Sonntag, 15. März 2026

Das Café

 

Das kleine einstöckige Haus an der Uferpromenade von Wilmington beherbergte eine Buchhandlung. Hinter dem Gebäude war ein Stück Rasen und ein Gartenhäuschen. Ein Zimmer mit einer Küchenecke, in dem man direkt stand, nachdem man die Tür geöffnet hatte, und ein Bad. Alles sollte zusammen 50.000 Pfund kosten.

Wilmington schrumpfte seit zehn Jahren, als die Fischkonservenfabrik dicht gemacht hatte. Die Familie waren auf der suche nach Arbeit weggezogen. Von 8.000 Einwohnern waren noch 3.500 übrig. Nach der Fabrik hatte der Supermarkt geschlossen, dann die Tankstelle, der Bäcker und schließlich der Pub. Niemand wusste, warum der alte Wurlitzer noch seine Buchhandlung geöffnet hatte. Sie warf sicherlich keinen Gewinn mehr ab. Vor zwei Wochen war er gestorben.

Peter arbeitete in einer Werbeagentur in Burningham, zehn Meilen entfernt. Jeden Tag fragte seine Frau ihn, wie die Arbeit war, wenn er von der Arbeit kam. In den ersten Monaten ihrer Ehe hatte er noch in vollständigen Sätzen geantwortet. Jetzt grunzte er nur und zuckte mit den Schultern. Er fragte seine Frau nie, wie es zuhause gewesen war. Vermutlich hätte sie geseufzt und mit den Schultern gezuckt. Er konnte sich nicht vorstellen, wie sie grunzte.

Er wollte diese Buchhandlung. Er hätte die Bücher der Stadtbibliothek von Burningham geschenkt und ein kleines nette Café eröffnet. Oder er hätte sie als Dekoration in den Regalen stehen lassen. Er würde sich scheiden lassen und wäre in das Gartenhäuschen gezogen. Er hatte genug Geld auf dem Konto, das Haus hätte er seiner Frau überlassen. Kinder gab es keine, Haustiere auch nicht.

Mit den Werbeslogans „Veterinol – und der Hund bleibt gesund“ und „Veterinol – und der Hund fühlt sich wohl“ gelang ihm der Durchbruch. Der Kunde war hochzufrieden und der Agenturchef zahlte ihm eine Prämie von 10.000 Pfund. Jetzt hatte er nicht nur genug Geld für die Buchhandlung, sondern auch für die Inneneinrichtung, einen Kaffeevollautomaten, einen Ofen für die Muffins und eine Geschirrspülmaschine. Er kündigte, zog zuhause aus und legte an der Uferpromenade los.

Drei Monate später. Gab es deine keine jungen Leute in dieser Stadt? Wo waren die Hipster mit Dutt, Hoodie und Notebook? Es sah im Café aus wie im Altersheim. Die Muffins hatte er aus dem Supermarkt und der lauwarme koffeinfreie Kaffee floss in Strömen. Er hatte sein Café „Roxanne“ getauft, nach dem alten Police-Song. Jetzt nannte er es „Café Rektum“, weil es ihm am Arsch vorbeiging. An Tisch 3 saß Pater McCarthy und trank einen Cappuccino. Als Kind hatte er eine Phase gehabt, in der er auch Priester werden wollte. Nur sonntags arbeiten und der Zölibat hielt einem die Weiber vom Leib.

Wenigstens hatte er im Gartenhaus seine Ruhe. Man erreichte es nur durch die Hintertür das Cafés. Keine Überraschungsbesuche, keine Vertreter und die hohen Mauern und Hecken verhinderten neugierige Blicke der Nachbarn. Hier war seine Oase des Friedens.

  

Samstag, 14. März 2026

Alte Männer auf roten Mofas


Blogstuff 1294

„Dir blase ich die Lichter aus.“ (Gips Melson in der Rolle als Ugly Joe, bevor er mit der Uzi auf seine Geburtstagstorte schießt)

Wir können unsere Vorfahren im Prinzip eine Million Jahre zurückverfolgen. Sonst wären wir ja nicht hier. Meine Ahnenforschung reicht etwa hunderttausend Jahre zurück – bis zu Uruk aus Höhle 47.

