Dienstag, 15. April 2014
Rätselhafte Sammlungen
In den neunziger Jahren habe ich zwei Sammlungen angelegt, deren tieferer Sinn sich mir heute nicht mehr so recht erschließen will: Tiefkühlpizzaverpackungen und Kassenbons von Supermärkten. Es handelt sich bei der erstgenannten Sammlung um etwa fünfzig gut erhaltene Kartons, von denen ich jeweils die Oberseite behalten habe. Es fällt, im Vergleich zu heutigen Pizzaverpackungen, zunächst auf, dass die „Cover“ wesentlich schlichter und optisch nicht so überladen wirken. Das Auge wird nicht durch Firlefanz wie „neu“, „Special Edition“, „Reise nach Australien zu gewinnen“ oder „Nur für kurze Zeit“ abgelenkt, sondern ruht auf der geradezu landschaftsartig dargebotenen Vielfalt an Formen und Farben auf der Oberfläche des eigentlichen Produkts. Beim Blättern durch das Album sehe ich, wie die Firma Wagner sich marketingtechnisch weiterentwickelt hat, ich treffe auf untergegangene Marken und erinnere mich beim Betrachten der abgebildeten Teigfladen sogar an meine Lieblinge zurück: Die Tiefkühlpizzas („Pizze“ für Leute, die auf der Toilette nicht scheißen, sondern defäkieren) von Feinkost Käfer, die es damals nur im KaDeWe zu kaufen gab. Das war geschmacklich immerhin untere Restaurantqualität, die Preise waren aber auch dementsprechend.
Ebenso aufschlussreich für meine Ernährung als Student sind die gesammelten Kassenbons, die ich in ein großes rotes Notizbuch geklebt habe. Die lila Tinte ist verblasst und offenbar wurde damals noch mit Nadeldruckern gearbeitet. Anscheinend habe ich mich fast ausschließlich von Aldi und Penny verköstigen lassen. Neben dem unvermeidlichen Wein, ohne den der Rheinhesse und der Pfälzer auch in der Diaspora langfristig nicht lebensfähig sind, ist die Liste der ausgewählten Nahrungsmittel überschaubar. Wurst, Schinken, Käse, Joghurt, Bananen, Mineralwasser. Gelegentlich Hähnchenbrustfilet, Nudeln und Putzmittel. Der Wein war damals sehr günstig: Moselwein für 1,99 DM, Saulheimer Domherr (ein Liter) aus Rheinhessen für 3,29 DM, Riesling aus dem Rheingau für 4,99 DM und französischer Rotwein für 2,99 DM. Das zahlt man heute, also zwanzig Jahre später, in Euro. Sahnepudding gab es für 59 Pfennig, ein ganzes Brot für 1,59 DM. „Hohes C“: damals 1,69 DM, heute 1,79 Euro! Ein Weizenbier hat bei Penny in der Berliner Trautenaustraße am 23.1.1995 nur 79 Pfennig gekostet. Vorbei, vorbei … ich blättere die Seiten durch.
Hier ein typisches Dokument aus dieser Epoche: „Riesling 1L 4,99, Riesling 1L 4,99, Edamer 40% 2,89, Gemuesemais 0,79, Apollinaris 1,25, Champign. I. Wahl 1,49, Pizza Speciale 3,99. Summe: DM 20,39“. Den 12.10.1994 habe ich so gestaltet: „Pfaelz. Landwein 2,25, Bing. St. Rochusk. 1,79, Arg. Rindersteaks 8,98, Selters-Wasser 1,19, Erdnusslocken 2,79, Kind. Ueberraschung 0,79.” Ja, die gute alte Binger St. Rochuskapelle, beliebtes Ausflugsziel und ein Wein mit einem exzellenten Preis-Leistungsverhältnis, besonders die Auslese. Goldene Erinnerungen … Was ich an diesem Tag gemacht habe? Keine Ahnung. Dazu steht nichts im Notizbuch. Aber es gibt doch den schönen Party-Spruch: Wer sich erinnern kann, war nicht dabei. Unter dem Datum 15.10.1994 findet sich der Eintrag: „Ich weiß nicht, was ich will, aber ich weiß, was ich kriegen kann: High-Sein, Vollrausch, Samenerguss.“ Und etwas später dann der Satz: „Ich sehe mich schon mit Achtzig in einem Altersheim, wie ich – frisch gewickelt – in meinen alten Notizbüchern blättere.“ Wahre Worte … ich blättere jetzt schon und bin keine Fünfzig. Der letzte Satz des Tages muss spät in der Nacht geschrieben worden sein, denn er ist völlig kryptisch: „Die Gitterstäbe sind aus Papierschlangen, aber deine Arme sind aus Luft.“ Ich weiß selbst nicht, was es bedeuten soll. Ernstgemeinte Interpretationen bitte an „ebi41@gmx.net.“
Dazu könnte man "Waterloo Sunset" von den Kinks hören. https://www.youtube.com/watch?v=5J3gX47rHGg
Montag, 14. April 2014
Gott sieht alle Spiele
