Mittwoch, 28. Oktober 2026

Bonetti im Weltraum

 

„ … 7 … 6 … 5 … 4 … 3 … 2 … 1 … Ignition … Lift off.“

Mit einer gewaltigen Explosion hob die Raumfähre vom Boden ab und ließ das Weltraumzentrum Bad Nauheim hinter sich. Andy Bonetti nickte seinem Piloten anerkennend zu. Heinz Äugelein, sein treuer Chauffeur, hob den Daumen und lächelte. Er trug eine braune Lederhaube, deren Kinnriemen er nicht geschlossen hatte. In wenigen Stunden würden sie an der Raumstation „Nova Hassia“ (Neuhessen) andocken. Die beiden Antriebsraketen vom Typ Roland wurden abgeworfen, ihre ausgebrannten Hüllen verglühten hinter ihnen, als sie den Orbit erreichten.

Bonetti stand am Fenster seiner Kabine und sah auf den zarten Flaum der Atmosphäre hinab, die den wolkenverschleierten Erdball umgab. Ein paar kleine Schwäne, die er aus Papier gefaltet hatte, schwebten um seinen Kopf. Immer, wenn Bonetti lange nachdenken musste, beschäftigte er sich mit Origami. Der Fall war schwieriger, als er angenommen hatte. Aber wenn es einfach gewesen wäre, hätte man ihn nicht auf die Station hinaufgeschickt. Commander Friedemann Luft war zu diesem Zeitpunkt schon vierundzwanzig Stunden tot.

Äugelein brachte den ersten Astronauten zum Verhör in Bonettis Kabine. Alois Breitkopf war ein kleiner breitschultriger Mann mit Stirnglatze und dunklen Augen, die tief in seinem fleischigen Gesicht saßen. Äugelein gab ihm einen kleinen Schubs, so dass er näher zu Bonetti schwebte, und verließ die Kabine.

„Was wissen Sie über den Mord an Commander Luft?“ begann Bonetti.

„Der Commander war draußen, um eins der Sonnensegel neu zu justieren, das sich verklemmt hatte. Er war nur mit einem Schlauch mit der Station verbunden. Irgendjemand muss ihm den Sauerstoff abgedreht haben. Ich habe den Commander sofort an Bord geholt, aber er war schon tot. Dann habe ich die Erdleitstelle informiert.“

Breitkopf erschien Bonetti übertrieben diensteifrig. Aus den Akten, die er über Breitkopf studiert hatte, wusste er, dass der Astronaut sehr ehrgeizig war und sich Hoffnung auf die Leitung der Mission gemacht hatte. „Sie sind der neue Commander?“ fragte er.

Breitkopf konnte ein Lächeln nicht unterdrücken und nickte.

„Bitte halten Sie sich zu meiner weiteren Verfügung bereit. Außerdem möchte ich mit Ihrer Erlaubnis nach den Verhören die gesamte Raumstation und alle Mannschaftskabinen inspizieren.“

„Selbstverständlich, Mister Bonetti.“

Das zweite Gespräch führte Bonetti mit Tommy Hopperflap, einem kanadischen Austauschwissenschaftler, der die Auswirkungen der kosmischen Strahlung auf das Wachstum von Braugerste untersuchte. Zur Vorbereitung seines Aufenthalts auf der Raumstation hatte er den hessischen Dialekt erlernt. Er war fast zwei Meter groß und hatte weizenblonde Haare.

„Isch konn Ihne aach ned weidähelfe, Härr Bonetti“, sagte er in breitestem Hessisch mit englischem Akzent. „Als däs bassierd is, hunn isch miä grad in de Kisch wos zu esse gemachd.“ Dann überlegte er einen Augenblick. „Awwä die Fraa, die wo hiä schaffe duud, die hod gesdän Ohmd Schdraid midm Gommandä gehabd. Unn isch sachs Ihne gons ehrlisch: Isch glaab, die hodde was middenanäh.“

Bonetti erging sich in ausschweifenden Züchtigungsphantasien, während er Hopperflap zuhörte. Aus seinen Unterlagen wusste er, dass die Wissenschaftlerin an Bord früher ein Verhältnis mit Commander Luft gehabt hatte. Im vergangenen Jahr hatte er sie verlassen, um eine Beziehung mit ihrer Schwester anzufangen.

