seite. Unruhen im Kongo. Hätte es mit Manteuffel nicht gegeben. Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Bei ihm gäbe es nur Wasser und Brot. Und Arbeitslager.

Volker Höhn wachte auf und setzte sich. Mit beiden Händen rieb er seine Schläfen. Wie war er auf diese Parkbank gekommen? Er konnte sich an nichts mehr erinnern. Traumblöde blickte er über die Wiese, die sich vor ihm bis zu einem kleinen Teich erstreckte. Er hatte noch nicht mal eine Jacke an. Seine Hosentaschen waren bis auf etwas Münzgeld leer. Neben der Bank standen zwei leere Bierflaschen und ein umgekipptes Jägermeister-Fläschchen. Wo war er gestern Abend gewesen? Es dauerte ein paar Minuten, bis die Erinnerungen wieder kamen. Auf der Bank neben ihm saß ein alter Mann mit einem ungesund wirkenden knallroten Schädel.

Er war mit seiner Freundin bei seinem Chef zum Grillen gewesen. Der alte Osthofen war frisch geschieden und lebte mit seinem Hund allein in einem Haus am Stadtrand. Sie hatten erst einen Aperol-Spritz getrunken, dann waren sie zu Sekt und Bier übergegangen. Die Steaks waren köstlich. Danach einen Schnaps. Höhn bemerkte zu spät, dass er schon völlig betrunken war. Die Stimmung war ausgelassen. Der Chef hatte einen Ghettoblaster auf die Terrasse gestellt und tanzte mit seiner Freundin. Er hatte den Arm um sie gelegt und sie lachten beide ausgelassen.

Dann brannten seine Sicherungen durch. Höhn ging zu ihnen hinüber und schlug seinem Chef eine Bierflasche über den Schädel. Seine Freundin gab ihm eine Ohrfeige. Er rannte durch den Garten davon, trat dem völlig überraschten Köter noch in den Arsch und verließ das Grundstück. Seine Jacke mit dem Hausschlüssel, dem Handy und der Brieftasche hing noch an der Garderobe. Er hatte alles verloren. Seine Freundin. Seinen Job. Seine Schlüssel. Seine Papiere. Seine Hoffnung. Seine Zukunft. Er konnte sich genauso gut wieder hinlegen.

REO Speedwagon - Can't Fight This Feeling (Official HD Video) - YouTube

 

Freitag, 26. März 2021

Bonettis Reise nach Elysion

 

Blogstuff 578

„Sei du der Dinge Herr, nicht Knecht.“ (Horaz)

Hätten Sie’s gewusst? Auf der Insel der Seligen herrscht ewiger Frühling. Wen die Götter lieben, machen sie unsterblich und schicken ihn nach Elysion. Dort gibt es einen Trank, der dich alles irdische Leiden vergessen lässt.

Lustig: Covidioten “argumentieren”, die Wissenschaftler hätten ja gar nicht immer dieselbe Meinung, präsentieren uns aber im Anschluss sofort ihre unwiderlegbaren Götter wie Bakdhi, Schiffmann oder Wodarg. Finde den Fehler.

Kein Witz: Ich träume, dass ich an einem Forschungsinstitut arbeite. Meine Chefin erklärt mir, ich solle meine Doktorarbeit über die Vorzüge des rheinhessischen Weins schreiben. Sie gibt mir detaillierte Anweisungen, wie ich die Arbeit aufzubauen habe. In der nächsten Szene spiele ich mit meinem Winzer hier im Dorf auf einer Wiese Fußball. Dann wache ich auf.

Dem Suezkanal steckt ein Schiff quer im Hals. Wie bekommen die geschlossenen Klamottenläden in Europa jetzt die T-Shirts aus China?

