Donnerstag, 30. Juli 2026

Marvelous Magic Bonetti

 

Blogstuff 1367

„Nothing really matters “. (Freddie Mercury)

Merz ist wie Scholz. Schon vor dem Ende der ersten Amtszeit gescheitert. Seine Arbeit wird, laut FAZ von führenden CDU-Politikern als „unwürdig“, „schäbig“ und „unterirdisch“ bezeichnet. Da braucht man die Kommentare der Opposition schon gar nicht mehr. Aber Merz merkt es nicht. In meinem Heimatdorf kannte jeder den Dorftrottel, nur einer nicht: der Dorftrottel selbst. Hoffentlich hat das alles vor 2029 ein Ende. 

Während Corona gab es leere Regale. Für gelernte DDR-Bürger muss es eine großartige Zeit gewesen sein. Wie früher.

Waldbrände in Spanien und Frankreich? Dahinter stecken die Grünen. Auf den abgebrannten Flächen werden Solaranlagen und Windparks gebaut. Das ist die Wahrheit, die keiner hören will!

Im Sommer mache ich gerne mal Pause von der ganzen Erholung.

„Deadline“ ist ein dramatischer Ausdruck. Du stirbst nicht, wenn du den Termin nicht einhälst.

Bonetti rät: Du sollst keine Ziele im Leben haben. Deinen Job macht jemand anderes, wenn du es nicht tust. Sag nein zu Meetings, Power-Point-Präsentationen, Kaffeepausen und Kantinenfraß. Es gibt keinen tieferen Sinn, egal wie oft du dich fragst. Du existierst einfach wie Unkraut auf einer Wiese. Das Leben ist beschissen und am besten verschläfst du die meiste Zeit bis zu deinem Tod.

Die Humboldt-Stiftung hat 2025 32 Prozent mehr Bewerbungen aus den USA gemeldet. Beim DAAD hat sich die Zahl der Bewerbungen fast verdoppelt. Danke, Trump! Nix mit Brain-Drain in Deutschland.

„Hintergrund der Umstellung ist das Wachstums­chancen­gesetz der Bundes­regierung zur verpflichtenden Einführung der elektronischen Rechnung im Geschäfts­verkehr. Ziel ist die weitere Digitalisierung und Standardisierung von Rechnungs­prozessen in Deutschland.“ Solche Mails bekommt man von der Telekom. Damke, Nerz!

Jetzt hat der Remmo-Clan auch dieses Viertel übernommen. Unschuldige Frauen werden gezwungen, Gucci-Handtaschen zu tragen.

Früher habe ich immer Essen ins Kino geschmuggelt. Einmal sogar ein Schweinenackensteak in Alu-Folie.

Masood Boomgaard: „Work-Life-Balance is Bullshit”. Leben ist wichtiger als Arbeit. Wenn du so viel arbeitest, dass es die Hälfte deiner Zeit frisst, machst du etwas falsch.

 Leila K – Ca Plane Pour Moi (Official) – YouTube

 

Dienstag, 28. Juli 2026

Walhalla und das Paradies

 

Blogstuff 1366

„Fortpflanzungstourismus“ (Küppersbusch zur Causa Spahn)

Ein Menschenleben ist wie die Geschichte der Menschheit. Kindheit und Erwachsenenalter – alles gut. Aber dazwischen ist die Pubertät, das dunkle Mittelalter.

Was die AfD mit Islamisten verbindet: Beide wollen die Gesellschaft spalten.

Eigentlich ist es ganz einfach. Islam = Religion. Islamismus = Ideologie.

Eines Tages werde ich wie der Dude in den Supermarkt gehen: im Bademantel, mit kurzen Hosen und Schlappen.

Fun Fact: Auch nach dem Anschlag auf den CSD gibt es noch „Queers for Palestine“. Jedes weitere Wort ist überflüssig.

Ich habe mein Start-up „Bonetti AI“ an Musk verkauft. Jetzt will er es mir zurückverkaufen. Aber ich bin ja nicht blöd. Wenn er sich informiert hätte, wüsste er, dass AI Allergiker-Informationen bedeutet.

Anfang des Jahres war ich bei einer Zahnärztin. Schon nach meinem Anruf hätte ich misstrauisch werden müssen, denn ich habe sofort einen Termin bekommen. Dann saß ich allein im Wartezimmer. Sie hat mir eine Zahnreinigung aufgeschwatzt, zu der ich nie gegangen bin, und hat mich für die eigentliche Behandlung an eine Kieferchirurgin überwiesen.

Die größte Schnitzel-Challenge gibt’s in der Gaststätte „Zum Propeller“ am Flughafen in Worms. Zwei Kilogramm + Soße + Pommes.

Merz hätte es auch einfach haben können. Sein Fraktionsvorsitzender ist gegangen. Hätte er die Fraktion einen neuen Vorsitzenden wählen lassen, hätte er sich die holprige Personalkaskade erspart. Aber warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Warum ist Abdul Ballout mit einem Messer auf ein schwer bewaffnetes SEK zugegangen? Weil er sterben wollte. Nur wer im Kampf stirbt, kommt als Märtyrer ins Paradies, wo 72 Jungfrauen auf ihn warten. Wir lachen darüber. Aber viele unserer Vorfahren haben im Dritten Reich genauso gedacht. Sie hatten sich vom Christentum abgewandt und den alten Glauben der nordischen Stämme, der Germanen, Wikinger usw. übernommen, vor allem Mitglieder der SS. Odin ist der Gottvater, daneben gibt es andere Götter wie Thor mit dem Hammer. Vor allem die Vorstellung vom Himmel war ganz anders. Christen sehen sich auf einer Wolke, in einem weißen Kleid und mit einer Harfe in der Hand. Gebt mir Manna! Die Nazis glaubten an Walhalla, eine große Halle, wo die Götter und die Krieger bis ans Ende der Zeit ein Riesenparty mit Honigmet, Fleisch und schönen Mädchen feiern. Allerdings musste man als Krieger mit einem Schwert in der Hand im Kampf sterben. Wer im Bett starb, an einer Krankheit oder an einem Herzinfarkt, kam nicht in den Himmel. Nach einer Schlacht würden die Wallküren über das Schlachtfeld fliegen und die Seelen der toten Krieger nach Walhalla bringen. Heute ist ein guter Tag zum Sterben, dachte mancher SS-Fanatiker. Dann komme ich nach Walhalla. Wer den Tod nicht fürchtet, geht größere Risiken ein als andere Soldaten.  

 

Montag, 27. Juli 2026

Ist Bonetti ein Gefährder?

 

Blogstuff 1365

Die Reaktionen auf den Terroranschlag in Berlin sind vorhersehbare Rituale. Die einen instrumentalisieren die Opfer, die anderen warnen von Instrumentalisierung.

Der Täter war ein polizeibekannter Verbrecher. Er wurde gerade erst wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre gefordert. Im Nachhinein ein Justizfehler. Der Anschlag wäre verhindert worden und ironischerweise würde Abdul Ballout noch leben, wenn auch hinter Gittern. Man hätte ihn nicht auf der Flucht erschießen müssen. Das Gericht hatte eine Deradikalisierung angeordnet, heute hätte der erste Termin stattfinden sollen. Ich habe Fragen: Wie naiv kann man sein? Ein Mann, der sich dem IS anschließen wollte, soll mit Gesprächen zu einem Demokraten gemacht werden? In der dreijährigen Haft hätte er genug Zeit gehabt, über seinen weiteren Weg nachzudenken. Wieso wird jemand, der längst erwachsen ist, nach Jugendstrafrecht verurteilt? Aber machen wir uns nichts vor. Es wird wieder passieren. Die Polizei kann die 2000 islamistischen Gefährder, die es nur in Berlin gibt, nicht überwachen.

Bonetti ist im Blogger-Ranking auf Platz 7 abgerutscht. Vor drei Jahren war er noch die unangefochtene Nummer 1, der beliebteste Blogger aller Zeiten mit +4,5. Die neue Nummer 1 ist Weird Al Jankowitz.

Wer gar nichts mehr glaubt (Politik, Medien, Wissenschaft), glaubt alles. Kreise in Kornfeldern, geheime Weltregierungen, Reptilienmenschen.

