Samstag, 1. Juli 2023

Vom Supermarkt zur Supermacht – die Aldi-Story


Blogstuff 825

„Ein Dunst liegt über Dakota,

Und über Nevada liegt Rauch

Und Qualm über Minnesota.

Am Ende liege ich auch.“

(Ror Wolf)

Zwanzig Prozent wählen die rechtsextreme AfD. Gute Nachricht. Nazis glauben, durch Wahlen etwas verändern zu können. Lassen wir sie noch eine Weile in dem Glauben. Sie werden von selbst draufkommen. Einen Staatsstreich werden sie sowieso nicht hinbekommen, geschweige denn eine Revolution.

Ich lasse immer die leeren Shampoo-Flaschen in der Dusche stehen, um jedes Mal wieder rausfinden zu müssen, welche die volle ist.

Kunstunterricht 10. Klasse. Klassenarbeit. Der Lehrer sagt: „Zieht alle euren linken Schuh aus, stellt ihn vor euch auf den Tisch und zeichnet ihn.“ Fast alle tragen Turnschuhe, es ist Sommer und die Fenster sind geschlossen …

Kartoffelchips aus einer Schüssel essen, nicht aus der Tüte. Fernsehen, ohne lästiges Geknister und Gefummel. Das unterscheidet uns von den Tieren.

Mit jedem Schwein, das auf unserem Grill landet, kämpfen wir aktiv gegen den Klimawandel, ihr links-grün-versifften Wärmepumpenveganer!

Ingelheim ist das Dubai von Rheinhessen. Die Stadt hat keine Schulden, sondern 280 Millionen Euro Rücklagen. Fast zehntausend Euro pro Einwohner. 91 Prozent der kommunalen Steuereinnahmen kommen von Boehringer Ingelheim. Zebrastreifen werden nicht mehr auf die Straße gemalt, sondern mit Carrara-Marmor in den Asphalt gelassen.

Wenn vor drei Jahren Nutella aus den Regalen verschwunden wäre statt Klopapier, hätten die Leute die Supermärkte niedergebrannt.

Tipp gegen Einbrecher in der Urlaubszeit: Legen Sie dreißig Schlüssel unter die Fußmatte, von denen keiner passt.

Laut Supreme Court werden Menschen mit abweichender Hautfarbe an den US-Unis nicht mehr bevorzugt. Recht so. Sie waren ja auch vorher noch nie benachteiligt.

Immer dieses Junkie-Deutsch in der Presse: „Ukraine erhält weitere Finanzspritze“. Die kommen nie mehr runter von der Nadel.

Jeder Mann verpasst seinen ersten Orgasmus. Verschämt wird die verkrustete Schlafanzughose in die Waschmaschine gestopft und wir hoffen, dass es keine peinlichen Fragen gibt.

Sommer auf dem Campingplatz: I love the smell of Luftmatratze in the morning.

 

Freitag, 30. Juni 2023

Neue Heimat

 

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich pleite. Was sollte ich machen? Arbeiten? No way. Ein banges Herz, gefangen in einem dunklen Fettkerker.

Als ich die Sparkasse im Nachbardorf überfallen wollte, erklärte mir der Schalterbeamte, sie hätten weder Bargeld noch einen Tresor. Ob er mich jetzt mit leeren Händen wieder heimschicken wolle, fragte ich ihn. Er verwies mich auf den Bankautomaten im Vorraum.

„Damit machen Sie sich doch selbst arbeitslos“, schrie ich.

Er zuckte nur mit den Schultern.

Also fuhr ich in die Kreisstadt. Es wurde nicht besser. Mit dem erbeuteten Portemonnaie des Filialleiters floh ich durch die Innenstadt.

Bald hatte ich drei Streifenwagen, eine Hundestaffel und einen Hubschrauber hinter mir. Also floh ich in den einsamsten Ort der Welt: die Bibliothek. Niemand liest mehr.

Ich ging hinein und schaute eine Weile in die Karteikästen, bis die Bibliothekarin wieder in Minecraft vertieft war. Dann schlich ich mich zu den Bücherregalen und ging auf Zehenspitzen die Treppe hinauf bis in den zweiten Stock.

