Montag, 30. November 2020

Zypernmontagverkauf endet in zwei Stunden

 Weihnachtsgeschenke und Immobilien für wenig Mäuse. Die  Angebote gelten bis Mitternacht!





Regierungserklärung von Bundeskanzler Andy Bonetti 2021

 

Aufbruch in die Zukunft: Deutschland gemeinsam erneuern

Sehr verehrte Herrinnen und Herren, liebe Ejakulierende und Menstruierende, hochgeschätzte Diverse! Ich grüße alle Regierten und auch den Rest der Welt, der gerade zuhört.

Die Gewählt habenden haben sich für eine Politik der Erneuerung entschieden und den Bonettistas unter meiner Führung eine satte Mehrheit gegeben. Danke! Verändern und Bewahren stehen nicht im Widerspruch zueinander. Sie bedingen einander. Leistung und Geborgenheit, Selbständigkeit und Hilfsbereitschaft sind keine Gegensätze. Sie sind untrennbare Teile unserer Vision von der Zukunft Deutschlands in einer Welt, die sich, wie wir wissen, dramatisch verändert. Deutschland wird seine schöpferischen Energien für Werke des Friedens, der Freiheit und der Gerechtigkeit einsetzen. Es wird ein Ort guter Nachbarschaft sein und in der Völkergemeinschaft als zuverlässiger Freund auftreten und handeln. Dieses Ziel, meine Damen und Herren, ist jeder Anstrengung wert. Wir brauchen jetzt in unserem Volk ein Bündnis für die Zukunft. Ich lade alle dazu ein, mit uns die Erneuerung von Staat und Gesellschaft zu wagen und unser Volk als solidarische Gemeinschaft zu stärken. 

(Beifall der Bonettistas - Lachen bei Abgeordneten der Judäischen Volksfront und der Volksfront von Judäa)

Es ist Ihre Sache, dabei zu lachen. Das zeigt auch die Lage, in der Sie sich geistig befinden.

Wir müssen deshalb bereit sein, auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und, wenn es nottut, Widerstände zu überwinden. Wir, die bonettistische Bewegung, wollen diese Republik - die Republik des Grundgesetzes - und keine andere. Wer im Zusammenspiel mit Extremisten von links oder rechts, mit Kommunisten oder Neonazis, die Achse unserer Republik verschieben oder verbiegen will, dem werden wir entschieden entgegentreten. Unsere Gegner sind dabei nicht jene Bürgerinnen und Bürger, die aus mancherlei Ärger und Verdruss Radikalen und Extremisten ihre Stimme gegeben haben; sie wollen wir für die demokratischen Parteien zurückgewinnen! Unsere Gegner sind Kader und Funktionäre, die aus der Geschichte dieses Jahrhunderts nichts dazugelernt haben.

Dramatische Veränderungen erleben wir nicht nur im internationalen Umfeld, sondern auch in unserer eigenen Gesellschaft. Die neuen Herausforderungen und Chancen, vor denen wir Deutsche an der Schwelle zum nächsten Jahrhundert stehen, erfordern von uns allen die Bereitschaft zum Umdenken. Zum notwendigen Umdenken gehört, dass wir die Widersprüche offen aus- und ansprechen zwischen dem, was viele Menschen sich wünschen, und dem, was sie dafür selbst zu tun bereit sind.

(Zwischenruf des Abgeordneten Heinz Pralinski: Hört, hört!)

Es wird über eine wachsende Anonymität und den Verlust von Bindungen in unserer Gesellschaft geklagt, aber zu wenige sind bereit, ihr eigenes Handeln an den oft großartigen Vorbildern gelebter Nachbarschaft und praktizierter Nächstenliebe auszurichten. Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern ist als allgemeiner Grundsatz inzwischen unbestritten, aber es wird im Alltag zu wenig dafür getan, Frauen gleiche Chancen zu geben. Uns alle bedrückt die Arbeitslosigkeit, weil wir wissen, was dies für die Betroffenen und ihre Familien bedeutet. Aber Möglichkeiten, auch längerfristig Arbeitslosen den Wiedereinstieg in die Erwerbsarbeit zu erleichtern, werden vielerorts noch viel zu wenig genutzt.

Ein wichtiger Prüfstein für die Menschlichkeit unserer Gesellschaft ist die Art unseres Umgangs mit Ausländern und unsere Bereitschaft, sie zu integrieren. Das gilt natürlich auch für Neger und Rollschuhfahrer. Jeder weiß, dass wir im internationalen Wettbewerb ohne Erneuerung an Zukunftsfähigkeit verlieren. Wir stehen deshalb vor der großen Herausforderung, Innovationsbereitschaft und Dynamik in Wirtschaft und Gesellschaft zu fördern.

Viele sagen und es ist ja auch so, sie litten unter einer Flut von Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften und fühlten sich durch eine Unzahl von Formularen, Anträgen, Veranlagungen und Erklärungspflichten eingeengt und überfordert. Wir sind in der Tat dabei, uns auf allen Ebenen - im Bund, aber auch in den Ländern und Gemeinden - in einem immer dichter werdenden Gestrüpp von bürokratischen Regelungen zu verfangen. Damit verliert die Gesellschaft die Kraft und die Fähigkeit zu Kreativität und Innovation. Die Regierung Bonetti wird daher eine Behörde zur Entbürokratisierung schaffen und ein Gesetz zum Abbau gesetzlicher Regelungen auf den Weg bringen.

Eine zukunftsgerichtete Standortpolitik für Deutschland kann dauerhaft nur dann erfolgreich sein, wenn auch ökologische Notwendigkeiten in richtigem Maße berücksichtigt werden. Wir werden daher die wirtschaftlichen Anreize zu einem schonenden Umgang mit der Umwelt und mit unseren natürlichen Ressourcen weiter verstärken. Im Sinne eines umweltgerechten Verkehrssystems wird die Bundesregierung ihre Politik des ökologisch ausgewogenen Aus- und Neubaus des Straßen- und Schienennetzes und der Binnenwasserstraßen fortsetzen. Unser Ziel ist es dabei auch, die Umweltbelastung durch eine Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik erheblich zu verringern.

Eine freie, eine tolerante und weltoffene Gesellschaft braucht einen Kern an Gemeinsamkeiten, Grundüberzeugungen und Werten. Das bewahrt uns vor jener Hysterie und aggressiven Aufgeregtheit, die unsere öffentlichen Debatten oft heimsuchen und die uns in Wahrheit überhaupt nicht weiterbringen. 

Danke für Ihre Aufmerksamkeit. Das Buffet ist eröffnet.

