Samstag, 25. Juli 2026

Herne bei Nacht

 

Es musste schon weit nach Mitternacht sein, als Bonetti durch den strömenden Regen auf das Taxi zusteuerte. Schwarz und schwer lag der westfälische Himmel über Herne, als er die Wagentür öffnete und sich ächzend auf die Rückbank quetschte.

Der Fahrer machte das Radio leiser und betrachtete Bonetti im Rückspiegel. „Ahmt. Wo soll’s denn hingehen?“

„Ahmt. Pension Schöller, bitte.“

Der Fahrer tippte auf seinem Navi herum. „Jacobystraße 18?“

„Ja“, antwortete Bonetti und ließ sich in den Sitz zurücksinken. Er schloss für einen Moment die Augen. Es war nicht die Lesung, die ihn so erschöpft hatte. Es war das anschließende Gespräch mit den Vertretern der hiesigen „Intelligenz“, mit der lokalen Kulturmischpoke, das ihn Kraft gekostet hatte. Da gab es Jakob Kieselmund, den adipösen und ständig schwitzenden Leiter der Volkshochschule, der ihn eingeladen hatte und ihm in den nächsten Tagen sein Honorar überweisen würde. Dann die beiden älteren Studienrätinnen vom Flottmann-Gymnasium, Monika Bueckmann und Tatjana Glomp, die ihre Deutsch-Leistungskursschüler demnächst mit Bonettis Novellen traktieren wollten, sowie Lothar Rüsselkäfer vom Herne-Kurier, der unter dem Pseudonym Rüdiger Ramone für das „Feuilleton“, wie er die Kulturseite großspurig nannte, regelmäßig Texte fabrizierte.

„Das ist ein Wetterchen, was?“ sagte der Fahrer im jovialen Plaudertonfall aller berufsmäßigen Chauffeure, als sie an einer roten Ampel warteten. „War denn bei Luigi überhaupt noch was los?“

„Luigi?“ fragte Bonetti müde zurück.

„Sie kommen doch gerade vom Italiener. Ich habe sie doch über die Straße rennen sehen. Trattoria Fungo Velenoso. Wir in Herne nennen das Restaurant einfach Luigi. So heißt der Wirt.“

„Ja, ich war nach der Lesung noch auf einen Dämmerschoppen und Antipasti eingeladen.“ Der dicke Kieselmund hatte sich noch richtig den Wanst vollgeschlagen. Carpaccio, Linguine mit Muscheln und Tiramisu - dazu eine ganze Flasche Brunello di Montalcino. Der alte Spesenritter konnte schließlich alles über seine Volkshochschule abrechnen. Die beiden Lehrerinnen hatten nur Frascati getrunken und ihm die ganze Zeit erklärt, es gäbe keine gute Literatur mehr in Deutschland. Brunetti kannte die Diskussion zur Genüge. Es war immer besser, in diese Litanei einzustimmen, anstatt seinen Zuhörern die wahren Ursachen zu erklären. Dass man mit Literatur kein Geld verdienen könne, dass es praktisch keine professionellen Dichter in Deutschland gäbe und man sich von dem Geschreibsel der Amateure nicht allzu viel erhoffen dürfe. Die Musiker können das Internet-Zeitalter mit Konzerten überleben, aber wer zahlt schon fünfzig Euro Eintritt für eine Lesung? Und welcher Schriftsteller schafft es, ein paar tausend Fans in einer Halle zu versammeln? Bonetti hatte routiniert die Helden der Vergangenheit beschworen. Der Mann vom Herne-Kurier hatte drei Weizenbier getrunken und sich Notizen gemacht. Über Bonetti selbst stand genug im Internet. Und über seine Texte hatte sich das schnurrbärtige Frettchen sicher schon eine Meinung gebildet, die Bonetti nicht interessierte. Er würde den deprimierenden Text erst gar nicht lesen.