Am Wochenende ist das erste Formel-1-Rennen der Saison 2021 in Bahrain. Die dortige Regierung hat den Teams Corona-Impfungen angeboten, die Teams haben ihren Mitarbeitern die Entscheidung überlassen, sich impfen zu lassen. Viele haben das Angebot angenommen. Es gab den guten BioNTech-Stoff aus Mainz. Ich fordere jetzt die Impfung aller Bundesligaspieler. Ja zu Privilegien!

Wo soll ich denn jetzt einen Weihnachtsbaum herkriegen? Danke, Merkel!


Warum haben Scheichs, Oligarchen und Andy Bonetti eigentlich Superyachten von über hundert Metern Länge? Weil man in Krisenzeiten in internationale Gewässer verschwinden kann. Weil es in internationalen Gewässern keine Polizei und kein Finanzamt gibt. Und weil man einfach immer mobil ist, notfalls über Monate. Ein Privatflugzeug muss relativ schnell wieder landen. In einem Land mit Polizei und Finanzamt. Die „Nostromo“, meine schneeweiße Yacht mit Hubschrauberlandeplatz, liegt gerade vor Zypern. Das Wetter ist herrlich und die Mandelbäume blühen. Wann kaufen Sie sich Ihre eigene Yacht?

Ich gehe neben dem Sherriff in eine amerikanische Polizeistation. Man hat mich aus Deutschland in dieses Provinznest gebeten, damit ich an der Lösung eines Falls mithelfe. Der Sherriff zeigt mir mein Büro und geht. Ich setze mich an den leeren Tisch, auf dem nur ein Glas und eine Wasserflasche steht. Ich kann das Glas und die Flasche verbiegen wie Gummi. Sie zerbrechen nicht, sondern haben nach ein paar Sekunden wieder ihre alte Form. Auf dem Boden liegt ein Elch, der mich angrinst. Ich weiß, dass ich träume. Ich gehe ins Nachbarzimmer, wo drei junge Frauen arbeiten, die ebenfalls aus Deutschland sind. Ich sage ihnen, dass ich den Chef sprechen möchte. Eine Frau, die ein altmodisches dunkelblaues Kleid aus den fünfziger Jahren trägt, erklärt mir, der Chef sei im Augenblick nicht da. Ich laufe trotzdem los, um ihn zu suchen. Dann wache ich auf.

Talk Talk - I DON'T BELIEVE IN YOU - 1986 - YouTube


Kennen Sie den Film „Dumm & Dümmer“?

Donnerstag, 25. März 2021

Der große Bonetti-Rätselspaß – Jetzt mit noch mehr Kassenbons

 

Es ist Donnerstagvormittag und Rewe ist voller Hausfrauen und Rentner. Ich bin der einzige Mann im arbeitsfähigen Alter. Das ist die empirische Basis für meine nun folgende Analyse.


An diesem Kassenbon hatten Dr. Watson und ich zu knabbern. Putenschnitzel, Geflügelsalat, Tomaten, Lauch und fast ein halbes Kilo Zucchini geben den ersten Hinweis auf eine Frau. Männertypisches wie Alkohol, Bratwürste und Grillfleisch fehlt völlig. Die drei Sorten „Grillies“ musste ich recherchieren. Das sind Snacks für Katzen. Die „Kaustreifen Pansen“ sind für einen Hund. Allerdings wurde kein Hunde- und Katzenfutter gekauft. Offenbar besorgt sie sich die Hauptmahlzeiten für ihre Tiere woanders, z.B. im „Fressnapf“. „Eier bunt“ sind natürlich Ostereier. Dazu Kinder-Bueno und Tiefkühlpizza. Das sind typische Lebensmittel für Kinder. Aber man kann sich heutzutage nicht sicher sein, da die Infantilisierung der Gesellschaft weit vorangeschritten ist. Ich schätze, die Frau ist über dreißig, weil junge Leute keine Zigaretten kaufen. Erschüttert hat mich der Kauf von Toilettenpapier. Ich habe schon seit Monaten niemanden mehr TP kaufen sehen. Ein klarer Hinweis auf die dritte Welle!


