Donnerstag, 30. September 2021

In eigener Sache

 

Heute fahre ich nach Berlin. Ich muss mich um die Koalitionsverhandlungen kümmern und neues Personal für mein Kabinett finden. Mein Motto: Stabilität und Wandel. Ich habe immer an mich geglaubt.

Ob mein uraltes Zweit-Notebook nach einem Jahr Abwesenheit noch läuft und ich ins Internet komme, ist so ungewiss wie die Zukunft von Armin Laschet. Falls Sie nichts von mir hören sollten: Bonetti is not dead, he just smells funny.


How it startet



How it's going

Mittwoch, 29. September 2021

Filmgeschichte

 

A: Ich habe eine Weltklasse-Idee für einen Film.

B: Was denn?

A: Carmen. Die berühmte Oper von Bizet.

B: Aber es ist 1918.

A: Egal. Dann machen wir aus der Oper eben einen Stummfilm.

B: Du bist verrückt!

A: Nein, ich bin Ernst Lubitsch und werde mal berühmt.

B: Also gut. Lass uns anfangen. Kennst du Pola Negri?

Habeck & Lindner

 

„Des bleichen Sichelmonds Gefunkel / Erhellt geheimnisvoll das Dunkel“

(Lurchi, Heft 106)

 

Manchmal gibt es einfach unglaubliche Zufälle. Ich komme gerade aus Uschi’s Pils-Akademie, als ich eine weiße Stretch-Limo in meine Straße einbiegen sehe. Und was soll ich Ihnen sagen? Christian Lindner steigt aus und geht zielstrebig ins Hotel Excelsior Plaza. Kurze Zeit später kommt Robert Habeck mit dem Lastenfahrrad von der anderen Seite.

Ich schleiche den beiden Politikern hinterher. Sie verschwinden gemeinsam in einem Hotelzimmer im dritten Stock. Es ist sonnenklar: Vorsondierungen, die zu Sondierungsgesprächen führen, die zu Koalitionsverhandlungen führen, die zu einer Regierungszusammenarbeit führen. Bürokratieabbau und Planungsbeschleunigung gehören schließlich zu den Programmpunkten von FDP und Grünen.

Von einem Servierwagen schnappe ich mir eine Suppenschüssel und presse sie an die Tür des Hotelzimmers. So kann ich hören, was die beiden zukünftigen Vize-Kanzler bei ihrem konspirativen Treffen besprechen. Aber zunächst höre ich nur Sektkorken knallen. Dann geht es um die Fußballbundesliga. Aber nach einer halben Stunde sprechen sie endlich über Politik.

Lindner: Wir gehen erst zu Pannen-Paule. Der Mann ist echt verzweifelt. Wir lassen den schwarzen Luschen nur Entwicklungshilfe, Familie und Gedöns. Den Rest der Ministerien teilen wir unter uns auf. Es ist seine letzte Chance. Armin wird alles unterschreiben.

Habeck: Sehr gut. Und wenn er auf den Knien vor uns winselt, gehen wir zu Scholz und fragen ihn, ob er da noch eine Schippe drauflegen kann.

Lindner: Muhaha. Mindestlohn fünf Euro. Vermögensgutschrift statt Vermögenssteuer. Mindesttempo hundertdreißig auf der Autobahn.

Habeck: Kohleausstieg 2037. Windräder nur in Nazi-Wahlkreisen. Hafermilch in der Bundestagskantine. Wir Grünen lassen es jetzt mal so richtig krachen.

Lindner: Bei mir kriegst du noch einen Veggie-Day für Inder und subventionierte Birkenstock-Sandalen obendrauf.

Habeck: Wie geil ist das denn? Soll ich noch ‘ne Line legen?

Upon This Earth - YouTube




Dienstag, 28. September 2021

Die Konkubinen des Dalai Lama

 

Blogstuff 632

„Ihr wollt die Uhrenzeiger rückwärtsdrehen
Und glaubt, das ändere der Zeiten Lauf.
Dreht an der Uhr! Die Zeit hält niemand auf!
Nur eure Uhr wird nicht mehr richtiggehen.

Wie ihr’s euch träumt, wird Deutschland nicht erwachen.
Denn ihr seid dumm, und seid nicht auserwählt.
Die Zeit wird kommen, da man sich erzählt:
Mit diesen Leuten war kein Staat zu machen!“

(Erich Kästner: Denn ihr seid dumm; Auszug)

In Berlin wurde die Wahl natürlich in den märkischen Sand gesetzt. Das Neapel an der Spree ist bekannt für seine Liebe zum Chaos. Ich hatte zuletzt 2015 was mit der Verwaltung zu tun. Perso verlängern. Ich stellte einen schriftlichen Antrag und bekam einen Termin drei Monate später zugeteilt. Nicht bei unserem Bürgeramt in der Innenstadt, sondern in Berlin-Buch. Kleine Weltreise. Vom Wartezimmer aus konnte man den Wald sehen, der schon zu Brandenburg gehört. Hinter dem Wald ist Polen.

Schlagzeile in der nächsten Woche: Armin Laschet bricht sich beim Rücktritt ein Bein.

Die SPD lag zuletzt 2002 vor der Union, damals mit 6027 Zweitstimmen mehr.

Wie begann die Kommunikation der Menschheit? Mit Emojis. Damals nannte man es noch Gesichtsausdruck. Heute sind wir wieder bei Emojis. Der Kreis schließt sich.

Berliner sagen nicht Brandenburg, sie sagen Outback. (eins von Dutzenden Zettelfragmenten, die ich morgens auf dem Fußboden finde)

Ich habe dem Kotelett einen Namen gegeben. Kann ich es jetzt noch essen?

Die Geschichte des Nichtrauchens ist sehr viel länger als die Geschichte des Rauchens.

Ein kahler weißer Raum. Kein Fenster, keine Möbel. In der Mitte steht ein Deutscher und isst eine Bratwurst. (Kunst)

Nächste Regierung: Bermuda-Dreieck. Bonetti Media, Jägermeister und Chio Chips.