Als nächstes wurde Monika Hufnagel-Schreckenberger in Bonettis Kabine gebracht, die für die wissenschaftlichen Versuche an Weinreben unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit zuständig war. Sie hatte kurze dunkelrote Haare, war muskulös und ihre schwarzen Brauen bildeten einen durchgehenden Strich über ihren herausfordernd blickenden Augen. Auch sie hatte nichts bemerkt und war erst von Alois Breitkopf auf das Unglück aufmerksam gemacht worden.

„Ich werde Ihnen natürlich jede erdenkliche Hilfe geben, um diesen schrecklichen Mord aufzuklären“, sagte sie mit kaum verhohlenem Sarkasmus.

Auch dieses Gespräch brachte Bonetti keine neuen Erkenntnisse. Als er wieder alleine war, sog er nachdenklich an einer Plastikröhre und war enttäuscht. Auf einer Raumstation hatte er leider keine Möglichkeit, den hochdekorierten Spätburgunder atmen zu lassen. Er holte eine Tube aus seinem Gepäck und drückte mit geschlossenen Augen die Paste in seinen Mund. Jägerschnitzel mit Pommes frites. Sein Kammerdiener Johann war auf der Erde zurück geblieben, aber er hatte Bonettis Leibspeisen in Tubenform gebracht und seinem Herrn mit auf die Reise gegeben. Bonetti war bereit, vieles im Namen der Gerechtigkeit hinzunehmen, aber das ging zu weit. Jägerschnitzel aus der Tube. Er musste diesen Fall schleunigst abschließen, um dessen Klärung ihn die hessische Weltraumbehörde gebeten hatte.

Er untersuchte zunächst die Kabine von Frau Hufnagel-Schreckenberger. Er fand in ihrem Spind diverse Peitschen und eine Ledermaske mit Augenlöchern und Reißverschluss. Interessant, dachte er. Aber wie funktionierte Flagellantismus in der Schwerelosigkeit? In der Kabine von Herrn Breitkopf fand er unter der Matratze ein Dutzend Urkunden von Bundesjugendspielen, bei denen Breitkopf immer den zweiten Platz belegt hatte. Außerdem ein Notizbuch voller Zeichnungen, auf denen zu sehen war, wie Commander Luft auf unterschiedliche Weisen umgebracht wurde. Bonetti nahm das Buch an sich. Dann begab er sich in die Kabine des kanadischen Wissenschaftlers.  

Bonetti sah sich genau um, aber er konnte nichts Verdächtiges finden. Plötzlich drang ein schwacher Geruch in seine feine Nase. War das Käse? Konnte das sein? Vor ihm war nur das Gitter eines Lüftungsschachts. Er suchte weiter, aber er fand die Quelle des Geruchs nicht. Er schwebte zurück zum Lüftungsschacht und ließ sich von Äugelein einen Schraubenzieher geben. Er entfernte das Gitter und fand einen kreisrunden gelben Gegenstand.

„Äugelein. Bringen Sie mir bitte etwas Kümmel und Äppelwoi aus der Bordküche.“

Äugelein schwebte davon. Handkäs mit Musik, dachte Bonetti. Auch wenn es strenggenommen ein Handkäs ohne Musik war, da die Zwiebeln fehlten. Obwohl es der strengen kulinarischen Tradition seiner hessischen Heimat widersprach – er musste einfach hineinbeißen. Selbst wenn Kümmel und Zwiebeln fehlten und der Apfelwein noch nicht bereitstand. Er näherte den kleinen Käselaib langsam seinen vor freudiger Erwartung feuchten Lippen, da wurde er hart an der Schulter gepackt.

„Des konnsde abhage unnä U wie Uffschnid“, sagte eine Stimme hinter ihm. „Loss des Ding in Ruh!“

Bonetti wirbelte mit einem Purzelbaum herum und stieß Hopperflap mit beiden Beinen davon. Der Kanadier schwebte zur gegenüberliegenden Wand. Bonetti drückte geistesgegenwärtig den Alarmknopf an seinem Raumanzug, während sein Angreifer ein Messer zog.

