Mittwoch, 5. August 2026

Bonetti - Aufstieg des Bösen

 

Blogstuff 1369

Wir exportieren unsere Second-Hand-Klamotten in die Dritte Welt, wo sie von Menschen getragen werden, die unsere neuen Klamotten herstellen. Das wird (hoffentlich) kein Mensch in der Zukunft verstehen.

Nur ein Prozent der Bürger im Römischen Reich war wohlhabend. Sie konnten sich in ihren Villen jeden erdenklichen Luxus leisten und lebten in völliger Dekadenz. Die anderen 99 Prozent mussten sich ihr Brot mit Arbeit verdienen und wurden dafür von den Reichen verachtet. Kommt mir irgendwie bekannt vor.

Nach Beckers Wimbledon-Sieg 1985 fing unser Freundeskreis in Schweppenhausen an, Tennis zu spielen. Der Vater von J. hatte einen Brotvertrieb und hinter dem Haus war die Halle für die Ware und die Lastwagen. Dazwischen eine große asphaltierte Fläche und in einer Ecke war ein Tennisplatz. Schläger und Bälle waren vorhanden. Normalerweise wird Tennis auf Gras, Sand oder Kunststoff gespielt, aber dieser Platz war der einzige im Dorf und außerdem kostenlos. Wir wurden immer besser, denn wir spielten regelmäßig stundenlang Einzel oder Doppel. Am Ende habe ich die Rückhand nicht nur slice, sondern auch top-spin gespielt, teilweise sogar beidhändig diagonal. Dann kam ich nach Berlin und ging mit einer Freundin in eine Tennishalle. Kunststoffbelag. Ich habe nichts getroffen. Da wurde es mir klar, dass ich nur auf Asphalt spielen konnte und gab den Sport 1991 auf. So ging es mir übrigens auch, als ich zum ersten Mal Tischtennis auf einer richtigen Platte eines Vereins gespielt habe. Ein Parameter ändert sich und du bist verloren.

Die Zahl der Senioren, die in Berlin Wohngeld beziehen, hat sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht. #Altersarmut

„Polnischer Abgang“: Heimlich die Gruppe verlassen, ohne sich zu verabschieden. In Frankreich nennt man das „auf Englisch“.

Vor 25 Jahren, 2001: Schalke vier Minuten deutscher Meister, danach Meister der Herzen.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? In der kommenden Saison wechselt er auf Leihbasis zu den Fliegenden Brettern. Im Sommer 2027 hat Stefan Rose eine Kaufoption.

Ein Drei-Sterne-General genießt in Deutschland endlich wieder ein höheres Ansehen als ein Drei-Sterne-Koch. Wie im alten Preußen.

Im Alter von 17 Jahren schrieb Bonetti in sein Tagebuch: „Eines Tages werde ich einen Turm bauen, der in der Farbe von Elfenbein angestrichen werden soll. Ich werde ihn „Das Observatorium“ nennen. Von diesem Turm, der auf einer Wiese fernab von jeder Siedlung stehen soll, werden ich die Welt beobachten, um sie zu beschreiben und zu analysieren.

Montag, 3. August 2026

Medusa, Medea, Megäre

 

Blogstuff 1368

Es gibt eine Menge schrecklicher Frauenfiguren in der griechischen Mythologie. Medusa wurde von Pallas Athene in ein Monster mit Schlangenhaaren verwandelt, bei dessen Anblick man zu Stein erstarrte. Medea ermordete u.a. ihre eigenen Kinder. Eine Megäre war eine Rachegöttin.

Amerikaner sagen Bro, Deutsche Alter, Türken Lan und Araber Habibi. Mashallah, was dieser Bonetti alles weiß.

Erster August 1976: Niki Lauda sitzt auf dem Nürburgring in seinem brennenden Ferrari. Er kann mit schweren Verletzungen gerettet werden, im Krankenhaus bekommt er die letzte Ölung. Fünfzig Jahre ist das jetzt her. Ich kann mich, als Lauda-Fan bis zu seinem Karriereende 1985, noch gut daran erinnern, denn der deutsche Grand Prix lief jedes Jahr live im Fernsehen.