Die Mehrheit steht für die Minderheit ein. Das ist gelebte Solidarität. Deswegen machen die Arbeitnehmer die Arbeit für die Arbeitgeber.

Freiheit gibt es nur in einem Stufenmodell. Oben ist die Freiheit sehr groß, unten ist die Freiheit kaum vorhanden. Aber das Wort an sich ist sehr schön.

BILD TV wurde mit großem Werbeaufwand angekündigt. Der Marktanteil im ersten Monat: 0,1 Prozent. Der Niedergang des Springer-Konzerns ist nicht mehr aufzuhalten.

„Bonetti“ bedeutet im Hunsrück in der Sprache der Einheimischen übrigens „Licht in der Dunkelheit“.

MAXI PRIEST - Close To You (WITH LYRICS) - YouTube




Montag, 27. September 2021

Bonetti erklärt seinen Rücktritt


Nachdem ich bei der Wahl in Wichtelbach nur 0,3 Prozent der Stimmen geholt habe (mein Dank geht an Helga, Jürgen und Hans-Dieter), erkläre ich hiermit meinen Rücktritt als Bundesvorsitzender der ACAB (Andy Catch All Bonetti). Der Wähler hat Armin Laschet einen klaren Auftrag zur Regierungsbildung erteilt. Mein Dank geht an die Linken, die Rot-Rot-Grün verhindert haben. Auch Greta Baerbock gebührt mein Dank, denn sie hat es geschafft, aus dem Thema Klima und Flutkatastrophe rein gar nichts zu machen. Bei den Erstwählern hat die FDP gewonnen. Jetzt muss es der Markt richten.



Schweppenhausen hat gewählt. Die AfD ist die drittstärkste Kraft im Ort. Hulk sehr traurig.

Eine kurze Geschichte des deutschen Kommunismus


Karl Marx kam 1848 in Karl-Marx-Stadt zur Welt und zog als Student zusammen mit Lenin und Uschi Obermaier in die Pariser Kommune, wo sie alles miteinander teilten und freie Liebe praktizierten. So entstand der Kommunismus, der aber erst von Bismarck mit den Sozialistengesetzen in die Praxis umgesetzt wurde. 1918 gab es eine Revolution und die Studienräterepublik wurde ausgerufen. Erich Honecker erfand den Fünf-Jahres-Plan, vergaß aber, Kaffee und Bananen einzukaufen. 1990 endete der Kommunismus. Da es keine Ausbeuter und keine Ausgebeuteten mehr gab, hatte er sich selbst überflüssig gemacht. Anschließend wurde Deutschland an die Quandt-Familie und Carsten Maschmeyer verschenkt.

Diese Welt ist ein Jahrmarkt - YouTube


Rüdiger Trotzki schrieb das erste kommunistische Kochbuch der Welt. Ihm verdanken wir Gerichte wie Soljanka, Borschtsch und Eispickelbein mit Erbspüree.

Samstag, 25. September 2021

Bonetti’s Wahl-Horoskop


 

Laschet ist Wassermann. Deswegen freut er sich, wenn es eine Überschwemmung gibt, und muss natürlich lachen. Menschen, die im Sternzeichen Wassermann geboren sind, gelten als übergewichtig und langweilig. Sie sind weder schlagfertig, noch haben sie Ideen, wie es weitergehen könnte.

Scholz ist Zwilling, manche sagen, er wäre ein eineiiger Zwilling. Das ist eine hodenlose Frechheit. Menschen, die im Sternzeichen Zwillinge geboren sind, gelten als emotionslos und dröge. Sie können aber mit jeder Partei im Bundestag eine Koalition bilden, außer mit der AfD. Dem Zwilling ist alles egal, solange er Kanzler wird.

Scholz und Laschet sind beide Luftzeichen. Heiße Luft-Zeichen. Pluto bellt im dritten Haus und Saturn verspricht uns Hammerpreise. Es wird morgen Gewinner und Verlierer geben. Des einen Leid ist des anderen Freud. Wir werden auch diesen Wahlabend überstehen.

Herbsttag


Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Handys,
und auf den Fluren lass die Buchhalter los.

Befiehl den letzten Säufern, voll zu sein;
gib ihnen noch zwei arbeitsfreie Tage,
dränge sie zur Vollendung hin, und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, kann sich keins mehr leisten.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird Netflix gucken, im Internet Kommentare schreiben
und wird unruhig zwischen Küche und Wohnzimmer
wandern, wenn die Blätter treiben.





Freitag, 24. September 2021

Hundert Gramm Wurst für Deutschland

 

„Ich werde mir von den Grünen und Linken nicht das Autofahren verbieten lassen.“ (Friedrich Merz auf einer Wahlkampfveranstaltung am 21.9.2021)

Ich weiß nicht, wie der Wahlkampf wirklich gelaufen ist. Ich habe ihn nur über die Medien mitbekommen. Aber was ich sagen kann: Die Berichterstattung war wirklich erbärmlich, peinlich und hatte mit Politik nichts zu tun. Was habe ich aus den Medien über die inhaltlichen Differenzen der Parteien erfahren? Ich bin Politikwissenschaftler. Gebt mit Steuerkonzepte und konkrete Pläne für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Ich will Grafiken und Tabellen fressen. Stattdessen werden persönliche Fehler der Kandidaten zu angeblichen Skandalen aufgebauscht. Und kommt mir jetzt nicht mit den Parteiprogrammen im Internet. Es gehört für mich zu den Dienstleistungen, die ich von Journalisten in Presse, Funk und Fernsehen erwarten darf, dass ein monströses Machwerk von hundert Seiten kurz und in klaren Worten für den Wähler zusammengefasst wird.

