Donnerstag, 24. August 2023

Fische im Widerstand

 

Blogstuff 841

„Wir dürfen nicht wie das Kaninchen vor der Schlange den Kopf in den Sand stecken.“ (Hubsi Aiwanger)

Nach meiner Ausbildung zum Sommelier war ich vier Wochen in einer Entzugsklinik.

Indische Mondlandung geglückt, russische Mondlandung gescheitert. Das 21. Jahrhundert in a nutshell.

BRISK-Gipfeltreffen: Burundi, Ruanda, Ibiza, San Marino, Kosovo. Die neue Gegenmacht zur EU. Da kannst du dir Brüssel in die Haare schmieren!

Hermann-Josef Emons, der zwei meiner Bücher verlegt hat, ist am 20. August im Alter von 73 Jahren verstorben. Ein äußerst sympathischer Mann, der sich um alle Autoren persönlich gekümmert hat. Er hat für seinen Verlag gelebt, seine Tochter wird ihn weiterführen. Ich erinnere mich auch noch an meine nette Lektorin, die vorher schon mit Frank Schätzing und Volker Kutscher gearbeitet hat. Profis mit Herz. Mein Beileid!

Ein Detail der Verlags-Mail hat mich aber doch zum Schmunzeln gebracht. Der alte Kölner starb genau um 11:11 Uhr.

2022: 2.666.000 Zuzüge, 1.204.000 Fortzüge. Höchstes bundesdeutsches Wanderungssaldo in der Geschichte. 295.000 Wohnungen wurden im selben Jahr neu gebaut. Und jetzt brechen die Neubauzahlen ein. Das wird noch lustig.

Seit Jahrzehnten schaue ich mir die Formel 1-Rennen an. Bei den TV-Übertragungen werden immer die Lufttemperatur und die Streckentemperatur genannt. Asphalt kann sich stark aufheizen. Ein Beispiel: Beim Großen Preis von Kanada 2014 war es 26 Grad warm. Angenehmes Wetter. Ideal für die Zuschauer vor Ort. Der Asphalt hatte sich jedoch auf 47 Grad aufgeheizt. Hockenheim im selben Jahr: 58 Grad (Luft: 34 Grad). In Dallas 1984 wurden 66 Grad Streckentemperatur gemessen und der Asphalt begann sich aufzulösen! Diesen Unterschied nutzte man in diesem Sommer, um in einer Zeit, als wir in Regenmänteln über Pfützen sprangen und man im Pullover an den Ostseestränden spazieren ging, das Rekordhitze-Narrativ aufrecht zu erhalten. Lebensgefährliche 47 Grad in Sevilla. Die Boulevardpresse (SPIEGEL) schlug Alarm. Irgendwann mussten die Clickbaiter zugeben, dass sie Luft- und Bodentemperatur verwechselt hatten. Niemand braucht diese Husarenmeldungen, um die Bedrohung durch den Klimawandel zu begreifen.

Nochmal fürs Protokoll: Merkel und ihre CDU/CSU/FDP-Regierung haben 2011 den Atomausstieg bis 2022 beschlossen, SPD und Grüne waren damals in der Opposition. Das Unionsgeplärre über fehlenden Atomstrom ist an Peinlichkeit nicht zu überbieten.     

Hätten Sie’s gewusst? Pizza Hawaii und Bananenweizen verstoßen gegen die Genfer Konvention.

Mittwoch, 23. August 2023

Literaturgeschichte – Das nächste Level


Sonnenaufgang. Es ist bereits der siebte Tag, nachdem er eine Ankündigung angekündigt hatte. Der Bürgersteig vor seiner Villa hatte sich in einen Slum verwandelt.

Langsam krochen die Journalisten aus ihren Schlafsäcken, gähnten und streckten sich. Erste Kameras wurden aufgebaut. Aus dem Foodtruck einer Bäckerei stieg ihnen der Duft frischer Brötchen in die Nase. Im mobilen Starbucks warf der Barista die beiden Kaffeemaschinen an.

Gegen neun Uhr wurde im Vorgarten ein Podium mit Rednerpult und Mikrophon aufgebaut. Grimmig aussehende Bodybuilder von der Security, wie immer im dunklen Anzug und mit Sonnenbrille, bauten sich im Halbkreis vor dem Podium auf.

Die Menge, die aus Medienvertretern der ganzen Welt bestand, wurde unruhig und drängte gegen den Gartenzaun. Der Kampf um die besten Plätze war unerbittlich. BBC, CNN und RTL bereiteten sich in ihren Sendezentralen auf eine sofortige Unterbrechung des laufenden Programms vor.