P.S.: Mit freundlicher Unterstützung von Helmut Kohl. Die Regierungserklärung von 1994 wirkt auch heute noch aktuell.

The Gap Band - Early In The Morning (Official Video) - YouTube

 

 

Sonntag, 29. November 2020

Wer das Spice kontrolliert, kontrolliert das Universum


Blogstuff 526

„Wo ich bin, ist nicht das Feuer, aber die lauwarme Atmosphäre hartnäckiger Blähungen.“ (Friedrich Merz)

Das Leben ist beschissen. Das schreibe ich immer auf die Ansichtskarten, die ich nicht abschicke.

England, Spanien, Italien, Frankreich: Die oberste Fußballliga besteht in allen Ländern aus zwanzig Vereinen. Nur in Deutschland sind es 18. 1 8 !!! Hallo! Bin ich der Einzige, der das erkennt? #noafd

Niemand kennt die Zukunft, niemand weiß, was als nächstes passiert. Aber die meisten Menschen ignorieren diese Tatsache und plärren fröhlich ihre düsteren Visionen ins Netz.

Die 68er in Kurzfassung: Ein Haufen Studenten, der selbst in Berlin nie mehr als zehntausend Demonstranten auf die Straße gebracht hat, laut Ströbele ein harter Kern von etwa fünfhundert Revoluzzern, der mit seiner abgehobenen marxistischen Sprache niemals auch nur einen einzigen Arbeiter erreicht hat und folglich bei der Mobilisierung der Massen gescheitert ist, trifft die Abmachung, dass alle Beteiligten einen „Marsch durch die Institutionen“ beginnen sollen, an dessen Ende man sich an den Schaltstellen der Macht wieder treffen wird, um die eigenen politischen Ziele ohne das doofe Volk zu verwirklichen. Passiert ist leider nichts. Der Kapitalismus mit seinen Planstellen und seinem Plunder hatte die 68er längst korrumpiert. Keine Pointe.

Hätten Sie’s gewusst? Franz Beckenbauer kam per Kaiserschnitt zur Welt.

Star Wars-Fans sagen nicht: „Ich brauche einen Kaffee“. Sie sagen: „Wir müssen die Hilfsenergie auf das vordere Deflektorschild umleiten.“

Ich bin eigentlich seit fünf Jahren im Lockdown, aber ich habe es erst jetzt gemerkt.

Langjährige Leser kennen mich als Gegner des aufrechten Gangs. Unsere Vorfahren hatten vier Hände. Wir haben eine Million Jahre damit verschwendet, aus zwei Händen Füße zu machen. Was kann man mit Füßen anfangen? Versuchen Sie mal, mit Ihrem Fuß einen Hammer festzuhalten und einen Nagel einzuschlagen. Oder machen Sie mit Ihren Füßen mal einen Kartentrick. Noch blöder waren nur die Elefanten, die ihre gesamte Evolution damit verschwendet haben, aus ihrer Nase ein Greifwerkzeug zu machen.

Laut einer Umfrage der FAZ wollen acht Prozent, dass Löw Bundestrainer bleibt. Damit ist er immerhin noch beliebter als die FDP.

„Ohne das Silvester-Geschäft droht der Feuerwerksindustrie das Aus. Womöglich gibt es dann nie wieder Feuerwerk in Deutschland“, sagt Klaus Gotzen, Geschäftsführer des Verbandes der pyrotechnischen Industrie. Gotzen mit G. Wo kommen eigentlich die ganzen Polen-Böller her? Und die China-Kracher?

FREUR Doot Doot 12 inch HQ - YouTube


Bonetti exklusiv: Der neue Impfstoff hat leichte Nebenwirkungen, hilft aber gegen Fracksausen und Höhenangst.

Samstag, 28. November 2020

Aus der wunderbaren Welt der Kassenbons

 

Heute war es wieder mal so weit. In meinem Einkaufswagen liegt der Kassenbon eines unbekannten Menschen. Hastig stecke ich sie ein. Ich kann nicht anders.

Ich sage Ihnen knallhart, was ich denke. Kein Alkohol, kein Fleisch. Das ist der Einkaufszettel einer alleinstehenden Frau. Als erstes hat sie demonstrativ das ganze Obst und Gemüse aufs Band gepackt, deswegen erscheint es auf der Rechnung gleich am Anfang. Was will sie mit vier Päckchen Servietten? Fast zehn Euro bei einem Einkauf von 38,97 € nur für etwas Überflüssiges wie Servietten. Nach dem Essen fährt man sich mit einem genüsslichen Schmatzen mit dem Unterarm über den Mund und das war’s. Ich habe noch nie einen Mann gesehen, der Servietten gekauft hat. Höchstens auf direkten Befehl seiner Ehefrau. Offenbar will die unbekannte Frau backen, Kuchenglasur steht auf ihrer Rechnung. Nachdenklich macht mich die Trauerkarte am Ende. Offenbar will sie sich mit 2 x Eiskönigin trösten.


Millionen Leser in aller Welt fragen jetzt natürlich: Meister Bonetti, welche Waren hast du in deinen güldenen Einkaufswagen gelegt? Hier also, weltexklusiv, meine heutigen Einkäufe (Datum links unten): ein Rumpsteak, Wurst, Brot, Tomaten, Eier, Nudeln, Reis, Marmelade, Chips, Popcorn, vier Flaschen Wein, zwei Kilogramm Vogelfutter, den „Spiegel“ (wegen der Maradona-Titelgeschichte) und die „TV-Spielfilm“ sowie eine sündhaft teure Weihnachtskarte (die einzige, die ich in diesem Jahr verschicken werde). So lebe ich. Offen und ehrlich – das ist Bonetti Media.



Drama, Drama, Drama

 

Sie sah mich mit ihren großen blauen Augen an. Ich beugte mich über sie. Sie zitterte am ganzen Leib. Espenlaub nix dagegen.

„Mir ist kalt“, flüsterte sie.

„Das wird schon wieder.“ Ich versuchte, sie zu trösten, aber ihr Blick sagte mir, dass die Lage ernst war.

„Ich kann meine Beine nicht mehr spüren.“ Ein kraftloses Schluchzen, sie schloss für einen kurzen Augenblick die Augen.

Was sollte ich machen? Behutsam strich ich eine blonde Strähne aus ihrem Gesicht.

„Ich sehe ein Licht.“ Ihre Stimme war kaum noch zu hören.

„Lauf nicht in das Licht“, flehte ich sie an.

Dann schlief sie friedlich ein.

Jeden Abend das gleiche Theater.

