Mittwoch, 11. Februar 2026

Wer erschoss Jesus?


Blogstuff 1279

„Über den Ozean der Innerlichkeit erreichte ich den Kontinent des Unbewussten und machte mich auf den abenteuerlichen Weg zu neuen und entlegeneren Zielen wie dem Palast der Erkenntnis.“ (Andy Bonetti: Meine Reise ins Herz der Welt)

Was würden wir nach dem Zusammenbruch der Zivilisation am meisten vermissen? Die Tagesschau, Söder-Foodporn, blonde Strähnchen, Nagelstudios, Pringles, Bausparverträge, die Scorpions?

Immer, wenn der Thunfisch im Konjunktiv zum Herpes im Haus des Schulz steht, verwandle ich mich in einen Versicherungsvertreter und versetze ganze Stadtteile in Angst und Schrecken.

Hermann Hesse lebte in einem kleinen Cottage in Wichtelbachshire, umgeben von Büchern und Leguanen, und konvertierte im hohen Alter noch zum Satanismus.

In einer Disco in Offenbach: „Ei, was habbe mä denn hier? Soun rischdisches Schnuckelsche. Unn disch do dribbe, disch däd isch aach emol uffreise.“ Jetzt wissen Sie auch, warum die Hessen so wenige Kinder haben.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Fünfzig Jahre trockener Bettnässer.

„Mofa Aktuell“, ab nächste Woche an Ihrem Kiosk.

Nostalgie habe ich noch nie verstanden. Das Schnitzel, das ich vor zwei Wochen gegessen habe, ist Teil meiner Vergangenheit, aber ich denke nicht mit Sehnsucht an diese Mahlzeit zurück. Technologien und Regierungen mögen wechseln, die wichtigen Dinge (z.B. Schnitzel) bleiben, weil wir es so wollen. Welche Gerichte aus unserer Kindheit sind verschwunden? Wunderbarerweise sind sogar neue dazugekommen.

Die USA planen neue Einreiseregeln. Die Telefonnummern der letzten fünf Jahre und die Mailadressen der letzten zehn Jahre müssen bei der Einreise angegeben werden, dazu sämtliche persönliche Daten der Verwandtschaft. Ich erinnere mich an diverse Visumanträge in den achtziger Jahren für Reisen in den Ostblock, die weniger kompliziert waren. Aber man muss ja auch nicht in die USA.

Täglich grüßt das Debatten-Murmeltier. Mit der Regelmäßigkeit, mit der die Diskussion über ein Tempolimit auf Autobahnen wieder auftaucht, kommt auch die Diskussion über eine Arbeitspflicht für Arbeitslose um die Ecke. Seit Jahrzehnten immer dieselben Argumente und dieselben Parteien. Dann scheinen ja alle anderen politischen Fragen gelöst zu sein.

Auch die Natur ist der menschlichen Marktwirtschaft unterworfen. Tiere, die sich am Markt nicht durchsetzen, sterben aus (Dodo, Beutelwolf, Auerochse usw.). Tiere, die sich am Markt durchsetzen, vermehren sich massenhaft (Huhn, Rind, Schwein usw.).




 

Dienstag, 10. Februar 2026

ICE-Zeit

 

Was fällt bei ICE-Agenten auf? Was unterscheidet sie von der Polizei, vom FBI usw.? Sie sind vermummt. Warum eigentlich?

Aber man kann den oberen Teil des Gesichts sehen. Was fällt uns auf? Es sind alles weiße Männer. Keine Schwarzen, keine Latinos, keine Frauen. Wie beim Ku-Klux-Klan oder der SA.

Warum bewirbt man sich bei Trumps neuer Prätorianergarde? Weil es der feuchte Traum aller Nazis ist: dunkelhäutige Menschen jagen und eine Lizenz zum Töten haben. Für diese Leute ist das der ultimative Kick. Das kann kein Bürojob. „A Clockwork Orange“ lässt grüßen. Deswegen gibt es bei der Neurekrutierung auch keine Probleme. ICE wächst so schnell wie Hitlers Privatarmee. Wie viele der ICE-Men waren wohl früher in einer rechtsradikalen Bürgerwehr und patrouillierten in einem selbstgekauften Tarnanzug durch die Wälder von Kentucky?

Der Mörder von Renée Good kam nicht ins Gefängnis, für ihn wurde Geld gesammelt und er ist jetzt Millionär. So motiviert man hasserfüllte weiße Faschisten, zu Trumps Miliz zu kommen. Dort radikalisieren sie sich gegenseitig immer weiter.

