Montag, 22. Januar 2018

Die Kunst des Versagens

„Jeder Ankunft wohnt ein Abschied inne.“ (Seminarunterlagen: Creative Writing. Volkshochschule Trier)
Wenn du in deinem eigenen Erbrochenen liegst, bist du eigentlich nicht in der Position zu verhandeln. Aber der alte Wanninger hörte mir dennoch zu.
„Ich habe einen Auftrag und ich werde ihn durchführen. Gewöhnen Sie sich an meinen Anblick.“
Obwohl ich als privater Ermittler im Allgemeinen sehr sorgfältig vorgehe, war mir entgangen, dass der alte Wanninger über drei kräftige Söhne verfügte. Der Schlag des Ältesten in meine Magengrube hatte mich nachhaltig beeindruckt. Aber der Reihe nach.
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„Lieber Bonetti, habe ich mich im vergangenen Jahr fortgepflanzt oder nicht? Ihr Name war Ines. Sie finden mich in St. Pölten.“
Mehr stand nicht auf dem Briefbogen. Handgeschöpftes Büttenpapier. Zwei Fünfhundert-Euro-Scheine waren die Beilage. Ich hatte den Absender schon am Wappen auf dem ansonsten unbeschriebenen Umschlag erkannt: Gottlieb Edler von Striez. Alter österreichischer Landadel.
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Das Grandhotel Zum schwarzen Rössl befindet sich etwas außerhalb von St. Pölten zwischen Wiesen und Feldern, unmittelbar am Waldrand.
Ich hatte mich relativ geschickt an das Hotel angeschlichen und suchte gerade das kleine, aber überaus starke Opernglas in meinen zahlreichen Manteltaschen, als ich in Kontakt mit dem jüngsten der Wanninger-Söhne kam.
Er hielt mich wohl für einen Landstreicher und wollte mich am Kragen packen, da lockerte ich mit einem gezielten Fausthieb einige seiner Schneidezähne und rannte davon.
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Wenig später saß ich auf der Terrasse des Grandhotels, in dem Herr von Striez abzusteigen pflegte, wenn er etwas Erholung von seinem anstrengenden Familienleben suchte. Entgegen meiner verhängnisvollen Neigung zu Spirituosen bestellte ich beim Ober eine kleine Cola und beobachtete die anderen Gäste, die bei herrlichem Sonnenschein den Blick auf die Stadt genossen.
Da passierte es auch schon. Mein Auftraggeber, den ich auf dem Balkon seiner Suite zusammen mit einem jungen Flitscherl entdeckt hatte, wurde, nur mit einem Bademantel bekleidet, von einer Kugel getroffen. Sein Gesicht fiel mit einem lauten Klatschen in das Blunzngröstl, das vor ihm stand.
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Von den Machern der Weltsensation „Abschied von Delmenhorst“.
Spliff - Heut Nacht. https://www.youtube.com/watch?v=bfw-Ye0t938

1 Kommentar:

  1. Blödsinn am Morgen vertreibt Kummer & Sorgen .... vielleicht (ړײ)

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