Donnerstag, 23. Mai 2019

Das Bein als Allegorie der Gesellschaft

Ganz unten: Der Fuß. Auf ihm ruht die Last des ganzen Menschen.
Über ihm: der Knöchel. In seltenen Fällen ist er frei und sichtbar.
Es folgt: Das Schienbein. Wird oft getreten und selten geschont (siehe: Schienbeinschoner).
Das Knie (Knochus interruptus). Sehr gelenkig. Wird für Unterwerfungsgesten benötigt (siehe: Kniefall, auf Knien, jemanden in die Knie zwingen, knietief in Arbeit / in der Scheiße stecken)
Der Oberschenkel. Hier wird gerne Fett angesetzt.
Ganz oben: das Arschloch. Hier endet das Bein. Kein schöner Anblick.

Das einfühlsame Außenseiterdrama der Woche

Rückblickend fällt mir die Einschätzung nicht leicht. Schließlich kenne ich Ralf schon seit dem Studium. Hatte der Unfall ihn verändert? Oder war durch den Unfall etwas an die Oberfläche gekommen, dass sich bereits seit langer Zeit in ihm entwickelt hatte? Kann ein Mensch durch ein einzelnes Ereignis vollkommen verändert werden oder wird durch die Begegnung mit dem Tod eine bestehende Entwicklung nur beschleunigt? Es ist schwer zu sagen, aber nach dem Unfall war alles anders.
Ralf war ein ruhiger Mann Mitte vierzig, der als Buchhändler mit seinem Teilzeitjob ein bescheidenes Auskommen fand. Er war gar nicht der Typ, der ein Risiko einging. Eigentlich hatte er sogar Höhenangst. Wie konnte es also überhaupt zu dem Unfall kommen? Wo ist der eigentliche Ursprung dieser Geschichte? Möglicherweise muss ich mit meiner Erzählung bei seinem Mietvertrag beginnen. Ralf wohnte in Berlin-Friedenau und hatte dort eine Zwei-Zimmer-Wohnung, in der er schon seit zwanzig Jahren wohnte. Er zahlte knapp vierhundert Euro Miete warm. Ein Schnäppchen.
Dann ging alles ganz schnell. Luxussanierung. Der Vermieter kündigte seinen Mietvertrag. Neun Monate Frist. Ralf begann, drei Monate vor Ablauf der Frist, nach einer neuen Wohnung zu suchen. Er fand nichts in Friedenau, er fand nichts in Schöneberg, er fand nichts in Wilmersdorf, er fand nichts in Steglitz. Eigentlich fand er gar nichts in Berlin, das er sich leisten konnte. Also fragte er Freunde und Kollegen. Seine Freunde waren alle entweder verheiratet oder lebten in Ein-Zimmer-Apartments. Schließlich, zwei Wochen vor Ablauf der Frist, erbarmte sich Frank.
Frank hatte mit zwei Kollegen eine Altbauwohnung in Charlottenburg gemietet, die sie beruflich für ihr Beratungsunternehmen benutzten. Sie berieten Leute, die beim Berliner Senat Projektmittel im Bereich Kultur und Soziales beantragen wollten. Neben den drei Büros und der Kaffeeküche gab es noch ein kleines Zimmer mit Fenster zum Hinterhof. Hier durfte Ralf vorübergehend einziehen, bis er eine eigene Bleibe gefunden hatte. Das Problem: Von neun bis achtzehn Uhr musste er die Wohnung verlassen, am Wochenende konnte er den ganzen Tag bleiben.
Punkt neun verließ er jeden Tag das Haus. In der Buchhandlung arbeitete er von zehn bis vierzehn Uhr. Dann aß er in einem chinesischen, indischen oder vietnamesischen Lokal mit günstigem Lunchangebot zu Mittag und vertrieb sich den Rest des Nachmittags die Zeit mit Spaziergängen. Bei schlechtem Wetter ging er in die Bibliotheken und Museen. An einem verregneten Nachmittag lernte er in der Neuen Nationalgalerie Ricarda Leimsieder kennen. Lange standen sie nebeneinander vor einem Gemälde von Jackson Pollock. Dann exhumierte Ralf einen letzten Rest von Selbstachtung und sprach sie an.
Ricarda hatte zwei Leidenschaften. Sie fertigte Smartphone-Hüllen aus handgesponnener Alpakawolle, die sie in den Kneipen im Prenzlauer Berg an wohlhabende Grünwähler verkaufte. Und Heißluftballons. Nach einigen Treffen in Kreuzberger Cafés hatte sie Ralf vom Fliegen begeistert und er willigte auf ihre Frage nach einem gemeinsamen Ausflug in die Berliner Luft ein. Ich bin nicht dabei gewesen, ich kenne den Unfall nur aus seinen Schilderungen, aber ich nehme an, dass Alkohol und Übermut eine gewisse Rolle bei den folgenden Ereignissen gespielt haben.
Jedenfalls stürzte Ralf aus dem Korb unter dem Heißluftballon und flog der Stadt entgegen. Nach Auskunft von Ricarda habe er dabei noch hektische und verzweifelte Armbewegungen gemacht, so als wolle er mit einer Art Flügelschlagen seinen Fall bremsen. Er schlug, mit den Füßen zuerst, ins Dach einer Lagerhalle in Moabit ein. Zu seinem Glück landete er auf einem Trampolin, prallte wie ein Gummiball ab und wurde quer durch die Halle geschleudert, bis er schließlich auf einem Stapel Matratzen liegen blieb. Wie durch ein Wunder war er nahezu unverletzt. Bis auf ein paar Prellungen, Schürfwunden und eine leichte Gehirnerschütterung war ihm nichts passiert.
Als er wieder zu sich kam, hatte er sich verändert. Ralf gab seinen Job in der Buchhandlung auf und wurde Schriftsteller. Unter geschickter Ausnutzung von Ricardas Schuldgefühlen gelang es ihm, in ihrer Wohnung in Pankow einzuziehen. Als wir uns eines Abends in einer Bar trafen, erzählte er mir, er habe in den zehn Sekunden des freien Falles, den sicheren Tod vor Augen, unglaublich viele neue Gedanken gehabt. Einen klaren Rückblick auf sein bisheriges Leben und eine Vision von der Schönheit dieser Welt. Von den einfachen und wichtigen Dingen. Er habe plötzlich verstanden, sagte er bei einem Glas Rotwein.
Unter allen Gefallenen ist er der am tiefsten gefallene und so taucht Ralf Sonnenberg mit der Eleganz eines Turmspringers in sein neues Leben ein. Er schreibt jeden Tag wie besessen und im Herbst erscheint sein erster Roman „Das Schweigen der Nachmittage“. Aus dem ehemaligen Buchhändler ist ein aufmerksamer Beobachter und kluger Erzähler geworden.
Martin Böttcher - Old Shatterhand-Melodie. https://www.youtube.com/watch?v=ie03flpiQHo

