Samstag, 10. März 2018

Was wurde eigentlich aus „Kohls Mädchen“?

„Man kann oft von einem Kinde lernen, was man bei Nationen brauchen kann.“ (Novalis)
Sie war der eigentliche Shooting-Star in Kohls letztem Kabinett 1994. Die Erste aus meinem Jahrgang, die es zur Ministerin gebracht hat. Mit 28 Jahren! Aus dem Osten! Mit einer Rüschenbluse!
Ich habe sie selbst auf einer Veranstaltung erlebt. Wahnsinn. Ich dachte gleich: Das kann ich auch. Aber bis heute warte ich vergeblich auf den Anruf von Angela Merkel.
Ich spreche natürlich von Claudia Crawford. Kennen Sie nicht? Kennt keine Sau. Aber damals hieß sie Claudia Nolte. Klingelt da was? Bundesfamilienministerin für die CDU. Hat sich im Wahlkampf 1998 selbst ins Aus geschossen, als sie eine Mehrwertsteuererhöhung angekündigt hat. VOR den Wahlen. Hallo?!
Sie blieb als einfache Abgeordnete im Bundestag, während ein anderes „Mädchen“ aus dem Osten eine megasteile Karriere als Kohl-Nachfolgerin in der Partei und im Kanzleramt machte.
Was wurde aus ihr? Behindertenbeauftragte der CDU/CSU-Fraktion. Länderbeauftragte des Deutschen Bundestages für die Republik Moldau. Nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag war sie Leiterin des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Belgrad, jetzt leitet sie das Auslandsbüro in Moskau. Außerdem ist sie ehrenamtlich Beiratsvorsitzende des Deutschen Feuerwehrverbandes.
Ein steiler Abstieg. Sie ist gerade 52 Jahre alt geworden.
Was war das für ein wilder Haufen. Kohls letztes Aufgebot 1994-1998: Klaus Kinkel Vize-Kanzler und Außenminister, Horst Seehofer, Matthias Wissmann, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Norbert Blüm, Theo Waigel, Volker Rühe, Angela Merkel, Klaus Töpfer, Jürgen Rüttgers u.v.m. Hammer-Truppe!
https://www.focus.de/politik/deutschland/claudia-nolte_aid_125653.html
The Bee Gees - I Started A Joke. https://www.youtube.com/watch?v=3qlBsMoqccw