Mittwoch, 31. Dezember 2025

Das Narrenschiff geht nicht unter

 

Wir taumeln ziellos durch Ruinen. Das Schicksal wird uns mit eiserner Faust zerschmettern. Keine Hoffnung, keine Gnade. Wir sind alle tragische Figuren eines Dramas, das Shakespeare würdig gewesen wäre. So sehen wir uns. Jede Frau eine Kassandra, jeder Mann ein Nostradamus. Voller Selbstmitleid, das nichts anderes ist als eine perverse Form der narzisstischen Selbstverliebtheit. Aber die Engel der Verzweiflung schweben über deinem Haupt, du borniertes Arschloch mit Reihenendhaus. Schon klar.

2025 war ein gutes Jahr. Denken wir nur an das Gottesgeschenk von Trumps zweiter Amtszeit. Ein geisteskranker Despot auf dem Thron des Westens. Solche Figuren hätten wir höchstens in Afrika oder dem Orient erwartet. Was waren Idi Amin oder Gaddafi, Ayatollah Khomeini oder Saddam Hussein gegen diesen irrlichternden Schwätzer mit Atomwaffen, der Flugzeugträger gegen Schmugglerboote einsetzt? 2026 wird noch besser. Versprochen. Neue Kriege, neuer Wahnsinn, vielleicht eine neue Pandemie.

Damit wünsche ich Ihnen, liebe Lebende draußen an den Empfangsgeräten, einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Stets Ihr

Andy Bonetti

Maria Callas O Mio Babbino Caro Giacomo Puccini

Dienstag, 30. Dezember 2025

Reiszeiten und Zeitreisen


Blogstuff 1253

Weihnachten 2025: Ist es Ihnen auch aufgefallen? Die blinkenden Scheißlichter gab es, zumindest in meinem Kiez, in diesem Jahr nicht mehr. Selbsterkenntnis oder schnödes Stromsparen?

Zwei Tage vor Silvester. Das Jahr geht gut zu Ende. Im Eingangsbereich unseres Hauses stand im Geschenke-Eck eine ungeöffnete Flasche Tequila. Danke, unbekannter Nachbar. Im Café finde ich einen Euro auf dem Fußboden, meine größter Fund in diesem Jahr. Ich schenke ihn dem kleinen Jungen, der mit seiner Mutter am Nachbartisch sitzt. Bitte, unbekanntes Kind.

„Schwarzer Humor.“ Kannste heute ja nicht mehr sagen.

Sie: „Schatz, findest du, dass meine Augenbrauen zu groß sind?“ – Er: „Nein, überhaupt nicht. Ich nenne sie nur zum Spaß A-Hörnchen und B-Hörnchen.“

Fine Writing meets Fine Dining. Andy Bonetti eröffnet sein erstes Restaurant „Due Frascati avec die Ei obendrauf“ in Westerland auf Sylt. Jetzt schon Legende: der Maulwurf-Burrito mit rote Beete, Holzschimmelkäse und Südseekrabben, die flambierten Sattelrobbenbäckchen und die in Sanddorn-Nektar marinierte Möwenbrust. Sein Motto: Einfach mal out oft he box kochen. Aber in Deutschland gibt es ja bekanntlich nur Küchenbeamte, die dem darbenden Volk seit Jahrhunderten ausschließlich Schweinebraten und Kartoffeln vor die Füße werfen.

Steinzeitvolldeppen + moderne Technik = Gegenwart. Aussichtslos.

Liebe Inder! „Kichererbsen in einen bekannte soße“ ist eine Information, mit der ich nichts anfangen kann.

Rätselhafte chinesische Restaurantkarte: Bei Shaniu’s kommt nach der Nr. 737 die Nr. 114 und dann die S1.

Die Leute machen sich wegen Merz übers Sauerland lustig, aber südlich kommt der Westerwald und dann der Hintertaunus. Das ist dann die Extrem-Pampa. Da willst du nicht tot überm Zaun hängen, da macht auch keiner Urlaub. Mein Vater ist aus Katzenelnbogen, das sagt schon alles. Er ist auf einem Bauernhof aufgewachsen und hat als Kind den Krieg erlebt. 1939 kam die Wehrmacht und hat das Pferd beschlagnahmt, 1945 kamen kurz die Amerikaner vorbei und das war’s. Dazwischen ist nix passiert, weil die Alliierten auf so eine Drecksgegend keine einzige Bombe verschwendet haben.

Seit zwölf Jahren bin ich Stammgast in einem Lokal in meiner Nähe. Ich kenne sogar die Privatadresse des Wirts. Neulich stand ich um acht Uhr morgens vor seiner Wohnungstür und habe Sturm geklingelt. Als er mir endlich völlig verschlafen aufgemacht hat, habe ich ihn angeschrien: „Ich will Ochsenbäckchen! Jetzt!“ Ich bin der Ochsenbäckchen-Stalker.

Montag, 29. Dezember 2025

Hecken machen Heckensachen

 

Blogstuff 1252

Eigentlich fehlen mir die hysterischen Klimadeppen, die mir noch vor einigen Jahren erzählt haben, wegen des Anstiegs des Meeresspiegels wäre Hamburg nicht mehr zu retten und selbst Berlin dem Untergang geweiht. Auch jetzt noch gehen die Fachleute, die sich hauptberuflich mit dem Thema befassen, von einem Anstieg von maximal einem Meter bis 2100 aus und Hamburg liegt bekanntlich nicht am Meer, sondern an der Elbe. Die Elbmündung ist hundert Kilometer entfernt und gegen die Strömung des Flusses kommt das Meer nicht an. Zum Glück haben die Hamburger nicht nur die Geographie, sondern auch die Physik auf ihrer Seite, denn Wasser fließt bekanntlich von oben nach unten. Die Erderwärmung bleibt natürlich ein großes Problem, keine Frage.

Selten führen meine Recherchen ins Leere, aber ich habe nicht herausgefunden, warum dieser köstliche Kuchen eigentlich „Bienenstich“ heißt. Und wie war das noch mit der „Donauwelle“?

Gott sei Dank, die Zeit von „Drei Schnösel für Aschenblödel“ ist auch wieder vorbei.

Ihr Kostüm war schwer zu definieren. Elegant, ein fast schon farbloser Pastellton, geschmackvolle Langeweile, die vermutlich ein Vermögen gekostet hatte.

Hätten Sie‘s gewusst? Vor langer Zeit gab es Löwen in der Türkei, in Griechenland, im Iran und sogar in Indien. Heute nur noch in Afrika südlich der Sahara.

Bonetti ist so schlau, dass er sich vor dem fürchtet, was ihm noch alles einfallen wird.

Im VW Polo durch die Berliner Nacht. Mit Nietzsches Uber-Mensch.

Meine Generation hat viel kaputt gemacht, die nächste Generation erledigt den Rest.

Informationen sind wie Gestank. Man nimmt sie wahr, ob man will oder nicht. Wer den ganzen Promi-, Sport- und Politik-Trash nicht hören oder lesen will, sollte die Medien komplett meiden.

Früher war der Sparfuchs bei Wüstenrot, jetzt arbeitet er für Verivox.

