Mittwoch, 26. Juni 2024

Die Verfolgungsjagd

 

Ein Polizist und eine Polizistin sitzen im Streifenwagen und beobachten ein Haus.

Er: „Da. Er kommt raus. Wir machen jetzt eine Hochgeschwindigkeitsverfolgungsjagd. Schnall dich an.“

Er fährt ganz langsam los und schaltet nach fünfzig Metern in den zweiten Gang.

Sie: „Damit kommen wir heute Abend bestimmt in die Tagesschau.“

Er: „Jetzt biegt er rechts ab. Ich muss mich konzentrieren.“

Sie fahren eine Weile weiter.

Sie: „Warum lachst du eigentlich nie?“

Er: „Ich habe schlechte Zähne. Ich stand vor der Wahl: Entweder gehst du zum Zahnarzt oder du lachst nie wieder.“

Sie: „Wenigstens einmal.“

Er: „Wenn ich mal lachen sollte, schick ich dir ein Foto.“

Sie fängt an zu lachen.

Er: „Lachst du über mich?“

Sie lacht weiter.

Er: „Ich spendier dir ein Eis, wenn du aufhörst.“

Sie: „Ich will mindestens einen Eisbecher.“

Er: „Ich verhandle nicht mit Terroristen. Dienstliche Anweisung.“

Sie lacht immer noch.

Er schaut böse zu ihr hinüber.

Er: „Wo ist er denn jetzt? Du bringst einen ja ganz durcheinander.“

Sie: „Keine Ahnung.“

Er hält an, fährt ein Stück zurück und biegt dann in eine Seitenstraße.

Er: „Halt dich fest. Ich schalte jetzt in den dritten Gang.“

Sie: „Das ist eine Spielstraße.“

Er: „Jetzt nicht mehr.“

Sie fahren ein Stück weiter.

Er: „Da. In der Einfahrt rechts hat er den Wagen abgestellt. Hast du die Hausnummer?“

Sie: „Zwölf.“

Er: „Und wo sind wir hier?“

Sie: „Weiß ich nicht.“

Er: „Da vorne ist ein Straßenschild. Birkenweg. Birkenweg 12. Die Adresse überprüfen wir.“

Sie: „Und wo fahren wir jetzt hin?“

Er: „Sicher nicht in die Eisdiele.“

Er schaut zu ihr hinüber. Sie sieht ihn lange an.

Er: „Na gut. Aber nur eine Kugel. Was ist deine Lieblingssorte?“

Sie: „Schokolade.“

Er: „Die kriegst du schon mal nicht.“

Sie lacht.

Er: „Noch fünfzehn Jahre bis zur Pensionierung. Es ist mir ein Rätsel, wie ich das durchhalten soll.“

Sie: „Fünfzehn?“

Er: „Okay. Vier.“

Sie fängt wieder an zu lachen.

Er: „Mit dir rede ich kein Wort mehr.“

Interpol "Untitled" (youtube.com)

 

Dienstag, 25. Juni 2024

Der Prank des Monats

 

Blogstuff 958

„Der ganze Ärger hat ja eigentlich damit angefangen, als wir aufgehört haben aus alten Senf-Gläsern zu trinken.“ (kasch@x)

Ich wusste gar nicht, dass es Sterbegeld gibt. Man bekommt also Geld fürs Sterben. Wie viel ist das? Ich brauche nur noch einen Arzt meines Vertrauens, der mir einen Totenschein ausstellt, und dann lebe ich von dem Sterbegeld in Acapulco?

Man muss als männlicher Single mit so vielen Vorurteilen leben, die alle ungerechtfertigt sind. Angeblich laufen wir den ganzen Tag in Unterhosen durchs Haus, trinken nur aus Flaschen und haben seit zehn Jahren kein Glas mehr gespült. Wir kratzen uns stundenlang am Arsch und essen an Heiligabend kalte Würstchen über der Spüle.

