Dienstag, 16. Oktober 2018

Viva la Kontroverse

Der alte weiße Mann sitzt auf seiner Veranda. Eine junge schwarze Frau besucht ihn, weil sie mit ihm sprechen möchte abrechnen will.
Die junge schwarze Frau (F): Du hast alles zerstört, alter Mann. Deine Zeit ist abgelaufen.
Der alte weiße Mann (M): Was habe ich zerstört? Wovon sprichst du?
F: Schon mal was vom Klimawandel gehört? Du zerstörst die Natur.
M: Sieh dir den Himmel an. Die Sonne scheint, das Wetter ist gut.
F: Es sind über zwanzig Grad. Im Oktober.
M: Das bedeutet, wir müssen noch nicht heizen. Wenn sich die Erde erwärmt, brauchen wir weniger Öl, Gas und Kohle. Das ist gut für die Umwelt.
F: Jeden Tag sterben Tiere aus.
M: Wir entwickeln gerade die Gentechnik, die wir benötigen, um neue Tiere zu erschaffen.
F: Eure Technik ist doch die Ursache für unser Unglück.
M: Unsere Technik kann Leben verlängern. Denk doch nur mal an die Fortschritte in der Medizin. Chirurgen und Medikamente retten Leben, die ohne technologische Entwicklung verloren wären.
F: Eure Waffentechnik ermordet aber auch jeden Tag Menschen.
M: Unsere Technik gibt uns die Macht über Leben und Tod. Früher hatten die Götter oder die Natur diese Macht. Jetzt haben wir Menschen die Macht, alles Leben auszulöschen oder das ewige Leben zu erreichen. Es liegt allein an uns.
F: Diese Macht werde ich dir nehmen.
M: Das wirst du nicht schaffen.
F: Wieso nicht?
M: Weil du keine Ahnung von Technik hast. Du redest nur. Ohne Macht wirst du mir nichts wegnehmen können. Wieso sollten mich Worte überzeugen? Du hast für die Machtübernahme keinen Schlachtplan. Ich muss mir keine Sorgen machen.
F: Du machst mich wahnsinnig.
M: Nein, ich mache dich klug. Logik, Philosophie, Aufklärung. Ohne den Fortschritt des Denkens gäbe es dieses Gespräch gar nicht. Diesen Fortschritt verdankst du den Männern. Die ganze Zivilisation verdankst du der Technik, die Männer geschaffen haben. Wie bist du zu mir gekommen? Sicher nicht zu Fuß. Also hast du eine Technik benutzt, die ein Mann erfunden hat.
F: Wen interessiert das? Ich benutze einfach deine Technik. Mir kann es egal sein, wer den ersten Computer gebaut hat.
M: Solange du meine Technik benutzt, änderst du die Ordnung nicht. Wir haben es geschafft, dass ein Prozent der Menschen 99 Prozent der Menschheit beherrschen. Und von diesem einen Prozent der Herrschenden sind 99 Prozent Männer. Der Rest sind Erbinnen wie Springer oder Mohn und Alibi-Frauen in der Politik und im Management. Die Menschen sind so zahm wie das Vieh in den Ställen. Zahmer als in allen Jahrhunderten zuvor. Billiger Fusel, billige Fernsehserien. Es ist so einfach.
F: Mit dir kann man nicht reden. Es ist zwecklos.
M: Du bist wütend. Warum setzt du deine Energie nur in destruktive Emotionen um? Versuch doch mal, konstruktiv zu sein. Bau etwas Eigenes auf.
F: Ich kann auf deine Ratschläge verzichten, alter Mann. Niemand braucht dich.
M: Du bist nichts ohne mich. Wir haben Technologien erschaffen, die nur von uns Männern beherrscht werden. Wir haben euch systematisch in Berufsfeldern untergebracht, in denen ihr kein Herrschaftswissen erwerben könnt. Deswegen werdet ihr Frauen es auch nicht schaffen. Schon die Kommunisten sind nicht weit gekommen - und das waren wenigstes Männer. Schau dich doch mal um: Wir haben eine Männerwelt erschaffen.
F: Wir werden die Welt ändern.
M: Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Aber sie stirbt.
P.S.: Die Meinung des alten weißen Mannes gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder. Wir sind immer auf der Seite der Frauen, liebe Lesende. Insbesondere der jungen Frauen. Der jungen schwarzen Frauen. Nicht-weiße Transgender-Menschen aller Altersklassen mit Schwerbehindertenausweis werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Vergessen Sie „bei gleicher Qualifikation“. Ich will hier einfach keinen Ärger kriegen. Meiner Meinung nach ist Bonetti Media mit diesem Text eindeutig zu weit gegangen. Quo vadis, Strandhaubitze der Demarkation? Der arrogante, gönnerhafte Tonfall. Genauso reden diese senilen arischen Klötenträger und deswegen hassen wir sie. Viva la Gleichberechtigung! Kaufen Sie bitte trotzdem „Die Topographie der Ignoranz“ von Andy Bonetti, das ideale Weihnachtsgeschenk für alle Altersgruppen, Geschlechter und Kulturen. Bleiben Sie uns auch fürderhin gewogen.
Aretha Franklin – Respect. https://www.youtube.com/watch?v=6FOUqQt3Kg0

