Dienstag, 9. Januar 2018

Geld macht mich gut

„Dem Millionär ist nichts zu schwer.“ (Andy Bonetti)
Wer Geld hat, kann nicht nur besser leben, sondern auch besser sein als die Armen. Die soziale Distinktion ist in Zeiten der sozialen Ungleichheit der große Kick. Ich kaufe Obst direkt vom Bauern aus dem Umland (vermutlich längst der Schauspieler einer ökologischen Farce „unserer“ Agrarindustrie – die Verkäufer wirken jedenfalls immer wie ehemalige Geisteswissenschaftler) anstatt den Monsanto-Dreck bei Aldi, ich kaufe nachhaltig und fairgetradeten Krempel im feinen Biomarkt und beute nicht die Plantagenarbeiter in Guatemala aus. Ich kann mir für zwanzig Euro monatlich ein afrikanisches Kind leisten (btw: Gibt‘s das eigentlich auch in blond?) und du kannst deinen Prekariatsbratzen noch nicht mal neue Schuhe kaufen. Die Parteispende an die Merkelgrünen kann ich von der Steuer absetzen, das verantwortungslose Pack wählt inzwischen gar nicht mehr. Meine chinesischen Schriftzeichen und irgendein Maorischeißdreck, den ich mir tätowieren lasse, zeigen meine multikulturellen Inspirationsquellen, dein Heavy Metal-Tattoo zeigt nur, wie blöd du bist. Meine Muskeln habe ich mir im Fitnessstudio antrainiert und mit teuren Steroiden gemästet, deine Muskeln kommen von der Feldarbeit oder von einem miesen Job auf der Baustelle. Leute mit Geld sind interessant, sie haben etwas zu erzählen und fühlen sich besser. Du bist einfach nur der Typ, der mir den nächsten Rhabarber-Caipi bringt, verstanden?!