Die Physiotherapie nach dem Unfall war natürlich kein Zuckerschlecken.

Mittwoch, 22. Mai 2019

Und wieder ist ein Problem gelöst

Die Zustände im Görlitzer Park sind unhaltbar geworden. Eine unüberschaubare Zahl von Drogenhändlern spricht wahllos jeden Passanten an. Das ist der deutschen Hauptstadt unwürdig, befand der Berliner Senat und veranstaltete einen Wettbewerb, wie man der Plage Herr werden könne. Es gewann die Firma Hornbach.
Der Baumarktriese baute ein zweckmäßiges Einkaufszentrum in den Park. Hier finden sie weiche Drogen, fein säuberlich nach Herkunftsgebieten geordnet: Holland, Marokko, Libanon, Afghanistan, Kalifornien. „Sie suchen roten Libanesen? Bitte gehen Sie in Gang 3“, heißt es jetzt im Info-Center. Afrikanische und arabische Fachkräfte, die ehemals bei Wind und Wetter im Freien ihren Geschäften nachgehen mussten, beraten Sie jetzt in Sachen Haschisch und Gras. Sie sind fest angestellt, krankenversichert und zahlen in die Rentenkasse ein.
Weiter hinten im Einkaufszentrum bekommen Sie Bongs und Pfeifen, Blättchen gibt es an der Kasse. Kartenzahlung ist selbstverständlich möglich, sie können auch Bonuspunkte sammeln. Im Garten-Center finden Sie Samen, Pflanzenerde, Beleuchtungsanlagen und anderes Zubehör.
Endlich hat alles seine Ordnung, selbst die CDU ist begeistert. Man kann wieder gefahrlos durch den Park gehen, ohne von wildfremden Menschen angesprochen zu werden. An der Kasse werden 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig, da freut sich auch Vati Staat, und der Senat kassiert die Pacht für das Grundstück.
Görli goes Ganja. Love & Peace.
Alborosie – Kingston Town. https://music.youtube.com/watch?v=AmbN5CSDn8U&list=RDAMVMPhFmzmTbmmQ