Das hätte Trump gefreut: Der römische Kaiser Augustus gab die Hälfte seines Staatshaushalts, 450 Millionen Sesterzen, für die Armee (300.000 Mann) aus. Zwanzig Jahre mussten die Legionäre dienen, dann bekamen sie zwölf Jahresgehälter oder einen Bauernhof mit Land als Pension. Seine Nachfolger verlängerten die Dienstzeit, um Geld zu sparen. Kommt einem heutzutage bekannt vor, oder?

Vom Mercedes W123 wurden 2,7 Millionen Stück gebaut. In Äthiopien sind sie heute noch als Taxi unterwegs – mit siebenstelligen Tachoständen.

Fun Fact: Mit einer Schiffsladung Solarpanels aus China können wir so viel Energie zu produzieren wie mit der Ladung von 85 Öltankern.

An einem Novemberabend hatte Bonetti seine erfolgreichsten Kollegen und größten Konkurrenten zum Essen eingeladen. Es tobte ein fürchterliches Gewitter und gelegentlich erhellte ein Blitz die Nacht und die Fassade der Villa Bonetti. Nacheinander trafen Martin Mosebach, Ferdinand von Schirach, Saša Stanišić, Daniel Kehlmann, Robert Menasse und Herta Müller beim Literaturfürsten ein. Man setzte sich zu Tisch. Die Teller, Servietten und die Tischdecke waren rabenschwarz. Vor jedem Autor stand ein kleiner Grabstein mit seinem Namen. Der erste Gang: Spaghetti al nero di seppia mit Belugalinsen und schwarzen Oliven, der zweite Gang: gebratene Blutwurst mit schwarzem Reis, der dritte Gang: ein Kompott aus schwarzen Johannisbeeren und Brombeeren. Dazu wurde ein dunkler Rioja, Negroamara und ein Noir de Noir gereicht, zum Abschluss gab es schwarzen Kaffee. Bonetti redete unaufhörlich über den Tod und schließlich waren alle Gäste überzeugt, er würde sie in dieser Nacht umbringen. Aber um Mitternacht konnten sie nach Hause fahren. Die Schriftsteller waren erleichtert. Das Essen war nicht vergiftet. Vor ihren Häusern warteten schon Mitarbeiter Bonettis. Sie überreichten jedem Gast einen Präsentkorb mit Kaviar und Champagner, dazu bekamen alle noch eine Rolex.  



Samstag, 1. August 2026

Bonetti auf der Buchmesse

 

“I have always wanted to write a book that ended with the word ‘mayonnaise’.”
(Richard Brautigan)

Es war ein verhängnisvoller Fehler, den ich in meinem Leben schon allzu oft gemacht habe, ganz speziell auf der Frankfurter Buchmesse, aber auch bei anderen Gelegenheiten wie Volksfesten oder Fußballspielen. Ich hatte mich von meiner dunklen Leidenschaft für Würste aller Art dazu hinreißen lassen, drei Hotdogs mit gerösteten Zwiebeln, Ketchup, Senf und Mayonnaise zu verspeisen. Nachdem ich dieses durch nichts zu entschuldigende Bedürfnis befriedigt hatte, überkamen mich Scham und Sodbrennen. Wie lange hatten die Brühwürste schon in heißem Wasser gelegen? Was wusste ich über ihre Herkunft? Auch die schrecklich weichen und bleichen Brötchen, in welche die Würste gebettet gewesen waren, ekelten mich plötzlich an. Was hatte mich dazu geritten, diesen fettreichen und nährstoffarmen Sündenfall mit Produkten aus dem kulinarischen Babylon namens Amerika zu begehen? Setzte ich nicht meine Gesundheit und zugleich meine Reputation als Kulturschaffender aufs Spiel? War ich denn ein Tier, dass es mir so schwerfiel, zwischen der Wertschätzung meines hochverehrten Publikums und dem schändlichen Nachgeben billigster Gelüste, oder besser noch: zwischen meinem Selbstwertgefühl und einem widerlichen Heißhunger auf ordinäre Würste mit klarem Verstand abzuwägen, und selbstverständlich bei unvermittelt auftretendem Appetit auf die von meinem treuen Famulus Johann in einem Weidenkorb mitgebrachten Butterbrote und ein Stückchen Gruyère zurückzugreifen?

