Mittwoch, 28. Oktober 2020

Durst ist ein schlechter Ratgeber

 

Blogstuff 509

„Letztlich bin ich doch nur der Sklave meiner Genialität.“ (Andy Bonetti)

Eigentlich ist die Natur das perfekte Recyclingsystem – bis wir Menschen mit unserem Atommüll und dem Plastikschrott aufgetaucht sind. Wir verhalten uns wie Eltern, die ihre Kinder nur in die Welt setzen, um mit deren Organen das eigene Leben zu verlängern.

Wen würde Trump gerne als Kanzlerkandidat der Union sehen? Natürlich Merz, weil sich die beiden glänzend verstehen würden. Wen würde Putin gerne sehen? Laschet – der ist am leichtesten zu beeinflussen. Wen die Ungarn und die Polen? Söder – denn er ist ihr Freund.

Defätistische Frage des Monats: Ist Gier nicht auch ein Virus?

Jesus: Ich bin an Weihnachten geboren. – Berliner: Wieso’n ditte, Alter?!

Bonetti hat sich gerade eine Eigentumswohnung in der Münchner Innenstadt gekauft, um das ganze Klopapier lagern zu können.

Was macht Django im Herbst? Das Laub rächen.

„Stoßlüften verursacht Schülerkrebs.“ (Dodo Schissmann)

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er studiert Wechselstromkybernetik und Astralmorphologie auf Lehramt an der Fernuniversität Ulan-Bator.

Nennen Sie Ihr Arbeitszimmer ab sofort Atelier. Das steigert die Arbeitsproduktivität und den Spaß gewaltig.

Ich könnte "Isolationshaft ist Folter" sagen. Mein Leben ist aktuell wie Stammheim in den Siebzigern.

Soviel darf ich schon verraten: Mandy Bonetti wird sich an Karneval als Flamingotänzerin verkleiden.

Haben Sie nach Ihrer Schulzeit jemals das Geodreieck gebraucht? Wenigstens ein einziges Mal? Wir sind doch alle komplett verarscht worden!

Am 23. Oktober lief auf rbb eine Sendung über die schönsten Kieze im Berliner Westen. Wer war auf Platz 1? Der Ludwigkirchplatz bei mir um die Ecke. Beim Countdown von Platz 30 an die Spitze wurde mir am Ende doch etwas mulmig. Sollte man mich übergangen haben? Aber ich hätte niemals zweifeln dürfen. Alles andere als Platz 1 wäre natürlich Quatsch gewesen. Darauf ein Engelhardt, demnächst wieder im Kuchel-Eck.

Im Traum kann man sich oft gar nicht oder nicht schnell genug bewegen. Kein Wunder. Man schläft ja auch gerade.

Van Halen - Why Can't This Be Love. https://www.youtube.com/watch?v=1VaEdKwXJhM



Dienstag, 27. Oktober 2020

Kennt Corona keine Gnade?

 


Trump, Merz, Bolsonaro - wann zieht Bonetti den Seuchenjoker?


Die Zukunft, Tag 1

 

Es war das erste Mal, dass sie in einem autonom betriebenen Fahrzeug unterwegs war. Lautlos glitt es durch eine ausgedehnte Parklandschaft und hielt schließlich vor einer gläsernen Kuppel, die im Sonnenlicht hellblau leuchtete.

Die Eingangshalle war menschenleer, nur an einem Empfangstresen stand eine Frau hinter einer meterhohen Plexiglasscheibe.

„Sie sind Kaya Berger?“

„Ja.“

„Sie werden erwartet. Raum 432 im vierten Stock. Der Aufzug ist dort drüben.“

Kaya ging zum Aufzug. Vergeblich suchte sie ein Tastenfeld. Schließlich sagte sie: „Öffnen“.

Tatsächlich öffnete sich der Fahrstuhl.

„Vierter Stock.“

Sie stieg aus und stand in einem langen Flur. Die ganze Decke schimmerte in gelbem Licht, als wären Kerzen hinter Milchglas verborgen. Sie suchte Raum 432, aber es gab diese Nummer nicht. Bei Raum 430 endete die Zählung. Sie überlegte einen Augenblick und klopfte an die Tür von Raum 430.

Nichts. Sie klopfte erneut.

Die Tür wurde geöffnet und ein älterer Mann mit Halbglatze und einem Kranz wirrer grauer Haarsträhnen stand vor ihr. Auf seinem Hemd waren Kaffeeflecken und er trug Hausschuhe.

