Mittwoch, 25. Mai 2022

Meine Dunkelheit wird eure Sonne löschen

 

Blogstuff 698

„Zweifellos kommen wir voran, aber wir machen keine Fortschritte.“ (E. M. Cioran)

Die erste gute Tat des Tages, heute schon vor dem Frühstück. Ich gebe der Bäckerin das zu viel gezahlte Wechselgeld zurück. Dereinst werde ich zur Rechten Gottes sitzen und über euch richten.

Heimat ist ein Ort, an den man zurückkehren kann. Sie ist aber auch eine Zeit, Kindheit und Jugend, die für immer verloren gegangen ist. Helmut Schön ist tot.

Die übergriffigen Ausländer- und Behindertenversteher, selbst kerngesund und urdeutsch, die glauben, im Namen der anderen sprechen zu müssen.

Jeder bedeutende öffentliche Neubau vermittelt natürlich eine Botschaft. Beim Wiederaufbau des Stadtschlosses, ich verzichte hier auf die lächerliche Bezeichnung „Humboldt-Forum“, mit dem die Angelegenheit einen bildungsbürgerlichen Anstrich bekommen soll, geht es offenbar darum, die DDR-Geschichte mit dem Palast der Republik buchstäblich zu überbauen und eine Brücke in die Vergangenheit zu schlagen, als das Schloss noch eine Funktion hatte. Von der Berliner Republik ins Kaiserreich; Weimar, Nationalsozialismus, verlorene Kriege und Teilung haben an diesem Ort keinen Platz. Ebenso verräterisch ist das neue Innenministerium, diese fürchterliche Kaserne der Bürokratie, diese Überwachungsfabrik, hinter deren gleichförmigen Fenstern tausende Zombies in grauen Anzügen Formulare abstempeln.

Als ich neulich in alten Unterlagen herumstöberte, fand ich ein Projekt aus dem Jahr 1993. Skizzen und Dialoge zu einem geplanten Comic rund um die Figur des Schlomo Bergomask, der bereits zuvor in meinen Kurzgeschichten aufgetaucht war und 2009 sowie 2013 als Hauptfigur in zwei Berlin-Krimis ermittelte. Dabei arbeitete ich mit Eva Muszynski aus Kreuzberg zusammen. Den Comic hat es nie gegeben. Jetzt habe ich ihren Namen gegoogelt. Sie hat als Kinderbuchautorin und Illustratorin gearbeitet und ist 2020 gestorben. Eva Muszynski – Wikipedia


Das erste gemeinsame europäische Projekt war der Kreuzzug.

Das Klagelied des jungen Bettlers in der S-Bahn: „Ich komme aus dem Müll, ich gehe in den Müll“. Immer und immer wieder.

#Wortspielhölle. „Trenntstadt Berlin“ als Werbung für Mülltrennung. Trennt Berlin!

U-Bahn-Fahrt. Links neben mir wird russisch gesprochen, rechts neben mir Hebräisch. Hinter mir eine Unterhaltung auf Englisch. Immerhin verstehe ich wenigstens dieses Gespräch. Er ist Berliner Türke, dessen zweite Heimat London ist, weil seine Tochter dort wohnt. Sie lebt seit drei Monaten in Berlin und will im nächsten Jahr in eine andere Großstadt ziehen, ihr Sohn lebt in Wien. Diese Stadt wird immer internationaler. Wirklich deutsch ist nur die Provinz.

PDA (2012 Remaster) - YouTube

3 Kommentare:

  1. Also bei mir in der Provinz geht es sehr international her.
    Berliner, Stuttgarter, sogar Esslinger oder auch aus Dresden oder Brandenburg.
    Ein babylonisches Stimmengewirr.

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  2. Der liebe Gott26. Mai 2022 um 14:05

    >>>Dereinst werde ich zur Rechten Gottes sitzen und über euch richten.
    Teufel noch eins! ... da sitzen schon viel zu Viele!

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