Montag, 31. Januar 2022

Rallye Dakar: Berliner Kokstaxi gewinnt überraschend

 

Blogstuff 670

„Der Räikkönen mag vielleicht ab und zu mal was getrunken haben, aber wir haben nach jedem Rennen gesoffen wie die Löcher.“ (Niki Lauda)

Johnson, Scholz, Biden – braucht man noch mehr Beweise für Putins Wahlmanipulationen zur Schwächung des Westens?

SUV sind eigentlich kein Problem. Aber sie müssten viel kleiner sein.

1970 gründete Ken Tyrrell ein Formel-1-Team, das seinen Namen trug. Jackie Stewart wurde zweimal in einem Tyrrell-Ford Weltmeister. 1998 verkaufte er es an den amerikanischen Tabakkonzern BAT und es hieß fortan British American Racing. 2006 übernahm es Honda als Werksteam. Wegen der Finanzkrise verkaufte Honda den Rennstall an Teamchef Ross Brawn, der auch noch 130 Millionen Euro Starthilfe aus Japan erhielt. Brawn GP gewann die Fahrer- und die Konstrukteurs-WM und verkaufte nur ein Jahr später 75 Prozent der Unternehmensanteile an Mercedes-Benz weiter. Mercedes gewann bisher 15 WM-Titel.

In Amerika sagt man nicht mehr Dwarf, sondern Vertical Handicaped Person.

Alte, Alleinstehende, Arme, Arbeitslose. Das A-Team.

Jetzt im Buchhandel: „Die Schande von Kabul“ von Harry Valérien.

Die einzige Kriegsgefahr geht momentan von der amerikanischen und westeuropäischen Rüstungsindustrie aus. Wenn es in diesem oder im nächsten Jahr keinen neuen Kriegsschauplatz gibt, auf dem Waffen, Munition und Ausrüstung verbraucht werden, meldet das Militär der NATO irgendwann: „Die Waffenlager sind voll, keine neuen Bestellungen mehr.“ Auch die Rüstungsindustrie unterliegt den ehernen Gesetzen des Kapitalismus.

Wir sollten uns als Deutsche nicht das ungewaschene Maul über die kulinarischen Spezialitäten anderer Länder zerreißen. Meine Heimat Rheinland-Pfalz ist ein Totalausfall, aber auch im großen NRW sieht es nicht besser aus. Pfefferpotthast ist ein langweiliger Eintopf, Blindhuhn ist eine Suppe, in der noch nicht einmal Huhn ist (siehe: Halwe Hahn), dafür aber weiße Bohnen. Himmel und Ähd: Blutwurst mit Kartoffelbrei und Apfelmus. Das isst noch nicht mal ein Engländer. Vom Sauerbraten will ich hier gar nicht anfangen. Oder von Niedersachsen.

Der einzige Porschefahrer, den ich je gekannt habe, war Ulf, der sich in den 80ern einen gebrauchten 924er zugelegt hatte. Der Wagen hatte einen 125-PS-Motor von VW und sah Scheiße aus. #SchafimWolfspelz

Wichtelbach liefert eine Gulaschkanone an die Ostfront. Nimm das, Iwan!

Sid Vicious - My Way (Uncut Version) - YouTube

Donnerstag, 27. Januar 2022

R.I.P. Ernst Stankovski


Er hat die Rate-Show „Erkennen Sie die Melodie?“ in den 70ern moderiert. Die Sendung habe ich immer mit meiner Oma geguckt. Sie war die Königin der Oper und der Operette, ich kannte die Charts und die Musicals. Ein unschlagbares Team. Meine Großmutter war eine belesene Frau. Sie hat immer die Neue Post, die Frau im Spiegel (schon damals besser als der SPIEGEL) und wenn Sie ganz crazy drauf war auch mal die Tina gekauft. Tageszeitung gab’s bei ihr nicht. Nach der Flucht aus Schlesien 1945 hatte sie mit der Politik abgeschlossen. Ich habe die Zeitschriften immer gelesen, weil es sonst nichts anderes gab, bevor am Nachmittag das Fernsehprogramm anfing. Ich kannte alle Königshäuser dieser Welt und war in Caroline von Monaco verliebt.

Erkennen Sie die Melodie - Vorspann und Titelmusik, danach "Entschuldigung" von Ernst Stankovski - YouTube

HEP

 

Es ist später Abend und durch die Fenster des Lofts sieht man auf die Lichter von Paris. Die Wohnung gehört Édouard De La Cartonage, dem vermögenden Gründer des Human Extinction Project (HEP). In dieser Organisation haben sich Fundamentalökologen aus aller Welt zusammengeschlossen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Menschheit vollständig auszulöschen, um die Erde zu retten. Nachdem sie ihr Ziel erreicht haben, würden sie kollektiven Selbstmord begehen. Der Letzte macht das Licht aus.

