Blogstuff 1297
Trump ist schon ein Schlaumeier.
Er fängt den Irankrieg an, um von Epstein abzulenken, und danach den Kubakrieg,
um vom Irankrieg abzulenken.
Mit der profanen Form des
Glaubens habe ich schon merkwürdige Erfahrungen gemacht. Jeder kennt den
deutschen Aberglauben, man müsse an einem Automaten die Münze, die gerade
durchgefallen ist, einfach am Metallgehäuse reiben – dann klappt‘s. Und es
klappte tatsächlich oft. Zweites Beispiel: Mitte der Achtziger, ich sitze mit
Freunden in unserer Stammkneipe. Wir trinken das billigste Bier: Henninger
Export. Direkt aus der Flasche. Wir haben keine Lust, es einzuschenken, der
Wirt hat keine Lust, die Gläser zu spülen. Nach der ersten Runde hält mir Björn
eine Ein-Pfennig-Münze hin. Wenn ich sie in die Flasche werfen kann, gibt er
mir das zweite Bier aus. Ich nehme die Münze, sehe mir den Flaschenhals an und
denke mir: kein Problem. Einen Augenblick später klingelt der Pfennig in der
Bierflasche. Alle schauen mich entsetzt an. Björn erklärt mir, dass es
eigentlich nicht ginge. Die Münze sei zu groß für die Öffnung. Tatsächlich habe
ich es danach nie wieder geschafft. Das Wissen hatte meinen Glauben zerstört.
Straße von Hormus: Merz will die
Bundesmarine zur Sicherung des Seewegs schicken, wenn der Krieg vorbei ist. Comedy-Gold.
Vermutlich hat jeder schon mal
den Gedanken gehabt: Was wäre, wenn ich mein Leben mit dem Wissen von heute
noch einmal führen könnte? Nicht ab der Geburt, aber sagen wir mal, seit der
Pubertät. Hunderte von Fehlern, Enttäuschungen, Verletzungen und falschen
Entscheidungen wären uns erspart geblieben. Wer behauptet, er würde alles noch
einmal genauso machen wie beim ersten Mal, hat entweder nicht nachgedacht oder
leidet unter Größenwahn. Aber man wäre zu den richtigen Leuten freundlicher
gewesen und hätte die miesen Schweine, die einen nur manipulieren wollten oder
uns geschadet haben, früher aussortiert. Man hätte sich vielleicht für andere
Jobs und Wohnorte entschieden. Ich war nicht permanent auf der Straße des
Erfolgs unterwegs, aber auch nicht nur auf holprigen Nebenstraßen. Ich habe vor
allem viel erlebt, es war keine langweilige Standardbiographie. Würde ich heute
ein anderes Leben führen, wenn ich ein paar Entscheidungen anders getroffen
hätte oder wenn es bestimmte Zufälle nicht gegeben hätte? Wahrscheinlich. Aber
mein jetziges Leben könnte nicht besser sein. Ein sorgloses Leben ohne
Verpflichtungen. Ich mache den ganzen Tag, wonach mir gerade ist. Per aspera ad
Astrid (Danke, Autokorrektur!).
Es gibt kein Leben nach dem Tod.
Im engeren Sinne. Aber es geht weiter. Wir liegen in unseren Gräbern, von Gott
und dem Teufel verlassen, und warten darauf, dass jemand an uns denkt oder ans
Grab kommt. Vielleicht ein paar Blumen pflanzt. Darüber machen wir uns Notizen.
Wer uns vergisst, dem können wir zwar nicht als Gespenst erscheinen, aber wir
haben die Macht, den Lebenden Pech zu bringen. Denken Sie immer daran. Und
bringen Sie Blumen mit!