Sonntagnachmittag. Wembley. Maracana nix dagegen. Auf dem Feld stehen elf Männer mit Bierbauch und Vokuhila-Frisur. Unsere Elf. Wir Alten stehen am Spielfeldrand. Bierflasche, Bratwurst und Zigarette. So wie Gott es gewollt hat, als er diesen herrlichen Planeten schuf. Wir sind unter uns. Hier kann man sich mitten im Gespräch genüsslich am Hintern kratzen, ohne sich zu schämen. Wer kein Interesse an Fußball, Fleisch, Alkohol und Nikotin hat, möge in der Hölle verrotten. Es gibt keine Zeitlupe, aber dafür hörst du alle Dialoge auf dem Platz und kannst den Schiedsrichter im Zweifelsfall darauf hinweisen, dass du weißt, wo sein Wagen geparkt ist. Ich erinnere mich daran, selbst einmal auf diesem Platz gestanden und für diesen Verein gespielt zu haben. Bis zum Ende der A-Jugend, dann haben Schicht- und Wochenenddienst meine Sportkarriere beendet. Damals waren wir Tabellenletzter in der untersten Liga. Das heißt: Wir konnten nicht mehr absteigen, wir waren schon ganz unten. Ein großartiges Gefühl. Wir hatten den Stolz von Zigeunern. Wenn dich alle verachten, bist du in Wirklichkeit ganz groß. Wir haben schon vor Spielbeginn beim Schoppen auf die Höhe unserer Niederlage gewettet. 0:8, 0:10 – und so ging es dann auch aus. In der Halbzeitpause kreiste an kalten Tagen die Wodkaflasche in der Kabine. Du weißt gar nicht, warum du das überhaupt machst, wenn du an einem regnerischen Novembertag aus nächster Nähe die schwere nasse Lederkugel voll in die Fresse kriegst und mit taubem Gesicht über den Platz taumelst. Warum lebe ich eigentlich und was mache ich hier um Himmels Willen? Jeder Sonntag wie ein Philosophieseminar. Auf dem Lehrplan steht Stoizismus. In Wahrheit geht es gar nicht um Sieg oder Niederlage, sondern darum es auszuhalten, ohne umzukippen oder durchzudrehen.
Aber an einem Tag war alles anders. Es war der letzte Spieltag und wir haben gegen den designierten Meister gespielt. Sie mussten nur noch gegen uns in Schweppenhausen gewinnen, um sich die Meisterschale abzuholen. Wir - natürlich – abgeschlagen Tabellenletzter. Aber wir konnten nicht absteigen, denn es gab keine Liga unter uns. Der letzte Verein in der untersten Spielklasse. Und wenn du nichts zu verlieren hast, spuckst du an einem guten Tag dem Schicksal ins Gesicht. Ich weiß gar nicht mehr, wie der Gegner hieß, aber an diesem Sonntag haben wir sie fertig gemacht. Ich sage nur: Blutgrätsche. Zum ersten und einzigen Mal in seinem Leben hat euer sanftmütiger Kiezschreiber die rote Karte gesehen. Wir haben die Wiese gerockt und 4:3 gewonnen. Die arroganten Arschlöcher wurden nicht Meister und die Mannschaft, die den Titel geholt hat, schickte uns einige Tage später einen Kasten Bier als kleines Dankeschön. Du kriegst dein Leben lang auf die Schnauze, aber es kommt der Tag, an dem du für alles belohnt wirst. Für mich war es dieses Spiel und heute stehe ich gelassen am Spielfeldrand, um die nächste Generation von Amateurfußballern anzufeuern. Euer Tag wird kommen. Keiner kennt den Sinn dieses Spiels, aber es lohnt sich dabei zu sein.
P.S.: Zum Abschluss noch ein wenig Heimatkunde.
„Des konnsde abhake unnä U wie Uffschnitt.“ = Der Spielverlauf
„Nix druff außä Zahnbelach.“ = Der Gegner
„Die schwarze Sau.“ = Der Schiedsrichter (nicht rassistisch gemeint)
„Es is em Fritz sei Weddä.“ = Regen (Anspielung auf den Fußballgott Fritz Walter)
„Isch hunns genau gesiehn!“ = Hauptargument des Zuschauers (in Wirklichkeit hat man natürlich gerade ins Schoppenglas oder einer Spielerfrau auf den Hintern geblickt)
"De Dolle leeft de Rotz ins Maul." = glücklicher Sieg durch ein abseitsverdächtiges Tor in der letzten Minute
„Besser wie in die Bach gekackt.“ = Unentschieden
„Sauber die Hoor geschnitt.“ = Niederlage
„Jaska“ = heftiges Besäufnis nach dem Spiel
P.P.S.: Wenn es tatsächlich einen Gott geben würde, dann wäre doch Mainz 05 deutscher Meister und nicht diese Drecksbayern, oder? Außerdem wäre der FCK niemals abgestiegen und Uli Hoeneß müsste sich die nächsten zehn Jahre nach der Seife bücken. Das soll mir der Papst mal widerlegen!
