Donnerstag, 26. März 2026

Örtliche Graupelgewitter


Blogstuff 1299

„USA geben Reisewarnung heraus – für die ganze Welt“ (t-online)

Der wunderbare und hochgeschätzte Kollege Chris Kurbjuhn ist gestorben. Eines der letzten Blogs, das ich noch gelesen habe, schließt seine Pforten für immer. Er wohnte nicht weit entfernt in Friedenau, leider habe ich ihn nie persönlich kennengelernt. Mein herzliches Beileid an seine Frau, seine Familie und seine Freunde.

Josef „Jupp“ Eisbrenner erblickte im Alter von drei Jahren das Licht der Welt. Vorher hatte er sein gesamtes Leben in einem Jutesack verbracht, der im Kellerschrank seiner Eltern hing. Seine Mutter war eine willenlose Heroinabhängige, sein Vater ein cholerischer Drogendealer, der im Haus herumbrüllte, bis Speichelfäden aus seinem Mund flogen wie bei einem wütenden Rottweiler. Das Jugendamt befreite ihn und brachte ihn in einer Pflegefamilie unter, wo er bis zu seinem 18. Geburtstag kein Wort sprach. Mit seinem Sonderschulabschluss wurde er in die Welt entlassen und ist heute Bundestagsabgeordneter für die SPD.

+++breaking news+++ Iran blockiert Spargelexport nach Deutschland. Kilopreis explodiert auf über zwanzig Euro. Wirtschaftsministerin Reiche empfiehlt Schwarzwurzeln als Ersatz. Plündernde Horden in Beelitz gesichtet.

Die „gute, alte Zeit“ ist einfach unsere Kindheit und sie war nicht besser als die Kindheit heute.

Beim Münchner Oktoberfest wird in diesem Jahr zum ersten Mal ein Grüner „O’zapft is“ rufen. Wird ein Smoothie aus dem Zapfhahn kommen?

Zwölf Jahre war ich nicht beim Zahnarzt. Dann habe ich mir im Januar zwei wackelige Weisheitszähne ziehen lassen und nächste Woche habe ich schon den sechsten Zahnarzttermin in diesem Jahr, zwei weitere folgen im April. Von den verbliebenen 25 Zähnen, hat der Arzt nach der Zahnreinigung am Mittwoch gesagt, seien sieben „nicht erhaltungswürdig“, einer wird am 31. März extrahiert, wie es bei uns in Wilmersdorf vornehm heißt. Keine sechzig und ich bin schon eine wandelnde Ruine. Ich sehe schon, wie ich abends mein Gebiss in ein Glas mit Corega-Tabs lege und mir beim Einschlafen mein neues Lächeln betrachte.

Ostermontag: Auf der Straße von Jerusalem nach Emmaus begegnen zwei Leser einem Fremden und erkennen ihn nicht. Erst als er an einer Tankstelle Wasser in Benzin verwandelt und eine Runde Duplo spendiert, erkennen sie Bonetti. So steht es geschrieben.   

In eigener Sache: Entgegen anderslautenden Meldungen kommen die in diesem Blog veröffentlichten Pointen nicht durch die Straße von Hormus in unsere Redaktion.

Roland der Furzer – Wikipedia




 

 

Mittwoch, 25. März 2026

Wie kann sich die Politik erneuern?


Georg Diez macht in seinem neuesten Essay „Schüchternheit als politische Kategorie“ einen Vorschlag, der seit Jahrzehnten im politischen Diskurs seine Runden dreht. Man müsse neben den etablierten Strukturen des Parteienstaats neue Strukturen der Bürgerbeteiligung schaffen, um die Legitimität des Systems wiederherzustellen. Per Losverfahren soll ein Gremium von z.B. hundert Menschen geschaffen werden, das Entscheidungen trifft.