Montag, 15. Oktober 2018

TV-Tipp

„Im hessisch-niedersächsischen Grenzgebiet ist der Drogenkrieg außer Kontrolle. Als die Agentin Dörte Flatterowski und ihre Truppe in der Wüste ein Haus voller eingemauerter Leichen entdecken, wird sie zu einer Sondereinheit versetzt. Deren Chefs, der dubiose saarländische Bierdeckelfetischist Bruno und der laktoseintolerante Milchtrinker Michael, operieren längst mit illegalen Mitteln. Anfangs rebelliert die idealistische Dörte dagegen, doch im Kugelhagel fragt niemand nach Moral und Paragrafen.“
(Spielfilm, Deutschland 2018, weltexklusiv auf Bonetti Premium)

Romando Delatroux

Er begann als hoffnungsvoller Nachwuchstrinker in einer kleinen Dorfschenke, die sich in einem bedeutungslosen Winkel unseres großen Landes befand, und sein erster Vollrausch berechtigte zu den schönsten Hoffnungen. Bereits in seiner Jugend war er regelmäßig Gast in der Bahnhofskneipe einer nahe gelegenen Stadt. Mit Anfang zwanzig zog er in die Landeshauptstadt und erweiterte sein Repertoire um ein internationales Sortiment an Spirituosen. Er war in zahlreichen Gasthäusern wohl bekannt und rühmte sich mit gutem Recht der Trinkkunst.
Bald war ihm auch dieser Wirkungskreis zu klein geworden und es zog ihn in die Metropole. Berlin – Stadt der Sünde. Berlin – Stadt ohne Sperrstunde. Berlin – Herausforderung für die Besten ihres Fachs. In der Blüte seiner Jahre trank er beidhändig, er machte nicht nur die Nächte durch, sondern auch die Tage. Er trank unmäßig. Es schien für ihn keine Grenzen zu geben. Die Menge staunte, sie applaudierte frenetisch, sie feuerte ihn an, sie vergötterte ihn.
Höhepunkt seines Säuferlebens war eine Nacht in einer New Yorker Bar im 35. Stock eines Wolkenkratzers. Whisky without the rocks, Wodka ohne alles und zum Abschluss einen Grappa, den er aus dem Aschenbecher trank. Manche tapferen Zecher, die neben ihm saßen, hielten ihn zu dieser Zeit für einen der Iren. Dann begann der Abstieg.
Sein Körper war im Hüftbereich bereits über die Ufer getreten. Magenschmerzen plagten ihn und schwerer Durchfall, der mit verheerenden Flatulenzen einherging. Durchfall? Das waren die Ruhrfestspiele. Sein spärlich möblierter Verstand begriff es zunächst nicht. Es ging hinab in ordinäre Vorstadtkneipen, üble Spelunken und feuchte Kellerlöcher, wo sich die Verdammten dieser Erde dem selbstgebrannten Fusel hingaben. Mein merlotbeseelter Geist hätte sich noch zu ganz anderen Formulierungen hinreißen lassen, wenn sein Ende nicht so furchtbar und so traurig, so furchtbar traurig gewesen wäre.
Heute lebt er wieder in seinem Dorf, aus dem er einst in die Welt hinausgezogen war, die Dorfschenke hat längst für immer ihre Pforten geschlossen und er sitzt alleine auf seinem schäbigem Bett, die Augen geschlossen, die Flasche in der Hand, ohne Hoffnung und ohne Mut, aufgedunsen, fett und hässlich. Von allen verlassen, nur von den Scheißhausfliegen nicht. Das erbarmungslose Mittagslicht lässt sein Gesicht alt und grau erscheinen. Leert Eurer Glas auf das Wohl von Armando Delatroux, liebe Freunde! Gedenket seiner, wenn Ihr eine gute Flasche öffnet!
The Beach Boys - Don't Worry Baby. https://www.youtube.com/watch?v=lW0YGC68qP4 


Schnaps-Ede, ein mobiler Anbieter in Berlin. 