Fangen wir mit Frau Baerbock an. Sie hat ihren Lebenslauf gepimpt. Na und? Interessiert mich der Lebenslauf oder die Ziele ihrer Partei? Ghostwriter haben ihr Buch aus alten Versatzstücken der Partei zusammengestückelt. Na und? Ich habe als Wissenschaftler meine Tagungsvorträge aus alten Texten zusammengestoppelt. So wurden sie dann auch in den Tagungsbänden veröffentlicht. Wir nannten das damals „Disketten mischen“. An guten Tagen habe ich einen fünfzehnseitigen Text in drei Stunden gebastelt – davon waren vielleicht zwei Seiten neu geschrieben.

Was hat man Laschet vorzuwerfen? Als Dozent ein paar Klausuren verschlampt, ein Verwandter ist bei Opus Dei gewesen und er hat an der falschen Stelle gelacht. Können wir bitte mal über Politik reden? Olaf Scholz hat tatsächlich ein paar Mal Scheiße gebaut (Warburg, G 20, Wirecard), aber die Zusammenhänge sind offenbar zu komplex für das Publikum. Prinz Valium, wie ich ihn gerne nenne, hat es einfach weggeschnarcht. Es ist die Merkel-Methode: Alle einschläfern und Langeweile verbreiten, bis jeder froh ist, wenn der Unterricht endlich vorbei ist. Politik ist doof – seit also froh, dass ich für euch diesen Job mache. Läuft bei Scholz.

Ist es eine Zumutung, sich über Inhalte zu unterhalten? Könnten wir wenigstens vor einer Bundestagswahl, also alle vier Jahre, mal alle ernsthaft über Politik reden? Ist das zu viel verlangt? Ich habe den Eindruck, ein Teil der Bevölkerung gibt sich mit diesem erbarmungswürdigen Schauspiel des Wahlkampfs zufrieden und der andere Teil hat einfach resigniert. Am Ende müssen sie zwischen Scholz und Laschet entscheiden. Also zwischen zwei Sorten Gro-Ko-Bärchenwurst, in Plastik eingeschweißt und seit letztem Jahr abgelaufen.

P.S.: Liebe AfD-Wähler! Im Wahllokal gilt die 2G-Regel. Lassen Sie sich impfen, bevor Sie am Sonntag wählen gehen.

 The Payolas - Eyes Of A Stranger - YouTube  



 

Donnerstag, 23. September 2021

Andy Bonetti at Folsom Prison

 

Blogstuff 631

Natürlich wollen wir alle Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Aber wäre es nicht das Ende der Fragen, wenn wir die Antworten wüssten? Mit jeder Antwort stirbt eine Frage.

Er ist hochbegabt, hat jedoch ein sehr niedriges Motivations- und Aktivitätsniveau.

Bei Familie Biber gibt es heute Schaschlik vom Nierentisch.

Hätten Sie’s gewusst? Lettland, Estland und Litauen nennt man auch „Das Basilikum“.

Vulkane sind die Eiterpickel der Erde.

Die Briten haben sich vom metrischen System verabschiedet. Gülle wird jetzt wieder in Bonkies gemessen. Ein Bonky entspricht 22,7 Liter. Längenmaße werden in Handbreiten angegeben. Der Elfmeter wird aus einer Entfernung von 91,5 Handbreiten geschossen. Ein doppelter Whisky ist ein Mahony. 13,4 Mahonies ergeben ein Pint.

Fast zehn Jahre ist es jetzt her, seit ich zuletzt sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und einen Arbeitsvertrag hatte. Am 30.11.2011 war Schluss. Damals habe ich als Kiezschreiber im Wedding hauptsächlich im Homeoffice (Wilmersdorf – on the right side of Ku’damm) gearbeitet. Zur Stellenbeschreibung gehörte damals: Schreiben Sie einen Roman, der im Brunnenviertel spielt, und betreiben Sie ein Blog. Seit damals zahle ich keine Einkommenssteuer oder Rentenbeiträge. Aber ich habe diesem Land in Form tausender Blogposts viel zurückgegeben.

Wir hatten seit Gründung der Bundesrepublik so viele Machtwechsel wie Weltmeistertitel: 1969 (Brandt), 1982 (Kohl), 1998 (Schröder), 2005 (Merkel); 1954 (Herberger), 1974 (Schön), 1990 (Beckenbauer), 2014 (Löw).

Mich macht es scharf, wenn eine Frau sich ein bisschen Tabasco hinter die Ohren und aufs Handgelenk macht.

Die deutsche Bischofskonferenz sieht aus wie die Taliban-Regierung.

Letzte Woche klingelte es tagsüber an der Haustür. Als ich nichtsahnend öffnete, stand ein Mann mit Maske vor mir und sagte: „Herr Doktor Eberling, wie uns mitgeteilt wurde, haben Sie massive Probleme beim Anbaggern von Frauen. Deswegen haben wir Ihnen etwas mitgebracht.“ Er deutete auf die Straße hinter sich, wo ein Auto mit Anhänger stand. Auf dem Anhänger war ein Mini-Bagger. Dann nahm er die Maske ab und lachte mich aus. Ein alter Freund aus Ingelheim, der inzwischen bei einem Baugeräte-Verleih arbeitet. Als wir im Wohnzimmer saßen, erzählte er mir, er wäre schon einmal mit einem Krankenwagen bei mir gewesen. Er hatte sich extra einen Arztkittel besorgt und wollte mit der Axt in der Hand die berühmte Organspendenszene von Monty Python nachspielen. Leute, ich bin zu alt für diese Späße! Denkt an mein Herz und meinen Blutdruck!

Remember the Future, Pt. 1 - YouTube



Mittwoch, 22. September 2021

Die letzte Hoffnung


Es ist Sonntag, der 19. September. Noch eine Woche bis zur Bundestagswahl. Wir befinden uns in der Villa Bonetti, einem prächtigen Gründerzeitbau am Wannsee.

Punkt 13 Uhr führt Johann, Bonettis Kammerdiener, Jan Fleischhauer und Ulf Poschardt in den eichenholzgetäfelten Speisesaal. Der Focus-Kolumnist und der Chefredakteur der WELT sind langjährige Freunde des allseits beliebten und bekannten Medienunternehmers.