P.P.P.S.: Eine Geschichte muss ich noch erzählen. Es war mein schönstes Erlebnis als Zuschauer beim TuS 09 Schweppenhausen. Ich stand auf der Tribüne, das Spiel lief schon eine Weile, und ich hatte in der linken Hand ein Bratwurstbrötchen (mit Senf!) und in der rechten Hand eine Flasche Bier. Da kam in hohem Bogen der Ball direkt auf mich zugeflogen. Was sollte ich machen? Ich hatte keine Hand frei und keine Zeit, meinen Nachbarn Wurst und Bier in die Hand zu drücken. Aber der Ball kam so gut, dass ich ihn volley nehmen konnte. Ich drosch das Leder dreißig Meter zurück auf den Platz. Dafür bekam ich spontanen Applaus vom Publikum, einer forderte sogar meine Einwechslung – und das Beste: Ich habe weder einen Schluck Bier verschüttet noch die Wurst fallen lassen.
Musikalisch passt hier natürlich die Hommage an alle Linienrichter dieser Welt: "I walk the line" von Johnny Cash. http://www.youtube.com/watch?v=eKJN9ZfGX3s
Sonntag, 13. April 2014
Saturday Night auf dem Dorf
Es beginnt am Spätnachmittag. Ich gehe zum Winzer meines Vertrauens, um mich für das Wochenende zu proviantieren. Grauburgunder und Riesling. Herr Seckler ist nicht nur ein ausgezeichneter Weinbauer, sondern auch Mitarbeiter der Hochschule Geisenheim, der einzigen Ausbildungsstätte für Weinbauern in diesem Land. Wie immer, wenn ich dort einkaufe, wird mindestens eine halbe Stunde geplaudert. Wir haben Zeit auf dem Land. Erst ist noch ein älterer Kunde da, der einige Anekdoten auf Lager hat, dann stehen die Batschkapp und das Zip-Hoodie von Raw Blue (100% Street Credibility, Alter) auf dem Hof und erörtern das Dorfgeschehen (Weltpolitik interessiert uns hier generell nicht, selbst Ukraine und NSA sind nur Stoff für dreißig Sekunden in der Dorfkneipe, dann geht es wieder um die wesentlichen Dinge wie Sport, Frauen und Wein). Herr Seckler hat ein Fünf-Liter-Weinglas im Regal stehen, das ihm sein Hausarzt mit dem Spitznamen „Gummi“ (keine Ahnung warum er so heißt, aber mich spricht man hier auch seit vierzig Jahren mit „Django“ an und ich weiß nicht warum) mal zum Geburtstag geschenkt hat. Im Glas war ein Rezept, auf dem stand: „Nur ein Glas Wein am Tag“. Gummi ist leider vor einigen Jahren den Sekundentod gestorben, mein Vater war dabei und hat vergeblich versucht, ihn wiederzubeleben. Gummi hat jeden krankgeschrieben, ob wegen Kater oder Liebeskummer. Er hat immer gefragt: „Wie lange willsten haben?“ Dann hat er dich ein oder zwei Wochen krankgeschrieben. Wären alle Ärzte so, gäbe es keinen Burn Out und vermutlich auch keinen Kapitalismus.
Zu Hause mache ich mir erst mal einen Schoppen. Schweppenhausen hieß ja früher mal Schoppenhausen, aber dann wurden die Namensrechte an einen ausländischen Konzern verkauft. So wie bei der Allianz Arena in München. Dort bin ich nämlich ein paar Minuten später, weil ich bei einem Freund und einer Flasche Bourbon das Bundesligaspiel Dortmund gegen Bayern (3:0, Hallelulja!) sehe. In der Halbzeitpause gehen wir mit dem Hund spazieren und ich pinkele genüsslich in die Idylle des Wildbaches, der durch unser Dorf fließt. Anschließend gehen wir zu Giovanni, unserem Dorfpizzabäcker am Sportplatz. Ein anderer Freund ist vorbei gekommen und hat erzählt, dort säße eine high-end-geile Frau. Sie pflegt den Dorfbehinderten, niemand kennt ihren Namen, aber wir träumen alle von ihr. Wir gehen also zu Giovanni. Der Laden ist brechend voll, auch draußen sind fast alle Tische besetzt. Ein Grillfeuer glüht und es gibt Steaks und Würstchen. Wir trinken Weizenbier und blicken verstohlen zu der Frau hinüber. Giovanni (Begrüßung: Faust gegen Faust – wir können hier auch Ghetto!) schenkt uns das Essen und wir versprechen im Gegenzug, morgen wieder zu ihm zu kommen, wenn unsere Dorfmannschaft auf dem Sportplatz ein Heimspiel hat. Auf dem Nachhauseweg habe ich einen Vierjährigen auf den Schultern, den Sohn des hiesigen Zimmermanns, der sich an meinem Kopf festhält, während ich mich an seinen Beinen festhalte. So fallen wir beide nicht um. Typisch Kind: Den ganzen Abend zwischen den Tischen herumrennen, aber dann zu müde für den Heimweg. Kennt man ja aus der eigenen Vergangenheit. Und zum Abschluss hole ich den Grauburgunder und den Riesling aus dem Kühlschrank. Mit ein paar Leuten sind wir in der Wohnung eines Freundes und tanzen betrunken vor der Stereoanlage. So geht ein typischer Samstagabend auf dem Land zu Ende.
