Freitag, 16. Januar 2026

Trumps Spiegelkabinett

 

Offenbar haben die deutsche Politik und die deutschen Medien unter dem Stakkato von Trumps Lügen, Drohungen und Forderungen längst den Überblick verloren. Gerade die Medien enttäuschen mich, denn sie haben von Trump nichts zu befürchten. Die Navy Seals werden nicht demnächst den Lerchenberg oder ein paar Hamburger Redaktionshäuser besetzen. Bonetti Media bietet Fakten statt hilfloses Gestammel.

Erstens: Trump behauptet, er benötige Grönland für die nationale Sicherheit. Bullshit. Die USA haben über fünftausend Atomwaffen und könnten bei Bedarf den ganzen Planeten einäschern. Außerdem verfügen sie über den größten Militärapparat der Welt. Niemand kann die USA angreifen, niemand hat mit einem solchen Angriff gedroht. Selbst in den beiden Weltkriegen erreichte kein feindlicher Soldat jemals amerikanischen Boden.

Zweitens: Russen und Chinesen stehen demnach kurz vor der Eroberung Grönlands. Aber Putin ist bekanntlich gerade anderweitig beschäftigt und Xi befasst sich nicht mit einer Insel auf der anderen Seite der Welt, sondern mit einer Insel vor seiner Haustür: Taiwan. Wäre eine Kriegsflotte nebst Truppentransportern auf dem Weg, würden es amerikanische Satelliten bemerken.

Drittens: Grönland ist NATO-Territorium, die USA betreiben dort seit dem Zweiten Weltkrieg eine Militärbasis. Warum sollten Russland, China oder wer auch immer einen Krieg mit der NATO anfangen, der in einem Dritten Weltkrieg enden könnte?

Viertens: Die Rohstoffe. Grönland liegt in der Arktis, d.h. die Rohstoffe sind unter einer bis zu drei Kilometer dicken Eisdecke verborgen. Es heißt nicht umsonst Boden-Schätze. Erst müsste man sich durch das Eis bohren, dann noch kilometertief durch den gefrorenen Boden, um endlich auf Öl zu stoßen. Unter diesen Witterungsbedingungen ein teurer Spaß. In Saudi-Arabien fallen pro gefördertem Barrel Öl z.B. nur 7,50 Dollar Betriebskosten an. Wie hoch wären die Kosten in Grönland? Offenbar zu hoch, sonst hätten sich die großen Ölkonzerne schon um Förderlizenzen beworben. In Afrika graben Kinder die Seltenen Erden mit bloßen Händen aus dem Boden.

Fünftes: China und Russland haben selbst genügend Rohstoffe. Die Eroberung der Insel wäre also auch in ökonomischer Hinsicht nicht notwendig.

Sechstens: Ich höre immer, die Insel sei strategisch unheimlich wichtig. Warum und für wen? Möchte jemand den Nordpol kontrollieren? Schifffahrtsrouten kann man auch ohne die Besetzung Grönlands schützen, sonst könnte man ja mit dem gleichen Argument die halbe Welt erobern.

 

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