Am Tisch sitzen, neben De La Cartonage, folgende Personen: Bruno Haussmann, ein deutscher Waffenhändler, Luigi Calzone, Profikiller der römischen Mafia, Wang Li, ein chinesischer Biologe, und Jerry Miles, ein amerikanischer Medienmogul. Sie sind zusammen der Führungszirkel des HEP.

„Corona war ja ein völliger Flop, Monsieur Li“, begann der französische Gastgeber. „Nur fünf oder sechs Millionen Tote in zwei Jahren. Trotz der Seuche ist die Zahl der Menschen gestiegen und wird im kommenden Jahr die Marke von acht Milliarden erreichen.“

„Das stimmt“, sagte der Chinese kleinlaut. „Ich hatte mir von meinem Virus auch mehr versprochen. Es sind vor allem alte Menschen gestorben, die sich ohnehin nicht mehr fortgepflanzt hätten.“

„Was ist mit ihrem Projekt?“ fragte Haussmann den Amerikaner.

„Wir versuchen gezielt, beim Ukraine-Konflikt die amerikanische Öffentlichkeit aufzuhetzen“, antwortete Miles. „Auch die Rüstungsindustrie haben wir natürlich auf unserer Seite. Aber die Amerikaner sind kriegsmüde und ohne breite Unterstützung der Öffentlichkeit werden wir den Präsidenten nicht zu einem Krieg überreden können. Selbst, wenn die Russen in der Ukraine einmarschieren, bin ich mir nicht sicher, dass es klappt. Die Leute in Oklahoma oder Kentucky wissen nicht, wo Kiew liegt, und sind nicht bereit, für die Ukraine ihr Leben zu riskieren.“

„Luigi, was haben Sie an Neuigkeiten?“ fragte De La Cartonage den Italiener.

„In unserem Drogenlabor wird gerade eine neue Droge an Hunden getestet. Sie macht extrem aggressiv, die Hunde zerfleischen sich gegenseitig. Wir könnten sie über das Trinkwasser verbreiten. Die öffentliche Ordnung würde zusammenbrechen, Chaos und Bürgerkrieg wären die Folge. Der Zusammenbruch der Zivilisation. Eine Zombie-Apokalypse ohne Zombies.“

Alle lachen.

„Das klingt gut, bleiben Sie in dieser Sache am Ball.“

De La Cartonage hebt seinen Champagnerkelch und alle stoßen zusammen an.

Robbie Nevil - C'est La Vie - YouTube

Mittwoch, 26. Januar 2022

Drei Frauen

 

Ich hatte drei Freundinnen in meinem Leben.

Die erste war Judith. Wir waren verliebt und hatten eine schöne Zeit, aber nach zwei Jahren begann sie mich zu langweilen. Ich besuchte sie in ihrer Wohnung in Bad Kreuznach. Es war ein Ritual, dass sie noch einmal kurz im Bad verschwand, bevor wir zusammen ins Schlafzimmer gingen. Ein paar K.o.-Tropfen im Sekt, wir stießen zusammen an und nach ein paar Minuten war sie bewusstlos. Ich trug sie ins Badezimmer und ließ Wasser in die Badewanne ein. Dann ertränkte ich sie.

Den Fensterrahmen versiegelte ich mit Klebeband. Selbstverständlich trug ich dabei Gummihandschuhe. Ich schloss die Badezimmertür von außen und versiegelte sie ebenfalls. Der Verwesungsgeruch, Sie verstehen? Als die Polizisten nach zwei Wochen die Wohnungstür aufbrachen, fanden sie nur ein Skelett und eine Badewanne voller Maden. Der Todeszeitpunkt war nicht mehr festzustellen.

Meine zweite Freundin hieß Ulla. Sie war nach einem halben Jahr bei mir in Schweppenhausen eingezogen und nervte irgendwann, weil ich nicht im Haushalt geholfen hatte. Ich baue Schiffsmodelle für Sammler, vorzugsweise Schlachtschiffe aus dem Zweiten Weltkrieg. Ich bin eigentlich den ganzen Tag in meiner Werkstatt im Keller und komme nur zu den Mahlzeiten hinauf. Und natürlich nach Feierabend. Ich verwendete wieder die K.o.-Tropfen. Dann legte ich ihr einen Strick um den Hals und warf das andere Ende über einen Deckenbalken. Ich zog sie hinauf und band das Seil an einem Fenstergriff fest. Anschließend nahm ich ihre Beine und ließ mich mit meinem ganzen Gewicht fallen. Ich bin ein schwerer Mann. Ein trockenes Knacken. Das war’s.

