Blogstuff 1284
„Ein
Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst
vor ihrem Volk haben.“ (aus: V wie Vendetta)
In China ist jetzt das Jahr des
Feuerpferds. Mein Sternzeichen. Es kommt nur alle sechzig Jahre vor, im Sommer
habe ich diesen runden Geburtstag. Das Pferd gilt als einfallsreich
und klug. Das Feuerpferdjahr bringt Tempo, Kreativität und Power. So fühle ich
mich auch jeden Tag, wenn ich im Bett auf das Ende des Winters warte. Das
nächste Jahr des Feuerpferds ist 2086. Das werde ich wohl nicht mehr erleben.
Ende 2025 lebten 3.913.000
Menschen in Berlin. Wir nähern uns der „guten alten Zeit“. 1942 hatte die
Hauptstadt mit 4.478.000 Einwohnern ihren Höhepunkt erreicht. Als ich 1991
hierhergezogen bin, waren es nur 3.446.000.
Ich stand in der U-Bahn und war
auf dem Weg ins Büro, als mir endgültig der Kragen platzte. War für ein
Scheißjob! Was für ein Scheißleben! Ich stieg an der nächsten Station aus und
ging zu einer Filiale meiner Bank. Ich hob all mein Geld ab und fuhr mit dem
Taxi zum Hauptbahnhof. Ich würde die Stadt verlassen und so lange von meinen
Ersparnissen leben, bis ich pleite war. Dann würde ich weitersehen. Irgendwo
noch mal neu anfangen, keine Ahnung. Um acht Uhr abends war ich pleite und wieder
zuhause.
Ein milder Frühlingsmorgen in
Wichtelbach. Lautlos glitt eine chinesische Dschunke, beladen mit Reis und Tee,
Plastikspielzeug und Steppjacken, in den Hafen. Am Pier lagen bereits eine
römische Galeere, die Olivenöl, Rotwein und handgenähte Lederschuhe an Bord
hatte, und ein indonesischer Sampan, der mit Gewürzen beladen war. In der
Karawanserei lagerten die Kamele, die am Tag zuvor Körbe mit Haschisch und
Rohopium aus Afghanistan gebracht hatten. Bonetti saß in einem Pavillon im
Palastgarten auf einem Hügel über der Stadt und sah wohlgefällig auf die
blühende Handelsmetropole hinab, auf die rostroten Ziegeldächer der
Steuerzahler und die strohgedeckten Hütten der Praktikanten. Er ließ sich von
einem Diener Pinsel, Tusche und Büttenpapier bringen. Dann schrieb er ein
Gedicht: „Die Angst hat tausend Gesichter, der Erfolg nur eins: Andy Bonetti.“
Automatisierung und
Digitalisierung sollten uns von unangenehmen Tätigkeiten befreien. Aber die
Müllabfuhr wird nach wie vor von Menschen erledigt und das Bad wird zu meinen
Lebzeiten auch kein Roboter putzen. Der Beamtenapparat wächst jedes Jahr und
Online-Banking ist ein alter Hut. Autonomes Fahren findet eigentlich nicht
statt und die jungen Leute müssen immer noch einen Führerschein machen, daran
wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. KI findet – zumindest in meiner
Wahrnehmung – nur bei der Produktion alberner Filmchen statt und ChatGPT trägt
höchstens zur Verblödung der Menschheit bei.
In
eigener Sache: Ich liege seit einigen Tagen mit einer Erkältung im Bett und
melde mich jetzt krank, auch wenn Merz es nicht gerne hört. Nächste Woche geht
es hier im Blog weiter.

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