Sie setzen sich an den Tisch, wo ihnen sogleich ein Glas Champagner als Aperitif serviert wird. Dann bringt der Leibkoch Bonettis den Rehrücken auf einem Silbertablett. Als Beilagen gibt es Serviettenknödel, Rosenkohl, karamellisierte Maroni und Preiselbeersoße. Frau Bonetti, die eine cremefarbene Seidenbluse und eine Perlenkette trägt, lässt es sich nicht nehmen, den Herren selbst die erste Portion auf den Teller zu legen. Dann zieht sie sich zurück, da die Männer heute etwas Wichtiges zu besprechen haben.

Sie beginnen zu essen.

„Es schmeckt vorzüglich“, sagt Fleischhauer.

„Ganz großartig“, sagt Poschardt.

„Selbst geschossen“, sagt Bonetti.

Beim Nachtisch – es werden Mirabellentörtchen mit Ahorn-Pekannuss-Eis serviert – kommen sie zum eigentlichen Thema.

„Wir stehen kurz vor einem kommunistischen Putsch“, sagt Bonetti. „Mit Scholz könnten wir einen linksextremistischen Kanzler bekommen. Es drohen Steuererhöhungen, Enteignungen und unternehmensfeindliche Gesetze. Vielleicht sogar ein Staatsbankrott und der Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft. Wie sie wissen, bin ich finanziell stark in den Bereichen Braunkohle, Rüstung, Schweinemast und Automobilindustrie engagiert. Was können wir tun, um das zu verhindern?“

„Ich habe da eine tolle Idee, wie wir Scholz noch stoppen können. Wir haben seine ehemalige Sekretärin für hunderttausend Euro gekauft. Sie wird unter Eid aussagen, dass sie von Scholz vergewaltigt wurde“, sagt Poschardt. „Ich könnte eine entsprechende Medienkampagne bei Springer inszenieren.“

„Ausgezeichnet“, sagt Fleischhauer. „Ich habe gute Kontakte zu einigen Großkonzernen. Sie könnten damit drohen, das Land zu verlassen, wenn dieses linksgrün-versiffte Gesocks an die Macht kommt.“

„Das gefällt mir sehr gut, Freunde.“ Bonetti strahlt. „So machen wir’s. Vielleicht könnte Laschet noch persönlich ein kleines Kind aus einem Brunnen retten? Irgendwas mit Herz als Krönung unserer Aktion? Wir müssen die Diktatur des Proletariats auf jeden Fall verhindern.“

„Jawohl, mein Schriftführer“, rufen Poschardt und Fleischhauer wie aus einem Mund.

Joy Division - New Dawn Fades (a music video) - YouTube



Dienstag, 21. September 2021

Sensationelle Bilder von Bonetti im FKK-Biergarten

 

Blogstuff 630

„Wenn man nur Bücher liest, die jeder liest, kann man auch nur denken, was jeder denkt.“ (Haruki Murakami)

Scholz ist so aalglatt, nach der Wahl kann er „Oil of Olaf“ verkaufen.

Bonettis 3G: geistreich, gemein und genial.

Ich habe eine ziegelrote Backsteinmauer schwarz angemalt, um sie anschließend mit einem ziegelroten Backsteinmuster zu übermalen. Das ist Kunst.

Wenn Bonetti die Hand erhebt, dann nur, um die Lesenden zu segnen, nicht um sie zu schlagen.

„Der Berliner Senat verkaufte 2004 rund 65.000 Wohnungen für 405 Millionen Euro. Heute kaufte der Senat rund 15.000 Wohnungen für 2,46 Milliarden Euro. Ohne Worte.“ (Oliver Santen, 18.9.21)

Das Wort Arschloch ist genderneutral.

Laschet verliert 2021 die Bundestagswahl, 2022 die Landtagswahl in NRW und darf 2023 am Dschungelcamp teilnehmen.

Wie die Zeit vergeht … vor zwanzig Jahren war ich noch das Bauch-Double von Brad Pitt.

Wenn ich heute etwas vom Thema Wohnungsnot lese, denke ich an alte Freunde. In den achtziger Jahren lebte ein Freund, der leider im letzten Jahr gestorben ist (er lebte in den Jahren zuvor von Cola-Weizenbier und nahm kaum noch Nahrung zu sich) auf einem Campingplatz in Heidesheim. Eine Holzhütte, vielleicht zehn Quadratmeter, mit Bett, ein paar Stühlen, Kochecke und Klo. Ein Kneipenkumpel aus Schweppenhausen, spielsüchtig und arbeitslos, landete nach der Scheidung auf dem Campingplatz von Schweppenhausen – in einem Wohnwagen. Eine Freundin aus meinen Kreuznacher WG-Zeiten lebte jahrelang in einem Holzhaus auf dem Campingplatz in Guldental. Dagegen sind die Tiny-Houses von heute der pure Luxus.

Mir gehen die ganzen Appelle von Künstlern, doch bitte ins Kino oder ins Theater zu gehen, weil sonst „die Kultur stirbt“, inzwischen tierisch auf den Zeiger. Wenn ich auf ein Rockkonzert gehe, tausche ich Geld gegen Unterhaltung. Ein ganz einfaches Geschäft. Da muss mir niemand mit der Moralkeule kommen. Diese ganzen privilegierten Medienstars heulen rum, als wären sie eine afghanische Mutter mit drei unterernährten Kindern. Ich lasse mir doch nicht einreden, ich sei am Tod der Kultur schuld, nur weil in Berlin noch ein paar Musiker und Schauspieler mehr als Kellner arbeiten müssen.

P.S.: Kaufen Sie meine Bücher! Daddy braucht ein neues Paar Schuhe.