Die paarungswillige Saarländerin findet man an Autobahnraststätten und in Biker-Kneipen. Durch das weithin hörbare Brunftrülpsen alkoholisierter Saarländer wird das possierliche Weibchen angelockt. Nach der Empfängnis zieht es sich tief in den Wald zurück und baut eine Wurfhöhle. Neun Monate später kommen fünf bis sechs Saarländer auf die Welt.

„Volkswagen ist 2025 tief in die Gewinnkrise gerutscht. Das operative Ergebnis (…) halbierte sich auf 8,9 Milliarden Euro.“ (BILD, 10.3.26). Der einst stolze Automobilkonzern muss also in die Insolvenz. Alles geht den Bach runter, alles.

Warum muss eigentlich immer alles „gesund“ sein?

Warum gibt es in Wien keinen Habs-Burger?

Das Tao, das wir sehen, ist unsichtbar. Das Tao ist das Nicht-Tao. Alles weitere in meinem neuen Buch „Die Tao-Wurst“.

Ich finde es gut, dass Trump sein Verteidigungsministerium rechtzeitig in Kriegsministerium umbenannt hat. Dafür gab es zurecht den Friedenspreis der FIFA und den Second-Hand-Friedensnobelpreis von der Urwald-Trulla.

Frauen? Das Letzte, das ich erfolgreich angemacht habe, war die Heizung.

Jetzt neu! „Das große Promipacken“ auf RTL. Überflüssige Y-Promis ziehen nach Somalia.

Merz-Reformen? Das ist ja noch nicht mal ein Sturm im Wasserglas, das ist ein laues Lüftchen im Zahnputzbecher.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er ermittelt Undercover für seinen neuen Roman „Spielrausch“ im Halma- Milieu.

Wer sich Kochshows ansieht, hat die Kontrolle … - na, Sie wissen schon.

Bonetti hat die Finger tätowiert. Auf der rechten Hand steht W-U-R-S-T und auf der linken Hand steht F-I-N-G-E-R.

„Sie sind angeklagt wegen Ladendiebstahls. Wie heißen Sie?“ – „Klaudia.“ Genau mein Humor.

“America spent 20 years and trillions of dollars replacing the Taliban with the Taliban. But Trump managed to replace Ayatollah Khamenei with Ayatollah Khamenei in just 9 days! Most efficient President ever!“ (U.S. Democratic Socialists)

 

Freitag, 13. März 2026

Der Aufbruch

 

Frank stand hinter dem Tresen und blickte melancholisch über die wenigen Gäste seiner Kneipe. Da waren L & L, Lars und Lutz, zwei alte Schulfreunde, beide arbeitslos, die in der ersten Monatshälfte ihre Stütze bei ihm versoffen, bevor sie in der zweiten Monatshälfte auf Oettinger umstiegen. Dann der alte Wamsler, ein Rentner, der seine BILD-Zeitung mit der Aufmerksamkeit eines Bibliothekars studierte. In der Ecke ein aufgekratztes Damenkränzchen, das Wein und Likör bevorzugte. Den Fremden mit dem dunklen Anzug konnte er nicht einschätzen, vermutlich ein durchreisender Vertreter.

Die vergilbten Gardinen, in denen das Nikotin der letzten zwanzig Jahre konserviert war, ließ keinen Blick auf die Hauptstraße der Kleinstadt zu. Zum Glück. Direkt gegenüber hatte ein „Investor“ den pleitegegangenen Eisenwarenladen abgerissen, aber anschließend doch nicht neu gebaut. Ein Maschendrahtzaun trennte den Bürgersteig von dem verwilderten Grundstück, das sich allmählich mit Abfällen füllte. Auf der rechten Seite war früher ein Bekleidungsgeschäft gewesen, in das nach der Insolvenz ein KIK eingezogen war, der jedoch nach einem Jahr auch aufgegeben hatte. Auf der linken Seite war die langgezogene Backsteinwand einer ehemaligen Schuhfabrik. Schuhe kamen jetzt aus Asien. Sie waren billig, zerfielen aber nach einem Jahr. Das bemerkten die Käufer jedoch nicht, weil sie alle sechs Monate in ihrem Modewahn im Internet neue Schuhe bestellten.

