Dienstag, 13. Juni 2023

Fitness-Influencer Bonetti beichtet intimes Geheimnis


Blogstuff 815

„Das Vollkommene ist unmenschlich, denn das Menschliche ist unvollkommen.“ (Fernando Pessoa)

Natürlich esse ich Fleisch. Man lebt nur einmal und ich nehme so viele Tiere wie möglich mit ins Grab.

Abraham Lincoln und Adolf Hitler starben beide mit 56. Genau in meinem Alter.

Ich bin ein Lateinliebhaber. (dauert ein bisschen)

Macht Marty McFly endlich zum Zukunftsminister!

Die Atolle im Pazifik gehen nicht wegen des Klimawandels unter, sondern weil durch den Panamakanal permanent Wasser aus dem Atlantik in den Pazifik fließt und damit der Meeresspiegel erhöht wird.

Von „Antifaschismus ist linksradikal“ ist es nur noch ein Schritt zu „Antifaschismus ist kriminell“. Deutschland 2023. In Ostdeutschland (ohne Berlin) ist die AfD bei 32 Prozent.

Der Friedhof. Letzter Ort der Begegnung in unserem Dorf. Auch auf dem Weg zu den Toten trifft man gelegentlich einen Lebenden. Kommen Sie aufs Land! Günstige Mieten, viele Parkplätze – weil hier niemand wohnen will.

Da flennen junge Leute rum, nur weil sie in einer Vierer-WG wohnen. Digga, ich habe damals in einer Zwanziger-WG gelebt – und die Wohnung hatte nur zwei Zimmer. 

Die AfD hat kein eigenes Programm, keine eigenen Ideen. Sie schauen sich einfach an, was die Grünen sagen, und behaupten dann das Gegenteil. Mit dieser Strategie haben sie die Grünen längst in den Umfragen überholt. Merz, Söder und Oiwanga haben diese Strategie jetzt kopiert. Mal sehen, wie weit sie damit kommen. Gewollter oder ungewollter Nebeneffekt: Faschistisches Gedankengut wird salonfähig.

Jeden Tag werden tausende Frauen vergewaltigt und ermordet. Frauenrechte werden im Iran, in Afghanistan, in Indien, Afrika und den arabischen Ländern massiv mit Füßen getreten. Das scheint niemanden zu interessieren. Keine Diskussion, niente, nada. Aber wenn weiße Mittelschichtfrauen Sex mit einem Rockstar haben und dabei Drogen und Alkohol im Spiel sind, rollt eine Empörungswelle auf Querdenkerniveau durchs Internet. Checkt eure Privilegien. Und geht endlich in eine Polizeiwache und erstattet Anzeige, wenn eine Straftat vorliegt. Die Polizei wird eure Namen und Adressen nicht an die BILD-Zeitung weitergeben. In Amerika hatten die Frauen den Mut. Harvey Weinstein wurde aufgrund ihrer Zeugenaussagen zu 39 Jahren Gefängnis verurteilt, obwohl er ein ganzes Heer von Anwälten und Privatdetektiven beschäftigt hat. Er ist jetzt 71 Jahre alt und wird nie wieder einer Frau Leid zufügen können. Hoffentlich ist sein kleiner Arsch im Knast die große Sensation.

Till Lindemann und der Vorsatz, das Wissen und Wollen | Telepolis

Montag, 12. Juni 2023

Marx über Verbrechen

 

„Der Verbrecher produziert nicht nur Verbrechen, sondern auch das Kriminalrecht und damit auch den Professor, der Vorlesungen über das Kriminalrecht hält, und zudem das unvermeidliche Kompendium, worin dieser selbe Professor seine Vorträge als ‚Ware‘ auf den allgemeinen Markt wirft. (…) Der Verbrecher produziert ferner die ganze Polizei und Kriminaljustiz, Schergen, Richter, Henker, Geschworene usw.; und alle diese verschiednen Gewerbszweige, die ebenso viele Kategorien der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit bilden, entwickeln verschiedne Fähigkeiten des menschlichen Geistes, schafffen neue Bedürfnisse und neue Weisen ihrer Befriedigung. Die Tortur allein hat zu den sinnreichsten mechanischen Erfindungen Anlaß gegeben und in der Produktion ihrer Werkzeuge eine Masse ehrsamer Handwerksleute beschäftigt. (…) Er produziert nicht nur Kompendien über das Kriminalrecht, nicht nur Strafgesetzbücher und damit Strafgesetzgeber, sondern auch Kunst, schöne Literatur, Romane und sogar Tragödien (…) Der Verbrecher unterbricht die Monotonie und Alltagssicherheit des bürgerlichen Lebens. Er bewahrt es damit vor Stagnation und ruft jene unruhige Spannung und Beweglichkeit hervor, ohne die selbst der Stachel der Konkurrenz abstumpfen würde. (…) Wären Schlösser je zu ihrer jetzigen Vollkommenheit gediehn, wenn es keine Diebe gäbe? Wäre die Fabrikation von Banknoten zu ihrer gegenwärtigen Vollendung gediehn, gäbe es keine Falschmünzer? (...) Das Verbrechen, durch die stets neuen Mittel des Angriffs auf das Eigentum, ruft stets neue Verteidigungsmittel ins Leben.“ 

