Blogstuff 1318
Merz
mal wieder mit dem klassischen Glaskinn-Move vieler Politiker. Erst austeilen
wie ein tollwütiges Muli und dann beim Einstecken die Mimose spielen, die
beleidigte Leberwurst, den Prinzen auf der Erbse. Dann geh halt nach Hause zu
Mutti, du Heulsuse!
Ich
lasse schon lange keinen Besuch mehr in meine Wohnung. Die Leute sitzen mir die
Stühle kaputt und trinken meinen Kühlschrank leer. Sehe ich nicht ein.
Was
macht eigentlich Heinz Pralinski? Er leitet jetzt das Nachhaltigkeits- und
Qualitätsmanagement an unserem Coffee-to-go-Fenster.
Und
Holgi? Baut die größte Ukulele der Welt und nennt sie Kontrabass, weil er ja
schon immer gegen alles war.
Für
mich jetzt schon der Versprecher des Jahres: „Der Schiedsrichter gibt
Streifschuss … äh … Strafstoß.“ (Marcel Reif im Spiel Deutschland- Curacao).
Der
Film „Roboshop“ von Bonetti Media spielt in einem fiktiven Einkaufszentrum im
Jahr 2030, in dem die Kunden durch ein Raumspray unter Drogen gesetzt werden
und von einer KI, deren suggestive Stimme aus diversen Lautsprechern kommt, Klamotten
und Küchengeräte aufgeschwatzt bekommen. Wer später zum Umtausch in das
Geschäft zurückkehrt, wird entführt und als Farmarbeiter in Mexiko eingesetzt.
Michael
Schumacher fuhr nach seinem letzten WM-Titel noch fünf Jahre Formel 1, zwei
Jahre für Ferrari und drei Jahre für Mercedes. Lewis Hamilton ist gerade im
sechsten Jahr nach seinem letzten Titel 2020. König in dieser Kategorie ist
natürlich Fernando Alonso, der 2006 seinen letzten WM-Titel und 2013 seinen
letzten GP-Sieg holte. Er wird im Sommer 45. Warum können diese Jungs nicht
aufhören?
Man
kann einem berufstätigen Menschen gar nicht erklären, wie verschwenderisch meiner
einer mit seiner Zeit umgeht. Seit fünfzehn Jahren lebe ich auf der anderen
Seite der Uhr und des Kalenders. Wenn mich etwas interessiert, google ich es
oder gehe gleich auf Wikipedia, wo ich schnell vom Hölzchen aufs Stöckchen komme,
und nach einer Stunde vergessen habe, was ich eigentlich ursprünglich wissen
wollte. Jungen Leuten mag es mit TikTok ähnlich gehen. Eigentlich lerne ich
auch nicht viel, denn am nächsten Tag habe ich alles wieder vergessen. Ich bin
ein Herumtreiber auf den Weltmeeren der Information. Aber so entsteht jede
Woche Blogstuff, völlig ungeplant und von niemandem bestellt.
Das
kann auch nur ein Schriftsteller träumen. Ich bin mit meiner Schwester mittags
in der Dorfkneipe, wo ich sonst immer nur Bier und Wein bestelle. An der Theke
gebe ich einen Tee und einen Cappuccino in Auftrag. Ich komme mit der jungen
Kellnerin ins Gespräch, die aussieht wie Sheldon Coopers Freundin. Wir haben
beide eine Leidenschaft für Bibliotheken und nach ein paar Minuten küssen wir
uns innig. Dann wache ich auf.