Ich wickelte sie in eine Plastikplane, verschnürte sie mit dem Seil und trug sie durch die Verbindungstür zwischen Flur und Garage ans Auto. Dort packte ich sie in den Kofferraum. Um drei Uhr nachts sah ich aus dem Fenster. In der Nachbarschaft brannte kein Licht mehr, die Straßenlaternen waren längst aus. Es war eine helle Vollmondnacht, mein E-Auto machte keinen Lärm und die Scheinwerfer schaltete ich erst zweihundert Meter weiter ein. Ich fuhr auf die Landstraße nach Genheim. Vor der Autobahnunterführung geht nach links ein asphaltierter Weg ab, der offiziell für die Landwirtschaft gedacht ist. Nur Einheimische kennen den sogenannten Promilleweg nach Stromberg. Hier hinterlässt man keine Reifenspuren. Auf halber Strecke hielt ich an, trug die Leiche in den Wald und übergoss sie mit Benzin. Als sie lichterloh brannte, fuhr ich weiter auf die Autobahn. Auf der Autobahnraststätte Hunsrück-Ost entsorgte ich die dreckigen Schuhe und Ullas Papiere.  

Jetzt bin ich mit Jessica zusammen. Sie sitzt gerade neben mir auf dem Sofa. Seit vier Wochen ist sie Veganerin. Wir haben inzwischen getrennte Fächer im Kühlschrank. Sie weigert sich, mir Steaks und Würste zu braten. Das ist ein Fehler.

P.S.: Der erste Fall hat sich tatsächlich so zugetragen. Im Frühling 1989, als ich Freunde in Kreuzberg besuchte (gerade am Tag der Arbeit trifft man dort nette Leute und manchmal spielt des Nachts ein Troubadour im Schein eines brennenden Bolle-Markts auf der Gitarre), war ich über die Mitfahrzentrale an einen BKA-Beamten gekommen, der mich in die damaligen Mauerstadt mitnahm und mir allerlei Schauergeschichten aus seinem Berufsalltag erzählte.    

Robert Palmer - Every Kinda People (Official Video) - YouTube

 

Dienstag, 25. Januar 2022

Der Faktor Zeit

 

Es war unglaublich, wie schnell Tesla die neue Fabrik fertiggestellt hat. Nicht weit davon entfernt hat die öffentliche Hand einen neuen Flughafen gebaut. Ein zäher Prozess, ermüdend langsam, oft kurz vor dem völligen Scheitern und sehr teuer. Die Tesla-Fabrik ist High Tech, die Abfertigungshalle des BER ist nur eine Art Einkaufszentrum, in dem man auch noch seinen Koffer abgeben kann.

Ein zweites Beispiel: Biontech. In Windeseile wurde ein Impfstoff gegen ein neuartiges Virus entwickelt und die Produktionskapazitäten erweitert. Wenn eine technische Banalität wie ein Windrad gebaut wird, dauert es bis zu acht Jahre von der Antragstellung bis zum Abschluss des Projekts.

Das politische System ist im Vergleich zur Wirtschaft, die ihre Abläufe und Entscheidungswege seit Jahrzehnten immer effizienter und „schlanker“ gestaltet, hoffnungslos unterlegen. Zu langsam, zu schwerfällig. Es ist noch nicht einmal in der Lage, die Infrastruktur, die von früheren Generationen aufgebaut wurde, instand zu halten. Im Vergleich zu den großen Konzernen ist die deutsche Bürokratie eingerostet, dysfunktional und ein einziges Innovationshindernis.

Es begann in den achtziger Jahren, als Unternehmensberater und Shareholder den Unternehmen Feuer unterm Hintern machten. Jetzt ist der Abstand zwischen Wirtschaft und Politik gigantisch. Einfache Infrastrukturmaßnahmen wie die Erneuerung des Stuttgarter Bahnhofs werden zu Pharaonenprojekten. Simple organisatorische Aufgaben wie die Versorgung der Bevölkerung mit Schutzmasken und Impfstoffen verlaufen chaotisch bis katastrophal. Die aktuelle Corona-Politik ist ein einziges Desaster. Wäre Deutschland ein Unternehmen, hätte der Vorstandsvorsitzende längst zurücktreten müssen.