Klingt im ersten Augenblick gut, führt aber zu drei Problemen:

1.    Wer legitimiert diese Auswahl an Personen? Niemand hat sie gewählt, niemand hat sich für sie entschieden. Wir überlassen die Demokratie dem Zufall, die Roulettekugel entscheidet über unsere Zukunft.

2.    Welche Fachkenntnisse haben diese hundert Personen? Was befähigt sie, Entscheidungen im Namen aller Bürger zu treffen? Nicht jeder Mensch wird mit der Intelligenz und dem Talent geboren, komplexe politische Probleme zu lösen.

3.    Diese Hundertschaft aus der Lostrommel ist nur auf dem Papier gleich. Es gibt Kluge und Dumme, Erfahrene und Ahnungslose, Aktive und Passive, Menschen mit Durchsetzungsvermögen und Mitläufer, Menschen, die die Fähigkeit haben, Gruppen zu bilden und zu führen, Menschen, die unsicher sind und denen das Selbstbewusstsein fehlt usw. Außerdem sind diese hundert Bürger keine unbeschriebenen Blätter. Sie haben politische Präferenzen, eigene Interessen und sind womöglich anfällig für Manipulationen von außen. Man kann sie nicht dauerhaft einschließen wie die Geschworenen in US-Justizdramen.

Es gibt diese Form der Beteiligung schon lange, man nennt es Bürgerräte. Den letzten bundesweiten Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ gab es 2024. Ein Jahr später wurde die zuständige Stabsstelle von Frau Klöckner ebenso unbemerkt wie geräuschlos abgeräumt. Der empörte Aufschrei der Bevölkerung blieb aus. Von den konkreten Auswirkungen der Bürgerräte auf die Gesetzgebung ist nichts bekannt.

Es gäbe noch eine andere Möglichkeit: direkte Demokratie. Abstimmungen als Ergänzung zu Wahlen erlaubt das Grundgesetz ausdrücklich. In Berlin haben wir mit diesem Instrument jedoch schlechte Erfahrungen gemacht. Die Politik hat willkürlich entschieden, welche Abstimmungsergebnisse umgesetzt werden und welche nicht. Schlechte Nachrichten für das Thema Bürgerbeteiligung.

Der Parteienstaat wird sich die Macht nicht aus den Händen nehmen lassen. Der Zivilgesellschaft bleiben der folgenlose Diskurs und die Rolle als Reparaturbetrieb im kapitalistischen System (Armutsbekämpfung, Umweltschutz, Integration usw.).

P.S.: Insgesamt gab es von 1982 bis heute fünfzig bundesweite Bürgerräte, die auf dem Losverfahren basierten.

Dienstag, 24. März 2026

Fernandes / Ulmen

 

Wie viele Menschen war ich in der vergangenen Woche fassungslos und entsetzt, als ich erfuhr, wie lange Ulmen seine Frau gedemütigt und erniedrigt hat – durch virtuelle und körperliche Gewalt. Bevor ich zum Kern meiner Überlegungen komme, zunächst ein paar Vorbemerkungen:

1.    Ich finde es großartig und mutig, dass Frau Fernandes mit dem Fall an die Öffentlichkeit gegangen ist und es hoffentlich auch zu einer Gerichtsverhandlung kommen wird. Man kann diesen bitteren schwarzen Klumpen Dreck nicht ewig in der Seele tragen, ohne daran kaputtzugehen. So etwas vergisst man sein ganzes Leben lang nicht, also muss es raus. Auch wann man durch die Debatte in den Medien noch ein zweites Mal durch die Hölle geht.

2.    Ich kenne Herrn Ulmen natürlich nur oberflächlich in seinen Fernsehrollen. Ich dachte, ich hätte so etwas wie Lebenserfahrung, aber ich habe gelernt: Das harmlose und freundliche Gesicht war nur eine Fassade, hinter der sich ein Monster verbirgt. Ich habe mich jahrelang täuschen lassen.