„Ach, Sie waren das heute mit der Lesung? Volkshochschule, oder? Im Radio haben sie zehn Freikarten verlost“, erzählte der Fahrer.

So konnte sich Bonetti schon mal ein Viertel seiner Zuhörer erklären. „Ja, ich war das“, antwortete er und sah aus dem Fenster.

„Ich habe sogar mal was von Ihnen gelesen“, sagte der Fahrer. Es lag Stolz in seiner Stimme, während er an einer Kreuzung abbog. „Meine Frau hat mir ein Hörbuch geschenkt. Wenn ich mich mal langweile, verstehen Sie? ‚Tod in Bochum‘ oder so hieß das.“

„Borkum oder Tod“, korrigierte Bonetti. Es war vor zwei Jahren erschienen und hatte den Untertitel „Eine intellektuelle Zwischenmahlzeit für gestandene Germanisten“. Eigentlich war es eine Parodie auf Texte, die von Amateuren bei Literaturpreisen in der Provinz eingereicht werden. Es handelte von einer Schriftstellerin, die sich von Stipendiat zu Stipendiat hangelt, mal ein Jahr in Bottrop als Stadtschreiberin ist und dann wieder ein halbes Jahr auf Borkum, wo man gerade eine Inselschreiberin sucht. Die trost- und seelenlose Welt der Stipendien und Preisgelder, die an ehemalige Geliebte von Professoren oder narzisstische Studenten mit zwanghaftem Mitteilungsbedürfnis verteilt wurden.

„Genau“, pflichtete der Fahrer treuherzig bei und blickte Bonetti im Rückspiegel an. „Da ging es doch um eine junge Frau, die an einem Roman über das Leben einer Schriftstellerin schreibt. Aber sie findet nie die Ruhe und dann kommt sie auf diese Insel und lernt einen Pfarrer kennen.“

„Einen Deutschlehrer.“

„Ja, ich kann mich erinnern“, sagte der Fahrer und bog in die Jacobystraße ein. „Aber wissen Sie was? Sie müssten mal ein Buch über Taxifahrer schreiben. Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen. Da könnte man glatt drei Bücher draus machen.“

Bonetti sah die Lichter der Pension und war erleichtert.

„Ich habe zum Beispiel mal einen Fahrgast gehabt, der war hier in Herne auf einer Beerdigung. Und wollte dann tatsächlich, dass ich ihn mit dem Taxi nach Köln fahre. Er hat mir erzählt, er hätte geerbt. Ich habe dann erstmal mit der Zentrale geredet, ob das überhaupt geht.“ Das Taxi hielt an und der Fahrer drehte sich zu Bonetti um. „Und was man hier in der Gegend mit Fußballfans erlebt, brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen. Dann, passen sie auf, das ist eine ganz tolle Geschichte, dann ist mal ein Mann in meine Taxe gesprungen und ich soll ihn nach Gelsenkirchen fahren. Der hat seine Frau am Bahnhof verpasst und will jetzt in Gelsenkirchen in den Zug, in dem seine Frau sitzt. Also muss ich Vollgas geben und bin nach Gelsenkirchen.“ Seine Stimme wurde immer lauter. „Ich weiß allerdings nicht, ob er den Zug noch erwischt hat. Manchmal hat man ja eine Fuhre nach der anderen.“

Bonetti hielt seine Brieftasche schon in der Hand.

„Was sich in meiner Taxe schon Leute gezofft haben, Pärchen nach der Disco, das glauben Sie nicht.“

„Würden Sie mir bitte eine Quittung geben?“ fragte Bonetti leise und hielt dem Fahrer einen Zwanzig-Euro-Schein unter die Nase. Die Leute können mich ruhig für ein arrogantes Arschloch halten, dachte er.

Dieser Fahrer hatte mehr an Bonetti verdient, als Bonetti jemals an ihm verdienen würde. Das ist die nüchterne Wahrheit des Kulturbetriebs.       