Hier herrschte eine himmlische Ruhe. Ich nahm mir einen der formidablen Romane von Andy Bonetti und setzte mich in einen alten Ledersessel. Es wurde Abend, es wurde Nacht.

Ich musste eingeschlafen sein, denn ich wurde von einer Putzfrau geweckt. Sie sprach kein Wort, aber ich wusste, was zu tun war. Ich verließ die Bibliothek und frühstückte beim Bäcker gegenüber. Dann kaufte ich Wein und ging zur Bibliothek zurück.

Hier lebe ich heute noch. Keine Miete, saubere Toiletten und genug zu lesen. 

P.S.: Ich habe ein Babyphon in der Polizeidienststelle versteckt. Wenn sie die Suche nach mir aufgeben, fange ich ein neues Leben an.

 

Donnerstag, 29. Juni 2023

Grausiger Fund in Bonettis Keller

 

Blogstuff 824

„Es gibt keinen ‚Markt der Ideen‘ und keine ‚Arena der Meinungen‘. Gegen Rechtsextremismus helfen nicht ‚die besseren Argumente‘ und man kann sie nicht ‚entzaubern‘.“ (Natascha Strobl)

Zwei Drittel der Ostdeutschen wünschen sich die DDR zurück, ein Drittel Adolf Hitler.

Der Mindestlohn soll um 41 Cent erhöht werden. Nicht pro Tag, sondern pro Stunde. Wie sollen die Unternehmen das schaffen? Woher das viele Geld nehmen? Der Wirtschaftsstandort Deutschland schafft sich ab! Kein Wunder, dass wir eine so hohe Inflation haben. Natürlich müssen die Unternehmen jetzt die Preise wieder um zehn Prozent erhöhen. Die kommunistische Regierung stopft dem Proletariat alles in den Rachen. Aber uns mit Vermögenssteuer drohen! 

Bei Ausgrabungen in Pompeji hat man ein Fresko entdeckt, auf dem ein belegter Teigfladen zu sehen ist. Es kann jedoch keine Pizza gewesen sein, weil es im Römischen Reich keine Ananas gegeben hat.

Beherrscht Bonetti seine Kräfte? Oder beherrschen seine Kräfte ihn?

Der Grand Bacon TS ist für McD-Verhältnisse recht gut, auch wenn er an die Signature-Reihe nicht heranreicht. Aber was gar nicht geht, ist das Handling. Selbst mit zwei Händen ist dieser Burger nicht zu essen. Ich besuche seit 1976 McDonald’s, aber gestern musste ich zuhause zum ersten Mal einen Teller und Messer und Gabel benutzen, um dieses Teil zu essen. Im Lokal wäre man komplett aufgeschmissen bzw. total eingesaut.

Hätten Sie’s gewusst? Im Kannenbäckerland im Norden von Rheinland-Pfalz gibt es die größten Tonvorkommen Europas. Hier wird das grau-blaue Westerwälder Steinzeug hergestellt, das in keinem guten deutschen Haushalt fehlen darf.

„Neulich habe ich an dich gedacht.“ – „Du hattest einen multiplen Orgasmus?“

Wer weiß, wer Georgios Kyriakos Panayiotou war, bekommt von mir ein Hanuta.

Hätten Sie’s gewusst? Es gibt eine Gruppe namens „Demokraten in der AfD“.

522.000 Leute sind letztes Jahr aus der katholischen Kirche ausgetreten. Wenn es so weitergeht, können wir den Mainzer Dom an Ikea vermieten.

Es gibt von Balenciaga T-Shirts für 750 Euro und Hoodies für 2400 Euro. Können wir bitte alle Käufer enteignen?

Die Bonetti Media AG bietet Mindestlohn von 2015 (8,50 €), Karrierefreiheit, elektrische Bleistiftspitzer an jedem Stehpult. Bewerben Sie sich jetzt!

Wenn die AfD an der Macht ist, heißt es Klapprechner und nicht mehr Notebook. Das Dönerverbot wurde ja auch schon offen gefordert.