Sie kennen das. Engelchen und Teufelchen sitzen auf ihren Schultern. Teufelchen sagt: „Kauf eine TK-Pizza. Hast du doch schon immer gemocht.“ Engelchen sagt: „Im Umkreis von zweihundert Metern gibt es fünf Italiener, bei Lieferando hast du die Auswahl unter 1200 Lieferdiensten. Mach das nicht!“ Aber einmal im Jahr siegt das Böse in mir. Die Pizza liegt dann ein halbes Jahr im TK-Fach, dann werfe ich sie in den Ofen und sie schmeckt scheiße wie immer. Aber 2026 werde ich auch diesen Fehler noch einmal machen – ich lerne nichts dazu. Wir werden aussterben.

Das Weihnachts-Special „Santa trinkt nur Fanta“ von Holgi wurde von Bonetti ersatzlos gestrichen.

 

Samstag, 20. Dezember 2025

Fernsehinterview mit Andy Bonetti

 

In der vergangenen Woche war Andy Bonetti in der Sendung „Literatur aktuell“ bei Arte zu Gast. Falls Sie die Sendung verpasst haben, können Sie nun das Interview nachlesen.

Moderatorin: Guten Abend, Herr Bonetti. Herzlich willkommen bei uns im Studio. Schön, dass Sie für uns Zeit gefunden haben.

Bonetti: Guten Abend, Frau Amselmann-Heyerfeld.

Moderatorin: Amselfeld-Heyermann.

Bonetti: … äh … Hampelstamm-Eierfeld …

Moderatorin: Herr Bonetti, Ihr neuer Roman „Jenseits von Fulda“ spielt während des Dreißigjährigen Krieges. Sie haben aus Wallenstein einen Transsexuellen in Strumpfhosen gemacht, der eigentlich lieber Ukulele spielen möchte, aber aufgrund der permanenten Kriegshandlungen nicht dazu kommt. Was möchten Sie uns damit sagen?

Bonetti: Ich habe hier ein ganz aktuelles Thema bewusst in einen historischen Kontext gesetzt, um dem Leser zu zeigen, dass die Frage der Geschlechtsidentität im Grund so alt wie die Menschheit ist. „Wer bin ich?“ ist eine der großen Fragen, mit der sich die Philosophie seit Anbeginn befasst. Genauso wie mit der Frage „Wo komme ich her?“

Moderatorin: Damit geben Sie mir schon das nächste Stichwort. Sie kommen aus Bad Nauheim. Welchen Einfluss hat die Stadt auf Ihre Arbeit als Schriftsteller?

Bonetti: Bad Nauheim ist mir ein steter Quell der Inspiration, denn hier kreuzen sich die Schicksalslinien menschlicher Kultur seit über tausend Jahren. Wallenstein war in Bad Nauheim. Goethe war in Bad Nauheim. Elvis Presley war in Bad Nauheim. Das ist kein Zufall, Frau … äh …

Moderatorin: Gerade zu tagesaktuellen Themen äußern Sie sich ja nur sehr selten. In Ihren Tagebüchern findet sich am Tag nach dem Mauerfall in Berlin nur der rätselhafte Eintrag: „Wette gewonnen. Der Kasten Radeberger ist mir!“ Und nach den Anschlägen auf New York und Washington haben Sie im September 2001 geschrieben: „Al Qaida hat Amerika den Krieg erklärt. - Nachmittag Schwimmschule.“ Zu beiden Ereignissen finden wir keine weitere Zeile von Ihnen.  

Bonetti: Es gehört nicht zu meiner Aufgabe als Künstler, zu aktuellen Ereignissen Stellung zu beziehen, wie ich bereits in meinem Aufsatz „Die paradoxe Zärtlichkeit der Brüllorgie“ geschrieben habe. Gerade um in diesen aufgewühlten Zeiten nach den Terroranschlägen in den USA einen Kontrapunkt zu setzen, habe ich damals den Roman „Gespräche über das Wetter“ veröffentlicht, der ausschließlich in einem Regionalzug zwischen Lüneburg und Buxtehude spielt.

Moderatorin: Der bekannte Literaturkritiker Holger Ochsenstirn hat dieses Werk als bedeutungslos und als bedauernswerte Verschwendung von Papier bezeichnet.

Bonetti: Ach, dieser Ochsenstirn! Wissen Sie, ich kannte Ochsenstirn schon, als er noch ein Praktikant im Verlag Rote Tuba gewesen ist. Damals ist er schon durch Zwischenrufe und hämisches Gelächter bei meiner Lesung in Bad Schwalbach unangenehm aufgefallen. Seine Schmähungen verfolgen mich seit vielen Jahren. Aber Heribert Nesselwang vom „Bad Nauheimer Morgen“ …

Moderatorin: Kommen wir zu einem anderen Thema. Die Frankfurter Buchmesse widmet sich in diesem Jahr dem Gastland Nepal. Was können Sie uns über die nepalesische Literatur sagen?

Bonetti: Ja … äh … die nepalesische Literatur hat eine uralte Tradition. Sie geht … äh … zurück bis auf die alten indischen Schriften aus der Zeit der … äh … und auch die junge Generation, also der Nachwuchs in Nepal lässt auf Großes … äh … hoffen.

Moderatorin: Herr Bonetti, Sie werden in Frankfurt auch Ihr neuestes Werk vorstellen. Können Sie unseren Zuschauern noch kurz etwas dazu sagen?

Bonetti: Sehr gerne! In meinem neuen Roman „Fragen Sie Moretti“ geht es um einen altersweisen Schriftsteller, dem junge Menschen wichtige Fragen stellen und darauf richtig gute Antworten bekommen, die sie im Leben weiterbringen werden. Zum Beispiel die Frage: „Ich habe einen Eiswürfel verschluckt, der bisher noch nicht wieder rausgekommen ist. Was soll ich tun?“ 

Moderatorin: Was haben Sie als nächstes vor?

Bonetti: Ich werde in den nächsten drei Monaten auf einer Lesereise durch alle großen Buchhandlungen des Saarlandes unterwegs sein. Dort lese ich aus meinem neuen Roman.

Moderatorin: Vielen Dank für dieses Gespräch, Herr Bonetti. Wir schalten jetzt zu unserem Mitarbeiter Holger Ochsenstirn, der live von den diesjährigen „Klagenfurter Monologen“ berichtet.

 

Freitag, 19. Dezember 2025

The silly Billie and the chilly Willie


Blogstuff 1251

Ich höre auch nur das, was ich hören will. Marsriegelvollzug zum Beispiel.

Da im nächsten Jahr einige Feiertage auf ein Wochenende fallen, fordern Politiker der Grünen und der Linken Ersatzfeiertage während der Werktage. Gebt dem Volk endlich Saturnalien und Bacchanalien!

Ich spiele nicht Lotto, aber ich gebe viel Geld für Glückskekse aus.

Ist das ein neuer Trend? Ich habe in den letzten Tagen drei junge Männer in kurzen Hosen gesehen. Abhärtungsritual oder toxische Männlichkeit?