 

Mittwoch, 22. Juli 2026

Unser Haus

 

Blogstuff 1363

„Die hemmungslose Arroganz in der politischen Kaste treibt ganz besondere Blüten und gipfelte darin, dass Kanzler Fritz seinem Parteigenossen öffentlich zum Nachwuchs gratulierte. Klingbeil und Klöckner schlossen sich den Glückwünschen an! Diese "Instinktlosigkeit" macht nicht nur fassungslos, sie macht wütend. Man könnte auch sagen: Arroganter Hochmut gratulierte der egomanen Überheblichkeit – welch eine entartete Hybris! Welch eine amoralische Kloake!“ (Claudio Mancini)

Warum stehen auf der Rückseite von Weinflaschen nicht die Zutaten? Sind Antioxidantien enthalten?

Jeder Hundebesitzer kennt die Täuschung, von der eine Demokratie lebt. Der Hund geht voran, ist aber an der Leine.

Ich halte nichts vom Konzept „Glück“. Wenn ich ins Bett gehe und denke „Heute war ein guter Tag“, bin ich zufrieden. Dann versuche ich, es am nächsten Tag zu wiederholen.

Wirtschaftsexperten extrapolieren den Ist-Zustand in die Zukunft und nennen es Vorhersage. Das ist so, als wenn Sie Ihre Unterwäsche ein Jahr tragen und nicht wechseln. Niemand kennt die Dynamik von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft 365 Tage im Voraus.

In den siebziger und achtziger Jahren war ich in der DLRG aktiv. Unsere Rettungsstation war am Rheinufer, aber der Fluss war so dreckig und vergiftet, dass sowieso niemand dort geschwommen ist. Dafür haben wir im Hallenbad Schwimmkurse für Kinder gegeben. Einmal begleite ich ein Kind, das zum ersten Mal „im Tiefen“ ist. Dann erscheint Esther, die Klassenschönheit von meiner Schule am Beckenrand und spricht mich an. Mich. Wir sind beide 14 und sie hat schon BUSEN. Winziger Bikini, mir bleibt die Spucke weg. Dann drehe ich mich um. Das kleine Mädchen macht tapfer seine Schwimmbewegungen, die ich ihr beigebracht habe, allerdings in einem halben Meter Tiefe. Ich hole das Kind nach oben und es schnappt nach Luft. Aber so hat Gott uns Männer geschaffen: blöd und geil. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Wir sehen eine schöne Frau und der IQ sinkt augenblicklich auf null. Machst du nix.

Fun Fact: Eine Schwimm-Demo in Berlin musste neulich abgesagt werden, weil das Wasser zu dreckig war. In der Spree darf übrigens seit hundert Jahren nicht mehr gebadet werden.

An Bahnhöfen darf in Zukunft nicht mehr gesoffen werden. Also: vorglühen. Betrunken, aber mit gültigem Fahrschein? Kein Problem. Und im Zug darf mal ja wohl den Fusel aus dem Gepäck holen.

Da lese ich doch tatsächlich „Kabarettsitzung“ statt „Kabinettsitzung“.

Mir ist aufgefallen: Es gibt keine dicken Radfahrer. Vielleicht sollte ich mir doch ein Fahrrad zulegen, anstatt den ganzen Tag wie ein angeschossenes Gnu auf dem Sofa zu liegen.

 

Dienstag, 21. Juli 2026

Berlin - Die Stadt, die immer schläft

 

Blogstuff 1362

Montag. Die Fußball-Deko ist aus dem Supermarkt verschwunden. Das Personal muss auch nicht mehr die albernen T-Shirts in schwarz-rot-gelb tragen (Aufschrift: Fanbetreuer – die Marketingfritzen werden alle in der Hölle landen). Fun Fact: Vor dem langweiligsten Endspiel aller Zeiten fand im Spiel um Platz 3 das beste Match der WM statt. Zum Glück kann ich Servus TV (Österreich) empfangen.

