Dienstag, 21. November 2023

Diesmal ohne Überschrift

 

Der original italienische Pizzalieferant, der mein Vater sein könnte und vermutlich auch ist, klopft an die Tür. Er kennt mich, also ruft er meinen Vornamen. Nicht irgendeinen albernen akademischen Grad oder meinen Nachnamen, er ruft „Matthias“. Ich liege betrunken auf dem Boden, weil man tiefer nicht sinken kann, es sei denn, man geht in den Keller. Als ich die Tür aufmache, lacht der Italiener immer noch. Ich habe nämlich aus Versehen KNOTSCHI bestellt. Es hätten auch Spaghetti oder die wunderbaren Tagliatelle sein können, aber ich habe eben nicht richtig hingeschaut. Beim letzten Mal haben sie mir sogar die falsche Soße gebracht. 42 statt 41. Al Salmone statt Saltate. Aber wenigstens keine KNOTSCHI. Ich gebe unglaubliche zwanzig Prozent Trinkgeld und winke dem lachenden Italiener in seinem winzigen Auto hinterher. Ich muss wahnsinnig sein. Als erstes esse ich die Pizza. Quattro Formatschi mit extra Zwiebeln und Knoblauch, obwohl ich ohne Ende Zwiebeln und Knoblauch im Haus habe. Ich habe die Kontrolle über mein Leben verloren. Erst bekomme ich eine Mail von Amazon, dass in fünfzehn Minuten eine Weinlieferung eintrifft. Fünfzehn Minuten später kommt eine Mail, dass die Lieferung beschädigt ist und an den Absender zurückgeht. Dann bekomme ich zwei Tage später plötzlich zwei Weinlieferungen und liege tagelang betrunken auf dem Boden. Kommen Sie vorbei. KNOTSCHI sind im Kühlschrank. Ich habe die Schnauze voll. Lasst mich einfach liegen.     

Sonntag, 19. November 2023

Scharf & Knusprig

 

 

Blogstuff 867

„Nameless towns with faceless people.” (Visage: The Damned Don’t Cry)

Chihuahuas sind zehntausend Jahre lang dafür gezüchtet worden, von Filmstars und Homosexuellen herumgetragen zu werden.

Diese albernen Lackpapiertüten aus der Drogerie, von denen sich die Frauen nicht trennen können.

Zu Weihnachten wünsche ich mir nur eine beheizbare Zitronenpresse. Sonst nichts.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hatte einen Nabelbruch. Da er aufgrund seines Gewichts nicht über die Treppe zu einem Krankenwagen transportiert werden konnte, hat man über seinem Wohnzimmerfenster einen Flaschenzug installiert. Man hievte ihn in eine Stahlwanne und ließ ihn langsam hinunter. Mit einem Kran wurde er auf einen Schwertransporter platziert, der Pralinski ins Elefantenkrankenhaus von Nairobi fuhr.

„Und dieses Natterngezücht habe ich jahrelang an meinem Busen genährt“, sage ich empört zur Kassiererin, als K1 ein Mr. Tom aus dem Regal nimmt und aufs Band legt. Zwei Jahre Schülertheater. Das geht nie ganz weg.

Werbung: Bonetti’s Anti-Age-Blog – Fühlbar für Ihre Haut nach zwei Wochen.

Veganismus ist im Hunsrück immer noch ein Entlassungsgrund.

Die Schlafarmut ist ein großes Leiden in unserer Überflussgesellschaft. Wer sich selbst den Schlaf raubt, nimmt sich auf lange Sicht das Leben.

Ich freue mich so auf meinen ersten Joint, aber jetzt wird die Cannabis-Legalisierung wieder verschoben.

Wussten Sie, dass “Blamage“ ein Scheingallizismus ist? Und das ist peinlich genug. So wie „Friseur“ (“Coiffeur“). Aber das „Büro“ stammt vom „Bureau“, Kafka hat es noch französisch geschrieben.

Es gibt zeitlich begrenzte Geisteskrankheiten: der Rausch, die Wut und das Verliebtsein. Alles, was nichts mit Olaf Scholz zu tun hat.

Man hat das Gefühl, die Welt habe nur auf den Angriff auf Israel gewartet. Der Faschismus erhebt sein hässliches Haupt, Ausschwitz soll vergessen werden („Free Palestine from german guilt“) und der Judenhass fegt wie ein Wirbelsturm über alle Kontinente. Klimaschützer, Linke – plötzlich wollen sie alle Juden an den Laternen baumeln sehen.