Musik: "Sukiyaki" von Kyu Sakamoto.http://www.youtube.com/watch?v=C35DrtPlUbc
Samstag, 12. April 2014
Drei merkwürdige Anrufe
Im Nachhinein finde ich es erstaunlich, aber nach längerem Sinnieren stelle ich fest: Es ist tatsächlich wahr. In mehr als zwanzig Jahren in Berlin habe ich nur drei merkwürdige Anrufe erhalten, obwohl ich in dieser Zeit Myriaden von Telefonaten geführt haben muss. Auf einen bin ich beim Blättern in einem alten Notizbuch aus den frühen neunziger Jahren gestoßen. Damals habe ich mir noch viele Begebenheiten handschriftlich notiert, und es finden sich auch seltsame Zeichnungen auf diesen Seiten, undefinierbares Vollrauschgekrakel mit ironischen Titeln wie „Subatomare Konfusion am Spätnachmittag“ und obskuren Künstlernamen wie „Wilhelm-Kamerad Mops von Knochen“. An meiner Handschrift kann ich erkennen, ob ich mit Muße oder in Eile, ob ich an einem Tisch oder in einem rumpelnden Zug, ob ich nüchtern oder betrunken geschrieben habe. Heute sitze ich an einem Computer und habe schon lange nicht mehr gezeichnet.
Ich erinnere mich an meine alte mechanische Schreibmaschine der Marke Triumph-Adler, auf der ich in den Achtzigern als Lokalreporter meine ersten Artikel für die „Mainzer Allgemeine Zeitung“ getippt habe und deren Lärm nachts das halbe Haus geweckt hat. Später die Wärme und die sanfte Vibration der elektrischen IBM-Schreibmaschine … - wenn man seine Hand auf ihren Metallkörper legte, hatte man das Gefühl, man streichle ein Haustier. Das Schreiben selbst hatte etwas Charmantes, etwas Eigenes, fast etwas Abenteuerliches. Flecken von Rotwein und Schokolade finden sich auf den Seiten des Notizbuchs, mal versiegt die Kraft eines Kugelschreibers mitten im Satz und mal geht es mit frisch gespitztem Bleistift weiter. Auf dem Vorblatt findet sich der alte Dante-Spruch „Beim Eintritt hier lasst alle Hoffnung fahren“. Ein heilloses Durcheinander von Geschichten, Tagebucheintragungen, Zitaten und Fakten (Harrison Schmitt war der letzte Mann auf dem Mond – hätten Sie es gewusst?). Den Buchtitel „Leere Flaschen, volle Aschenbecher“ habe ich bis heute nicht verwendet. Die Beschreibung eines Autounfalls mit Totalschaden auf der Bundesallee, als ich in meiner Eigenschaft als chronisch unterfinanzierter Student das Stadtmagazin „zitty“ in Kneipen und Kinos ausgefahren habe, endet mit den für mein weiteres Dasein prophetischen Worten „Welcome to the BVG-World“. Aber ich schweife ab.
In diesem Telefonat, von dem ich eigentlich erzählen möchte, ging es um nichts Konkretes und ich weiß auch bis heute nicht, mit wem ich überhaupt gesprochen habe. Ich nahm eines Abends den Hörer ab und wurde von einem unbekannten Herrn angebrüllt, beleidigt und bedroht. Als es mir gelang, den Redeschwall mit einer eigenen Wortmeldung zu unterbrechen, und ihn fragte, wer er überhaupt sei, schrie er mich an, ich solle nicht so tun und den Ahnungslosen spielen, er würde mich fertigmachen. Schließlich gelang es mir, ihn davon zu überzeugen, dass er sich verwählt haben müsse. Ich schlug ihm vor, die Nummer jenes Mannes, auf den er so wütend sei, doch einfach noch einmal anzurufen. Wenn er mich dann wieder in der Leitung habe, könne man weiterdiskutieren. Er legte tatsächlich auf und zu meiner großen Erleichterung blieb der Apparat in den folgenden Minuten stumm.