Ungewöhnliche Nachrichten aus dem Kreise der Gelehrsamkeit


Blogstuff 307
„They used their money to keep themselves out of the news.“ (William Gibson)
Im Supermarkt: „Brauchen Sie eine Tüte?“ – „Nein, ich trinke das Bier gleich hier.“

Seit wann halten die Leute eigentlich ihr Handy beim Telefonieren so, als ob sie ein Stück abbeißen wollen? Das ist hoffentlich nur eine Übergangsphase.
Richtig fies: In seiner Wohnung die Musik voll aufdrehen und dann das Haus verlassen.

Zehn Jahre habe ich Bücher und Aufsätze über Entschleunigung geschrieben und Vorträge zu diesem Thema gehalten. Resultat: Deutschland 2019 – verspätete Züge, lahmes Internet, verschlafene Verwaltungen. Ich werte das mal als Erfolg.
„Fridays for Future“ ist, wie Occupy oder Attac, nichts anderes als ein Ablasshandel mit der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Wer teilgenommen hat, kann später einmal behaupten, er habe alles versucht, um eine Veränderung der Verhältnisse zu bewirken. Das macht das falsche Leben erträglicher. Den Rest besorgt man mit Bio-Siegeln auf Konsumgütern und Wurstverzicht. Für den kurzen Augenblick der symbolischen Geste, sei es während eines Protestes oder der Unterzeichnung einer Petition, darf man optimistisch sein und die Verzweiflung vergessen.
Geschäftsidee: Eröffnung eines Lokals namens „Chez Guevara“ für Fans von Revolutionen und Enteignungen. Was gibt’s? Deutsche Bohnen (=> Deutsche Wohnen) mit Tomatensoße (=> rot), Karl Marx-Klößchensuppe, Engels-Zunge (vom Ochsen) und natürlich Ton Schweine Erbsen. Dazu wird ein Rothaus Tannenzäpfle gereicht, wahlweise ein Bloody Marat. Achten Sie bitte auch auf die Kundenzeitung „Der Spalter“ (vormals: „Rote Fahne“).
Ich sitze in einem mexikanischen Restaurant am Friedrich-Wilhelm-Platz, wo ich vor 25 Jahren mein letztes Auto zu Schrott gefahren habe. Da kommt eine Frau herein und fragt den Wirt, ob sie hier demnächst ihren Geburtstag feiern könne. Es würden sechzig Gäste kommen. Was man denn als Buffet bestellen könne. Der Wirt sagt, es käme auf ihr Budget an. Sie sagt, sie wolle zweihundert Euro ausgeben. Der Wirt schüttelt nur den Kopf. Was soll er für drei Euro pro Kopf anbieten? Man einigt sich auf die doppelte Summe und Platten mit Käse und Aufschnitt. Dafür brauche ich aber kein mexikanisches Restaurant, oder?
Noch eine Story mit der Zahl 60. Im Einkaufszentrum geht ein Junge, vielleicht drei oder vier Jahre alt, neben seiner Oma her. Er möchte wissen, wie lange es noch bis zu seinem Geburtstag ist. Sie sagt: „Noch sechzig Mal schlafen, dann ist Geburtstag.“ Ich hätte gerne das Gesicht des Jungen fotografiert, als Illustration des Wikipedia-Artikels über Ratlosigkeit.
Eurythmics - Love Is a Stranger. https://www.youtube.com/watch?v=o6f593X6rv8