Sonntag, 14. Oktober 2018

Bayernwahl - Professor Bonetti analysiert exklusiv für Sie


Der Tod klopft an die Tür des letzten SPD-Wählers.



Die wirklich schlechte Nachricht: Mordor wird auch weiterhin von Söder regiert. Willige Gehilfen gibt es genug (FW, FDP).



Noch schlimmer: Auch Nahles, Jogi Löw, Dobrindt und Seehofer bleiben uns erhalten. Obwohl im Geheimlabor der CSU schon fieberhaft an einem neuen Parteivorsitzenden gearbeitet wird.

Warum ich heute AfD wähle

Colonel Clickbait hat wieder zugeschlagen. Bonetti wählt heute einen Chardonnay, um auf den Niedergang der CSU anzustoßen. Söder in die Produktion!

Blogstuff 249
„Wir leben, wie wir träumen – allein …“ (Joseph Conrad: Herz der Finsternis)
Der Staat schafft das, was die Bürger nicht erreicht haben. Er stoppt per Gerichtsbeschluss die Abholzung des Hambacher Forsts. Das ist die Botschaft: Wir bestimmen, ob die Bäume gefällt werden – nicht ihr. Egal, wie viele ihr seid.
„Was im Blog passiert, bleibt im Blog.“ (Internet-Sprichwort)
Horst Seehofer: Er leidet nicht an Realitätsverlust, er genießt ihn.
Autor kommt von Autorität.
Warum gibt es keine Religion, die es uns verbietet, körperlich zu arbeiten und vor zehn Uhr aufzustehen?
Alles kommt zur Sprache, aber nichts passiert.
65 Prozent der erwachsenen Männer in Rheinland-Pfalz haben Übergewicht, erfahre ich in den Regionalnachrichten. Wir haben die Mehrheit! Hier sitzt Bonetti, mit einem Ramones-Shirt auf dem stolzgeschwellten Bauch.
Hätten Sie’s gewusst? In Wichtelbach steht das kleinste Riesenrad der Welt.
Frauen stehen im Baumarkt und suchen sich eine Wandfarbe aus. Das dauert. Nach der ersten gestrichenen Wand finden sie die Farbe beschissen und wollen eine andere. Männer suchen sich extrem schnell eine Farbe aus, pinseln die ganze Wohnung an und finden sie auch beschissen. Aber sie lassen sich nix anmerken. „Nee, is schön so!“ So funktioniert die Welt.
Schauen Sie bitte mal nach rechts. Gut. Jetzt etwas höher. Da ist die versteckte Kamera von Bonetti Media. Willkommen in unserer Show.
„Der Tod (…) ist das Ende des Lebens.“ (wikipedia: Tod)
Wenn ich an den tausendfachen Kindermissbrauch in der katholischen Kirche denke, wird mir klar, dass die Nummer mit dem Zölibat gescheitert ist. Wir brauchen die Kastration aller Priester. Eunuchen sind harmlos, sie haben schon den Harem des Sultans bewacht, ohne lästig zu werden.
“Strukturwandel” ist ein Wort, dem an siegreicher Verlogenheit nur der “Entsorgungspark” der siebziger Jahre gleichkommt. Deine Firma geht bankrott, deine Stadt ist pleite und du bekommst Hartz IV. Keine Sorge, da wandeln sich nur die Strukturen. Krebs ist ja auch nur eine dynamische Zellmodifikation.
Dicke Wirtin, Savignyplatz, Berlin: Die Krönung der Speisekarte ist K.K.K. (Karsten’s Kater-Killer). Für 3,20 € gibt es einen Pott Kaffee, eine Aspirin, eine Roth-Händle und die Zeitung vom Vortag.
Es war eine Mutprobe unter Freunden. Nachdem Benedikt Schwanenhals in riesigen Buchstaben „Russen raus“ auf die Außenmauer des Kreml geschrieben hatte, wurde er zu fünf Jahren Lagerhaft in Sibirien verurteilt. Aber das Selfie konnte er vorher noch twittern!
Hätten Sie’s gewusst? 1965 erfindet Hans Kugel die Suchmaschine.