Diesen Bon kann ich ganz klar einer Frau zuordnen. Abitur und Studium. Besserverdienende. Unmengen an Hühnerbrustfilet, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und Balsamico-Creme. Das kauft kein Mann. Nicht im Hunsrück. Der teure Wein. Männer sind Wirkungstrinker, sie geben nie mehr als fünf Euro für eine Flasche Wein aus. Die zwei Kinder-Überraschungseier deuten auf ein Kind im Alter zwischen fünf und zehn Jahren hin. Alleinerziehend. Grün-Wählerin. Achten Sie auf das Ende des Bons: Orangensaft, Bionade, vier (!) Liter fettarme Milch (ich rieche förmlich das Müsli) und noch irgendwelches Bio-Zeug. Da musste ich kurz nachschauen. Elisabethen Quelle. Wokes Mineralwasser. Was mich irritiert: Für wen sind die Mettenden?


Endlich: ein Presseerzeugnis. Für 2,10 €. Vermutlich eine Illustrierte oder eine TV-Zeitschrift. Hier möchte jemand die vierte Gewalt stärken. Bravo! Der Dorfintellektuelle von Wichtelbach war hier. Wurst, Brot, Süßigkeiten, Nudeln und Reis. Kein Alkohol. Sehr lobenswert. Der Bon könnte glatt von mir sein, oder? Schreiben Sie Ihre Analyse zur dritten einkaufenden Person bitte in den Kommentarbereich.

Van Morrison - Caledonia Soul Music - YouTube

 

Mittwoch, 24. März 2021

Sonne, Mond und Gendersterne

 

Blogstuff 577

„In welches Verderben stürzest du doch die Sterblichen, o fluchwürdiger Hunger nach Gold.“ (Vergil)

BILD: „Über Ostern muss Deutschland in einen Knallhart-Lockdown!“ Was genau ist der Unterschied zur aktuellen Lage? Die Supermärkte schließen am 1. April. Das ist alles. So etwas nennt sich nicht Strategie, sondern Aprilscherz.

Im Restaurant "Sigmund Freud" schmeckt es wie bei Muttern.

Hilft es, wenn man als Übergewichtiger erklärt, man habe eine „schwere Kindheit“ gehabt?

Warum kaufen McDonald‘s und Burger King nicht einfach Impfstoff und machen im Drive-Thru ein Bombengeschäft?

Ich kann mir im Hypermarché unseres Dorfkosmos, im Globus in Gensingen, wo allein die Weinabteilung größer ist als die meisten Supermärkte, wo es eine Apotheke, eine Post usw. gibt, Klamotten und Kochtöpfe kaufen, im Fachgeschäft aber nicht?

Wir müssen Nahrung aufnehmen und die unverwertbaren Reste ausscheiden, sonst sterben wir. Wir müssen Informationen aufnehmen – aber könnten wir nicht auf Twitter, Facebook, Insta und den ganzen Rotz verzichten?

Die aktuelle Lage ist perfekt für alle Verschwörungsnazis, die glauben, die Rothschilds und der jüdische Finanzimperialismus stünden hinter der ganzen Seuche. Die sechs Millionen Juden in Israel wurden als erste geimpft, die sechs Millionen Juden in den USA sind fast durch, aber die Arier im Deutschen Reich kriegen nicht genug Impfstoff.  

Jens Spahn hat das schmierige Lächeln eines mexikanischen Heiratsschwindlers, wenn er wieder irgendwelche „Erfolge“ ankündigt.

Als Kinder sind wir das ganze Jahr ins Wohnzimmer gegangen und wieder hinaus. Nichts Besonderes. Aber an Weihnachten wurde die Tür abgeschlossen und angeblich begab sich in diesem Raum ein Wunder, denn das Christkind kam, brachte Geschenke und plötzlich hatten wir einen Nadelbaum voller Schmuck in der Bude. Wir waren begeistert und niemand hat den Spuk hinterfragt. So läuft das heute immer noch mit angeblich geheimen Informationen, die uns eine Internetseite, ein Nachrichtenmagazin oder eine Fernsehsendung präsentiert. Mach es spannend für die Kids – und sie fressen dir aus der Hand. Mit dieser Showeinlage glauben sie dir alles.