August-Challenge: den ganzen Tag im Bett bleiben, drei Flaschen Wein am Tag, nur Junk-Food, kein Sport, keine Bücher, Binge-Watching (Fernsehserien der 80er).

Jetzt sehe ich mir doch wieder Sport an: die Kämpfe beim diesjährigen Nagoya Basho. Ich hätte Sumotori werden sollen. Gewonnen hat übrigens ein Ukrainer!

Im Supermarkt kann ich Chips in einer Plastiktüte kaufen, Erdnussflips, Salzstangen, in Plastik verpackten Schinken und Käse, Brot in Plastikbeuteln – aber an der Kasse bekomme ich keine Plastiktüte für meine Einkäufe. Wegen Umweltschutz und Klimawandel. Ich kapier’s einfach nicht.

Was haben wir den Boomern zu verdanken? Internet, Mondlandung, Techno, E-Auto, Pizza Hawaii usw.  

Wir sind wieder wer. Deutsche gewinnen alle 143 deutsche Meisterschaften. #Finals

Die Geschichte von Harry Haft ist unglaublich. Er kam mit 16 nach Auschwitz und wurde von einem SS-Wachmann zum Boxer ausgebildet. Er machte 76 Kämpfe auf Leben und Tod. Der Verlierer wurde von den Nazis ermordet. Nach dem Krieg wanderte er in die USA aus und wurde Profiboxer für die Mafia. Er kämpfte sogar gegen die Boxlegende Rocky Marciano.

 

Sonntag, 26. Juli 2026

Das Flüssige muss ins Durstige

 

Blogstuff 1364

Terroranschlag gegen CSD. Ein Mordopfer, 16 Verletzte. Wann hat es das in Berlin je gegeben?

Grüne Wahlwerbung gegen die AfD: „Deutscher Wind statt arabischem Öl.“

„Liebe Mama, lieber Papa! Ich sitze gerade auf einer Tür, die Titanic ist gesunken. Irgendein Mongo, dessen Namen ich vergessen habe, ist gerade ersoffen. Bis bald und liebe Grüße, eure Kate.“

Ich bleibe nach dem Sex nicht die ganze Nacht bis zum Frühstück. Das kostet extra.

Geld ist nur ein Werkzeug. Niemand braucht fünf Schraubenzieher. Das macht dich nicht glücklich.

Trump trat zweimal gegen eine Frau an und wurde jedes Mal zum Präsidenten gewählt. So viel zum Thema Sexismus.

Linnemann wird neuer Gesundheitsminister. Keine gute Nachricht für Kassenpatienten. Dazu kommt, dass er fachlich eine Null ist.

Aber Fachwissen ist bekanntlich keine Voraussetzung für die politische Karriere. Warken kam als Juristin ins Gesundheitsministerium. Jetzt soll sie das gesamte Kanzleramt und sämtliche Politikfelder koordinieren. Linnemann hat Wirtschaftswissenschaften studiert und arbeitete als Bankökonom. Da werden wieder viele Millionen für Berater ausgegeben werden müssen. CDU-Generalsekretärin wird die Schatzmeisterin der Fraktion, die gleich im Herbst die Watschen für die vergeigten Wahlen kassieren kann. Immerhin will der Finanzpolitiker Güntzler nicht Verkehrsminister werden - weil er dann auf Nebeneinnahmen von 425.000 Euro p.a. verzichten müsste.

Ich bin kaum noch im Internet. Sommerloch, das Thema Fußball hat sich bis zum Bundesligaauftakt erledigt und selbst die Formel 1 geht ab Montag in die Sommerpause. Ich höre viel Radio und mir fiel die thematische Eintönigkeit des Liedguts auf. Warrum gibt es keine Songs über Volleyball oder Bausparkassen?  

Kloppo wurde als neuer Bundestrainer vorgestellt, Nagelsmann wird Verkehrsminister.

In Niedersachsen müssen Tankstellen jetzt 55 Euro Strafe zahlen, wenn sie gegen die Zwölf-Uhr-Regel verstoßen – oder einen Zwanzig-Liter-Kanister Benzin.

Am 25. Juli waren die deutschen Murmelmeisterschaften in Sandhatten, ausgetragen vom SV Murmel 011. Der Verein war bereits zweimal Meister im Kuhlemurmeln. 32 Mannschaften treten gegeneinander an. Erst in der Gruppenphase, dann kommen ab dem Achtelfinale k.o.-Spiele. Auf drei x sechs Meter großen Sandplätzen treten je vier Spieler gegeneinander an, drei Kugeln muss jeder einlochen. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass schon im alten Ägypten und im antiken Rom gespielt wurde. Der Murmelsport ist somit wesentlich älter als Fußball.

Samstag, 25. Juli 2026

Herne bei Nacht

 

Es musste schon weit nach Mitternacht sein, als Bonetti durch den strömenden Regen auf das Taxi zusteuerte. Schwarz und schwer lag der westfälische Himmel über Herne, als er die Wagentür öffnete und sich ächzend auf die Rückbank quetschte.

Der Fahrer machte das Radio leiser und betrachtete Bonetti im Rückspiegel. „Ahmt. Wo soll’s denn hingehen?“

„Ahmt. Pension Schöller, bitte.“

Der Fahrer tippte auf seinem Navi herum. „Jacobystraße 18?“

„Ja“, antwortete Bonetti und ließ sich in den Sitz zurücksinken. Er schloss für einen Moment die Augen. Es war nicht die Lesung, die ihn so erschöpft hatte. Es war das anschließende Gespräch mit den Vertretern der hiesigen „Intelligenz“, mit der lokalen Kulturmischpoke, das ihn Kraft gekostet hatte. Da gab es Jakob Kieselmund, den adipösen und ständig schwitzenden Leiter der Volkshochschule, der ihn eingeladen hatte und ihm in den nächsten Tagen sein Honorar überweisen würde. Dann die beiden älteren Studienrätinnen vom Flottmann-Gymnasium, Monika Bueckmann und Tatjana Glomp, die ihre Deutsch-Leistungskursschüler demnächst mit Bonettis Novellen traktieren wollten, sowie Lothar Rüsselkäfer vom Herne-Kurier, der unter dem Pseudonym Rüdiger Ramone für das „Feuilleton“, wie er die Kulturseite großspurig nannte, regelmäßig Texte fabrizierte.

„Das ist ein Wetterchen, was?“ sagte der Fahrer im jovialen Plaudertonfall aller berufsmäßigen Chauffeure, als sie an einer roten Ampel warteten. „War denn bei Luigi überhaupt noch was los?“

„Luigi?“ fragte Bonetti müde zurück.

„Sie kommen doch gerade vom Italiener. Ich habe sie doch über die Straße rennen sehen. Trattoria Fungo Velenoso. Wir in Herne nennen das Restaurant einfach Luigi. So heißt der Wirt.“

„Ja, ich war nach der Lesung noch auf einen Dämmerschoppen und Antipasti eingeladen.“ Der dicke Kieselmund hatte sich noch richtig den Wanst vollgeschlagen. Carpaccio, Linguine mit Muscheln und Tiramisu - dazu eine ganze Flasche Brunello di Montalcino. Der alte Spesenritter konnte schließlich alles über seine Volkshochschule abrechnen. Die beiden Lehrerinnen hatten nur Frascati getrunken und ihm die ganze Zeit erklärt, es gäbe keine gute Literatur mehr in Deutschland. Bonetti kannte die Diskussion zur Genüge. Es war immer besser, in diese Litanei einzustimmen, anstatt seinen Zuhörern die wahren Ursachen zu erklären. Dass man mit Literatur kein Geld verdienen könne, dass es praktisch keine professionellen Dichter in Deutschland gäbe und man sich von dem Geschreibsel der Amateure nicht allzu viel erhoffen dürfe. Die Musiker können das Internet-Zeitalter mit Konzerten überleben, aber wer zahlt schon fünfzig Euro Eintritt für eine Lesung? Und welcher Schriftsteller schafft es, ein paar tausend Fans in einer Halle zu versammeln? Bonetti hatte routiniert die Helden der Vergangenheit beschworen. Der Mann vom Herne-Kurier hatte drei Weizenbier getrunken und sich Notizen gemacht. Über Bonetti selbst stand genug im Internet. Und über seine Texte hatte sich das schnurrbärtige Frettchen sicher schon eine Meinung gebildet, die Bonetti nicht interessierte. Er würde den deprimierenden Text erst gar nicht lesen.