Yazoo Don't Go Reconstructed 12inch Mix - YouTube

Montag, 20. September 2021

Jetzt ist es also passiert

 

In Idar-Oberstein, fünfzig Kilometer von Schweppenhausen entfernt, hat ein Impfgegner einen Mord begangen. Der Täter gab in seinem Geständnis an, er habe ein Zeichen gegen die Corona-Maßnahmen setzen wollen. Er war in eine Tanke gegangen, um Bier zu kaufen. Der Verkäufer, ein zwanzigjähriger Student, habe ihn aufgefordert, eine Schutzmaske zu tragen. Daraufhin sei er nach Hause gegangen, habe seine Schusswaffe geholt und den jungen Mann mit einem Kopfschuss ermordet.

Kann bitte jemand den kleinen Armin aus dem Bällebad abholen?

 

Die Fakten: Am 9. Februar hatte die CDU/CSU in einer Forsa-Umfrage noch 37 Prozent, die SPD 15 Prozent. Das kann man in einem halben Jahr vor der Wahl nicht mehr aufholen. 22 Prozentpunkte – wie soll das gehen? Heute liegt die Union bei 21 Prozent, die SPD bei 25 Prozent. Im Juni 2020 stand es sogar mal 40:14 für die CDU/CSU.

Wie konnte es eigentlich passieren, dass eine SPD, die bereits klinisch tot war und nur deshalb einen Kanzlerkandidaten aufgestellt hat, weil es alten Gewohnheiten entsprach, kurz vor der Bundestagswahl auf Platz 1 der Umfragen liegt? Hat die SPD sich geändert? Hat sie einen charismatischen Kandidaten wie einst Willy Brandt? Hat sie ein paar phantastische Ideen entwickelt, die den Wähler begeistert haben? Nein. Es war viel einfacher. Ihre Auferstehung verdankt sie der Selbstzerstörung der CDU.

Beginnen wir mit dem Kardinalfehler der CDU: Armin Laschet. In sämtlichen Meinungsumfragen zum Wunschkandidaten für den CDU-Vorsitz landet Laschet auf dem letzten Platz. Wen macht die Partei-Nomenklatura zum neuen Vorsitzenden? Armin Laschet. In sämtlichen Umfragen zur Frage nach dem Kanzlerkandidaten der Union liegt Laschet auf dem letzten Platz. Wen macht die Partei-Nomenklatura zum Kandidaten? Armin Laschet. Die Partei will den Wählern einen Kanzler aufs Auge drücken, den die Wähler gar nicht wollen. Das ist selbstherrlich und arrogant, überheblich und hochnäsig. Und geht natürlich in die Hose.

Aber das war erst der Beginn einer Orgie von Fehlentscheidungen: Wie kann man erst drei Wochen vor der Wahl ein Zukunftsteam vorstellen? Das muss drei Monate vor der Wahl passieren, damit man das Team auch noch medial vermarkten kann. Warum sind außer Merz nur Leute im Team, die der Wähler nicht kennt? Die Truppe wirkt so, als hätte Laschet sie an einem verregneten Montagmorgen am Berliner Hauptbahnhof aufgesammelt. Warum ist Jens Spahn mit dem wichtigen Thema Gesundheit in Zeiten der Pandemie nicht im Team? Im Frühling erklärte er selbst noch, er gehöre zum „Team Laschet“. Wo sind die jüngeren Partei-Promis wie Julia Klöckner, Ralph Brinkhaus, Tobias Hans, Daniel Günther, Carsten Linnemann und Paul Ziemiak? Und warum hört man inzwischen nichts mehr von diesem Team?

Auch das Programm für die ersten hundert Tage seiner Kanzlerschaft präsentiert Laschet erst in der Woche vor der Wahl, als die Briefwahl bereits in vollem Gange ist. Es ist immer noch nicht klar, für was dieser Mann und seine Partei eigentlich stehen. Klima, Digitalisierung, keine Steuererhöhungen. Das haben alle Parteien im Programm, wenn man von Nazis und Querdenkern einmal absieht. Das ist inhaltlich nur Graubrot mit Margarine. Warum will er Kanzler werden? Was ist sein Plan? Kann man sich die Aachener Zwergprinte überhaupt auf einem G7-Gipfel zwischen dem amerikanischen und dem französischen Präsidenten vorstellen? Ist er in der Lage, in Brüssel oder Moskau deutsche Interessen zu vertreten?

Laschet reiht Fehler an Fehler, er wirkt überfordert und unprofessionell, sei es das alberne und pietätlose Gelächter in der Todeszone der Flutkatastrophe, sei es beim Pro7-Prank mit den Kinderreportern. Der Mann erinnert an Kramp-Karrenbauer. Ministerpräsidentin im Saarland, in Berlin völlig überfordert. Im Haifischbecken der Bundespolitik bald in der Defensive, seither auf dem Rückzug. Wer in der Kreisklasse der Provinzpolitik glänzt, muss nicht unbedingt für die Champions League geeignet sein, wenn es um die Führung eines der größten Industriestaaten der Erde geht.

Neben der Nominierung von Laschet hat die Union noch einen zweiten strategischen Fehler gemacht. Sie hat im Wahlkampf einen Großteil ihrer Energie auf die Demontage von Baerbock verwendet. Die Aktion gelang, die Grünen verloren in den Umfragen massiv an Boden. Aber wohin sind die potenziellen Wähler gewandert? Nicht zur CDU/CSU, sondern zur SPD. Hätte Laschet auf der Zielgeraden des Wahlkampfs gegen Baerbock antreten müssen, wären seine Chancen besser gewesen als gegen Scholz. Eine unerfahrene junge Frau hätten die Deutschen vermutlich nicht ins Kanzleramt gewählt, Laschet hätte seine Führungserfahrung ausspielen können. Das funktioniert gegen den drei Jahre älteren Vize-Kanzler, der zuvor schon Bundesarbeitsminister und Hamburger Bürgermeister war, natürlich nicht.   

Und so zerbröselt der Keks.

Achten Sie auf die herzförmigen Teller. Wahre Liebe – Laschet und Söder sind einfach unzertrennlich. Laschet, Söder und Scholz sind übrigens alle Juristen.