Zum Glück hatte mich am Würstchenstand niemand erkannt. Halle 7, juristische und betriebswirtschaftliche Fachliteratur. Jetzt war mir schlecht und mit jedem kleinen Rülpser, der sich beim raschen Gehen zur Halle 3, Belletristik, durch meine schmerzhaft brennende Kehle hinaufwand, schmeckte ich die ekelerregende Mischung aus Wurst und Soßen auf Zunge und Gaumen. Vor allem die fettige Mayonnaise, die womöglich schon ranzig gewesen war, spielte sich mit impertinenter Penetranz in den Vordergrund. Ich trank hastig eine Tasse Kaffee, aber der Geschmack ging einfach nicht weg. Ich ließ mir von Johann ein Sahnebonbon reichen, aber es half nichts. Mit jedem Rülpser war der Geschmack wieder da. Und in einer Viertelstunde musste ich auf dem Podium vor der versammelten Weltpresse sitzen und den Journalisten Rede und Antworten stehen. Am Stand des Knödelbach-Verlags begrüßte mich der Verleger Johann Buckelschreck, ein älterer Herr mit Menjou-Bärtchen und kariertem Sakko, mit einem nasskalten Händedruck, der auf seine gewohnte Nervosität in solchen Situationen hinwies. Die beiden Buchreihen in Augenhöhe waren mit meinem neuen Werk „Ende des Zaubers – Literatur als Handwerk“, einem Ratgeber für den schriftstellerischen Nachwuchs, geschmückt. Darüber und darunter waren die Werke von Gesine Apfelkern („Fisch ohne Gnade“) und von Amos Beutelfeger („Eine kleine Geschichte des Kaugummiautomaten“) drapiert. Mit der Kollegin und dem Kollegen sollte ich gleich vor die Presse treten. Frau Apfelkern überschminkte gerade die Warze an ihrem Doppelkinn, Herr Beutelfeger war noch auf der Toilette.

Nach einigen einführenden Worten des Verlegers betraten wir nacheinander die Bühne. Die Blitzlichter der Fotografen zuckten durch die Halle und Herr Beutelfeger, ein junger, ganz in schwarz gekleideter und offenbar noch recht unerfahrener Autor, beging den Fehler, in die Kameras zu schauen und taumelte geblendet zu seinem Stuhl. Ich nahm in der Mitte Platz. Beim Setzen rülpste ich einen kleinen Schwall Magensäure in meinen Mund und musste husten, was aber in der allgemeinen Hektik zu Beginn nicht weiter auffiel. Die erste Frage ging an mich. Was ich von der Literatur des diesjährigen Gastlands Finnland hielte, fragte eine junge Frau von der FAZ. Nun, antwortete ich gelassen, die finnische Literatur sei der norwegischen bei weitem vorzuziehen, womit ich die Lacher natürlich auf meiner Seite hatte. Niemand kannte die finnische Literatur, am wenigsten die Journalisten vor mir auf den stapelbaren Konferenzstühlen. Schließlich war ich hier, um über mein neues Buch zu reden, und nicht über Menschen mit unverständlichen Namen und einer merkwürdigen Sprache, die man noch nicht einmal in Schweden beherrschte.     