Er war so lustig wie das Konfetti vom letzten Jahr.

Ich habe immer Werbung für Rolex und Learjet in der Timeline. Geht Ihnen das auch so?



Samstag, 18. November 2023

Vox clamantis in deserto

 

Blogstuff 866     

„Man glaubt einem Fake, wenn man ihm glauben möchte, und kann eine Wahrheit bezweifeln, wenn sie einem nicht passt.“ (Christoph Süß)

„Vox clamantis in deserto“ bedeutet „Die Stimme eines Rufers in der Wüste“.

Penisbruch, Harnröhrenkrebs, Hodensackriss, Wundbrand, Blindheit, Haarausfall. Angeblich die Folgen von Masturbation. Aber dann habe ich meinen ersten Beyond-Meat-Burger gegessen.

Warum sind Cowboys angeblich so cool? Abends sitzen sie zusammen um ein Lagerfeuer und fressen Bohnen von Blechtellern. Dann schlafen sie im Freien und keiner erreicht das Rentenalter.

Graue Wolken hingen tief über der Straße, als wollten sie ihm die Zukunft deuten. Dazu die lächerliche Tankstelle, grell erleuchtet, wie Falschgeld.

Seit ich den Job in der Friedhofsverwaltung habe, bin ich viel ruhiger geworden.

Wussten Sie, dass auch Sie aus einem Ei geschlüpft sind, das ihre Mutter produziert hat? Und wir denken, wir wären etwas Besseres als Tauben oder Gänse.

Christian Lindner, der Genitalherpes unter den Koalitionspartnern (bitte ergänzen)

Wie viele Hamas-Fans haben sich bei den Massendemonstrationen in den letzten Wochen eigentlich mit Corona angesteckt?

Und dann war da noch die achtzigjährige Birkenstockpionierin und Reformhausnutte mit ihrem Batikschal, die sich ihr Leben lang von makrobiotischem Brottrunk ernährt hat.

Die österreichische Brauerei Schremser (seit 1410!) bietet Roggenbierschokolade an. Es gibt noch gute Nachrichten auf dieser Welt.

Triumph Adler electric 131 f. Meine zweite Schreibmaschine. Nur so kann Weltliteratur entstehen. Meine goldene Regel: hundert Seiten lesen, eine Seite schreiben.

Die Hamas ist bereit, viele ihrer eigenen Leute zu opfern, um der islamistischen Agenda weltweit Gehör zu verschaffen. Tatsächlich fallen sogar jede Menge blütenweiße Christen auf diese Propaganda herein. Die Umsätze mit dem Koran sind bei Bonetti Media – Achtung Wortspiel – explodiert.

Lifehack 1: Verstorbene kremieren (hat nichts mit Crémant zu tun), dann in ein Gepäckschließfach stellen und nie mehr zurückkehren. So spart man Beerdigungskosten und dennoch wird der Verstorbene auf einem Friedhof beigesetzt.

Lifehack 2: CD-Booklets eignen sich perfekt als Geldversteck. Niemand wird dort nach Geld suchen, niemand klaut heutzutage noch CDs.

Frank Zappa - Why Does It Hurt When I Pee? (Visualizer) - YouTube



Freitag, 17. November 2023

Wibke

 

„Der Sog der Verkommenheit, die Dämonen der Hässlichkeit und der Schlamperei hatten nie aufgehört, sie zu peinigen, und die Sirenen der Langeweile lockten sie oft genug an den Rand jenes Abgrunds, in dem tief unten die Verrücktheit lauerte.“ (Martin Mosebach: Eine lange Nacht)

Disclaimer: Der folgende Text kann Nanopartikel von Humor enthalten und ist nicht autobiographisch. Noch nicht.

Ich habe Wibke Zinkapfel nie vergessen, obwohl ich es viele Jahre versucht habe. Wir haben uns im Internet kennengelernt. Sie hatte eine Nahaufnahme ihres Gesichts in ihrem Profil. Wibke war bildhübsch. Als wir uns in einem Café trafen, sah ich das mitleidige Schmunzeln der Kellnerin – oder war es ein höhnisches Grinsen? Sie hatte solche Situationen sicher schon häufiger erlebt als ich. Was auf dem Foto nicht zu sehen war: die 110 Kilo rund um das Gesicht. Und dann diese Ohren. Sie lagen zwar flach an, reichten aber von den Augenbrauen bis zum Mund. Als sie nach dem zweiten Stück Torte selig lächelte, sah sie aus wie eine Buddhastatue.