Ich will kein Spielverderber sein, aber auch in diesem Jahr wird es keine Volksfeste, keine Jahrmärkte, keine Rockkonzerte und keine anderen Veranstaltungen geben.

The Rolling Stones - Prodigal Son (Official Lyric Video) - YouTube



Dienstag, 23. März 2021

Endlich: Bonetti macht einen Salattag

 

„Extrablatt! Extrablatt!“ rufen die Zeitungsjungen an den Straßenecken. „Bonetti will abnehmen!“

***

Es ist dreizehn Uhr, als Meister Bonetti, der auf einem ledergepolsterten Thron sitzt, von vier kräftigen Männern in den Speisesaal seiner Villa getragen wird. Er bekommt eine Serviette umgebunden, dann ertönt das Trompetensignal.

Heute gibt es nur Salat, das hat sich Bonetti fest vorgenommen und den Köchen entsprechende Anweisungen zukommen lassen. Ein livrierter Diener tritt ein und bringt eine kleine Schüssel mit Tomaten-Zwiebel-Salat, der mit einer Joghurtsoße angemacht wurde. Der Mundschenk reicht dazu ein Glas Mineralwasser. Der Meister isst den Salat, ohne das Gesicht zu verziehen oder zu murren.

Der zweite Gang wird gebracht. Es ist Blumenkohlsalat mit Sauce Hollandaise. Andy Bonetti ist so reich, er beschäftigt einen Trompeter, der jedes Mal eine Fanfare spielt, wenn die Dienerschaft den nächsten Gang des Mittagessens in den Saal trägt. Zu diesem Salat passt hervorragend ein leichter, sommerlich frischer Riesling und dem Meister mundet er offenbar vorzüglich. Wir erkennen es am vergnügten Aufblitzen seiner Schweinsäuglein.

Im Anschluss gibt es einen opulenten italienischen Salat. Bonetti beschränkt sich beim Essen auf die hartgekochten Eier, die geviertelt sind, den Schinken, den Käse und die Oliven. Grüner Salat enthält bekanntlich wenig Nährstoffe und noch weniger Geschmacksstoffe. Das Fläschchen Riesling ist schnell geleert und der Meister gibt, zur Förderung seiner gelegentlich trägen Verdauung, einen Mirabellenschnaps in Auftrag.

Der vierte Gang ist ein Nudelsalat. Dazu lässt sich Bonetti eine Flasche Rotburgunder bringen. Der Nudelsalat ist so, wie er ihn am liebsten mag. Erbsen, Mais, gewürfelte Fleischwurst, Eier, Öl, Mayonnaise – und natürlich Nudeln. Mit gutem Appetit verspeist er eine großzügig bemessene Portion. Ein Kirschwässerchen rundet die Sache ab.

Es folgt ein Kartoffelsalat. Er ist bewusst schlicht gehalten. Mit Essig und Öl, Zwiebeln und Speck. Die Hose des Meisters spannt etwas, nachdem er den Teller geleert hat, und er winkt einen der Träger heran. Der Mann schlägt ihm kräftig auf den Rücken und Bonetti macht ein großes Bäuerchen. Die Fenster werden geöffnet.

Der sechste und letzte Gang des Salat-Menüs ist Schweizer Wurstsalat. Er ist die Krönung und die silberne Schüssel ist reich gefüllt. Bonetti trinkt den restlichen Bordeaux aus und lässt sich einen fünffachen Espresso bringen. Das war köstlich. So muss ein Salattag sein, denkt er und lächelt selig.