Freitag, 27. November 2020

Bilderwelten, Weltbilder 50

 Der Kampf um den CDU-Vorsitz wird mitten allen Mitteln geführt. Gendern im Advent. Shopping für's Vaterland. Und vieles mehr. 












Ein digitaler Alchemist enthüllt seine Geheimnisse


Blogstuff 525

„Vieles an der Deutschen Bahn wird verständlicher, wenn man sich klar macht, dass es sich bei dem Unternehmen um eine Werbemaßnahme der Autoindustrie handelt.“ (Leo Fischer)

Was bisher geschah: Der Krieg zwischen Vampiren und Zombies tobt mit unverminderter Härte in Wichtelbach.

Was mag der Alman an Weihnachten? Richtig: MarzipanKARTOFFELN.

Österreich plant Ischgl II. Diesmal aber mit 1,5 Cocktailschirmchen Abstand.

Scholz hat die intellektuelle Ausstrahlung einer Parkuhr.

Wir kennen den Schmetterlingseffekt aus der Chaostheorie. Der Flügelschlag eines Insekts löst in weiter Entfernung einen Sturm aus. Diesmal war es der Flügelschlag einer Fledermaus.

Es gab mal eine Zeit, in der Mad mein Lieblingsmagazin und Madness meine Lieblingsband waren. Ich finde, das sagt alles über diese Welt.

Habe ich eigentlich schon mal erzählt, wie sehr mir Komiker mit Bauchrednerpuppen auf den Nerv gehen? Wenn ich diese Typen sehe, werde ich regelrecht aggressiv. Ich würde gerne zuschlagen, Gewaltphantasien lodern mir durch die Birne. Und zwar nicht gegen die Puppe, sondern gegen den Komiker. Wozu hat er überhaupt eine Ausbildung gemacht, um ohne Lippenbewegung zu sprechen? (Man nennt diese Technik übrigens „Hyperventilieren“) Glaubt er wirklich, ich würde es nicht kapieren, dass die Puppe, in deren Arsch seine Hand steckt, nicht sprechen kann? Was macht so eine Nummer im Abendprogramm für Erwachsene? 

Zum Glück bin ich aus dem Alter raus, in dem man Knallfrösche wirft. Wenn an Silvester Dinner for One läuft, habe ich schon meinen Micky-Maus-Schlafanzug an und danach geht’s ab in die Heia. #böllerverbot

1962: Andy Bonetti erfindet in Wichtelbach die Sieben-Tage-Woche.

Selbst ein dreifacher Knorpelbruch im Schulterbecken hat mich nicht davon abgehalten, heute meine Schicht im Styroporbergwerk abzureißen. (Ergibt keinen Sinn)

Wer nichts zu sagen hat, kann nur noch brüllen. #querdenker

Die Eine-Million-Euro-Frage. Ich sitze bei Günther Jauch. „Herr Bonetti, wer gewann 1970 den Balkanpokal?“ Ich antworte wie aus der Pistole geschossen: „FK Partizani Tirana, die ruhmreichen Helden des albanischen Fußballs.“ Standing Ovations, ich werde von der jubelnden Menge aus dem Studio getragen.

1495: Albrecht Dürer arbeitet als Tatortmaler bei der Kripo Nürnberg.

D.A.F. - Als wär's das letzte Mal - YouTube


"Was hast du eigentlich nach deinem Hauptschulabschluss gemacht, Ronny?"

"Ich habe ein Tattoo-Studio aufgemacht."

Donnerstag, 26. November 2020

Maradona

 

Ein begnadeter Fußballer, der Drogen nimmt und ein Che-Tattoo hat? Kann man sich mit solchen Leuten überhaupt identifizieren?

Ein kleiner, pummeliger Mann. Aber sobald er den Fußballplatz betrat, war er ein Tänzer, ein Zauberer.

Was bleibt für die Fans? Unvergleichliche Dribblings und Tore. Sie bleiben uns für immer erhalten wie die Gemälde der großen Maler und die Romane der großen Schriftsteller.

Was bleibt für die kleinkarierten Krämerseelen, die an das WM-Finale 1986 denken? Drogen, Skandale und Fotos mit Fidel Castro.

Es mag überraschen, aber ich denke an diesem Tag an Gerd Müller, der uns alle mit seinen Toren so begeistert hat wie Maradona die Argentinier. Auf dem Platz ein Fußballgott, außerhalb des Platzes ein Gescheiterter. Vielleicht lieben wir deswegen die Geschichte von Maradona, weil er uns in seinen Fehlern näher ist als die Messis und Ronaldos von heute.

Gerd Müller liegt demenzkrank in einem Heim und wartet auf seinen Tod, während die eiskalten Geschäftemacher Beckenbauer und Hoeneß, die durch sein Tor 1974 Weltmeister wurden, niemals das Herz der Fans erreicht haben.



Ich trinke auf unsere Gesundheit

 

Gesundheit ist vielleicht das größte Thema unserer Zeit. Als erstes waren die Raucher dran. Wurden geächtet, wo es nur ging. Kneipen und Restaurants wurden zu rauchfreien Zonen erklärt. Kneipen! Eine Kneipe, die nicht verraucht war, hätte ich mir früher gar nicht vorstellen können. Wegen frischer Luft geht man in den Wald, aber in die Kneipe geht man, um im Kreis seiner Freunde gepflegt eine Kippe nach der anderen zu qualmen. Inzwischen sind Raucher in Ghettos verbannt, aufgemalte Vierecke auf dem Bahnsteig – oder sie stehen bei Wind und Wetter vor irgendeiner Tür wie Hunde, die nicht mit ins Geschäft reinkommen dürfen.

Dann ging der Feldzug weiter und mit jedem Sieg wurde das Heer der Gesundheitsapostel größer. Jetzt waren die Dicken dran, die Unbeweglichen, die Schnitzelabhängigen und Schokoladenjunkies. Alle Leute, die keinen Sport machten. Plötzlich war der Body Mass Index da, überall gab es Fitnessstudios, Yoga-Kurse und Pilates. Die Leute schnallten sich irgendwelche High Tech-Armbänder um, damit sie ständig ihren Puls, ihre Schuhgröße und was weiß ich noch alles messen konnten. Der Arbeitgeber und die Politik verlangten nicht nur lebenslanges Lernen für die Birne, sondern auch lebenslanges Trainieren für den Körper. Selbstoptimierer gaben auf jeder Party den Ton an.