Dienstag, 21. Mai 2019

Kurzwahltaste

Jetzt ist schon wieder was passiert. Sebastian „Superwastl“ Kurz, Österreichs Staatsschauspieler Nr. 1, als Kanzlerdarsteller für die Goldene Kamera nominiert, gibt heute sein Expertenkabinett bekannt, das bis zu den vorgezogenen Neuwahlen im Amt sein soll. Die Sensation: Andy Bonetti wird Bundesminister für Kunst, Kultur und Medien! Aus gegebenem Anlass hier noch einmal alle Folgen der legendären Superwastl-Folgen, die in diesem Blog zu Beginn der großartigen schwarzbraunen Koalition zu lesen waren.
https://kiezschreiber.blogspot.com/2017/12/superwastl.html
https://kiezschreiber.blogspot.com/2017/12/superwastl-die-kurzfassung.html
https://kiezschreiber.blogspot.com/2017/12/kurzschluss-beim-superwastl.html
https://kiezschreiber.blogspot.com/2017/12/superwastl-der-kurzeste-witz-aller.html
https://kiezschreiber.blogspot.com/2017/12/superwastl-kurz-und-schmerzlos.html

Superwastl im Wahlkampfmodus.

„Niki, wo hast’n dein rechtes Ohr gelassen?“

Sommer 1984. Vier Jungs, ein alter Opel und ein Kofferraum voller Dosenbier. Natürlich wird es ein Abenteuer. Brands Hatch, England. Ein riesiger Zeltplatz voller Fans aus ganz Europa. Flaggen aller Nationen und Formel 1-Teams. Und wir mittendrin. Die Stehplatzkarte kostet zehn Pfund, das waren damals noch vierzig Mark. Um Mitternacht setzen wir uns mit unseren Campingstühlen in die Schlange, die sich am Eingang gebildet hat. Erst am nächsten Tag um 14 Uhr beginnt das Rennen. Ich bin Lauda-Fan. Einer der anderen Jungs ist Piquet-Fan und ruft „Niki, wo hast’n dein rechtes Ohr gelassen?“, um mich zu ärgern. Lauda gewinnt das Rennen. Als alle Rennwagen über die Ziellinie gefahren sind, stürmen die Zuschauer die Strecke. Nach der Siegerehrung sind wir noch hinter der Boxengasse unterwegs, wo die Trucks der Teams stehen. Da kommt Niki Lauda ganz allein an uns vorbeispaziert! Ich gebe ihm die Hand und gratuliere zum Sieg. In diesem Jahr wird er zum letzten Mal Weltmeister.
1974. Keine Ahnung, wie es losging. Aber in diesem Jahr fing ich an, mich für die Formel 1 zu interessieren. Deutschland hatte im Motorsport keine nennenswerten Fahrer und keine Teams zu bieten. Erst 1994 sollte der erste Deutsche eine Weltmeisterschaft gewinnen. Ich wurde Lauda-Fan. Als Lauda beim Rennen auf dem Nürburgring 1976 schwer verletzt wird, liege ich selbst gerade wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus. Ich bin zehn Jahre alt und es wird mir ganz praktisch bewusst, wie schnell es vorbei sein kann. Hätte man mich nicht schnell operiert, wäre es zu spät gewesen. Mein Onkel und mein Urgroßvater sind auf diese Weise gestorben. Nie war ich meinem Kindheitsidol so nahe. 1985 habe ich ihn zum letzten Mal gesehen. Der Grand Prix in Zandvoort. Sein letzter Sieg in der Formel 1. Ich war dabei. Jetzt hat es den alten Mann endgültig aus der Kurve getragen. Er hat 171 Rennen überlebt. In einer Zeit, in der es regelmäßig Tote und Verletzte in diesem Sport gab. Fahrer, Streckenposten, Journalisten, Zuschauer. Ich sage nur: Gilles Villeneuve. Jochen Rindt. Ronnie Peterson. Im Himmel seht ihr euch alle wieder.

