Blogstuff 1324
„Der Duden ist unser Unglück.“ (alte
Journalistenweisheit)
Angelica
Domröse ist gestorben. „Die Legende von Paul und Paula“ ist mein
DDR-Lieblingsfilm, den ich schon oft gesehen habe. Eine alleinerziehende Mutter
ohne Geld, die sich durch ihre Phantasie und ihren Optimismus über Wasser hält.
Genau wie meine Mutter. Paula ist Kassiererin, meine Mutter war Putzfrau.
Gefundenes
Geld ist mit verdientem Geld nicht zu vergleichen. Es hat etwas Leichtes, es
lädt zu seiner Verschwendung ein, weil man nicht dafür arbeiten musste. Ich
habe mal in einer Sparkassenfiliale ein blaues Kunststoffmäppchen gefunden. Es war
nur ein Hundert-Mark-Schein darin, keine Kontoauszüge oder andere Informationen
über den Besitzer. Was habe ich gemacht? Ich bin ins Steakhaus gegangen,
Filetsteak mit Pommes und zwei Weizenbier. Im Supermarkt habe ich keinen Wein
aus dem untersten Regal genommen, wie ich es bis heute zu tun pflege
(Wirkungstrinker), sondern habe mal nach ganz oben gesehen. Dann habe ich mich
zuhause erstklassig abgeschossen.
Neulich
auf einem US-Shirt gelesen: EAT SLEEP REPEAT.
Ich
staune immer wieder, wie B-Promis auf sich aufmerksam machen wollen. Da lässt
sich eine von den Kaulitz-Krawallmuschis mit Lockenwicklern, Zigarette und
hochgezogenem Billy-Idol-Gedächtnismundwinkel ablichten. Junge, wenn du mich
beeindrucken willst, solltest du Transgender sein, ein Holzbein haben und wegen
Mordes gesucht werden. Wen willst du schocken? Irgendwelche Traktorfahrer in
abgelegenen Bergdörfern?
Mit
dir allein / im Mondenschein.
Im
Zweiten Weltkrieg gab es Durchhalteschlager wie „Davon geht die Welt nicht
unter“, übrigens geschrieben vom Schwulen Bruno Balz, kurz nachdem ihn die
Gestapo aus ihren Folterkellern entlassen hatte. Wer schreibt einen
Durchhalteschlager für die Merz-Junta?
Auch
ein schlechter Ruf verpflichtet.
Ich
glaube nicht an die Wiedergeburt. Und falls es sie doch geben sollte, kommt man
ohne sein Geld auf die Welt. Man kann, soll und muss prassen, bis der große
Sandmann kommt.
KI ist
einfach nur konsequent, wenn man sich den Kapitalismus genauer anschaut.
Menschen werden wie Automaten behandelt. Niemand interessiert sich für sie
persönlich, nur für ihre Arbeitsergebnisse. Ich gebe einen Befehl ein, dann
kommt das Resultat heraus. Die KI wird den Job billiger machen und dabei nie
unglücklich werden, denn Gefühle wurden ihr nicht einprogrammiert. Bleibt nur
noch die Frage, was wir mit dem ganzen Biomüll machen.
Gustaf Gründgens: Die
Nacht ist nicht allein zum Schlafen da