„Ach, Sie waren das heute mit der Lesung? Volkshochschule, oder? Im Radio haben sie zehn Freikarten verlost“, erzählte der Fahrer.

So konnte sich Bonetti schon mal ein Viertel seiner Zuhörer erklären. „Ja, ich war das“, antwortete er und sah aus dem Fenster.

„Ich habe sogar mal was von Ihnen gelesen“, sagte der Fahrer. Es lag Stolz in seiner Stimme, während er an einer Kreuzung abbog. „Meine Frau hat mir ein Hörbuch geschenkt. Wenn ich mich mal langweile, verstehen Sie? ‚Tod in Bochum‘ oder so hieß das.“

„Borkum oder Tod“, korrigierte Bonetti. Es war vor zwei Jahren erschienen und hatte den Untertitel „Eine intellektuelle Zwischenmahlzeit für gestandene Germanisten“. Eigentlich war es eine Parodie auf Texte, die von Amateuren bei Literaturpreisen in der Provinz eingereicht werden. Es handelte von einer Schriftstellerin, die sich von Stipendiat zu Stipendiat hangelt, mal ein Jahr in Bottrop als Stadtschreiberin ist und dann wieder ein halbes Jahr auf Borkum, wo man gerade eine Inselschreiberin sucht. Die trost- und seelenlose Welt der Stipendien und Preisgelder, die an ehemalige Geliebte von Professoren oder narzisstische Studenten mit zwanghaftem Mitteilungsbedürfnis verteilt wurden.

„Genau“, pflichtete der Fahrer treuherzig bei und blickte Bonetti im Rückspiegel an. „Da ging es doch um eine junge Frau, die an einem Roman über das Leben einer Schriftstellerin schreibt. Aber sie findet nie die Ruhe und dann kommt sie auf diese Insel und lernt einen Pfarrer kennen.“

„Einen Deutschlehrer.“

„Ja, ich kann mich erinnern“, sagte der Fahrer und bog in die Jacobystraße ein. „Aber wissen Sie was? Sie müssten mal ein Buch über Taxifahrer schreiben. Ich könnte Ihnen Geschichten erzählen. Da könnte man glatt drei Bücher draus machen.“

Bonetti sah die Lichter der Pension und war erleichtert.

„Ich habe zum Beispiel mal einen Fahrgast gehabt, der war hier in Herne auf einer Beerdigung. Und wollte dann tatsächlich, dass ich ihn mit dem Taxi nach Köln fahre. Er hat mir erzählt, er hätte geerbt. Ich habe dann erstmal mit der Zentrale geredet, ob das überhaupt geht.“ Das Taxi hielt an und der Fahrer drehte sich zu Bonetti um. „Und was man hier in der Gegend mit Fußballfans erlebt, brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen. Dann, passen sie auf, das ist eine ganz tolle Geschichte, dann ist mal ein Mann in meine Taxe gesprungen und ich soll ihn nach Gelsenkirchen fahren. Der hat seine Frau am Bahnhof verpasst und will jetzt in Gelsenkirchen in den Zug, in dem seine Frau sitzt. Also muss ich Vollgas geben und bin nach Gelsenkirchen.“ Seine Stimme wurde immer lauter. „Ich weiß allerdings nicht, ob er den Zug noch erwischt hat. Manchmal hat man ja eine Fuhre nach der anderen.“

Bonetti hielt seine Brieftasche schon in der Hand.

„Was sich in meiner Taxe schon Leute gezofft haben, Pärchen nach der Disco, das glauben Sie nicht.“

„Würden Sie mir bitte eine Quittung geben?“ fragte Bonetti leise und hielt dem Fahrer einen Zwanzig-Euro-Schein unter die Nase. Die Leute können mich ruhig für ein arrogantes Arschloch halten, dachte er.

Dieser Fahrer hatte mehr an Bonetti verdient, als Bonetti jemals an ihm verdienen würde. Das ist die nüchterne Wahrheit des Kulturbetriebs.       

 

Mittwoch, 22. Juli 2026

Unser Haus

 

Blogstuff 1363

„Die hemmungslose Arroganz in der politischen Kaste treibt ganz besondere Blüten und gipfelte darin, dass Kanzler Fritz seinem Parteigenossen öffentlich zum Nachwuchs gratulierte. Klingbeil und Klöckner schlossen sich den Glückwünschen an! Diese "Instinktlosigkeit" macht nicht nur fassungslos, sie macht wütend. Man könnte auch sagen: Arroganter Hochmut gratulierte der egomanen Überheblichkeit – welch eine entartete Hybris! Welch eine amoralische Kloake!“ (Claudio Mancini)

Warum stehen auf der Rückseite von Weinflaschen nicht die Zutaten? Sind Antioxidantien enthalten?

Jeder Hundebesitzer kennt die Täuschung, von der eine Demokratie lebt. Der Hund geht voran, ist aber an der Leine.

Ich halte nichts vom Konzept „Glück“. Wenn ich ins Bett gehe und denke „Heute war ein guter Tag“, bin ich zufrieden. Dann versuche ich, es am nächsten Tag zu wiederholen.

Wirtschaftsexperten extrapolieren den Ist-Zustand in die Zukunft und nennen es Vorhersage. Das ist so, als wenn Sie Ihre Unterwäsche ein Jahr tragen und nicht wechseln. Niemand kennt die Dynamik von Politik, Gesellschaft und Wirtschaft 365 Tage im Voraus.

In den siebziger und achtziger Jahren war ich in der DLRG aktiv. Unsere Rettungsstation war am Rheinufer, aber der Fluss war so dreckig und vergiftet, dass sowieso niemand dort geschwommen ist. Dafür haben wir im Hallenbad Schwimmkurse für Kinder gegeben. Einmal begleite ich ein Kind, das zum ersten Mal „im Tiefen“ ist. Dann erscheint Esther, die Klassenschönheit von meiner Schule am Beckenrand und spricht mich an. Mich. Wir sind beide 14 und sie hat schon BUSEN. Winziger Bikini, mir bleibt die Spucke weg. Dann drehe ich mich um. Das kleine Mädchen macht tapfer seine Schwimmbewegungen, die ich ihr beigebracht habe, allerdings in einem halben Meter Tiefe. Ich hole das Kind nach oben und es schnappt nach Luft. Aber so hat Gott uns Männer geschaffen: blöd und geil. Daran wird sich auch nichts mehr ändern. Wir sehen eine schöne Frau und der IQ sinkt augenblicklich auf null. Machst du nix.

Fun Fact: Eine Schwimm-Demo in Berlin musste neulich abgesagt werden, weil das Wasser zu dreckig war. In der Spree darf übrigens seit hundert Jahren nicht mehr gebadet werden.

An Bahnhöfen darf in Zukunft nicht mehr gesoffen werden. Also: vorglühen. Betrunken, aber mit gültigem Fahrschein? Kein Problem. Und im Zug darf mal ja wohl den Fusel aus dem Gepäck holen.

Da lese ich doch tatsächlich „Kabarettsitzung“ statt „Kabinettsitzung“.

Mir ist aufgefallen: Es gibt keine dicken Radfahrer. Vielleicht sollte ich mir doch ein Fahrrad zulegen, anstatt den ganzen Tag wie ein angeschossenes Gnu auf dem Sofa zu liegen.

 

Dienstag, 21. Juli 2026

Berlin - Die Stadt, die immer schläft

 

Blogstuff 1362

Montag. Die Fußball-Deko ist aus dem Supermarkt verschwunden. Das Personal muss auch nicht mehr die albernen T-Shirts in schwarz-rot-gelb tragen (Aufschrift: Fanbetreuer – die Marketingfritzen werden alle in der Hölle landen). Fun Fact: Vor dem langweiligsten Endspiel aller Zeiten fand im Spiel um Platz 3 das beste Match der WM statt. Zum Glück kann ich Servus TV (Österreich) empfangen.

