Er sah
aus wie ein Türsteher, der im Lotto gewonnen hatte. Die Rolex passte nicht zu
ihm, auch der Brilli im Schneidezahn wirkte völlig übertrieben. Er setzte sich
an meinen Tisch und sah mich an.
„Sie
haben Kaczmareks Audi aus dem Kanal gezogen.“
„Und?“
„Kaczmarek
saß noch drin. Hatte ein paar unschöne Löcher in der Karosserie.“
„Wo
wohnt der?“
„Kaczmarek?“
„Nein,
der Typ.“
„Welcher
Typ?“
„Der
Typ, den das interessiert.“
„Ich
habe schon gehört, dass du eine Nervensäge bist. Aber jetzt würde ich dir am
liebsten gleich deine dämliche Hackfresse polieren.“
Er
hatte Fäuste wie Heuballen, war ungefähr zwei Meter zehn groß und genauso
breit. Sein Anzug sah aus, als hätte man ihn aus dem Stoff einer Zeltplane genäht.
Aber ein guter Bluff gehört zum Geschäft.
„Und
ich habe gehört, dass du ein besonderes Talent hast: auf dem Bahnhofsklo Schwänze
lutschen.“
„Hör
zu, du kleine Arschkrampe. Notaufnahme-Günter schickt mich. Er will wissen, ob
du mit der Sache zu tun hast. Kacmarek hat ihm noch zehntausend Steine
geschuldet.“
Ein
etwas sperriger Spitzname, aber wer sich mit Günter anlegte, landete eben
häufig in der Notaufnahme. Er hatte als Cowboy auf einer Avocado-Farm in der
Uckermark gearbeitet und dann in Rixdorf einen illegalen Spielsalon eröffnet.
Die
Kellnerin brachte meinen doppelten Espresso, er bestellte sich einen
Screwdriver.
„Mein
ayurvedischer Wellnesstempel ‚Mein inneres Ich‘ in Zehlendorf läuft richtig
gut. Ehefrauen mit zu viel Zeit und zu viel Geld – ein todsicheres Geschäft.
Ich habe es nicht nötig, mich in Günters Angelegenheiten zu mischen.“
Er
grinste und zeigte mir die Pistole in seinem Schulterhalfter. „Guter Witz. Aber
so leicht wirst du mich nicht los, Bonetti.“
Währenddessen
hatte ich meine Waffe unter dem Tisch durchgeladen und zielte auf seine
Eingeweide. Er hörte das metallische Klicken und wurde kreidebleich.
„Wenn
du heute Abend noch an deinen Eiern rumspielen willst, gehst du jetzt besser.
Ich heiße nicht Bonetti. Ich bin jemand, den du gar nicht kennen willst.“