P.S.: Steve Bannon hat angekündigt, bei den Wahlen im November ICE-Schergen vor den Wahllokalen einzusetzen. Es steht natürlich nicht in seiner Macht, aber kein anderer Rechtsradikaler hat ihm widersprochen. Trump möchte die Wahlen von seiner Partei organisieren lassen. Wo sind wir aktuell? 1933, 1934, 1935?




Montag, 9. Februar 2026

Die neue Sehnsucht nach Bürgerlichkeit

 

Blogstuff 1278

Drei Tage lang stand der deutsche König Heinrich IV. im Jahre 1077 barfuß und im Büßergewand vor der Burg des Papstes in Canossa im Schnee, bis er zur Audienz empfangen wurde. Und in Berlin jammert man, wenn die Gehwege nicht schnell genug gestreut werden.

Wie viele Handy-Abhängige haben sich in diesem Winter schon auf die Schnauze gelegt, weil sie nicht auf den Weg geachtet haben?

Frankreichs Antwort auf McDonald’s: Big Fernand. „L’Atelier du Hamburgé“. Die Antwort auf Burger King ist King Marcel. „La Passion du Burger“. Der größte Burger ist „Le King“, eine Art Doppel-Whopper. Kostet einzeln aber auch stolze 15 €.  

Essen ist wie Leistungssport und ich habe die besten Jahre hinter mir. In den USA gibt es einen Whopper mit vier Patties, das sind 450 Gramm Fleisch. Hätte ich früher locker geschafft, heute würde ich es gar nicht erst probieren.

Trump steht als geisteskranker Herrscher in einer langen Tradition. Ludwig Zwo, König von Bayern, verlor sich in Bauprojekten wie Neuschwanstein, Trump baut einen Ballsaal und einen Triumphbogen. Der „Arc de Trump“ soll mit 76 Metern Höhe deutlich größer werden als Napoleons Triumphbogen in Paris, Hitlers Triumphbogen in der geplanten Welthauptstadt Germania wäre allerdings 117 Meter hoch gewesen. Caligula war grausam und größenwahnsinnig, er hat ein Pferd zum Konsul ernannt. Trump hält sich für den besten US-Präsidenten aller Zeiten und machte einen Fox-Reporter zum „Kriegsminister“. Karl VI. von Frankreich (1368–1422) glaubte, er sei aus Glas. Wann glaubt Trump, er sei aus Gold? 

Werde ich alt? Genau vor fünfzig Jahren, 1976, kam ich ins Gymnasium. Sextaner rulez!

Sieben Uhr morgens, ich wache auf. Ich mache die Nachttischlampe an, ein kurzes Aufleuchten, dann ist die Glühbirne durchgebrannt. Der Tag geht ja gut los, denke ich. Ich schraube die kaputte Birne heraus, drehe eine neue Birne rein und fühle mich eine Stunde lang wie Hulk. Und wieder mal: Problem (Glühbirne), Lösung (ich).

Dinkelsbühl, vor etwa zehn Jahren. Restaurant. Am Nebentisch ein Ehepaar, irgendwo zwischen vierzig und fünfzig Jahre alt. Eine Stunde lang schweigen sie sich an, während wir uns köstlich amüsieren. Ich sehe zu ihnen hinüber, die Frau funkelt mich böse an. „Warum lassen sie sich nicht einfach scheiden? Dann haben sie das Elend hinter sich.“ Hätte ich am liebsten gesagt. Aber wie immer spielt sich dieser Kommentar nur in meinem Kopf ab.

Geschichten über persönliche Niederlagen sind eigentlich immer lustiger als Geschichten über Erfolge.

Hätten Sie’s gewusst? Die deutsche Krimiserie „Nord bei Nordwest“ ist nach dem Hitchcock-Krimi „North by Northwest“ benannt.


Als die Welt noch in Ordnung war.

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Das Ende der Illusionen

 

„Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Büchern, das habt ihr mir getan.“ (Bonetti 25, 40)

Es heißt, man soll seinen Helden nie im wirklichen Leben begegnen.

Es war vier Uhr nachmittags, als ich das „Love is in the hair“ betrat. Ein ehemaliger Friseursalon, der zu einer Kneipe umgebaut worden war. Das Schild über dem Eingang hatte man hängen lassen.  Stammgäste von Uli, dem Wirt, nannten die Kaschemme einfach nur das „Loch“.