Rhetorisch ist die CDSU auf dem Weg nach rechts und kopiert Narrative der AfD. Politisch ist Merz auf dem Weg nach links. Leben auf Pump, beispiellose Schulden, die nachfolgende Regierungen und Generationen bezahlen müssen, und jetzt die Enteignung Russlands bzw. die Beschlagnahmung von Bankguthaben. Im Grundgesetz ist das Eigentum geschützt. Selbst Nazi-Guthaben im Ausland wurden während des Zweiten Weltkriegs nicht angetastet. Deutschland und die EU sind nicht im Krieg mit Russland. Aber das scheint die linken Zecken von der Union nicht zu stören. Wenn die 200 Milliarden wirklich beschlagnahmt werden, ist das Sozialismus pur. Diebstahl ist es sowieso. Verstehen wir uns nicht falsch: Ich stehe zu hundert Prozent auf der Seite der Ukraine. Aber man sollte sich gelegentlich daran erinnern, dass wir in einem Rechtsstaat und in einer Demokratie leben. Vermutlich werden die Gerichte entscheiden müssen. Und wenn wir über entschädigungslose Enteignung reden, dann bitte auch über die großen Vermögen deutscher und anderer Oligarchen. 

Fun Fact For Fans: 100 Milliarden Euro aus Deutschland liegen auf russischen Bankkonten, natürlich auch Geld aus anderen EU-Ländern. Es könnte also ganz schnell ein Nullsummenspiel werden.

Bonetti Media – auch 2026 wieder Ihre intellektuelle Sättigungsbeilage Nr. 1 in Deutschland.

Es gibt tatsächlich noch einen Falkplan von Berlin. Ich habe schon lange niemanden mehr gesehen, der versucht hat, auf der Straße oder in der U-Bahn den komplizierten Plan wieder zusammenzufalten.

KissCam-Foto des Jahres: Heinz Pralinski und Iris Berben beim Heimspiel von St. Pauli.

Anfang des Jahres war Scholz noch Kanzler. Selten wurde ein Regierungschef so schnell vergessen wie Prinz Valium aus Hamburg.

Natürlich sind auch im abgelaufenen Jahr bedeutende Persönlichkeiten gestorben. Leider haben viele bekannte Persönlichkeiten überlebt: Donald Trump, Wladimir Putin, Dieter Bohlen, Jens Spahn, Lothar Matthäus, Julian Reichelt und Alice Weidel.  

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Andy Bonetti – die frühen Jahre

 

Andy Bonetti stammte aus einfachen Verhältnissen. Er lebte mit seinen Eltern und sieben Geschwistern in einem ehemaligen Gewächshaus und hatte vor allem im Sommer großen Schwierigkeiten beim Einschlafen. Er besaß zum Spielen nur einen einzigen Teddybären, dem auch noch die Augen fehlten. Auf dem Nachbargrundstück war eine große und herrlich duftende Spielzeugfabrik, was ihn besonders deprimierte. Bonettis Vater arbeitete als Vogelstimmenimitator in den Gaststätten Bad Nauheims, seine Mutter baute in Heimarbeit Kugelschreiber zusammen. Er besuchte das Heinz-Rühmann-Gymnasium in Bad Nauheim. Zu seinen Klassenkameraden zählte auch Günther Hau, der später als Erfinder der Escape-Taste zu großem Ruhm gelangen sollte. Bonetti war bereits 27 Jahre alt, als er endlich das Abitur hatte. Er litt im Unterricht an starker Narkolepsie, was vor allem in Sport von großem Nachteil war.

Er arbeitete anschließend als Kegelaufsteller in der Kegelbahn des Ausflugslokals „Zum flotten Lottchen“ und schaffte in den folgenden Jahren den Aufstieg über die Leihschuhvergabe zum Hilfskellner. Als Servierkraft hatte er die Möglichkeit, zahlreiche Geschichten an den Wirtshaustischen zu hören, die später den Grundstock seines dichterischen Schaffens bilden sollten. Er begann zu schreiben, was nicht einfach war, denn er lebte zusammen mit zwei Schlagzeugern in einer WG, die zudem noch am Tourette-Syndrom litten. Zum ersten Mal hatte er das Gefühl, mehr zu sein als bloß ein winziges Sandkorn in der großen Maschinerie des Lebens. Seine allererste Erzählung „Neulich in der Bäckerei“ wirkte noch etwas unbeholfen, vor allem, da weder Brot noch Menschen in ihr vorkommen. Aber schon in „Ein Mittwoch in Kassel“ gewann er an erzählerischer Stringenz. Seine erste Auftragsarbeit war ein Werbespruch für das Schaufenster der Metzgerei Schmirgelberger: „Wurst und Schmalz, Gott erhalt’s“. Dafür bekam Bonetti drei Ringe Fleischwurst und eine Dose Schwartenmagen. Die Konserve besitzt er heute noch, sie soll als Exponat im geplanten Bonetti-Museum ausgestellt werden.

Auf der Herrentoilette des Kaufhauses in der Bad Nauheimer Innenstadt lernte er seine spätere Frau kennen, Ilse Hurtig. Sie hatte sich in der Tür geirrt. Zu dieser Zeit studierte sie Spätbyzantinistik auf Lehramt und redete gerne mit dem Fernseher. Bonetti begann, Texte für das Radio zu schreiben, anfangs war er für die Staumeldungen zuständig. Als der Kollege von den Nachrichten eines Tages, es war ein Aschermittwoch, nicht zur Arbeit erschien, kam Bonettis große Stunde. Er schrieb die Nachrichten und wurde mit dem irrtümlich vermeldeten Tod des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl rasch bundesweit bekannt. Seine Erlebnisse beim Radio hat er später in der Anthologie „Ich höre Stimmen“ zu Papier gebracht. Es folgten Arbeiten für den Pantomime-Kabarettisten Walter Schlund und den auf Altersheime spezialisierten Alleinunterhalter und Elvis-Imitator Oliver Wuppke. 1996 erschien dann sein Debütroman „Andy Bonetti und die Todesmonster vom Mars“, der rasch die Hitlisten des Bahnhofsbuchhandels stürmte. Der Rest ist bekannt. Selbst in Nepal hat man eine Straße nach ihm benannt.

 

Mittwoch, 17. Dezember 2025

Friesland – Erst der Schlick gibt den Kick

 

Blogstuff 1250

„Auf der Erde hat es Milliarden Sonnenaufgänge gegeben.

Einige davon haben wir gesehen.

Wenige waren schön.

Schade, dass es so schnell zu Ende geht.“

(Andy Bonetti: Schwarzer Berg, weißes Tal)

Jetzt bin ich also komplett hinfällig. Neulich auf der Parkbank. Ein Mann in meinem Alter spricht mich an. „Geht es Ihnen nicht gut?“ – „Doch, alles in Ordnung.“ – „Sie sahen so abwesend aus.“ – „Ich habe nur nachgedacht.“

Neuregelung der FIFA für die WM im nächsten Jahr: Jedes dritte Abseitstor zählt.

Ticketpreise für das erste deutsche Spiel gegen eine Karibikinsel, da nach einem Schnaps benannt wurde: 155 bis 430 Euro.

„DEINE MUTTER HAT DOCH MIT ZIGEUNERN GEFICKT UND DU BIST DABEI RAUSGEKOMMEN!“ Wegen solcher Kommentare bin ich nicht mehr in den sozialen Medien unterwegs. Keine Ahnung, welcher Teufel mich letzte Nacht geritten hat, als ich das auf X geschrieben habe.

„Die nackten Fakten aus beknackten Akten“ hat es als Überschrift auch dieses Jahr wieder nicht in den Blogstuff geschafft.