Den spektakulären englischen Sieg und das Finale hat Kevin Keegan noch gesehen, dann ist er gestorben. Der einzige Bundesliga-Star, der es jemals in die Charts geschafft hat.

Warum gibt es nur Meerjungfrauen, aber keine Meerjunggesellen?

Leute, die trinken, Drogen nehmen, arbeitslos sind und nicht an Gott glauben, finde ich sympathischer als Leute, die jeden Tag ins Büro und am Sonntag in die Kirche gehen.

Die außerirdische Elitesoldatin aus der Zukunft, Renate Mangold, klingelt an Bonettis Tür. (Fortsetzung folgt)

Nonne kommt zum Frauenarzt. „Sie sind schwanger.“ – „O Gott, was die Leute heutzutage alles auf die Kerze schmieren.“ (Cindy aus Marzahn)

Kinder sind unsere Zukunft. Lockvogelrhetorik. In Wirklichkeit sind sie undankbar und teuer.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Im neuen Film von Mark Zuckerberg spielt er eine App.

Es wurde schon immer gerne in Schubladen gedacht. Macht es für manche Leute einfacher, denen oberflächliche Zuordnungen genügen. Zum Beispiel: Generationen. Boomer, Generation X, Millenials usw. Meine These: Es gibt keine Unterschiede zwischen den Generationen. Jeder Jahrgang bringt kluge Menschen und Vollidioten hervor, nette Zeitgenossen und Arschlöcher, Linke und Rechte – überall auf der Welt. Man sollte es sich beim Nachdenken nicht bequem machen, sondern genauer hinschauen. Es lohnt sich, andere Menschen als Individuum zu betrachten.

Von meinem Vater habe ich den Humor geerbt. Als ich noch ein Kind war, gab es Spaghetti Bolognese. Er roch an seinem Essen und sagte zu mir: „Das riecht aber komisch. Bei dir auch?“ Also beugte ich mein Gesicht über den Teller und er drückte es in die Soße. Die ganze Familie hat mich ausgelacht. Als ich drei Jahre alt war, sagte er mir, er würde jetzt meinen Lieblingsteddy im Klo runterspülen. Ich folgte ihm ängstlich ins Badezimmer. Er zog einen Riesen-Show ab, ließ das Stofftier aber hinter die Kloschüssel fallen und betätigte dann die Spülung. Ich schrie und heulte. In Sachen Spaß bin ich durch eine harte Schule gegangen.

Kapitalismuskritik vor 55 Jahren. Nichts hat sich seither geändert. Udo Jürgens - Lieb Vaterland (Drehscheibe 26.04.1971)

 

Montag, 20. Juli 2026

Als der Montag verschwand

 

Eigentlich war alles wie immer. Ich verbringe den Sonntag vor dem Fernseher und mit meiner Playstation, am nächsten Tag gehe ich zur Arbeit. Als ich meinen PC einschalte, sehe ich, dass es Dienstag ist. Habe ich den Montag verschlafen? Keiner sagt etwas, auch der Chef nicht, der sonst penibel auf die Einhaltung der Arbeitszeiten achtet.

Mittags sitze ich mit meiner Kollegin Chantal Wagenheber in der Kantine. Erst beim Schokoladenpudding traue ich mich, sie zu fragen: „Warum ist heute Dienstag? Gestern war Sonntag. Was ist passiert?“

„Keine Ahnung“, antwortet sie gleichmütig. „Aber keiner von uns verliert ein Wort darüber. Babsi hat gesagt, es wäre eine Kalenderreform der Regierung. Aber Babsi erzählt viel, wenn der Tag lang ist.“

Ich mache mir keine Gedanken. Ich arbeite also nur vier Tage. Ist das die Vier-Tage-Woche, vor der Friedrich Merz uns alle gewarnt hat? Ist der Standort Deutschland in Gefahr?