Black Bonetti

 

Ich habe mich schon lange nicht mehr wohl in meiner Haut gefühlt. White Supremacy, Faschismus, Herrenmenschen. Weiße sind scheiße. Ich war ein Schwarzer, gefangen im Körper eines Bleichgesichts. Ich wollte raus. Man kann das Geschlecht wechseln, warum nicht auch die Hautfarbe?

Mit Bräunungscreme und Strandbrutzelorgien in Marokko fing es an. Pigmentspritzen, Nasenoperation, Schlauchbootlippen. Dreadlocks waren für mich endlich politisch korrekt. Es war eine Befreiung.

Endlich kann ich andere Schwarze „my nigger“ nennen. Komplizierte Begrüßungen mit beiden Händen und anderen Körperteilen. Komplimente für schöne Frauen sind kein Sexismus, sondern Teil meiner Kultur.

Ich bin dauerunterdrückt und muss mit Nazihass umgehen. Endlich Opfer. Kritik ist Rassismus. Ihr weißen Pussys und Gestaporatten seid jetzt meine Feinde. Black Power!

Nennen Sie mich bitte ab heute Ademola Onyeka. Vom Stamme der Molombo.

P.S.: Plötzlich kann ich total gut tanzen. Außerdem habe ich wie aus dem Nichts ein Gehänge wie ein Shetland-Pony. Man nennt mich auch „Die Wichtelbacher Fleischpeitsche“. Ich hab voll Bock, ein Reggae- oder ein Rap-Album aufzunehmen.

Sonntag, 11. Juni 2023

Der Meister bei der Arbeit

 

Ich sitze in meinem Stammcafé vor meinem Notebook. Hier gibt es saftigen, frischen Orangenkuchen. Wie oft habe ich in meinem Leben Zitronenkuchen gegessen und mich gefragt, warum nicht irgendwann mal jemand einen Orangenkuchen backt. Orangen sind viel leckerer als Zitronen. Auch der New York Cheesecake mit Crumble ist zu empfehlen. Der Zucker-Boost hilft mir bei der Arbeit.

Die Kellnerin bringt mir meinen dritten Cappuccino.

„Was schreiben Sie eigentlich?“

„Einen Krimi.“

„Klingt spannend.“

„Autor ist der langweiligste Beruf der Welt. Da passiert gar nichts. Deswegen bleibt viel Raum für Phantasie.“

„Um was geht es?“

„Um eine Kellnerin, die in Wirklichkeit Undercover für die CIA arbeitet. Zuhause hat sie ein riesiges Waffenarsenal. Sie hat einen schwarzen Gürtel in Hastenichgesehen und kann einen Mann innerhalb von drei Nanosekunden mit einer Kuchengabel töten.“

Sie lächelt und spielt das Spiel mit.

„Was sehen sie noch?“

„Der Typ dahinten in der Ecke. Er ist in einem Zeugenschutzprogramm, weil er gegen die Cosa Nostra ausgesagt hat.“

„Aha.“

„Und den bulgarischen Auftragskiller, der gerade ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte isst, dürfte Ihnen auch aufgefallen sein.“

„Natürlich“, sagt sie, nickt mir zu wie zu einem Hundewelpen und geht wieder.

Vielleicht sollte ich eine Kurzgeschichte über eine Kellnerin schreiben? Hatte sie nicht einen amerikanischen Akzent?