„Des daff niemand gabuddmache. Des habbe mir von de Außerirdische.“

„Den Käse?“ fragte Bonetti.

„Des is kahn Käs, des is’n Geräd. Des hod de Gommander vunn drauße midgebrung. Dodemit kammä Gondagd mid onnere Zivilisatzione uffnehme. Des könne mir in Kanada guud gebrauche“, rief Hopperflap und stieß sich von der Wand ab. Mit einem irrsinnigen Funkeln in den Augen schwebte er auf Bonetti zu.

Bonetti stieß sich ebenfalls von der Wand ab und schwebte zur Decke. Der Angriff ging ins Leere. Dann kamen Breitkopf und Äugelein herein und entwaffneten Hopperflap. Es war vorbei. Offensichtlich hatte der irrsinnige Kanadier den Commander ermordet, weil er dessen Käsespezialität für ein extraterrestrisches Artefakt gehalten hatte.

Bonetti und Äugelein schwebten im Shuttle „Manfred Kanther“ zur Erde zurück. Unter ihnen war schon die hessische Weltraumbehörde in Wiesbaden zu erkennen, die in einem monströsen Betonfurunkel am Rande der Stadt untergebracht war. Das letzte Abendrot verglomm unter einer Ascheschicht von flachen Wolken.

„Ist es nicht verrückt, mein lieber Äugelein“, sagte Bonetti. „Nur der Wahnsinnige ist in unserer heutigen Zeit wirklich frei. Hopperflap hat einen Mord begangen, aber niemand kann ihn zur Verantwortung ziehen. Er ist nicht schuldfähig, das Gericht wird ihn freisprechen.“ Er lächelte. „Ein unschuldiger Mörder. Welche Ironie. Schade, dass wir keinen Champagner an Bord haben. Man müsste auf den Irrsinn dieser Welt anstoßen.“


In nächster Zeit erscheinen hier alte Kurzgeschichten aus den Jahren 2014ff. 

Samstag, 24. Oktober 2026

Und es geht weiter ...

 

Gestern in der Wohnung gestürzt. Konnte die Beine nicht mehr bewegen, keine Kraft. Bin zum Telefon gerobbt, habe die Feuerwehr angerufen, die mithilfe des Ersatzschlüssels der Nachbarin in die Wohnung kam und mich in die Notaufnahme vom Sankt-Getrauden-Krankenhaus (schon wieder!) gebracht hat. Untersuchungen, Wunde genäht. Nachts wieder zuhause. Heute Vormittag Pflegedienst, habe ich seit Mittwoch.

Vorerst keine weiteren Blogposts.

Freitag, 23. Oktober 2026

Hiob 2.0

 

Was für ein Jahr. Januar: zwei Weisheitszähne gezogen. Februar: Grippe. April: Einbruch – zum Glück war ich zuhause. Juli: Zusammenbruch bei 38 Grad auf offener Straße. Den Sommer verbringe ich wie James Stewart in Hitchcocks „Fenster zum Hof“, immerhin kann ich mich innerhalb der Wohnung am Krückstock bewegen. Oktober: zwei Wochen im Krankenhaus der Hölle wegen eines Ödems. Und einen Tag nach der Entlassung verursacht der defekte Spülkasten meines WC einen Wasserschaden eine Etage tiefer. Der herbeigerufene Klempner verlangt tatsächlich 522 Euro für eine halbe Stunde Arbeit. Und ich Idiot habe studiert. Hoffentlich übernimmt meine Privathaftpflicht den ganzen Spaß. Und 2026 ist noch lange nicht zu Ende …

