Blogstuff 1263
„Habe
ich je gehofft, man könne mit der Literatur die Menschen erziehen, die Welt
verändern? Wer die Literaturgeschichte wenigstens in grobem Umfang kennt, ist
für solche Illusionen nicht anfällig. Haben die Tragödien und Historien
Shakespeares auch nur einen einzigen Mord verhindert? Hat Lessings "
Nathan " den im achtzehnten Jahrhundert ständig wachsenden Antisemitismus
eingeschränkt?“ (Marcel Reich-Ranicki)
Es war richtig, der Gastronomie
mit der Mehrwertsteuersenkung zu helfen. Erst die zermürbenden Corona-Lockdowns
2020/21, dann der Inflationsschock 2022. Die Gäste haben in dieser Situation
nicht das Recht, die Weitergabe der Steuervergünstigung in Form sinkender
Preise zu fordern. Die Branche bleibt dennoch in der Krise, weil laufend andere
Kosten steigen. Die Krankenkassenbeiträge steigen, die Mieten steigen, die
Stromrechnung steigt usw. An den Fixkosten können die Bürger nichts ändern. Wer
seine Stromrechnung nicht bezahlt, sitzt bald im Dunkeln. Aber die variablen
Kosten kann man beeinflussen. Man geht nicht mehr ins Restaurant, man kocht
selbst. Man geht nicht mehr ins Kino, man sieht sich Filme im Fernsehen an. Man
geht nicht mehr ins Konzert, man hört eine CD. Man verzichtet auf neue
Klamotten und Schuhe, man kauft nur noch bei Aldi ein, man fährt nicht mehr in
den Urlaub.
Aus Holgis Dankbarkeitstagebuch:
„Positiv überrascht hat mich heute das Tauwetter. Zum Lächeln gebracht hat mich
der Kollege mit einem Trump-Witz. Was ist mir Gutes widerfahren? Es gab
Currywurst mit Pommes in der Kantine. Worauf freue mich? Auf das RTL-Dschungelcamp
nächste Woche. Was habe ich für andere getan? Ich habe bei Facebook diverse
Likes hinterlassen. Es tut gut, immer wieder in diesem Tagebuch zu blättern.
Seitdem fühlt sich mein Leben besser an.“
Von einem Regime Chance in
Venezuela habe ich noch nichts gemerkt. An den Schaltstellen der Macht sitzen
immer noch Maduros Leute, dieselbe korrupte Elite beutet das Land aus und
selbst die politischen Gefangenen, die nur wegen ihrer Proteste gegen Maduro in
Haft sind, wurden noch nicht freigelassen. Deswegen gab es auch keine
Freudentänze in den Straßen von Caracas, als Maduro verhaftet und entführt
wurde. Jetzt regiert die Vize-Präsidentin. Wie wird man die Nr. 2 im System
Maduro? Nur mit bedingungsloser Gefolgschaft. Für die Menschen in Venezuela
ändert sich nichts. Es ist wie mit den Drogenkartellen. Da wird mit großem Tamtam
ein Drogenboss in die USA verfrachtet. Und dann? Sitzen die ganzen Gangster des
Kartells zuhause auf dem Sofa und denken: „Ach, herrje, jetzt können wir ja gar
keine Drogen mehr verkaufen und müssen uns anständige Jobs suchen“? Natürlich
nicht. Noch absurder ist Trumps Vorschlag, die Ölförderung in Venezuela zu
übernehmen und den Gewinn fifty-fifty zwischen den USA und Venezuela
aufzuteilen. Das ist glatter Diebstahl, das Öl gehört zu einhundert Prozent
Venezuela. Das ist so, als ob ich Ihr Auto verkaufe und Ihnen dann großzügig
die Hälfte vom Erlös gebe. Deal? Wer bekommt die andere Hälfte vom Geld? Das
System Maduro, in den Privathaushalten wird davon nichts ankommen. Trump ist
Geschäftsmann, kein Wohltäter. Ein Freund der Demokratie ist er auch nicht, wie
man in seinem eigenen Land sieht.
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