Blogstuff 1279
„Über
den Ozean der Innerlichkeit erreichte ich den Kontinent des Unbewussten und
machte mich auf den abenteuerlichen Weg zu neuen und entlegeneren Zielen wie
dem Palast der Erkenntnis.“ (Andy Bonetti: Meine Reise ins Herz der Welt)
Was würden wir nach dem
Zusammenbruch der Zivilisation am meisten vermissen? Die Tagesschau,
Söder-Foodporn, blonde Strähnchen, Nagelstudios, Pringles, Bausparverträge, die
Scorpions?
Immer, wenn der Thunfisch im
Konjunktiv zum Herpes im Haus des Schulz steht, verwandle ich mich in einen
Versicherungsvertreter und versetze ganze Stadtteile in Angst und Schrecken.
Hermann Hesse lebte in einem
kleinen Cottage in Wichtelbachshire, umgeben von Büchern und Leguanen, und
konvertierte im hohen Alter noch zum Satanismus.
In einer Disco in Offenbach: „Ei,
was habbe mä denn hier? Soun rischdisches Schnuckelsche. Unn disch do dribbe,
disch däd isch aach emol uffreise.“ Jetzt wissen Sie auch, warum die Hessen so
wenige Kinder haben.
Was macht eigentlich Heinz
Pralinski? Er feiert in diesem Jahr ein Jubiläum. Fünfzig Jahre trockener
Bettnässer.
„Mofa Aktuell“, ab nächste Woche
an Ihrem Kiosk.
Nostalgie habe ich noch nie
verstanden. Das Schnitzel, das ich vor zwei Wochen gegessen habe, ist Teil
meiner Vergangenheit, aber ich denke nicht mit Sehnsucht an diese Mahlzeit
zurück. Technologien und Regierungen mögen wechseln, die wichtigen Dinge (z.B.
Schnitzel) bleiben, weil wir es so wollen. Welche Gerichte aus unserer Kindheit
sind verschwunden? Wunderbarerweise sind sogar neue dazugekommen.
Die USA planen neue
Einreiseregeln. Die Telefonnummern der letzten fünf Jahre und die Mailadressen
der letzten zehn Jahre müssen bei der Einreise angegeben werden, dazu sämtliche
persönliche Daten der Verwandtschaft. Ich erinnere mich an diverse Visumanträge
in den achtziger Jahren für Reisen in den Ostblock, die weniger kompliziert waren.
Aber man muss ja auch nicht in die USA.
Täglich grüßt das
Debatten-Murmeltier. Mit der Regelmäßigkeit, mit der die Diskussion über ein
Tempolimit auf Autobahnen wieder auftaucht, kommt auch die Diskussion über eine
Arbeitspflicht für Arbeitslose um die Ecke. Seit Jahrzehnten immer dieselben
Argumente und dieselben Parteien. Dann scheinen ja alle anderen politischen
Fragen gelöst zu sein.
Auch die Natur ist der
menschlichen Marktwirtschaft unterworfen. Tiere, die sich am Markt nicht
durchsetzen, sterben aus (Dodo, Beutelwolf, Auerochse usw.). Tiere, die sich am
Markt durchsetzen, vermehren sich massenhaft (Huhn, Rind, Schwein usw.).