Dann sprachen wir endlich von „Ende des Zaubers“, für den der ambitionierte Verlag aus Pirmasens werbetechnisch ziemlich dick aufgetragen hatte. „Der beste Bonetti aller Zeiten“ mochte ja noch angehen, aber „Bonetti leuchtet“ nach dem alten Thomas-Mann-Diktum oder „Bonetti unchained“ in Tarantino-Manier waren doch reichlich unpassend. Schließlich wurde hier Literatur verkauft und keine RTL-Show oder – und bei dem Gedanken musste ich wieder aufstoßen – Wurst. Die unvermeidliche Frage nach der Zukunft der Literatur von der Süddeutschen Zeitung parierte ich elegant mit dem Verweis auf die stabilen Verkaufszahlen des Buchhandels und indem ich ein wenig zum Leseverhalten der Smartphone-Generation extemporierte. Gefragt sei angesichts der aktuellen Entwicklung der literarische Kurztext, der geistreich und unterhaltend zugleich sein müsse. Der Textumfang müsse sich dabei am reduzierten Aufmerksamkeitshorizont der Leserschaft orientieren. „Aufmerksamkeitshorizont“ war gut, das war mir einfach ganz spontan eingefallen und ich nahm mir vor, den Ausdruck nach Abschluss der heutigen Pressearbeit zu notieren, um ihn später einmal in einem Essay zu verwenden. Mutig trank ich einen Schluck des vor mir platzierten Mineralwassers und bereute es sogleich. Es war, als würde mir die Kohlensäure im Halse stecken bleiben. In meinem Magen begann es zu brodeln und nun machte sich zu allem Überfluss auch noch ein garstiger Harndrang bemerkbar.  

Dann war der ZEIT-Journalist an der Reihe. Der als Frage getarnte Monolog eines ehemaligen Germanistikstudenten aus Osnabrück, der alle möglichen angelesenen und halbverdauten Sottisen zum aktuellen Literaturbetrieb enthielt, nahm kein Ende. Wo bleibt der große deutsche Gegenwartsroman? Das war die Quintessenz seiner Suada und ich verwies in meiner Antwort großzügig auf einige hoffnungsvolle Kollegen und die unendlichen Weiten der Blogosphäre, in der heute schon die Texte vorhanden wären, die von klugen Verlegern nur noch geborgen werden müssten. In Wirklichkeit gab es keine großen Romane mehr, weil man als deutscher Autor mit Romanen kein Geld verdienen konnte. Es gibt in Deutschland etwa so viele professionelle Romanautoren wie professionelle Volleyballspieler. Ich selbst verdiente inzwischen an den Filmrechten meiner Romane, die ich mit schöner Regelmäßigkeit an die ARD Degeto in Frankfurt verhökerte, mehr Geld als an der verkauften Auflage. Die nächste Frage ging an Frau Apfelmann oder wie auch immer sie heißen mochte und betraf die allegorische Bedeutung ihres Protagonisten, der auf den schönen Namen „Prokop der Geschorene“ hörte. Ich musste rülpsen und da war er wieder: dieser grässliche Geschmack von ewig unverdaut bleibender Mayonnaise.

 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Marvelous Magic Bonetti

 

Blogstuff 1367

„Nothing really matters “. (Freddie Mercury)

Merz ist wie Scholz. Schon vor dem Ende der ersten Amtszeit gescheitert. Seine Arbeit wird, laut FAZ von führenden CDU-Politikern als „unwürdig“, „schäbig“ und „unterirdisch“ bezeichnet. Da braucht man die Kommentare der Opposition schon gar nicht mehr. Aber Merz merkt es nicht. In meinem Heimatdorf kannte jeder den Dorftrottel, nur einer nicht: der Dorftrottel selbst. Hoffentlich hat das alles vor 2029 ein Ende. 

Während Corona gab es leere Regale. Für gelernte DDR-Bürger muss es eine großartige Zeit gewesen sein. Wie früher.

Waldbrände in Spanien und Frankreich? Dahinter stecken die Grünen. Auf den abgebrannten Flächen werden Solaranlagen und Windparks gebaut. Das ist die Wahrheit, die keiner hören will!

Im Sommer mache ich gerne mal Pause von der ganzen Erholung.