In der Woche darauf fehlt der Montag schon wieder. Jetzt berichten die Medien. BILD: „Weltweit gibt es keinen Montag mehr. Stecken die Russen dahinter? Oder die Chinesen?“ Wirtschaftsverbände fordern eine Lohnkürzung um zwanzig Prozent. Aus dreißig Urlaubstagen werden jetzt über sieben Wochen Urlaub, nicht mehr sechs.

Spaßvögel setzen Meetings am Montag an, Geschäfte versprechen einen fünfzigprozentigen Rabatt am Montag, die Kirchen trauern dem Ostermontag nach. Es dauert ein paar Monate, bis das eigentliche Problem auftritt. Das Jahr hat 52 Tage weniger, also nur noch 313 Tage. Es schneit an Ostern und die ersten Sommertage sind Ende August. Also gibt man ein paar Monaten, allen voran dem Februar, 31 Tage. Dazu wird ein neuer Monat eingeführt: der Bonetti mit den Highlights Weihnachten und Silvester.

Klassische Sprüche geraten in Vergessenheit. „Warum ist Montag so weit weg von Freitag, aber Freitag so nah am Montag?“ „Traue keinem, der am Montagmorgen lächelt.“ „Montag im Büro ist, wenn die Motivation erst nach der dritten Kaffeepause kommt.“ Natürlich ist die Sache eine Katastrophe für die Karnevalshochburgen. Kein Rosenmontag mehr. Die Umzüge sind am Dienstag und danach kommt direkt der Aschermittwoch.

Im Büro träumen wir alle, dass als nächstes der Freitag verschwindet. Dienstag zur Arbeit kommen und Donnerstag ins Wochenende. Dann hätten wir alle zehn Wochen Urlaub im Jahr. Drei Tage Arbeit, zwei Tage frei. Damit könnte ich leben. Der wegfallende Karfreitag wäre locker zu verkraften. Wenn der Samstag oder der Sonntag verschwinden würde, wäre es natürlich eine Katastrophe. Für alle Beschäftigten, aber auch für Christen (Sonntag) und Juden (Sabbat). Müsste dann auch der Anfang des Alten Testaments umgeschrieben werden?

P.S.: Seit der WM machen wir alle zwanzig Minuten eine Hydration Break, formerly known as Kaffeepause. Nach dem Ende des Montags ein weiterer Fortschritt.

 

Sonntag, 19. Juli 2026

Dann geh doch zu Bonetti!

 

Blogstuff 1361

„Never change a swimming team.” (Franziska van Almsick)

Ein Freund von mir hat aufgehört, Alkohol zu trinken. Zwei Jahre später war er tot. Gut, er ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Trotzdem ist mir das Risiko zu groß.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er wurde gerade Siebter bei den deutschen Meisterschaften im erotischen Ausdruckstanz.

In eigener Sache: Das Pferdedrama „Hottehü“ von Bonetti Media kommt am Donnerstag in die Kinos.

Männer in Rom sind immer angezogen wie Gucci-Models, Männer in Berlin sehen aus wie Kleinkinder oder Provinzlesben.

2029: Vorbeimarsch des Wachregiments Großdeutschland. Weidel grüßt die Soldaten vor dem Reichskanzleramt.

Fun Facts: Spahns Leihmutter lebt in New York. Dort kostet ein bestelltes Kind zwischen 160.000 und 200.000 Dollar. #Menschenhandel. Schon beim Kauf der Berliner Villa für vier Millionen Euro habe ich mich gefragt, wo der Mann das ganze Geld hernimmt. Außerdem ist geklärt, wer der Samenspender ist. Spahns Göttergatte. Er sieht ja auch besser aus und hat offenbar keine Sehschwäche. Punkt 3: Spahn bleibt Bundestagsabgeordneter. Es war also nur ein Rücktritt vom Fraktionsvorsitz, nicht von allen Ämtern. Doppelmoral reloaded.

Neulich habe ich was über Plato gelesen. War das nicht der Hund von Micky Maus?