Das zweite Telefonat war ebenso merkwürdig. Ein Polizist rief an und erklärte mir, dass man mich wegen Fahrerflucht auf der zuständigen Wache zu sprechen wünsche. Das überraschte mich, denn ich konnte mich beim besten Willen an kein strafwürdiges Fehlverhalten erinnern. Der Beamte erklärte mir, ich hätte beim Ausparken einen anderen Wagen beschädigt, sei danach ausgestiegen und hätte einen Zettel mit meinem Namen und meiner Telefonnummer hinter dem Scheibenwischer des anderen Fahrzeugs befestigt. Der Besitzer des beschädigten Fahrzeugs habe die Polizei gerufen, es stellte sich heraus, dass Name und Nummer nicht zusammen passten. Ich erklärte dem Polizisten, ich hätte gar kein Auto. Das hat wiederum ihn überrascht. Da hatte sich also ein unbekannter Fluchtfahrer bei seinem Schauspiel für die Passanten, als er eine beliebige Telefonnummer auf einen Zettel notierte, ausgerechnet meine Nummer ausgedacht. Was für ein unglaublicher Zufall, dieses „Glück“ hätte ich mir beim Lottospiel auch gerne einmal gewünscht. Den Besuch auf der Wache hat man mir freundlicherweise erspart.
Der dritte Anruf ereignete sich vor knapp zehn Jahren: Das Finanzamt rief bei mir an. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen lebendigen Menschen dieser grauenerregenden Großorganisation am Telefon. Zu meiner Überraschung handelte es sich um eine nette Frau, die ich stimmlich in den Altersbereich Dreißig bis Vierzig einsortieren würde. Sie wollte sich von mir verabschieden, meine Akte beim Finanzamt würde nun geschlossen. Das fand ich aufregend: Wir kannten uns nicht, wir waren uns nie begegnet, aber nun mussten wir voneinander Abschied nehmen. Wir unterhielten uns dann noch ein bisschen. Sie sagte – und ich fand das wirklich goldig -, es sei schade, denn ich sei ein so angenehmer, weil leicht zu bearbeitender Fall gewesen. Ich hatte immer nur eine Viertelstunde für meine Steuererklärung gebraucht, sie wahrscheinlich nicht viel länger für die Durchsicht und den Steuerbescheid. Stempel drauf und wieder mal kriegte ich keinen Cent zurück. Vielleicht bekam sie stattdessen in ihrem Bereich, der vermutlich nach Buchstaben sortiert ist, oder erst nach Steuerklassen und dann nach Buchstaben, einen neuen Fall oder Kunden, der wesentlich schwieriger war. Einen Gastwirt am Rande des Nervenzusammenbruchs zum Beispiel, der mit einem Riesenkarton voller Zettel und Rechnungen ins Büro kommt. Es tat uns eigentlich beiden ein wenig leid, uns für immer trennen zu müssen. Seitdem habe ich nie wieder etwas vom Finanzamt gehört.
P.S.: Zur musikalischen Untermalung der Lektüre empfehle ich „Ring Ring“ von Abba. http://www.youtube.com/watch?v=JIB5IlIIx3M
Freitag, 11. April 2014
Die unerträgliche Leichtigkeit des Reichseins
In den alten russischen Romanen, etwa von Tolstoi oder Dostojewski, gibt es die schöne Unterscheidung von Gutsbesitzer und Gutsverwalter. Der Gutsbesitzer ist der entscheidende Mann, sein Prototyp ist Gontscharows „Oblomow“. Er tut nichts, sondern kann sich von den Erträgen seiner Güter ein Leben in Muße gönnen. Der Gutsverwalter macht hingegen die ganze Arbeit und hat den ganzen Ärger. Er ist die Schauseite des Feudalsystems, er allein steht in der Öffentlichkeit, er wird kritisiert und verhöhnt. Die Politiker und die Manager sind die Gutsverwalter unserer Zeit. Die wahren Herrscher tauchen im Internet gar nicht auf, ihre Namen sind bei Wikipedia nicht zu finden. Ich kenne einen Menschen, der für diese Gutsbesitzer tätig ist. Er berät sie beim Kauf von Kunstwerken und in Fragen der Inneneinrichtung ihrer Immobilien. Seine Kunden können sich mit der Freiheit von Kindern durch die Welt bewegen, weil niemand sie kennt. Diskretion statt Personenschutz. Die von Verschwörungstheoretikern gern zitierten Bilderberg-Konferenzen oder die Jahrestreffen des Weltwirtschaftsforums in Davos sind nur die Tanzabende ihrer Dienerschaft. Der gewöhnliche Zeitungsleser wähnt sich wohlinformiert, aber in Wirklichkeit kläfft er nur den Mond an.
