Dienstag, 9. Februar 2016

Interview mit „Welt der Literatur“

„In den Hitlerjahren glaubten wir noch so sehr an Bücher, dass wir sie verbrannten.“ (William T. Vollmann: Central Europe)
F: Herr Bonetti, was ist Literatur für Sie?
A: Eine lukrative Einnahmequelle und ein bequemer Zeitvertreib.
F: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
A: Ich habe nach einem Weg gesucht, mich in die Herzen und Brieftaschen der Menschen zu schleichen.
F: Was ist für Sie der wichtigste Aspekt des Schreibens?
A: Ich möchte Einfluss auf andere Menschen ausüben. Ich möchte, dass sie denken, was ich denke. Ich möchte meine Leser steuern.
F: In welche Richtung möchten Sie Ihre Leser steuern?
A: Sie sollen mir vertrauen, in erster Linie natürlich in dem Sinne, dass sie mir ihr Geld anvertrauen. Sie sollen sich in der Welt meiner Bücher zu Hause fühlen, sich mit meinen Helden wie Risco Tanner identifizieren. Und sie sollen mich als Autor wertschätzen, vielleicht sogar lieben.
F: Was ist für Sie wichtiger: Ruhm oder Geld?
A: Beides sind unendliche Bedürfnisse, die sich nie vollständig befriedigen lassen. Was wäre, wenn es nicht nur die Bonetti-Fan-Clubs und die Risco Tanner-Festspiele in Bad Nauheim gäbe, sondern einen Tempel? Eine klassizistische Anlage nach griechischem Vorbild mit Marmorsäulen und einem zwanzig Meter hohen Standbild von mir? Ich wäre begeistert. Und warum nicht in jeder Stadt einen solchen Tempel? Zukünftige Generationen könnten mich wie einen Gott verehren.
F: Kritiker halten Sie für egozentrisch, andere für größenwahnsinnig. Was antworten Sie ihnen?
A: Ich würde diesen erbärmlichen Kreaturen sagen, was Jesus seinen Kritikern gesagt hat: „Halt die Schnauze!"
F: Das hat Jesus sicherlich nicht gesagt.
A: Nein, er hat nicht gesagt „Halt die Schnauze“! Er hat eine Peitsche genommen und ihm in die Fresse gehauen! Das hat er gemacht! Du dumme Sau! Und das kann dir auch passieren.
F: Herr Kinski, äh, Herr Bonetti, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.
Duck Sauce - Barbara Streisand. https://www.youtube.com/watch?v=OTBF6JnGGaA