Ich befinde mich augenblicklich in der Phase der Resignation. Ich spüre die Schläge nicht mehr. Gestern habe ich ein Rezept für den Pflegedienst, der täglich mein Bein bandagiert,, und Pflegemittel von meinem Hausarzt gebraucht. Exakt seit gestern ist er im Urlaub. Na und? Die Leberzirrhose wird in ein paar Jahren meine Geschichte beenden. Und wie kann man diese Unglücksserie nüchtern ertragen? Zum Glück habe ich vor zwei Jahren ein wenig Geld geerbt, so dass ich unbeschwert dem Tod entgegentanzen kann. Rein statistisch betrachtet habe ich achtzig Jahre. Sechzig davon habe ich hinter mir, also drei Viertel. Bekanntlich ist das Alter öde und voller Schmerzen. Das Beste habe ich erlebt, das kann mir keiner mehr nehmen. Ich erspare mir den Rollator und Kreuzfahrten, Tanztees und Altersheim. Alles fühlt sich frei und leicht an.

 

Donnerstag, 22. Oktober 2026

Zwei Krankenhausgeschichten


Die Schreier

Schreier sind ein Phänomen, mit dem ich gar nicht gerechnet habe. Da gibt es den Mann, der immer „Hallo!“ ruft. Tage später kommt ein zweiter, der stundenlang „Hilfe!“ ruft. Der Dritte im Chor wird von wechselnden Personen gespielt. Er ruft „Schwester!“ Dazu kommen die grauenhaften Schmerzensschreie und das laute Stöhnen, als wäre ich in einem Feldlazarett an der Ostfront. Man kommt sich vor wie in einer Inszenierung von Frank Castorf.

 

Der Hühnermann

Am Abend wird das leere Bett neben mir belegt. Ein kleiner dicker Mann Mitte dreißig, der seinen kargen Haarkranz mit einem Vollbart kombiniert hat. Bei seiner Ankunft bittet er er gleich um Messer und Gabel. Meine Neugier ist geweckt. Das ist seine Geschichte: Er sitzt bei Nhas City Chicken am Stutti und wartet auf sein halbes Hähnchen mit Pommes. Plötzlich wird er ohnmächtig und fällt auf den Boden. Die Angestellten rufen einen Krankenwagen und geben einem Sanitäter noch die Bestellung mit. Sehr aufmerksam. Im Krankenhaus isst er dann sein mitgebrachtes Abendessen. Er hatte übrigens schon zwei Bypässe am Herz.

 

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Lagebericht

 

Was bisher geschah: Zwei Tage lang habe ich große Schmerzen im rechten Unterschenkel, wenn ich gehe. Am dritten Tag rufe ich den ärztlichen Notdienst an, nach einer halben Stunde ist der Arzt da. Nach seiner Untersuchung vermutet er, ich hätte eine Thrombose und ruft einen Krankenwagen.

Man bringt mich ins Sankt-Getrauden-Krankenhaus, ein riesiger Moloch mit tausend Mitarbeitern. Mein erster Krankenhausaufenthalt seit 1980, damals war Helmut Schmidt noch Bundeskanzler. Die gute Nachricht: Es ist keine Thrombose, sondern nur ein Ödem („Wasser im Bein“).

Ich komme in ein Vier-Bett-Zimmer mit drei alten Menschen, die das Bett nicht mehr allein verlassen können aka „bettlägerig“ sind, Windeln tragen und in Urinflaschen pinkeln. Immerhin habe ich das gemeinsame Bad exklusiv. Meine neue Heimat für zwei Wochen.

In der folgenden Zeit macht man Unmengen an Untersuchungen. Jeden Tag bekomme ich Blut abgenommen und vier Flaschen Penicillin als Infusion verabreicht. Ultraschall sämtlicher Organe, dazu eine CT, eine Magenspiegelung und eine Darmspiegelung. Es ist wie beim TÜV, alles wird gecheckt. Ergebnis: Blutarmut (ich habe nur halb so viel Hämoglobin wie ein normaler Mensch, daher vermutlich meine Antriebs- und Kraftlosigkeit), Gastritis (Entzündung der Magenschleimhaut) und Lebezirrhose. Aber immerhin kein Darmkrebs. Es ist meine alte Obsession, dass ich einmal an Darmkrebs sterbe.