3.    Die ganze Geschichte ist so bizarr, dass man es nicht glauben mag. Herr Ulmen hätte doch auch als Lieschen23 Sex-Chats mit anderen Männern haben können. Millionen Männer geben sich als sexy Busenwunder aus und sind in Wirklichkeit fette Lkw-Fahrer über fünfzig. Wie kann er seiner eigenen Frau, der Mutter seines Kinds, so etwas Widerwärtiges antun? Dieses Konglomerat an Ungeheuerlichkeiten machte mich im ersten Moment sprachlos.

Ich habe jeden Tag über diesen Fall nachgedacht und frage mich: Wie wird aus einem unschuldigen kleinen Jungen, der mit seinem Teddy spielt, das erwachsene Ungeheuer, das Ulmen offenbar ist? Selbstverständlich hat es viel mit Rollenvorbildern zu tun. Ich kenne seinen Vater nicht, aber andere Vorbilder kennt man aus den Medien, dem Sportverein und der Schule. Ulmen ist Jahrgang 1975. Der Typ einfühlsamer Frauenversteher, der ein guter Zuhörer und verständnisvoller Freund ist, gab es in der „guten, alten Zeit“ nicht oder man hielt ihn für schwul. Bewundert wurden der muskelbepackte Egomane mit Motorrad und Lederjacke in der Dorfdisco, der Mannschaftskapitän der Fußballmannschaft oder die Cowboys, Superhelden und harten Hunde im Fernsehen (Clint Eastwood, Charles Bronson, Bruce Lee – Männer, die man nie lachen sah).

Das Sahnehäubchen der Gegenwart: Soziale Medien geben noch dem erbärmlichsten hühnerbrüstigen Vorstadt-Django eine Plattform für seinen Größenwahn. Alles anonym, alles ungesühnt, jeder Rotz darf propagiert werden – solange man die Politprominenz nicht behelligt. Schließlich funktioniert auf diese Weise das Geschäftsmodell der Zuckerbergs und Musks der Internet-Welt.

Aber ganz offenbar enden nicht alle Männer in dieser toxischen Jauchegruppe ihrer Geschlechtsidentität. Und warum werden Frauen nicht so? Warum musste Ulmen seine Frau so lange quälen, anstatt die Scheidung einzureichen? Sadismus, Rachsucht? Es muss ihm klargewesen sein, dass es ihn irgendwann seine Karriere und seinen Freundeskreis kosten würde. Oder hat er sich wegen seines Erfolgs genauso unbesiegbar gefühlt wie die männlichen Vorbilder seiner Kindheit und Jugend? Eine Art Porno-J.R. oder Provinz-Trump? Mir ist klar, dass ich hier nur Vermutungen äußere – aber es beschäftigt mich dennoch jeden Tag, also schreibe ich darüber. Ich heiße nicht Spock, ich bin kein Stein, ich rege mich auf und ich beziehe Stellung.

 

 

Montag, 23. März 2026

Mainz bleibt nicht mehr Mainz

 

Blogstuff 1298

Seit einem halben Jahr habe ich eine Lesebrille, heute habe ich zum ersten Mal meinen Schildkrötenhals bemerkt. Wenn ich demnächst ein Hämorrhoidenkissen ins Restaurant mitnehme, bin ich offiziell alt.  

Rheinland-Pfalz: Die letzte Ampel wird abgeschaltet. Als es den ersten Machtwechsel gab, 1991 von der CDU zur SPD, bin ich nach Berlin gezogen. Anders als in der Bundesregierung wird Gordon Schnieder mit seiner GroKo eine Zweidrittelmehrheit im Parlament haben. Not & Elend, wohin man blickt. Jetzt hat die Schnieder Family einen Bundesminister und einen Ministerpräsidenten. Was macht eigentlich die beiden anderen Geschwister?

Es würde die Integration erleichtern, wenn man ausländische Namen eindeutschen würde. Aus „Wang Tik-Tok“ würde dann „Jacke süß-sauer“, aus „Al-Medi“ würde „Altmaier“ und aus „Harry Kane“ würde „Harald Kahn“.

