Montag, 25. Juni 2018

Einwürfe

„Wir haben schon im ersten Spiel gesehen, dass die offenen Grenzen Deutschlands Untergang sind. Man hätte in der Abwehr konsequent dicht machen müssen. Die Verteidiger haben keine Mauer gebildet und so konnten immer wieder Mexikaner durchkommen. Ausgerechnet Mexikaner!“ (Donald Trump)
„Es fällt auf, dass die Mannschaften, die konsequent auf Integration von Migranten setzen, bei der WM sehr erfolgreich sind. Sehen Sie sich Frankreich, Belgien, England und die Schweiz an. Sie gewinnen ihre Spiele. Die reinrassige, blütenweiße polnische Mannschaft ist schon ausgeschieden. Rechtsextreme Staaten wie Ungarn, Österreich und Italien konnten sich noch nicht einmal qualifizieren.“ (Claudia Roth)
„Wieso haben wir gegen Schweden gewonnen? Weil Özil nicht gespielt hat. Endlich haben alle bei der Hymne mitgesungen, sogar der Neger mit dem komischen Namen. Seit wann heißen Afrikaner Rüdiger? Wer hat den entscheidenden Fehler gemacht, der zum Freistoß und zum Tor von Kroos geführt hat? Ein Türke. Ein Türke mit schwedischem Pass.“ (Alexander Gauland)
„Das Kollektiv ist wichtiger als das Individuum. Dafür steht die deutsche Mannschaft. Teams mit einem Führerkult wie Argentinien und Brasilien haben bisher enttäuscht. Wir brauchen keine Stars wie Messi oder Neymar. Der Star ist die Mannschaft. Sie ist eine Sammlungsbewegung von Autochthonen und Migranten, von Dortmundern und Bayern. Wenn sie sich nicht spalten, können sie bis ins Finale kommen.“ (Sahra Wagenknecht)
„Ohne die Spieler des FC Bayern wären wir längst ausgeschieden. Der Kroos hat ja früher auch mal bei Bayern gespielt, wir haben den praktisch ausgebildet. Und nur weil ein Schwarzer aus München gegen die Gelben Rot sieht, heißt das noch lange nix. Ich würde im Herbst Söder wählen. Bavaria First!“ (Markus Söder Rex)
Newcleus - Jam On It. https://www.youtube.com/watch?v=GpxaaM6wkZw
2:1. Schwein gehabt.

Sonntag, 24. Juni 2018

Tötet Uncle Ben!

Aus Protest gegen Trump rufe ich zum Boykott von Spucknäpfen, Cowboyhüten und Kautabak aus den USA auf. Nie mehr Urlaub in Marlboro Country, keine Erdnussbutterbrote für unsere Kinder.
Kein Reis aus Feindesland! Und Pasta von Barilla ist mit der neuen italienischen Regierung auch gestrichen. Ungarische Salami und Pistazien aus dem Iran, russischer Wodka und Kimchi aus Nordkorea - just say no!
Pack dir Nationalismus in den Tank, Alter!!! Me first!!!

Ralle Stegner wieder ...

Macht die SPD eigentlich alles falsch? Was twittert die lebende Gewitterwolke Stegner gestern um 21:31 Uhr während der zweiten Halbzeit des Fußballthrillers Deutschland-Schweden, das sich wie russisches Nervengift auf mein Gemüt zu legen droht?
"Vielleicht sollte Löw den Kroos rausnehmen
#GERSWE"
Kann man sich nicht ausdenken.
P.S.: Fun Facts For Fans
Der Wert aller Spieler bei der WM beträgt laut Transfermarkt.de 10,5 Milliarden Euro. Das entspricht etwa dem BIP der Mongolei und liegt über dem BIP von 55 Staaten der Erde.
Nach dem Spiel heute Abend ist Bergfest. Dann sind 32 von 64 Partien gespielt.
In Wackutinki wurde bis in die Nacht gefeiert wie zuletzt nach dem Finale 2014. Zu rheinhessischem Riesling wurden Fleischwurst, Forellenfilets, Käse, Tomaten, Baguette und Minifrikadellen gereicht, die mit Köttbullar weder verwandt noch verschwägert waren.

Tausend Jahre Twitter

„Land in Sicht. Freue mich auf Chicken Madras und Mango Lassi.“ (Kolumbus)
„Bin gerade bei Starbucks in Dallas.“ (John F. Kennedy)
„Komme gerade von der Pressekonferenz und mache jetzt Feierabend.“ (Günter Schabowski)
„Das Catering am Set ist wirklich lausig.“ (Neil Armstrong)
„Gutes Gespräch mit meinem Steuerberater in der Schweiz. Läuft.“ (Uli Hoeneß)
„Endlich Frieden mit dem Westen. Den Amerikanern und der NATO kann man vertrauen.“ (Michail Gorbatschow)
„Ich denke, also retweete ich.“ (Descartes)
„Habe die Schnauze voll !elf!! Diesmal verlasse ich Prag endgültig. #malediven“ (Franz Kafka)
„Zwei Dinge sind unendlich: das Internet und die menschliche Dummheit, aber beim Internet bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ (Albert Einstein)
„Bei Trump zum ersten Date eingeladen. #wirschaffendas“ (Angela Merkel)
Pat Boone - Love letters in the sand. https://www.youtube.com/watch?v=2ENzT9k1LRs
Floating Islands - Roger Dean.

