Andy Bonetti hat auch einige
Drehbücher für bekannte Spielfilme geschrieben. Das ist ein Aspekt seiner
Arbeit, der in der Öffentlichkeit wenig bekannt sein dürfte, weil er im Abspann
nur unter seinem Pseudonym Fausto Bergomask genannt wird. Auch das Drehbuch von
„Good Bye, Lenin!“ stammt von ihm, wenn auch einige unwesentliche Änderungen
vorgenommen werden mussten.
Hier die Zusammenfassung der
ursprünglichen Version von Bonetti:
Heinz Pralinski erwacht eines
Morgens, nachdem er acht Monate im Koma gelegen hat. Was er nicht weiß: Er hat
sich in dieser Zeit in einen Zwerg verwandelt. Da schon die kleinste Aufregung
seine Genesung gefährden kann, beschließt die Familie, es ihm zu verheimlichen.
In Pralinskis Zimmer stehen nur Möbel, die maßstabsgerecht verkleinert wurden.
Das Pflegepersonal und die behandelnden Ärzte werden von Liliputanern gespielt,
die von einem durchreisenden Wanderzirkus abgeworben wurden. Pralinskis
Familienangehörige nähern sich dem Krankenbett nur auf Knien, an denen
Schuhattrappen befestigt sind. Im Fernsehen laufen permanent Filme mit Danny
DeVito und Woody Allen, in den Nachrichten ist ausschließlich Gregor Gysi zu
sehen. Das Essen lässt man sich von einem Feinschmeckerrestaurant liefern, das
für seine winzigen Portionen bekannt ist. Man serviert ihm alles auf
Puppentellern und in Schnapsgläschen. Schwierig wird es, als es Pralinski immer
besser geht und er einen Ausflug machen will. Mit verbundenen Augen fährt er
mit seiner Frau und seinen Kindern nach Legoland, wo man ihm alle wichtigen
Gebäude wie den Eiffelturm oder Schloss Neuschwanstein im Kleinformat vorführt
– an einem Tag, an dem Pygmäen freien Eintritt haben.
Als Pralinski eines Abends sein
Krankenbett verlässt, um in seinem Schrank nach der Flasche Bourbon zu suchen,
die er dort zu nichtmedizinischen Zwecken immer bereit hält, findet er seine
alten Lieblingsschuhe. Sie sind so groß, dass er sich bequem hineinsetzen kann.
Wütend ruft er seine Familie ins Zimmer. Er brüllt seine Frau an und erklärt
ihre Ehe für geschieden, die Kinder werden enterbt. In der folgenden Nacht
brennt er mit einer Krankenschwester namens Lula durch und schließt sich einem
durchreisenden Wanderzirkus an.
Für Cineasten sei an dieser
Stelle noch angemerkt, dass der Film in der ursprünglichen Fassung des
Drehbuchs nicht in Berlin, sondern in Bad Harzburg spielt. Der Titel des
Drehbuchs lautete: „Wild at Harz – Die Geschichte von Heinz und Lula.“
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