„Was wollen Sie von mir?“

„Entschuldigung“, sagte Kaya, „ich suche Raum 432.“

„Das ist Raum 430. Können Sie nicht lesen.“

„Es gibt keinen Raum 432. Können Sie mir vielleicht weiterhelfen?“

„Waren Sie überhaupt schon mal hier? Möglicherweise gibt es diesen Raum. Woher soll ich das wissen?“

Kaya schaute ihn schweigend an.

„Versuchen Sie es in der Zentrale oder in Raum 423. Vielleicht ist es nur ein Zahlendreher.“ Dann schloss der Mann seine Tür.

Sie ging zu Raum 423. An der Tür war ein Schild mit ihrem Namen angebracht. Sie drückte die Türklinke. Der Raum war nicht abgeschlossen. Vor ihr lag ein großes Büro mit Blick auf den Park. Sie ging hinein und setzte sich auf den Drehstuhl. Die Sitzfläche kippte nach unten und sie lag auf dem Boden.

Die Tür ging auf. Ein junger Mann in einem schwarzen Shirt kam auf sie zu.

„Sie sind die neue Kollegin. Herzlich willkommen! Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit?“

„Das Büro ist sehr schön, aber der Stuhl ist nicht in Ordnung. An wen muss ich mich in dieser Sache wenden?“

Der Mann kam näher und sah ihr tief in die Augen. „Für die Büroausstattung bin ich zuständig. Das kann allerdings eine Weile dauern. Den Bürostuhl müsste ich bestellen.“

Er stand nun unangenehm nahe vor ihr. Sie konnte seinen Atem auf ihrer Haut spüren.

„Was machen Sie denn heute Abend, Frau Berger? Essen Sie gerne?“

„Was soll die Frage?“

„Wir könnten vielleicht zusammen essen gehen. Mögen Sie türkisches Street Food?“

„Verlassen Sie sofort mein Büro!“

Enttäuscht trat der Mann einen Schritt zurück. Dann ging er mit einem höhnischen Grinsen und schloss die Tür hinter sich.

Kayas Handy vibrierte. Sie nahm das Gerät aus ihrer Hosentasche. Die Nummer auf dem Display sagte ihr nichts.

„Berger.“

„Hallo, Frau Berger“. Eine freundliche Frauenstimme. „Ich bin Sofia Venturini, die Personalchefin. Kommen Sie doch bitte zu mir in Raum 612.“

Wenig später saß Kaya vor Frau Venturini, die überraschend jung war.

„Willkommen in unserem Unternehmen. Ich hoffe, Sie hatten keine Probleme und haben Ihr Büro bezogen?“

Kaya zögerte einen Augenblick. Dann erzählte sie, was ihr bisher passiert war.

Die Personalchefin lächelte. „Das war nur ein kleiner Test.“

„Der Fahrstuhl mit Sprachsteuerung, der komische Kauz und der Möchtegern-Casanova waren ein Test?“

„Der Fahrstuhl nicht. Der komische Kauz ist Herr Dombrowski, ein Softwaredesigner. Sie hätten hätte auch an eine andere Tür klopfen können. Der Casanova war ganz sicher ein Test. Ich weiß es selbst nicht genau. Es wird permanent getestet.“

Kaya stutzte. „Sie meinen, alles kann ein Test sein?“

„Ja, Test und Wirklichkeit gehen in unserem Unternehmen ineinander über. Wenn Sie wissen, dass es ein Test ist, passen Sie Ihr Verhalten an. Sie reagieren dann so, wie es der Versuchsleiter erwartet. In unserem Unternehmen ist es anders. Zufällige Vorfälle können als Test gewertet werden. Tests werden in der Wirklichkeit fortgesetzt, damit sie den Unterschied nicht merken. Hat der Casanova Ihnen absichtlich einen kaputten Stuhl hingestellt, um Kontakt mit Ihnen aufnehmen zu können, oder war es ein geplanter Test? Ich weiß es nicht.“

„Warum nicht? Ich dachte, Sie hätten das veranlasst. Machen Sie denn keine Tests, Frau Venturini?“

„Doch, natürlich. Aber ich bin nicht die einzige, die testet. Wir alle führen die Ereignisketten fort, um den Unterschied von Testsituation und alltäglicher Situation zu verwischen. Verstehen Sie? Test und Wirklichkeit sind nicht voneinander zu unterscheiden.“

„Also ist mein Stuhl gar nicht kaputt. Wenn ich in mein Büro zurückgehe, steht dort ein neuer?“

„Nein, Ihr Stuhl ist tatsächlich nicht in Ordnung. Wenden Sie sich in an ihren Vorgesetzten, Herrn Singh. Er ist in Raum 401. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg an Ihrem neuen Arbeitsplatz.“

Phil Spitalny Orchestra - Puttin' On The Ritz. https://www.youtube.com/watch?v=seB5BYvkMXk

Montag, 26. Oktober 2020

CDU: Putsch gegen Merz

 "Es gibt Teile des Parteiestablishments, die verhindern wollen, dass ich Parteivorsitzender werde und damit wird jetzt auch dieser Parteitag verbunden." (Friedrich Merz)



Der Kanzler der Herzen wird von der Merkel-Junta verhindert. Diktatur! Alkoholverbot!! Tofupflicht für alle!!!