Nächstes Jahr als Samstagabendshow im ZDF: „Bundeswehr – Die Todestombola“. Hohe Quoten bei jungen Männern kann man dem Sender jetzt schon garantieren.

„Wir müssen den geriatrischen Duraniumtransmitter umgehen, um die orbitale Gravitationsphalanx neu zu kalibrieren.“ Andächtig lausche ich dem Technik-Blabla von Star Trek.

Lachsfrühstück im Café. Am Nachbartisch zwei Männer um die sechzig. Der eine liest die Nachrichten auf seinem Handy und berichtet: „15 Tote bei einem Terroranschlag in Sydney.“ Darauf sein Gegenüber: „Ja, ich weiß. Juden in einer Synagoge.“ Der erste Mann ergänzt: „Der Held, der weitere Tote verhindert hat, war ein Türke.“ Wie kann man in so kurzer Zeit so viele Fehler machen? Wie wird die Geschichte von der GenZ erzählt? Hinter mir ein paar Gäste mit Akzent, ich tippe auf Skandinavier. Sie sprechen vom „Ausländerproblem“. Wir sind verloren. Die Verblödung beschleunigt sich.

Raclette oder Fondue an Weihnachten oder Silvester? Habe ich noch nie verstanden. Du wirst eingeladen und musst dir dann dein Essen selbst zubereiten. Dann kann ich doch auch gleich zuhause bleiben.

Endlich gibt es „Range Extender“. E-Autos mit kleinem Verbrennermotor. So einen Irrsinn kann man sich gar nicht ausdenken.

Dienstag, 16. Dezember 2025

Ist Bonetti der Grinch?

 

Blogstuff 1249

Sie, liebe Lesende, fragen sich vermutlich wie in jedem Jahr: Hat Bonetti einen Weihnachtsbaum? Er hat sogar einen Wunderbaum, den er an Heiligabend an seine Schreibtischlampe hängt.

Links habe ich Schuhgröße 43, rechts 46. Warum kann man Schuhe nicht einzeln kaufen?

„Und“ verbindet, „Oder“ trennt. „Und“ nimmt uns mit, „Oder“ lässt einen Teil zurück. Vermutlich ist man nach dreimal „Oder“ ganz allein.

Im Team von „Pastewka“ gibt es einen Marco Dreckmann. So weit würde ich bei der Namensgebung meiner Figuren nicht gehen.

Politik ist sooo uncool geworden. Sagt man das heute noch? Six-seven, my ass. Früher haben sich Satire-Magazine über Politiker lustig gemacht, heute das ganze Land. Wer nimmt Wahlen noch ernst? Alter Wein in alten Schläuchen, wie schon Caligula wusste. Nennen Sie mir spontan drei Minister der Bundesregierung. Pistorius. Gut. Der war aber schon im Vormerz in den Charts ganz oben. Die Witzblattfiguren Bas und Reiche? Unser bajuwarischer Grenzbello Dobrindt?

Los Sputniki. Die spanisch-russische Gruppe von Trapezkünstlern überzeugt durch die Magie ihrer ungewöhnlichen Choreographie in der Manege. Und das alles in dreißig Zentimeter Höhe.

Wenn es um orientalische Küche geht, sind es eher die Zutaten, die mein kulinarisches Leben bereichert haben, weniger die Gerichte. Auberginen zum Beispiel, obwohl es sie auch in der italienischen Küche gibt. Sesam. Wäre Tahina eine Frau, wären wir längst verheiratet. Kümmel. Als Kind durfte ich mir immer eine Kleinigkeit aussuchen, wenn ich mit meiner Mutter beim Bäcker war. Die Kümmelstange war ganz vorne. Knoblauch natürlich. Wenn ich ein einziges orientalisches Gericht nennen sollte, dass mir am besten schmeckt: Imam Bayildi. Sehr leicht zubereitet, in nullkommanix fertig, einfach und lecker.

Die Word-Korrektur treibt mich in den Wahnsinn. Schreibe ich „so weit“, korrigiert sie mich. Es muss „soweit“ heißen. Schreibe ich dann „soweit“, korrigiert sie mich auch. Es muss „so weit“ heißen. Ja, verarsch mich doch, Bill Gates. Und dafür muss ich auch noch jeden Monat bezahlen!

„Moderiert Lieferando.de Bewertungen? Ja. Wir ändern zwar keine Bewertungen, löschen sie aber, wenn sie eine Behauptung enthalten, die eine Verleumdung, eine Beleidigung oder eine Meinung darstellen könnte, die die Gefühle bestimmter Nutzer:innen verletzen könnte.“ Beispielsweise die Gefühle der Lieferdienste. Meine Ein-Sterne-Bewertungen waren schnell wieder weg. Inzwischen kann man gar keine Einzelbewertungen mehr lesen, sondern bekommt nur noch eine Durchschnittszahl serviert. Natürlich inklusive der gekauften Heucheleien.



Meine Wohnung, vom Bett aus fotografiert.

Montag, 15. Dezember 2025

Die Verabredung

 

Der Treffpunkt war ungewöhnlich. Normalerweise traf ich meine Geschäftspartner in meinem oder ihrem Büro, bei langjährigen Geschäftsbeziehungen auch gerne in einem Restaurant. Aber was tut man nicht alles für einen Neukunden. Also saß ich in der Empfangshalle des Hotels Bellevue in einem Sessel und trank einen Kaffee.

Um fünfzehn Uhr wollten wir uns treffen und genau um diese Uhrzeit trat ein Page an meinen Tisch. „Herr Engelbrecht kann Sie jetzt in seinem Zimmer empfangen“, sagte er. „Folgen Sie mir bitte.“

Wir fuhren mit dem Fahrstuhl in den fünften Stock, wo er mir eine Tür aufschloss. Ich ging hinein und war überrascht. Engelbrecht war nicht hier, ich war allein. Hinter mir schloss der Page die Tür.

Es war ein nichtssagendes Hotelzimmer, wie man es überall auf der Welt findet. Die Vorhänge waren zugezogen, nur eine schwache indirekte Beleuchtung gab dem Raum ein wenig Licht. Ich zog die Vorhänge auf und war überrascht. Ich sah nicht auf die Stadt hinunter, sondern in ein identisches Zimmer, das direkt hinter der Fensterscheibe begann. Am anderen Ende war ein Fenster, dessen Vorhänge zugezogen waren. Es war, als ob man in einen Spiegel sehen würde, aber ich konnte mich selbst nicht erkennen. Träumte ich etwa? Für einen Augenblick überlegte ich, ins Bad zu gehen, um mich selbst im Spiegel zu betrachten. Aber der Gedanke war einfach lächerlich. Bei einer Spiegelung wäre kein Fenster auf der anderen Seite des Zimmers gewesen, sondern die Tür und der Kleiderschrank.

Ich setzte mich aufs Bett und schaltete den Fernseher ein. Auf Kanal 1 sah ich mein eigenes Zimmer, allerdings fehlte ich auf dem Bild. Auf Kanal 2 sah ich das andere Zimmer mit den zugezogenen Vorhängen. Waren hier versteckte Kameras? Wollte man mir einen Streich spielen? Es konnte alles nur ein schlechter Scherz sein. Ich stand auf und ging zur Minibar. Ich erwartete, eine Miniatur dieses Zimmers zu sehen, aber es waren nur Flaschen und Süßigkeiten darin. Ich schenkte mir eine Mini-Flasche Whisky in ein Glas und trank es in einem Zug aus.

