Der bayerische Ministerpräsident
ist von Atomkraft besessen. Erst wollte er verhindern, dass das letzte
bayerische AKW abgeschaltet wird. Dann wollte der fränkische Wurstkönig erzwingen,
dass es wieder eingeschaltet wird. Als Jurist sollte ihm eigentlich klar sein, wem
das Kraftwerk gehört: der E.On AG. Die Abschaltung durch das Energieunternehmen
erfolgte vertragsgemäß, die deutschen AKW-Betreiber haben nach Merkels
Atomausstieg 2011 schließlich 2,4 Milliarden Euro Entschädigung für entgangene
Einnahmen kassiert.
Heute haben die ehemaligen
AKW-Betreiber Vattenfall, RWE, EnBW und E.ON kein Interesse mehr am Neubau von
AKW, denn Atomstrom – der im Falle eines privatwirtschaftlichen Betriebs nicht
mehr im hohen Maße von Steuergeldern subventioniert wird – ist mit bis zu 49
Cent pro kWh die teuerste Energieform überhaupt. Sonnenenergie kostet weniger
als zehn Cent. Dazu kommt fas immer noch ungelöste Problem der Entsorgung des
anfallenden Atommülls (von EnBW geschätzte Kosten bis 2100: 170 Milliarden Euro).
Private Unternehmen sind
gewinnorientiert und bestrebt, die Stromrechnungen ihrer Kunden so niedrig wie
möglich zu halten. Produzieren sie teuren Atomstrom, müssten sie das auf die
Rechnungen umlegen und verlieren dadurch natürlich Kunden an die
kostengünstigere Konkurrenz. Das nennt man Wettbewerb oder auch
Marktwirtschaft. Politiker wie Söder müssen sich um derlei Petitessen nicht
scheren. Sie schmeißen das Geld der Steuerzahler mit beiden Händen zum Fenster
raus. Das kann jeder Schimpanse.
Jetzt soll es also ein
Mini-Atomkraftwerk für Bayern sein. In den USA wurde ein solches Projekt vor
Kurzem gestoppt, als die Kosten von 5,3 auf 9,3 Milliarden Dollar gestiegen
waren, darunter vier Milliarden Subventionen aus Steuergeldern. Die Kosten pro
kWh liegen über den Kosten der großen AKW. Eine kommerzielle Nutzung der SMR,
so der Fachbegriff, wird nicht vor 2030 erwartet – dann aber ganz bestimmt im
schönen Freistaat. Ein großes AKW, wie es gerade in Frankreich nach 17 Jahren (!)
Bauzeit in Betrieb genommen wurde (Flamanville 3), kostete mit 13 Milliarden
Euro mehr als der bayerische Finanzausgleich an andere Bundesländer.
Für sein Großprojekt wünsche ich
Pharao Markus I. viel Glück. Hoffentlich erlebt er noch die Inbetriebnahme.
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