Den spektakulären englischen Sieg und das Finale hat Kevin Keegan noch gesehen, dann ist er gestorben. Der einzige Bundesliga-Star, der es jemals in die Charts geschafft hat.

Warum gibt es nur Meerjungfrauen, aber keine Meerjunggesellen?

Leute, die trinken, Drogen nehmen, arbeitslos sind und nicht an Gott glauben, finde ich sympathischer als Leute, die jeden Tag ins Büro und am Sonntag in die Kirche gehen.

Die außerirdische Elitesoldatin aus der Zukunft, Renate Mangold, klingelt an Bonettis Tür. (Fortsetzung folgt)

Nonne kommt zum Frauenarzt. „Sie sind schwanger.“ – „O Gott, was die Leute heutzutage alles auf die Kerze schmieren.“ (Cindy aus Marzahn)

Kinder sind unsere Zukunft. Lockvogelrhetorik. In Wirklichkeit sind sie undankbar und teuer.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Im neuen Film von Mark Zuckerberg spielt er eine App.

Es wurde schon immer gerne in Schubladen gedacht. Macht es für manche Leute einfacher, denen oberflächliche Zuordnungen genügen. Zum Beispiel: Generationen. Boomer, Generation X, Millenials usw. Meine These: Es gibt keine Unterschiede zwischen den Generationen. Jeder Jahrgang bringt kluge Menschen und Vollidioten hervor, nette Zeitgenossen und Arschlöcher, Linke und Rechte – überall auf der Welt. Man sollte es sich beim Nachdenken nicht bequem machen, sondern genauer hinschauen. Es lohnt sich, andere Menschen als Individuum zu betrachten.

Von meinem Vater habe ich den Humor geerbt. Als ich noch ein Kind war, gab es Spaghetti Bolognese. Er roch an seinem Essen und sagte zu mir: „Das riecht aber komisch. Bei dir auch?“ Also beugte ich mein Gesicht über den Teller und er drückte es in die Soße. Die ganze Familie hat mich ausgelacht. Als ich drei Jahre alt war, sagte er mir, er würde jetzt meinen Lieblingsteddy im Klo runterspülen. Ich folgte ihm ängstlich ins Badezimmer. Er zog einen Riesen-Show ab, ließ das Stofftier aber hinter die Kloschüssel fallen und betätigte dann die Spülung. Ich schrie und heulte. In Sachen Spaß bin ich durch eine harte Schule gegangen.

Kapitalismuskritik vor 55 Jahren. Nichts hat sich seither geändert. Udo Jürgens - Lieb Vaterland (Drehscheibe 26.04.1971)

 

Montag, 20. Juli 2026

Als der Montag verschwand

 

Eigentlich war alles wie immer. Ich verbringe den Sonntag vor dem Fernseher und mit meiner Playstation, am nächsten Tag gehe ich zur Arbeit. Als ich meinen PC einschalte, sehe ich, dass es Dienstag ist. Habe ich den Montag verschlafen? Keiner sagt etwas, auch der Chef nicht, der sonst penibel auf die Einhaltung der Arbeitszeiten achtet.

Mittags sitze ich mit meiner Kollegin Chantal Wagenheber in der Kantine. Erst beim Schokoladenpudding traue ich mich, sie zu fragen: „Warum ist heute Dienstag? Gestern war Sonntag. Was ist passiert?“

„Keine Ahnung“, antwortet sie gleichmütig. „Aber keiner von uns verliert ein Wort darüber. Babsi hat gesagt, es wäre eine Kalenderreform der Regierung. Aber Babsi erzählt viel, wenn der Tag lang ist.“

Ich mache mir keine Gedanken. Ich arbeite also nur vier Tage. Ist das die Vier-Tage-Woche, vor der Friedrich Merz uns alle gewarnt hat? Ist der Standort Deutschland in Gefahr?

In der Woche darauf fehlt der Montag schon wieder. Jetzt berichten die Medien. BILD: „Weltweit gibt es keinen Montag mehr. Stecken die Russen dahinter? Oder die Chinesen?“ Wirtschaftsverbände fordern eine Lohnkürzung um zwanzig Prozent. Aus dreißig Urlaubstagen werden jetzt über sieben Wochen Urlaub, nicht mehr sechs.

Spaßvögel setzen Meetings am Montag an, Geschäfte versprechen einen fünfzigprozentigen Rabatt am Montag, die Kirchen trauern dem Ostermontag nach. Es dauert ein paar Monate, bis das eigentliche Problem auftritt. Das Jahr hat 52 Tage weniger, also nur noch 313 Tage. Es schneit an Ostern und die ersten Sommertage sind Ende August. Also gibt man ein paar Monaten, allen voran dem Februar, 31 Tage. Dazu wird ein neuer Monat eingeführt: der Bonetti mit den Highlights Weihnachten und Silvester.

Klassische Sprüche geraten in Vergessenheit. „Warum ist Montag so weit weg von Freitag, aber Freitag so nah am Montag?“ „Traue keinem, der am Montagmorgen lächelt.“ „Montag im Büro ist, wenn die Motivation erst nach der dritten Kaffeepause kommt.“ Natürlich ist die Sache eine Katastrophe für die Karnevalshochburgen. Kein Rosenmontag mehr. Die Umzüge sind am Dienstag und danach kommt direkt der Aschermittwoch.

Im Büro träumen wir alle, dass als nächstes der Freitag verschwindet. Dienstag zur Arbeit kommen und Donnerstag ins Wochenende. Dann hätten wir alle zehn Wochen Urlaub im Jahr. Drei Tage Arbeit, zwei Tage frei. Damit könnte ich leben. Der wegfallende Karfreitag wäre locker zu verkraften. Wenn der Samstag oder der Sonntag verschwinden würde, wäre es natürlich eine Katastrophe. Für alle Beschäftigten, aber auch für Christen (Sonntag) und Juden (Sabbat). Müsste dann auch der Anfang des Alten Testaments umgeschrieben werden?

P.S.: Seit der WM machen wir alle zwanzig Minuten eine Hydration Break, formerly known as Kaffeepause. Nach dem Ende des Montags ein weiterer Fortschritt.

 

Sonntag, 19. Juli 2026

Dann geh doch zu Bonetti!

 

Blogstuff 1361

„Never change a swimming team.” (Franziska van Almsick)

Ein Freund von mir hat aufgehört, Alkohol zu trinken. Zwei Jahre später war er tot. Gut, er ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Trotzdem ist mir das Risiko zu groß.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er wurde gerade Siebter bei den deutschen Meisterschaften im erotischen Ausdruckstanz.

In eigener Sache: Das Pferdedrama „Hottehü“ von Bonetti Media kommt am Donnerstag in die Kinos.

Männer in Rom sind immer angezogen wie Gucci-Models, Männer in Berlin sehen aus wie Kleinkinder oder Provinzlesben.

2029: Vorbeimarsch des Wachregiments Großdeutschland. Weidel grüßt die Soldaten vor dem Reichskanzleramt.

Fun Facts: Spahns Leihmutter lebt in New York. Dort kostet ein bestelltes Kind zwischen 160.000 und 200.000 Dollar. #Menschenhandel. Schon beim Kauf der Berliner Villa für vier Millionen Euro habe ich mich gefragt, wo der Mann das ganze Geld hernimmt. Außerdem ist geklärt, wer der Samenspender ist. Spahns Göttergatte. Er sieht ja auch besser aus und hat offenbar keine Sehschwäche. Punkt 3: Spahn bleibt Bundestagsabgeordneter. Es war also nur ein Rücktritt vom Fraktionsvorsitz, nicht von allen Ämtern. Doppelmoral reloaded.

Neulich habe ich was über Plato gelesen. War das nicht der Hund von Micky Maus?

Klassische IKEA-Durchsage in Berlin: „Der kleine Es-geht-dich-einen-Scheiß-an-wie-ich-heiße möchte aus dem Bällebad abgeholt werden.“ (Quelle: Internet)

Antonelli hat sechs Grand Prix gewonnen, bei 34 Starts. Farina, der erste F1-Weltmeister 1950 und auch aus Italien, gewann fünf Grand Prix in 33 Rennen. Fünf Siege hatte der 19-jährige Mercedes-Fahrer nach dreißig Rennen.  