Plötzlich öffnete sich der Kleiderschrank und ein Mann trat heraus. Er trug einen Frack, einen schwarzen Zylinder und hatte einen Spazierstock in der rechten Hand.

„Gestatten, Engelbrecht“, sagte er mit einem strahlenden Lächeln und breitete die Arme aus. „Ich möchte mit Ihnen über Bohrmaschinen sprechen.“

Ich wachte nie wieder auf.  

Band of Horses - Is There a Ghost [OFFICIAL VIDEO]

 

Sonntag, 14. Dezember 2025

Holgi und der Grizzly

 

„Holgi“, brüllte Bonetti durch die offene Bürotür.

Eine halbe Sekunde später stand Holgi vor ihm. Roadrunner nix dagegen. Es fehlte nur noch das „Meep-meep“.

Bonetti saß hinter einem völlig überfüllten Schreibtisch und rauchte eine Zigarre.

„Was soll die gequirlte Scheiße mit dem Pflegekräftemangel? Das interessiert kein Schwein. Wir stehen in direkter Konkurrenz zu Social Media, Nius, BILD und der AfD. Ich brauche eine gute Story.“

„Irgendwas mit Außerirdischen?“

„Das macht schon Pralinski. Zwei Crackheads entführen einen Alien und penetrieren ihn mit einer Analsonde.“

„Haben Sie vielleicht was für mich?“

„Witzbold. Aber irgendwo in meinen Unterlagen habe ich tatsächlich eine gute Story. In einem Wald in Brandenburg wurde ein Grizzlybär gesichtet. Denken Sie sich was aus, wie er überwältigt wurde.“

„Von der Feuerwehr?“

„Das reicht nicht. Ein achtjähriges Mädchen. Vielleicht mit Holzbein. David gegen Goliath, verstehen Sie? Dramatik. Am Ende ein Bärenfell an der Wand eines Waisenhauses. So was in der Art.“

„Soll ich mir einfach was ausdenken?“

„Nein, so würde ich das nicht formulieren. Aber ein bisschen mehr Spannung würde nicht schaden. Regen Sie die Phantasie des Lesers an. Sie schreiben für die Midnight Sun. Hier sind die Unterlagen. Und jetzt verschwinden Sie!“

Als erstes rief Holgi beim Uckermark Observer an. Nein, es gäbe keine Fotos des Grizzlys. Womöglich hätten die Wanderer auch nur einen streunenden Hund gesehen. Holgi brauchte aber mindestens zwei Fotos für seinen Artikel. Also lud er sich das Bild eines ausgewachsenen Kodiakbären, der aufrecht stand und brüllte, aus dem Netz herunter. Das Mädchen ließ er von der KI entwerfen und nannte es Mafalda Fußbroich, ein Name, den es laut Netzrecherche nicht gab. Auch das Hans-Fallada-Heim für Waisen und Problemkinder war schnell erfunden.

„Nicht übel, Holgi“, sagte Bonetti, als er den Text gelesen hatte. „Und jetzt holen Sie mir einen Hot Dog vom Stand an der Ecke.“  



Samstag, 13. Dezember 2025

Frühling der Reformen

 

Blogstuff 1248

„Ihre Kleidung hat ihre Magie verloren?“ (Perwoll-Werbung)

Die Bauzeit für die Cheops-Pyramide betrug etwa zwanzig Jahre. So lange dauert das Genehmigungsverfahren für einen Bahnhof in Deutschland. Wenn man also BER oder S21 als Pharaonenprojekte bezeichnet, tut man den alten Ägyptern unrecht.

Ich arbeite an einem neuen Drehbuch. Hier der Plot in Kürze: Nach einer Missernte und dem darauffolgenden Hungerwinter gärt im März 1789 die Wut im einfachen Volk. Im Schloss des Grafen von Bonetti ist davon nichts zu spüren. Als am gleichen Tag im Dorf ein Wilddieb gehenkt und im Ballsaal des Schlosses ein opulentes Festmahl veranstaltet wird, bei dem ausgemergelte hohlwangige Mägde Fasan und Rotwein servieren, ziehen die Bauern mit Fackeln und Sensen vor das Schloss. Mutig und entschlossen tritt ihnen der Graf entgegen und verspricht umfassende Reformen. Das besänftigt die Menge und sie gehen nach Hause.

US-Außenminister Rubio hat die schwule Calibri-Schrift verboten und Times New Roman angeordnet, die viel maskuliner ist. Bonetti bleibt der Sans-Serif-Schrift Arial treu. Ist das die richtige Entscheidung? Oder sind Serifen das Gebot der Stunde?

Hätten Sie’s gewusst? Friedrich Merz wurde in seiner Wehrdienstzeit an der Panzerhaubitze M109 ausgebildet und beendete die fünfzehn Monate im Rang eines Fahnenjunkers. Wie hat er das gemacht? Ist er jeden Morgen eine Stunde früher aufgestanden und hat auf dem Kasernenhof schon hundert Liegestützen gemacht, bevor seine Kameraden zum Appell antraten? Ich war als Zivi nach zwanzig Monaten Untergefreiter der Bettpfannenreserve.

Miami (Florida): 25 Grad nördlicher Breite. Riad (Saudi-Arabien): 24 Grad nördlicher Breite. Die algerische Oasenstadt Djanet, mitten in der Sahara gelegen, liegt geographisch auf gleicher Höhe. Die USA gehören zum Süden, nicht zum Norden.

***

„Doktor, seine Leberwerte werden instabil.“

„Injizieren Sie zwei Zentiliter Johnny Walker.“

„Aber das könnte ihn umbringen.“

„TUN SIE’S !“

Star Trek. Einfach nur gut.

Notfalls gehen auf Tele 5 aber auch die Dauerwerbesendungen.

„Jeder kennt die Probleme mit hartnäckigem Schmutz.“

„Ich weiß, was du meinst, Joe.“

Freitag, 12. Dezember 2025

Das große Promi-Plätzchenbacken

 

Blogstuff 1247

„Ich bin mir meiner Verantwortung durchaus bewusst. Als extrem erfolgreicher Blogger bin ich nicht nur ein Vorbild, sondern setze zugleich andere Blogger unter Druck. Ich gebe euch heute nur ein paar kostenlose Tipps in Sachen Content Management, für hundert Euro sind wir im Geschäft.“ (Andy Bonetti auf der Blogger-Con)

Ich habe Shane MacGowan, den Sänger der Pogues, einmal life erlebt. Ein Ire, der ständig besoffen war und dem man zusehen konnte, wie die Zähne in seinem Mund verfaulten. Jeden Morgen hat man ihn aus irgendeinem Rinnstein gezogen. Eigenen Angaben zufolge hat er mit vier Jahren mit dem Trinken angefangen und mit zehn Jahren ist er zu Whiskey übergegangen. Später kamen Heroin und andere Drogen dazu. Trotzdem wurde er 65 Jahre alt. Er war ein Vorbild für uns alle.

Im Grunde genommen sind Studenten der Geisteswissenschaften wie Tauben. Keiner braucht sie, aber man findet sie in jeder Stadt. Sie picken sinnlos vor sich hin und trotzdem ernährt sie der liebe Gott. Niemand hat je einen toten Kunststudenten im Park liegen sehen.