Zu diesem Jahrhundertthema gehört selbstredend auch der Kampf gegen Covid-19. Wir müssen gesünder werden. Gegen die Viren kämpfen. Den ganzen Tag in uns reinhorchen, ob der Apparat auch rund läuft. Wir sind Humankapital. Das muss erhalten werden. Da steckt doch jede Menge Kohle drin, für Schule und Weiterbildung, für Arztbehandlungen und Vorsorgetermine. Da kannst du nicht einfach rauchen, saufen, auf dem Sofa rumhocken und vielleicht noch massenweise Leute während einer Pandemie treffen. Gesundheit ist wichtig, um nicht zu sagen lebenswichtig. Funktioniert auch prächtig auf der Ego-Ebene. Wir wollen am liebsten ewig leben, weil wir uns alle für wahnsinnig toll halten.

Was hat der Staat von dieser Politik? Was hat die Wirtschaft von dieser Ideologie? Man könnte denken: Die mögen uns einfach, die wollen, dass es uns gut geht. Bonetti ist ja auch ein Prachtkerl. Hoffentlich passiert ihm nix. Auf den müssen wir besonders aufpassen. Oder man denkt sich: Die Bevölkerung stagniert, aber wir wollen trotzdem Wachstum generieren. Wie macht man das, wenn die Bevölkerungszahl gleichbleibt? Richtig. Der Einzelne muss länger leben. Länger arbeiten. Länger konsumieren. Da sind höhere Profite und höhere Steuereinnahmen drin. Win-win-Situation. Deswegen ist der Produktions- und der Konsumbereich auch vom Lockdown ausgeschlossen; die Schulen sind nur offen, damit die Eltern ungestört produzieren und konsumieren können.

Der Bürger macht selbstverständlich mit. Wer würde sich ernsthaft einem Feldzug für die Förderung der Volksgesundheit entgegenstellen? Es gibt kein Leben außerhalb der Matrix. Wir sind Schlafschafe? Was denn sonst? Niemand ist wach, es gibt weder eine blaue noch eine rote Pille. Widerstand ist zwecklos. Querdenken ist nur eine Geschäftsidee, ein weiterer Knoten in der Peitsche der Kapitalisten.  

Sex Pistols - Holiday In The Sun - YouTube



 

Mittwoch, 25. November 2020

Diktatur

 Wir leben schon immer in erster Linie im Kapitalismus. Artikel 1: Das Eigentum und der Profit des Menschen sind unantastbar. Demokratie herrscht nur im Teilsystem der Politik, nicht in der Erwerbsarbeit, der Familie, der Religion usw. Die Politik wiederum ist fest in Händen der etablierten Parteien, die ein hermetisch geschlossenes Kartell bilden. Wer behauptet, mit Einführung der Maskenpflicht in einer Diktatur zu leben, hat nichts begriffen. Ein Stück Stoff, dass ich fünfzehn Minuten im Supermarkt trage, bildet die Grenze zwischen Demokratie und Diktatur? Echt, jetzt?! Es ist die Diktatur des Kapitals, der Verwertung menschlicher Arbeit und natürlicher Ressourcen. Wer die Frau im Kanzleramt für eine Diktatorin hält, ist einfach nur gnadenlos naiv.


Cat Content war gestern - Jetzt kommt der Baby-Platypus


 


Thirstyfive Minutes – der Kneipentalk

 

Blogstuff 524

„Er kam, sah und ließ es bleiben.“ (unbekannt)

Wenn man sich im Lockdown Light schon mit Sophie Scholl vergleicht, was kommt dann erst, wenn der Impfstoff da ist? Wird man die Impfzentren mit Auschwitz vergleichen? #jana

Gestern war der Tag der Corona-Rekorde: 36 Tote in Berlin, 410 in Deutschland und 12.776 weltweit. So viele Menschen sind in diesem Jahr noch nie an Covid-19 gestorben. Wenn man davon ausgeht, dass die zweite Welle noch bis Ende Mai, also ein halbes Jahr, anhält, sterben noch 6588 Berliner, 75.030 Deutsche und 2,3 Millionen Menschen weltweit. --- Moment, ich bekomme da ein Zitat ins Blogcockpit gereicht: „Ich finde es müßig über Todesfälle zu reden.“ Danke, Henry Streeck.

Die EZB überlegt, die Zinsen weiter zu senken, obwohl sie schon auf null sind. Denken wir die Sache mal weiter. Ich gehe richtig in die Vollen und sage: Lasst uns Strafzinsen von zwanzig Prozent einführen. Niemand hätte dann noch Geld auf dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto, denn es würde ja jedes Jahr um ein Fünftel weniger werden. Wenn wir diese Regelung auf die Girokonten ausdehnen, würde man sich sein Gehalt oder seine Rente jeden Monat in bar auszahlen lassen. Unmengen Kohle wäre unterwegs und der Beruf des Straßenräubers käme groß in Mode. Als freischaffender Künstler hätte ich eine neue Einnahmequelle: Ich würde jedes Jahr einen Kredit von 20.000 Euro aufnehmen. Fünf Jahre Laufzeit. Danach müsste ich nix mehr zurückzahlen. Niemand, der schlau ist, würde noch arbeiten gehen. Die Politik der EZB hat also ihre Grenzen. Aber man kann das Finanzsystem auch ins Reich des Absurden ausdehnen. Banken wären bei dieser Form der Kreditvergabe natürlich innerhalb kürzester Zeit verschwunden.

Die Kirchen bieten wegen der Corona-Maßnahmen jetzt auch „Abendmahl to go“ und Drive-Through-Taufen in einer geweihten Autowaschanlage an.

Die DDR war das einzige Land im Ostblock, das beim Übergang zum Kapitalismus einen Patenonkel hatte. Genutzt hat es ihr nix.



Das Leben kann so einfach sein. Mitten ins Gewerbegebiet zwischen Schweppenhausen und der Autobahn, wo früher nutzlose Natur ihr Unwesen trieb und wir als Kinder freudlos in den Wäldern spielten, weil die Playstation noch nicht erfunden war, hat man in Rekordzeit eine KFC-Filiale aus dem Boden gestampft. Dazu wurde nicht nur das Gebäude innerhalb weniger Wochen errichtet, sondern auch die Landstraße verbreitert, eine Abbiegespur eingerichtet, eine geteerte Straße und ein großer Parkplatz gebaut. Nimm das, BER! Da muss nur ein amerikanischer Konzern kommen und schon weht der Duft des globalen Turbokapitalismus durch den verschnarchten Hunsrück. Da in naher Zukunft Masterarbeiten in Germanistik, Politikwissenschaft und Atomphysik über mein Lebenswerk geschrieben werden, gebe ich hier feierlich meine erste Bestellung zu Protokoll: ein Zinger Bacon Cheese, Pommes, 7up und sechs Hotwings für unglaublich ungünstige 15 Euro 70.