Eddie Money - Take Me Home Tonight/Be My Baby - YouTube

 

Sonntag, 19. September 2021

Samstag, 18. September 2021

Rotfront in Kleinbloggersdorf

 

Der drohende Linksrutsch in Deutschland wirft seine Schatten voraus. Der linke Pöbel wird wieder aufmüpfig. Das verarmte, ungeduschte Prekariat träumt davon, mich auf dem Marktplatz aufzuhängen. Jetzt zeigt der Linksextremist und bekennende Scholz-Wähler Toni Erdmann sein wahres Gesicht. Rot-Rot-Grün wird schlimmer als Honecker, der Marxismus-Leninismus erhebt sein hässliches Haupt.

Ich möchte gar nicht wissen, was dieser arbeits- und lichtscheue Mietnomade aus der leprösen Siechenhölle namens Ruhrgebiet schreiben würde, wenn er wüsste, wie die wahren Eigentumsverhältnisse meiner Familie aussehen. Ich werde gleich am Montag mal unseren Prokuristen fragen, was wir in seiner Stadt besitzen. Aber die linke Brut kann uns nicht schrecken, selbst wenn mich die kleine Arschmade als Hunsrück-Laschet tituliert – wo ich doch mindestens die Bezeichnung Hunsrück-Hitler verdient hätte. Wenn die Vermögenssteuer kommt, transferieren wir unser Geld eben ins Ausland. Auch die Erbschaftssteuer umgehen wir elegant, weil ich seit 2010 jedes Jahr Immobilien und Geld (als Schenkung unterhalb der Schenkungssteuer, der Rest in bar) übertragen bekomme.

„Dein Reichtum kauft dir keine Zeit“, schreibt er. Das ist nicht richtig. Reiche Menschen werden älter als arme Menschen. Da ich nicht arbeiten muss, habe ich auch mehr Zeit als die Lohnsklaven aus den Mietkasernen, die sich den lieben langen Tag kaputtschuften müssen, ohne je die Hoffnung zu haben, aus diesem Teufelskreis herauszukommen. Das Ende ist die Altersarmut. Ich ziehe den Alterswohlstand vor.

P.S.: Die Villa Bonetti hat eine Bruttogeschossfläche von 480 qm (12 Zimmer, 3 Bäder), das Dachgeschoss könnte auch noch ausgebaut werden. Dazu habe ich eine große Altbauwohnung mit Stuck und Parkett in Ku’damm-Nähe. Jetzt könnte der eine oder andere denken: Das ist zu viel für eine Person. Aber es ist alles eine Frage der Perspektive. Leider kann ich das nicht weiter ausführen, denn mein Kammerdiener Johann bringt mir gerade den nächsten Cocktail auf die Terrasse. Als ich mit 18 meinen ersten Porsche geschenkt bekam, habe ich einen Aufkleber aufs Heck gemacht. „Eure Armut kotzt mich an“. Jetzt sehe ich das viel entspannter. Wo wären wir ohne unser treues Dienstpersonal?  

Der Absacker

 

Eigentlich bin ich froh, abends in Ruhe meinen Wein trinken zu können. Keine schnöseligen Kellner, keine Selbstbedienung in totalem Gedränge, keine Besoffenen, keine schlechte Musik – und du musst dir um den Heimweg keine Sorgen mehr machen. Entweder pennst du auf dem Sofa ein oder du wankst ein paar Schritte in Richtung Schlafzimmer. Außerdem sparst du eine Menge Geld.

Aber eine Sache vermisse ich an den Kneipentouren von früher: den Absacker. Entweder alleine oder mit den Freunden, mit denen du den Abend und die Nacht verbracht hast. Noch ein letztes Bier oder einen letzten Schnaps, obwohl du längst abgefüllt bist. Wo ist um diese Uhrzeit noch etwas los? Jeder kennt in seiner Stadt die Alkoholikerbrennpunkte und Taxifahrerplätze. Ein Kiosk, eine Spelunke, ein Späti, eine Pommesbude. Sie sind noch offen und für einen letzten Schluck im Stehen haben sie alles im Angebot.

Auch den Imbiss nach Mitternacht fand ich immer großartig. Die Giftbrühe, mit der dein Magen bis zum Anschlag gefüllt ist, wird noch einmal mit dem übelsten Drecksfraß der Menschheitsgeschichte gefüllt. Die halbverbrannte Gekröserolle namens Currywurst, Pommes mit Mayo, alles vor Fett triefend, Döner mit alles und scharf. Und es schmeckt himmlisch. Du genießt jeden Bissen. In diesem Augenblick möchtest du nicht mit dem versnobten Gourmet aus dem Sterne-Restaurant tauschen. Es ist dir völlig egal, dass dein Körper den ganzen Müll in deinem Bauch nicht mehr verarbeiten kann. Du fällst glücklich ins Bett.

In Berlin war es immer die Pommesbude Bundesallee, Ecke Trautenaustraße. Direkt am Eingang zur U-Bahnstation Güntzelstraße. Dort bin ich bei meiner Heimkehr ausgestiegen. Dahinter war der Taxistand, direkt an der 24-Stunden-Tanke. Immer was los, egal, wann ich nach Hause kam. Alle besoffen und trotzdem durstig, alle voll und trotzdem hungrig, alle in dieser sympathischen Scheißegal-Stimmung, in der du mit jedem ins Gespräch kommst. Die Bude war in der Stadt berühmt, hier spielte eine Szene von Wim Wenders‘ „Himmel über Berlin“. Jetzt ist sie weg. Kein Absacker mehr. Gegenüber ist jetzt ein Bio-Markt.   

Queen - Love Of My Life (Official Video) - YouTube





 

Freitag, 17. September 2021

Haiku Maas

 

Paris London Rom

Ein Konfirmandenanzug

Geht auf die Reise

Der Wald muss weg


Was hat der Wald eigentlich für mich getan? Ich brauche kein Holz als Baumaterial, es gibt Beton und Ziegelsteine. Ich brauche keine Holzmöbel, es gibt Kunststoff und verchromten Stahl. Ich brauche kein Papier, es gibt das Internet. Ich esse auch nicht mit Stäbchen.

