Sonntag, 16. Januar 2022

Vergeblichkeit, du sanfte Frucht – Bonetti wird Bundestagspoetin


Das Digitale kommt ganz oft

In manchen Dörfern unverhofft

Weil der Minister Tempo macht

Und Mutti jetzt bei Netflix lacht

 

Windenergie ist kein Problem

Der Habeck hat es gleich gesehen

Die Autos sind jetzt abgasfrei

Der Klimawandel ist vorbei

 

Als nächstes sind die Russen dran

Die Baerbock hat schon einen Plan

Erst machen wir die Pipeline zu

Dann kommt die Ukraine zur EU

 

Zu guter Letzt, ihr lieben Leute

Macht Christian Lindner fette Beute

Das Wachstum rauf, die Steuern runter

Jetzt wird selbst Olaf Scholz noch munter

 

Goethe war gut - YouTube

 

Donnerstag, 13. Januar 2022

Aus dem Great-Reset-Nähkästchen geplaudert


Seit man mir im letzten Sommer den Chip implantiert hat, fühle ich mich gut. Ich bin nicht mehr unzufrieden mit meinem Leben. Ich arbeite gerne. Ich habe meinem Chef gesagt, dass ich auch für weniger Geld arbeiten würde, aber er hat geantwortet, es ginge nicht. Wegen des Tarifvertrags. Jetzt mache ich einfach unbezahlte Überstunden im Garten seiner Villa.

Ich finde auch die Politiker toll. Wir haben eine Super-Regierung. Es ist fantastisch, wie gut alles in Deutschland funktioniert. Ich habe begriffen, dass Konsum Solidarität bedeutet. Wenn ich mir ein zweites iPhone kaufe, sichere ich damit die Arbeitsplätze meiner Mitmenschen. Ich möchte unsere Wirtschaft auf diese Weise unterstützen.

Als ich neulich von Windows 10 auf Windows 11 umgestellt wurde - im Volksmund nennt man es „Boostern“ -, hat es an der Einstichstelle nur ein bisschen gekribbelt. Ich finde Microsoft hat das sehr gut gemacht. Die Zusammenarbeit mit Pfizer und Biontech klappt hervorragend. Das Weltwirtschaftsforum und die Bilderberg-Konferenz haben alles gut organisiert.

Der Great Reset läuft seit zwei Jahren und wird bald abgeschlossen sein. Die Impfgegner kriegen wir auch noch. Alle müssen mal zum Arzt. Beim Blutabnehmen oder in einer Tablette – der Chip wird implantiert und sie werden die große Erleichterung spüren. Keiner kann entkommen. Wir haben alle Daten. Mit Zusätzen im Trinkwasser werden wir auch den letzten Volksfeind gefügig machen.

Scholz wurde erst durch die Impfung mit dem Chip zum Gewinner. Jeder kann es schaffen. Schöne neue Welt.

Grüße aus Schwurbeltal, Euer Attila Bonetti

P.S.: Jetzt mal im Ernst, Freunde der Sonne und der Berge. Es ist doch nicht der Dilettantismus der Politiker, der viele Leute sauer macht. An den haben wir uns in den letzten Jahrzehnten gewöhnt. Es sind auch nicht die Impfungen und Schutzmaßnahmen. Es ist unsere Ohnmacht. Wir halten uns für die Herrscher der Welt. Und so ein beschissenes kleines Virus, das man noch nicht mal sehen kann, ist stärker als wir. Zwingt uns seinen Willen auf. Zwingt uns, Dinge zu tun (Maske! Abstand! Isolation!), die wir gar nicht tun wollen. Hält sich nicht an die Regeln, die wir aufstellen.

Wir leben in einer von Menschen gemachten Welt und sind es gewohnt, mit anderen Menschen über die Bedingungen unseres Zusammenlebens zu verhandeln. Es werden Fakten geprüft, Argumente ausgetauscht - und dann entscheiden wir. Selbst der Klimawandel ist von Menschen verursacht. Wir können ihn verhindern. Aber mit dem Virus können wir nicht verhandeln, es ist Argumenten und Entscheidungen nicht zugänglich. Demonstrationen und „Spaziergänge“ können es nicht beeindrucken. Das empfindet die Krone der Schöpfung als narzisstische Kränkung. Es macht uns wütend, weil wir diesen Machtverlust nicht gewohnt sind.