Die älteren Leser werden sich erinnern. Im Kaiserreich kam die Post dreimal am Tag und siebenmal die Woche. Das Porto für einen Brief betrug fünf Pfennig. Neulich musste ich wegen wichtiger Bankunterlagen, die mich nicht erreicht haben, die Sparkassenfiliale kontaktieren. Sie hatten sie losgeschickt, aber sie kamen nicht bei mir an. Berlin, das Caracas an der Spree.

Manchmal denke ich: Den Videothekenausweis kannst du auch mal aus dem Portemonnaie nehmen, den brauchst du vermutlich sowieso nicht mehr. Interessiert sich jemand für meine Betamax-Filme (Bud Spencer & more)?

PS: Für den Anruf bei Spahn und seine Bitte um Rücktritt vom Fraktionsvorsitz bekommt Merz das Seepferdchen in Politik.

 

Samstag, 18. Juli 2026

Merzinfarkt


Blogstuff 1360

Eine kurze Rechnung zum Thema Bundeswehr. Scholz machte nach Beginn des Ukrainekriegs 2022 100 Milliarden Euro Schulden für die Bundeswehr. Merz legte 2025 nochmal 500 Milliarden drauf. Dazu kommt der reguläre Wehretat: 2022 – 2026: etwa 290 Milliarden. Macht zusammen 890 Milliarden. Die Bundeswehr hat 185.000 aktive Soldaten. Das sind also 4,81 Millionen Euro pro Soldat. Eine knappe Million pro Jahr und Soldat. Warum sieht man keine nennenswerten Verbesserungen? Verschwindet das Geld auf so rätselhafte Weise wie beim BER oder Stuttgart 21?

Zum Vergleich: Hitler begann den Krieg 1939 mit 4,5 Millionen Soldaten. Die Wehrmacht hatte tausende Panzer, tausende Flugzeuge und Berge von Waffen und Munition. Die Bundeswehr kann höchstens Luxemburg erobern, jedes andere Nachbarland ist eine Nummer zu groß.

Natürlich ist Kinder- und Sklavenarbeit nicht schön. Aber was passiert denn, wenn wir die Sachen nicht mehr kaufen? Geht es den arbeitslosen Kindern und Sklaven dann besser?

Kein Lehrer kann alle Fächer unterrichten, aber die Schüler sollen in allen Fächern gut sein. Verstehe ich nicht.

Spahn nimmt bei seinem Leihmutterbalg in Anspruch, als Privatperson und nicht als CDU-Funktionär gehandelt zu haben. Das ist so, als würde der Justizminister einen Banküberfall machen und von uns erwarten, dass wir beides voneinander trennen. #Doppelmoral

Andere warten jahrelang auf ein Adoptivkind (kenne ich von einer ehemaligen Kollegin), aber so ein Bonzenschnösel wie Spahn holt einfach die fette Brieftasche raus und kauft sich ein Kind. Aber wer behauptet, wir seien eine Klassengesellschaft, ist ein Kommunist.

Von wem ist eigentlich das Sperma, mit dem das Ei der Leihmutter befruchtet wurde? Von Jens oder seinem Stecher? Oder war es ein Cocktail?

+++ breaking news+++ Spahn tritt zurück und ich muss einen ganzen Absatz zu Thema Heuchelei in der CDU löschen. Dafür mache ich mir jetzt ein Piccolöchen auf. „Ding Dong, the witch is dead.“

Bonetti Media stellt bevorzugt Rollstuhlfahrer ein, damit keine teuren Bürostühle angeschafft werden müssen.

Warum wird man eigentlich in einem Anzug beerdigt? Ich habe gar keinen Anzug. Ich möchte in Jogginghosen, Metallica-Shirt und einem falschen Schnurrbart in den Sarg gelegt werden.

#Doppelmoral, Teil 2: Danger Dan und Igor Levit dürfen mit ihrem antifaschistisches Lied nicht in der „Anstalt“ auftreten, aber jeder AfD-Fascho wird in Interviews und Talkshows hofiert. Danke, ZDF.

Freitag, 17. Juli 2026

Trump, Tuchel und Steinmeier

 

Blogstuff 1359

Tuchel wird seinen Job verlieren, für diese Aussage muss man kein Prophet sein. Mir ist immer noch ein Rätsel, warum die englische Mannschaft in den letzten zwanzig Minuten so defensiv gespielt hat. Schon nach dem Führungstreffer in der 55. Minute hat man den Argentiniern das Feld überlassen. Bis zum Abpfiff hatte England nur zwölf Prozent Ballbesitz. Nach der Hydration Break: Alle zehn Spieler in der Box oder drumherum. Keine Entlastungsangriffe, keine Konter, nichts. So kann man einen Vorsprung gegen eine zweitklassige Mannschaft über die Zeit retten, aber nicht gegen den amtierenden Weltmeister mit der lebenden Ikone Messi. Zwei Tore, zwei Pfostenschüsse, eine Weltklasseparade von Pickford. Der Sieg der Albiceleste hätte auch höher ausfallen können. Und die Three Lions müssen am Samstag im Finale der Verlierer antreten und bekommen gleich nochmal von Mbappé & Co. den Arsch versohlt.

Platz 1 in den deutschen Charts: Schlägersänger Harley-Hansi von den Hells Angels feat. Kickbox-Ronja mit „Ich schenk dir blaue Augen“.

Das Bundesinformationsamt hat diesen Blog gerade als systemrelevante Quelle eingestuft. Kritische Kommentare werden also zukünftig von der Bundespolizei untersucht.

Die Sanierung von Schloss Bellevue soll eine Milliarde Euro kosten. Ich schlage einen Neubau vor. In Wichtelbach gibt's günstige Bauplätze und gute Handwerker.

Heuchler des Jahres: Jens Spahn. Jahrelang kämpft er gegen Leihmütter in Deutschland und besorgt sich bei einer US-Leihmutter ein Kind. Er wird sicher eines Tages Kanzler werden.

Beim WM-Finale wird auf dem Platz nur Spanisch gesprochen. Das gab es seit 1930 (Uruguay – Argentinien) nicht mehr.

Zwei schlechte Nachrichten zum Thema Finale. Erstens: Trump kommt – als VAR. Zweitens: Die Halbzeitshow wird mindestens eine halbe Stunde dauern (u.a. mit Madonna, Justin Bieber, Shakira, Coldplay).

Trump ist immer noch von der Wahlniederlage 2020 besessen. Jetzt waren es also die Chinesen. Beweise gab es in seiner groß angekündigten Rede an die Nation natürlich keine. Außerdem will er ABC und CBS die Lizenz entziehen, weil sie seinen hirnlosen Schwachsinn nicht live übertragen haben. Ach ja, und dann hat er einen Bundesstaatsanwalt 54 Minuten nach dessen Ernennung gefeuert. Aber das Thema Epstein ist raus aus den Medien.

Ich bin wirklich heilfroh, dass mir das Thema Krankschreibung ab Tag 1 gepflegt am Arsch vorbeigehen kann. Ich bin raus aus dem Arbeitsleben. Ich brauche mich nicht krankschreiben zu lassen, ich muss keinen Chef informieren.

Mittwoch, 15. Juli 2026

Bonetti – Schicksalsjahre eines Superstars


Blogstuff 1358

Trump verlangt zwanzig Prozent Schutzgeld von den Schiffen, die durch die Straßen von Hormus fahren. Von der Mafia lernen heißt siegen lernen. Update: Einen Tag später macht Trump eine Rolle rückwärts. Diese Art von Irrsinn nennt man vornehm erratische Politik.

Frankreich – Spanien. Beide Kader sind zusammen 5,6 Milliarden Euro wert.

Ich war erstaunt, wie Spanien die französischen Superstars aus dem Spiel genommen hat. Olise habe ich noch nie so schwach gesehen und Mbappé hat zwar ein paar Mal aufs Tor geschossen, aber nicht getroffen. Ich hätte es vor dem Halbfinale nicht für möglich gehalten, wie sang- und klanglos Les Bleus aus dem Turnier gekegelt wurden.