Samstag, 23. Juni 2018

Zwischenruf

Käfighaltung für Kinder, die gewaltsam von ihren Eltern getrennt werden. Dazu eine First Lady beim Lagerbesuch, die eine Jacke mit dem Aufdruck „I really don’t care. Do u?“ trägt. Wäre das in Russland passiert, hätte man die Fußball-WM sofort abgebrochen. #WM2026
Copyright: CBP.gov via Heise.de

Nazi-General besucht Nationalmannschaft

„Da kommt Krankl in den Strafraum – Schuss…Tooor, Toor, Tooor, Toor, Toor!. I wear narrisch! Krankl schießt ein – 3:2 für Österreich. Meine Damen und Herren, wir fallen uns um den Hals, der Kollege Rippel, der Diplom-Ingenieur Posch – wir busseln uns ab…“ (Edi Finger)
Was ist schon Watutinki, wenn du Ascochinga kennst. Auf diesem argentinischen Luftwaffenstützpunkt, dessen Name übersetzt „toter Hund“ bedeutet, waren die DFB-Kicker 1978 fünf Wochen eingesperrt. Aus Angst vor Entführungen durfte niemand das Camp verlassen, Lagerkoller war die Folge. Schließlich gab es damals noch keine Gameboys und Smartphones, auch das Internet und das Kabelfernsehen waren noch nicht erfunden. Für die gesamte Mannschaft, die auf dem Gelände von der GSG 9 bewacht wurde, stand nur ein einziges Telefon zur Verfügung. Pro Spieler gab es drei Freiminuten in der Woche, wer länger telefonieren wollte, musste zahlen.
Vor vierzig Jahren war eine Fußball-WM, die von einer Militärdiktatur organisiert wurde, kein Problem. So wie der Mannschaftskapitän von 1974, Franz Beckenbauer, auf den Baustellen in Katar keinen Sklavenarbeiter gesehen hat, so hat auch sein Nachfolger von 1978, Berti Vogts, nichts erkennen können: „Argentinien ist ein Land, in dem Ordnung herrscht. Ich habe keinen einzigen politischen Gefangenen gesehen.“
„Höhepunkt“ dieser WM-Teilnahme, die bekanntlich mit der „Schande von Cordoba“ und dem Ausscheiden nach der Niederlage gegen Österreich endete (inklusive einem Vogts-Eigentor), war der Besuch des Nazi-Generals Hans-Ulrich Rudel bei den DFB-Funktionären und der Mannschaft. Rudel war ein erklärter Liebling Hitlers und der am höchsten dekorierte deutsche Soldat im Zweiten Weltkrieg (nachdem Göring eine Woche vor Hitlers Selbstmord sein Lametta wieder abgegeben hatte).
Nach dem Krieg setzte er sich nach Argentinien ab und gründete dort das „Kameradenwerk“, das untergetauchte Nazis versorgte. Unter anderem brachte er Josef Mengele in Sicherheit. Er arbeitete für den Hitlerversteher Juan Perón, der nach seinem Militärputsch zum argentinischen Präsidenten gewählt worden war, und für die Diktatoren Pinochet in Chile und Stroessner in Paraguay. Außerdem war er Auslandsvertreter für deutsche Firmen, unter anderem auch für Siemens.
In Deutschland vertrat er offen rechtsradikale Positionen. Er unterstützte die 1952 verbotene Sozialistische Reichspartei, war 1953 Spitzenkandidat der Deutschen Reichspartei und trat noch in den siebziger Jahren als Redner für die DVU auf. Er nahm an Traditionstreffen der Bundeswehr teil und wurde 1982 mit allen Ehren im Freistaat Bayern beerdigt.
Der damalige DFB-Präsident Neuberger verstieg sich zu dem Satz, eine Kritik an Rudels Erscheinen käme „einer Beleidigung aller deutschen Soldaten gleich“.
P.S.: Zum fröhlichen Abschluss eines traurigen Rückblicks möchte ich noch auf den österreichischen Spieler Eduard Krieger hinweisen, dem ein Hund im Training in den Hintern gebissen hat, und auf die schottische Mannschaft, die sich in ihrem Hotel jeden Abend besoffen hat. Lassen wir den Hoteldirektor Jesus Garcia zu Wort kommen: „Dass Weltstars sich im betrunkenen Zustand zum Teil splitternackt ausziehen und im Whisky-Delirium den Korridor mit der Toilette verwechseln, hat uns alle sehr geschockt“.
P.P.S.: Ein Wort noch zur heutigen Partie Deutschland-Schweden. Was haben wir gelacht, als wir hörten, dass Italien und Holland nicht die Qualifikation zur Fußball-WM geschafft haben. Heute spielt die DFB-Auswahl gegen das Team, dass die beiden Traditionsmannschaften aus der Quali gekegelt hat. Wenn wir verlieren, habe ich es schon immer gewusst. Wenn wir gewinnen, habe ich nie gezweifelt.
Udo Jürgens & die deutsche Fußballnationalmannschaft - Buenos Dias Argentina. https://www.youtube.com/watch?v=r8x8MstDwpg