Soll er noch den Eisbecher mit Waldbeeren essen? Der Meister überlegt kurz und befindet, dass man sich für seine Disziplin durchaus auch einmal belohnen sollte. „Aber nur fünf Kugeln Eis“, befiehlt er streng. „Schließlich mache ich Diät.“  

The Alarm - 68 Guns - YouTube

Montag, 22. März 2021

Funny Lockdown mit Crazy Andy

Ich habe beschlossen, mir aus dem Pappdeckel, den man erreicht, wenn man einen ganzen Blog Block vollgeschrieben hat, einen Fächer zu machen, den ich benutzen werde, wenn ich im Sommer in einer Eisdiele sitze, um einen gigantischen Eisbecher zu futtern. Um ihn zu vollenden, habe ich ein Einhorn auf meinen Fächer gemalt, der im Sommer, wenn ich in einer Eisdiele sitze, um einen gigantischen Eisbecher zu futtern, die anderen Gäste in Erstaunen versetzen und sie zu einem spontanen Applaus ermutigen wird.

Bitte nur positive Kommentare zu meinem Fächer, die Zeiten sind hart genug.




Wer hat es faustdick hinter den Ohren?

 

Andy Bonetti. Wer sonst?

 

Blogstuff 576

„Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“ (Karl Valentin)

Der Wald unbewegt, endlose Stille, am Horizont ein Schwarm fliegender Fische.

Genau heute vor einem Jahr habe ich zum ersten Mal in Unterhosen kalte Würstchen über der Spüle gegessen. Aber man gewöhnt sich an alles.

Ich stand mal direkt hinter Thierse beim Lufthansa-Check-In. Gänsehaut!

Die ganze Debatte um das Gendersternchen und Rassismus bzw. Sexismus in der Sprache nannte man früher semantische Problembearbeitung. Man redet drüber, aber man macht nix. Syrer kriegen immer noch keinen Mietvertrag und Schwarze keinen guten Job. Sprachlich werden Frauen gefördert, Gehaltserhöhung gibt’s keine.

2022: Die erste Fußball-WM auf einem Friedhof.

Die CSU plant den Neubau des Bundesverkehrsministeriums in Form eines Brezels. Neuer Standort: München. Bauminister Seehofer hat die Gelder für Andi Scheuer schon bewilligt.

Mein Vorschlag: Alle positiv Getesteten nach Malle schicken. #DritteWelle

„Die Gesetze des Marktes“ – so wahr.

Mein Motto: Voller Bauch trainiert nicht gern.

Für einen Aufenthalt in New York hatte ich 1998 das billigste Hotel in Manhattan ausfindig gemacht. Das Pioneer Hotel in der Broome Street 341, ganz in der Nähe der Bowery. An der Grenze von Chinatown und Little Italy, zwischen Mafia und Triaden. Die Rezeption war ein vergitterter Kasten, in dem ein Mann saß, dem man die Geldscheine durch einen schmalen Schlitz zuschob. Das völlig heruntergekommene Zimmer hatte kein Bad, nur ein Waschbecken in der Ecke. Über die Wände marschierten auch tagsüber leguangroße Kakerlaken. Genau zehn Jahre später stirbt Heath Ledger in der Broome Street 421, nur vierhundert Meter entfernt. Hammer, oder?

Der böse alte Goebbels wusste noch, wie man eine Wahlkampagne macht. Im Freistaat Lippe fanden am 15. Januar 1933 die letzten freien Landtagswahlen vor der Machtergreifung statt. Hitler hielt 17 Reden in 11 Tagen, auch Göring, Goebbels und ein Sohn von Willem Zwo traten auf. Ergebnis: 39,5 Prozent – ein Plus von 36,1 Prozent gegenüber der letzten Wahl. Die NSDAP war aus dem Nichts zur stärksten Partei geworden.

Es heißt jetzt nicht mehr Fußballerin und Fußballer, sondern Fußballernde.

HOLE IN MY SHOE (1967) by Traffic (incredible stereo mix) - YouTube


Kontraindikator der Herzen.