Dienstag, 20. Oktober 2015

Grundkurs Internationale Politik

Es gibt drei Spielarten der internationalen Beziehungen: Gewalt, Geld und gute Worte.
Gute Worte: rationale Argumente und moralische Appelle. Leider überschätzt. Denn objektive Rationalität gibt es in der internationalen Politik so wenig wie in der nationalen. „Was dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall“ (Jerry Volksmund). Und moralische Appelle sind wohlfeil und daher vorwiegend Element der allseits beliebten Sonntagsreden, aber nicht Teil ernsthafter Verhandlungen.
Geld: in Deutschland „Scheckbuchdiplomatie“ genannt und in der Ära Kohl zu großem Ruhm gelangt. Man erkauft sich politische Gefälligkeiten oder kauft sich von der Teilnahme an Kreuzzügen frei (Beispiel: Irakkrieg 1991). Aktuell zahlt die Regierung Merkel Milliarden an die Länder des Vorderen Orients zur Aufbewahrung von Flüchtlingen, die den Frieden unserer Weihnachtsmärkte stören könnten.
Gewalt: ältestes Mittel der internationalen Beziehungen. Erspart den Dialog. Aber die schwäbische Hausfrau weiß: Ein Krieg ist leicht zu beginnen, aber nur schwer zu beenden. Zudem ist der Ausgang äußerst ungewiss - selbst bei stark asymmetrischen Kräfteverhältnissen (Vietnam 1955ff., Afghanistan 1979ff.). Im Gegensatz zu Geld und guten Worten bleibt bei der Anwendung physischer Gewalt oft ein Geschmäckle, so dass es zu weiteren Gewaltakten kommen kann.
Zum Abschluss der heutigen Sitzung möchte ich Ihnen eine Frage stellen: Was ist Geschichte? Ja, Sie da hinten, der junge Mann aus England.
„It is a tale told by an idiot, full of sound and fury, signifying nothing.” (Shakespeare: Macbeth)
Danke!
David Bowie – Qicksand. https://www.youtube.com/watch?v=oP2SS8ggLtU

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