Um elf Uhr kam Andy Bonetti in den Garten und betrat das Podium. Er trug einen silbernen Overall, Cowboystiefel und einen handgeflochtenen Panamahut. Ein paar Minuten betrachtete er schweigend die Menge. Die Spannung wurde unerträglich, eine Reporterin wurde ohnmächtig.   

Dann begann der große Dichterfürst: „Ich darf Sie im Namen von Bonetti Media begrüßen. Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute mein neues Buch …“

Der Rest ging im Jubel der Menge unter. Bonetti-Aktien gewannen innerhalb von zehn Minuten 14,8 Prozent an den Börsen. Überall auf der Welt stürmten Menschen die Buchhandlungen, die Server von Amazon brachen zusammen. Neugeborene Kinder wurden Andy genannt – sogar Mädchen.

Eigentlich hätte Bonetti Ihnen sagen wollen, dass das neue Buch erst nächstes Jahr erscheint. Er hatte noch nicht einmal damit angefangen. Er hatte auch keinen blassen Dunst, um was es gehen sollte. Notfalls mussten die Praktikanten wieder ran.

 

Dienstag, 22. August 2023

Des alten Knaben Wunderhorn


Blogstuff 840

“Those are my principles, and if you don't like them...well I have others.” (Groucho Marx)

Klimaaktivisten als „neue Staatsfeinde“ zu bezeichnen, während in Deutschland wieder SA und SS marschieren – mit dieser Titel-Story hat sich das Boulevardblättchen SPIEGEL endgültig verabschiedet.

Bonetti hat keine Leser, sondern Sannyasins. Gerne befreit er auch Sie von Ihrem weltlichen Besitz, der sie belastet. Insbesondere dem Bargeld sollten Sie entsagen. Gelebte Fürsorge. So wichtig.

Welche Wortspiele wird es am Saisonende geben? Prince Harry und HurriKane oder Kane Erfolg?

Frühstück: Weißwürste, Brezn, Händlmaier sowieso immer am Mann. Aber kein Weißbier dahoam. The Jägerbomb™, wie man es Amerika nennt, kommt um acht Uhr morgens genauso gut.

Was macht eigentlich Heinz Pralinski? Er hat die Death-Metal-Band „Ruhrstahl“ gegründet. Die erste Single „Auf die Fresse“, erschienen bei Ugly Noise Records, stürmt gerade die Charts.

Unsere Geschlechtsteile sind nicht das entscheidende Distinktionsmerkmal.

Es wäre schön, wenn im Internet auch die Werbung hinter der Bezahlschranke wäre.

Peter Lustig hat nicht gearbeitet und auch keine Miete bezahlt.

„Du weißt nicht, was da draußen los ist. Wir riskieren täglich unser Leben im Kampf gegen die Banden, die Clans und die Mafia, nur damit ihr in Ruhe shoppen gehen könnt.“ – „Schatz, du bist Kaufhausdetektiv.“

Italiener sind nicht erst im Wirtschaftswunder eingewandert. Eine berühmte Familie unserer Gegend heißt Puricelli. Puricelli (Familie) – Wikipedia

Warum hat eine angebliche „Hochkultur“ wie China keine Mayonnaise? Über solche Fragen könnte ich sekundenlang nachdenken.

Was ist das Beste gegen Kinderarmut? Kinderarbeit. Die sollen ihr Geld selbst verdienen, dann müssen sie auch nicht mehr arm sein. In der Generation meiner Großeltern und Eltern war es ganz normal, nur acht Jahre zur Volksschule im Dorf zu gehen. Mit vierzehn hatte man seinen Schulabschluss in der Tasche, konnte seinen Namen schreiben und das kleine 1 x 1. Und dann ging es in die Werkstatt oder aufs Feld. Der Ernst des Lebens begann. Oft musste man schon als Kind nach der Schule noch in den Stall oder bei der Feldarbeit und in der Küche helfen. Das hat noch keinem geschadet. Aber die verwöhnten kleinen Paschas sitzen ja lieber an ihrer Playstation und genießen den anstrengungslosen Wohlstand. Meine Meinung!

Kinderarbeit in Italien und USA: Mit 13 auf dem Bau - ZDFheute

Montag, 21. August 2023

Fundstück der Woche


Dieses Haus bietet immer wieder interessante Funde. Ein Sachbuch zum Beispiel: „Viele Dinge zwischen Himmel und Erde“ von Peter Kolosimo. 1969 im italienischen Original erschienen, 1970 in deutscher Übersetzung.

Es beginnt mit der grenzenlosen Euphorie und dem Optimismus, die es nach der Mondlandung auf der Welt gegeben haben muss.