Wenn ich mir die Situation in den Schulen anschaue, habe ich das Gefühl, die Landesregierungen wissen nicht so genau, was sie machen sollen. Man hat auch im Bund nicht den Eindruck, man würde von Profis regiert. Das erinnert mich an den Dilettantismus, als 2015 die Flüchtlinge kamen. „Steckt die Leute erst mal in die Turnhalle und dann sehen wir mal weiter, liebe Kommune. Schöne Grüße, Merkel.“

Spliff – Rand der Welt. https://www.youtube.com/watch?v=Pvoks3tE4R8

Vom Weihnachtsmann wünsche ich mir in diesem Jahr richtige Jungs-Schuhe.

 

Dienstag, 24. November 2020

Warum ich wieder angefangen habe zu kiffen

 




Allem Anfang wohnt ein Grauen inne

 

Montagmorgen, sieben Uhr. Die Sonne war noch nicht aufgegangen. Der Himmel hatte die Farbe von nassem Beton. Moabit. Ein alter, verwitterter Bau. Ich ging durch die Toreinfahrt und sah mich um. Vor mir lag eine Halle. Ich ging hinein und sah die endlosen Regalreihen. Auf der linken Seite war ein Glaskasten. Dort saß ein Mann an einem Schreibtisch. Ich klopfte an. Er sah von seinen Papieren auf und winkte mich herein.

„Guten Morgen. Ich soll mich hier melden.“

Er hatte einen grauen Kittel an, graue Haare, graues Gesicht. „Sie sind der Neue?“

Ich betrachtete mir das Büro. Ein Schrank mit Aktenordnern. Auf dem Tisch Ablagekörbe mit Formularen, Bleistifte, Radiergummi, Büroklammern. Kein Computer.

Er nahm eine rechteckige Karte vom Tisch und stand auf. „Kommse mal mit!“

Ich folgte ihm nach draußen.

„Das ist ihre Karte. Und hier stempeln Sie jeden Morgen ab, wenn Sie kommen, und jeden Abend, wenn Sie gehen.“

Dann drückte er mir die Stempelkarte in die Hand. Ich zögerte. Er sah mich an. Dann verstand ich. Ich stempelte die Karte und steckte sie in ein freies Fach.

„Jetzt bringe ich Sie zu einem Kollegen, Herrn Hanke. Der wird Ihnen alles zeigen.“

Herr Hanke hatte eine Halbglatze und einen gewaltigen Bauch. Er musste über fünfzig sein.

„Du bist der Neue? Dann komm mal mit.“

Er zeigte mir die einzelnen Abteilungen in der Halle. Hier waren Werbebroschüren, Plakate, T-Shirts und alle möglichen Sachen in den Regalen gestapelt, die von verschiedenen Filialen einer Baumarktkette zu Werbezwecken angefordert wurden. Es gab sogar Schlüsselanhänger mit Miniaturschraubenziehern.

„Pass mal auf. Von mir kriegst du einen Bestellzettel, da steht drauf, von welcher Artikelnummer du wie viele Sachen holen sollst. Dann bringste das Zeug zur Verpackungsstation und packst es ein. Adresse steht auch aufm Bestellzettel. Verstanden?“

Wenig später ging ich mit einem Wägelchen durch die Regalreihen und machte meine erste Bestellung fertig. Es dauerte ewig, bis endlich Mittagspause war.

Ich ging zu Hanke und fragte ihn: „Wo ist denn hier die Kantine?“

Hanke lachte und blökte durch die Halle: „Habt ihr das gehört? Er fragt, wo die Kantine ist. Mensch, Neuer, das Offizierscasino wird gerade renoviert. Aber gegenüber ist eine Pommesbude. Sozialraum ist da hinten links.“

Die anderen Arbeiter trabten in den Sozialraum. Ich hatte nicht an etwas zu essen gedacht, also ging ich an die Pommesbude auf der anderen Straßenseite. Hier standen schon einige ältere Männer in grauen Kitteln. Ich bestellte mir zwei Currywürste mit Darm, Pommes rot-weiß und eine Cola.

Während ich aß, dachte ich nach. Es war erst Montagmittag und das Wochenende noch endlos weit weg. Die ersten sechs Monate war Urlaubssperre. Wie sollte das weitergehen? Jeden Tag arbeiten? Woche für Woche? Womöglich Jahre? So kann es nicht weitergehen. Es muss eine andere Möglichkeit geben, um an Kohle zu kommen.

Nach einer halben Stunde ging ich zurück in die Halle.

DAF - Alles ist gut - YouTube

Montag, 23. November 2020

Die große Beleidigung

 

Das Coronavirus ist über uns gekommen wie eine Invasion von Außerirdischen. Es nimmt keine Rücksicht auf uns. Es hört uns nicht zu. Es lässt sich nichts befehlen, es lässt sich nicht mit Geld bestechen. Es steht unserem Willen völlig gleichgültig gegenüber. Es ist plötzlich da und nutzt unseren Körper als Wirt, als wären wir willenlose Nutztiere. Es verbreitet sich in uns mit der eiskalten Effizienz eines Konzerns, mit der kapitalistischen Gier nach weiterer Verbreitung. Globalisierung im Kleinformat.

Gerade die saturierte Mittelschicht empfindet es als narzisstische Kränkung, wenn sie von diesem unsichtbaren Niemand namens Covid-19 gedemütigt wird. Wir haben das Geld, an jeden Ort der Welt zu reisen, aber wir dürfen nicht. Wir wollen unseren Wohlstand in einem Gourmet-Tempel zelebrieren, aber wir stehen vor geschlossenen Türen. Wir haben das Geld! Wir haben die Macht! Wie kann es dieses schäbige kleine Virus wagen? Wir sind wütend über unsere Hilflosigkeit.

Ein Adventskranz aus Gobberwarzen


Blogstuff 523

„Man sollte sich kein Urteil erlauben über andere Menschen. Wir sind alle nur Evolution, und Evolution bedeutet Ausprobieren. Da geht eine Menge schief.“ (Andreas Glumm)

1 Kind - 1 Freund - Regel: Wie peinlich ist das für Kinder, die überhaupt keine Freunde haben? Mir hat meine Mutter früher ein Kotelett um den Hals gehängt, damit wenigstens der Hund mit mir spielt.

Alles wird gut, wenn die Union einen neuen Sith-Lord zum Imperator gewählt hat. #merzplaining

Das Fenster ist auch eine Art Fernseher.