Freitag, 22. Juni 2018

Menschheitsfinsternis


Blogstuff 221
„Ganz allgemein gilt, dass nur der Mensch gierig ist, der unbefriedigt ist. Die Gier ist immer das Ergebnis tiefer Enttäuschung. Ob es um die Gier nach Macht, nach Essen oder etwas anderem geht, die Gier ist immer das Ergebnis einer inneren Leere.“ (Erich Fromm)
Ich träume, ich würde ein Formular ausfüllen und damit den „Freunden der totalen Menschheitsfinsternis“ beitreten. Nach dem Aufwachen gebe ich den Begriff in eine Suchmaschine ein und siehe da: Es gibt ihn schon.
Eigentlich wollte ich mal eine Weile nichts schreiben. Einfach einen Monat lang nicht gleich jeden Mist notieren, der mir durch die Birne segelt. Ich habe sogar mit dem Gedanken gespielt, mein Notebook zu Hause zu lassen, bevor ich nach Berlin gereist bin. Aber es ist wie bei einer defekten Klospülung: Es läuft einfach durch mich durch. Mir fällt was ein, ich schreib es auf, mir fällt was ein, ich schreib es auf, immer weiter …
Wer ist verrückt, wer ist normal? Die Normalen sind die Mehrheit, ganz einfach. Was aber, wenn sich die Mehrheit verrückt verhält? Wenn sie sich permanent selbst schädigt, beispielsweise durch die Zerstörung ihrer natürlichen Lebensgrundlagen? Als Einzelperson wäre die Menschheit ein Fall für die Psychiatrie.
Hätten Sie’s gewusst? Mamma Mirácoli ist gar nicht aus Italien.
Eines Tages wird eine Tiefgaragenebene in meiner Geburtsstadt Ingelheim nach mir benannt werden. Ich weiß es genau.
Es heißt immer, wir können nichts ändern. Das stimmt nicht. Wir können nur sehr wenig ändern. Du bist einer von sieben Milliarden, also kannst du den siebenmilliardsten Teil ändern.
Da Frauen in früheren Zeiten der Zugang zu hochprozentigen Alkoholika verwehrt wurde, gab es entsprechende „Duftwasser“ zu kaufen, die von den Frauen heimlich getrunken wurden. Berühmt waren 4711 und andere Eaux de Cologne (70 bis 85 Volumenprozent Alkohol), Klosterfrau Melissengeist (79%) und Frauengold (16%). Auch Doppelherz (17%), WICK MediNait (18%) und Galama (15%) fallen in die Kategorie der Arznei als heimlicher „Stimmungsaufheller“.
Als ich den Eiffelturm geerbt habe, sagten meine Freunde natürlich alle: Du Glückspilz, Du hast ausgesorgt. Aber weit gefehlt, liebe Lesende. Die Betriebskosten sind exorbitant und die Einnahmen, die ich mit den Eintrittskarten und dem Restaurant erziele, sind bei weitem nicht so hoch wie ich erwartet hatte. Der Turm ist jedoch seit dem 18. Jahrhundert im Familienbesitz. Deswegen habe ich bisher alle Käufer aus arabischen Ländern und den USA tapfer abgewehrt.
Gelegentlich trifft man bei deutschen Nachnamen auf lateinisch klingende Begriffe. Das liegt nicht daran, dass diese Menschen ihre Vorfahren bis zur Zeit von Julius Cäsar zurückverfolgen können, sondern am modischen Trend der Latinisierung im Mittelalter und der Renaissance. Es klang einfach cooler, so wie man heute internationale Vornamen wie Kevin oder Schantalle verwendet. Man hat damals den alten deutschen Nachnamen ins Lateinische übersetzen lassen. So wurde aus dem Herrn Fischer ein Herr Piscator, aus Frau Berg eine Frau Montanus oder aus Friedrich Kaufmann ein Fridericus Mercator.
Politik: Austronat Superwastl Kurz trifft den Dominator Söderus Rex.

Magazine - The Light Pours Out of Me. https://www.youtube.com/watch?v=0J1sOQdvudc