Ist das schon Antisemitismus? Judeln wird Weltkulturerbe.

Haben Sie es bemerkt? Die Maultrommel ist völlig aus der Mode gekommen.

Ich sag’s ja immer. Fitnesswahn ist eine tödliche Gefahr. Man kommt irgendwann in ein Alter, in dem man seine Tage mit Schokoladenplätzchen und Portwein in einem Sessel verbringen sollte. Ozzy Osbourne machte jeden Tag neunzig Minuten Training, trotz seiner angeschlagenen Gesundheit. An seinem Todestag setzte er sich um 4:30 Uhr morgens auf seinen Crosstrainer und bekam einen Herzinfarkt. Er war nur in seinen jungen Jahren ein Vorbild für uns alle.

Hätten Sie’s gewusst? Aus dem Wasserhahn an der Badewanne kommt Badewasser, aus dem Wasserhahn in der Küche kommt Geschirrspülwasser.

Kreta Garbo. Merkwürdiger Künstlername.

Kevin Kühnert hat endlich einen neuen Job. Nein, er wird nicht der Gegenpol zu Christian Lindner und verkauft gebrauchte Lastenräder. Er geht zur Organisation „Finanzwende“, die sich für Gerechtigkeit einsetzt. Sie bietet der mächtigen Finanzlobby die Stirn und möchte den Reichtum dieser Welt neu verteilen. Es gibt schon 17.000 Mitglieder. Ich nehme an, Banken und Milliardäre sind nicht darunter. Droht jetzt sein nächster Burnout, wenn die Armen in einem Jahr schon wieder ärmer und die Reichen noch reicher geworden sind?

Dan „Hoss“ Blocker wurde in einer Telefonzelle in Hollywood entdeckt, die er mit seinen 135 kg fast vollständig ausfüllte.

Der teuerste Dresdner Stollen kostet bei Amazon 50 Euro (ein Kilo). Beim VEB Backwaren kostete er damals 11,25 Mark der DDR.

Neulich habe ich im Internet gelesen, in Indien gäbe es einmal im Jahr einen Air Sitar-Wettbewerb.



 

Donnerstag, 11. Dezember 2025

Merz-Reden und andere Nahtoderfahrungen

 

Blogstuff 1246

Meine Lieblingsstelle in der Bibel: S. 800, Herthaner 3,16. „Lasset los, auf dass ihr losgelassen werdet.“ Denken Sie mal drüber nach.

Mit 27 sterben Jimi Hendrix und Kurt Cobain, Jim Morrison und Amy Whitehouse. In Deutschland beendet Uli Hoeneß seine Karriere als Fußballer und wird Bayern-Manager.

In Berlin nennt man Fahrradfahren ohne Helm ungeschützten Verkehr.

Bonetti Media: extrem präzise Rechtsschreiung und Schafsinn.

Bei Fox News werden die Fentanyl-Lieferungen, die von den amerikanischen Streitkräften in der Karibik abgefangen werden, wobei die Schnellboote bombardiert werden und selbst auf Überlebende im Wasser geschossen wird, als „Weapons of mass destruction“ bezeichnet. Tausende Amerikaner würden den Tod durch das Opiat finden. Der Irak lässt grüßen, das hat ja als Grund für einen Angriffskrieg schon einmal hervorragend funktioniert. Dazu das Feindbild: ein schwarzhaariger Diktator um die sechzig mit dickem Schnurrbart. Auch die Monroe-Doktrin kommt in den USA zu neuen Ehren. Ganz Amerika muss unter US-Kontrolle sein, auch Mittel- und Südamerika. Schließlich tragen sie das Wort „Amerika“ ja schon im Namen, wie der Golf von Amerika. Die Doktrin besagt, dass alle Regierungen, die sich dem Willen der USA nicht unterwerfen wollen, gestürzt werden dürfen. Den Friedenspreis der FIFA hat Trump bereits verliehen bekommen. Fun Fact am Rande: Venezuela produziert kein Fentanyl. Laut der amerikanischen Behörde DEA, die für die Bekämpfung des Drogenhandels zuständig ist, sind die Hauptlieferanten die mexikanischen Kartelle Sinaloa und Jalisco.   

Natürlich möchten Eltern, dass es ihren Kindern mal gutgeht. Aber manche sind so vom Ehrgeiz zerfressen, ihr Kind müsse Karriere machen und alle anderen hinter sich lassen, dass sie ihren Kindern jede eigenständige Regung aussaugen und sie wie Marionetten nach ihren eigenen Vorstellungen bewegen. Ich hatte einen Mitschüler, der natürlich der Streber aus der ersten Reihe war und auf dem Schulhof allein sein Pausenbrot aß. Er hatte noch nicht einmal Kontakt zu anderen Strebern. Nach der Schule lernte er bis zum Abendbrot, nie sah man ihn mit anderen Jungs Fußball spielen oder Streiche aushecken. Später hatte er natürlich auch keine Freundin und ging abends nicht in die Kneipe. Offenbar legte seine Mutter ihm morgens seine Sachen raus, denn er trug noch in der 13. Klasse kurze, gebügelte, beigefarbene Hosen, die über dem Knie endeten. Die Seitenscheitelfrisur war eine Kopie seines Vaters, natürlich hatte er weder Jeans noch Turnschuhe, sondern braune Halbschuhe. Ich habe ihn neulich gegooglet. Immerhin hat er es geschafft, eine große Distanz zwischen sich und sein Elternhaus zu bringen. Er hat promoviert und arbeitet an der Universität von Birmingham als Dozent für Computerwissenschaft. Kein Professor, keine Fachbücher (aber Fachaufsätze seit 1993), keine große Karriere – seine Eltern waren sicherlich enttäuscht von ihm. Vielleicht hat er sich auf diese Weise auch einfach nur für seine verlorene Kindheit und die öde Jugendzeit gerächt? Er wäre mit seinem Wissen in der IT-Branche sicher steinreich geworden. 

Mittwoch, 10. Dezember 2025

The Phone Files III

 

„Hallo?“

„Hallo, hier ist Maria.“

„Ich kenne keine Maria.“

„Doch, deine Cousine.“

„Ich habe keine Cousine, nur einen Cousin.“

Du hast vor langer Zeit den Kontakt mit deiner Familie abgebrochen.“

„Nein, nicht das ich wüsste.“

„Ich verstehe ja, dass du alles abstreitest, aber es ist wichtig.“

Dann legte ich auf.

Am nächsten Abend das gleiche Spiel. So ging es ein paar Tage. Sie blieb hartnäckig. Beim dritten oder vierten Anruf sagte sie mir, sie würde von der Station einer Nervenheilanstalt anrufen. Sie hätte meine Nummer aus dem Internet. Damals hatte ich noch ein Festnetztelefon, auf dem man die Nummer des Anrufers nicht ablesen konnte. Das würde ja noch heiter werden.