„Nur so kann gelesen werden“ (Andy Bonetti)

Mittwoch, 28. Juni 2023

Wichtelbach, das Paris des Hunsrücks

 

Blogstuff 823

„Immerhin haben wir jetzt so viele Ausländer im Land, dass sich ein Holocaust mal wieder lohnen würde.“ (Marcel Grauf, Referent von Dr. Christine Baum, AfD und Heiner Merz, AfD)

„Wehret den Anfängen“ war gestern. Wehret den Fortsetzungen. #Sonneberg

Aber wenn wir jetzt konsequent aufs Gendern verzichten, jeden Tag fünf Schweinenackensteaks auf den Grill werfen, E-Autos und Wärmepumpen verbieten und Veganer in Beugehaft nehmen, können wir den Siegeszug der Faschisten noch verhindern.

Man kann über Merkel sagen, was man will, aber alle ihre Nachfolger waren Rohrkrepierer. Merz hatte bei der ersten Forsa-Umfrage nach seiner Wahl zum Parteivorsitzenden 27 Prozent, da ist er aktuell auch. Die Ampel hat acht Prozent verloren, die AfD neun Prozent gewonnen.

Mein Metzger und ich, wir haben uns einfach auseinandergelebt.

Crowd Funding. Das ist innovativ, das ist neu. Machen wir einen Zeitsprung ins Venedig des 16. Jahrhunderts. Viele Kaufleute tun sich zusammen, um ein Schiff zu finanzieren, das eines Tages mit Gold und Silber, Tee und Seide oder Gewürzen heimkehren wird. Oder es sinkt in einem Sturm, wird von Piraten überfallen oder die Besatzung stirbt an Skorbut. Geteilter Gewinn, geteilter Verlust. Eine clevere Idee. Später nannte man Geschäfte nach diesem Prinzip Aktiengesellschaft. Ganze üble Sache, finsterer Kapitalismus. Aber Crowd Funding ist eine natürlich der Burner. 

Nach der Pleite des Herstellers der Weck-Gläser ist jetzt auch die Firma Römertopf Keramik in die Insolvenz gegangen. Die Welt meiner Großmütter geht unter.

Wenn man das Wort Wärmepumpe dreimal wiederholt, erscheint Hubert Aiwanger.

Ich hatte schon in der Grundschule ein seidenes Einstecktuch, das farblich mit meinem Ranzen korrespondierte.

Es ist leicht zu durchschauen und zeugt von geistiger Armut, wenn gerade Frauen in der Rammstein-Debatte andere Frauen auf die Rolle eines hilflosen Dummchens und wehrlosen Opfers reduzieren. Ich kann von Menschen, die volljährig sind, Auto fahren und wählen dürfen, auch Eigenverantwortung erwarten.

Deutschland ist das einzige Land, in dem es sowohl eine faschistische als auch eine sozialistische Diktatur gegeben hat.

Klimaschutz AfD-mäßig vermarkten: „Deutsche! Macht Urlaub in Deutschland!“

Wenn ich vor zwanzig Jahren einen Morgenspaziergang durch Berlin gemacht habe, bin ich noch gefragt worden, aus welchem Club ich gerade komme. Vorbei.

Chuck Norris wäre bis Moskau gekommen.

Dienstag, 27. Juni 2023

Bonettis Hitzeplan

 

1.     Trinkwasser sparen. Trinken Sie tagsüber Lychee-Weizen und abends Aperol-Spritz und eisgekühlten Grauburgunder.

2.     Bleiben Sie möglichst lange in klimatisierten Supermärkten. Öffnen Sie Kühlschränke und tun Sie so, als ob sie lange überlegen würden. Schieben Sie die Fenster der Kühltruhen beiseite und halten Sie Ihr Gesicht über die Ware. Legen Sie sich zuhause die TK-Ware auf die Stirn, während Sie auf dem Sofa liegen.

3.     Arbeiten Sie nicht.

4.     Machen Sie von 13 bis 18 Uhr Siesta.

5.     Keine heißen Mahlzeiten vor Sonnenuntergang. Schweinenackensteak kann man auch kalt essen. Als Beilage keine schweren Klöße, sondern leichte Kinder-Milchschnitten wählen.

6.     Besuchen Sie Menschen mit Klimaanlagen.

7.     Im Fernsehen nur leichte Kost, die das Hirn nicht überanstrengt. Ich empfehle RTL 2, Kabel 1 und Comedy Central.

8.     Tragen Sie nur Unterhosen, sonst gar nichts.

9.     Bilden Sie mit zwei starken Ventilatoren ein gleichschenkliges Dreieck.

10. Reagieren Sie nicht auf Telefonanrufe oder die Türklingel, wenn Sie eine Klimaanlage haben.

Montag, 26. Juni 2023

Wie geht es weiter?