Samstag, 10. Juni 2023

Burn it, wreck it, fuck it, tear it down

 

Blogstuff 814

Ein liebgewonnenes Ritual stirbt. Der Supermarktprospekt liegt jeden Samstag in meinem Bierkasten, sorry: Briefkasten, und verlockt mich zu kulinarischen Träumereien. Vorbei. Ab 1. Juli gibt es den Prospekt nur noch online und die KI wird mir vermutlich per WhatsApp mitteilen, dass ich bei meinem BMI lieber mal die Finger von den Käse-Cabanossi lassen sollte.

Bonetti holte mich am Hauptbahnhof von Wichtelbach ab. Er hatte einen winzigen Sportwagen, dessen Verdeck zurückgeklappt war. Als ich mich auf den Beifahrersitz setzte, hatte ich das Gefühl, in einem Kettcar zu sitzen. Im Prinzip mit dem Arsch auf dem Asphalt. Als der Bloggerpapst, der das gesamte Feld der Online-Publikation neu definiert hat, den Zündschlüssel umdrehte, entfachte er die Hölle. Selbst ein Formel 1-Rennwagen konnte nicht lauter sein. Er katapultierte uns in Sekundenbruchteilen auf die Straße und beschleunigte, während er zwischen den drei Fahrspuren wilde Haken schlug, auf 200 km/h. Ich wurde in den Sitz gepresst und fühlte mich wie eine 2D-Papiersilhouette. Die Auspuffrohre der anderen Autos waren auf Augenhöhe, jede winzige Unebenheit der Straße traf mein Rückgrat wie der Tritt eines Mulis. „Was ist das für ein Wagen?“ brüllte ich gegen den ohrenbetäubenden Lärm. „Ein Bonetti A 1“, rief er mir zu. „Eigenbau“. Ich werde sterben, dachte ich. Warum musste ausgerechnet ich das Interview machen?

Wer ein Buch über Prokrastination schreibt, gehört nicht zu den Betroffenen.

Corona war im Vergleich zu den Seuchen in Hollywood-Filmen eine schwere Enttäuschung. Einfach nur langweilig, außerdem hat es viel zu lang gedauert. Und die Corona-Diktatur? Das soll eine Diktatur gewesen sein? Hitler hätte da mehr draus gemacht, jede Wette. Daher kann ich leider nur einen Stern vergeben.

Der Lindemann-Skandal wurde von den Grünen inszeniert, um von Habeck und seinem Heizungsgesetz abzulenken.

Zwei Schnitzelbrötchen beim Bäcker: 10,40 €. Da kann ich auch gleich eine Pizza essen gehen.

Bekanntlich wiederholen sich alle historischen Ereignisse exakt hundert Jahre später noch einmal. Was war 1923. Inflation. Merken Sie was? 1933 Höcke Reichskanzler. Ist ein No-Brainer.

Für den Satz „Die Sache stank zum Himmel wie der ungewaschene Sackschutz eines syphiliskranken Quarterbacks“ hat Andy Bonetti den ersten Preis im diesjährigen Wettbewerb um den besten Anfang einer Kurzgeschichte gewonnen.

Adieu mit Ö.

Die Arschlöcher sind gar nicht in der Mehrheit. Das kommt uns nur so vor, weil sie so laut sind. Die Gleichgültigen haben die Mehrheit.

Alle kleinen Vögel heißen Piepmatz.

Freitag, 9. Juni 2023

Mister Juni

 

Name: Andy „Bravo-Boy“ Bonetti

Maße: 130 – 160 – 130

Größe: 1,89

Er mag: Pferde, Kuschelrock und Sonnenuntergänge

Er mag nicht: Überhitzte Planetenoberflächen, Intoleranz und Ponchos




Wissenswertes über Brom

 

Brom wurde 1826 vom französischen Chemiker Balard entdeckt.

Es kommt hauptsächlich im Meerwasser vor.

Die größten Bromproduzenten der Welt sind USA, China, Israel und Jordanien. Im Toten Meer gibt es eine Milliarde Tonnen Brom, weltweit hundert Billionen Tonnen. Es ist also genug da. Die Jahresproduktion liegt derzeit bei etwa einer halben Million Tonnen.

Verwendung findet es als Flammschutzmittel, Pflanzenschutzmittel, Kältemittel, Bleichmittel, Beruhigungsmittel (auch zur Behandlung von Hysterie) und im Chemieunterricht.

Mischt man Brom mit schwefelsaurem Laberfaselium, gibt es die sogenannte Kernfusion, die alle Probleme der Menschheit löst.