Bilderwelten, Weltbilder 47











 

Das dubiose Paarungsverhalten des osthessischen Mangroventapirs – eine Stehgreifrede


Blogstuff 508

„Echter Humor trifft, ohne eine Narbe zu hinterlassen.“ (Thomas Wolfe)

Vorausschauendes Denken und Handeln wird erneut geächtet. Wir haben es im Frühling schon einmal erlebt. Wer Vorräte anlegt, um flexibel auf mögliche Ausgangsbeschränkungen und Versorgungsengpässe reagieren zu können, wird als „Hamsterkäufer“ gebrandmarkt. Dabei ist es ein vollkommen natürliches Verhalten, möglichst viel von allem zu haben. Der gesamte Kapitalismus funktioniert nach dem Prinzip der Raffgier und des Egozentrismus. Jahrzehntelang haben wir es eingeübt und die Politiker versicherten uns, dass wir alles richtig machen. Jetzt beschimpfen sie uns. Der Gipfel sind Erklärungen von Leuten wie Julia Klöckner, es gäbe genug für alle und damit keinen Grund für Hamsterkäufe. Das sah im März und April aber anders aus, wenn ich mir das leere Regal in meinem Supermarkt betrachtet habe, wo früher einmal das Klopapier gewesen ist. Selbstverständlich laufe ich nach einem Statement der Ernährungsministerin gleich los und kaufe Nudeln, bis der Arzt kommt. Wir kennen es aus anderen Situationen. Norbert Blüm sagte, die Rente sei sicher. Ab diesem Zeitpunkt war sie es nicht mehr. Merkel sagte 2008, mein Geld sei sicher. An dem Tag habe ich es abgehoben und unter meinem Bett versteckt.

Die zweite Welle hat auch Vorteile: Wir können alle Witze aus der ersten Welle nochmal machen. Wer sieht als Erster Delphine in der Spree? Wer arbeitet als Bordschütze auf einem Klopapierlaster?

Metafrage: Wie lautet der Plural von Plural? Plurals? Plurali? Ich musste auch nachschauen: Plurale.

Morgenmantel nach 15 Uhr. Absolutes No-Go oder homeofficekompatibel?

Der Boss möchte seit neuestem mit „Seine Korpulenz Prostetnik Vogon Bonetti“ angesprochen werden. Fragt man ihn allerdings nach seinem konkreten Gewicht, bekommt man einen hohen Indezenzwert bescheinigt und wird mit Ausgangssperre und Alkoholverbot bedroht.

Wäre nur ein einziger Mensch in Schweppenhausen positiv auf Corona getestet worden, hätten wir einen Inzidenzwert von 114. Bei zwei positiv Getesteten schon 228. Spätestens dann wären ein Kamerateam von RTL und ein BILD-Reporter bei uns im Dorf.

„Ich war gerade neulich beim Arzt, also vor etwa fünf Jahren, um genau zu sein. Er sagte, etwa ein Drittel der Leber sei bereits abgestorben. Da meine Fettleber jedoch von der Hüfte bis zur Achselhöhle reicht, müsse ich mir keine Sorgen machen. Dreißig Jahre harte Drogen – da machen mir zwei Flaschen Wein am Abend nichts aus. Mein Doktor trinkt schließlich auch.“ (Andy Bonetti auf die Interviewfrage nach seinem Gesundheitszustand)

Amy Winehouse - Stronger Than Me. https://www.youtube.com/watch?v=xpntmVzCNeY


                                                      Wie Politiker sich selbst und ihre Wähler sehen.

 

Sonntag, 25. Oktober 2020

Blogdown


WIR SIND HIER, WIR SIND LAUT,

WEIL BONETTI TEXTE BAUT.




Ich streike, weil ich mehr Anerkennung und mehr Geld will. Wegen Stoßlüften habe ich Hämorrhoiden.

Das Angebot, das mir von den Lesenden vorgelegt wurde, ist absolut unzumutbar. Ich fordere 4,8 Prozent mehr Clicks und fünfzig Extra-Lobhudeleien im Kommentarbereich.

Denkt mal drüber nach, ihr Spackos! Drittklassigen Humor und Belanglosigkeiten gibt es nicht umsonst!!!