Dienstag, 30. Juni 2026

Vorbei

 

"Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch." (Merz, CDU)

"Von Deutschland ist nichts mehr übrig." (Marca, Spanien)

Dreimal hintereinander nicht das Achtelfinale erreicht. Deutschland ist keine Turniermannschaft mehr. Zum ersten Mal ein Elfmeterschießen verloren. Ein Sieg gegen eine karibische Schnapsinsel mit der Einwohnerzahl von Paderborn. Ein glücklicher Sieg gegen die Elfenbeinküste. Zwei Niederlagen. 2022 nur ein Sieg gegen Costa Rica, 2018 ein Sieg und zwei Niederlagen, Tabellenletzter. Die Spieler packen ihre Koffer. Paraguay war zu gut. Im Supermarkt hat mir die Kassiererin am Nachmittag kostenlose Sammelkarten angeboten, sie müssten jetzt weg. Ich sage zu ihr, morgen seien die Karten wertlos und „Optimismus ist nur ein Mangel an Information“. Sie ist gezwungen, eine Art Deutschlandtrikot zu tragen, und lacht. Wir haben das Elend mal wieder hinter uns. Die DFB-Auswahl ist ein Spiegelbild des Zustands dieser Republik. Ein paar heiße Tage genügen und der Asphalt zerbröselt, die Deutsche Bahn rät von Reisen mit der Bahn ab, alte Menschen sterben in nicht-klimatisierten Seniorenheimen, die Industrie verliert jeden Tag tausende Arbeitsplätze, Schulen auf dem Niveau der Dritten Welt, in der Verwaltung rattern die Faxgeräte und in Berlin regiert ein Dilettantenstadel.  

9 Kommentare:

  1. Wir mögen keine Turniermannschaft mehr sein, jedoch bleiben uns immer noch die deutschen Frauen, die deutsche Treue ("Mit eurem Einsatz und Teamgeist habt ihr unser Land begeistert"), der deutsche Wein sowie der deutsche Sang!

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    1. Natürlich, die zweite Strophe. Blühe im Glanze dieser Depression ...

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    2. Frauen, Treue, Wein und Sang klingt ja toll, aber durch das Pejorativum "deutsch" bekommt die Aufzählung eine schal selbstironische bis ätzend sarkastische Note.

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    3. Frauen (außer Mama), Treue und Sang werden allzu oft überschätzt, und der Kröver Nacktarsch klingt auch viel besser als er schmeckt.

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  2. Und die bürgerliche Presse beschlagzeilt groß das wohlwollende Grußwort des Kanzlers an "Die Mannschaft". Als ob 2x 1:2 (ohne 11-m-Schießen) nicht demütigend genug wäre.

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  3. Einer geht noch: "Wer den Adler auf der Brust trägt, hat unseren Rückhalt verdient und nicht unseren Spott." (Und wer einen veritablen Vogel hat, der sollte besser den Mund halten, sonst kommen da gelegentlich ganz schlimme Geräusche raus.)

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    1. Womit Fritze den ganzen Blödsinn des Konzepts Nationalismus unfreiwillig auf den Punkt bringt: Worauf denn bitte "stolz" sein nach so einer Performance? Auf den Pleitegeier auf dem Leibchen? Ernsthaft?

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    2. Das Kanzleramt hat ja schon zurückgerudert, den Post hat angeblich ein "junger Mitarbeiter" versehentlich versandt. Wenn das der Führer wüsste ...

      Aber Merz und Nagelsmann passen irgendwie gut zusammen. Nix auf die Kette kriegen, aber immer schön einen auf dicke Hose machen.

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    3. P.S.: Wie der Postillon schon angemerkt hat: Immerhin sind wir Frankreich aus dem Weg gegangen ;o)

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