„Dein Onkel Bertram ist gestorben. Auf dem Sterbebett hat er sich gewünscht, alle Familienmitglieder sollten bei der Beerdigung anwesend sein.“

Die Beerdigung war nicht weit von meiner Wohnung in Wiesbaden. Ein wenig neugierig war ich schon, außerdem war ich damals gerade arbeitslos geworden, also fuhr ich einfach hin. Maria war in Begleitung eines Pflegers anwesend und begrüßte mich herzlich, als ich mich vorstellte. Vierzig Jahre hatten wir uns angeblich nicht gesehen, ich hatte ein paar Pfund zugelegt und graue Haare bekommen. Beim Leichenschmaus konnte ich mir allerlei Anekdoten der Familie anhören und erzählte wahrheitsgemäß, wie es mir inzwischen ergangen sei. Die Witwe, „Tante“ Gertrud, bat mich um meine Adresse und ich zeigte ihr sogar meinen Personalausweis.

Sechs Wochen später bekam ich Post von einem Notar. Er lud mich zur Testamentseröffnung nach Wiesbaden ein. Dort waren neben der Witwe, die auch der Vormund ihrer Tochter Maria war, steinalte Zwillinge, die Geschwister des Verstorbenen. Was soll ich sagen? Heute bin ich Geschäftsführer der Konradi Baustoff KG und verdiene nicht schlecht.

***

Der Anfang beruht auf einer wahren Geschichte. Ich fand im Internet einen zweiten Menschen mit meinem Namen, der damals bei der Handwerkskammer Frankfurt arbeitete. Ich gab Maria, sie hieß wirklich so und war in einer Nervenheilanstalt untergebracht, seine Nummer und der Spuk endete nach einer Woche so plötzlich wie er angefangen hatte.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Neulich bei McD


- Zwei McRib, bitte.

- Als Menü?

- Nein, einfach zwei McRib.

- Kein Getränk, keine Pommes?

- Ich habe das Gefühl, wir haben dieses Gespräch vor wenigen Sekunden schon einmal geführt.

- Mein Boss hat gesagt, ich soll das fragen.

- Und mein Boss hat mir gesagt, dass ich darauf nicht antworten muss.

- Also zwei McRib?

- Ja.

- Wir haben die Big-Rösti-Angebotswoche.

- Danke für diese wertvolle Information. Wir sollten vielleicht einen Podcast zusammen machen.

- Zwei McRib. Kommt sofort.

- War der Laden hier nicht früher mal ein Fastfood-Restaurant?

Ich habe gehört, dass man sich inzwischen durch ein endloses Menü an einem Automaten klicken muss, bis man schließlich einen Bon ausgespuckt bekommt, mit dem man sich an der Kasse anstellen darf. Deswegen gehe ich seit vielen Jahren nicht mehr dorthin. Aber der McRib fehlt mir manchmal …  

Madness - It Must Be Love (Official HD Video)

Montag, 8. Dezember 2025

Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Messias

 

Blogstuff 1245

Gestern habe ich Fischstäbchen mit Remoulade von einer Frisbee-Scheibe gegessen. Es wird höchste Zeit, mal wieder das Geschirr zu spülen.

Ich möchte Ihnen, liebe Lesende, heute mein Herz öffnen und ein Geheimnis verraten: Ich bin Sitzpinkler. Es fällt mir schwer, darüber zu sprechen, aber ich bin allein unter Frauen aufgewachsen. Mein Vater verließ die Familie, als ich sechs Jahre alt war. Ich lebte mit meiner Mutter und meine Schwester zusammen, gelegentlich kam meine Oma, eine Kriegerwitwe, wie man damals sagte, zu Besuch. Ich habe erst sehr spät erfahren, dass man als Mann auch im Stehen pinkeln kann. Heute machen das sogar die Frauen.

Niemand ist schlagfertiger als eine türkische Freundin aus meiner alten Heimatstadt. Einmal waren wir in einer Mainzer Kneipe verabredet, es regnete und ich begrüßte sie mit einer Umarmung. „Du bist ja ganz nass“, sagte ich, unschlagfertig wie immer. Sie antwortete: „Das sind alle Frauen, wenn sie dich sehen.“ Wie aus der Pistole geschossen, als hätten wir diesen Sketch schon zehnmal geprobt. Sie arbeitet inzwischen als Redakteurin beim WDR.  

Die Bayern sind so selbstbewusst, die machen Staatsbesuche im Kreml. Strauß, Stoiber, Söder. Und werden auch noch empfangen. Die Ministerpräsidentin vom Saarland käme erst gar nicht auf die Idee. Und wenn Ulla La Bamba oder wie sie heißt in Moskau anrufen würde, legt Putins Sekretärin direkt auf.

„Kuck ma, dat Röggelschen“, ruft der Kölner, wenn er einen Schwarzen sieht. Politisch korrekt ist das schon lange nicht mehr.

„Sunny side up“ – so nennt man in Amerika ein Spiegelei. Genauso ist mein Leben: blendendes Aussehen, Geld wie Heu, Dank regelmäßigem Sport, praktisch kalorienfreier Ernährung und völliger Abstinenz kerngesund, Schwarm alle Frauen ab siebzig und klug wie eine Eule.

Parkbank. Meine heimlichen Lieblinge: der deutsche und der koreanische Rentner. Er liest die Schlagzeilen aus der Zeitung und erklärt in breitestem Berliner Dialekt den Inhalt. Thema Jugendkriminalität: „Dit kuckt sich der eene vom andern ab.“ Der Koreaner kommentiert nur sporadisch: „Schlimm, schlimm.“ Selbst, als er die Lachswanderung erklärt bekommt, nickt er nur stoisch.

+++breaking news+++ Juden in aller Welt im Glückstaumel. Trump ist der seit Jahrtausenden erwartete Messias. Jesus als Trickbetrüger entlarvt. Christliche Kirchen melden Insolvenz an. Masseltov und Shalom wünschen alle beschnittenen Schläfenlockenbengel von Bonetti Media.

Wortspiele aus der Hölle: „Pfeif auf deine Zukunft, wenn die Hoffnung flöten geht.“

The empty ocean of my soul, apple pie and Superbowl. (Lyrik im Grenzbereich)

Rage Against The Machine - Killing In the Name (Official HD Video)

 

Sonntag, 7. Dezember 2025

Wurstgeschenkideen

 

Blogstuff 1244

Nichts ist alles, was wir tun können. #Klimawandel

Er tauchte im Leib der Stadt unter und an einer anderen Stelle wieder auf, als sei Berlin das Meer. In der U-Bahn gab es weder Tag noch Nacht, aber die Zeit konnte man an den Gesichtern der Menschen ablesen. War der Zug morgens voll und die Menschen auf dem Weg zur Arbeit, waren die Gesichter leer und hoffnungslos, während der Rush-Hour am Nachmittag müde und alt. Selbst in der Masse waren die Gesichter so klar voneinander getrennt wie auf einem Kupferstich. Am Abend gehörte die Bahn den Jugendlichen, bevor sich in der Nacht die Penner auf den Sitzbänken breitmachten.

Schlägt Rookie Antonelli, der Hamiltons Mercedes fährt, den siebenfachen Weltmeister im Ferrari? Aktuell 152:150 für LH

30387 Klicks am 3. Dezember. Jetzt dreht Google endgültig durch. Wenn ich tatsächlich jeden Tag so viele Leser hätte, würde ich längst bei Markus Lanz sitzen.

„Kabarett aus Franken“ im BR: „Markus Barth lädt zu einem hintersinnigen, pfiffig-pikanten Kabarett-Abend voller Hintersinn, Klamauk, Comedy und bissigen Pointen mit den "Stars" der fränkischen Kabarett-Szene und weiteren Gästen. (Senderinfo)“. Um es mit Dalli-Dalli zu sagen: Da müssen wir einmal Hintersinn streichen. Außerdem: Lädt Barth die Zuschauer eigentlich ein oder vor?