Er saß in einer Ecke am Tresen, der Glücksspielautomat neben ihm piepste. Ein ausgeblichenes Shirt mit der Aufschrift „Hard Rock Café Leverkusen“ spannte über seinem Bierbauch, der über den Gürtel hing. Mit glasigen Augen schaute er in das Whiskyglas vor ihm. Die Literaturlegende, von seinen weiblichen Fans einfach nur „Love God“ genannt.

Andy Bonetti.

Sein Anblick hatte nichts mit den Fotos auf den Innenseiten seiner Buchcover zu tun. Aufgedunsenes Gesicht, ein handbreiter Scheitel, wo man seine berühmte Elvis-Tolle vermutet hätte, warzenbedeckte Wurstfinger.

Ich setzte mich zwei Barhocker weiter und bestellte mir einen Asbach-Cola on the rocks. Nach einer Weile kamen wir ins Gespräch. Von seinem Esprit war nichts geblieben. Er dachte, Witze über Holländer seien geistreiche Bemerkungen, und lästerte über Heinrich Böll und Hermann Hesse. Was machte dieser Mann eigentlich in Moabit?

Dann fing er an, über das neue Buch zu sprechen, an dem er gerade arbeitete. Es geht um einen dreibeinigen Hund namens Gregory, der bei einer jungen Frau lebt. Er kann mit Mary sprechen, aber mit keinem anderen Menschen. Die Geschichte spielt in den frühen sechziger Jahren in Manitoba. Mary lernt einen Mountie kennen, sie heiraten und ziehen zusammen. Gregory verstummt und verlässt eines Nachts das Haus. Er geht auf Wanderschaft und lernt, dass er auch mit Waschbären und Eichhörnchen sprechen kann. Bonetti sagte, er sei sich über den Ausgang der Geschichte noch unschlüssig.

Irgendwann war er so besoffen, dass Uli ihn rauswarf. Er konnte nicht mehr selbständig laufen, also packte ich ihn und legte meinen Arm um seine Schultern. Auf die Frage, wo er wohne, sagte er mir, er könne sich nicht erinnern. Also nahm ich ihn mit nach Hause.

Auf der Fahrt kotzte er aus dem Fenster und hinterließ breite Schlieren auf meiner Beifahrerseite. Beim Sternburg-Schlummifix zeigte Bonetti mir seine Tätowierung auf dem Oberarm. S.O.B. Sons of Bockenheim. Später gestand er mir, er sei völlig abgebrannt. Selbst seine Unterwäsche sei nur geleast. Er schlief auf der Couch und plünderte am nächsten Morgen meinen Kühlschrank.

Bonetti blieb eine Woche. Schließlich warf ich ihn raus.

 

 

Samstag, 7. Februar 2026

Grimms Gram


Blogstuff 1277

„Lifestyle-Teilzeit“: Das hat die Connemann, Staatssekretärin in Reiches Reich und Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (Motto: „Connemann, geh du voran“), nicht zu Ende gedacht. Teilzeit nur für Menschen mit Kindern, pflegebedürftigen Angehörigen usw.? Wer hätte das im Einzelfall überprüfen sollen? Es gibt 17 Millionen Teilzeitbeschäftigte. Dafür hätte man vermutlich eine neue Behörde mit tausenden Mitarbeitern gründen müssen, die dann jahrelang sämtliche Bestandsfälle und neuen Fälle überprüfen müssten. Deutsche Bürokratie at its best. Und natürlich wäre das der Horror für den Mittelstand und die Wirtschaft gewesen, weil man das bestehende Personalgefüge in sämtlichen deutschen Betrieben durcheinandergewirbelt hätte. Die Dinge vom Ende her denken – leider in der deutschen Politik nicht mehr in Mode.

Wenn ich mit sechzig Jahre denke, ich möchte nach Jahrzehnten der Berufstätigkeit noch ein bisschen was vom Leben haben, bevor ich gebrechlich werde, beantrage ich Altersteilzeit. Meine Entscheidung, mein Lifestyle. Altersteilzeit ist in Betriebsvereinbarungen und Tarifverträgen geregelt (und wieder mal: Tarifautonomie, liebe CDSU) oder wird in kleineren Betrieben individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart (der meinen Antrag übrigens ohne Begründung ablehnen darf – das nennt man unternehmerische Freiheit). Der allgemeine Anspruch auf Teilzeit ist bekanntlich seit einem Vierteljahrhundert gesetzlich geregelt. Der Drops ist gelutscht.