(verwendete Hilfsmittel: Google, Wikipedia, Pink Floyd, Riesling, Knoblauchfleischwurst, Butter, Brot)
Donnerstag, 10. April 2014
Bekenntnisse eines Identitätsbetrügers
Ich möchte mit den Problemen beginnen, die man mit seinem echten Namen haben kann, bevor ich zu meiner unseligen Vergangenheit mit Internet-Pseudonymen komme: Ich habe einen Namensvetter in Frankfurt, der unter anderem auch als „Matthias Eberling“ bei Facebook firmiert. Eines Tages rief seine Cousine bei mir an und fragte, warum ich „damals“ mit meiner Familie gebrochen hätte. Ich hörte mir eine Weile ihre Probleme an, verstand nicht, was sie wollte, und legte auf. Es folgten Briefe und weitere Anrufe. Es bedurfte einiger Überredungskunst, diese mir unbekannte „Maria“ zu überzeugen, dass ich kein verschollenes Familienmitglied sei, sondern mit meinen Blutsverwandten in Rheinhessen durchaus in regem Austausch stünde. Bei Facebook findet man mich daher unter dem Namen „Jan Mardo“, einer Romanfigur von mir (übrigens die Idee eines befreundeten Autors, der glaubte, meine Leserschaft würde den Privatdetektiv aus Berlin vielleicht im Netz suchen – bis heute hat sich allerdings noch kein Leser gemeldet). Schon damals wurde mir klar, dass Pseudonyme im Netz nichts verbergen, denn der erste Freundesvorschlag von Herrn Zuckerberg aus Amerika für Herrn Mardo aus dem Wedding war eine mir hinreichend bekannte und sehr nette Nachbarin aus meinem Haus in Wilmersdorf – nur ein Stockwerk über mir (IP rulez!).
Aber jetzt zu den Gründen, warum ich keine Pseudonyme mehr verwende: 2003 war ich auf der Suche nach einer Frau auf diversen Kontaktanbandelungsseiten im Netz unterwegs. Dort hatte ich unter den Pseudonymen „Mono Lake“, „Swamp Thing“, „CRAZY HORST“ und „Armageddon Now!“ Profile angelegt, die alle Facetten meiner schillernden Persönlichkeit abdeckten. Berlin ist voller einsamer Frauen mit Internetanschluss. Der Chat lief etwa so:
Ich: Hi! Du lebst noch?
Sie (nennen wir sie „Brainspotting“): Tausche blödes altes Leben gegen neue Version.
Ich: Ich könnte in einer Stunde am Flughafen sein. Wir verlassen das Land, okay?
Sie: Wohin sollen wir gehen?
Ich: Zuerst Las Vegas. Eine Fünf-Dollar-Hochzeit mit zwei besoffenen Pennern als Trauzeugen. Ich als Late Elvis im Paillettenanzug, du gehst als Heidi.
Sie: Hast du irgendwas eingepfiffen?
Ich: Glaubst du, sie tun LSD ins Trinkwasser? Werde gleich mal das Katholische Wasserwerk Spandau anrufen!
Sie: In welchem Kiez trifft man dich? Was machst du so?
Ich: Schöneberg. Bin Sozialforscher. Ich schau mir an, was die Leute so den ganzen Tag machen und frage mich, warum sie das tun. Und du?
Sie: Schöneberg! Kennst du Mister Hu oder Green Door? Ich arbeite gerade bei einer TV-Produktionsfirma.
Ich: Lass uns doch da einen Cocktail schlürfen. Ich bringe einen Atlas mit und wir besprechen die Einzelheiten der Flucht. Wann hast du Zeit?
So geht es mit „CRAZY HORST“ weiter und immer weiter. Neben der verrückten Spaßmacher-Rolle habe ich mit „Mono Lake“ den nachdenklichen Romantiker erschaffen. Er schreibt so: „Ich habe mich nach der Schöpfung zurück gezogen und lebe nun als kleiner See in Kalifornien. Es ist nicht übel hier! Ich betrachte morgens die Sonne, die über den Tannen aufgeht, und lache nachmittags über die Segelboote, die meinen Bauch kitzeln ...“ Das spricht natürlich auch andere Frauen an. Für die Frauen, die über Sex reden wollen oder auf der Suche nach einer Affäre sind, habe ich „Swamp Thing“ erfunden. Es ist nicht so, dass nur die Männer das Netz für diese Spielchen nutzen. Ich habe selbst erlebt, wie eine Frau mir plötzlich schreibt, sie hätte gerade den Vibrator rausgeholt. Ich bin im Chat gefragt worden, ob denn mein Sperma anders schmecke, weil ich Raucher sei. Eine Frau entpuppte sich als adipöse Rächerin für die zahllosen geplatzten Dates, die ihr das Herz gebrochen hatten.