Die ganze Stadt ging den Bach hinunter. Frank hatte die Kneipe vor zehn Jahren gekauft. Er dachte, es wäre ein gutes Geschäft. Er wohnte in einer Drei-Zimmer-Wohnung im ersten Stock. Heute würde er für das Gebäude keinen roten Heller mehr bekommen. Er war gefangen. Er musste als Wirt weitermachen, er hatte kein Geld für eine Flucht und einen Neuanfang in weiter Ferne. Warme Mahlzeiten anbieten? Dann hätte er einen Koch anstellen müssen. Dafür hatte er kein Geld.  

Frank dachte an seine Kindheit zurück, als Smodritschka noch Stalinstadt hieß. Er lebte im Ortsteil Veloziped, wo jeden Samstag Subbotnik war, die Nachbarn sich gegenseitig die Fensterläden strichen und Blumenkästen bepflanzt wurden. Alle waren arm, keiner hatte Kaffee oder Bananen. Glückliche Zeiten.

Plötzlich stand der Fremde vor ihm und schob einen zusammengefalteten Zettel über den Tresen.

Frank nahm den Zettel. Eine Zahl.

„Wir möchten Ihr Haus kaufen, Herr Laumann.“

Es war nicht viel, aber für ein Wohnmobil würde es reichen. Davon hatte er immer geträumt. Seit zehn Jahren hatte er keinen Urlaub mehr gemacht. Damals Ostsee. Wohin auch sonst als Ostdeutscher? Aber jetzt lockte das Mittelmeer. Zusammen mit seiner Freundin Crazy Dawn. Manchmal nannte sie sich auch Dawn Crazy. Bipolar. Sie verstehen?

„Wozu brauchen Sie das Haus?“

„Als Kulisse für einen Hollywood-Blockbuster. Er spielt nach der Apokalypse. Im Anschluss wird das ein Gips-Melson-Erlebnispark.“

„Sie wollen mich verarschen?“

„Sehe ich so aus?“

Tat er nicht. Heute lebt Frank mit seiner Perle auf einem Campingplatz in Montpellier.




 

 

Donnerstag, 12. März 2026

Dekadenz, Unzucht und Poesie

 

Er wusste nicht, woher das Geld seiner Familie stammte. Vermutlich aus der legendären Gründerzeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als im Deutschen Reich der Industrialisierungsturbo gezündet wurde und aus dem Land der Dichter und Denker das Land der Erfinder und Fabrikbesitzer wurde, bevor 1945 alles in Massenmord und Zerstörung endete.

Schon sein Urgroßvater, der als Großwildjäger in den deutschen Kolonien Kamerun und dem heutigen Tansania unterwegs war, machte sich vermutlich keine Gedanken darüber. Vor seiner Villa lagen zwei riesige Elefantenschädel auf dem Rasen, Anfang der 1940er Jahre erlag er der Malaria. Glücklicherweise hatte er das Vermögen hauptsächlich in Grundbesitz und Immobilien angelegt, so dass es den Zusammenbruch des Reichs und die Währungsreform 1948 überlebte.

Sein Großvater war ebenfalls passionierter Jäger. Der Familie gehörten fünfzig Quadratkilometer im Pfälzer Wald, er ließ sich nach dem Krieg ein Jagdhaus bauen und erlegte weniger exotische Tiere wie Hirsch und Wildschwein, die allerdings für veritable Festessen in der Familienvilla am Rhein verwendet werden konnten. Die Elefantenschädel verschwanden in der Remise. Er ließ mit staatlichen Fördermitteln ganze Siedlungen für Ostflüchtlinge bauen und lebte fürstlich von den Mieten.

Sein Vater war ein kunstsinniger Mensch und legte ein Gemäldesammlung an. Damals konnte man Werke von Picasso, Matisse und Richter noch für kleines Geld kaufen. Was seine Vorfahren sähten, konnte er nach dessen Tod ernten. Er verkaufte Immobilien und Grundstücke, ließ für die Gemälde ein Museum bauen und für sich selbst eine Villa in Südfrankreich.