Madonna - Beautiful Stranger (Official Video) [HD] - YouTube

Sonntag, 9. Januar 2022

Fragment D-724

 

Eigentlich wollte ich in dem Schweizer Hotel nur auf die Toilette. Aber am Empfang begrüßte man mich überschwänglich und geleitete mich direkt in die Präsidentensuite. Der Direktor eilte herbei und nannte mich Graf von Wudtke. Ich sagte nichts, ließ mir vom Pagen ein Schaumbad einlassen und bestellte einen Wachtelbrustburger mit Süßkartoffel-Pommes und eine Flasche Champagner beim Room Service.

Keine Ahnung, wie lange das Spiel so weitergehen würde. Ich bin ein einfacher kleiner Spargel-Sommelier aus Rheinhessen. Nur drei Monate im Jahr habe ich Arbeit. Den Rest der Zeit verbringe ich bei meiner Mutter oder auf der Suche nach anderen Jobs.

Als ich am Abend an der Bar einen Wodka Red Bull trank, tänzelte eine Frau auf mich zu, die vor zwanzig Jahren sicher eine Schönheit gewesen war.

Manchmal öffne ich morgens die aktuelle Textdatei und finde merkwürdige Fragmente, die in der Nacht entstanden sein müssen. Meistens lösche ich sie einfach. Haben Sie eine Idee, wie die Geschichte weitergehen könnte?

Donnerstag, 6. Januar 2022

13 Jahre Kiezschreiber – 13 Jahre im Rausch des Erfolgs


„Morgen fange ich wieder mein Schreiben an, ich will mit aller Kraft hineinreiten, ich fühle, wie ich mit unnachgiebiger Hand aus dem Leben gedrängt werde, wenn ich nicht schreibe.“ (Franz Kafka: Brief an Felice, 20. / 21. 12. 1912)

„Mein neuer Plan ist natürlich nicht der beste Plan. Der beste Plan wäre doch wahrscheinlich, auf irgendeine schlaue Weise etwas Geld zusammenzubringen und mit Dir für immer nach Süden zu fahren auf eine Insel oder an einen See. Im Süden ist, glaube ich, alles möglich. Dort abgeschlossen leben und von Gras und Früchten sich nähren. Aber ich brauche nicht einmal sehr tief in mich hineinzuschauen und ich will nicht einmal nach Süden fahren. Nur die Nächte mit Schreiben durchrasen, das will ich. Und daran zugrundegehn oder irrsinnig werden, das will ich auch, weil es die notwendig längst vorausgefühlte Folge dessen ist.“ (Franz Kafka: Brief an Felice, 13. 7. 1913)

Als ich am Bahnhof aus dem Zug stieg, erkannte ich meine Heimatstadt nicht wieder. Eine jubelnde Menschenmenge begrüßte mich. Ich wurde auf einen gepolsterten Stuhl gesetzt und von vier starken Männern in einen nahegelegenen Festsaal getragen.

Ein Fanfarenchor begrüßte mich, dann fing ein Schülerchor an zu singen. An langen Tischen saßen Frauen in festlichen Kleidern und Männer im Smoking. Große Schüsseln mit Fleisch und Klößen, Flaschen, Teller und Blumenvasen standen vor ihnen. Als ich in den Saal getragen wurde, standen alle auf und applaudierten.

Der Bürgermeister, ein alter Mann mit weißem Vollbart und einer Schärpe, hielt eine Rede. Ich verstand kein Wort. Welche Sprache wurde hier gesprochen? Ich wurde neben ihm platziert. Vor mir stand ein goldener Literaturpreis, der mir offenbar verliehen werden sollte. Man schenkte mir ein Glas Wein ein.

Nachdem sich der Bürgermeister wieder gesetzt hatte, stand ich auf und erklärte den Anwesenden, dass ich gar nicht schreiben könne. Natürlich hatte ich es in der Schule gelernt, aber ich hatte das Nicht-schreiben-können niemals vergessen. Deswegen war es mir unmöglich, einen Text zu schreiben. Die Menschen verstanden mich nicht. Viele saßen mit dem Rücken zu mir. Alles war falsch an diesem Tag.

P.S.: Auf welches Prosafragment von Franz Kafka spiele ich an?