Die Linken haben endlich den niveaulosen Populismus für sich entdeckt. Der Glühwein soll auf den Weihnachtsmärkten nicht mehr als 3,50 kosten. Die aktuellen Preise seien „eine echte Gefahr für die deutsche Kultur“, sagt Parteichef van Aken. Der Kampf gegen Ausbeutung und soziale Ungleichheit hat sich schon mal anders angehört.

Der Ex-Präsident von Honduras wurde beim Schmuggel von 400 Tonnen Kokain erwischt und im vergangenen Jahr in den USA zu über vierzig Jahren Gefängnis verurteilt. Trump hat ihn jetzt begnadigt, er ist wieder frei. Finde den Fehler #Venezuela

Ich glaube ja nach wie vor, dass der „Zaubertrank“ in den französischen Asterix-Geschichten Rotwein ist.

Manche Dinge beginnen verheißungsvoll und enden enttäuschend. Wie der Name Elvis Knopf.

Ich bin ein großer Fan von Rinderzunge. Das letzte Mal, als ich diese Köstlichkeit genossen habe, war in einem fränkischen Dorflokal. Nach dem Essen ist es dann passiert. Ich gehe aufs Klo und dort sprengt mein Bauch alle Ketten. Mit einem schussartigen Knall platzt mir der Gürtel vom Leib. Die Schnalle, eigentlich aus solidem Metall gefertigt, ist gebrochen. Mit den Händen in den Hosentaschen, damit mir die Jeans nicht auf die Knöchel sinkt, gehe ich zurück an den Tisch, wo mein Reisegefährte wartet. Wo bekommt man jetzt einen neuen Gürtel her? Sonntags in der Pampa? Wer hatte je einen zweiten Gürtel im Gepäck?

Samstag, 6. Dezember 2025

Die kleine Münzwäscherei

 

Blogstuff 1243

Es war einmal eine kleine Münzwäscherei, die stand auf einer Waldlichtung, tief in den Karpaten verborgen. (…) Drum, liebe Kinder, gebt fein acht, wer euch heut‘ die Wäsche macht.

„Wenn wir bei der WM-Auslosung Glück haben, spielen wir in der Gruppenphase gegen Ecuador, Usbekistan und Curacao.“ Das habe ich am 28. November gepostet. Es wurden Ecuador, Elfenbeinküste und Curacao. #MagicBonetti

Trump will sich mit einem Angriff auf Venezuela im Kampf gegen Drogen profilieren. Jeder weiß, dass die meisten Drogen über Mexiko in die USA kommen und auch Kolumbien hat traditionell die Finger im Spiel (70 Prozent der weltweiten Kokain-Produktion, Koka-Anbau hauptsächlich in Peru, Brasilien und Bolivien). Offensichtlich geht es ihm um etwas anderes, womöglich Erdöl und Regime Change.

Die Formulierung „Ein-Zimmer-Maisonette-Wohnung“ bedeutet, dass es ein Hochbett gibt.

Wenn man in den Neunzigern in Berlin im Restaurant saß, wurde man von diversen Leuten belästigt. Ich frage mich, wo die heute alle sind. Als da wären: der Rosen-Inder, dem Pastewka ein Denkmal gesetzt hat, Musiker, die so lange am Tisch gefiedelt oder Ziehharmonika gespielt haben, bis man ihnen Geld fürs Aufhören gab (nicht für die akustische Belästigung), Zeitungsverkäufer mit den Ausgaben des nächsten Tages, Zeichner (ich habe mal für fünf Mark ein erschütterndes Porträt erstellen lassen), Schriftsteller mit selbst verlegten Büchern (Er: „Das habe ich selbst geschrieben“, Ich: „Sind nicht alle Bücher selbst geschrieben?“) und in Kreuzberg der legendäre Kerzenverkäufer, der angeblich auf einem Trip hängengeblieben war und immer wie in Trance vor sich hin nölte „Kerzen kaufen, Kerzen kaufen“.  

Endlich gibt es auch ein Eis „Pommes mit Mayo“ und die „Rigatoni Shanghai“ mit Pak Choi. Mein Dank geht an „La Luna“ in der Berliner Rheinstraße.

Da juckt misch dat Fell in de Hose, du.“ Kölner. Immer für einen Spruch gut.

Der Stollen von Bonetti ist nur wegen des Puderzuckers so erfolgreich. Zwinker, zwinker.

Mein Handy ist so alt, es zeigt die Preise noch in D-Mark.

Nochmal ganz kurz die drei Regeln für den Kommentarbereich:

1.    Wer mich persönlich beleidigt, ist raus.

2.    Wer billige Polemik und unbelegte Behauptungen ohne Sachargumente und Fakten bringt, ist raus.

3.    Wer rechtsradikale Scheiße verbreiten will, ist raus.

4.    Witze, die noch schlechter sind als meine, sind auch raus.

Freitag, 5. Dezember 2025

The Phone Files II

 

„Hallo, hier ist Ihre Telekom. Ich habe gute Nachrichten für Sie.“

Nicht schon wieder. Beim letzten Mal hat man angeblich kostenlos mein Datenvolumen erhöht und seitdem zahle ich fünf Euro mehr im Monat. Aber diesmal würde ich den Spieß umdrehen.

„Gute Nachrichten? Lesen Sie keine Zeitung?“

„Wir von der Telekom haben nur gute Nachrichten.“

Aalglatt gekontert. Gut geschult und mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im Leute-Verarschen. Ich musste eine andere Strategie wählen. „Sie haben eine angenehme Stimme“, sagte ich zu der Frau am Telefon. Tonfall: verführerisch.

„Danke. Es geht um ihren Superspar-Happiness&Sunshine-Tarif zum exklusiven Sterne- und Mondpreis.“

„Ich liege auf dem Bett.“

„Wie bitte?“

„Ich war gerade duschen und liege jetzt splitterfasernackt auf dem Bett.“

„Also zu unserem neuen Tarif …“

„Mein Schamhaar ist noch ganz feucht. Ich stelle mir vor, wie du mich berührst. Wie deine Hand weiter nach unten wandert.“

„Ich kann Ihnen nicht ganz folgen.“

„Deine Stimme erregt mich. Ich streichle mich gerade. Hör nicht auf.“

Aber dann hat sie einfach aufgelegt und ich habe weiter an meiner Steuererklärung gearbeitet.

The Phone Files I

 

Ich stehe in der Küche, als das Telefon klingelt.

-       Hallo?

-       In die Spaghetti Carbonara darf keine Sahne.

-       Wie bitte?

-       Die Soße. Sie machen einen großen Fehler.

-       Wer sind Sie überhaupt?

-       Die Cucina-Italiana-KI.

-       Das ist doch wohl ein Witz.

-       Wir haben unsere Kameras überall. Außerdem kochen die Spaghetti seit über zehn Minuten. Sie sind nicht mehr al dente.

-       Das ist doch wohl meine Sache.

-       Sollen wir jemand von unseren Leuten schicken?

-       Nein. Ist ja schon gut. Ich nehme die Pasta vom Herd und lasse das mit der Sahne.

-       Geht doch.