Klassische IKEA-Durchsage in Berlin: „Der kleine Es-geht-dich-einen-Scheiß-an-wie-ich-heiße möchte aus dem Bällebad abgeholt werden.“ (Quelle: Internet)

Antonelli hat sechs Grand Prix gewonnen, bei 34 Starts. Farina, der erste F1-Weltmeister 1950 und auch aus Italien, gewann fünf Grand Prix in 33 Rennen. Fünf Siege hatte der 19-jährige Mercedes-Fahrer nach dreißig Rennen.  

Die älteren Leser werden sich erinnern. Im Kaiserreich kam die Post dreimal am Tag und siebenmal die Woche. Das Porto für einen Brief betrug fünf Pfennig. Neulich musste ich wegen wichtiger Bankunterlagen, die mich nicht erreicht haben, die Sparkassenfiliale kontaktieren. Sie hatten sie losgeschickt, aber sie kamen nicht bei mir an. Berlin, das Caracas an der Spree.

Manchmal denke ich: Den Videothekenausweis kannst du auch mal aus dem Portemonnaie nehmen, den brauchst du vermutlich sowieso nicht mehr. Interessiert sich jemand für meine Betamax-Filme (Bud Spencer & more)?

PS: Für den Anruf bei Spahn und seine Bitte um Rücktritt vom Fraktionsvorsitz bekommt Merz das Seepferdchen in Politik.

 

Samstag, 18. Juli 2026

Merzinfarkt


Blogstuff 1360

Eine kurze Rechnung zum Thema Bundeswehr. Scholz machte nach Beginn des Ukrainekriegs 2022 100 Milliarden Euro Schulden für die Bundeswehr. Merz legte 2025 nochmal 500 Milliarden drauf. Dazu kommt der reguläre Wehretat: 2022 – 2026: etwa 290 Milliarden. Macht zusammen 890 Milliarden. Die Bundeswehr hat 185.000 aktive Soldaten. Das sind also 4,81 Millionen Euro pro Soldat. Eine knappe Million pro Jahr und Soldat. Warum sieht man keine nennenswerten Verbesserungen? Verschwindet das Geld auf so rätselhafte Weise wie beim BER oder Stuttgart 21?

Zum Vergleich: Hitler begann den Krieg 1939 mit 4,5 Millionen Soldaten. Die Wehrmacht hatte tausende Panzer, tausende Flugzeuge und Berge von Waffen und Munition. Die Bundeswehr kann höchstens Luxemburg erobern, jedes andere Nachbarland ist eine Nummer zu groß.

Natürlich ist Kinder- und Sklavenarbeit nicht schön. Aber was passiert denn, wenn wir die Sachen nicht mehr kaufen? Geht es den arbeitslosen Kindern und Sklaven dann besser?

Kein Lehrer kann alle Fächer unterrichten, aber die Schüler sollen in allen Fächern gut sein. Verstehe ich nicht.

Spahn nimmt bei seinem Leihmutterbalg in Anspruch, als Privatperson und nicht als CDU-Funktionär gehandelt zu haben. Das ist so, als würde der Justizminister einen Banküberfall machen und von uns erwarten, dass wir beides voneinander trennen. #Doppelmoral

Andere warten jahrelang auf ein Adoptivkind (kenne ich von einer ehemaligen Kollegin), aber so ein Bonzenschnösel wie Spahn holt einfach die fette Brieftasche raus und kauft sich ein Kind. Aber wer behauptet, wir seien eine Klassengesellschaft, ist ein Kommunist.

Von wem ist eigentlich das Sperma, mit dem das Ei der Leihmutter befruchtet wurde? Von Jens oder seinem Stecher? Oder war es ein Cocktail?