„Deadline“ ist ein dramatischer Ausdruck. Du stirbst nicht, wenn du den Termin nicht einhälst.

Bonetti rät: Du sollst keine Ziele im Leben haben. Deinen Job macht jemand anderes, wenn du es nicht tust. Sag nein zu Meetings, Power-Point-Präsentationen, Kaffeepausen und Kantinenfraß. Es gibt keinen tieferen Sinn, egal wie oft du dich fragst. Du existierst einfach wie Unkraut auf einer Wiese. Das Leben ist beschissen und am besten verschläfst du die meiste Zeit bis zu deinem Tod.

Die Humboldt-Stiftung hat 2025 32 Prozent mehr Bewerbungen aus den USA gemeldet. Beim DAAD hat sich die Zahl der Bewerbungen fast verdoppelt. Danke, Trump! Nix mit Brain-Drain in Deutschland.

„Hintergrund der Umstellung ist das Wachstums­chancen­gesetz der Bundes­regierung zur verpflichtenden Einführung der elektronischen Rechnung im Geschäfts­verkehr. Ziel ist die weitere Digitalisierung und Standardisierung von Rechnungs­prozessen in Deutschland.“ Solche Mails bekommt man von der Telekom. Damke, Nerz!

Jetzt hat der Remmo-Clan auch dieses Viertel übernommen. Unschuldige Frauen werden gezwungen, Gucci-Handtaschen zu tragen.

Früher habe ich immer Essen ins Kino geschmuggelt. Einmal sogar ein Schweinenackensteak in Alu-Folie.

Masood Boomgaard: „Work-Life-Balance is Bullshit”. Leben ist wichtiger als Arbeit. Wenn du so viel arbeitest, dass es die Hälfte deiner Zeit frisst, machst du etwas falsch.

 Leila K – Ca Plane Pour Moi (Official) – YouTube

 

Dienstag, 28. Juli 2026

Walhalla und das Paradies

 

Blogstuff 1366

„Fortpflanzungstourismus“ (Küppersbusch zur Causa Spahn)

Ein Menschenleben ist wie die Geschichte der Menschheit. Kindheit und Erwachsenenalter – alles gut. Aber dazwischen ist die Pubertät, das dunkle Mittelalter.

Was die AfD mit Islamisten verbindet: Beide wollen die Gesellschaft spalten.

Eigentlich ist es ganz einfach. Islam = Religion. Islamismus = Ideologie.

Eines Tages werde ich wie der Dude in den Supermarkt gehen: im Bademantel, mit kurzen Hosen und Schlappen.

Fun Fact: Auch nach dem Anschlag auf den CSD gibt es noch „Queers for Palestine“. Jedes weitere Wort ist überflüssig.

Ich habe mein Start-up „Bonetti AI“ an Musk verkauft. Jetzt will er es mir zurückverkaufen. Aber ich bin ja nicht blöd. Wenn er sich informiert hätte, wüsste er, dass AI Allergiker-Informationen bedeutet.

Anfang des Jahres war ich bei einer Zahnärztin. Schon nach meinem Anruf hätte ich misstrauisch werden müssen, denn ich habe sofort einen Termin bekommen. Dann saß ich allein im Wartezimmer. Sie hat mir eine Zahnreinigung aufgeschwatzt, zu der ich nie gegangen bin, und hat mich für die eigentliche Behandlung an eine Kieferchirurgin überwiesen.

Die größte Schnitzel-Challenge gibt’s in der Gaststätte „Zum Propeller“ am Flughafen in Worms. Zwei Kilogramm + Soße + Pommes.