Am Samstag habe ich das U19-EM-Finale zwischen Spanien und Deutschland gesehen. Auch das Spiel gewannen die Spanier mit 2:0. Ich würde im Finale am Sonntag in New York nicht gegen Spanien wetten.

Man kann nur hoffen, dass Trump nicht zum Finale erscheint. Spanien hasst er ja ganz besonders. Infantilo, der gestern ausgebuht wurde, als er auf der Stadionleinwand gezeigt wurde, darf auch gerne zuhause bleiben.

Der Star ist die Mannschaft, hat Berti Vogts mal gesagt. Das gilt auch für Spanien. Der hochgelobte Yamal spielte nicht besser als der Rest des Teams.

Noch zwei Spiele (das Finale der Verlierer am Samstag zählt für mich nicht), dann haben wir’s schon wieder für zwei Jahre. Nach dem F1-GP am 26. Juli beginnt auch noch die vierwöchige Pause in der Formel 1. Die Bundesliga beginnt erst am letzten Augustwochenende. Werde ich ziellos durch die Straßen irren? Einen Stuhlkreis für Sinnsuchende gründen?

Equipe Tricolore, La Roja – wie nennt man eigentlich unsere Nationalmannschaft? Drittklassiger Sauhaufen?

Sechzig ist das neue fünfzig, aber 23 Uhr ist auch das neue Mitternacht.

Fremdenhass und dann auf Tinder unterwegs. Genau mein Humor.

Langsam bewegt sich Bonettis Limousine auf die Unternehmenszentrale zu. Er studiert auf dem Rücksitz den Finanzmarktteil der FAZ. Um ihn herum hunderte Praktikanten auf Fahrrädern, viele haben Gemüsekisten auf dem Gepäckträger. Fußgänger balancieren an langen Stangen zwei Reissäcke auf ihrer Schulter. Manche haben Drahtkäfige mit Hühnern dabei. Für das Mittagessen bei Bonetti Media ist gesorgt. Ein neuer Tag im Paradies. Ein paar Praktikanten führen die Wasserbüffel zum Fluss.

Beliebtheitswerte von Kanzlerinnen und Kanzlern: Merkels niedrigster Wert war 40 Prozent, bei Scholz waren es 18 Prozent, bei Merz 13 Prozent.

 

Montag, 13. Juli 2026

Wenn Gott die Hosen runterlässt und auf dein Leben scheißt

 

Er hatte eine gute Nase. Wenn jemand furzte, wusste er, was er zu Mittag gegessen hatte. Hier roch es nach Schweiß, Sauerkraut und Scheiße. Die übliche Berliner Mischung.

Die Sache mit Oberbaum stank von Anfang an zum Himmel. Er hatte den Auftrag erhalten, ihn zu observieren. Ehebruch, dachte er, die alte Geschichte. Aber Oberbaum lebte allein, verließ jeden Tag pünktlich um 17 Uhr das Büro und verbrachte jeden Abend zu Hause. Kein Besuch, kein Feierabendbier in der Kneipe, nichts.

Oberbaum arbeitete für eine Firma namens Internet International Informations. Außer ein paar dürren Fakten auf der Homepage war im Netz nichts zu finden, keine Presseberichte, keine Bilanzen oder Jahresabschlussberichte. Am Telefon gab er sich gegenüber der Pressesprecherin des Unternehmens als Journalist aus. Man hatte kein Interesse an Medienkontakten, die Sprecherin legte einfach auf.

Er begann, die Namen der Vorstandsmitglieder zu überprüfen. Nichts im Netz. Er rief einen Freund bei der Polizei an. Die Namen existierten nicht. Auch kein Felix Oberbaum. Die Firma schien auch keine Kunden zu haben. Von was lebte I.I.I.? Wie konnten sie überhaupt Gehälter zahlen? 140 Angestellte. Er gab einem befreundeten Hacker den Auftrag, die Konten des Unternehmens zu überprüfen. Keine Geldeingänge, keine Auszahlungen.

Am Abend klingelte es an seiner Tür. Er öffnete und blickte in die Mündung einer Glock.

„Kommen Sie doch herein.“

Der Mann folgte ihm schweigend.

„Scotch?“

Er nickte. Dann setzte er sich in einen Sessel im Wohnzimmer.

Nach dem ersten Schluck begann er: „Was wollen Sie von I.I.I.?“

„Ich wüsste nicht, was Sie mein Auftrag angeht.“

 „Sie sind in großen Schwierigkeiten.“

„Wer sind Sie?“

„Das ist eine Nummer zu groß. Die Firma gehört uns. Dort parken wir Mitarbeiter, die im Augenblick nicht für einen Einsatz gebraucht werden.“

„Wer ist ‚wir‘?“

„Das möchten Sie nicht wissen.“

Sonntag, 12. Juli 2026

Cucina Bonetti – In vier Wochen zum Waschbärbauch

 

Blogstuff 1357

„Ein Mann hat mir mal gesagt, ich sei so schön wie der Mond in einer Sommernacht.“ – „Vielleicht wie der Neumond.“

Es ist interessant, welche Kurzvideos mir der Algorithmus bei Facebook random anbietet: Dudelsackmusik, Pizza, Jerry Lewis, Japan und Stand up-Comedy.

Es gibt Witze, die ich immer wieder gerne in der Shisha-Bar erzähle. Nr. 1: „Warum haben Araber nach dem Sex rote Augen? Wegen dem Pfefferspray.“ Nr. 2: „Wie heißt eine Türkin mit Holzbein? Ayshe rustikal.“ Nr. 3: „Ein Araber und ein Türke sitzen im Auto. Wer fährt? Der Polizist.“

Der sicherste Weg zu Reichtum und Luxus: Lassen Sie sich von einem Milliardär adoptieren.

Neulich hat Trump von der „Islamic Republic of Japan“ gesprochen. Der Westen ist so lost.

Neulich stand ein wütender nigerianischer Prinz vor meiner Tür, drückte mir wortlos einen Geldkoffer in die Hand und ging wieder.

Die Hydration Break wird Ihnen präsentiert von: SEITENBACHER.

Caligula hat ein Pferd zum Senator ernannt, Merz hat Reiche zur Wirtschaftsministerin gemacht.

Napoleon verkaufte das komplette französische Territorium für 15 Millionen Dollar an die USA. The art of deal. An einem einzigen Tag verdoppelte sich die Fläche des Landes.

Die Firmen klagen über hohe Kosten. Warum führen wir nicht die Sklaverei ein? Sklaven bekommen überhaupt keinen Lohn.

Deutsche Werte: Gier, Neid, Hass, Misstrauen. Sind Faulheit und Blödheit auch Werte? Schlechte Laune ist kein Wert, sondern ein Zustand.

Ich wundere mich an der Kasse von Aldi über die hohe Rechnung. Man hat mir einen Couchtisch (!) zusätzlich berechnet. Einen Tisch. Wie kann man ein Möbelstück aus Versehen auf die Rechnung setzen?

In Rheinhessen sagt man nicht „Alkoholiker“, sondern „Wirkungstrinker“. Das geht so in die Richtung „Unterschiedsspieler“.

Lumpi, Schnuffi, Struppi, Strolchi, meinetwegen auch Bello. Aber der Hund meiner Schwester heißt Aristoteles. Der kann ja noch nicht mal sprechen!

Man muss nur ein Meerschweinchen auf einen Kürbis setzen, dann hat man einen US-Präsidenten.

Cyndi Lauper - All Through the Night (Audio)

Samstag, 11. Juli 2026

Bonetti, König des Indie-Blogs


Blogstuff 1356

Bonetti ist kein Schauspieler, er ist Reality-Star.

Fun Fact: Es gibt etwa 50.000 angemeldete Gewerbe in Berlin und bei der Gewerbeaufsicht arbeiten 14 Personen.

Nette Variante zum Fahrradhelm: kleiner Wolt-Inder mit Turban.

Nachtrag Trump & WM: Man könne doch einen Spieler nicht für ein Spiel sperren, das noch gar nicht stattgefunden habe. Außerdem wusste er bis zum Anruf bei Infantilo nicht, was überhaupt eine rote Karte ist. Kannste dir nich ausdenken.

