"Mit eurem Einsatz und Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch." (Merz, CDU)
"Von Deutschland ist nichts mehr übrig." (Marca, Spanien)
Dreimal
hintereinander nicht das Achtelfinale erreicht. Deutschland ist keine
Turniermannschaft mehr. Zum ersten Mal ein Elfmeterschießen verloren. Ein Sieg
gegen eine karibische Schnapsinsel mit der Einwohnerzahl von Paderborn. Ein
glücklicher Sieg gegen die Elfenbeinküste. Zwei Niederlagen. 2022 nur ein Sieg
gegen Costa Rica, 2018 ein Sieg und zwei Niederlagen, Tabellenletzter. Die Spieler
packen ihre Koffer. Paraguay war zu gut. Im Supermarkt hat mir die Kassiererin am Nachmittag kostenlose Sammelkarten angeboten, sie müssten jetzt weg. Ich sage zu ihr,
morgen seien die Karten wertlos und „Optimismus ist nur ein Mangel an
Information“. Sie ist gezwungen, eine Art Deutschlandtrikot zu tragen, und
lacht. Wir haben das Elend mal wieder hinter uns. Die DFB-Auswahl ist ein Spiegelbild des Zustands dieser Republik. Ein paar heiße Tage genügen und der Asphalt zerbröselt, die Deutsche Bahn rät von Reisen mit der Bahn ab, alte Menschen sterben in nicht-klimatisierten Seniorenheimen, die Industrie verliert jeden Tag tausende Arbeitsplätze, Schulen auf dem Niveau der Dritten Welt, in der Verwaltung rattern die Faxgeräte und in Berlin regiert ein Dilettantenstadel.