Bad Kreuznach, Bahnhof. Es gibt „Dönner“ und eine Kneipe namens „Nix wie enin“ (Nichts wie rein). Wenn selbst die Türken kein türkisch können, bist du im Hunsrück. Sätze im hiesigen Dialekt enden gerne mit „weesche“ (weißt du). Man nennt den Hunsrück auch das Hosche-Bische-Land. In Rheinhessen sagt man „hosde“ und „bisde“, hier sagt man „hosche“ und „bische“. Dazu gibt es rätselhafte Weisheiten wie „n halbe knubbe is keen knubbe“ (nur angetrunken ist rausgeschmissenes Geld). Verliert deine Fußballmannschaft, heißt es hier „sauber die Hoor geschnitt“, bei einem Sieg „losse mer gelde“ und bei einem Unentschieden „besser wie in die Bach gekackt“.

Corona ist wieder da. Ich war am Samstag mit einer alten Flamme essen. Wie bei uns üblich gibt es zur Begrüßung und zum Abschied eine Umarmung. Sie war leicht erkältet. Jetzt war ihr Corona-Test positiv und sie fragt mich per Mail, wie es mir geht. Noch fühle ich mich gut. Seither habe ich drei weitere Frauen und einen Mann umarmt.

Bonettis Prank des Monats:

Anruf in einer Radiosendung. Der Polizeipräsident ist zu Gast und die Zuhörer können Fragen stellen.

Bonetti (mit verstellter Stimme): „Hallo, mein Name ist Kevin und ich bin acht Jahre alt.“

Moderator: „Was möchtest du vom Polizeipräsidenten wissen, Kevin?“

Bonetti: „Kann ein Polizeipferd ein normales Pferd verhaften?“

Moderator lacht.

Bonetti: „Und dann möchte ich wissen, wenn er lieber mag: Starsky oder Hutch?“

Moderator: „Okay. Wie alt sind Sie wirklich?“

Bonetti (mit normaler Stimme): „58. Und ich heiße auch nicht Kevin, sondern Horst.“

Moderator: „Danke für den Anruf, Horst.“ (drückt Gespräch weg)

 

Montag, 24. Juni 2024

EM

 

Das schönste EM-Spiel war das Halbfinale Deutschland-Türkei 2008. Wir haben es in einer Kreuzberger Kneipe gesehen. Deutsche und türkische Fans zusammen, aber an verschiedenen Tischen. Dazu gab es einen Tisch mit linksalternativen Biodeutschen, die aber für die Türkei waren. Die waren uns allen peinlich. Ein wahnsinnig spannendes Spiel, bei dem man nicht wusste, wer es am Ende gewinnen würde. Deutschland gewann schließlich 3:2 durch ein Tor von Lahm in der 90. Minute.

Nach dem Spiel waren wir alle so aufgekratzt, dass niemand nach Hause gehen wollte. Alle waren on fire. Also sind wir, Deutsche und Türken zusammen, mit der U-Bahn zum Ku’damm gefahren, wo schon Tausende andere gefeiert haben. Es war eigentlich egal, wer gewonnen oder verloren hatte. Partytime. Die Türken haben gesagt, dass sie im Finale für Deutschland wären. Das ist wahre Größe. Der Verlierer drückt dem Gewinner die Daumen. Dieser Abend war ein magischer Moment. Man wusste ganz genau, warum man Fußballfan geworden ist und es sein ganzes Leben lang bleiben wird. Natürlich haben wir das Endspiel gegen Spanien vermasselt.

Und es gibt eben auch trostlose Spiele wie das 0:0 gegen Polen bei der EM 2016. Ich hätte genauso gut bei Regen zwei Stunden aus dem Fenster sehen können. Danach habe ich mich ernsthaft gefragt, warum ich überhaupt Fußball gucke. Ich habe mir die Sinnfrage gestellt. Schlimmer geht es nicht mehr.

P.S.: Gestern (D – CH) schon zu neunt, nur noch zwei ohne Trikot. Erst haben wir im Garten gegrillt, dann sind wir ins Wohnzimmer umgezogen. Einer musste tatsächlich den Stehplatz nehmen. Der Schwiegersohn der beiden Gastgeber ist freiwilliger Helfer und musste mit Harry Kane zur Urinprobe. Da man den ausgewählten Spieler nicht mehr aus den Augen lassen darf, ging er mit in die Mannschaftskabine, wo Prinz William gerade eine Ansprache hielt. Solche Geschichten werden bei uns auf dem Dorf noch in dreißig Jahren am Lagerfeuer erzählt. Der Vater eines Gastes war früher der Gärtner von Helmut Schön. Wahnsinn! Ich halte Sie auf dem Laufenden.