Ich verstehe gar nicht, warum man Woody Allens Frühwerk nicht mehr im Fernsehen zeigt. Meistens läuft „Annie Hall“ („Der Stadtneurotiker“) oder neuere Filme. Also habe ich mir drei Filme aus den frühen Siebzigern bestellt. „Love and Death“ („Die letzte Nacht des Boris Gruschenko“) ist so unglaublich witzig, ich konnte es gar nicht glauben. Vor vierzig Jahren habe ich den Film zum letzten Mal gesehen. Ich habe in den achtzig Minuten mehr gelacht als in einem Jahr deutscher Comedy-Shows – und ich lasse wirklich keine aus. Jetzt freue ich mich auf „Bananas“ heute Abend.

Jedes Jahr denke ich, es kann nicht weiter nach unten gehen. Und dann beginnt das neue Jahr und es ist noch schlimmer als das letzte. Gefühlt sind wir 2026 im 3. Untergeschoss und glauben, jetzt ruft jemand „Alles aussteigen!“, weil der Tiefpunkt erreicht ist. Aber vielleicht ist das alles kein Keller, sondern ein Bergwerk?

Bodentruppen? In Deutschland nennt man das Putzkolonne.

Es gibt Menschen, die ihr Leben in einer Einzelzelle verbringen und den ganzen Tag „ICH, ICH, ICH“ rufen. Und dann wundern sie sich, wenn sie einsam sterben.

Hätten Sie’s gewusst? „Muhammad ibn al-Hasan al-Mahdi ist nach der Lehre der Zwölfer-Schia der in der Verborgenheit lebende zwölfte Imam, dessen Rückkehr für die Endzeit erwartet wird. Er gilt den Zwölfer-Schiiten als der Mahdi im Sinne des Erlösers als messianische Gestalt.“ (Wikipedia). Der Mann spielt in einer Liga mit Jesus und Trump.

Ich war im Fußballverein, jede Woche im Schwimmbad, schlank, durchtrainiert, habe weder getrunken noch geraucht, gute Noten, keine Probleme mit den Eltern, Mädchen waren uninteressant – und dann kam ich in die Mittelstufe.

Fischer-Z - Marliese

Samstag, 21. März 2026

R.I.P. Chuck Norris

 

Blogstuff 1297

Trump ist schon ein Schlaumeier. Er fängt den Irankrieg an, um von Epstein abzulenken, und danach den Kubakrieg, um vom Irankrieg abzulenken.

Mit der profanen Form des Glaubens habe ich schon merkwürdige Erfahrungen gemacht. Jeder kennt den deutschen Aberglauben, man müsse an einem Automaten die Münze, die gerade durchgefallen ist, einfach am Metallgehäuse reiben – dann klappt‘s. Und es klappte tatsächlich oft. Zweites Beispiel: Mitte der Achtziger, ich sitze mit Freunden in unserer Stammkneipe. Wir trinken das billigste Bier: Henninger Export. Direkt aus der Flasche. Wir haben keine Lust, es einzuschenken, der Wirt hat keine Lust, die Gläser zu spülen. Nach der ersten Runde hält mir Björn eine Ein-Pfennig-Münze hin. Wenn ich sie in die Flasche werfen kann, gibt er mir das zweite Bier aus. Ich nehme die Münze, sehe mir den Flaschenhals an und denke mir: kein Problem. Einen Augenblick später klingelt der Pfennig in der Bierflasche. Alle schauen mich entsetzt an. Björn erklärt mir, dass es eigentlich nicht ginge. Die Münze sei zu groß für die Öffnung. Tatsächlich habe ich es danach nie wieder geschafft. Das Wissen hatte meinen Glauben zerstört.

Straße von Hormus: Merz will die Bundesmarine zur Sicherung des Seewegs schicken, wenn der Krieg vorbei ist. Comedy-Gold.