Großer Preis der Niederlande 1985. Vorne Lauda, dahinter Senna.

Sternstunden der Blogistik


Blogstuff 306
„Woher denn anders hat Dante den Stoff zu seiner Hölle genommen, als aus dieser unserer wirklichen Welt?“ (Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung)
Inzwischen gibt es einen Jahreszyklus der Empörung. Seit Jahrzehnten das gleiche Line-up im Feuilleton und in den sozialen Medien. Valentinstag: Erfindung der Blumenkonzerne. Karneval: Spießerveranstaltung mit offizieller Lacherlaubnis. Karfreitag: fettleibige Ü50-Kommentatoren beschweren sich übers Tanzverbot. Endet mit: Glühwein ist doof, Weihnachten ist ein Fest des Konsums (Nein! Doch! Oh!) und Silvester wäre ohne Knaller viel schöner. In der Abenddämmerung der Kultur werfen Themen lange Schatten.
Die Erde ist 940 Millionen Kilometer unterwegs, bis sie einmal die Sonne umrundet hat und ein Jahr um ist. Ich werde im Sommer 53 und bin dann schon 49,8 Milliarden Kilometer unterwegs. Natürlich habe ich Rücken.
Frauen können sich ja nie entscheiden. Mal hü, dann wieder nicht hü. Wenn ein Mann sich für einen Weg entschieden hat, wird er gnadenlos bis zum letzten Meter zu Ende gegangen. Auch wenn es ein Holzweg ist. Aber es ist mein Holzweg. Es ist doch ein Zeichen von Schwäche, seine Meinung zu ändern.
Tier des Jahres: die Blauflügelige Ödlandschrecke. Klingt ein bisschen nach AfD, ist aber eine gefährdete Tierart.
Was ist eigentlich ein Schoppen? Blöde Frage, wird der Weinkenner sagen. Schließlich trinkt er ja regelmäßig seinen Schoppen. Möchte man den Schoppen jedoch präzise definieren, erkennt man schnell die regionalen Unterschiede. Schon in meiner Erstheimat am Rhein kann es 0,4 oder 0,5 Liter bedeuten. In Franken sind es 0,25 Liter. In Hessen oder Baden können es aber auch 0,3 oder bis zu 0,75 Liter sein. Beim Apfelwein sind es 0,25 Liter – außer in Frankfurt, dort misst ein Schoppen 0,3 Liter. Im 19. Jahrhundert waren es in Baden und der Schweiz 0,375 Liter, in Württemberg 0,459 und in der Pfalz 0,564 Liter. In meiner Zweitheimat Berlin gibt es diese Maßeinheit gar nicht. Gibt man „Schoppen Berlin“ in die Suchmaschine ein, wird man gefragt: „Meintest du Shoppen Berlin“. Fazit: Der Schoppen widersetzt sich erfolgreich der EU-Norm und jeder anderen Form der Vereinheitlichung. Recht so.
Was wollen die jungen Leute eigentlich immer mit ihren Drogen? Seit Generationen zeigt uns James Bond, wie es der Profi macht. Er ist Alkoholiker (alle Welt kennt sein Lieblingsgetränk), sexsüchtig und wir sehen ihn praktisch in jedem Film im Spielcasino. Alles legaler Spaß: saufen, vögeln, zocken.
Das Leben war früher schon einfacher. Da bist du einfach losgegangen und hast irgendwo gegessen. Heute checkst du online die Speisekarte. Uijuijui, drei von siebenundfünfzig Gerichten enthalten Koriander. Den mag ich aber nicht. Oder du liest erstmal die Kundenkommentare der letzten drei Jahre. Eine Schwäbin, ein Turkmene und ein Texaner würden hier nicht noch einmal etwas zu essen bestellen. Was soll das? Wo bleibt das Abenteuer? Natürlich ist das Essen manchmal beschissen und man ist enttäuscht. Spoiler-Alarm: Das ganze Leben ist beschissen und am Ende stirbst du. Man kann sich auch totplanen.
Chris Montez - Let's Dance. https://www.youtube.com/watch?v=iNLXxDMxe18