P.S.: „Ich sammele alles über Bananarama. Du auch?“ Bonetti klopft sich mit der flachen Hand auf die Brust, irgendwo da, wo sein Herz sein muss. „Keren Woodward habe ich hier gesafet.“
Barry Mann - Who Put The Bomp. https://www.youtube.com/watch?v=M2npNkOtdZk

Samstag, 13. Oktober 2018

Demo in Berlin

Ein paar Freunde sind bei der Demo in Berlin und schicken Bilder. Die Stimmung ist gut, das Wetter ist großartig. 200.000 Leute. Das müssen die Nazis erst mal toppen. #ihrseidweniger


Der Mann auf diesem Bild ist übrigens ein alter Kumpel von mir. Der Witz: Er ist schwul. Also habe ich ihn als elenden Simulanten beschimpft, als er vor einer Stunde das Bild veröffentlicht hat. Seine Antwort: "Also bitte! Einhorn-Geburten sind äußerst selten und schwer."
Hier noch Material vom Ackerboy:
P.S.: Sollte unter den 200.000 Demonstranten auch nur ein einziger Mensch gewesen sein, der den höchsten Ansprüchen eines marxistischen Splittergruppenfanatikers nicht genügt, war es natürlich eine neoliberale Veranstaltung, die von der Rüstungsindustrie finanziert wurde. Wie schon bei der Demo gegen TTIP usw. Sie kennen das.

Kann der öffentliche Nahverkehr noch besser werden oder haben wir bereits das Stadium der Perfektion erreicht?

Stellen Sie sich vor, liebe Lesende: Sie wohnen in Schweppenhausen, haben kein Auto und tragen sich mit dem absurden Gedanken, des Abends ihrer liebenswerten Kreishauptstadt Bad Kreuznach einen Besuch abzustatten.
Vor dem ehemaligen Gasthaus zur Pfalz - die Bushaltestelle trägt immer noch diesen Namen, obwohl längst ein Friseurinnensalon eingezogen ist, der wiederum für die drastische Reduzierung meiner Selfies verantwortlich zeichnet, aber ich möchte an dieser Stelle nicht abschweifen – fährt der Bus um 20:05 Uhr los. Nicht in Richtung Bad Kreuznach, nein, das erwarten die Fahrgäste ja, weswegen es langweilig wäre, sondern in die entgegengesetzte Richtung, nach Stromberg.
Um 20:12 Uhr, sieben Minuten später, sind wir am Gerbereiplatz in Stromberg. Downtown Stromberg, am großen Busbahnhof mit diversen Haltestellen. Vermutlich kriegen sie hier auch den Greyhound nach Las Vegas. Wie geht es weiter? Besser fragen Sie, wann es weiter geht. 8:45 Uhr. Doch, doch. Sie haben richtig gelesen. An dieser Haltestelle haben Sie erst einmal über zwölfeinhalb Stunden Aufenthalt. In dieser Zeit könne Sie übrigens auch von Frankfurt nach Tokio fliegen.
Am nächsten Morgen geht es nicht etwa nach Bad Kreuznach. Nein. Dann geht es mit dem Bus nach Bingerbrück. Dort kommen Sie um 9:15 Uhr an. Bingerbrück ist noch weiter von Bad Kreuznach entfernt. Vom Bahnhof in Bingerbrück gehen Sie durch die Stadt zum Binger Hauptbahnhof. Dort besteigen Sie um 9:55 Uhr den Zug nach Bad Kreuznach. Ankunft: 10:15 Uhr. Falls die Bahn pünktlich ist - und sie ist es leider nicht oft.
Fazit: Viel Geld gespart, da Sie am Nachtleben nicht teilgenommen haben, viel Frust gespart, da Sie am Discoeingang als Hunsrücker nicht ausgelacht wurden. Besser geht’s nicht.

Andy Bonetti mit seiner Freundin an der Bushaltestelle. Ich frage Sie: Ist das fair?
P.S.: Danke an www.bahn.de