Aufgrund der hohen Trump-Zölle
hat Mexiko die Einfuhr von US-Superheldencomics gestoppt. Die Latinas, Latinos
und Chicanos haben jetzt ihren eigenen Helden:
Supergonzalez
Er trägt einen Sombrero und
statt eines Umhangs einen Poncho mit Aztekenmuster. Bevor er zu neuen
Heldentaten aufbricht, isst er eine Büchse Bohnen so wie Popeye seinen Spinat.
Sein Kryptonit ist Tequila. Seine Superpower: Er kann mit seinen Tacos, die
drei Tage in der Sonne gelegen haben und aus mit Käse überbackenen Hühnerherzen
bestehen, schweren Durchfall verursachen.
Sie denken, dieser Text wäre
rassistisch und voller Stereotype? Dann warten Sie mal die Stelle mit der
„mexikanischen Kreditkarte“ ab.
Nogales, zwölf Uhr mittags. Vier
Vaqueros, mexikanische Cowboys, sitzen in einer Cantina und trinken Mescal. Links
vom Eingang sitzt ein Mann auf dem Boden, den Sombrero tief ins Gesicht gezogen
und die Hände unter dem Poncho verborgen.
Auf der Hauptstraße sieht man
einen alten Mann auf einem Esel, der in der flimmernden Hitze immer näherkommt.
Es ist Don Velasquez, der Pate von Nogales, der unsympathischen Stadt an der
amerikanischen Grenze. Er wird von den Einheimischen auch ehrfürchtig El Lobo
genannt. Die Vaqueros sollen für ihn Fentanyl über die Grenze schmuggeln.
Don Velasquez betritt die
Cantina. Er beachtet den Fremden am Eingang nicht, der jetzt eine Dose Bohnen hervorholt,
sie öffnet und mit einem geübten Schwung in den Mund kippt.
Als er einige Minuten später die
Cantina betritt, legt Velasquez gerade ein Paket in eine Satteltasche unter dem
Tisch. Er hat genug gesehen. Der Pate sitzt mit dem Rücken zur Tür. Ein großer
Fehler.
„El Lobo?“
„Wer will das wissen, cabron?“
„Supergonzalez.“
Dann zieht er eine abgesägte
Schrotflinte unter dem Poncho hervor.
„Dios mio, er hat eine
mexikanische Kreditkarte!“ ruft der Wirt und versteckt sich hinter dem Tresen.
Die erste Ladung trifft Velasquez
in den Rücken. Die Vaqueros springen auf und rennen in Panik davon.
Unser Superheld nimmt das
Fentanyl und verteilt es kostenlos unter den Armen.
So kennen und lieben wir ihn.