Mal dauert es länger, mal geht es ganz schnell mit der Kontaktaufnahme. Aber immer steht am Ende eines guten Gesprächs ein Blind Date. Es scheint, so ist mein Eindruck (und der Eindruck aller darauf angesprochenen Damen), nur wenige intelligente und witzige Männer in diesen Internet-Foren zu geben. Männer, die in der Lage sind, sich schriftlich in zusammenhängenden Sätzen äußern zu können. Die eine zweizeilige „Flirt-Mail“ nicht mit dem Satz beginnen: „Fickst du gut?“ Oder die mit Hingabe stundenlang chatten und reden können. Ich habe die Kraft, denn ich habe den ganzen Tag Zeit für die Kontaktaufnahme im Internet. Ich habe die Zeit, mich auf ein Treffen vorzubereiten. Ich komme nicht gestresst aus dem Büro und mein Privatleben ist frei von Verpflichtungen. Abends bin ich dann ein konzentrierter Zuhörer und charmanter Unterhalter. Auf diese Weise haben sich einige unvergessliche Affären ergeben. Ich erinnere mich an eine französische Schönheit, die beim Film gearbeitet hat. Wundervolle rotbraune Locken, endlose perfekte Beine und Augen, für die sie im Mittelalter als Hexe verbrannt worden wäre. Mit Rotwein und bei Kerzenschein in der Badewanne liegen, sich bei einem alten Lubitsch-Film gegenseitig mit Erdbeeren und Eis füttern, maßlose Zärtlichkeit. Oder die kleine grünäugige Grafikerin aus Pankow, die betrunken auf Knien um Sex gebettelt hat. Sie hat das halbe Haus zusammen geschrien, zum Glück waren wir immer bei ihr. Dann die Stylistin, die mich nach dem Ebenbild ihrer Models umgestalten wollte. Die riesige Basketballerin, deren Sportlichkeit genannte permanente Unruhe mich nervös zu machen begann. Die koksende Fernsehredakteurin, die zum Frühstück immer nur einen halben Liter Coca Cola getrunken hat und die ich eigentlich nie ohne Zigarette erlebt habe.
Der Höhepunkt war jedoch eine Juristin aus Hannover, Absolventin der Henri-Nannen-Journalistenschule und Pressesprecherin einer ungenannt bleibenden Organisation in Berlin. Bei unserem dritten Treffen fuhr mich jene Dame in ihrem Volkswagen bar jeglicher Ankündigung und mit offensichtlich äußerst konkreten Absichten zu einem Hotel am Berliner Autobahnring. Mit britisch zu nennender Gelassenheit erwarb ich ein Motorsportmagazin im Foyer, während sie am hellichten Sonntagnachmittag das Doppelzimmer im Voraus bezahlte. Die erste Stunde verstrich mit einer Fußballübertragung (ich kann mich in solchen Situationen selbst für die zweite Liga begeistern) und dem gelangweilten Blättern in jener Fachzeitschrift für den mobilen Herren. Sie musste mich durch die Entblößung ihrer (allerdings in der Tat exquisit geformten) sekundären Geschlechtsmerkmale geradezu zwingen, mein Augenmerk den erotischen Vorgängen im Kingsize-Bett zu widmen. Da ihr Yorkshire-Terrier im Wagen wartete, verließen wir bereits vor Einbruch der Dämmerung das „Motel One“ und fuhren zurück in die Stadt.
Sie sprach in den folgenden Wochen nicht nur von Heirat, sondern erwartete im Ernst, dass ich nach der Hochzeit ihren Nachnamen annehmen würde (sie war das einzige Kind eines geachteten Vorstandmitglieds jenes DAX-notierten Konzerns, dessen Namen ich erfolgreich verdrängt habe). Glücklicherweise fuhr ich einige Tage später mit einem Freund für eine Woche nach Sils Maria im Kanton Graubünden. Die zauberhafte Landschaft und die gute Gesellschaft sind vorzüglich dazu geeignet, grundlegende Entscheidungen für das eigene Leben zu überdenken und letztlich auch zu treffen. Hier hatte nicht nur jene Lichtgestalt und Jahrhundertkoryphäe namens Kiezschreiber großartige Momente der Eingebung, sondern auch weniger bekannte Sekundärquellen wie Hermann Hesse und Friedrich Nietzsche. Und beim Blick von der weltberühmten Chasté über den Silser See fasste ich den schicksalhaften Entschluss, mit jener Dame endgültig zu brechen.