Früher hat es zum Markenkern der SPD gehört, mehr Staat zu fordern. Jetzt wabern diese sozialistischen Wahnvorstellungen von einem Nanny-Staat, der alles zwanghaft kontrollieren möchte, durch die Union. Früher haben sich die Sozis in aller Öffentlichkeit gestritten wie die Kesselflicker, jetzt erleben wir dasselbe Phänomen bei der Union. Verstehen wir uns nicht falsch: Es ist gut, wenn in einer Partei diskutiert wird, wenn die Vor- und Nachteile neuer Ideen abgewogen werden, aber das macht man natürlich intern. Wenn ein Ehepaar eine Meinungsverschiedenheit hat, klärt es das unter vier Augen und nicht lautstark in einem vollbesetzten Restaurant. Da hat sich die CDSU ein Eigentor geschossen, weil es viele Wähler (am 8. März ist die erste Landtagswahl in diesem Jahr) gegen sie aufgebracht hat. Es wird nicht das letzte sein, da Merz seinen Saftladen offenbar nicht im Griff hat.

Apropos Saftladen: Bei der Bundestagswahl 2013 kam die Union noch auf 41,5 Prozent. Jetzt liegt sie in den Umfragen bei 25 Prozent. Die drei Parteivorsitzenden nach Merkel haben aus einem großen Saftladen einen kleinen gemacht, wie es Loriot formuliert hätte.   

US-Größenwahn ist nicht auf Sleepy Don begrenzt. JD Vance kam mit 14 Flugzeugen zu den Olympischen Winterspielen. Seine Fahrzeugkolonne umfasst hundert Wagen, die demnächst durch die Gassen von Cortina d’Ampezzo gondeln werden. Ich bin vor etlichen Jahren mal dort gewesen, das Bergdorf hat 5000 Einwohner. Wird seine mitgereiste ICE-Miliz Jagd auf Italiener (alle illegal!) machen und sie nach Honduras abschieben? Darf man Wortspiele wie ICE-Hockey und ICE-Kunstlauf machen, ohne erschossen zu werden?

Fun Fact: Eines der Flugzeuge enthält nur US-Lebensmittel, da man in Italien bekanntlich nicht ins Restaurant gehen kann.

Freitag, 6. Februar 2026

Strahlentod im Morgenrot

  

Blogstuff 1276

Klimawandel extrem: In Australien ist es jetzt fast fünfzig Grad heiß – mitten im Winter.

Söder hat das Prinzip Trump verstanden, praktiziert es aber nur in Zeitlupe. Einmal im Monat kommt er mit einem völlig schwachsinnigen Vorschlag um die Ecke. Januar: Abschaffung von sechs Bundesländern, Februar: unbezahlte Mehrarbeit für alle (außer ihm selbst).

Demnächst in allen großen Kinos: Melania 2. Sie steigt in Grönland aus einer Limousine, in Island und im Saarland.

Ich wusste gar nicht, wie belesen amerikanische Drehbuchautoren sind. Neulich wurde in einer DS9-Folge gleichzeitig Shakespeares „Kaufmann von Venedig“ und Jules Vernes „Die Leiden eines Chinesen in China“ verwendet. Der Ferengi Quark verkauft seinen Körper und will den Vertrag später rückgängig machen, aber der Verkäufer besteht auf der Leiche (Shylocks „Pfund Fleisch“). Quark engagiert einen Killer, da er nicht imstande ist, Selbstmord zu begehen. Er möchte aber auch nicht hingerichtet werden, der Killer soll ihn überraschen (wie den reichen Chinesen bei Verne).

Müssen die Flüchtlinge, die uns – laut Blitzfritz – die Zahnarzttermine wegnehmen, demnächst auch ihre Rechnungen selbst bezahlen? Frage für meinen syrischen Nachbarn.

Vor vielen Jahren, als ich die wunderbare Welt der Zwischenraumzahnbürsten noch nicht für mich entdeckt hatte, saß ich in einem Restaurant. Auf dem Tisch stand, neben Salz- und Pfefferstreuer, ein kleines Gefäß mit einzeln in Plastik verpackten Zahnstochern. Ich benutzte einen Zahnstocher und steckte mir fünf oder sechs in die Jackentasche. Zuhause stellte ich mir die Frage, ob es moralisch zu vertreten ist, so etwas zu tun. Es ist juristisch sicher unbedenklich und kein Wirt würde deswegen die Polizei rufen – aber es handelt sich um ein ethisches Dilemma. Ich habe die mitgenommenen Zahnstocher nie benutzt. War es Schamgefühl? Hätte ich sie zurückbringen sollen? Aber ich habe es nicht über mich bringen können, das Restaurant noch einmal zu besuchen. Könnte mir jemand im Kommentarbereich die Absolution erteilen oder „Schande über dich“ schreiben?