Während Corona gab es kein Klopapier. Aber wurde jemals der Alkohol knapp in Deutschland?

Ein Politiker lügt? Wer hätte das gedacht. Wimbledon-Wegner hat also gar nicht telefoniert, als er vom Terroranschlag auf das Berliner Stromnetz erfuhr. Wozu auch, es war ein Samstag und er ist Beamter. Viel Glück bei der Wahl in zwei Monaten. – Update: Wegner tritt von der Kandidatur zurück. Die Wegner-Festspiele in Bayreuth fallen aus.

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, verklagst du das Leben auf Schadenersatz. Was soll der Blödsinn mit der Limonade?

Ich habe geträumt, dass ich arbeiten war. Als ich aufgewacht bin, habe ich mich sofort krankgemeldet.

Nach 1945 wurde der Buchstabe ß eingeführt, um das Doppel-S aus naheliegenden Gründen zu vermeiden. Durch die Rechtschreibreform sieht man jetzt wieder überall SS.

Ich mag Buddhismus. Kein Gott, kein Himmel, keine Hölle. Du sammelst Karma-Punkte wie im Supermarkt und dann wirst du als CSU-Mitglied in Niederbayern wiedergeboren.

Heterosexualität hat einen Nachteil: Man kann Kinder bekommen. Manchmal sogar ungeplant.

Hätten Sie’s gewusst? Beim Elfmeterschießen gegen Paraguay hat Tah den ersten Elfer seines Lebens geschossen. Bekanntlich ging das in die Hose.

Manchmal, wenn ich auf der Parkbank sitze, stelle ich meine Pfandflaschen neben die Bank. Dann gehe ich einkaufen und wenn ich wiederkomme, sind die Flaschen immer weg. Es muss eine Menge Flaschensammler geben. Die, die ich an den Mülleimern sehe, sind immer alte Leute.

Bis Ende Juni sind in Deutschland bereits 5100 Menschen an der Hitze gestorben. Das Klima ist gefährlicher als der Straßenverkehr. Leider interessiert sich niemand mehr für das Thema.

Change (extended) - Tears for Fears

 

Freitag, 10. Juli 2026

Space Balls

 

Es war ein Jogger, der sie am Morgen als Erster am Strand entdeckte. Er blieb stehen und betrachtete sie. Drei silberne Metallkugeln von etwa einem Meter Durchmesser. Keine Aufschrift, keine Einbuchtungen, keine Antennen. Einfach nur Kugeln. Vorsichtig kickte er gegen eine von ihnen. Keine Reaktion. Schließlich lief er weiter.

Zuhause erzählte er seiner Frau von seinem Fund. Sie erzählte es am Telefon einer Freundin, deren Mann bei der örtlichen Tageszeitung arbeitete. Der Journalist fuhr hinaus zum Strand und machte Fotos. Dann schrieb er einen Artikel für die Homepage der Zeitung und veröffentlichte die Fotos, Waren die Kugeln angespült worden? Waren sie vom Himmel gefallen? Welchem Zweck dienten sie? Was enthielten sie?

Der Dienststellenleiter der örtlichen Polizei las den Artikel und schickte einen Streifenwagen zum Strand. Die Polizisten waren ratlos. Sicherheitshalber sperrten sie den Strandabschnitt mit einem Band ab und informierten ihren Chef. Er sagte, sie sollten am Strand bleiben und niemanden zu den Kugeln durchlassen. Dann rief er den Bürgermeister an.

Der Bürgermeister hörte sich die Geschichte an und rief den Innenminister an. Der Minister versprach, ein paar Experten zu schicken. Inzwischen waren hunderte Schaulustige am Strand und der Polizeichef musste Verstärkung schicken, um die Menschen von den Kugeln fernzuhalten. Es könnten schließlich auch Bomben sein. Sie waren potentiell gefährlich.

Am frühen Nachmittag trafen die Reporter der überregionalen Medien ein. Übertragungswagen, Kameraleute, Tontechniker. Live-Übertragungen in alle Welt. Über der Szene kreiste ein Hubschrauber von CNN. Es gab wilde Spekulationen, ob es sich um den ersten Kontakt mit einer außerirdischen Zivilisation handeln würde. Oder um ein Ablenkungsmanöver der Chinesen, um das Land anzugreifen.

Im Internet gab es kein anderes Thema mehr. Waren es Eier, aus denen bald Terminatoren schlüpfen würden? Kamen sie aus der Zukunft, um die Menschheit zu warnen? Steckten die Echsenmenschen dahinter, die Kommunisten oder Hillary Clinton? Würde die Menschheit versklavt oder ausgerottet werden?

Wissenschaftler untersuchten die silbernen Kugeln. Es ging keine Strahlung von ihnen aus. Ein Scan ergab nichts. Es war kein Antrieb zu erkennen. Sie enthielten offenbar gar nichts. Oder sie waren perfekt abgeschirmt. Sie gaben ihr Geheimnis nicht preis. Die Experten in ihren strahlensicheren Anzügen waren ratlos. Die USA versprachen, ihre Spezialisten aus der Area 51 zu schicken.

Am nächsten Tag begann das Merchandising am Strand. T-Shirts mit der Aufschrift „The first contact“, „Ich habe die Aliens getroffen und alles, was ich bekommen habe, ist dieses T-Shirt“ oder schlicht „Space Balls – Die Realität“ (in Anspielung an den gleichnamigen Film von Mel Brooks) wurden verkauft. Silberne Kugeln als Schlüsselanhänger, Kaffeetassen und Stofftiere, die wie Aliens aussahen. Imbissbuden wurden aufgebaut. Köttbullar wurden als Space Balls verkauft, Spaghetti mit Fleischbällchen als Pasta Space Balls, Mini-Berliner erhielten den gleichen Namen.

Andy Bonetti vom Stadtmarketing Wichtelbach lachte sich ins Fäustchen. Das Geschäft lief. Alle Hotels waren auf Wochen ausgebucht, die Restaurants jeden Abend voll, in den Kneipen wurde im Akkord Bier gezapft. Wichtelbach war weltberühmt. Einfach mal drei Metallkugeln an den Strand legen. So läuft’s Business, Leute.

 

Donnerstag, 9. Juli 2026

Keine Renten für Agenten

 

Blogstuff 1355

„Belgium is a beautiful city.” (Donald Trump)

Deutsche Weltklassespieler, Folge 1: Florian Wirtz. Ging letzten Sommer für eine Ablöse von 125 Millionen Euro zu Liverpool. Das war der fünftteuerste Transfer in der Geschichte des Fußballs. In seiner ersten Saison in der Premier League schoss er fünf Tore, bei der WM blieb er blass. Ich kann mich an keine einzige Aktion von ihm erinnern. Zum Vergleich: Kane kostete den FC Bayern 100 Millionen. Er traf in der letzten Saison 36-mal.

Aber auch andere deutsche Spieler gingen in England unter. Woltemade schoss in seiner ersten Saison für Newcastle acht Tore. Nicht viel für einen Mittelstürmer. Füllkrug war noch schlechter. Er machte in seinen ersten eineinhalb Jahren für West Ham United gerade einmal drei Tore. Im Januar wurde er an AC Mailand verliehen (ein Tor).

Beim Thema Bundestrainer reden alle nur über Klopp. Was ist mit Jupp Heynckes? Oder Otto Rehagel? Der Mann ist mit dem FCK in die Bundesliga aufgestiegen und in der gleichen Saison deutscher Meister geworden. Er hat mit dem Außenseiter Griechenland 2004 die EM gewonnen. Außerdem wurde er noch im Deutschen Reich geboren. Einfach auch mal out of the box denken.

Es gibt noch wirtschaftliche Erfolgsgeschichten in Deutschland. Das „Pascha“ in Köln ist der größte Puff Europas.

Wenn man ein Superstar wie Bonetti ist, muss man manchmal seltsame Dinge tun. Neulich hat er ein Holzbein signiert.

Die U 8 ist schon eine üble Linie, aber wenn man eine Flasche billigen Schnaps in der Hand hat, Obdachlosenzeitungen verkauft oder Ziehharmonika spielt, lassen einen die Drogenabhängigen und Messerstecher in Ruhe.