Vermutlich hat jeder schon mal den Gedanken gehabt: Was wäre, wenn ich mein Leben mit dem Wissen von heute noch einmal führen könnte? Nicht ab der Geburt, aber sagen wir mal, seit der Pubertät. Hunderte von Fehlern, Enttäuschungen, Verletzungen und falschen Entscheidungen wären uns erspart geblieben. Wer behauptet, er würde alles noch einmal genauso machen wie beim ersten Mal, hat entweder nicht nachgedacht oder leidet unter Größenwahn. Aber man wäre zu den richtigen Leuten freundlicher gewesen und hätte die miesen Schweine, die einen nur manipulieren wollten oder uns geschadet haben, früher aussortiert. Man hätte sich vielleicht für andere Jobs und Wohnorte entschieden. Ich war nicht permanent auf der Straße des Erfolgs unterwegs, aber auch nicht nur auf holprigen Nebenstraßen. Ich habe vor allem viel erlebt, es war keine langweilige Standardbiographie. Würde ich heute ein anderes Leben führen, wenn ich ein paar Entscheidungen anders getroffen hätte oder wenn es bestimmte Zufälle nicht gegeben hätte? Wahrscheinlich. Aber mein jetziges Leben könnte nicht besser sein. Ein sorgloses Leben ohne Verpflichtungen. Ich mache den ganzen Tag, wonach mir gerade ist. Per aspera ad Astrid (Danke, Autokorrektur!).

Es gibt kein Leben nach dem Tod. Im engeren Sinne. Aber es geht weiter. Wir liegen in unseren Gräbern, von Gott und dem Teufel verlassen, und warten darauf, dass jemand an uns denkt oder ans Grab kommt. Vielleicht ein paar Blumen pflanzt. Darüber machen wir uns Notizen. Wer uns vergisst, dem können wir zwar nicht als Gespenst erscheinen, aber wir haben die Macht, den Lebenden Pech zu bringen. Denken Sie immer daran. Und bringen Sie Blumen mit!


Freitag, 20. März 2026

Zwischen Irrsinn und Entsetzen


Blogstuff 1296

Nach Öl und Gas: Jetzt werden auch noch Sonne und Wind teurer.

Meine Gerichtsverhandlung fand unter einem Galgen statt. Das hätte mich bereits stutzig machen müssen.

Warum bittet Trump nicht seine Freunde im „Friedensrat“ um militärische Unterstützung?

Der Berliner, der in Berlin bekanntlich Pfannkuchen heißt, wird auf dem Preisschild meines Bäckers als „aufgetaut“ beschrieben. Früher hieß es noch „frisch gebacken“. Vorbei.

Katholische Kirche beschließt: Preis für die letzte Ölung steigt um dreißig Prozent.

Es ist wie damals in der DDR: Alles läuft nach Plan.

Bei uns auf dem Land hat man Ehe vor dem Sex.

Würde Moses heute leben, wäre er bei Sandra Maischberger und Markus Lanz zu Gast, die Tafeln mit den zehn Geboten ließe er bei Sotheby’s versteigern und seinen Lebensabend verbrächte er in Florida.

Neulich im Café: Bonetti startet seine große Tortenbodenoffensive.

Trump überzieht seine NATO-Alliierten mit Zöllen, Beleidigungen und Drohungen – und bittet sie plötzlich um Hilfe in einem Krieg, den er selbst vom Zaun gebrochen hat. Genau mein Humor. Bei seinem Freund Putin, einem Verbündeten des Iran, lockert er die Sanktionen. Muss man das begreifen?

Warum ich so wenig Reichweite habe? Seit Jahren kämpfe ich gegen den Satirisch-Industriellen Komplex (SIK).

Wirtschaftskriminalität: Folge dem Geld. Beziehungstaten: Folge dem Sperma.