 

Sonntag, 23. Juni 2024

Die Sprache der Frauen

 

Es gibt zwei Worte, über die ich mir mein halbes Leben das Hirn zermartert habe. Das erste ist: nichts. Wenn du eine hartnäckig schweigende Frau fragst, was sie hat, antwortet sie mit „nichts“, aber du weißt, du kannst als korrekte Interpretation dieser Antwort „nichts“ sofort ausschließen. Nichts kann alles sein. Möglicherweise hat sie sich über etwas geärgert, im schlimmsten Fall über dich. Aber du wirst es nie erfahren, weil Frauen über alles reden, darüber aber nicht.

Anderes Beispiel: „Was soll ich dir vom Späti mitbringen?“ Antwort: „nichts“. Wir wissen alle, was passieren wird. Du kommst kurz darauf mit einer Flasche Wein und Chips zurück und ihr ist inzwischen eingefallen, dass sie Schokolade möchte. Natürlich wirst du sie holen, sonst sind wir wieder beim ersten „nichts“, ein Teufelskreis. Also fragst du, welche Sorte sie möchte. Dann kommt der tödliche Satz, vor dem sich jeder Mann fürchtet: „Meine Lieblingssorte“. Bin ich Jesus? Woher soll ich das wissen? Frauen ändern ihre Lieblingssorte mehrmals pro Woche. Nehmen wir mal an, du bist zufällig auf dem aktuellen Stand. Wenn du Pech hast, kommst du mit ihrer Lieblingssorte zurück, aber sie hat in den zehn Minuten, die du weg warst, ihre Meinung geändert.

Das zweite Wort ist „vielleicht“. Was um alles in der Welt bedeutet „vielleicht“. Bleiben wir beim Späti-Beispiel. „Soll ich dir was mitbringen?“ Antwort: „Vielleicht ein Eis.“ Sollst du ein Eis holen oder nicht? Schrödingers Katze, diesmal als Magnum. Sicherheitshalber holst du es, aber dann geht der Horror mit der Lieblingssorte wieder los. Ich habe im Laufe meines Lebens habe ich gelernt, dass man das Wort „vielleicht“ im Kontext interpretieren muss. Nur leider bin ich in Sachen Kontext oder Sozialkompetenz im Allgemeinen nicht gut.

Ich bin es gewohnt, wissenschaftlich an eine Fragestellung heranzugehen. Das hilft mir im Umgang mit Frauen natürlich überhaupt nicht weiter. Ich war mal mit meiner Freundin in San Francisco. Sie hat sich in der Height Street ein Hippie-Kleid gekauft, das einfach gnadenlos beschissen aussah. Und das habe ich ihr dann auch gesagt, weil es zu meinem Berufsethos gehört, der Wahrheit verpflichtet zu sein. Ein anderes Mal fragt sie mich, ob ich finde, sie sei zu dick. Ich antworte: „Im Vergleich zu wem?“ Weil ich die Frage ohne Vergleichsparameter natürlich nicht korrekt bearbeiten kann. Wie soll das funktionieren?

Immerhin waren wir fast zehn Jahre zusammen. Es hat ein Jahr gedauert, bis wir zum ersten Mal miteinander geschlafen haben. Dabei hat sie schon bei unserem dritten Date gesagt, Sex sei ihr Hobby. Nach Jahren fiel mir ein: Das war doch ein Wink mit dem Zaunpfahl, oder? Ich verstehe diese Sprache einfach nicht.

 

Samstag, 22. Juni 2024

Neulich am Kneipentresen


Er: Verarschen kann ich mich alleine.

Ich: Kannst du nicht.

Er: Kann ich doch.

Ich: (im Singsang): Kannst du ni-hicht.

Er: (laut) Kann ich doch.

Ich: Nein. Du kannst dich nicht selbst kitzeln und du kannst dich nicht selbst verarschen. Wie soll das funktionieren?

Er steht auf und steht ganz nah vor mir.

Ich: Es tut mir leid. Du wirst doch keinen Brillenträger schlagen?

Er: Du hast keine Brille.

Ich: Doch. Zuhause habe ich eine Sonnenbrille.

Er sieht mich nur wütend an.

Ich: Ich hätte noch betteln und winseln im Programm.