Dort lebte er als Poet und Maler, wobei die Malerei nur ein Vorwand war, um schöne Frauen in sein Haus zu locken und unbekleidet posieren zu lassen. Er war völlig unbegabt und die Frauen auf seinen Bildern waren so klobig und deformiert wie bei Picasso. Aber mit Champagner, Kokain und fürstlichen Honoraren machte er sich die Dorfschönheiten der Umgebung gefügig.

Wie im Privatfernsehen gibt es vor dem Showdown einen sehr langen Werbeblock. HB - Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Jakobs Dröhnung. Raider heißt jetzt Twix. Like ice in the sunshine. Fruchtzwerge – So wertvoll wie ein kleines Steak. Sie baden gerade ihre Hände darin.

Dann lernte er Lilou kennen, die in Aix-en-Provence im Café „Les Fleurs Du Mal“ als Kellnerin arbeitete. Lange schwarze Haare, die in der Sonne glänzten, als wären sie frisch lackiert. Jeden Tag fuhr er in seinem knallroten Maserati-Cabrio vor, trank Milchkaffee und las Zeitung. Er verliebte sich rettungslos in die schöne Lilou und tatsächlich heiratete er sie im zarten Alter von 52 Jahren.

Sie gebar ihm einen Sohn und danach war es mit dem Savoir-vivre vorbei. Keine nackten Frauen, kein Koks, kein Champagner. Stattdessen Gymnastik, Gartenarbeit und Gemüse. Er war in die Falle gegangen – so wie alle Männer seiner Familie. Mit seinem Nachkommen würde der Fluch weitergehen. Sein letztes Gedicht hieß „An einem Dienstag in Pirmasens“ und wurde nie veröffentlicht.

Mittwoch, 11. März 2026

Bauern, Bomben und Buletten

 

Blogstuff 1293

Hat Trump sich genauso verzockt wie Putin vor vier Jahren? Der Russen-Mullah dachte ja auch, in ein paar Wochen hätte er in Kiew ein Marionettenregime installiert und hätte neben Belarus einen zweiten Satellitenstaat, der ihm hörig ist. Es ist immer einfach, einen Krieg zu beginnen. Dazu braucht man nur einen einzigen machtgierigen Bekloppten, siehe Hitler. Aber zur Beendigung des Krieges braucht man alle Beteiligten. Was passiert, wenn der Iran die Lage eskalieren lässt? Wenn der Ölpreis auf 200 $ steigt? Wenn die Fanatiker nicht kapitulieren wollen? Wenn islamistische Terroristen in den westlichen Ländern blutige Anschläge verüben? Die Hamas hat sich nicht ergeben, selbst als Gaza nur noch ein rauchender Trümmerhaufen war.

Positiv: eine Weltwirtschaftskrise wie in den frühen siebziger und in den frühen achtziger Jahren, beide durch stark steigende Ölpreise ausgelöst, würde Trump die Herbstwahlen verhageln. Rezession, Inflation, steigende Arbeitslosigkeit, hohe Energie- und Lebensmittelpreise nehmen die Wähler traditionell den Regierungen übel und strafen sie ab.

Auch eine schöne Nebenfolge: Merz gilt als Rezessionskanzler, der nur mit Rekordschulden und hohlen Sprüchen in die Geschichtsbücher eingehen wird. Und die Bauern kommen wieder auf ihren Traktoren nach Berlin, um höhere Dieselsubventionen zu fordern.

Am Montag kostete das Barrel Rohöl etwa 100 Dollar. 1970 koste es noch einen Dollar. Der Preis war bis dahin im kompletten 20. Jahrhundert nahezu unverändert geblieben. Damals waren die Araber noch arm und auf Kamelen unterwegs. Sehen Sie sich Dubai, Riad, Abu Dhabi usw. heute an. Sehen Sie sich die Limousinen der Scheichs an. Die Araber haben sich komplett von den europäischen Kolonialreichen emanzipiert und begegnen ihnen heute auf Augenhöhe. Dasselbe geschah in China. 1970 noch ein Volk von Radfahrern, die wenigen Autos im Land gehörten der kommunistischen Partei. Heute ist „das rote Riesenreich“ Nummer 2 der Weltwirtschaft und ein mächtiger Player auf dem Weltmarkt. Es gibt inzwischen in China mehr Autos als in Europa oder den USA.