 

Eine Bonetti-Prognose, wie immer mit ganz heißer Nadel gestrickt:

Wie geht es in Russland weiter?

Alles bleibt beim Alten.

Prigoschin hat gezeigt, zu was er fähig ist.

Putin hat klargemacht, dass es keinen allgemeinen Aufstand zu seinem Sturz geben wird.

Prigoschin braucht seine Mietsoldaten, um Geld zu verdienen.

Putin braucht ein Söldnerheer, um im Ausland Militäroperationen durchzuführen, die er mit regulären Truppen nicht machen darf (Mali, Syrien usw.). Haben die Amis mit Blackwater schließlich auch.

Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Business as usual. Gehen Sie bitte auseinander. Es gibt nichts zu sehen.

Bonetti hat das Auge für den freien Mann

 

Blogstuff 822

„Das Private ist mir zu politisch geworden. Ich ziehe mich in die Öffentlichkeit zurück.“ (Jörg Scheller)

Stellen Sie sich vor, Höcke würde mit seiner Privatarmee Erfurt besetzen und einen Marsch auf Berlin machen. Scholz ruft den Notstand aus und riegelt die Hauptstadt ab. Die alten Supermächte wirken merkwürdig fragil. Vor zwei Jahren stürmt Trumps Mob das Kapitol, jetzt zieht eine Söldnertruppe einen Tag lang unbehelligt durch Russland.

Zwanzigminütiges Interview mit einem Meinungsforschungsinstitut zu politischen Fragen. Ich war mit zehnprozentigen Einkommenssteuererhöhungen bei allen Themen einverstanden. Diese Großzügigkeit kann man sich nur leisten, wenn man seit 2006 keine Steuererklärung mehr abgegeben hat. Bei Parteipräferenz habe ich zu meiner eigenen Überraschung die Grünen genannt.

Als ich 1981 zum ersten Mal am Bahnhof Zoo aus dem Zug stieg, war er einer der gefährlichsten Orte Deutschlands. Überall Junkies, Nutten und Obdachlose. Ab 1992 wohnte ich in der Nähe und es gab immer noch zwei Gruppen, die man beobachten konnte: Die Schnellen, die ein Ziel hatten und deren Zeit wertvoll war, und die Langsamen, die ohne Ziel ihre wertlose Zeit verplemperten. Letztere sind heute verschwunden. Auch am Berliner Hauptbahnhof gibt es keinen Strich, keine Drogenszene und keine Bettler. Eigentlich sollte man froh sein, aber ich finde es trotzdem gruselig.

Ich weiß nicht, warum sich die Leute Pyramiden anschauen. Haste eine gesehen, haste alle gesehen.

Als ich jung war, hatte ich noch Hoffnung, was Frauen betraf. Inzwischen habe ich gelernt: Ohne Pimmel ist auch scheiße. Katharina die Große, Queen Victoria, Indira Gandhi, Margaret Thatcher – sie alle haben Kriege geführt wie ihre männlichen Kollegen.

Endlich! Wir sind wieder wer. Beim Fußballturnier der Special Olympics besiegte die deutsche Mannschaft die Schweiz im Halbfinale mit 25:0. „Dabei ließ die deutsche Auswahl in den zweimal 20 Minuten sogar noch einige Chancen ungenutzt.“ 

Ich bin so leicht zu beeinflussen. Auf Twitter fragt jemand „Geht schon Bier?“ und wie ferngesteuert laufe ich zum Kühlschrank. #Budvar

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es japanische Soldaten, die noch jahrelang in irgendwelchen Bunkern die Stellung hielten. Einige Coronaleugner verhalten sich genauso.

Ich habe weder Beruf noch Familie. Dadurch habe ich genügend Distanz, um meine Mitmenschen in aller Ruhe wie ein Insektenforscher zu beobachten. Ein Haufen Vollidioten, die sich selbst als Zivilisation bezeichnen. Sie, liebe Lesende, sind natürlich die Ausnahme.