Dummerweise hatte ich im Internet mit meinen handwerklichen Fähigkeiten geprahlt. Als ich sie das erste Mal besuchte, haben wir zusammen ihre Küche tapeziert. Zwei Tage später habe ich ihr geholfen, ihren Flohmarktstand mit den selbstgehäkelten Handy-Hüllen aufzubauen. Während sie sich mit einer Freundin unterhielt, die vorbeigekommen war, musste ich mich mit den Kunden herumschlagen. Sie hatte schnell begriffen, dass ich ein gutmütiger Trottel bin, der ihr keine Bitte abschlagen konnte, die sie mit treuen Dackelaugen und beschwörendem Tonfall vortrug.

Natürlich habe ich ihr auch Geld geliehen. Geld, das ich nie wieder sah. Aber das Schlimmste war unser erster und einziger Urlaub. Wibke wollte unbedingt in die Uckermark. Am Lübbesee hat sie einen Bikini getragen. Das fand ich mutig. Die Radtour bei strömendem Regen soll auch nicht unerwähnt bleiben. Seit ich vor vierzig Jahren meinen Führerschein gemacht habe, habe ich nicht mehr auf einem Fahrrad gesessen. Die geschwätzige Pensionswirtin war eine Zumutung, das Graubrot zum Frühstück auch. Und warum wollte Wibke auf dem Rückweg unbedingt dieses blöde Schiffshebewerk in Niederfinow sehen?

Ihre Leidenschaft waren diese kleinen Figuren in den Überraschungseiern. In Setzkästen hingen sie an allen Wänden ihrer Wohnung. Sie hat die Eier palettenweise gekauft. Beim Tod von Jopi Heesters hat sie geweint. Erst in diesem Augenblick erkannte ich, wie stark sie geschminkt war. Man hatte den Eindruck, ihr ganzes Gesicht sei zerlaufen. Ich habe diese Frau nie verstanden. Eigentlich habe ich sie auch nie geliebt. Aber ich bin ein freundlicher Mensch. Als sie nach Kassel umgezogen ist, habe ich ihr sogar beim Umzug geholfen. Zusammen mit ihrem neuen Freund habe ich die Waschmaschine in den vierten Stock getragen. Irgendwann haben wir schließlich alle mal den ersten Bandscheibenvorfall.

Frank Zappa - Lucille Has Messed My Mind Up (Visualizer) - YouTube

 

 

Donnerstag, 16. November 2023

Ramstein

 

Ich sehe bei Amazon nach, wann mein Päckchen eintrifft, und lese, es wäre heute Nacht in der letzten Lieferstation angekommen und würde bis 21 Uhr bei mir sein. Die letzte Station ist Ramstein. Und schon beginnt der Film. Ramstein 1988. Das fürchterliche Unglück bei einer Flugshow. 28.8.88. Siebzig Tote, tausend Verletzte. Im Gegensatz zu 9/11 kann sich vermutlich niemand mehr erinnern, wo er zu diesem Zeitpunkt gewesen ist und wie er davon erfahren. Ich schon.

Ich war mit meinem leider schon verstorbenen Freund Bernulf in Holland. Wir waren ein paar Tage am Meer. Die Erinnerungen an den Urlaub sind, aufgrund der langen Zeit, die inzwischen vergangen ist, und unseres Drogenkonsums, leider nur sehr bruchstückhaft. Das entsprechende Notizbuch liegt in Berlin und ist daher nicht erreichbar. Ich weiß noch, dass es auch kleine Zeichnungen enthielt und von Bernulf höchstselbst gelegentlich mit seinen Eindrücken ergänzt wurde. Anyway.

Am 28. August waren wir auf dem Heimweg. Wir hielten noch in Maastricht, um uns in einem Coffee Shop ein Piece zu kaufen, das Bernulf, ein gelernter Elektriker, in Klarsichtfolie verpackte und im Herzen unseres Ghettoblasters versteckte. Ich hätte mich ja nie getraut, ein elektrisches Gerät mit einem Schraubenzieher zu öffnen, aber dieser Teufelskerl konnte sogar Schaltkreispläne lesen. So rollten wir, gut gelaunt und stoned auf die Grenze zu, an der damals noch streng kontrolliert wurde.