Chumbawamba - Tubthumping (Original Video) - YouTube

Dienstag, 4. Januar 2022

Neue Traditionen durch Corona – Think Positive

 

Wir sollten auch nach dem Ende der Pandemie 2025 einige der neuen Gewohnheiten beibehalten. Hier eine kurze Liste:

1.     Nie mehr Händeschütteln. Keine klebrigen, nasskalten Pfoten mehr drücken. Es reicht ein kurzes „Guten Tag“ oder meinetwegen auch „Hallo“.

2.     Händewaschen nach dem Stuhlgang und dem Urinieren. Für viele Menschen war es neu. Willkommen in der Zivilisation.

3.     Fastnacht und Karneval ersatzlos streichen. Haftstrafe für Polonäse Blankenese.

4.     Böllerverbot für immer. Silvester ächten.

5.     Abstand halten. Immer und überall. Grabscher und Pöbelfritzen müssen mit der neuen Distanz leben.

6.     Lassen wir es mit dem Tourismus. Bleiben wir zuhause.

7.     Homeoffice. Videokonferenzen.  

8.     Immer genug Klopapier und Nudeln im Haus.

9.     Gesundheit als Thema Nr. 1 der Politik. Was gäbe es Wichtigeres?

10.  Keine Massenveranstaltungen mehr. Bundesliga, Mario Barth im Olympiastadion, Helene-Fischer-Konzerte. Machen wir dem Elend ein Ende.

Wir haben jetzt die Chance für gesellschaftliche Veränderungen. Wir sollten sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Dann war das Leiden nicht umsonst.

S'Express - Theme from S'Express - YouTube

Sonntag, 2. Januar 2022

Es

 

„Es gibt Dinge, die irgendwo im Innern des Menschen wahr sind, die sich aber in Wahnsinn verwandeln, sobald man sie ausspricht.“ (Antal Szerb: Die Pendragon-Legende)

Der Flug dauerte viele Stunden.

Am Flughafen angekommen nahm ich mir ein Taxi zum Hauptbahnhof.

Mit dem Zug fuhr ich in eine kleine Stadt in der Provinz.

Von dort nahm ich den Bus, der mich in ein abgelegenes Dorf brachte.

Ein Bauer, dessen Name nur aus Zischlauten bestand, brachte mich mit seinem Ochsenkarren bis an den Fuß des Bergs.

Dort mietete ich einen Steinbock, der mich den Berg hinaufbrachte.

Unterhalb des Gipfels war eine Höhlengang, den ich betrat.

Der Gang wurde immer schmaler und schmaler.

Schließlich kroch ich auf allen Vieren.

Ich kam in eine große Halle, deren Wände silbern schimmerten.

Dort habe ich es endlich gefunden.

Was war es?

Das ist die falsche Frage.

Was habe ich gesucht?

Wir haben die Fähigkeit, in den Dingen mehr zu sehen als das Offensichtliche. Das unterscheidet uns vom Tier.

Sleaford Mods - Nudge It Ft. Amy Taylor - YouTube

 

Samstag, 1. Januar 2022

Brexit – das erste Jahr

 

·       Das Pferdefuhrwerk feiert ein Comeback

·       Heißes Wasser (ohne Teeblätter oder Kaffeebohnen zubereitet) ist das beliebteste Getränk

·       Die britische Küche feiert ein Comeback: Bangers & Mash, Fish & Chips und Haggis sind der Renner

·       Tweed-Anzüge aus Schurwolle sind wieder in Mode

·       After Eight darf man jetzt schon vor acht essen

·       Trotz Isolation explodiert die Zahl der Corona-Infizierten

·       Die Kapitalakkumulation stagniert, weil den Ausbeutern die billigen Arbeitskräfte fehlen

·       Bananen, Kiwis und Orangen werden durch Birnen, Stachelbeeren und Äpfel ersetzt, die es allerdings nur in den Sommermonaten zu kaufen gibt

·       Klopapier gibt es nur noch auf Bezugsschein, die Zahl der Zeitungsabonnements steigt

·       Boris Johnson bereitet seine Landsleute auf ein brutales zweites Jahr vor: Nudeln, Reis und Bier werden knapp, der Wein ist alle. Geplant sei der Austritt aus UEFA, FIFA und NATO

Die gute Nachricht: Ohne Südfrüchte, Kaffee, Benzin und Billig-Klamotten aus China wird UK bald klimaneutral.

Deee-Lite - Good Beat (Official Music Video) - YouTube