Samstag, 28. März 2026

AfD, erwache!

 

6. September: Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt kommen nur die AfD, die CDU und die Linken in den Landtag. Obwohl die AfD nur vierzig Prozent der Stimmen bekommen hat (CDU 24 Prozent, Linke 13 Prozent), stellt sie die absolute Mehrheit der Abgeordneten.

10. September: Der AfD-Landesvorsitzende Martin Reichardt wird zum Ministerpräsidenten gewählt. Sämtliche Kabinettsmitglieder sind gesichert rechtsextrem und treten bei ihrer Vereidigung in den neuen feldgrauen Parteiuniformen mit Ordensspange, Säbel und Schulterstücken (drei goldene Sterne) auf.

11. September: Loyale Einheiten der Bundeswehr und der Bundespolizei schließen die Grenzen des Bundeslands. Flüchtlingsheime werden aufgelöst und die Insassen nach Westdeutschland abgeschoben.

13. September: Bürgerwehren patrouillieren in den Innenstädten. Dönerläden, Shisha-Bars, Pizzerien und China-Restaurants bleiben geschlossen. Die Migranten verlassen ihre Wohnungen nicht, einige machen sich auf den Weg nach Berlin und an andere sichere Orte. Ausreisen von Migranten sind erlaubt.

16. September: Der Landtag brennt! Reichardt ruft den regionalen Notstand aus und erlässt Notstandsgesetze. Führerbefehl Nr. 1: Politische Gegner in den freigewordenen Flüchtlingsheimen internieren und streng bewachen.

17. September: Wir gehen in den Untergrund.

***

Halle-Neustadt. Wir sitzen bei Eduard „Ede“ Schmagultzky, der nervös mit einer Stange Dynamit spielt, um den Wohnzimmertisch seiner Plattenbauwohnung.

„Wir müssen den Drecksnazi in die Luft sprengen.“

Ich versuche, ihn zu beruhigen. „Mensch, Ede. Erstens brauchen wir einen Plan und zweitens Waffen. Im Augenblick verhandelt Dobrindt mit Innenminister Kunibert von Schlauchmuffe. Außerdem sind diverse Verfassungsklagen eingereicht.“

„Es heißt, die Russen würden Reichardts Parteitruppen Drohnen, Waffen und Munition liefern. Woher haben die Bürgerwehren denn plötzlich die AK-47 in rauen Mengen?“

Plötzlich klopft es an die Tür. Sandro wirft sich hinters Sofa und Maik versteckt sich im Schrank.

Ede geht seelenruhig zur Tür, die Makarow in der Hand.

Als er sie öffnet, steht Sascha vor der Tür. „Du kommst immer zu spät, was? Hast der Widerstandszelle eine Heidenangst eingejagt.“

„Dafür habe ich Wodka, Speck, Schwarzbrot und Gurken mitgebracht.“

Die ganze Truppe strahlt erleichtert. Wenig später beugen wir uns alle über einen Plan der Staatskanzlei, den Sandro organisiert hat.

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