In Nagelsmanns 26er-Kader für die Freundschaftsspiele Ende des Monats sind zehn Schwarze, mit Musiala wären es elf gewesen. Wo sind die Asiaten mit deutschem Pass, die Syrer, Afghanen, Inder und Chinesen? Wo die Latinos und Europäer? Sehe nur ich diesen latenten Rassismus?

Diversifikation ist das Zauberwort für jedes erfolgreiche Unternehmen. Neue Produkte, neue Märkte, neue Zielgruppen. Deswegen baut Bonetti jetzt im Kongo eine Würgeschlangentrockenfutterfabrik. „Pythonic“ wird man in jedem Einkaufszentrum im Urwald kaufen können. In den Geschmacksrichtungen Affe, Antilope und Mensch erhältlich.

The Police - Canary In A Coalmine (1980) [magnums extended mix]

Donnerstag, 19. März 2026

Wagyu-Leberkäse

 

Blogstuff 1295

Ich meine, ob ich es befreie oder übernehme. Ich glaube, ich kann damit machen, was ich will.“ (Trump zum Thema Kuba am 16.3.26)

Eines muss man der deutschen Politik lassen: Alle sechs Parteien im Bundestag sind bis in höchste Ämter von Dilettanten durchsetzt, aber nicht von Bekloppten wie die US-Regierung. Die Ikonographie ist beeindruckend gewesen. Trump an seinem Schreibtisch, der von etwa zwanzig Pfarrern gesegnet wird. In den US-Kasernen wurden die Soldaten zusammengerufen, um ihnen zu erklären, der Krieg gegen den Iran sei ein heiliger Krieg (Muslime würden es Dschihad nennen, wir Kreuzzug), nach dessen siegreichem Ende Armageddon käme und der Erlöser erscheinen würde. Ich wette, noch in diesem Jahr wird Trump sich selbst zum Messias ausrufen. Schließlich habe Gott ihn seiner Meinung nach persönlich beim Attentat gerettet und ihm nun befohlen, die Ungläubigen mit dem Schwert zu richten.

Die Begründung am Anfang des Kriegs, verbreitet von einem Speichellecker aus Trumps Hofstaat, war auch nicht besser: Hätte man am Samstag den Krieg nicht begonnen, hätte der Iran am Montag die Atombombe gehabt.  

Israel hat den winzigen Gazastreifen zwei Jahre lang bombardiert, die Hamas gibt es immer noch. Wie lange will man ein großes Land wie Iran bombardieren? Zwanzig Jahre? So wird man die Theokratie nicht los. Man denke an den Zweiten Weltkrieg: Der Bombenkrieg gegen die deutschen Städte hat das Nazi-Regime nicht gefährdet. Erst die Bodentruppen beendeten Hitlers Herrschaft. US-Bodentruppen im Iran? Jeden Tag werden Leichensäcke nach Amerika geflogen werden. Good mooorning, Vietnam!

Könnte man es nicht Wachstumspause statt Rezession nennen? Klingt doch viel freundlicher.

Der Wirt meines Stammlokals berichtet mir von einem Ehepaar, das eine Weile Leitungswasser zum Essen bestellte. Da es ein gutes Restaurant ist, natürlich eine „Karaffe Leitungswasser“. Ich würde ja überhaupt nicht auf die Idee kommen. Wir bestellen immer eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser. Bei der vierten Ablehnung hat es der Wirt dem Ehepaar auch erklärt. Die einzigen, die Leitungswasser bekommen, sind Hunde im Hochsommer.

Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die den Unterschied zwischen einer Ottomane, einer Récamiere und einem Diwan genau erklären können. Ich möchte Ihnen einfach mit meinem Fachwissen importieren.

Was fehlt: Mein ausführliches „Ich hab’s euch doch gleich gesagt“ zur Schuldenlüge der Regierung und zur Verwendung des „Sondervermögens“ für beliebige Zwecke und Haushaltslöcher. #Schwindelanfälle