Ich habe jetzt jemanden engagiert, der für mich Liegestützen macht und joggen geht. Endlich kann ich am Stammtisch wieder die Daten meiner Apple-Watch präsentieren.

Weltuntergangsuhr steht auf 85 Sekunden vor zwölf. In meiner Kindheit war es fünf von zwölf. Bei dem Tempo muss ich mir keine Sorgen machen.

Laut einer Umfrage des ifo-Instituts geben die deutschen Unternehmen der Merz-Regierung für ihr wirtschaftspolitisches Handeln im Durchschnitt die Schulnote 4,2. Ich sage nur: Die Versetzung ist stark gefährdet. 

Auf einen verregneten Sommer folgt ein Winter mit Dauerfrost – Deutschland wird wieder normal.

Donnerstag, 5. Februar 2026

Bis der Kittel brennt – die lustigsten Grabreden

 

Blogstuff 1275

„Der frühere US-Präsident Donald Trump hat für Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem er behauptet hat, die Vereinigten Staaten und Italien seien seit der Zeit des antiken Roms Verbündete.“ (Kosmopolit via FB)

Neben den Gespensterdebatten über die massenhafte Verbreitung von Lifestyle-Teilzeit und Work-Life-Balance ist die „Vier-Tage-Woche“ besonders lustig. Es gibt in Deutschland keinen einzigen Tarifvertrag, in dem steht, man könne Vollzeit in vier Tagen arbeiten. Es sind immer fünf, seit Einführung der Vierzig-Stunden-Woche in den sechziger Jahren. Es gibt aber die Möglichkeit, sich individuell mit dem Arbeitgeber auf eine solche Regelung (4 x 10 h = 40 h) zu einigen. Fun Fact: Die gesetzliche Vier-Tage-Woche gibt es nur in Belgien.

Ich habe im Kino „Melania“ gesehen und es ist ein phantastischer Film. Im Sommer bekommt er sicher sieben FIFA-Oscars.

Viele Glücksspieler haben in ihrem Leben eine Menge Pech.

Kanzleramtsminister Frei beruhigt die reformscheuen Deutschen. Der Herbst der Reformen wurde auf das Ende der Legislaturperiode 2029 verschoben. Weiter so wie immer! Keine Experimente!

Am 12 und 13. August 1989 fand das „sowjetische Woodstock“ in Moskau statt. 250.000 Rockfans hörten Bon Jovi, die Scorpions und andere Bands. Das Rock-Verbot in der UdSSR wurde aufgehoben, 1991 brach das rote Imperium unter den Akkorden von „Winds of Change“ (November 1990 veröffentlicht) zusammen. David Hasselhof hatte im Herbst 1989 bereits ein Loch in die Berliner Mauer gesungen und das war’s.

Die Bundesregierung hat eine „Nationale Tourismusstrategie“ beschlossen. Endlich geht es mit der Wirtschaft aufwärts. Sie enthält die bewährten Bestandteile: Bürokratieabbau, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Verbesserung der Mobilität (so wichtig beim Reisen!). Außerdem möchte man mit arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen die Suche nach Fachkräften unterstützen. Macht Kulturmanager und Gender-Uschis zu Kellnern und Zimmermädchen!

Nach dem Erfolg von Abu Dhabi: Giacomo Putini führt seine Operette „Der Friedensfürst“ in Verona auf.

Beim Bewerbungsgespräch: „Herr Pralinski, in Ihrem Lebenslauf fehlen zwei Jahre.“ – „Da habe ich als Gesetzloser in den Bergen gelebt.“

Meine Quartetts sind meine Altersvorsorge. Vor allem die Autoquartetts aus den 70er und 80er Jahren. Alle noch originalverpackt. Aber mein Herz gehört den Schiffe-Quartetts, bevorzugt Kriegsschiffe aus den beiden Weltkriegen.

Herzlichen Glückwunsch, HarperCollins-Verlag aus den USA. Vor sechs Jahren kaufte ich mir „Broken“ von Don Winslow. Jetzt habt ihr dasselbe Buch unter dem Namen „Crime 101“ als Neuerscheinung im vergangenen Monat angepriesen und ich bin drauf reingefallen. Ich glaube, wir werden keine Freunde mehr.