Er: Hast du Angst?

Ich: Angst ist der falsche Ausdruck. Panik.

Er: Verarschen kann ich mich alleine.

Er setzt sich wieder.

Freitag, 21. Juni 2024

Joe Biden ist nicht alt, aber …

 


… sein erstes Auto war ein Streitwagen.

… das Thema seiner Diplomarbeit war „Feuer – Pro und Contra“.

… es gibt ein Bild von ihm auf einer Höhlenwand in Südfrankreich.

… er war bei der Erfindung des Ackerbaus dabei.

… er spricht fließend aramäisch.

… sein erstes Weihnachten war das erste Weihnachten.

(Danke an “Two and a half men”)

Donnerstag, 20. Juni 2024

Football ist coming home

 

Blogstuff 957

„Warum soll ich mir die Wiederholung des Sommermärchens wünschen? Ich will nicht wieder Dritter werden! Was sind denn das für Defaitisten beim ZDF?!“ (Chris Kurbjuhn)

Beim zweiten Spiel gegen Ungarn ist die Crew on fire wie seit 2014 nicht mehr. Von sieben Freunden, die sich hinter dem Beamer versammelt haben, tragen fünf ein Deutschland-Trikot, allerdings keiner das sündhaft teure dieses Turniers. Die sehe ich auch mal wieder das 1954-Retro-Shirt, das es mal bei Aldi gab.

Zwei Jungs berichten aus München. Alle Schotten friedlich und schon Stunden vor dem Spiel abgefüllt bis zur Unterlippe. Bei der Rückfahrt am nächsten Tag kommen sie mit einem Schotten ins Gespräch, der im Stadion war. Er konnte sich an die rote Karte für Schottland und den Elfmeter für Deutschland gar nicht mehr erinnern.

Einen nationalistischen Konkurrenzkampf, bei dem in jeder Runde Mannschaften gnadenlos aussortiert werden, verkauft man uns als europäisches Gemeinschaftserlebnis. Marketing at its best. Es gibt nicht ein Wir-Gefühl, es gibt 24 Wir-Gefühle. Am Ende gibt es einen Sieger und 23 Verlierer. Für den vierten Platz und zwei Euro kannst du dir eine Tüte Chips kaufen.  

Seit 1974 sehe die die Fußballturniere und haben noch nie ein deutsches Spiel verpasst. Als erfahrener Zuschauer kann ich mit dem Druck umgehen.

„Jede Seite hat zwei Medaillen.“ (Mario Basler)

Scholz hat immer das gleiche Gesicht, egal um was geht. Als würde man Buster Keaton beim Schlafen zusehen.

Das Schöne am Single-Dasein ist, dass man nicht mehr in irgendwelche Modegeschäfte gehen muss. Ich habe endlose Samstage mit Frauen beim Klamottenkaufen verbracht. Sie gehen in zwanzig Läden, kaufen am Ende doch nichts und ich sitze auf einer Bank wie ein angeleinter Hund. Am schlimmsten ist es, wenn zwei Männer nebeneinander auf dem Büßerbänkchen sitzen. Peinliches Schweigen, stilles Leiden, während sich die Frau vor dem Spiegel dreht und nur ausnahmsweise nach meiner Meinung fragt, die natürlich komplett wertlos ist. Mit den meisten Frauen habe ich noch nicht mal geschlafen. Wo soll das hinführen? Wenn ich eine neue Jeans brauche, gehe ich wie eine Kommandoeinheit der Navy Seals in den Laden. Ich sage nicht Guten Tag, sondern nehme eine Hose in meiner Größe von der Stange und nehme sie mit in die Umkleidekabine. Wenn sie passt, zahle ich und gehe. In meinen besten Zeiten habe ich für diese Aktion weniger als drei Minuten gebraucht.

„Ich bin ins Marketing gegangen, weil ich schon immer mal ein Arschloch sein wollte.“ (abgelehnter Werbeslogan)

Als Schriftsteller habe ich eine Schwäche für Schreibwaren. Vielen Kollegen geht es genauso. Die meisten von uns lungern stundenlang in Schreibwarengeschäften herum. Gerade ist die neue Kollektion an Sommerstiften in den Handel gekommen. Tolle Farben. In dieser Saison sind karmesinrot und perlgrau angesagt.