Merz hätte es auch einfach haben können. Sein Fraktionsvorsitzender ist gegangen. Hätte er die Fraktion einen neuen Vorsitzenden wählen lassen, hätte er sich die holprige Personalkaskade erspart. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Warum ist Abdul Ballout mit einem Messer auf ein schwer bewaffnetes SEK zugegangen? Weil er sterben wollte. Nur wer im Kampf stirbt, kommt als Märtyrer ins Paradies, wo 72 Jungfrauen auf ihn warten. Wir lachen darüber. Aber viele unserer Vorfahren haben im Dritten Reich genauso gedacht. Sie hatten sich vom Christentum abgewandt und den alten Glauben der nordischen Stämme, der Germanen, Wikinger usw. übernommen, vor allem Mitglieder der SS. Odin ist der Gottvater, daneben gibt es andere Götter wie Thor mit dem Hammer. Vor allem die Vorstellung vom Himmel war ganz anders. Christen sehen sich auf einer Wolke, in einem weißen Kleid und mit einer Harfe in der Hand. Gebt mir Manna! Die Nazis glaubten an Walhalla, eine große Halle, wo die Götter und die Krieger bis ans Ende der Zeit ein Riesenparty mit Honigmet, Fleisch und schönen Mädchen feiern. Allerdings musste man als Krieger mit einem Schwert in der Hand im Kampf sterben. Wer im Bett starb, an einer Krankheit oder an einem Herzinfarkt, kam nicht in den Himmel. Nach einer Schlacht würden die Wallküren über das Schlachtfeld fliegen und die Seelen der toten Krieger nach Walhalla bringen. Heute ist ein guter Tag zum Sterben, dachte mancher SS-Fanatiker. Dann komme ich nach Walhalla. Wer den Tod nicht fürchtet, geht größere Risiken ein als andere Soldaten.  

 

Montag, 27. Juli 2026

Ist Bonetti ein Gefährder?

 

Blogstuff 1365

Die Reaktionen auf den Terroranschlag in Berlin sind vorhersehbare Rituale. Die einen instrumentalisieren die Opfer, die anderen warnen von Instrumentalisierung.

Der Täter war ein polizeibekannter Verbrecher. Er wurde gerade erst wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre gefordert. Im Nachhinein ein Justizfehler. Der Anschlag wäre verhindert worden und ironischerweise würde Abdul Ballout noch leben, wenn auch hinter Gittern. Man hätte ihn nicht auf der Flucht erschießen müssen. Das Gericht hatte eine Deradikalisierung angeordnet, heute hätte der erste Termin stattfinden sollen. Ich habe Fragen: Wie naiv kann man sein? Ein Mann, der sich dem IS anschließen wollte, soll mit Gesprächen zu einem Demokraten gemacht werden? In der dreijährigen Haft hätte er genug Zeit gehabt, über seinen weiteren Weg nachzudenken. Wieso wird jemand, der längst erwachsen ist, nach Jugendstrafrecht verurteilt? Aber machen wir uns nichts vor. Es wird wieder passieren. Die Polizei kann die 2000 islamistischen Gefährder, die es nur in Berlin gibt, nicht überwachen.

Bonetti ist im Blogger-Ranking auf Platz 7 abgerutscht. Vor drei Jahren war er noch die unangefochtene Nummer 1, der beliebteste Blogger aller Zeiten mit +4,5. Die neue Nummer 1 ist Weird Al Jankowitz.

Wer gar nichts mehr glaubt (Politik, Medien, Wissenschaft), glaubt alles. Kreise in Kornfeldern, geheime Weltregierungen, Reptilienmenschen.

August-Challenge: den ganzen Tag im Bett bleiben, drei Flaschen Wein am Tag, nur Junk-Food, kein Sport, keine Bücher, Binge-Watching (Fernsehserien der 80er).

Jetzt sehe ich mir doch wieder Sport an: die Kämpfe beim diesjährigen Nagoya Basho. Ich hätte Sumotori werden sollen. Gewonnen hat übrigens ein Ukrainer!

Im Supermarkt kann ich Chips in einer Plastiktüte kaufen, Erdnussflips, Salzstangen, in Plastik verpackten Schinken und Käse, Brot in Plastikbeuteln – aber an der Kasse bekomme ich keine Plastiktüte für meine Einkäufe. Wegen Umweltschutz und Klimawandel. Ich kapier’s einfach nicht.