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass der Druck auf die Demokratie zunehmen wird. In den Betrieben herrscht eine straffe Hierarchie, die diktatorisch operiert. In den Parlamenten und Verwaltungen wird die Zeit mit ergebnislosen Diskussionen verplempert. Aber wenn der Wirtschaft, der CPU des Staatswesens, eine Krise droht, zum Beispiel die Bankenkrise und die Eurokrise, treibt man die Abgeordneten wie Vieh zusammen und lässt sie hastig über komplexe Gesetze abstimmen, die niemand hinterfragt.

So wird es in Zukunft häufiger sein. Die Demokratie ist nur noch eine Fassade, Wahlen sind Rituale. Die Mehrheit weiß es längst und verachtet daher die Politik und ihre Darsteller. Politik wird nicht im Parlament gemacht, auch nicht in den Ministerien. Man wird die Entscheidungswege verkürzen und sich dabei an den Unternehmen orientieren. Die Republik als Farce. Genau darüber habe ich übrigens meine Doktorarbeit geschrieben, die ich 1995 an der FU Berlin eingereicht habe. Ich wünschte, ich hätte unrecht gehabt.  

P.S.: Dieser Prozess der McKinseyisierung ist in den Bundesministerien gerade in vollem Gang, wie man an den immensen Kosten für externe Berater sehen kann. Die Umstellung der Gesundheitsämter von Fax auf Windows XP wird später folgen.

Junior Senior - Move Your Feet (Official music video, HD) - YouTube

Sonntag, 23. Januar 2022

Katholische Kinderficker

 

Es gibt Themen, bei denen ich regelmäßig den Schutzmantel meiner Ironie und meines Humors verliere. Dazu gehört Gewalt gegen Kinder. Es gibt eine Szene aus Dostojewskis „Brüder Karamasow“, die sich mir bis heute ins Gedächtnis eingebrannt hat. Die täglichen Nachrichten kann ich gar nicht anklicken, wenn Kinder ermordet oder vergewaltigt wurden. Und damit wären wir schon bei der katholischen Kirche, in der die Schändung von Kindern offenbar zum Alltag gehört.

Warum, frage ich mich, hat diese perfide Organisation, eine eigene Rechtsprechung? Warum ist die Kirche ein Staat im Staate? Entscheidet die Mafia im Alleingang über das Thema Schutzgelderpressung? Warum werden nicht Polizei und Justiz eingeschaltet, wenn es um Schwerverbrechen geht? Auf was wartet die Gesellschaft, wenn es um den Schutz ihrer schwächsten Mitglieder geht? Wenn die Bestrafung der Kinderficker in unserer Hand wäre, befänden sich die Täter längst im Gefängnis.

Ein Freund von mir war zwei Jahre im Gefängnis. Ein Kilo Kokain. JVA Mainz. Ich selbst kenne den Laden nur durch die Sicherheitsschleuse bis zur Pforte, wo ich regelmäßig als Zivi den Gemeindebrief der Christuskirche auf der Kaiserstraße abgegeben habe. Er hat mir erzählt, dass die Kifi, wie man sie im Gefängnis nannte, die Kinderficker, in der Hierarchie ganz unten stünden. Sie wurden von den anderen Gefangenen verachtet, gequält und jede Nacht mehrfach vergewaltigt, bis ihnen das Blut die Beine hinunterlief. Viele Kinderficker begehen Selbstmord, weil sie diese Strafe – die viel härter als die Haftstrafe ist – nicht ertragen.

Es mag Ihnen grausam erscheinen, aber mir gibt dieser Gedanke Trost, wenn ich an die ganzen Kanalratten in der katholischen Kirche denke. Bringt sie endlich ins Gefängnis, damit sie ihre gerechte Strafe erhalten.

Donnerstag, 20. Januar 2022

Gute und schlechte Nachrichten aus Kleinbloggersdorf

Mechthild, die Betreiberin des 1-Euro-Blogs, ist gestorben. Das schreibt eine Freundin von ihr im Blog (Kommentarbereich). Eine schreckliche Nachricht. Sie wird uns allen fehlen. Den Angehörigen wünsche ich herzliches Beileid.

Seit letzter Woche ist ein alter Blogger-Kollege, der vor Jahren das Schreiben eingestellt hat, wieder am Start. Ich wünsche ihm viele Leser und ein langen Atem. Bloggen ist Marathon, ach was, Ironman hoch drei. Das ist mein Blogpost Nr. 4626.

Herr MiM | Geschichten aus dem dritten Viertel (wordpress.com)