Stell dir vor, du darfst nur mit einem Freund spielen - und das ist Friedrich Merz.

Der November ist schon beschissen genug, da muss man nicht auch noch den Totensonntag und den Volkstrauertag reinlegen, oder?!

Es gibt seit einem halben Jahr Globuli gegen Covid-19. Verstehe die Aufregung wegen dem Impfstoff nicht.

„Mach dir mal nicht gleich ins Hemd“. Sagt heute auch keiner mehr.

Habe einen alten Freund an die Querdenker verloren. Er verlinkt jetzt auch AfD-Aufrufe. Auf FB schrieb er mir neulich, die nächste Bundestagswahl würde nicht stattfinden. Als ich ihn fragte, woher er das weiß, antwortete er, woher er denn DIE ZUKUNFT KENNEN SOLL !!!!!!!!!!

„Intensive Gespräche“ bedeuten in der Politik immer Streit.

Manchmal tun Menschen Dinge einfach für Geld.

Die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten ist Bonetti Media.

Es ist immer wieder verblüffend, wie ruhig die Risikogruppen in der Pandemie sind, und wie sich gesunde Menschen in eine Hysterie hineinsteigern. „Ermächtigungsgesetz“ und „Zwangsimpfung“ – als wäre der Teufel persönlich hinter ihnen her. 

Google übersetzt Bad Kreuznach mit schlechte Kreuznach. Als ich 1990 dort wohnte, kam gerade der erste Batmanfilm raus und wir nannten die langweilige Kurstadt, in der Falschparken schon zur Schwerkriminalität zählt, Bat Kreuznach. Damals waren wir jung und humortechnisch mit wenig zufrieden.

Dieses Jahr feiern wir Weihnachten im ICE nach Berlin. Da kann ich so viele Leute einladen, wie ich will.

Waren das noch Zeiten, als man in Deutschland „die Werbetrommel gerührt“ hat.

Camouflage - The Great Commandment (Best quality) - YouTube



 

Sonntag, 22. November 2020

Bilderwelten, Weltbilder 49


Was haben wir heute im Angebot? Eine Rosenkohl-Kuschelpflanze, ein tolles Weihnachtsgeschenk - nicht nur für Vegetarier. Nichtstun. Meine Lebensphilosophie wird Regierungsprogramm. Noch eine gute Idee für Weihnachten: das Lineal für Linkshändler. Trump und Altmaier machen Bella Figura. Wie immer: Bilder anklicken.







 










4000

 

Das ist der viertausendste Blogpost. Zeit, um zurückzublicken.

Bonetti sitzt gerade an seinem Schreibtisch und macht ein Kreuzworträtsel. Da durchfährt ihn ein Geistesblitz und er erfindet ein neues Symbol. Er nennt es Hashtag und es würde einmal die Welt verändern, das wusste er genau. Plötzlich kommt ein kleiner Junge atemlos in seine Stube gestürmt. „Meister, Meister! Ich war gerade am Hafen. Columbus ist von seiner Reise zurückgekehrt. Er sagt, er hätte einen neuen Kontinent entdeckt.“ Bonetti grübelt. Daraus lässt sich was machen. Aber diese neue Welt auf der anderen Seite des Ozeans braucht einen Namen. Marketing lebt nun mal von griffigen Formulierungen. Seine Frau heißt Erika. Mal überlegen … ähm … Amerika! Ja, ich nenne diesen Kontinent Amerika, denkt er.

Und so entstand Blogpost Nr. 1. Ein legendärer Text, der heute im Gutenberg-Museum in Mainz als Screenshot zu bewundern ist. Der Mainzer hat den Buchdruck erfunden, der Wichtelbacher das Blogwesen. 

Blogpost 1000 befasste sich mit dem Pro und Contra der Dampfmaschine.

Blogpost 2000 war ein glühendes Plädoyer für eine Sowjetrepublik Deutschland und die Vergesellschaftung aller Produktionsmittel.

Blogpost 3000 war eine Glosse, in der Plateauschuhe, Schlaghosen und Prilblumen durch den Kakao gezogen wurden.

Zur Feier des Tages werde ich Sie beschenken wie Oprah Winfrey. Unter Ihrem Sitz finden sie einen Umschlag mit viertausend Euro. Bitte, bitte. Nichts zu danken.

Sleaford Mods - Mork n Mindy Ft. Billy Nomates - YouTube

Samstag, 21. November 2020

Bonetti’s großer Religionsvergleich


Für einen deutschen Christen ist das Jenseits sehr exakt geregelt. Nach dem Tod erwarten mich Himmel oder Hölle und im katholischen Fall das Fegefeuer. Alle Sünden hat man mit deutscher Gründlichkeit in einer Akte gesammelt, die beim Jüngsten Gericht geöffnet und verhandelt wird. Die Stasi mag einiges übersehen haben, aber Gott nicht.

Wir wissen auch, dass wir in einem weißen Kleid – egal ob Mann oder Frau – mit einer Harfe auf einer Wolke sitzen und Hosianna singen, sofern wir in den Himmel kommen. Es gibt für die deutsche Seele nach dem Tod sogar eine Speise- und Getränkekarte. Ganz oben steht Manna, so eine Art Honigmet, wie es die alten Germanen in den Wäldern getrunken haben. Das Leben nach dem Tod ist also mit bürokratischer Präzision bis ins Letzte geregelt.

Im Judentum, das für das Leben im Diesseits 613 Regeln bereithält, wonach zum Beispiel ein Cheeseburger mit Bacon zwei dieser Regeln verletzt, weil man Fleischiges nicht mit Milchigem vermischen darf und Schweinefleisch tabu ist, ist das Jenseits relativ verschwommen. Der Christ kommt im Leben vor dem Tod mit den zehn Geboten aus, die Moses von einer Bergwanderung mitgebracht hat, der strenggläubige Jude braucht zwei Besteckkästen, zwei Kühlschränke, zwei Spülmaschinen und zwei Geschirrschränke. Das ist schon ein bisschen edgy, oder?