Alsdann geht es weiter mit der Entstehung des Universums, der Sonne und schließlich der Erde. Ich freue mich auf ein wenig Naturwissenschaften und SF-Träume von der glorreichen Zukunft der Menschheit, die nichts mit den dystopischen Angstphantasien unserer Gegenwart zu tun haben. Aber dann nimmt der Autor eine merkwürdige Abfahrt. Nicht nur der Weltraum birgt Unbekanntes, sondern auch die Erde. Und schon verliert das Sachbuch jeglichen Bezug zur Realität.

Da wird ein Kontinent Atlantis zwischen Europa, Afrika und Südamerika beschworen, eine Hochkultur, die nicht nur den Mittelmeerraum, sondern auch die amerikanischen Hochkulturen beeinflusst hat und eine Brücke zwischen alter und neuer Welt bildet. Königsinsel dieser Zivilisation ist – Helgoland. War klar gewesen. Leider trifft dann ein Meteorit Atlantis, der Kontinent geht unter und die Sintflut rollt über die Erde. Kolosimo weiß, dass es damals durch verdampftes Meerwasser 30.000 Liter pro Quadratmeter geregnet hat.

Aber es wird noch besser. Im Pazifik gab es den Kontinent Mu, der von Weißen bevölkert war. Von dort wanderten unsere Vorfahren nach Europa ein. Ist natürlich ewig her, 10.000 oder 15.000 Jahre. Mu ist untergegangen, nur der Friedhof dieser Zivilisation, die Osterinsel, ist erhalten geblieben. So geht es munter weiter. Die Erde ist ja1969 noch kaum erforscht. Dinosaurier? Einer lebt im afrikanischen Urwald und hat ein Horn auf dem Kopf und der zweite, jeder aufmerksame Leser ahnt es schon, lebt im Loch Ness. Seit 1925 tausendfach gesehen, 1934 fotografiert, wissenschaftlich nachgewiesen.

Wer fehlt uns jetzt noch in der Sammlung? Richtig. Der Yeti. Der Autor berichtet von vielen Sichtungen seit dem frühen 15. Jahrhundert. Selbst im Kaukasus ist man ihm schon begegnet. Originell ist die Behauptung, auch Neandertaler gäbe es noch. Jeder von uns hat schon mal einen gesehen, oder? Ich treffe sie regelmäßig in der Berliner U-Bahn.

Ich google nach Kolosimo. Er wird bei Wikipedia als Pseudohistoriker und Pseudoarchäologe bezeichnet, der die Existenz von Aliens in prähistorischen Zeiten für erwiesen hält. Natürlich tauchen sie im Buch auch auf, wenn auch nur am Rande. Erich von Däniken lässt grüßen. Ein lustiger Nachmittag war es trotzdem, auch wenn ich vieles nur diagonal gelesen habe.

Dieses Foto habe ich im vergangenen Jahr im Hunsrück aufgenommen. Es zeigt den Yeti mit seinen Eltern Gisela und Günter Yeti.

  

Sonntag, 20. August 2023

Die grüne Hölle



 

Auf dem ersten Bild sieht man, wie weit der Rebstock im letzten Spätsommer gewachsen ist. Die anderen Bilder zeigen, wie weit er im Monsun 2023 gekommen ist. Ich traue mich nicht mehr auf den Balkon.









Samstag, 19. August 2023

Der Halma-Mörder hat wieder zugeschlagen

 

Blogstuff 839

Bonetti wechselt für 100 Millionen im Jahr nach Saudi-Arabien. Das Blog wird nicht mehr „Kiezschreiber“ heißen, sondern „Allahu Akbar“. Es wird um Religion gehen, nicht mehr um Pizza. Um Tee, nicht mehr um Wein. Um Kamele, nicht mehr um Motorsport. Unbotmäßige Kommentare werden mit fünfzig Peitschenhieben bestraft.

„Pferdemetzgerei – gestern noch geritten, heute schon mit Fritten. Hallo, was kann ich für Sie tun?“ Witze über Frauen darfst du nicht mehr machen, über Türken und Polen auch nicht. Jetzt also Witze über Tiere. Ich konnte nicht lachen. Sie hoffentlich auch nicht.

Ich habe die Mörderidee für ein Drehbuch: Eine KI entwickelt ein eigenes Bewusstsein und bedroht die Menschheit. Wie finden Sie das? Bitte nur ernstgemeinte Kommentare.

Ich bekenne es ganz offen: Ich möchte eine linksradikale Ökodiktatur ohne Currywurst und Opel Manta.

Die Vorstandsvorsitzende des US-amerikanischen Rüstungsherstellers General Dynamics war vorher bei der CIA. Solche Verbindungen zwischen Geheimdienst und Militär gibt es in Russland nicht. Die sind nämlich die Guten. Ich weigere mich zu glauben, dass es zwei Böse gibt. Was wäre das für ein Märchen?