Vielleicht hätte ich eine SMS schicken sollen? Ich beschloss zu schweigen. Old School. Sie würde es begreifen. Doch an diesem Punkt lag ich falsch. Sie lauerte mir eines Abends vor meiner Haustür auf. Es klingt wie ein schlechter Witz, aber es ist wirklich wahr: Mit einem gefakten Profil auf einer Dating-Seite hat sie mich tatsächlich hinaus gelockt. Sie schrie mich an, sie schlug mir ins Gesicht. Sie versuchte, mein Gesicht zu zerkratzen, was ihr angesichts ihrer kurz geschnittenen Fingernägel jedoch nicht gelang. Sie spuckte mich an, aufgrund ihres maßlosen Zorns traf mich allerdings nur ein dünner Sprühregen. Als ich mich nach einigen Minuten abwandte und ging, weil ich zu diesem Zeitpunkt den Eindruck hatte, dass logische Argumente der Situation nicht angemessen gewesen wären, brüllte sie „Hilfe! Vergewaltigung! Polizei!“ Keiner von den Gästen des indonesischen Restaurants gegenüber, die an ihren Tischen die ganze Szene miterlebt hatten, eilte ihr zu Hilfe. Es war vorbei. Aber in dieser Nacht habe ich beschlossen, im Netz keine Täuschungsmanöver mehr durchzuführen.
P.S.: Meine Erinnerungen stützen sich auf die Anthologie "Die singende Fleischwurst", die ich unter dem albernen Pseudonym Rondo Delaforce 2008 veröffentlicht habe.Soundtrack: "Halt dich an deiner Liebe fest" von Freundeskreis. http://www.youtube.com/watch?v=BSNhTnEALLY
Mittwoch, 9. April 2014
Ein Volk steht auf
Endlich tut sich was im politikverdrossenen Deutschland. Ein Ruck geht durch die Jugend, die jahrelang wie in Trance auf ihre Smartphones geblickt hat. Ist der Akku alle? Ist die komplette Bundesregierung mit einem Flugzeug abgestürzt und in den Tiefen eines fernen Ozeans verschollen? Ist jemand endgültig die Sicherung durchgebrannt, als er zum hunderttausendsten Mal das Gesicht eines Parteifunktionärs auf dem Bildschirm gesehen hat, dessen Lächeln so klebrig wie der Toilettentürgriff bei McDonald’s ist? Weit gefehlt. Wir brauchen weder Katastrophen noch Amokläufer. Wir haben Susanne Wiest.
Ich sage nur: Demokratie-Teppich. Mehr muss man eigentlich auch nicht sagen. Eine gute Idee erklärt sich schließlich von selbst. Ich sehe sie schon vor mir, die Polit-Strategen und Marketing-Würstchen, wie sie sich kollektiv mit der flachen Hand auf die Stirn schlagen. Wieso sind wir denn noch nicht selbst darauf gekommen? Das ist ja phantastisch! Zum Glück sind die Bundestagswahlen vorbei – das hätte für Merkels dritte Amtszeit garantiert das Aus bedeutet. Dabei ist die Idee so einfach wie genial. Unter der Überschrift „Wir machen Demokratie“ entwirft Frau Wiest in wenigen Worten einen kühnen Plan. Da Petitionen kaum Wirkung erzielen (immerhin hatte ihre Petition für ein bedingungsloses Grundeinkommen knapp 53.000 Befürworter, gegen die Geißel der Menschheit Markus Lanz stimmten allerdings mehr als viermal so viele Menschen) und Volksabstimmungen vom Gesetzgeber nicht vorgesehen sind, müsse man zur Gestaltung der Demokratie andere Werkzeuge ergreifen: „Wolle und Stricknadeln“. Unter der Netzadresse http://www.demokratie-teppich.com/ heißt es weiter: „Ich stricke einen demokratischen Quadratmeter, ganz nach meinem persönlichen Geschmack, und lade Euch herzlich ein, ebenfalls ein demokratisches Teppichstück zu häkeln, stricken, weben, sticken, nähen, finden .... kurzum, zu gestalten.“
Am 23. September kommt es dann auf dem Tempelhofer Feld zu einem großen Happening, wenn der Weltöffentlichkeit der deutsche Demokratieteppich präsentiert wird. Vermutlich wird man nur aus einem Hubschrauber den richtigen Überblick haben, wenn aus allen Landesteilen quadratmeterweise die demokratischen Ideen der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger (einschließlich aller Transsexuellen, die sich durch diese Formulierung nicht angesprochen fühlen), der Migrantinnen und Migranten sowie unserer lieben Freundinnen und Freunde in aller Welt zusammengefügt werden (Hakenkreuze sowie Hammer&Sichel, frauenfeindliche, rassistische oder religiöse Inhalte können allerdings nicht geduldet werden – hierzu wird noch ein Komitee gegründet).
Zu guter Letzt komme ich zu meinem Beitrag, mit dem ich dieses großartige und innovative Projekt unterstützen möchte: Ich spende einen kaum gebrauchten Bettvorleger von Ikea, handbeklebt mit Kronkorken, die den Umriss des Hambacher Schlosses zeigen. Und dann erwarte ich, dass sich in diesem Land etwas ändert. Oder ich kaufe mir wieder eine Kiste Krombacher und rette den Regenwald.
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