Die Zollbeamten sahen uns, zwei abgerissene langhaarige Typen mit roten Augen und einem dämlichen Grinsen im Gesicht, und winkten uns natürlich sofort raus. Wir sahen schließlich aus wie Bilderbuchkiffer und Drogenschmuggler. Wir wurden in die Zollstation gebracht, wo uns ein Beamter verhörte, während draußen unser Wagen nach allen Regeln der Kunst durchsucht wurde. Wir stritten natürlich alles ab, der Beamte war sichtlich genervt. „Jetzt geben Sie’s doch endlich zu! Wo haben Sie die Drogen versteckt? Sie ersparen uns allen eine Menge Zeit und Arbeit.“ So in der Richtung beschwor er uns minutenlang.

Nach einer halben Stunde musste ich mal aufs Klo. Ein anderer Beamter brachte mich in eine Gefängniszelle, ließ aber die Tür offen und beobachtete mich, damit ich keine Beweismittel verschwinden lassen konnte. Ich stand am Pissoir und öffnete den Reißverschluss meiner Jeans. Normalerweise passiert gar nichts, wenn mir jemand dabei zuschaut oder zu nahekommt (Phänomen Trockensteher), aber zum Glück konnte ich mich erleichtern. Es ging zurück zum Verhör, als plötzlich ein weiterer Beamter hereinkam. In Ramstein habe es ein schreckliches Unglück gegeben. Alle waren geschockt. Nur wir nicht. Wir waren in unserem eigenen Film.

Sie ließen uns laufen und wir fuhren der Freiheit entgegen, zwei verwahrloste Halunken in Heldenlaune. An diesem Tag war uns das Schicksal gnädig, vielen anderen nicht.

P.S.: Die gleiche Erfahrung machte ein alter Schulfreund, der am 11.9.2001 nach einer Hausdurchsuchung, bei der eine nicht unbeträchtliche Menge Heroin gefunden wurde, verhaftet und auf die Polizeiwache gebracht wurde. Das Heroin wanderte in die Asservatenkammer, er selbst durfte gehen, nachdem die Meldung über die eingestürzten Twin Towers die Runde gemacht hatte. Noch heute erzählt er die Geschichte mit einem feisten Grinsen.

Mittwoch, 15. November 2023

Will write for food

 

Blogstuff 865

„Statt zu klagen, dass wir nicht alles haben, was wir wollen, sollten wir lieber dankbar sein, dass wir nicht alles bekommen, was wir verdienen.“ (Dieter Hildebrandt)

Die britische Außerministerin Braverman, die gerade gefeuert wurde und durch den Brexit-Verursacher Cameron ersetzt wurde, ist Buddhistin. Sie hat ihren Amtseid auf das Dhammapada, eine Art Best-of von Buddhas Sprüchen, abgelegt. Da frage ich mich doch: Wäre das in Deutschland möglich? Könnte man hierzulande auf den Koran oder die Thora schwören? Soweit ich informiert bin, gibt es bei uns nur die Bibel und die Möglichkeit, auf den Spruch „So wahr mir Gott helfe“ zu verzichten. Aber falls 2025 die CDU wieder ins Kanzleramt kommt, stellt sich die Frage sowieso nicht. Özdemir hat es 2021 jedenfalls nicht thematisiert.

Hamburg: 755 qkm. Gazastreifen: 360 qkm. Einwohnerzahl etwa gleich. Wie kann so ein kleiner Flecken Erde so viel Ärger machen? Singapur hat 728 qkm. Eine ökonomisch erfolgreiche Stadt. Im Ranking der Exportnationen auf Platz 15, noch vor Indien, Saudi-Arabien und vielen europäischen Ländern, einen Platz hinter Großbritannien. Ohne Fördermilliarden aus aller Welt. Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg von den Japanern besetzt, die sehr viel schlimmer gewütet haben, als es die Israelis je im Nahen Osten getan haben. Nach der Unabhängigkeit hatte der Stadtstaat mit Massenarbeitslosigkeit und Versorgungsschwierigkeiten zu kämpfen. Trotz dieser immensen Startschwierigkeiten haben es die Bewohner geschafft, sich aus der Armut zu befreien. Aber die Palästinenser hocken immer noch in ihren Zelten und spielen die verfolgte Unschuld. Seit 75 Jahren haben diese Leute nicht ein einziges Mal ihren selbstverliebten Arsch in Bewegung gesetzt – außer um wehrlose Menschen zu ermorden. Geschichten vom Aufstieg und vom Fall.

Apropos Aufstieg und Fall: Greta Thunberg. Sie hat ihren Namen verbrannt. „How dare you“ war ihr Spruch als moralische Instanz und Ikone der Klimabewegung. Die Zeit, in der viele Medien sie hofiert haben, ist abgelaufen.