Achtzig Jahre Bikini. Warum tragen Männer nicht diese wunderbar leichte Haute-Couture-Perle? Ich habe Körbchengröße A und würde im Bikini richtig gut aussehen, wenn ich mir am Wannsee Pommes rot-weiß an der Bude hole.

Das war ja klar: Die USA fliegen bei der WM raus und in seinem Zorn ordnet Trump massive Luftangriffe auf den Iran an. You nasty insane toddler.

Langsam nimmt das Halbfinale Gestalt an: Frankreich, Spanien, Argentinien. Nur beim Spiel Norwegen gegen England bin ich mir nicht sicher. Auf dem Papier ist natürlich England Favorit, aber vielleicht rudern sich die Wikinger als Überraschung des Turniers in die Runde der letzten vier durch, so wie Marokko 2022 in Katar.

Strandsaison. Ich habe einen schwarzen String-Tanga gekauft. Schwarz macht ja bekanntlich schlank.

Mittwoch, 8. Juli 2026

Die phantastischen Fünf

 

Mein Name ist Magnus Hollunderbaum und ich war auf die glorreiche Idee gekommen, unsere alte Schulclique nach dreißig Jahren wieder an alter Wirkungsstätte zusammenzuführen. Leider waren die beiden Kneipen und die Disco, in der wir unsere gemeinsamen Abende verbrachten, schon seit Jahren geschlossen. Aber in der ehemaligen Ankerklause gab es jetzt ein Lokal namens Ferengi-Bar. An einem Samstagnachmittag, nur wenige Tische waren besetzt, war es endlich so weit.

Als erstes und auf die Minute pünktlich erschien Heiko Wunderlich. In seinem dunklen Anzug, den blank geputzten schwarzen Schuhen und der geschmacklos gepunkteten Krawatte sah er aus wie ein verklemmter CDU-Kommunalpolitiker mit chronischer Verstopfung.

Dann kam Rolf „Aperol“ Schmitz, den ich eigentlich nur besoffen in Erinnerung hatte. Er war stark übergewichtig, trug einen schwarzen Pullover mit ausgeleiertem Kragen und Birkenstocksandalen. Wenn man sein aufgedunsenes rotfleckiges Gesicht sah, machte man sich unwillkürlich Gedanken, wie lange er wohl noch zu leben hatte.

Infinity Jones war der Einzige, der wie ich in der Kleinstadt hängengeblieben war. Er war Künstler und machte aus Sperrmüll, der am Straßenrand abgestellt war, Skulpturen. Ein verrosteter Kinderfahrradrahmen, auf dem ein Puppenkopf den Sattel ersetzt hatte, zierte den Eingangsbereich der Volkshochschule. Er hatte sein langes graues Haar zu einem Zopf gebunden, der eigentlich nicht zu seiner Halbglatze passte.

Schließlich setzte sich Herodes Wurzelgruber an unseren Tisch, Sohn eines Professorenpaares. Cordjacke mit ledernen Ellbogenschonern, graue Stoffhosen und klobige braune Halbschuhe, die er eigentlich Infinity Jones, dessen bürgerlicher Name übrigens Johann Endlich lautete, für sein nächstes Projekt geben sollte.

Während der ersten drei Weizenbiere ging es um Erinnerungen an unsere Jugend. Anekdoten, in denen es hauptsächlich um Alkohol und weiche Drogen ging, Lästereien über unsere Lehrer, Pech mit Gebrauchtwagen und erfolglose Bemühungen um Frauen. Aber beim vierten Bier nahm das Unvermeidliche seinen Lauf. Was war die letzten dreißig Jahre passiert?

Heiko war während seiner Banklehre in Frankfurt beim Schmuggeln von drei Kilo Haschisch aus Maastricht erwischt worden und saß zwei Jahre im Gefängnis. Inzwischen war er bei den Zeugen Jehovas, verheiratet und hatte fünf Kinder. Sein Geld verdiente er als Anlageberater für christliche Anlagefonds.

Rolf arbeitete als Erdkunde- und Sportlehrer auf der anderen Rheinseite in einer Gesamtschule und war immer noch Single. Infinity war bekanntlich Künstler, lebte aber von der neuerdings Grundsicherung genannten Sozialleistung, die alle als Hartz IV in Erinnerung haben. Seine Freundin war Barkeeperin. Herodes arbeitete als Dozent für mittelalterliche Musik an der Universität Paderborn und war schwul – theoretisch.

Und ich? Ich habe einen Blog und schreibe dort unter Pseudonym Texte. Mein Avatar ist ein erfolgreicher und vermögender Berliner Schriftsteller, dessen Bücher in jeder Bahnhofsbuchhandlung zu kaufen sind. Mein Geld verdiene ich als Wirt der Ferengi-Bar. Das Leben kann so einfach sein. Kommen Sie doch mal vorbei. Zwischen 16 und 18 Uhr ist Jägermeister-Happy Hour.

 

Dienstag, 7. Juli 2026

The man who sold the word


Blogstuff 1354

Hamid: „Wozu ist das?“
Rambo: „Das ist blaues Licht.“
Hamid: „Und was macht es?“
Rambo: „Es leuchtet blau.“ 

(Rambo III)

Ein Vegetarier aus Österreich war zwölf Jahre Kanzler. Wird eines Tages eine Lesbe aus der Schweiz Kanzlerin?

Das ist der Tiefpunkt der WM-Geschichte und der FIFA-Politik: Die Rot-Sperre gegen einen US-Spieler wird wieder zurückgenommen. Ein Anruf von Trump bei Infantino hat genügt. Da frage ich mich doch, warum Hitler 1936 nicht die Goldmedaillen von Jesse Owens aberkannt hat. Der König von Amerika hat deutlich weniger Skrupel als der Führer gehabt.

Warum hat Merz nicht bei Infantino wegen des nicht gegebenen Tah-Tors gegen Paraguay angerufen?

Das Turnier wird etwa 14 Milliarden Dollar in die Kassen der FIFA spülen. Der Sport ist längst Nebensache.

Meine erste Beziehung war zugleich meine kürzeste. Es war auf der Klassenfahrt in West-Berlin 1981. Ich ging neben Petra, einer rotblonden Verheißung mit den größten Brüsten in der 10a. Als ich plötzlich ihre Hand ergriff, war ich noch nicht einmal verliebt. Eigentlich war ich selbst überrascht, aber sie zog ihre Hand nicht zurück. In der Jugendherberge haben wir den ganzen Abend rumgeknutscht. Da immer andere Leute in den Mehrbettzimmern waren, haben wir noch nicht mal gefummelt. Am nächsten Morgen fuhren wir nach Ingelheim zurück. Noch auf dem Bahnsteig im Bahnhof Zoo hat sie mit mir Schluss gemacht.

Mein erster Tanz mit einem Mädchen war auf einer Party eines Freundes, zu der auch die französischen Austauschschüler gekommen waren. Die Deutschen standen auf einer Seite des Raums, die Franzosen auf der anderen Seite. Zwischen den Schützengräben lag die Terra Incognita einer kleinen Tanzfläche. Eine sogenannte Disco-Orgel spendete unruhiges Licht. Dann legte der DJ einen Blues auf. Ich trug mein dunkelblaues Sweatshirt mit Tigerkopfaufdruck und nahm mal wieder meinen ganzen Hasenmut zusammen, ohne nachzudenken. Ich ging hinüber auf die andere Seite und forderte eine hübsche Französin zum Tanz auf, obwohl ich gar kein Französisch konnte. Sie willigte überraschenderweise ein und wir tanzten. Ich wurde immer schneller und schneller, sie musste sich wie auf einem Karussell fühlen. Sie warf ihren Mitschülerinnen eine Bemerkung zu, die ich natürlich nicht verstand. Sie lachten. Als es endlich vorbei war, schlich ich mich mit hochrotem Kopf zurück in die eigenen Reihen. Ich habe nie wieder im Leben eine fremde Frau in einer Kneipe oder einer Disco angesprochen.

Im Nachhinein erscheint mir mein Leben als Farce, als Slapstickfilm.

P.S.: Die USA werden von Belgien mit 1:4 abgefertigt. Es gibt einen Fußballgott.