Thema Leberzirrhose: In der zweiten Woche liegt ein obdachloser Alkoholiker aus Polen neben mir. Ich höre das Gespräch mit der Ärztin, das von einer App übersetzt wird, da er weder Deutsch noch Englisch spricht. Er trinkt zwei Flaschen Wodka am Tag, dazu ein paar Liter Bier. Und mir kommen sie hier dumm? Waisenknabe. Mehr sage ich nicht.

Thema Blutarmut: Ich bekomme zum ersten Mal im Leben Bluttransfusionen. Fremdes Blut in meinen Adern. Merkwürdige Vorstellung. Wer von Ihnen, liebe Lesende, ist Blutspender und hat B -? Vielleicht sind Sie jetzt Teil der ewigen Literaturlegende Bonetti?

Nach zwei Wochen verlasse ich das Krankenhaus. Folgendes Triptychon bleibt mir in Erinnerung. Links steht ein Mann und pinkelt in seine Urinflasche, rechts sitzt ein Mann auf einem Stuhl mit Loch und presst unter pornomäßigem Stöhnen seinen Darminhalt heraus („Stuhlgang“), in der Mitte über beiden ist der Fernseher, ich habe Kopfhörer auf und hoffe, dass ich hier bald wieder herauskomme.

Leider hat man nach all den Tests nie die Ursache des Ödems finden können, sondern behandelt nur die Symptome. Auch meine Frage, warum nur das rechte Bein betroffen ist, bleibt unbeantwortet. Ich bekomme nach meiner Entlassung noch drei Wochen Bandagen von einem Pflegedienst. Und dann? Sollen Stützstrümpfe helfen. Wir werden sehen.

Schlusspointe: Am Tag meiner Entlassung möchte man mich in eine neue Abteilung verlegen – zur Behandlung meiner Leberzirrhose. Ich lehne ab und lasse mich gegen die Zustimmung der Ärzte aus dem Krankenhaus entlassen. Nach zwei gesunden Wochen gönne ich mir zuhause eine Flasche Wein.

PS: Vor zwei Jahren sollte das Krankenhaus geschlossen werden, dann hat es ein privater Investor (Alexianer) übernommen, daraus eine GmbH gemacht und gnadenlos auf Profit getrimmt. Die alten Mitarbeiter, die übernommen wurden, werden noch nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes bezahlt, die neuen Mitarbeiter nach dem Haustarif, der deutlich niedriger ist. Hier kommt Profit vor Patient, deswegen immer neue Untersuchungen und Therapien. Man wollte eine CT vom meinem Kopf machen und in den letzten Tagen habe ich auch noch eine Atemtherapie gemacht – wegen meiner Probleme im rechten Unterschenkel.

Yazoo - Situation ( Original Video Clip ) HQ

Dienstag, 6. Oktober 2026

Rise and fucking shine you goddamn sun

 

Blogstuff 1394

In eigener Sache: Ich schlage mich gerade mit einer Thrombose herum. Morgen kommt jemand vom ärztlichen Notdienst, um sich mein rechtes Bein anzuschauen. Daher habe ich im Augenblick wenig Lust zu schreiben. Nachfolgend die Restbestände Blogstuff, die noch auf dem Recnher waren. 

Der perfekte Lebenslauf: Taschengeld – Bafög – Grundsicherung – Armenrente.

Warum wird Bürgersteig nicht gegendert?

Natürlich gab es in Berlin wieder eine Wahlpanne. Alle Parteien verlieren Sitze im Abgeordnetenhaus, nur die AfD gewinnt. Unsere Hauptstadt ist sooo PISA.

Die Linken haben in Thüringen zehn Jahre lang den Ministerpräsidenten gestellt. Mussten die Juden damals Angst haben? Aber jeder Türke muss Angst haben, wenn die AfD in Sachsen-Anhalt den Ministerpräsidenten stellt. Aber die Vermieter-Lobby und ihre Partei, die CDU sähen jetzt Hass gegen die Linke. Als ob es um Antisemitismus ginge, lächerlich.

Work-Life-Balance? Spahn ist mein Vorbild.

„Fluchtursachen“: ALDI, IKEA, VW, Frieden, Grundsicherung, Mallorca.