Nächster Greta-Skandal: Wann zieht die Klimabewegung endlich die Reißleine? - Volksverpetzer

Wer denkt eigentlich an die armen Ladendiebe, wenn der Einzelhandel in den Innenstädten stirbt? Sollen Sie jetzt etwa Lieferwagen überfallen?

Seibersbach hat 1235 Einwohner, das Dorf ist nicht weit von Schweppenhausen entfernt. Jetzt sollen dreihundert Flüchtlinge in einer ehemaligen Sportschule einquartiert werden. Das werden lustige Debatten, ich bin gespannt.

Was iranische Milizen im Libanon, in Syrien und im Irak gegen Israel und die USA unternehmen, nennt man Geplänkel. Eine Kriegstaktik aus der Antike. Die Plänkler sind nur leicht bewaffnet, würden im offenen Kampf nicht bestehen und wollen den Gegner nur ärgern, beschäftigen und seine Kräfte binden. Es ist so lachhaft wie aussichtslos. Da hinter den Plänklern keine echten Streitkräfte stehen, wie in der Antike üblich, ist es mitleiderregend und ein Zeichen von militärischer Schwäche.

Dienstag, 14. November 2023

Literatur heute

 

In Berlin habe ich die Werbung für „Das dritte Herz des Oktopus“ gesehen. Davon abgesehen, dass es eigentlich „des Oktopusses“ heißen muss, handelt es sich um einen Spiegel-Bestseller aus den Top Ten. Hier die Amazon-Inhaltsangabe:

„Das Jahr 2032, die Weltregierung kämpft gegen die Klimakatastrophe. Aber immer noch sperren und sträuben sich auf der Welt viel zu viele Menschen - wie kann man sie überzeugen, zur Einsicht bringen? Oder sogar - ändern? Ein ehrgeiziger Wissenschaftler hat eine Lösung: Ein Parasit, der unser Denken verwandelt, der uns zu besseren Menschen macht. Doch als ein Verbrecher diesen Parasiten für seine skrupellosen Ziele benutzen will, liegt unser aller Schicksal in den Händen eines kleinen Beamten und einer temperamentvollen Millionärin.“

Es ist Teil 3 einer Thriller-Reihe. Hier die Inhaltsangabe von Band 2 „Der Zorn des Oktopus“:

„Das Jahr 2029, die Klimakatastrophe ist da, und die Menschheit kämpft ums Überleben. Die Klima-Allianz, ein Bündnis der großen Machtblöcke, will Chaos und Hungerkriege verhindern. Ihr wichtigstes Instrument: ein Supercomputer. Doch dann fällt dieser Quantencomputer in die Hände eines ebenso brillanten wie besessenen Verbrechers. Und plötzlich sind da nur noch zwei Menschen, die das Allerschlimmste verhindern müssen - Thomas Pierpaoli, ein kleiner Beamter, und Ariadna, eine temperamentvolle Millionärin. Gejagt und in Gefahr - und mit nur einem Ziel vor Augen: die Welt zu retten.“

Fällt Ihnen etwas auf? Tolle Erfindung – erst Informatik, dann Biologie – soll die Menschheit retten, die es allein natürlich wieder nicht auf die Kette kriegt, IHR BLÖDEN SCHNITZELFRESSER, wird aber dann von einem Bösewicht missbraucht. Ein Mann und eine Frau (Quote!) retten die Welt. Band 1 ist genauso aufgebaut.

Band 4 schreibt sich eigentlich von allein. Zunächst mal müssen wir die alte Mann-Frau-Dichotomie aufbrechen. Wir brauchen eine non-binäre Person – und einen Albatros. Warum den Meeresvogel, werden Sie fragen. Weil niemand mit einem Albatros rechnet. Es ist natürlich ein sprechender Albatros mit extraterrestrischem Hintergrund. Diesmal erfindet ein liebenswerter Pharmazeut, der sämtliche Stellenangebote großer Konzerne abgelehnt hat, eine Pille, die gleichzeitig betrunken und satt macht. Schweine und Kühe werden in die Freiheit entlassen, auf Kartoffeläckern und Weizenfeldern wachsen Bäume und alles wird gut. Aber dann kommt ein ganz schlimmer Finger, ein Erzschurke der übelsten Sorte, und nutzt die paradiesischen Zustände, um fürchterliche Dinge anzustellen. Nikita und Baba Pfeifton Lou sind in tödlicher Gefahr, aber sie haben nur noch 24 Stunden, um die Welt zu retten.