Blogstuff 1293
Hat Trump sich genauso verzockt
wie Putin vor vier Jahren? Der Russen-Mullah dachte ja auch, in ein paar Wochen
hätte er in Kiew ein Marionettenregime installiert und hätte neben Belarus
einen zweiten Satellitenstaat, der ihm hörig ist. Es ist immer einfach, einen
Krieg zu beginnen. Dazu braucht man nur einen einzigen machtgierigen
Bekloppten, siehe Hitler. Aber zur Beendigung des Krieges braucht man alle
Beteiligten. Was passiert, wenn der Iran die Lage eskalieren lässt? Wenn der
Ölpreis auf 200 $ steigt? Wenn die Fanatiker nicht kapitulieren wollen? Wenn
islamistische Terroristen in den westlichen Ländern blutige Anschläge verüben? Die
Hamas hat sich nicht ergeben, selbst als Gaza nur noch ein rauchender
Trümmerhaufen war.
Positiv: eine
Weltwirtschaftskrise wie in den frühen siebziger und in den frühen achtziger
Jahren, beide durch stark steigende Ölpreise ausgelöst, würde Trump die
Herbstwahlen verhageln. Rezession, Inflation, steigende Arbeitslosigkeit, hohe
Energie- und Lebensmittelpreise nehmen die Wähler traditionell den Regierungen
übel und strafen sie ab.
Auch eine schöne Nebenfolge:
Merz gilt als Rezessionskanzler, der nur mit Rekordschulden und hohlen Sprüchen
in die Geschichtsbücher eingehen wird. Und die Bauern kommen wieder auf ihren
Traktoren nach Berlin, um höhere Dieselsubventionen zu fordern.
Am Montag kostete das Barrel
Rohöl etwa 100 Dollar. 1970 koste es noch einen Dollar. Der Preis war bis dahin
im kompletten 20. Jahrhundert nahezu unverändert geblieben. Damals waren die
Araber noch arm und auf Kamelen unterwegs. Sehen Sie sich Dubai, Riad,
Abu Dhabi usw. heute an. Sehen Sie sich die Limousinen der Scheichs an. Die
Araber haben sich komplett von den europäischen Kolonialreichen emanzipiert und
begegnen ihnen heute auf Augenhöhe. Dasselbe geschah in China. 1970 noch ein
Volk von Radfahrern, die wenigen Autos im Land gehörten der kommunistischen
Partei. Heute ist „das rote Riesenreich“ Nummer 2 der Weltwirtschaft und ein
mächtiger Player auf dem Weltmarkt. Es gibt inzwischen in China mehr Autos als
in Europa oder den USA.
Ich bin zwanzig Jahre zur See
gefahren, auf der Fähre Bingen-Rüdesheim.
Berlin-Rundfahrt auf dem
Ausflugsdampfer bei herrlichem Sonnenschein. Eineinhalb Stunden, der
„Westbesuch“ und ich sind bester Laune. Als wir uns das vierte Weizenbier
servieren lassen, geht ein leises Raunen durch die Fahrgäste an Deck. Die
Provinzspießer an den umliegenden Tischen starren uns fassungslos an. Warum
trinken wir am frühen Nachmittag nicht Kaffee wie alle anderen auch? In den
Blicken der Frauen: Verachtung. In den Blicken der Männer: Neid. Später werden
sie sich natürlich gemeinsam mit ihren Gattinnen empören.
Ein anatolischer
Ministerpräsident? Der kommt doch mit Schnurbart und Fez zur Vereidigung und am
nächsten Tag werden Schweinefleisch und Bier verboten. Sieht das denn keiner
außer mir?