Sie kennen das. Sie brauchen einen Karton und sie haben keinen. Es fehlen bundesweit Millionen Kartons. Wählen Sie deshalb Bonettis Alternative für Dummheit (BAD).

Ich bin ein Kassen-Blogger. Wäre ich ein Privat-Blogger, könnten Sie sich das Lesen gar nicht leisten und sie bekämen erst in drei Monaten einen Termin.

Spahn bekommt ein Kind und soll dich danach um den Haushalt kümmern. Das ist doch ganz normal. Aber der Bevölkerung war es natürlich auch wieder nicht recht.  

„Stein auf Stein“. Ein großartiger Film. Ich habe danach viel über Steine nachgedacht. Sie erscheinen uns so selbstverständlich, aber was wissen wir über sie? Backsteine. Wir leben zwischen Backsteinen. Mein Großvater war Maurer. Ich habe nie über seine Arbeit nachgedacht. Warum kommt das Thema Steine so selten in den Medien vor?

Wer von der Gen Z ist jemals vom Baum gefallen? Wer von uns hatte jemals einen Energy Drink?

 

Freitag, 2. Oktober 2026

Bonetti spricht über seine Vergangenheit

 

Blogstuff 1393

Warum ist niemand gegen Tofu allergisch?

Hausarrest und Fernsehverbot? Da lacht der Teenie.

Ich habe neulich eine englische Profi-Esserin gesehen, Spezialdisziplin Speed-Eating, die 24 Wiener Würstchen in 1:09 min. geschafft hat. Ihr Geheimnis: Sie hat nicht gekaut, sondern die Würstchen runtergeschlungen wie eine Anakonda.

Warum gibt es auf Weinfesten eigentlich Bierbänke?

Im Hunsrück gibt es Dörfer, da haben alle den gleichen Nachnamen und die gleiche Blutgruppe.

1978 habe ich meinen kleinen Bruder in einem Maislabyrinth verloren. Immer, wenn ich Mais sehe, höre ich seine Hilferufe.

Als ich 25 war, habe ich die Nacht in einer Bar verbracht, dann eine Stunde mit AC/DC in Konzertlautstärke in meinem Auto geschlafen, nach dem Aufwachen habe ich eine Gitanes geraucht und bin dann arbeiten gegangen. Kann die Gen Z das auch?

Wir Reichen sind doch auch eine Minderheit, die diskriminiert wird. Was kann ich denn dafür, dass ich geerbt habe?

Ich kann Lieder aus den Achtzigern komplett mitsingen, weiß aber nicht, was ich eigentlich in der Küche wollte. Sicherheitshalber nehme ich ein Bier mit.

Ich kenne immer noch unsere erste Telefonnummer: 06132/2925.

In Berlin gibt es bei Rot-Grün-Rot jetzt Vorgespräche, auf die eventuell Sondierungen folgen und am Ende vielleicht Koalitionsverhandlungen. 1. Herr Ober, ich möchte mit Ihnen über die Existenz einer Speisekarte sprechen. 2. Herr Ober, ich möchte wissen, ob es den Schweinebarten wirklich gibt. 3. Herr Ober, können wir über den Preis verhandeln. Wir werden eine Menge Geduld mitbringen müssen, bevor wir eine neue Regierung bekommen, die alles beim Alten belässt.

Männer haben Instinkt, Frauen haben Intuition. Wo ist der Unterschied?  

Wir sind in unserer Jugend zu wildfremden Leuten ins Auto gestiegen und nannten es „trampen“. Unsere Eltern wussten nie, wo wir waren und wann wir nach Hause kommen würden. Wer am nächsten Morgen zum Frühstück erschien, war offenbar okay.

Ich kann mich noch an das wissende Lächeln erinnern, wenn neue Gäste kamen. Wir saßen mit Dauergrinsen auf dem Sofa und sahen „SpongeBob Schwammkopf“. Natürlich waren wir bekifft. Seit zwanzig Jahren nehme ich keine Drogen mehr und der lustige Kerl ist aus meinem Leben verschwunden. Manchmal vermisse ich Patrick Star.