Es gibt verschiedene Vorstellungen vom Jenseits. Ein Teil der Juden glaubt, die Seele bliebe nach dem Tod erhalten und käme frei von jeder Sünde zu Gott zurück. Und zwar sofort, weswegen man mit Gebeten Gott für die Verstorbenen einnehmen kann. Indem man die Toten nicht vergisst, erhält man ihre Seele am (jenseitigen) Leben. Ein anderer Teil der Juden glaubt, die Toten würden nach der Ankunft des Messias in Leib und Seele wieder auferstehen. Daher darf der Leichnam auch nicht verbrannt werden und die Gräber müssen erhalten bleiben. In der jüdischen Mystik, der Kabbala, gibt es die Vorstellung einer Reinkarnation. Die Seele kommt in einem neuen Körper zurück ins Diesseits, um sich zu vervollkommnen. Im Gegensatz zum Christentum wird im jüdischen Jenseits weder gegessen noch getrunken, weder auf einer Wolke gesessen noch mit einer Harfe musiziert.

Fazit: Am besten gefällt mir der Katholizismus, da er es ermöglicht, durch eine simple Beichte sein Sündenkonto immer wieder auf null zu stellen, wodurch man eigentlich problemlos durch den ganzen Schlammassel in den Himmel kommen müsste. Aber auch die christliche Hölle finde ich super, weil sie die Mutter aller Splatterfilme ist, siehe Bosch und Breughel. Das Konzept des Judentums überzeugt mich weder im Diesseits (Kontrollzwang) noch im Jenseits (mangelnde Partymentalität).

P.S.: Bonettistas werden als Praktikanten wiedergeboren, die bis in alle Ewigkeit unbezahlt für den höheren Ruhm ihres Meisters arbeiten.

New Order - Age of Consent. https://www.youtube.com/watch?v=8ahU-x-4Gxw


Freitag, 20. November 2020

Bonetti Media vs. Kapitalismus

 

Blogstuff 522

„Arbeitslose Büroangestellte ohne Ausbildung haben es nicht einfach, besonders, wenn sie faul sind. Es machte mir aber nichts aus, denn ich sah aus dem Fenster zu den kalten weißen Wolken auf, die auch keine Arbeit hatten und frei waren. So wollte ich sein.“ (Toni Mahoni: Gebratene Störche)

Ich habe mir das Spiel gegen Spanien bis zum 0:5 angeschaut, bevor ich umgeschaltet habe. Im Nachhinein komme ich mir vor wie ein Gaffer auf der Autobahn, der von einem Unglück hypnotisiert ist und nicht wegschauen kann. Zukünftig gilt für Nationalmannschaft bei großen Turnieren die Corona-Regel „Bitte bleiben Sie zuhause“.



Warum gibt es noch keine Fernsehshow, in der Hochleistungseltern ihre perfekt gedrillten Kinder gegeneinander antreten lassen? Ich erwarte, dass Zweijährige mit Messern jonglieren und Dreijährige eine perfekte Paella auf den Tisch zaubern können.

Bonetti Media sammelt Geld für eine Kampagne gegen den Kapitalismus. Kriegen wir eine Million Euro zusammen? Spenden Sie jetzt. Für eine bessere Welt.

Die Firma Moderna hat jetzt auch einen Covid-19-Impfstoff vorgestellt. Ich lasse mich aber nur von Postmoderna impfen.

In meiner Kindheit hat man beim Thema Zukunft noch an die Raumfahrt gedacht und nicht an den Klimawandel.

Wie mache ich Kunst? Zunächst suche ich einige Gegenstände in meiner Wohnung, die ich garantiert nicht mehr brauche. Dann sehe ich nach, ob ich noch irgendwo Pinsel und Farbe habe. Im nächsten Schritt ordne ich die Fundstücke so an, dass sie garantiert nicht zusammenpassen. Diese Gegenstände, z.B. eine kaputte Glühbirne, ein Stück Seife aus einem Hotel in Rimini in Originalverpackung, ein Geometriedreieck und ein Schlüsselanhänger mit CDU-Logo, klebe ich zusammen und bemale sie. Das fertige Kunstwerk bekommt zum Schluss noch einen rätselhaften Namen wie „Spektralanalyse eines ungewöhnlichen Freitags“ oder „Babylon im Regen.“

Tag für Tag vertraut Deutschland auf Bonetti Media. Wir schützen Ihr Weltbild mit ausgewählten Informationen. Bleiben Sie uns treu, alles wird gut.

Hollywood funktioniert nach dem Prinzip „Dramaturgie vor Logik“: Da gibt es den einzelnen Polizisten, der mit einer winzigen Wumme gegen eine ganze Mafia-Organisation kämpft, die mit Atomwaffen ausgerüstet ist, obwohl es Millionen Polizisten weltweit gibt, die ihm helfen könnten. Beim Todesstern genügt ein einziger Schuss auf eine Sperrholzplatte, hinter der selbstverständlich die Pulverkammer ist, so dass die Raumstation in einer Sekunde komplett explodiert ist.

Linkin Park – Papercut. https://www.youtube.com/watch?v=vjVkXlxsO8Q

Donnerstag, 19. November 2020

Liebe Wutbürger!

 

Wenn wir alle ehrlich und friedlich wären, könnten wir ohne Polizei und Justiz leben.

Wenn wir nüchtern und umsichtig Auto fahren würden, bräuchten wir keine Straßenverkehrsordnung.

Wenn wir umweltbewusst leben und unseren Verbrauch reduzieren würden, gäbe es keinen Klimawandel.

Wenn wir während der Pandemie Rücksicht aufeinander genommen hätten, wenn wir permanent Abstand gehalten, Kontakte beschränkt und Schutzmasken getragen hätten, müsste der Bundestag kein Infektionsschutzgesetz erlassen.

Aber leider sind wir nicht so. Selbst Schweden hat inzwischen eingesehen, dass Appelle an die Vernunft wirkungslos sind, und ist in den Lockdown gegangen.

Darüber sollten die ganzen Nörgler und Besserwisser mal nachdenken.

 


Warum die Berliner Mieten unbezahlbar geworden sind


Antwort: George W. Bush.

An dieser Stelle könnte der Text enden, aber ich mache es trotzdem etwas ausführlicher. Im Herbst 2008 gerieten einige US-Banken in Schieflage, die von der Bush-Regierung gerettet werden mussten. Bear Stearns, Fannie Mae und Freddie Mac. Lustige Namen. Lehman Brothers klang nicht so lustig und Bush beschloss, nicht noch eine Bank zu retten.

Die Folge war ein Finanz-Tsunami, der uns bis heute beschäftigt. Unter anderem gingen die Zinsen auf null Prozent. Das heißt konkret: Für Anlagen in Staatsanleihen bekommt man kein Geld. Also hat sich das Geld einen neuen Weg zur Rendite gesucht. Betongold. London, New York und Tokio waren schnell mit den neuen Anlagemilliarden geflutet. Danach drehte sich Saurons Auge und sein Blick fiel auf Berlin, das im Vergleich immer noch recht günstig war. Dann ist das Geld wie eine Atombombe in der Stadt eingeschlagen.