Der Wald steht nur in der Gegend rum und nimmt Gewerbegebieten und Einkaufszentren wertvollen Platz weg. Wertloses und gefährliches Getier, zum Beispiel Wölfe und Zecken, treibt dort sein Unwesen. Warum sollte ich jetzt plötzlich etwas für den Wald tun?

Manche sagen, der Wald würde Sauerstoff produzieren, den wir zum Atmen brauchen. Ich sage: Sauerstoff kann man auch industriell herstellen. Die Luft kostet nichts. Das können wir als Marktwirtschaft, die wachsen will, nicht hinnehmen. Wenn Sauerstoff ein handelbares Gut wird, entstehen Arbeitsplätze und die Steuereinnahmen steigen.

Das ist langfristig der richtige Weg, denn wir brauchen Geld, um die Klimapolitik zu finanzieren. Geld, liebe Freundinnen und Freunde von der Hochfinanz und den Industriekartellen, das bekanntlich nicht auf Bäumen wächst.

Lasst uns die Axt sein, die den Weg zum Fortschritt freimacht!

Nächste Woche: Demokratie – was hat sie uns gebracht?

Cindy & Bert - Der Hund von Baskerville (1971) Black Sabbath "Paranoid" Cover - YouTube

Donnerstag, 16. September 2021

Kinder fragen – Laschet antwortet

 

„Kann man Bundeskanzler werden, wenn man sich nicht gut benehmen kann?“ (Pauline)

Mädchen: Warum rauchen Sie?

Laschet: Das geht dich doch einen Scheißdreck an, du Rotzgöre!

Junge: Warum haben Sie im Hambacher Forst Menschen aus ihren Baumhäusern vertrieben?

Laschet: Deine Mutter wohnt im Baumhaus, du Pimmelgesicht!

Mädchen: Was wollen Sie gegen die Klimakatastrophe unternehmen?

Laschet: Nur weil mir heute Kinder dumme Fragen stellen, ändere ich doch nicht meine Politik.

Junge: Wieviel Geld haben Sie mit Maskendeals verdient?

Laschet: Jetzt hör mir mal gut zu. Noch so ’ne Frage und dein Arsch hat Kirmes. Verstanden?

Mädchen: Warum verschmutzt ihre Regierung in NRW das Land immer noch mit Braunkohle?

Laschet: Damit deine Playstation auch bei Windstille läuft, du Öko-Trulla.

Junge: Das Kraftwerk Datteln IV ist illegal. Warum betreiben Sie es weiter?

Laschet: Jetzt reicht’s! Ihr kleinen Spinner habt doch gar keine Ahnung von Politik. Gut, dass ihr nicht wählen dürft.

Mädchen: Was wäre dein Name als Drache?

Laschet: ARMIN DER KINDERFRESSER !!!

Friedrich Merz, später bei Lanz: Ich finde, Laschet hat dieses Triell klar gewonnen.




Mittwoch, 15. September 2021

Warum gab uns Gott Alkohol und Drogen?

 

Blogstuff 629

“Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.“ (Curt Goetz)

Der Wahlkampf der Union besteht seit Monaten daraus, andere Parteien und ihre Kandidaten durch den Dreck zu ziehen. Jeder Marktleiter von Edeka weiß mehr über Marketing als die ganze CDU/CSU. Er käme nicht auf die Idee, ein Prospekt drucken zu lassen, in dem steht: „Wenn Sie bei Lidl kaufen, geht die Welt unter“ oder „Aldi hat nur Schrott im Angebot“. Er stellt die Vorzüge des eigenen Marktes in den Vordergrund: tolle Produkte, günstige Preise, freundliches Personal. Wieso kapieren Laschet und sein Wahlkampfteam das nicht?

Nicht nur der Islam, auch das Christentum ist eine orientalische Wahnvorstellung.

Wem macht der Deutsche etwas vor, wenn er zur Jogging-Hose, Tennis-Socken und Turn-Schuhe trägt? Dazu eine Trekking-Jacke, die man höchstens auf dem Nanga Parbat braucht, und einen Wander-Rucksack. Was ist da drin? Ein Verbandskasten? Eine zweite Jogginghose? Der Rucksack ist ein Mysterium, so wie diese Damenhandtaschen im DIN A1-Format, tragbare Kommoden, in denen auch ein zusammengeklappter Tapeziertisch Platz haben könnte. Als Kind habe ich einen heimlichen Blick in die Handtasche meiner Oma werfen können. Taschentücher, Lippenstift und ein paar versteinerte Bonbons, die bereits mit dem Kunstleder verwachsen waren.

Englisch ist nicht die Weltsprache. Geld und Gewalt sind die universellen Medien der Verständigung und Gestaltung.

Früher liefen die Männer doch mit diesen Piratenkopftüchern rum. Warum sind die knallbunten Fetzen aus der Mode gekommen? Glatzköpfe gibt’s doch noch genug.

Seit mein livrierter Diener nicht mehr in der Öffentlichkeit mit einem Silbertablett hinter mir her läuft, wirke ich viel bürgernäher.

In den zehn Geboten steht nichts von Arbeit.

In diesem Jahr sind Kinder eingeschult worden, die während ihrer ganzen Lebenszeit nie Fußballweltmeister geworden sind. Und es haben Studenten die Uni verlassen, die zu ihren Lebzeiten nie Fußballeuropameister gewesen sind. #1996 #2014

In diesem Jahr wird in Kabul kein Oktoberfest stattfinden. Quo vadis, deutsche Leitkultur?

Bei IS denke ich inzwischen nicht mehr an den Islamischen Staat, sondern an Intensivstation.

Beim Formel 1-Grand Prix in Monza kostete das Ticket auf der Haupttribüne 1085 Euro. 1997 habe ich noch 320 DM für denselben Platz bezahlt. So vergrault man die Fans.