Was haben wir den Boomern zu verdanken? Internet, Mondlandung, Techno, E-Auto, Pizza Hawaii usw.  

Wir sind wieder wer. Deutsche gewinnen alle 143 deutsche Meisterschaften. #Finals

Die Geschichte von Harry Haft ist unglaublich. Er kam mit 16 nach Auschwitz und wurde von einem SS-Wachmann zum Boxer ausgebildet. Er machte 76 Kämpfe auf Leben und Tod. Der Verlierer wurde von den Nazis ermordet. Nach dem Krieg wanderte er in die USA aus und wurde Profiboxer für die Mafia. Er kämpfte sogar gegen die Boxlegende Rocky Marciano.

 

Sonntag, 26. Juli 2026

Das Flüssige muss ins Durstige

 

Blogstuff 1364

Terroranschlag gegen CSD. Ein Mordopfer, 16 Verletzte. Wann hat es das in Berlin je gegeben?

Grüne Wahlwerbung gegen die AfD: „Deutscher Wind statt arabischem Öl.“

„Liebe Mama, lieber Papa! Ich sitze gerade auf einer Tür, die Titanic ist gesunken. Irgendein Mongo, dessen Namen ich vergessen habe, ist gerade ersoffen. Bis bald und liebe Grüße, eure Kate.“

Ich bleibe nach dem Sex nicht die ganze Nacht bis zum Frühstück. Das kostet extra.

Geld ist nur ein Werkzeug. Niemand braucht fünf Schraubenzieher. Das macht dich nicht glücklich.

Trump trat zweimal gegen eine Frau an und wurde jedes Mal zum Präsidenten gewählt. So viel zum Thema Sexismus.

Linnemann wird neuer Gesundheitsminister. Keine gute Nachricht für Kassenpatienten. Dazu kommt, dass er fachlich eine Null ist.

Aber Fachwissen ist bekanntlich keine Voraussetzung für die politische Karriere. Warken kam als Juristin ins Gesundheitsministerium. Jetzt soll sie das gesamte Kanzleramt und sämtliche Politikfelder koordinieren. Linnemann hat Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitete als Bankökonom. Da werden wieder viele Millionen für Berater ausgegeben werden müssen. CDU-Generalsekretärin wird die Schatzmeisterin der Fraktion, die gleich im Herbst die Watschen für die vergeigten Wahlen kassieren kann. Immerhin will der Finanzpolitiker Güntzler nicht Verkehrsminister werden - weil er dann auf Nebeneinnahmen von 425.000 Euro p.a. verzichten müsste.

Ich bin kaum noch im Internet. Sommerloch, das Thema Fußball hat sich bis zum Bundesligaauftakt erledigt und selbst die Formel 1 geht ab Montag in die Sommerpause. Ich höre viel Radio und mir fiel die thematische Eintönigkeit des Liedguts auf. Warrum gibt es keine Songs über Volleyball oder Bausparkassen?  

Kloppo wurde als neuer Bundestrainer vorgestellt, Nagelsmann wird Verkehrsminister.

In Niedersachsen müssen Tankstellen jetzt 55 Euro Strafe zahlen, wenn sie gegen die Zwölf-Uhr-Regel verstoßen – oder einen Zwanzig-Liter-Kanister Benzin.

Am 25. Juli waren die deutschen Murmelmeisterschaften in Sandhatten, ausgetragen vom SV Murmel 011. Der Verein war bereits zweimal Meister im Kuhlemurmeln. 32 Mannschaften treten gegeneinander an. Erst in der Gruppenphase, dann kommen ab dem Achtelfinale k.o.-Spiele. Auf drei x sechs Meter großen Sandplätzen treten je vier Spieler gegeneinander an, drei Kugeln muss jeder einlochen. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass schon im alten Ägypten und im antiken Rom gespielt wurde. Der Murmelsport ist somit wesentlich älter als Fußball.