Ein konkretes Beispiel. Das Haus, in dem ich in Berlin wohne, wurde nach dem Krieg in Ein-Zimmer-Wohnungen zerlegt, um möglichst vielen Menschen Wohnraum zu geben. Alle Wohnungen im Vorderhaus haben 45 Quadratmeter Wohnfläche, im Hinterhaus sind es dreißig Quadratmeter. Vor der Finanz- und Bankenkrise 2008/2009 kostete eine Wohnung im Vorderhaus etwa 60.000 Euro. Man musste 20.000 Euro Eigenkapital haben, den Rest finanzierte man über die Bank.

Ständig werden in unserem Haus Wohnungen verkauft und gekauft. Über den Flurfunk bekomme ich die gezahlten Summen mit. Im Sommer ist eine Wohnung für 360.000 Euro verkauft worden. Seit der Krise hat sich der Preis also versechsfacht. Das sind 500 Prozent plus, wenn ich mich nicht irre. Soviel Gewinn hat der Dax in der gleichen Zeit nicht geschafft. Die Preise am Immobilienmarkt sind regelrecht explodiert und daher zieht dieser Markt immer weiter neues Geld an. Die Investoren verdienen gleichzeitig durch Wertsteigerung und Vermietung.

Die Verlierer sind die Mieter. Auf ihrem Rücken findet eine beispiellose internationale Renditeschlacht, ein regelrechtes Profitinferno statt. Das Haus gegenüber gehört einer britischen Investmentgesellschaft. Sie konnte es sich leisten, die Gewerbefläche im Erdgeschoss jahrelang leer stehen zu lassen. Wenn sie eines Tages das Mietshaus verkauft, hat sie die Mörderkohle gemacht. Ich bin froh, dass ich mich damals für eine sichere, wenn auch eine äußerst bescheidene Bleibe entschieden habe. Ansonsten hätte mir das Job-Center ab 2005 die Ersparnisse angerechnet und mir kein Geld bezahlt. Es ist schon verrückt: Heute könnte ich mir meine eigene Wohnung gar nicht mehr leisten. Weder als Käufer noch als Mieter.

P.S.: Fragen Sie mich doch mal nach meinem Bausparvertrag. Zwinkersmiley.

The Cure – Closedown. https://www.youtube.com/watch?v=IJFvSj6SYFY


Bonettis Hauptquartier, aus steuerlichen Gründen in Luxemburg gebaut.

Mittwoch, 18. November 2020

Leben im Risikogebiet

 

Blogstuff 521

„Jede Minute, die ich in diesem Raum verbringe, macht mich kraftloser. Jede Minute, die Bonetti im Busch lauert, macht ihn stärker. Dieser Mann hatte die Literaturakademie mit Auszeichnung absolviert. Mit 38 war er schon Büchner-Preisträger. Er galt als Jahrhundertgenie und sicherer Anwärter auf den Nobelpreis. Warum hatte sich ein Schriftsteller mit seiner Karriere und mit seinen Möglichkeiten für diese Mission in Wichtelbach gemeldet? Es hieß, er habe im Hunsrück Manuskripte anderer Autoren vernichtet und sie bei ihren Verlagen angeschwärzt. Er hatte in den Wäldern zwischen Mosel und Rhein eine Schreckensherrschaft errichtet, und es war mein Auftrag, ihn zu eliminieren.“ (Anfang von „Apokalypse mal anders“ von Johnny Malta)

In der unerträglichen Hitze des Sommers springst du in die erfrischende Kühle eines Sees. In einer eisigen Winternacht kommst du in die behagliche Wärme eines Hauses. Diese Momente des abrupten Übergangs haben ihren ganz eigenen Zauber.

Schiller: Die Glock. #Caffier

November. Einige Blätter hängen noch unentschlossen an den Bäumen.

Sonntagnachmittag. Ich mache in meinem Bett ein Nickerchen und träume, ich läge in meinem Bett und döse, während ich darauf warte, dass es endlich 17 Uhr wird und ich mir eine Pizza bestellen kann. Dann wache ich auf, es ist 17:15 Uhr und ich bestelle mir eine Pizza. Das ist die Metaebene. Ich habe es geschafft.

Der Ansichtskartenstand in Wichtelbach wird zum Jahresende geschlossen.

Die Querdenker aka Querulanten surfen auf der Welle des Lockdowns. Nur niedrige Zahlen erhalten sie am Leben. Würde es, wie sie es fordern, keine Schutzmaßnahmen geben, wären sie angesichts der vielen Toten erledigt.

Kann es einen deutschen Trump geben? Trump war ein landesweit bekannter Medienstar, bevor er in die Politik gegangen ist. Das ist in Deutschland nicht möglich. Günther Jauch kann sich nicht einfach in den Wahlprozess der CDU einklinken und Vorsitzender werden. Bundespräsident und Bundeskanzler werden auch nicht direkt vom Volk gewählt. Die repräsentative Demokratie wirkt als Schutzpanzer gegen populistische Einzelgänger, daher ist die Debatte um eine deutsche Variante des Trumpismus substanzlos. Die Populisten müssen hierzulande schon eine eigene Partei wie die AfD gründen. Die deutschen Trumpisten, die tatsächlich als einzige Partei von einem Wahlbetrug in den USA sprechen und Biden die Legitimation absprechen, ins Weiße Haus einziehen zu dürfen, liegen in den Umfragen derzeit bei zehn Prozent.

Ich bin der einzige in der Geschichte meiner Sippschaft, der jemals eine Universität von innen gesehen hat. Folglich bin ich auch der einzige mit einem Doktortitel. Nebenher musste ich damals als Pornostar und Feuerschlucker arbeiten. Trotzdem werde ich in der Familie und im Freundeskreis nicht mit meinem akademischen Grad angesprochen, sondern gnadenlos geduzt.

0:6 gegen Spanien. Eine Niederlage mit sechs Toren Unterschied gab es zuletzt am 24. Mai 1931 gegen Österreich. Da hat Hitler noch Postkarten gemalt. Höher haben wir, äh: die nur vor 111 Jahren gegen England verloren. Wann gibt es eine Protestbewegung gegen Jogi Löw und die DFB-Junta? Mein Grundrecht auf erfolgreiche Fußballländerspiele wurde verletzt. 

Club Des Belugas - Straight to Memphis. https://www.youtube.com/watch?v=trnoxBOo-hI

Im Namen aller Politologen distanziere ich mich von der FDP.