Montag, 13. Juli 2026

Wenn Gott die Hosen runterlässt und auf dein Leben scheißt

 

Er hatte eine gute Nase. Wenn jemand furzte, wusste er, was er zu Mittag gegessen hatte. Hier roch es nach Schweiß, Sauerkraut und Scheiße. Die übliche Berliner Mischung.

Die Sache mit Oberbaum stank von Anfang an zum Himmel. Er hatte den Auftrag erhalten, ihn zu observieren. Ehebruch, dachte er, die alte Geschichte. Aber Oberbaum lebte allein, verließ jeden Tag pünktlich um 17 Uhr das Büro und verbrachte jeden Abend zu Hause. Kein Besuch, kein Feierabendbier in der Kneipe, nichts.

Oberbaum arbeitete für eine Firma namens Internet International Informations. Außer ein paar dürren Fakten auf der Homepage war im Netz nichts zu finden, keine Presseberichte, keine Bilanzen oder Jahresabschlussberichte. Am Telefon gab er sich gegenüber der Pressesprecherin des Unternehmens als Journalist aus. Man hatte kein Interesse an Medienkontakten, die Sprecherin legte einfach auf.

Er begann, die Namen der Vorstandsmitglieder zu überprüfen. Nichts im Netz. Er rief einen Freund bei der Polizei an. Die Namen existierten nicht. Auch kein Felix Oberbaum. Die Firma schien auch keine Kunden zu haben. Von was lebte I.I.I.? Wie konnten sie überhaupt Gehälter zahlen? 140 Angestellte. Er gab einem befreundeten Hacker den Auftrag, die Konten des Unternehmens zu überprüfen. Keine Geldeingänge, keine Auszahlungen.

Am Abend klingelte es an seiner Tür. Er öffnete und blickte in die Mündung einer Glock.

„Kommen Sie doch herein.“

Der Mann folgte ihm schweigend.

„Scotch?“

Er nickte. Dann setzte er sich in einen Sessel im Wohnzimmer.

Nach dem ersten Schluck begann er: „Was wollen Sie von I.I.I.?“

„Ich wüsste nicht, was Sie mein Auftrag angeht.“

 „Sie sind in großen Schwierigkeiten.“

„Wer sind Sie?“

„Das ist eine Nummer zu groß. Die Firma gehört uns. Dort parken wir Mitarbeiter, die im Augenblick nicht für einen Einsatz gebraucht werden.“

„Wer ist ‚wir‘?“

„Das möchten Sie nicht wissen.“

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