Chicago - 25 Or 6 To 4 (HD) - YouTube

Dienstag, 14. September 2021

Politische Karikatur

 

Was in diesem Blog seit Jahren fehlt, ist die politische Karikatur. Also haben sich die besten Texter und Zeichner von Bonetti Media zusammengesetzt. Ab jetzt werden Ihnen in regelmäßiger Reihenfolge Meisterwerke dieser Kunstgattung präsentiert werden.




Das Museum der vergessenen Wörter

 

Wer ist heute noch mit einem Affenzahn unterwegs, wo der Kraftwagen inzwischen SUV heißt?

Den Bandsalat kennen und fürchten nur wir Alten. Ich habe noch Kassetten und einen Kassettenrekorder. Selbstverständlich auch einen Bleistift zur Lösung des Problems.

Der einst so stolze Bürohengst ist jetzt ein domestizierter Lurch, dessen Chef permanente Erreichbarkeit und Willfährigkeit einfordert – und bekommt.

Der Dreikäsehoch ist ein Knirps, ein Steppke. Heutzutage muss man ja zu den Kindern freundlich sein, obwohl sie es nicht verdient haben.  

Das Gabelfrühstück kenne ich aus Kafkas Romanen. Leider ist diese Mahlzeit dem Zeit- und Leistungsdruck des modernen Kapitalismus zum Opfer gefallen. Es handelt sich um ein reichhaltiges zweites Frühstück, das am späten Vormittag eingenommen wird. Gerne auch warme Speisen, zu denen Alkohol gereicht wird.

Der Hagestolz heißt heute Single. Ein würdeloser Anglizismus für eine Lebenshaltung, die sich der Unabhängigkeit und Kinderlosigkeit verpflichtet sieht.

Das Lichtspielhaus wurde zum Kino eingedampft. Die Poesie dieses magischen Ortes, mit dem man heute nur noch klebrige Fußböden und endlose Werbung verbindet, ging leider verloren.

Der Pfennigfuchser ist der Einführung des Euro zum Opfer gefallen.

Der Ratzefummel ist ein Opfer der Digitalisierung!

Der Schmalhans ist heute nicht mehr Küchenmeister, da wir alle in Saus und Braus leben.

Schnafte bedeutet so viel wie knorke oder dufte, also sehr gut (=> urst). Wurde dem Berliner leider ausgetrieben. So wie die Fisimatenten, Pillepalle und die Scheselong.

Heute ist uns nichts mehr schnuppe, es ist uns einfach scheißegal.

Aus der Sommerfrische, die der Stadtmensch auf dem Land verbrachte, wurde eine Woche Malle all-inclusive.

Ein Springinsfeld ist ein junger Mann, der unerschrocken seine ersten Lebenserfahrungen sammelt. Er wird auch Luftikus oder Grünschnabel genannt und studiert heutzutage unweit vom Hotel Mama BWL oder Germanistik auf Lehramt.

Frauen tragen keine Stöckelschuhe mehr, sondern High Heels. Geändert hat sich nüschte.

Wenn Sie bei Wikipedia „Tausendsassa“ eingeben, sehen Sie ein Foto von Andy Bonetti.

Urst habe ich in den neunziger Jahren noch in Ost-Berlin gehört. Es bedeutet „sehr“ oder „saugeil“. Auch die Plaste, Grilletta (= Hamburger) und Krusta (= Pizza) gingen nach der Wende verloren. Neue Wortschöpfungen wie Wendehals sind auch schon wieder verschwunden. Der Opportunismus ist den Deutschen aber erhalten geblieben.

Der große Zampano macht einen auf dicke Hose. War auch als Prahlhans bekannt, nennt sich jetzt Poser.

Montag, 13. September 2021

Das schwarze Loch


Es war ein Schock. Nach zwanzig Jahren sollte ich meine Wohnung verlassen. Kündigung wegen Eigenbedarf. In einer Stadt wie Berlin war das ein Todesurteil. Wie sollte ich mit meinem Einkommen eine neue Wohnung bekommen? Schon jetzt lebte ich in einem Ein-Zimmer-Apartment.

Ich saß in einer Kneipe an der Theke, als sich eine Frau neben mich setzte.

„Du siehst nicht so aus, als könnte dich ein Ouzo trösten“, sagte sie zu mir.

Ich mag Frauen nicht, die offensiv sind. Ich habe gerne meine Ruhe. Seit zehn Jahren habe ich keine Beziehung mehr. Ich lebe ohne Frauen.

„Mich könnte höchstens ein Lottogewinn trösten“, antwortete ich.

Dann erzählte ich ihr von meiner Wohnungssuche. In drei Monaten müsste ich etwas Neues gefunden haben.

„Ich vermiete Zimmer“, sagte sie, während sich ihre gigantischen Fingernägel wie Vogelklauen um einen Gin Tonic krallten.

Ich sah sie misstrauisch an. Sie war mindestens zwanzig Jahre älter als ich, ihre schwarzen Locken waren gefärbt und ihre Leopardenhosen stammten aus der Zeit von Helmut Schmidt.

„Was kostet das Zimmer?“, fragte ich.

„Zweihundert im Monat, inklusive Reinigung.“

Das klang gut, das musste ich zugeben.

„Wo wohnen sie?“

„Nicht weit von hier.“

Wenig später saß ich in ihrem Geländewagen und wir fuhren quer durch die Stadt. Die Gegend, in der sie parkte, hatte ich noch nie zuvor gesehen. Zwei Meter hohe Hecken wie Barrikaden vor grauen Mietskasernen.

Sie zeigte mir mein Zimmer. Ein Bett, ein Schrank, eine Kommode. Ich stand am Fenster und blickte auf einen trostlosen Garten. Ein blasses Rasenviereck und weitere Hecken.

Ich drehte mich um. Die Vermieterin lag auf dem Bett und lächelte mich verführerisch an.

Ich rannte los. Aus dem Zimmer, die Treppe hinunter, auf die Straße. Ich rannte nach Hause, ohne mich auch nur einmal umzusehen.

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