Ich bin zwanzig Jahre zur See gefahren, auf der Fähre Bingen-Rüdesheim.

Berlin-Rundfahrt auf dem Ausflugsdampfer bei herrlichem Sonnenschein. Eineinhalb Stunden, der „Westbesuch“ und ich sind bester Laune. Als wir uns das vierte Weizenbier servieren lassen, geht ein leises Raunen durch die Fahrgäste an Deck. Die Provinzspießer an den umliegenden Tischen starren uns fassungslos an. Warum trinken wir am frühen Nachmittag nicht Kaffee wie alle anderen auch? In den Blicken der Frauen: Verachtung. In den Blicken der Männer: Neid. Später werden sie sich natürlich gemeinsam mit ihren Gattinnen empören.

Ein anatolischer Ministerpräsident? Der kommt doch mit Schnurbart und Fez zur Vereidigung und am nächsten Tag werden Schweinefleisch und Bier verboten. Sieht das denn keiner außer mir?

 

Dienstag, 10. März 2026

Erich’s Broilerstübchen

 

Blogstuff 1292

Erinnert sich noch jemand an die Flugtaxis? Söder posierte mit einem Modell und versprach, so sähe die Zukunft aus. Dann das bayerische Weltraumprogramm Bavaria One mit seiner Hackfresse auf dem Logo. Davon hört man auch nichts mehr. Jetzt will Bayern den ersten Fusionsreaktor der Welt bauen. Sibylle Günter, Generaldirektorin des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, sagte, diese Technologie gäbe es „sicherlich nicht vor 2050“. In Frankreich bastelt man seit 2007 an einem Fusionsreaktor herum. Bierzeltschwätzer meets High Tech. Aber es gibt genug Idioten, die auf diesen Bauernfänger reinfallen.

Heinrich Burger: Springer-Reporter („Morgenpost“), später Sprecher der SPD-Berlin, Nahschach-Bundesligaspieler und nach seiner Enttarnung als Stasi-Spion immerhin noch Vizemeister im Fernschach, während er im Knast saß. Standesgemäß per Agententausch in die DDR transferiert – vom berühmten DDR-Anwalt Wolfgang Vogel, der sich am Freikauf politischer Gefangener durch die BRD dumm und dämlich verdient hat, persönlich im dicken Benz abgeholt. Kinder, die Siebziger waren noch voller Abenteuer. Toter Briefkasten in einem hohlen Baumstumpf in Schöneberg, als Kurier die Putzfrau Erna Nickel, Mini-Kamera wie bei James Bond. Verpfiffen von seiner Ex-Frau, die ebenfalls bei der Stasi war und lange Zeit hinter Gittern verbrachte.

Die SPD kommt bei der Wahl im Ländle auf 5,5 Prozent. Vorschau auf kommende Katastrophen. Geht sie den Weg der FDP? Wird sie in Rheinland-Pfalz nach 35 Jahren die Macht verlieren?

Wie süß. Hagel möchte nach der knappen Wahlniederlage das Amt des Ministerpräsidenten teilen. Plötzlich sind „linke“ Themen wie Job-Sharing, Work-Life-Balance und Lifestyle-Teilzeit bei der CDU schwer in Mode, wenn es einem mal zufällig in den Kram passt. Aber welche „Alternative“ hat er? Mit den Rechtsradikalen würde er buchstäblich sein blaues Wunder erleben.

Die wahren Opfer des Irankriegs sind doch deutsche Autofahrer und Aktienbesitzer.

In Amerika würde man König Charles einfach nur Charlie nennen, vielleicht auch Chuck, schlimmstenfalls Chucky – wie die Mörderpuppe.