+++ breaking news+++ Spahn tritt zurück und ich muss einen ganzen Absatz zu Thema Heuchelei in der CDU löschen. Dafür mache ich mir jetzt ein Piccolöchen auf. „Ding Dong, the witch is dead.“

Bonetti Media stellt bevorzugt Rollstuhlfahrer ein, damit keine teuren Bürostühle angeschafft werden müssen.

Warum wird man eigentlich in einem Anzug beerdigt? Ich habe gar keinen Anzug. Ich möchte in Jogginghosen, Metallica-Shirt und einem falschen Schnurrbart in den Sarg gelegt werden.

#Doppelmoral, Teil 2: Danger Dan und Igor Levit dürfen mit ihrem antifaschistisches Lied nicht in der „Anstalt“ auftreten, aber jeder AfD-Fascho wird in Interviews und Talkshows hofiert. Danke, ZDF.

Freitag, 17. Juli 2026

Trump, Tuchel und Steinmeier

 

Blogstuff 1359

Tuchel wird seinen Job verlieren, für diese Aussage muss man kein Prophet sein. Mir ist immer noch ein Rätsel, warum die englische Mannschaft in den letzten zwanzig Minuten so defensiv gespielt hat. Schon nach dem Führungstreffer in der 55. Minute hat man den Argentiniern das Feld überlassen. Bis zum Abpfiff hatte England nur zwölf Prozent Ballbesitz. Nach der Hydration Break: Alle zehn Spieler in der Box oder drumherum. Keine Entlastungsangriffe, keine Konter, nichts. So kann man einen Vorsprung gegen eine zweitklassige Mannschaft über die Zeit retten, aber nicht gegen den amtierenden Weltmeister mit der lebenden Ikone Messi. Zwei Tore, zwei Pfostenschüsse, eine Weltklasseparade von Pickford. Der Sieg der Albiceleste hätte auch höher ausfallen können. Und die Three Lions müssen am Samstag im Finale der Verlierer antreten und bekommen gleich nochmal von Mbappé & Co. den Arsch versohlt.

Platz 1 in den deutschen Charts: Schlägersänger Harley-Hansi von den Hells Angels feat. Kickbox-Ronja mit „Ich schenk dir blaue Augen“.

Das Bundesinformationsamt hat diesen Blog gerade als systemrelevante Quelle eingestuft. Kritische Kommentare werden also zukünftig von der Bundespolizei untersucht.

Die Sanierung von Schloss Bellevue soll eine Milliarde Euro kosten. Ich schlage einen Neubau vor. In Wichtelbach gibt's günstige Bauplätze und gute Handwerker.

Heuchler des Jahres: Jens Spahn. Jahrelang kämpft er gegen Leihmütter in Deutschland und besorgt sich bei einer US-Leihmutter ein Kind. Er wird sicher eines Tages Kanzler werden.

Beim WM-Finale wird auf dem Platz nur Spanisch gesprochen. Das gab es seit 1930 (Uruguay – Argentinien) nicht mehr.

Zwei schlechte Nachrichten zum Thema Finale. Erstens: Trump kommt – als VAR. Zweitens: Die Halbzeitshow wird mindestens eine halbe Stunde dauern (u.a. mit Madonna, Justin Bieber, Shakira, Coldplay).

Trump ist immer noch von der Wahlniederlage 2020 besessen. Jetzt waren es also die Chinesen. Beweise gab es in seiner groß angekündigten Rede an die Nation natürlich keine. Außerdem will er ABC und CBS die Lizenz entziehen, weil sie seinen hirnlosen Schwachsinn nicht live übertragen haben. Ach ja, und dann hat er einen Bundesstaatsanwalt 54 Minuten nach dessen Ernennung gefeuert. Aber das Thema Epstein ist raus aus den Medien.

Ich bin wirklich heilfroh, dass mir das Thema Krankschreibung ab Tag 1 gepflegt am Arsch vorbeigehen kann. Ich bin raus aus dem Arbeitsleben. Ich brauche mich nicht krankschreiben zu lassen, ich muss keinen Chef informieren.