Aus einer Rezension zu „Andy Bonetti und der Fluch des
Jadedrachen“ im „Bad Nauheimer Morgen“:
Die berühmte Traumsequenz sei
ihm bei der Niederschrift besonders schwer gefallen, hat Andy Bonetti in einem
seiner seltenen Interviews einmal berichtet. Er habe nicht nur die Traumsequenz
in der Nacht vor der Niederschrift tatsächlich geträumt, sondern auch die
Niederschrift dieser Traumsequenz. Und zwar Zeile für Zeile. Er habe am Morgen
nach dem Aufwachen sogar gedacht, die Traumsequenz wäre längst geschrieben, und
war sehr erstaunt, sie in der entsprechenden Datei nicht vorzufinden.
Unglücklicherweise habe er sich an diesem Morgen aber nicht mehr an den Inhalt
der Traumsequenz erinnern können, dafür aber sehr lebhaft an die geträumte
Niederschrift der Traumsequenz. Die Niederschrift der Traumsequenz hätte er
sogar mehrmals hintereinander geträumt, so Bonetti im Interview. Er wäre im
Traum sehr zufrieden mit dem Text gewesen, nach dem Erwachen sei aber alles wie
weggewischt gewesen. Aus den wenigen Trümmerteilen seiner Erinnerung habe er
dann die berühmte Traumsequenz quasi improvisieren müssen. Was heute Unterrichtsstoff
im Deutsch-Leistungskurs an jedem Gymnasium der Bundesrepublik ist, wurde also
tatsächlich nie geträumt. Gerade darum ist die berühmte Traumsequenz ein
hervorragendes Beispiel für die Ausdruckskraft und Wirkmächtigkeit von Andy
Bonetti. Viele halten die Traumsequenz in „Andy Bonetti und der Fluch des
Jadedrachen“ für den Höhepunkt seines dichterischen Schaffens, vergleichbar nur
mit Franz Kafkas Erzählung „Ein Traum“ und der „Traumnovelle“ von Arthur
Schnitzler.
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