Ein einziges Mal im Leben habe ich an einem Subbotnik teilgenommen, der von einer FDJ-Trine im Quartiersmanagement im Brunnenviertel organisiert wurde. Samstagnachmittag: vier Ostschrippen, der Westberliner Yogalehrer („Yoga auf dem Stuhl“ für Senioren) und ich, der Kiezschreiber, der einen Artikel über die Aktion verfassen soll. Was passiert? Die Zonen-Gabis bemalen ein drei Meter breites Stofftransparent mit Figuren auf Kindergartenniveau, wir Westmänner trinken ein Bier. Auf Geheiß der Chefin wird es von uns im lichtlosen Tunnel zwischen Brunnenviertel und Mauerpark aufgehängt. Nach einer Woche wurden wir vom Bezirk gebeten, es wieder abzuhängen. So hat man dem sozialen Brennpunkt im Wedding wirklich einen Dienst erwiesen. Die DDR ist mit solchen Schwachsinnsaktionen untergegangen, aber ihr Geist lebt in irgendwelchen Sozial- und Kulturtanten immer noch weiter.

 

Montag, 9. März 2026

Mit Übergangsjacke in die Wechseljahre

 

Blogstuff 1291

Hätten Sie’s gewusst? Fünf Bundesländer fangen mit dem Buchstaben B wie Bestechlichkeit an, gefolgt von vier Bundesländern mit einem S wie Steuerhinterziehung.

Söder fordert eine Stunde Mehrarbeit, Merz will die Maximalarbeitszeit von zehn Stunden pro Tag abschaffen. Die Union hat es mal wieder nicht begriffen. Es fehlt nicht an Arbeitsleistung, es fehlt an Arbeitsplätzen – sonst hätten wir ja keine drei Millionen Arbeitslose. Mehrarbeit wird in den Betrieben seit Jahrzehnten mit Überstunden geregelt, da braucht man keine Klugscheißer aus Berlin und München. Die Unternehmen brauchen mehr Aufträge = mehr Umsatz und Gewinn = Neueinstellungen. So ist es immer gewesen. Am besten hält sich die Politik aus Dingen heraus, von denen sie nichts versteht.

Pandora Koslowski nennt sich jetzt Flowermoon und bietet Yoghurt-Retreats im Allgäu an. Da lobe ich mir doch meinen Fußballtherapeuten Bruce Stiefelhagen.

Bonetti beschäftigt einen Samurai, der sein Frühstücksei mit einem Schwert von Hattori Hanzo köpft.

Trump wollte den Ukraine-Krieg in 24 Stunden beenden. Dauert wohl doch ein bisschen länger. Der Iran-Krieg sollte in vier Wochen dauern, jetzt ist von hundert Tagen die Rede. Eventuell geht es noch ein halbes Jahr bis September. Trump wollte ja eigentlich keine Kriege führen, das hat er immer wieder betont. Der letzte US-Präsident, der nicht in den Krieg gezogen ist, war Jimmy Carter.

Das Einzige, das man heute noch mit der Hand schreibt, ist der Einkaufszettel.

Bei Presseterminen mit Staatsgästen im Oval Office sitzen Trumps Buben Vance, Hegseth und Rubio immer brav auf dem Sofa und hören aufmerksam zu, was Opa zu erzählen hat. Ich nenne sie nur noch die drei Stooges.

Bier ist endlich billiger als Benzin.

Wie ich schon am 27. Januar schrieb, wird Kuba das nächste Opfer sein. Es wird fallen, wie Trump es gerade in einem Interview mit Politico ausdrückte. Er scheint im Uhrzeigersinn vorzugehen. Erst Kanada auf zwölf Uhr, dann Grönland auf ein Uhr, es folgte der Sprung auf sechs Uhr: Venezuela und demnächst Kuba. Nur der weit entfernte Iran passt nicht ins Bild – aber da ist er ja auch nur für seinen Kumpel Bibi am Start.

Jetzt haben die Grünen auch noch die Formel 1 kastriert! Nach dem neuen Reglement kommt die Hälfte der Antriebsenergie von einem E-Motor, aus dem Vollgas-Sport wurde eine Übung in Sachen Energiemanagement. Möglichst spät bremsen, möglichst früh Gas geben – vorbei. Danke, Habeck! Verstappen schimpft wie ein Rohrspatz und startet im ersten Rennen von Platz 20. Stürzt er ab wie Vettel 2014, als ein neues Reglement kam und Mercedes zum Seriensieger wurde?