Neulich habe ich eine alte Freundin gegoogelt. Wir haben sie vor 25 Jahren in Boston besucht. Sie hat in Standford promoviert (Soziologie), war dann am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, danach in Boston und arbeitet heute für eine Organisation in der Flüchtlingshilfe. Respekt.

Ich bin jetzt 57. In diesem Alter ist meine Mutter gestorben.

Ab dieser Saison werde ich mir nur noch Spiele der Saudi Pro League anschauen. Heidenheim in der Bundesliga ist für mich nicht akzeptabel. Auch das Totschlagargument „Menschenrechte“ lasse ich nicht gelten. Dort, wo man als „Opfer“ des Menschenhandels (früher Afrikaner, heute Fußballer) 150 Millionen Euro im Jahr verdient und auch noch eine Villa, einen Privatjet, Dienstpersonal, acht Luxussportwagen und drei Saunen verlangen kann wie Neymar (ist er mit einer Finnin verheiratet?), kann die Welt nicht so schlecht sein. Der Scheich ist eben eine Art Ein-Mann-Demokratie. Na und?

Ich lerne Frauen nicht über Tinder kennen. Ich biete im Internet eine 3ZKB-Wohnung in Berlin-Charlottenburg für 500 Euro warm an. Läuft.

Wir haben hier keine Gangs. Dafür sorgt die Mafia.

Tee-Wurst. Bier-Schinken. Was soll das?

Ich gehe heute noch mit der One-Love-Armbinde in den Supermarkt. Einfach, um ein Statement abzugeben. Und obwohl ich gerne Schweinenackensteaks esse, unterstütze ich mental den Veganismus.

Freitag, 18. August 2023

Sad Jokes and Pancakes

 

Blogstuff 838

„Hasst du Menschen? Ich hasse sie nicht… Ich fühle mich nur besser, wenn sie nicht da sind.“ (Charles Bukowski)

Ich bin gegen die Legalisierung von Cannabis, weil viele Dealer ihren Arbeitsplatz verlieren würden.

Du bist nur eine winzige Flamme, die dem Wind des Zufalls ausgesetzt ist. Bonetti ist die Fackel, der wir durch die Finsternis folgen können.

Wir brauchen keinen Kampf gegen die Armut, sondern den Kampf gegen Ehrgeiz.

Ich hätte schwören können, dass mir die Hose letzten Monat noch wie angegossen gepasst hat. Jetzt muss ich den Bauch einziehen, um den letzten Knopf schließen zu können. Als ich mich bei Familie Birnbaum aufs Sofa setze, springt dieser Knopf mit hoher Geschwindigkeit ab und trifft den Yorkshire-Terrier so unglücklich, dass er noch auf dem Weg in die Tierklinik stirbt. Und ich muss jetzt vier Wochen lang so ein idiotisches Anti-Aggressionstraining machen.

In den Siebzigern war Deutschland noch cool. Alle haben geraucht. Wer über zwölf war, hat aktiv geraucht, alle anderen passiv. Anschnallen im Auto war verboten. In Spielstraßen gab es kein Tempolimit. Es gab noch nicht mal Spielstraßen. Nirgendwo Windräder. Die Bahn war pünktlich. Jeden Tag Schweinefleisch, der Veganismus war noch nicht erfunden. Helmut Schmidt.

Bonettis neuester Hit: „Liegen bleiben“. Jetzt bei Ganja Records.

Ich habe mich bei der Selbstfindung verlaufen und keiner sucht mich.

Er hatte ein Gangstergesicht wie Eddie Constantine. Man hatte den Eindruck, er würde es jeden Morgen mit Gabeln bearbeiten. Er sah in die toten Augen des Barkeepers, der sinnlos ein Glas polierte, und bestellte sich einen Four Roses.

Die Grünen wollen armen Familien mehr Geld geben, die FDP den Unternehmen. Jeder weiß doch, dass die Armen das Geld in den nächsten Schnapsladen tragen werden. Wenn man den Unternehmen per Steuersenkung mehr Geld gibt, werden sie mehr Geld investieren und die Preise ihrer Produkte senken. So war es doch bisher bei jeder Steuersenkung. Das Geld wandert doch nicht in die Dividenden der Aktionäre oder die Boni der Manager. Das wäre mir neu.

Erinnert sich noch jemand an die Legislaturperiode 2009 – 2013. Die Querulantenpartei FDP hatte 14 Prozent bekommen und ging jedem nur noch auf den Sack. 2013: 4 Prozent und raus. Oder Lindner theatralischer Abschied von Jamaika 2017? Man kann diesen Leuten nicht trauen. Hoffentlich schmieren sie 2025 wieder mal so richtig ab.

P.S.: Sad Jokes & Pancakes hieß meine erste Band. Wir machten eine Mischung aus Ska und bulgarischer New Wave. Ich war berühmt für mein Maultrommelsolo.